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Kaiserhaus gegen Land Brandenburg: Entschädigungsstreit geht weiter

Kronprinz Wilhelm wurde als Feldherr und Politiker oft unterschätzt, wie in die-sem Buch von Helmut Ries deutlich wird. Nach Ries war dies so, weil sein Vater dem Kronprinzen nur wenig Spielraum für eigene Entscheidungen ließ.

Kronprinz Wilhelm wurde als Feldherr und Politiker oft unterschätzt, wie in die-sem Buch von Helmut Ries deutlich wird. Nach Ries war dies so, weil sein Vater dem Kronprinzen nur wenig Spielraum für eigene Entscheidungen ließ.

Das Haus Hohenzollern hat nach Medienberichten offenbar wenig Perspektiven, die bereits in Aussicht gestellte Entschädigung von 1,2 Millionen Euro für die Enteignung von Gütern in der ehemaligen sowjetischen Besatzungszone tatsächlich zu bekommen. „Namhafte Historiker“, die vom von einem Minister der Linkspartei gesteuerten Finanzministerium des Landes Brandenburg beauftragt wurden, haben Kronprinz Wilhelm attestiert, dem NS-Regime erheblich Vorschub geleistet zu haben. Dieser Tatbestand würde eine Entschädigung wiederum ausschließen.

Es ist nun sicher nicht glücklich, Geld aus einem der ärmeren deutschen Bundesländer abzuziehen, um damit Apanagen zu zahlen, wie offenbar vorgesehen. Viel besser wäre es, das Geld in der Region anzulegen. Unabhängig davon wäre die Verweigerung einer Entschädigung jedoch ein unbeschreiblicher Skandal und die Verabschiedung vom Rechtsstaat: Ausgerechnet die Nachfolger jener Partei, die für die vorerst letzte Diktatur auf deutschem Boden verantwortlich zeichnet, geben im von ihnen kontrollierten brandenburgischen Finanzministerium sogenannte „unabhängige“ Studien über Kronprinz Wilhelm in Auftrag. Daß das Resultat solcher mit Steuergeldern finanzierten Studien ungefähr so viel Wahrheitsgehalt hat, wie die Wahlergebnisse der SED, liegt auf der Hand.

Wer oder was hat aber tatsächlich dem NS-Regime Vorschub geleistet? Was ist etwa mit der völligen Unfähigkeit der SPD und der Zentrumspartei in der Regierungsverantwortung in der Weimarer Republik? Wie bewertet man die Haltung der Kommunisten, die mit Straßenterror das Regime weiter destabilisiert haben? Wie ist es zu bewerten, daß kein Außenpolitiker vor Hitler in der Lage war, spürbare Veränderungen am Versailler Diktat vorzunehmen? Haben die Gesetze zum Schutz der Republik, die vor allem die Monarchisten außerhalb der Rechtsordnung stellten, nicht eine moderate Gruppe konservativer Wähler in die Arme von Extremisten getrieben? All diese Dinge haben dem NS-Regime sicher mehr Vorschub geleistet, als Kronprinz Wilhelm.

Es ist nun davon auszugehen, daß der Wahltermin in Brandenburg etwas mit den Studien über Kronprinz Wilhelm zu tun hat – bei denjenigen Wendeverlierern, die sich die DDR zurückwünschen, konnte die Linkspartei sicher mit „Junkerland in Bauernhand“ punkten. Sollte es nach den Wahlen zu einer Koalition der SPD mit der CDU kommen, wird der Fall sicher anders bewertet. Zwischenzeitlich hat Ministerpräsident Woidke jedoch signalisiert, daß er eine Regierung mit dem bisherigen Linken-Koalitionspartner dem Bündnis mit der CDU vorzieht.

Die Vorgänge um die Entschädigung des Hauses Hohenzollern werfen einen bezeichnenden Blick auf Rechtsverständnis und Rechtsstaatlichkeit.  L.R.

Die Seligsprechung des guten Kaiser Karl

Am 3. Oktober 2004 wurde Kaiser Karl I von Österreich, König von Ungarn von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Dieser Ehre ging ein langer Weg voraus. 1954 wurde der Seligsprechungsprozeß für den am 1. April 1922 verstorbenen Kaiser begonnen, durch die Kaiser-Karl-Gebetsliga für den Weltfrieden unter Vorsitz von Bischof Kurt Krenn wesentlich gefördert und am 20. Dezember 2003 zum Abschluß gebracht.

Voraussetzung für eine Seligsprechung sind entweder das Martyrium oder ein heroischer Tugendgrad und (falls es sich nicht um einen Märtyrer handelt) der Nachweis eines Wunders, das auf die Anrufung des Seligen und dessen Fürsprache beim lieben Gott bewirkt wurde. Im Unterschied zur Heiligsprechung wird durch die Seligsprechung jedoch nur eine lokale Verehrung gestattet, was in Karls Fall zutrifft. Denn in der Wiener Augustinerkirche, der ehemaligen kaiserlichen und königlichen Hofkirche, wo dem seligen Karl ein Altar errichtet wurde, genießt er sehr hohe Verehrung. Schon in den ersten zehn Jahren nach seiner Seligsprechung etablierten sich allein in Österreich mehr als zwei Dutzend Stätten der Karls-Verehrung.

Karl war im Leben stets ein guter und frommer Katholik. Er scheiterte nach seiner Thronbesteigung 1916 im Bemühen, den 1. Weltkrieg zu beenden. Nach Kriegsende versuchte er, das Auseinanderbrechen seines Landes zu verhindern, doch auch das gelang ihm nicht.

Am 23. März 1919 verließen Kaiser Karl und seine Familie in einem Hofzug Eckartsau, um in ihr Exil in die neutrale Schweiz zu reisen. Am Bahnhof sagte der Kaiser zur trauernden Menge lediglich: „Meine Freunde, auf Wiedersehen!“ Im Zug sagte er traurig: „Nach 700 Jahren…

Von der Schweiz aus versuchte Kaiser Karl zweimal, seinen Thron in Ungarn zurückzugewinnen, um die dortige Diktatur des ehemaligen Admirals Horthy zu beenden. Zweimal scheiterte er und Horthy blieb Reichsverweser von Ungarn. Der Kaiser wurde 1921 von der Entente auf die portugiesische Insel Madeira verbannt. Als er 1922 auf Madeira an einer Lungenentzündung starb, war er der letzte katholische Kaiser der Weltgeschichte. Kurz vor seinem Tod rief er seinen ältesten Sohn Otto zu sich. Er sollte Zeuge seines Glaubens angesichts des Todes sein: „Ich will, daß er sieht, wie ein Katholik und ein Kaiser stirbt“. Kaiserin Zita hatte ihn aufopfernd gepflegt. An seiner Beisetzung am 5. April nahmen etwa 30.000 Personen teil. Sein Gedenktag ist der 21. Oktober; in Erinnerung an seine Vermählung mit Kaiserin Zita.

Die Kaiser Karl Gebetsliga plant für den Oktober mehrere Veranstaltungen.
Christian Schwochert

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Die vollständige 137. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 137

Inhalt der 137. Ausgabe:

  • Kaiserhaus gegen Land Brandenburg: Entschädigungsstreit geht weiter
  • Treffen des Corona-Freundeskreises in Berlin und Karlsruhe
  • Wahlbeteiligung: Der Mythus stirbt
  • Die Seligsprechung des guten Kaisers Karl

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