Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 193

Schlagwörter

, , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Margareta, Königin in einer Republik

Königin Margareta schreitet an (v.l.n.r.) Königin Anne-Marie, Prinz Charles, Königin Sofía, König Juan Carlos, Großherzog Henri, Königin Silvia und König Carl XVI. Gustaf vorbei. In der 2. Reihe Erzherzog Karl, Herzog Dom Duarte, Kronprinz Alexander und (leicht verdeckt) der Apostolische Nuntius in Deutschland Nikola Eterović.

Nach dem Tod von König Michael I. von Rumänien am 5. Dezember erfolgt seine Beisetzung am 16. Dezember, nachdem die Rumänen zwischen dem 13. und dem 16. Dezember drei Tage lang in Bukarest vor seinem Sarg Abschied nehmen können. Zur Beerdigung des ehemals regierenden Monarchen werden unter anderem Prinz Charles, König Juan Carlos und Königin Sofia von Spanien, König Carl Gustaf und Königin Silvia von Schweden, König Simeon II. der Bulgaren, Königin Anne-Marie von Griechenland, Kronprinz Alexander von Serbien, Prinzessin Astrid von Belgien und viele andere Vertreter mehr erscheinen. Aus Deutschland wird Prinz Georg Friedrich von Preußen das Gesamthaus Hohenzollern vertreten. Anreisen werden auch Markgraf Max und Markgräfin Valery von Baden und für das Haus Württemberg Herzog Eberhard.

Prinz Georg Friedrich von Preußen erweist vor dem im Thronsaal aufgebahrten Sarg König Michael die letzte Ehre.

Als Chef des rumänischen Königshauses folgt Michael Kronprinzessin Margareta nach. In unmittelbarer Reaktion auf die Kunde vom nahenden Tod des Königs hat das rumänische Parlament umgehend beschlossen, der Königsfamilie einen offiziellen Status einzuräumen. Dies beinhaltet auch, daß sich die bisherige Kronprinzessin Margareta jetzt „Königin” nennen darf.

Während des Gottesdienst in der Patriarchenkathedrale saß inmitten der rumänischen Königsfamilie Prinz Georg Friedrich neben Nicolae Medforth-Mills.

Die Aussichten, daß Rumänien nicht nur eine Königin hat, sondern auch wieder ein Königreich wird, sind mit dem Tod von König Michael dagegen wahrscheinlich eher geringer geworden. 1992 durfte König Michael erstmals seit seiner von den Kommunisten erzwungenen Abdankung wieder ins Land einreisen und wurde von über einer Million Menschen begrüßt. Wäre er einfach in den Präsidentenpalast eingezogen, wären Rumäniens Politiker vom Volk hinweggefegt worden. Dies war der beste Moment für eine Restauration. Wohl deswegen gaben sie ihm nach diesem Auftritt fünf Jahre Einreiseverbot, bis er 1997 erneut Rumänien besuchte, wo ihm aber schon nicht mehr ganz so viele Menschen ihre Aufwartung machten. Heute ist zum einen zu befürchten, daß die Politik dem Königshaus nur auf Drängen des Volkes einen offiziellen Status eingeräumt hat, weitere Schritte aber unterläßt. Außerdem ist der beliebte Nicolae Medforth-Mills von König Michael kurz vor seiner schweren Krankheit aus dem Königshaus verstoßen worden, man vermutet wegen eines unehelichen Kindes. Der Gemahl von Königin Margareta, Prinz Radu, ist dagegen weit weniger beliebt im Volk.

Derweil wurde zeitgleich zu dem Gesetz, welches der Königsfamilie einen offiziellen Status einräumt, auch die Justizreform verabschiedet, die korrupte Politiker besser vor Verfolgung schützt. Die Neue Zürcher Zeitung faßte dies gut zusammen: Nach dem Tod von Mihai I. bleibt Rumänien mit seinen Politikern allein.   L.R.

Feiertag zur Aufrufung der Republik nicht in Bayern

Bei den Landtagswahlen in Bayern im kommenden Jahr kann die Einparteienherrschaft der CSU durchaus gefährdet werden. Die Erzählung einer positiven Geschichte über das Ende einer erfreulicheren Einherrschaft ist in Bayern dagegen erst einmal abgeschmettert worden: der 8. November, Tag des Sturzes der bayerischen Monarchie und damit Tag der Gründung des Freistaats in seiner jetzigen Form wird kein Feiertag, auch nicht einmalig. Für einen solchen Feiertag hatte sich die SPD im Land eingesetzt. Zwar steht die abschließende Abstimmung im Parlament noch aus, jedoch hat sich die CSU dagegen ausgesprochen. Damit ist zumindest in Bayern die Gefahr einer Verklärung jener Republik, die am 30. Januar 1933 Adolf Hitler zu ihrem Kanzler machte, anläßlich des hundertjährigen Jubiläums des Sturzes der Monarchie unwahrscheinlicher geworden.

Wahrscheinlich ist hingegen, daß die Verklärung dieser Republik, die genausowenig lebensfähig war, wie jene von 1848, auf Bundesebene im kommenden Jahr in großem Umfang betrieben wird, Feiertag in Bayern hin oder her. Schon liest man fabelhafte Dinge über die Bestrebungen nach 1918, eine funktionierende allgemeine Friedensordnung herzustellen, obwohl es gerade das Versailler Diktat war, welches keinen Frieden bedeutete, sondern nur einen Waffenstillstand auf 20 Jahre, wie etwa der französische Marschall Foch äußerte, obwohl er dabei freilich eher die völlige Vernichtung Deutschlands im Sinn hatte. Man wird wieder von unprovoziertem Terror des deutschen Heers gegen die belgische Zivilbevölkerung lesen, obwohl dies längst widerlegt ist. Die SPD wird sich als Widerstandspartei gegen das Kaiserreich generieren, obwohl sie die Kriegskredite aus Überzeugung verabschiedet hat. Man wird das Kaiserreich als unfrei und undemokratisch darstellen, obwohl das Wahlrecht des Reichs sehr fortschrittlich war und die Meinungsfreiheit wahrscheinlich höher als in der Bundesrepublik. Nichts dagegen wird man über die Seeblockade der Engländer erfahren, oder über die späteren Gesetze zum Schutz der Republik, die ganz wesentlich dazu beigetragen haben, Monarchisten in Weimar zu Staatsfeinden zu machen.

In der Vergangenheit hat es sich bereits erwiesen, daß es desto einfacher ist, Geschichtsklitterung zu betreiben, je weniger Zeitzeugen noch leben, und die letzten Menschen, die noch im Kaiserreich gelebt haben, waren damals Kleinkinder, auch wenn einige Menschen sich zumindest noch an die Erzählungen ihrer Eltern von der „guten alten Zeit” erinnern. Erlischt diese Erinnerung, ist es sehr leicht für die bundesrepublikanischen Hofhistoriker, die Geschichte so zu interpretieren, wie es denen, die sie dafür in Form von Lehrstühlen und Fördermitteln bezahlen, beliebt. Was kann man dagegen tun? Wahrscheinlich nicht so viel, daß es einen Unterschied machen würde. Dennoch gilt es, ein Zeichen zu setzen und zumindest den Versuch zu unternehmen: Im digitalen Zeitalter haben die meisten Artikel eine Kommentarfunktion, für diese muß man sich zwar bei den entsprechenden Medien mit seinem Klarnamen registrieren, das sollten aber diejenigen nicht scheuen, die die historischen Fakten auf ihrer Seite haben. Insofern gilt es, sich gegenseitig über falsche historische Darstellungen zu informieren und diese, wenn immer möglich, in den Kommentaren zu demaskieren, damit diejenigen, die sich jenseits bundesrepublikanischer Geschichtsklitterung über das Kaiserreich informieren wollen, auch die Gelegenheit dazu haben. L.R.

————————————————————————————————–

Die vollständige 193. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 193

Inhalt der 193. Ausgabe:

  • Margareta, Königin in einer Republik
  • Opfern die gebührende Ehre entgegenbringen
  • Feiertag zur Ausrufung der Republik nicht in Bayern
  • Prinz Laurent von Belgien: Das schwarze Schaf der Königsfamilie

————————————————————————————————–

Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.

Advertisements

Königlicher Putsch für die Demokratie

Schlagwörter

, , , ,

Am 21. April 1967 erlebte Griechenland einen Staatsstreich des Militärs. Armeechef Spandidakis, Brigadegeneral Patakos und Generalstaatsanwalt Kollias übernahmen die Macht. Wenige Tage später trat Oberst Georgios Papadopoulos, Mitglied der Militärjunta, vor die Presse und gab bekannt:

Wir handelten ohne Wissen des Königs, aber er wurde so schnell wie möglich nach der Tat informiert – noch im Verlauf der Nacht. Unsere jetzige Beziehung zum ihm können Sie aus den Bildern in der Presse ersehen, auf denen er inmitten seines Ministerrates abgebildet ist.

Tatsächlich hatte König Konstantin bereits in der Nacht von dem Staatsstreich erfahren, doch nicht, weil er informiert, sondern weil er verhaftet wurde. Unter dem Druck der Junta erklärte er sich bereit, die Militärregierung zu vereidigen.

Von Beginn an war das Verhältnis zwischen König und Obristen angespannt. Seit Mitte Mai 1967 begann der König Gespräche mit US-Botschafter Talbot zu Überlegungen, wie man die Junta stürzen könne. Die Oberkommandierenden von Marine und Luftwaffe waren auf der Seite des Königs, doch war die Loyalität im Heer sehr unterschiedlich. Generalleutnant Konstantinos Kollias, der das 2. Korps in Larisa kommandierte, sagte dem König, daß zur Vorbereitung des Putschs etwa eine Woche notwendig sei, doch lehnte König Konstantin dies „aus Geheimhaltungsgründen“ ab und beschloß, am 13. Dezember 1967 zuzuschlagen.

Er wollte das Unternehmen vom Luftwaffenstützpunkt in Kavalla aus leiten und informierte am Tag zuvor Premierminister Kollias, der bereit war, mitzufliegen. Am Abend des 12. Dezembers forderte König Konstantin US-Botschafter Talbot auf, am nächsten Morgen nach Tatoi zu kommen. Gegen Mitternacht wurden die Offiziere in Nordgriechenland informiert, daß der Gegenputsch am nächsten Tag stattfinden würde.

König Konstantin schilderte die nachfolgenden Stunden selbst so:

Ich versuchte zu kämpfen, und ich verlor. Ich kämpfte, weil ich der Meinung war, daß ich auf diesem Wege mein Land schneller und wirksamer zu einem demokratischen Leben zurückbringen könnte.

Am 28. Oktober 1967 besuchte König Konstantin Thessaloniki.

In den Monaten nach dem 21. April sind meine Frau und ich so häufig wie möglich im Lande herumgereist, um möglichst engen Kontakt mit der Volksmeinung zu haben. Wir haben dabei beide großes Verständnis und Sympathie gefunden. Die Leute wußten, was meine Absicht war und daß ich ihre wichtigste Hoffnung für die Zukunft darstellte. Sie wußten alle, warum ich nicht früher aktiv geworden war – denn hätte ich es getan, hätte das unendliches Blutvergießen bedeutet.

Ich begab mich darum am 13. Dezember nach Kavalla, um meine Kampagne für nationale Freiheit zu beginnen. Mein grundlegender Gedanke war, die Regierung umzubesetzen. Premierminister Konstantin Kollias an der Spitze zu belassen, den Mann, den ich am 21. April ernannt hatte.

Am 13. Dezember morgens verließ ich Tatoi, die königliche Sommerresidenz bei Athen, unter strengster Geheimhaltung und mit der vollen Absicht, auf dramatische Weise eine Änderung der Regierung und ihrer Einstellung herbeizuzwingen. Meine Frau, Kinder, Mutter und Schwester, Premier Kollias, Leonidas Papagos, der Hofmarschall und General Konstantin Dovas, Chef des zu meinem Haushalt gehördenden Militärs, befanden mit mir in meinem eigenen Flugzeug. Alles, was wir an Gepäck bei uns hatten, war die Uniform, die ich trug, und ein Anzug sowie die Kleidung, die meine Familie trug. Außerdem hatte ich bei mir in meinem Flugzeug eine bereits vorher gemachte Bandaufnahme mit einer Rede, in der ich dem Volk meine Entscheidung und die Gründe klarlegte und in der ich das Volk aufrief, sich zu meiner Unterstützung zu erheben.

Als wir nach einer Stunde in Kavalla eintrafen, wo uns in der Stadt kein Mensch erwartete, bereitete man mir eine normale freundliche Begrüßung. Später verließ ich das in der Stadtmitte gelegene Hotel Astir, wo ich meine Familie zurückließ und begab mich ins nahegelegene Hauptquartier der 11. Division. Von hier ließ ich sofort die Bandaufzeichnung mit meiner Rede über die Rundfunkstation senden. Sie wurde am 13. Dezember unaufhörlich gesendet. Dann telephonierte ich mit den Korps- und Divisionskommandeuren in ganz Nordgriechenland, unterrichtete sie von meinen Absichten und befahl ihnen, mich bei meinen Aktionen zu unterstützen. Ein Stunde später befahl ich der Marine in Südgriechenland, auszulaufen und nördliche Häfen anzusteuern, was sie auch tat. Durch Luftmarschall Andonakos ordnete ich Alarmzustand für die Luftwaffe an. Alle Flugplätze kamen dem Befehl nach. Jeder einzelne Flugplatz, mit dem ich sprach, sagte Unterstützung zu. Bis heute jedoch ist mir der tatsächliche Umfang ihrer Unterstützung nicht bekannt.

In der Zwischenzeit marschierten Einheiten von General Georgios Peridis in Richtung Saloniki.

Zwei Stunden später, nachdem ich das Hauptquartier verlassen und nach einer Fahrt von drei Minuten zum Platz am Hotel gekommen war, wurde ich von einer großen, enthusiastischen Menge junger Leute und Arbeiter aufgehalten, die jubelten und ‚Lang lebe Konstantin!‘ riefen, ‚Lang lebe die Freiheit!‘ und ‚Lang lebe die Armee!‘. … Mit einem Hubschrauber flog ich nach Komotini, um General Georgios Peridis zu treffen, den Kommandeur des III. Armeekorps, welches dort stationiert war. Wir erörterten die Lage, und sie schien noch okay zu sein. Erst später sah ich, daß die Dinge de facto gar nicht so gut standen.

Peridis muß den Verdacht gehabt haben, daß, obwohl er es nicht erwähnte, Brigadegeneral Andreas Hoerschelmann, Oberkommandierender der 20. Panzerdivision – die für meinen Feldzug wichtig war – isoliert und vielleicht sogar verhaftet worden war. Um 18 Uhr flog ich mit dem Hubschrauber in der Dunkelheit nach Kavalla zurück.

Die Menschenmenge an dem Landeplatz war so gewaltig, daß die Polizei es sehr schwer hatte, mir auch nur ein wenig Platz zur Landung zu verschaffen. Die Menschen weinten und schrieen mit einer Begeisterung, die ich nie zuvor bei meinem Volke gesehen hatte, mit Hoffnung in den Augen, wie ich sie nie zuvor bei meinem Volke gesehen hatte. Sie jubelten mir zu, hoben mich auf ihre Schultern und sagten mir, daß sie bei meinen Bemühungen, ihnen ein besseres und vollständig freies Leben zu geben, alle an meiner Seite stehen würden.

Nachdem ich mir einen Weg durch die Menge gebahnt hatte, begab ich mich auf den Balkon des Hitels und sprach ein paar Worte zu ihnen: Das Volk und die Armee, vereint mit ihrem König, werden gemeinsam den Weg in ein wahrhaft freies, demokratisches Leben gehen – lang lebe Griechenland!‘

Ich sah meine Familie nur einen kurzen Augenblick, dann begab ich mich zurück ins Hauptquartier der 11. Division. Kurz nach 21 Uhr hörte ich die Radioübertragung der Zeremonie, mit der die neue Regierung und ein früherer Adjutant meines Vaters als Regent vereidigt wurden.

Von da ab bis etwa morgens 2 Uhr trafen nur schlechte Nachrichten ein. Ich wurde unterrichtet, daß Hoerschelmann verhaftet worden war. Ich hörte weiter, daß regimetreue Offiziere, die Teile der 20. Panzerdivision kommandierten, ursprünglich von Hoerschelmann verhaftet und dann unter der Zusicherung wieder freigelassen worden waren, daß sie zu ihrem Treueeid stehen würden. Man hatte ihnen sogar das Kommando über ihre Einheiten zurückgegeben. Während der Nacht hatten Einheiten der Division unter Führung dieser Offiziere Peridis und seinen Stab umzingelt und mattgesetzt.

Etwa gegen 1.30 Uhr morgens rief uns Peridis an und sagte, daß seine Verhaftung bevorstünde. Mein Ziel war ursprünglich gewesen, die gesamte Armee hinter mich zu bringen und Städte zu besetzen, deren gesamte Bevölkerung einstimmig hinter mir stand. General Zalachoris beispielsweise befand sich mit seiner Einheit auf dem Weg von der nördlichsten Spitze Trakiens zu mir. Mein Feldzug schlug fehl, weil solche loyalen Truppen nicht in der Lage waren, Schlüsselpositionen zu besetzen und weil einige der Armeeinheiten, die mir Unterstützung zugesagt hatten, mich im letzten Augenblick im Stich ließen.

Um 2.15 Uhr am 14. Dezember wurde mir klar, daß ein weiteres Beharren totalen Bürgerkrieg und Vernichtung der griechischen Streitkräfte untereinander bedeuten würde. Ich hatte noch die Luftwaffe und die Marine und einige loyale Einheiten der Armee hinter mir und hätte damit kämpfen können. Das aber war nicht mein Ziel. Ich wollte mein Land aufbauen, nicht zerstören.“

Als das königliche Flugzeug am 14. Dezember 1967 in Rom landete, besaß die Königsfamilie nichts mehr als was sie auf dem Leib trugen.

Wenig später flog König Konstantin mit seiner Familie nach Rom. Die Junta verhaftete 4000 bekannte Royalisten und versicherte, der Monarch sei kriminellen Elementen ins Garn gegangen. Die Junta gab bekannt, der König sei abgesetzt und durch General Georgios Zoitakis als Vizekönig ersetzt worden.

Es folgten sechs weitere Jahre der Diktatur und zwei eher zweifelhafte Referenden zur Staatsform. Am 13./14. Dezember ist tragischerweise der Versuch gescheitert, in Griechenland das Schicksal zu wenden. Besser ein gescheiterter Versuch, als gar keiner. Die Salonrevoluzzer im französischen oder deutschen Exil konnten 1974 nach Griechenland zurückkehren und nahmen oft hohe Posten in Regierung, Parlament und Universitäten ein. Für den König und seine Familie blieben die Grenzen noch etliche Jahrzehnte verschlossen.

König Michael I. von Rumänien ist tot

Schlagwörter

, , ,

Das Sekretariat des rumänischen Königshauses veröffentlichte am 5. Dezember eine Erklärung, die mit dem Satz begann:

Seine Majestät König Michael I. von Rumänien starb heute, 5. Dezember 2017 um 12 Uhr in Genf in der Schweiz.

Das rumänische Fernsehen strahlte diesen Nachruf in Bildern (ohne Worte) aus:

Am Nachmittag veröffentlichte Kronprinzessin Margareta von Rumänien nachstehende Erklärung, mit der sie versprach, sein Werk fortzuführen.


Mit König Michael starb das letzte aktive Staatsoberhaupt des 2. Weltkriegs. Das letzte noch lebende Staatsoberhaupt von allen, König Simeon II. der Bulgaren, bestieg 1943 als Sechsjähriger den Thron, führte aber nicht die Amtsgeschäfte. Für ihn regierte ein Regentschaftsrat, dessen Mitglieder Prinz Kyrill, Bogdan Filow und Nikola Mikhow am 2. Februar 1945 von den neuen kommunistischen Machthabern erschossen wurden. Die Rote Armee sorgte auch in Rumänien dafür, daß die Kommunisten an die Macht kamen, aber König Michael blieb im Land und konnte sogar weiter als König des Landes amtieren.

Diese besondere Situation verdankte er zum Teil seinem außerordentlichen persönlichen Mut, denn am 23. August 1944 verhaftete er den rumänischen Diktator Marschall Ion Antonescu und wechselte die Seiten. Das Königreich Rumänien erklärte dem Deutschen Reich den Krieg und wurde von einem Kriegsgegner der Sowjetunion zu deren Verbündeten.

Dies ist nur eine Episode seines durch viele bemerkenswerte Wechselfälle gekennzeichneten Lebens. Als Prinz Michael von Rumänien aus dem Haus Hohenzollern-Sigmaringen am 25. Oktober 1921 geboren wurde, waren seine Eltern, Kronprinz Carol und Kronprinzessin Elena, Tochter der griechischen Königs Konstantin I., nicht eben glücklich verheiratet. Der Kronprinz hatte zuvor ohne die Einwilligung seines Vaters und des rumänischen Parlaments Zizi Lambrino geheiratet. Vom Obersten Gerichtshof Rumäniens wurde die Ehe annuliert, so daß die Verbindung zum griechischen Königshaus, die für die Balkanmonarchien von Bedeutung war, geknüpft werden konnte. Aber Carol zeigte weiterhin wenig Interesse an den Pflichten als künftiger König. 1925 verzichtete er auf seine Thronrechte und verließ das Land. Als König Ferdinand I. 1927 starb, wurde der gerade fünfjährige Enkel als Michael I. (Mihai) zu seinem Nachfolger proklamiert.

Durch einen Staatsstreich, der von Premierminister Iuliu Maniu im Juni 1930 inszeniert wurde, konnte Carol aus dem Ausland zurückkehren und das Parlament erklärte ihn zum König, Michael wurde wieder zum Kronprinzen. Nur zehn turbulente Jahre währte die Herrschaft Carols und am 6. September 1940 dankte er erneut ab und sein Sohn wurde zum zweiten Mal König von Rumänien. Niemand hatte den stillen jungen Mann ernst genommen, aber König Michael manövrierte geschickt durch die Kriegsjahre. Beigestanden hat ihm dabei besonders seine Mutter, Königin Elena, die sich bei der Rettung rumänischer Juden verdient gemacht hat und 1993 mit dem Ehrentitel als „Gerechte unter den Völkern“ ausgezeichnet wurde.

Dem König war 1945 nicht bewußt, daß sich Churchill und Stalin darauf geeinigt hatten, ihre Einflußsphären auf dem Balkan aufzuteilen: Rumänien sollte zu 90% unter sowjetischem und Griechenland zu 90% unter britischem Einfluß stehen. Michael hatte keine Chance, aber er nutzte sie.  Ein britischer Diplomat schrieb 1945: „Michael is the only person who may be able to pull the country through the coming months and save it from anarchy or communism.” Although constantly disappointed by the west’s failure to act and bullied by the notorious Andrei Vyshinsky, the prosecutor of Stalin’s 1930s show trials, Michael was the last monarch to abdicate from behind the Iron Curtain. In the face of Russian intimidation and intrigue he opted to go on strike, refusing to sign any royal decrees while he pressed Washington and London to act. Help was not forthcoming.

Im November 1947 nahm er in London an der Hochzeit von Prinzessin Elizabeth und Prinz Philip teil. Er traf dort auch Prinzessin Anna von Bourbon-Parma und teilte nach seiner Rückkehr am 21. Dezember 1947 der rumänischen Regierung seine Heiratsabsichten mit. Die kommunistische Regierung war nicht davon erbaut, daß die Königsfamilie ihre fortdauernde Präsenz in Rumänien plante und drängte König Michael zur Abdankung. Er lehnte ab. Erst als die Regierung drohte, tausend inhaftierte Studenten erschießen zu lassen, unterzeichnete der Monarch am 30. Dezember 1947 das Dokument. Er widerrief es später im Exil, weil es unter Gewaltandrohung zustande kam und damit illegal war.

Am 3. Januar 1948 verließen er und seine Mutter Rumänien, das zur Volksrepublik erklärt wurde, per Zug. Die kommunistische Propaganda dichtete ihnen an, sie hätten die Waggons mit Kostbarkeiten gefüllt, um im Exil ein Leben in Luxus und Schwelgereien zu führen. Nichts davon stimmte, die Königsfamilie besaß nichts und nach ihrer Hochzeit mußten König Michael und Königin Anna unter schwierigen Bedingungen ihren Lebensunterhalt verdienen, zuerst mit einem Hühnerhof in Hertfordshire, dann als Testpilot in der Schweiz und Börsenmakler in den USA. Rumänien hatte am 28. Februar 1948 den gesamten Besitz der Königsfamilie beschlagnahmt und ihr die rumänische Staatsangehörigkeit aberkannt.

Ihre fünf Töchter zogen König Michael und Königin Anna in der Schweiz groß. Nur in größter Diskretion wirkte der ins Exil geschickte Monarch für die Befreiung Rumäniens. Im Gegensatz zu anderen Königen außerhalb ihres angestammten Landes kamen aus seinem Sekretariat keine Deklarationen oder Grußbotschaften. König Umberto von Italien traf mit Abordnungen von italienischen Monarchisten zusammen und König Simeon II. der Bulgaren ließ Weißbücher über die Lage in Bulgarien veröffentlichen, aber König Michael beantwortete über sein Büro briefliche Anfragen höflich, doch auch nichtssagend.

König Michael und Kronprinzessin Margareta bei der Rückkehr nach Rumänien am 3. März 1997

So kam es recht überraschend, daß nach der Befreiung Osteuropas 1989 der König als einer der ersten Exilmonarchen versuchte, in seine Heimat zurückzukehren. Am 25. Dezember 1990 wollte er Weihnachten in der Heimat verbringen, doch die Regierung im postkommunistischen Rumänien verweigerte ihm die Einreise. Er wurde im Flughafen festgehalten und nach einigen Stunden zurückgeschickt in die Schweiz. Auch ein zweiter Einreiseversuch mißlang. Zum Osterfest 1992 flog er mit einem 24-Stunden-Visum nach Bukarest, mehr als eine Million Menschen begrüßte den König und die ihn begleitenden Mitglieder der Familie. Der Regierung waren dies zuviele, so daß weitere Besuche nicht gestattet wurden. Erst ein Regierungswechsel brachte die Wende. 1996 durfte die Angehörigen des Königshauses zurückkehren und 2001 stellte ihm die Regierung eine Residenz und Personal zur Verfügung. Anläßlich seines 90. Geburtstags sprach er zum ersten Mal nach 60 Jahren wieder im rumänischen Parlament.

Seine Nachfolge hat König Michael bereits 2007 geregelt. Kronprinzessin Margareta hat sich seit Jahrzehnten darauf vorbereitet, die Aufgabe als Oberhaupt des Königshauses mit allen Rechten und Pflichten zu übernehmen. Sie wird in den nächsten Tagen die Trauerfeiern für ihren Vater leiten und damit demonstrieren, daß sie die schwierige Nachfolge antreten kann.

In Monarchie ist es guter Brauch, nach dem Tod des Monarchen zu rufen: Der König ist tot! Es lebe die Königin!

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 192

Schlagwörter

, , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Rußland gedenkt der Oktoberrevolution nicht

Vor einigen Jahren lief im russischen Fernsehen eine ähnliche Sendung wie das Format „Deutschlands Beste”, bei dem die Zuschauer wählen konnten, wer ihrer Ansicht nach der bedeutendste Deutsche gewesen sei. Bei dem, wie man heute weiß, durch den Gebührensender manipulierten Ergebnis siegte politisch korrekt Konrad Adenauer, weil man dem deutschen Fernsehpublikum offensichtlich nicht zutraute, selbst einen geeigneten Kandidaten zu wählen. In besagtem russischen Format gab es ohne Manipulation bei der Frage, wer der bedeutendste Landsmann gewesen sei, seinerzeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Stalin und Nikolaus II.

Pilger führen Ikonen mit den heiliggesprochenen Mitgliedern der Zarenfamilie mit sich.

Dies war wie gesagt vor einigen Jahren. Es deutet jedoch einiges darauf hin, daß die Waage mittlerweile zugunsten des Zaren ausschlägt. So gibt es kein offizielles Gedenken an die Oktoberrevolution, die zwar nicht den bereits nicht mehr herrschenden Nikolaus II. hinwegfegte, sondern vielmehr diejenigen, die ihn damals zum Abdanken gezwungen haben. Dennoch wurde damit eine Bewegung in Gang gesetzt, an deren Ende die Ermordung der Zarenfamilie im Sommer 1918 stehen sollte. Trotz des eigentlich historisch äußerst wichtigen Datums, welches immerhin das für viele Millionen Menschen tödliche Experiment des Kommunismus einleitete, wird des Ereignis‘ also nicht gedacht. Stattdessen streitet man sich in Rußland vielmehr um einen Film, der vom Zaren handelt: Der Film Matilda zeigt Nikolaus II. eigentlich in einem recht guten Licht und gibt die Schuld an den Ereignissen, die zur Revolution führten, anderen Akteuren. Dennoch gab es von monarchistischer und orthodoxer Seite Proteste, da Nikolaus II. unterstellt wurde, vor seiner Heirat eine Geliebte gehabt zu haben. Dieser Protest konnte mit der prominenten Unterstützung von Abgeordneten und hochrangigen Kirchenmännern zählen und erhitzte die Gemüter so sehr, daß der Film in einigen der bedeutendsten Kinos tatsächlich nicht gezeigt werden konnte. Majestätsbeleidigung scheint in Rußland nicht mehr möglich zu sein, so etwas kannte man bislang nur aus Thailand.

Derweil hat die Chefin des Hauses Romanow, Großfürstin Maria Wladimirowna, versöhnliche Töne angeschlagen, und auch eine Mitschuld der Romanows an den Geschehnissen 1917 eingeräumt. Sie kritisierte ebenso die Übergangsregierung, die das Land nach dem Sturz des Zaren in das Chaos gestürzt habe, und die beiden Parteien im russischen Bürgerkrieg. Die Russen sollen ihre Geschichte nicht fälschen oder uminterpretieren, um Versöhnung oder Einheit auf falschen Grundlagen zu schaffen. Sie müßte vielmehr der Wahrheit entsprechend aufgearbeitet werden.

Die Sympathien für die Monarchie sind in Rußland also ungebrochen, da die Zarenfamilie auch und vor allem mit der Unterstützung der gesamten orthodoxen Kirche zählt und Monarchisten in Rußland sich anders als andere politische Gruppen frei äußern dürfen. Zu einer möglichen Nachfolgelösung, wie sie Franco einst in Spanien getroffen hat, hat sich der Herrscher im Kreml jedoch (noch) nicht positiv geäußert. L.R.

Umstritten ist selbst der Umgang mit Lenin. Während Kommunisten die Erinnerung an ihren Revolutionsführer hochhalten, scheint Putin sich eher an Traditionen des Zarenreichs zu orientieren. Vor Jahren schon wurde der Revolutionsfeiertag am 7. November zugunsten des 4. November (Einheit des Russischen Volkes), abgeändert.
Manuela Rosenthal-Kappi

Das Kaiserreich könnte der BRD als Beispiel dienen

Die Deutschen sind es eigentlich gewohnt, daß sich nach einer Wahl die Parteien relativ schnell zusammenraufen und eine Regierung bilden. Mögen im Wahlkampf die Fetzen geflogen sein und die Verbalinjurien noch so sehr die Arena vergiftet haben, sobald die Stimmenauszählung beendet ist, setzten sich die Kontrahenten wieder an den Tisch, um die Wahlperiode zu besprechen. Das ging in den 60er Jahren mit Franz-Josef Strauß (CSU) und Herbert Wehner (SPD) so, in den 80er Jahren bei Holger Börner (SPD) und Joseph Fischer (Grüne), in den 2000er Jahren bei Carl-Friedrich Arp Ole Freiherr von Beust (CDU) und Christa Goetsch (Grün-Alternative Liste). Immer nur Machthunger zu unterstellen, wäre ebenso verkehrt wie ausschließlich edle Motive. Die Wahrheit wird zwischen beiden Polen pendeln.

In diesem Jahr liegen die Verhältnisse auf einer anderen Ebene, da sich zu den bisherigen Bundestagsparteien ein Mitspieler gesellte, der noch von allen gemieden wird. Die Alternative für Deutschland (AfD) ist als Schmuddelkind bei den anderen Partei als Neuankömmling verpönt. Das schränkt Regierungskombinationen beträchtlich ein. Erste Koalitionsverhandlungen scheiterten am Nein der FDP, es bleiben nur drei Varianten: Eine Neuauflage der Großen Koalition, die mit zusammen knapp 54% der abgegebenen Stimmen diese Bezeichnung eigentlich nicht mehr verdient, weshalb als zweite Option die Hinzuziehung der Grünen ins Spiel gebracht wird, oder eine Minderheitsregierung, mit der in der deutschen Politik selten gearbeitet wird. In den drei skandinavischen Monarchien sind Minderheitsregierungen eher die Norm als die Ausnahme. In Spanien ist sie nicht unüblich. Ministerpräsident Mariano Rajoy hat seit 2015 keine eigene Mehrheit im spanischen Congress und sucht stets nach Unterstützern für seine Vorhaben. In Dänemark, Schweden oder Norwegen brauchen die Regierungsfraktion(en) mehr Verhandlungsgeschick als in Deutschland, denn laufend müssen sie überzeugende Argumente zur Mehrheitsbildung ins Feld führen. Trotz dieser Minderheitsregierungen verbreiten die Länder nicht den Eindruck, als seien sie instabil. Im Gegenteil. Was in Deutschland nun als Neuerung entdeckt wird – daß das Staatsoberhaupt mit allen Parteiführern redet -, ist in Monarchien langgeübte Praxis. Die Monarchen von Dänemark, Norwegen, Schweden oder Spanien sind anerkannt als neutrale Gesprächspartner, als der sich Frank-Walter Steinmeier plötzlich ausgibt, weil er vor ein paar Monaten das SPD-Parteibuch in eine Plastikfolie hüllte, aus der er es in fünf Jahren nach seiner Amtszeit wieder herausziehen wird. Monarchen haben keine Berührungsängste, was schon Königin Margrethes Vater, König Frederik IX. bewies, als er den Fraktionsvorsitzenden der Kommunisten im Folketing begrüßte und der ihm sagte: „Sie wissen ja, daß wir Kommunisten die Monarchie abschaffen wollen.“ „Ja“, antwortete Frederik, „aber ich bin auch der König der dänischen Kommunisten.“ Wird sich Steinmeier auch als Präsident der AfD‘ler bezeichnen?

Fürst Bismarck in der Reichstagssitzung vom 6. Februar 1888, gemalt von Ernst Henseler 1901

Daß sich Kanzler eine Mehrheit suchten, hatte in Deutschland eine 40 Jahre währende Tradition. Der vom Kaiser ernannte Reichskanzler mußte für Gesetzesvorhaben und Jahreshaushalte bei den Fraktionen um Unterstützung werben, um sie vom Parlament absegnen zu lassen. Ein Reichskanzler brauchte das Vertrauen des Kaisers, aber im Lauf der Zeit war die Macht des Reichstags so gewachsen, daß dort Mehrheiten zum Regieren gebraucht wurden. Bismarck hat es immer wieder verstanden, in einem ihm eigentlich feindlich gesonnenen Gremium, Mehrheiten zu gewinnen. Im Oktober 1918 war die parlamentarische Monarchie in Deutschland eingeführt, aber sie bekam nicht die Chance, ihre Vorteile zu entfalten. Wie würde 2017 ein deutscher Kaiser mit der im September entstandenen Situation umgehen? H.S.

————————————————————————————————–

Die vollständige 192. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 192

Inhalt der 192. Ausgabe:

  • Das Kaiserreich könnte der BRD als Beispiel dienen
  • Prinz Georg Friedrich spricht auf IHK-Herbstempfang
  • Rußland gedenkt der Oktoberrevolution nicht
  • Afrikanische Delegation aus den Kolonien des Kaiserreichs in Berlin

————————————————————————————————–

Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 191

Schlagwörter

, , , , , , , , , , , , , , , ,

Bestattungsfeierlichkeiten für König Bhumibol

Am Ende der fünftägigen Kremationszeremonien wurde die Asche des verstorbenen Königs vom neuen König Maha Vajiralongkorn und seiner ältesten Schwester Prinzessin Sirindhorn zur letzten Ruhestätte überführt.

Ein Jahr nach seinem Tod sind die sterblichen Überreste des langjährigen Königs Bhumibol von Thailand nach buddhistischem Ritus verbrannt worden, womit auch die Staatstrauer in Thailand endete. Schon in den Tagen vor der Bestattung hatten sich Hunderttausende Thailänder von ihrem König verabschiedet. In einem Land, in dem die Macht zwischen kleptokratischen Parteipolitikern und Militärs hin- und herschwankt, war Bhumibol ein international anerkannter Anker der Stabilität.

An der fünftägigen Zeremonie nahmen dann auch zahlreiche Vertreter anderer Königshäuser und andere in- und ausländische Würdenträger teil und erwiesen dem König, der sein Land von 1946 bis 2016 siebzig Jahre lang regierte, auch wenn er erst 1950 offiziell gekrönt wurde, die letzte Ehre.

Derweil hat sein Sohn, König Vajiralongkorn oder auch Rama X., seinem Land in seinem ersten Regierungsjahr gut gedient. Viele Beobachter hatten befürchtet, daß das Land durch den Tod des beliebten Bhumibol destabilisiert werden würde, auch, weil Vajiralongkorn als Lebemann gilt, der zum Beispiel sein Staatsflugzeug gerne einmal selbst fliegt. Diese Befürchtungen sind nicht eingetroffen. Stattdessen gelang es dem König, der am kommenden 26. Dezember auch offiziell gekrönt werden wird, eigene Akzente zu setzen, die Vorrechte der Krone in der Verfassung zu stärken und sich damit unabhängiger gegenüber dem Militär zu machen, welches Thailand derzeit einmal wieder verwaltet. Dies ist auch nötig gewesen, denn im kommenden Jahr sollen Wahlen stattfinden, was bedeutet, daß die Macht von der Armee wieder an die Parteien übergehen soll, was ohne die Begleitung durch Varjiralongkorn nicht funktionieren wird. Als Kronprinz folgt Vajiralongkorn im übrigen der elfjährige Dipangkorn. L.R.

Königstreue tragen grün

Wenn sich auch die Aufregung um die rebellische Landesregierung in Katalonien etwas gelegt hat, so wird es noch mindestens bis zu den anberaumten Neuwahlen eines Regionalparlaments am 21. Dezember dauern, bis absehbar ist, wie eine Lösung aussehen könnte. Die Rolle des Königs hat wesentlich zur Klärung der Verhältnisse beigetragen und die Spanier goutieren überwiegend sein Verhalten (Felipe y Letizia ganan popularidad en su octubre más complicado).

Zur Unterstützung des Monarchen wird jetzt wieder angeregt, die Farbe grün zu benutzen. Grün als Kennung für die Monarchie – für Deutsche eine ganz neue Erfahrung. Aber im Spanische kann grün (verde) auch als Abkürzung für Viva el Rey de España! gelesen werden. Diese Farblehre wurde 1931 von den Monarchisten entwickelt, als das neuinstallierte republikanische Regime monarchistische Symbole und Aktivitäten unter Strafe stellte. Wie in so gut wie allen Republiken wurden Versuche, den Spaniern die Monarchie zurückzugeben, verboten. Um sich nicht strafbar zu machen und dennoch ihre royalistische Gesinnung zur Schau zu stellen, begannen die Königstreuen, grüne Kleidungsstücke oder Zeichen zu tragen.

Wer Fürsprache für die monarchische Staatsform hielt, machte sich in der Spanischen Republik strafbar.

Die heutige demokratische Verfassung des Königreichs Spanien erlaubt es jedem, seine politischen Überzeugungen zu vertreten, und selbst das Eintreten für den Abfall aus dem Staatsverband ist per se nicht strafbewert. Die katalanischen Separatisten hätten nur den legalen Weg einhalten müssen, denn ein Referendum ist nicht ausgeschlossen, wenn es im verfassungsmäßigen Rahmen durchgeführt wird.

Es ist erstaunlich, wie bereitwillig sich viele Europäer mit fanatischen Nationalisten solidarisieren, wenn die sich als Kämpfer gegen einen angeblich übermächtigen Zentralstaat gerieren. Plötzlich sind die, die für den Abbau von Grenzen eintreten, dafür, neue Grenzen willkürlich zu ziehen und seit Jahrhunderten gewachsene Bindungen zu kappen. Warum eine Sieben-Millionen-Bevölkerung vom Rest des Landes isolieren? Alles im Zeichen einer angeblichen Selbstbestimmung, die von einer entschlossenen Minderheit forciert wird. Dann lieber grün tragen statt grün handeln.      H.S.

Requiem für Prinzessin Kira von Preußen in Moskau

Besondere Ehrung für eine russische Großfürstin die beinahe deutsche Kaiserin geworden wäre

Anläßlich des 50. Todestags von Prinzessin Kira von Preußen, geborene Großfürstin von Rußland, wurde in Moskau ein Requiem für sie gefeiert. Unter den Teilnehmern waren auch Mitglieder der Kanzlei des Kaiserlichen Haus von Rußland wie Direktor Alexander N. Zakatov und der Präsident der Internationalen Slawischen Akademie für Wissenschaft, Bildung, Kunst und Kultur, S. N. Baburin.

Auf der Webseite der Kaiserlichen Familie findet sich in englischer Sprache eine ausführliche Würdigung der verstorbenen Großfürstin .

————————————————————————————————–

Die vollständige 191. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 191

Inhalt der 191. Ausgabe:

  • Bestattungsfeierlichkeiten für König Bhumibol
  • Königstreue tragen grün
  • Die Hohenzollernfamilie zieht wieder nach Potsdam
  • Großbritannien: Gnadenhochzeit für unsere Zeit
  • Monarchistische Konferenz in Libyen fordert Prinz zur Annahme der Krone auf

————————————————————————————————–

Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.

Preußen: Mehr als Pickelhaube? Viel mehr!

Schlagwörter

, ,

Der Preußenadler als Sinnbild einer kriegerischen Nation …

Fragt man heute nach Preußen, so kann man sich sicher sein, daß die Antworten eher negativ gefärbt sind. Jenes ist auch kein Wunder, wird doch zum einen in der Schule die Geschichte Preußens relativ verkürzt dargestellt als eine kriegerische Nation. Zunächst die Feldzüge des Alten Fritz, anschließend die Befreiungskriege gegen Napoleon und den Beginn der deutschen Nationalbewegung, dann schmiedet Bismarck das Deutsche Reich mit Blut und Eisen, und zum Schluß kommt der scheinbar unfähige Kaiser Wilhelm II., der uns – angetrieben von der eigenen Geltungssucht sowie den kriegslüsternen preußischen Generälen – in den 1. Weltkrieg führte. All dies Negative ist dann auch Grund für das Scheitern der Weimarer Republik, die NS-Diktatur und den 2. Weltkrieg.

Mit Preußen möchte man also nichts zu tun haben, der Name Preußen steht für ein militaristisches, aggressives Deutschland, mit dem wir heute nichts mehr zu tun haben wollen. Und ja es ist richtig, Preußen war sehr von seinem Militär geprägt, ebenso gab es eine sehr auf Gehorsam gedrillte Gesellschaft und ja, diese Aspekte spielten dann auch eine negative Rolle in der weiteren Geschichte unseres deutschen Vaterlandes. Dies alles kann man nicht wegreden und man sollte es auch nicht tun. Denn wenn man Dinge relativiert oder totschweigt, geraten sie in Vergessenheit und gerade die heutige Zeit zeigt wieder einmal mehr denn je, wie wichtig es ist sich über die Vergangenheit im Klaren zu sein.

Aber dennoch ist Preußen noch viel mehr. Wenn man das eben vorgestellte als seine negative Seite bezeichnen möchte, dann gab es auch eine andere Seite. Beide machen einander nicht weg, aber beide sind wichtig zu wissen, um sich ein differenziertes Bild über Preußen machen zu können. Mir ist es auch dahingehend wichtig, über diese zweite Seite zu berichten, da aktuell rechtsradikale, völkische Kräfte – von denen wir Monarchisten uns aufs schärfste zu distanzieren sollten – versuchen, Preußen für sich mal wieder einzunehmen. Genauso wie es bereits Adolf Hitler und die NSDAP taten und damit ist nicht nur der Tag von Potsdam gemeint.
Preußen war neben all jenen Dingen nämlich noch viel mehr. Es steht ebenso für die Befreiung der Bauern, ein modernes Gewerbewesen, Universitäten mit internationalem Ruf, kommunale Selbstverwaltung, Einkommenssteuer, Abschaffung der Folter, allgemeine Schulpflicht, usw. um nur einige Dinge zu nennen, die Preußen als einen zur damaligen Zeit fortschrittlichen Reformstaat machten.

Darüber hinaus ist noch etwas anderes nicht unwichtig zu wissen. Gerne kommen ja rechte Gruppierungen mit Preußen als dem Beispiel für Germanisierung und völkisches Denken an. Wer sich aber genauer mit Preußen befaßt, der weiß auch das Preußen auch ein Vielvölkerstaat war, in dem Deutsche, Dänen, Polen, Litauer usw. friedlich miteinander lebten. Auch war Preußen ein Staat, der weltanschaulich Verfolgten Schutz gewährte, wie z.B. im Fall der französischen Hugenotten.

… und das Koppelschloß für alles Militärische, …

Als nach den Napoleonischen Kriegen das Rheinland zur preußischen Rheinprovinz wurde, hatte es seine eigenen liberaleren Gesetze. Als 1866 verschiedene deutsche Staaten ein Teil des Königreichs Preußen wurden, frohlockten viele Menschen dort, weil Preußen trotz allem Militärischen auch für Fortschritt stand. Wie sich beispielsweise auch an Hannover zeigte, dessen Wirtschaft in Folge der Annexion und des Wegfalls des Zunftsystems florierte. Und Kaiser Wilhelm II. setzte sich gleich zu Beginn seiner Regentschaft für die Bedingungen der Arbeiter ein und verweigerte eine Verlängerung des Sozialistengesetzes, gegen den Widerstand des erzkonservativen Reichskanzlers Bismarck.

… doch das positive Preußen lebt weiter in der Familie, die den Landesnamen weiterträgt.

Preußen war also auch die Pickelhaube und die Pickelhaube beeinflußte auch negativ unser Land, aber es war gleichzeitig mehr. Lassen wir uns also ein differenziertes Bild von Preußen ziehen und lassen wir nicht zu, daß dieses Land das, auch wenn es heute formal nicht mehr akzeptiert, dennoch eine bedeutende Rolle für Deutschland, aber auch Europa spielte, im positiven wie im negativen, nicht von den rechten Scharlatanen missbraucht wird.

Aus Preußen können wir alle für die Zukunft lernen, im positiven wie im negativen Sinne. C.C.

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 190

Schlagwörter

, , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Putsch in Spanien bricht zusammen

Die schweigende Mehrheit wird plötzlich sichtbar: Am 8. Oktober demonstrierten mehrere hunderttausend Menschen in Barcelona für die Einheit Spaniens.

Der Putsch in Spanien, welcher in einem verfassungswidrigen Referendum in Katalonien am 1. Oktober und der Unterzeichnung einer Unabhängigkeitserklärung durch die Putschisten am 10. Oktober kulminierte, ist zusammengebrochen. Wesentlich dazu beigetragen hat König Felipe VI. mit einer Rede, wie Corona bereits berichtete. In der Folge dieser Rede mobilisierten sich Hunderttausende Spanier, Katalanen oder nicht, um gegen die Abspaltung zu demonstrieren, es wurde ein Gesetz verabschiedet, welches den Wegzug von Unternehmen aus Katalonien erleichtert und sofort von über 30 Großunternehmen genutzt wurde und die sozialistische PSOE sicherte Ministerpräsident Rajoy zu, die vorübergehende Aufhebung der Autonomie Kataloniens zu unterstützen, sollte die Unabhängigkeitserklärung nicht zurückgenommen werden. Auch die internationale Gemeinschaft verweigerte den Putschisten die Unterstützung, auch wenn die meisten Medien einen neuerlichen Tiefpunkt erreichten und zumeist die von den Separatisten vermeldeten Verletztenzahlen am Tag des Referendums, die Wahlbeteiligung und die sogenannten Resultate unreflektiert weitergaben und noch jetzt etwas von dem Dialog ohne Vorbedingung phantasieren, wie ihn die Putschisten wollen. Der Ausgangspunkt für die gute Entwicklung der Ereignisse, dies sei noch einmal wiederholt, war aber die Rede des Königs.

In der Zukunft wird es nun darum gehen, auch die katalanischen Spanier zu versöhnen, die sich jetzt abspalten wollten. Auch hier kommt dem König, der in diesen Tagen Härte zeigen mußte, eine bedeutende Rolle zu, in der er es nicht leicht haben wird, denn die Separatisten betrachten in ihm zurecht als den Bewahrer der Einheit Spaniens und damit als Haupthindernis für eine Abspaltung. L.R.

Prinz Félix auf der Frankfurter Buchmesse

Unter den Augen ihres Ehemanns Prinz Félix und des strahlenden Frankfurter Oberbürgermeisters Feldmann trug sich Prinzessin Claire von Luxemburg ins Goldene Buch der Stadt ein.

Zur Frankfurter Buchmesse, die nach diesem Wochenende ihre Pforten schließen wird, kamen aus Luxemburg  Prinz Félix und seine Gattin, Prinzessin Claire. Obwohl überall vom „Gastland Frankreich“ gesprochen wurde und ein Redner aus Paris selbst die Bundeskanzerlin in den Schatten stellte, hatte die Buchmesse eher das francophone Europa geladen. Außer dem Luxemburger Prinzenpaar waren der französische Präsident Emmanuel Macron, der wallonische Ministerpräsident Rudy Demotte und der Schweizer Bundesrat Alain Berset eingeladen und trugen sich ins Goldene Buch der Stadt Frankfurt ein. Prinz Félix, der u.a. den Titel eines Prinzen von Nassau führt, weihte auch den Luxemburger Pavillion auf der Buchmesse ein, der unter dem Motto «Francfort en français/Frankfurt auf Französisch» stand. H.S.

Königin Elizabeth wird am Erinnerungstag keinen Kranz mehr niederlegen

Königin Elizabeth 2016 bei der Kranzniederlegung am Kenotaph für die Toten des 1. Weltkriegs. Konnte diese Zeremonie vor einem Jahr zum letzten Mal verfolgt werden?

Für außenstehende Beobachter mag es eine kleine Geste sein, aber für die britische Monarchie markiert die jüngste Nachricht von Königin Elizabeth II. einen gravierenden Einschnitt. Die Monarchin gab bekannt, daß sie am 12. November, dem Rememberance Sunday, wenn das Land um 11.00 Uhr stillsteht und der Toten des 1. Weltkriegs gedenkt, am Kenotaph in Whitehall keinen Kranz niederlegen wird. Vielmehr bat sie ihren Sohn und Thronfolger Prinz Charles, in ihrem Namen einen Kranz niederzulegen.

Jeder weiß, wie sehr die Königin auf das Gedenken an den 1. Weltkrieg wert legt und wird deshalb die Absage nicht leichtfertig abtun. Sie wird jedoch am Gottesdienst teilnehmen und die Zeremonien am Kenotaph mit Prinz Philip vom Balkon aus verfolgen. Offenbar will sich die 91-jährige nicht dem langen Stehen im Novemberwetter aussetzen, wenn reihum Mitglieder der königlichen Familie, Regierungschefin May und Oppositionsführer Corbyn sowie Vertreter des Commonwealths und anderer alliierter Länder Kränze ablegen. Der Thronfolger muß einspringen und damit erneut deutlich machen, daß er mehr und mehr Aufgaben der Monarchin übernimmt.      H.S.

————————————————————————————————–

Die vollständige 190. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 190

Inhalt der 190. Ausgabe:

  • Putsch in Spanien bricht zusammen
  • Königlicher Glanz bei serbischer Prinzenhochzeit
  • Dom Bertrand im brasilianischen Fernsehen
  • Prinz Félix von Luxemburg auf der Frankfurter Buchmesse
  • Königin Elizabeth legt am Erinnerungstag keinen Kranz mehr nieder

————————————————————————————————–

Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.

Argumente für die Monarchie in Deutschland

Schlagwörter

, , , ,

„Was, du bist Monarchist? Bist du so ein Reichsbürger? Willst du die Demokratie abschaffen?“ Jeder Monarchist wird so eine Frage sicherlich schon einmal bekommen haben und dann fängt man an zu erklären, daß Monarchie und Demokratie kein Widerspruch ist, daß man kein Reichsbürger oder so sei usw. Ob das dann in Zustimmung, weiterer Belustigung oder in dem Satz „klingt teilweise plausibel, aber ich bin weiterhin für eine Republik…“ endet, jenes sei dann eine andere Frage.

Aber wie genau argumentieren wir eigentlich für eine Monarchie? Mit dieser Frage sollen sich die folgenden Zeilen ein wenig auseinandersetzen.

Setzt man sich ein wenig mit Wahlkämpfen auseinander, so ist unter anderem eine Sache deutlich erkennbar: Reiner Negativwahlkampf, also das bloße Schlechtmachen des Mitbewerbers, ohne selber eigene Argument für dich ins Feld zu führen, führt in der Regel oftmals in den eigenen Untergang. Wenn wir nun also mal den Einsatz für die Monarchie als Wahlkampf auffassen, dann ist die Republik der Amtsinhaber und die Monarchie und diverse andere denkbare Staatsformen sind die Herausforderer.

Wie nun aber für die Monarchie ins Feld ziehen? Negativwahlkampf bringt, wie eben schon erwähnt, relativ wenig, zumindest wenn man keine eigenen Argumente hat. Hinzu kommt, daß wir uns kein völlig weltfremdes Bild über die Bundesrepublik zusammenreimen sollten. Also solche Argumente nach dem Motto, daß die BRD ein unfreier, von den Alliierten kontrollierter Staat wäre, usw. usw. Jeder mit ein wenig Hirn und Verstand weiß, daß so etwas Unsinn ist. Und darüber hinaus sind es Worte, die Unholde von rechts wie links benutzen und mit solchen Leuten wollen wir nun wirklich nichts zu tun haben. Da muß man sich klar distanzieren. Deshalb ist es auch das Gebot eines jeden Monarchisten, den Verlockungen rechtspopulistischer oder rechtsextremer Artikel zu widerstehen, welche vorgeben, mit solchen Argumenten, für die Monarchie zu werben, dabei aber nur auf Stimmenfang für ihr eigenes unchristliches, unmenschliches, undemokratisches, unmoralisches Weltbild gehen. Ein Weltbild und eine Politik, die unser geliebtes deutsches Vaterland schon einmal in den Abgrund stürzte. Diese Leute sind weder Patrioten noch Demokraten, sie sind eine Schande für unser Land.

Aber wir haben es auch gar nicht nötig, auf einen solchen Argumentationszug aufzuspringen. Es gibt genügend positive Argumente für die Wiedereinführung einer konstitutionellen Monarchie in Deutschland. Diese Argumente kann man anhand der anderen Monarchien in Europa finden, aber auch im Deutschen Kaiserreich und seinen Bundesstaaten. Argumentieren wir damit für eine Monarchie, argumentieren wir mit positiven Argumenten für unsere eigene Sache, zeigen wir, daß eine Monarchie nicht das Ende von Freiheit, Rechtsstaat und Demokratie bedeutet, wie es Republikaner gerne behaupten, sondern daß die Demokratie sogar durch eine Monarchie profitieren könnte. Zeigen wir, daß Monarchien genauso fortschrittlich sein können und erklären sachlich wieso ein deutscher Kaiser und kein Bundespräsident in Schloß Bellevue sitzen sollte. Und zwar in dem Sinne, daß wir erläutern, was für Vorteile er mit sich bringen würde gegenüber einem republikanischen Staatsoberhaupt und wieso die Monarchie die bessere Staatsform ist. Die bessere wohlgemerkt. Die Bundesrepublik ist ein guter Staat und wir können uns nach den Erfahrungen des 2. Weltkriegs, der NS-Zeit, der Weimarer Republik und der DDR glücklich schätzen, in einem solchen Land leben zu dürfen – wie man zur aktuellen Tagespolitik steht, ist eine ganz andere Frage – aber eine konstistutionelle Monarchie, ein neues Deutsches Kaiserreich, wäre noch besser. Es gilt also nicht: BRD schlecht, Kaiserreich gut, sondern BRD gut, Kaiserreich besser.

Mit solchen sachlichen, positiven Argumenten, so denke ich, kann man es mit harter Arbeit langfristig ein Umdenken bei den Menschen bewirken. Wobei es zunächst einmal um Aufklärungsarbeit geht, eben was denn genau eine Monarchie eigentlich im 21. Jahrhundert bedeutet und was nicht und wieso das vielleicht keine so schlechte Idee ist. Daneben wird es darum gehen, das Thema Monarchie überhaupt erst mal in die Köpfe der Menschen zu bringen, dafür muß es nach außen getragen werden. Wenn wir gute Argumente haben, aber die nur in Onlineforen lassen, dann kommen wir nicht weiter und wenn wir nach draußen gehen und mit seltsamen Verschwörungsargumenten kommen, dann bringt uns das auch nicht weiter. Bei erstem erreichen wir keine Menschen und bei letzterem werden wir nicht ernst genommen, außer von solchen Leuten die uns a) nichts bringen und b) mit denen wir vielleicht auch nichts zu tun haben wollen/sollten.

Nur wenn wir gute Argumente und gute Außenarbeit verbinden, dann kann man das Thema Monarchie in den Köpfen der Menschen verankern, und zwar in einem positiven Sinne und dadurch langfristig die Chance hochhalten, daß es eines Tages wieder einen deutschen Kaiser gibt, nachdem sich das deutsche Volk in einer demokratischen Abstimmung für diese Staatsform entschieden hat. Aber dazu wird es nie kommen, wenn wir nicht mit guten, positiven, realen Argumenten für die Monarchie werben.

Gehen wir es also gemeinam an, mit positiven Argumenten für eine konstitutionelle Monarchie, für ein Deutsches Kaiserreich.      C. C.

 

Der König spricht und das Blatt beginnt, sich zu wenden

Schlagwörter

, ,

In Katalonien findet seit vergangenem Sonntag ein Staatsstreich statt, der in seinem Ausmaß und seinem Umfang bedeutender ist, als der Putschversuch von 1981, der damals von König Juan Carlos I. unterbunden wurde. Die katalanische Regionalregierung hat ein vom Verfassungsgericht verbotenes Referendum abgehalten und sich damit über die Verfassung hinweggesetzt. Weite Teile der katalanischen Regionalpolizei und anderer Behörden der Provinz haben sich dem Vorgehen angeschlossen und damit ebenfalls gegen geltendes Recht verstoßen. Die Separatisten sind dabei in Katalonien eine – wenn auch starke – Minderheit, während die Mehrheit der Katalanen und der anderen in Katalonien ansässigen Spanier eine Unabhängigkeit nicht wünscht. Der Konflikt entzündete sich innerhalb der letzten Jahre, weil Katalonien nicht am Länderfinanzausgleich teilnehmen wollte. Soweit die Fakten. Erschreckend dabei war, daß ein großer Teil der ausländischen Medien die Zahlen der katalanischen Medien zu Wahlbeteiligung, Verletzten, usw. ohne Hinterfragen oder eigene Recherche übernahm, obwohl bis zum heutigen Tag nicht klar ist, wer wie auf diese Zahlen gekommen ist und erhebliche Zweifel an ihrer Belastbarkeit bestehen. Das Kalkül der Putschisten schien aufzugehen.

König Felipe VI. in seiner Ansprache an das spanische Volk.

Vor diesem Hintergrund sprach am 3. Oktober König Felipe VI. zu seinem Volk. Vor seiner Rede waren zwei mögliche Wendungen vorhergesehen worden: Die Mehrheit der Kommentatoren erwartete eine Rede, in welcher der König alle Seiten als Gleichberechtigte zum Dialog auffordert. Dies hätte den König selbst sicher bei allen gut dastehen lassen, hätte aber nicht viel Effekt gehabt und die katalanischen Separatisten wären entweder mit ihrer Unabhängigkeit oder mit der Erpressung der Zentralregierung bezüglich des Länderfinanzausgleichs durchgekommen. Es ist zwar gegenwärtig nicht auszuschließen, daß es am Ende so kommt, doch ist es seit der Rede des Königs unwahrscheinlicher. In der Tat hielt Felipe eine Rede, die nur eine Minderheit so vorhergesagt hatte. Bei einem Staatsstreich gibt es in der Tat nur die Möglichkeit, daß der Staat gewinnt, oder eben der Streich und offenbar hat Felipe dies zur Grundlage seiner Haltung gemacht: Er verurteilte das Vorgehen der Regionalregierung, die, das darf man eben nicht vergessen, nur eine Regionalregierung ist und der Zentralregierung untersteht, in scharfen Worten, stellte sich hinter die Polizei und versicherte der schweigenden Mehrheit in Katalonien, daß die Regierung sie weder jetzt noch in Zukunft alleine lassen wird.

Damit ist der König auch ein hohes persönliches Risiko eingegangen, denn seine Regierung unter Ministerpräsident Rajoy, zu dem Felipe VI. persönlich auch ein eher kühles Verhältnis hat, wollte diese unangenehmen Dinge wohl nicht selbst aussprechen und hat den König vorgeschickt. Geht die Sache schief, bleibt sie daher an der Krone hängen, was die Haltung des Königs umso wichtiger macht. In einer Situation, die schwieriger ist, als 1981, denn die Putschisten von 1981 hatten zum Zeitpunkt der Rede von Juan Carlos I. weniger erreicht, als die katalanischen Putschisten zum Zeitpunkt der Rede von Felipe VI., hat der König die Interessen Spaniens über die eigenen gestellt, so wie es Könige eben tun müssen.

In den Folgetagen gab es erste Anzeichen, daß die Rede des Königs Wirkung zeigt: die katalanische Sabadell-Bank beschloß zwei Tage später, ihren Sitz nach Alicante zu verlegen, weil das Verhalten der katalanischen Regierung den Geschäften schadet. Es wird erwartet, daß weitere Unternehmen folgen, im Ausland schwindet die Unterstützung und die spanische Zivilgesellschaft mobilisert und formiert sich gegen die Separatisten. Der katalanische Noch-Regierungschef Puigdemont schien in den letzten Tagen auch weniger optimistisch, als kurz nach dem Referendum. Ob er schon an seine eventuell anstehende Verhaftung denkt? Der König spricht und das Blatt wendet sich. L.R.

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 189

Schlagwörter

, , , , , , , , , ,

Kontinuität: König Felipe VI. wurde schon früh auf die Last der Krone vorbereitet.

König Felipe VI. als Verteidiger von Demokratie und Rechtsstaat

König Felipe VI. von Spanien hat sich vor wenigen Tagen zum geplanten Unabhängigkeitsreferendum der katalanischen Regionalregierung geäußert.
Der Fall zeigt einmal mehr die Vorteile einer parlamentarischen Monarchie gegenüber einem republikanischen Staat. Während in einer Republik der Staatspräsident möglicherweise vor einem Konflikt gestanden hätte, ob seine Meinung mit den Interessen seiner eigenen Partei kollidiert und vermutlich so oder so als parteiisch angesehen worden wäre, kann ein Monarch sich hierzu frei äußern, da er als überparteiliches Symbol wahrgenommen wird.

Interessant ist aber hierbei vor allem, wie sich der König von Spanien zum vorliegenden Fall geäußert hat. Felipe VI. hat sich in der Frage nach einer Unabhängigkeit Kataloniens hinter die spanische Verfassung gestellt, anstatt sich dem einen oder anderen Lager anzuschließen. Nun mögen manche sagen, ja damit hat er sich doch gegen die Separatisten gestellt. Aber ich sage, der König hat genau das getan, was ein gutes Staatsoberhaupt und auch ein guter Demokrat tut, sich hinter die Verfassung zu stellen. Der König hat nicht die Interessen und Argumente der Unabhängigkeitsbewegung oder die ihrer Gegner bewertet. Nein, er hat sich hinter den Rechtsstaat und die spanische Demokratie gestellt.

Er hat sich hinter diese gestellt, ebenso wie bereits sein Vater König Juan Carlos dies insbesondere beim Putschversuch einiger Faschisten und sonstigen Anhänger des ehemaligen Diktators Franco tat. König Felipe VI. hat sich somit als Verteidiger von Demokratie und Rechtsstaat in Spanien gezeigt, indem er sich der Verfassung des Königreichs Spanien unterordnet. Er hat damit genau das getan, was ein Staatsoberhaupt in einem parlamentarischen System tun soll: Als eine überparteiliche, moralische Institution fungieren. Und genau wie Felipe VI. tun dies auch viele andere europäische Monarchen. Sie schweigen nicht, sie äußern sich, auch politisch, aber niemals nehmen sie eine parteipolitische Position in der Tagespolitik ein und verlieren damit niemals ihre Überparteilichkeit. Präsi-denten versuchen dies auch zu tun, aber sie scheitern zu oft daran, denn letztlich stehen sie doch im Konflikt zu ihren Parteien und müssen sich immer um ihre Wiederwahl sorgen. Der Monarch dagegen kann ganz der überparteiliche Landesvater sein, ganz das moralische Wissen der Nation, ganz Verteidiger von Demokratie und Rechtsstaat sein.

Der aktuelle Fall hat dies einmal mehr gezeigt: Er hat gezeigt, wieso eine parlamentarische Monarchie von Vorteil sein kann, unabhängig davon, welche tagespolitischen Ansichten man hat. C. C.
————————————————————————————————–

Die vollständige 189. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 189

Inhalt der 189. Ausgabe:

  • König Felipe VI. als Verteidiger von Demokratie und Rechtsstaat
  • Filmdokumentation über Sturz der Monarchie im deutschen Gebührenfernsehen
  • Adel im Bundestag
  • Justinus-Kerner-Preis für Herzog Carl von Württemberg

————————————————————————————————–

Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.