Königin Anna Maria der Hellenen feiert ihren 70. Geburtstag

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Seine Majestät König Konstantin II. und Königin Anna-Maria der Hellenen.

Seine Majestät König Konstantin II. und Ihre Majestät Königin Anna Maria der Hellenen.

Es war sicherlich von den Programmgestaltern nicht beabsichtigt, aber am Sonntagabend zeigte ARD-Alpha eine Schwarz-Weiß-Dokumentation über die griechische Insel Korfu (Die Fernsehtruhe: Löwe und Lamm). Mehrmals rückten darin Portraitphotos des griechischen Königspaars in Bild, wie dieses Beispiel des Klosters Miritosia zeigt:

König Konstantin II. und Königin Anna-Maria im Kloster Miritosia auf Korfu.

König Konstantin II. und Königin Anna-Maria schauen im Kloster Miritosia auf Korfu in der Mönchsklause von der Wand herab.

Während der kurzen aktiven Regentschaft des jungen Paars verbrachten sie viel Zeit auf der Insel und dort kam auch ihr erstes Kind, Prinzessin Alexia, am 10. Juli 1965 zur Welt (Prinz Philip, heute Herzog von Edinburgh, wurde am selben Ort am 10. Juni 1921 als Prinz Philippos von Griechenland und Dänemark geboren).

Kurz nach Ende des 2. Weltkrieg wurde dem dänischen Kronprinzen Frederik (nachmalig König Frederik IX.) und seiner Frau, Kronprinzessin Ingrid, geborene Prinzessin von Schweden am 30. August 1946 eine dritte Tochter geboren: Prinzessin Anne-Marie Dagmar Ingrid von Dänemark. Das Nesthäkchen sollte als erste das Haus verlassen, vor ihrer ältesten Schwester Margethe und der zweitgeborenen Benedikte. Bereits am 18. September 1964 heiratete sie König Konstantin II. der Hellenen, der am 6. März 1964 den griechischen Thron nach dem Tod seines Vaters, König Pauls I., bestiegen hatte. Mit der Heirat wurde sie Königin der Hellenen.

Die offizielle Photographie des Königspaars.

Die offizielle Photographie des Königspaars.

Bereits kurze Zeit nach der Hochzeit (deren Feiern von der Prägung einer Gedenkmünze finanziert wurde und einen Überschuß an die Staatskasse abführte) begann die Politikermeinung sich gegen das Königspaar zu wenden. Die Geburt des ersten Kinds 1965 half wenig, die Gemüter zu beruhigen. Als am 20. Mai 1967 Kronprinz Paul zur Welt kam, herrschten bereits seit einem Monat die Obristen mit einer Militärdiktatur. Der Versuch des Königs, die Demokratie mittels eines Gegenputschs wiederherzustellen, scheiterte. Die Königsfamilie flog nach Rom ins Exil, wo Königin Anna-Marie eine Fehlgeburt erlitt und ihr drittes Kind verlor.

Am dem Weg ins Exil nach dem gescheiterten gegenputsch.

Am dem Weg ins Exil nach dem gescheiterten gegenputsch.

Die griechische Junta verurteilte die Aktion des Königs, beließ ihn jedoch in seiner Funktion als Staatsoberhaupt. Deshalb konnte sich die Königsfamilie in der griechischen Botschaft in Rom aufhalten. Von dort aus wollte der amtsverhinderte König weiter für die Wiederherstellung der Demokratie kämpfen. Ein Putschversuch der königstreuen Marine im Mai 1973 gab den Obristen eine Handhabe, den König abzusetzen. Ministerpräsident Papadopoulos machte sich zum Staatspräsidenten und setzte ein Referendum an, um seinem Handstreich einen legalen Anstrich zu geben.

Die Königsfamilie mußte die griechische Botschaft in Rom verlassen und zog – mit dem 1969 dort geborenen Prinz Nikolaos – nach Großbritannien, dort kam 1983 Prinzessin Theodora und 1986 Prinz Philippos zur Welt. In London heiratete 1995 Kronprinz Pavlos, unter den Hochzeitsgästen waren Königin Elizabeth, Prinz Philip und König Hussein von Jordanien sowie zahlreiche weitere Angehörige europäischer Königshäuser und Vertreter der griechischen Gemeinde in Großbritannien, sowie einige mutige griechische Politiker, die ihre Loyalität bewiesen.

Für das ZDF interviewte Julia Melchior, König Konstantin und Königin Anne Maria.

Für das ZDF interviewte Julia Melchior, König Konstantin und Königin Anne Maria auch in der königlichen Domaine Tatoi, die die sozialistische griechische Regierung illegalerweise enteignete.

Seit 2003 trägt eine Stiftung den Namen Königin Anna Marias. Ihr Mann rief sie ins Leben mit einer Entschädigung, zu der der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die griechische Regierung verurteilte, nachdem diese die königliche Domaine Tatoi, die der Gründer der griechischen Dynastie mit privaten Mitteln aus Dänemark gekauft hatte, enteignete. Die Anna Maria Stiftung hilft seither bedürftigen Griechen nach Waldbränden, Erdbeben oder sonstigen Katastrophenfällen.

Königliche griechische Hochzeit auf der Insel Spetses.

Königliche griechische Hochzeit auf der Insel Spetses.

Das Verhältnis der griechischen Regierung zur Königsfamilie hat sich in den letzten Jahren entspannt und viele Wochen des Jahren verbringen König Konstantin und Königin Anna Maria nun wieder in Griechenland. Im August 2010 fand auch erstmals seit Jahrzehnten wieder eine königliche Hochzeit in Griechenland statt. Prinz Nikolaos heiratete auf der Insel Spetses Tatiana Blatnik.

Entspanntes Verhältnis zur Welt: König Konstantin und Königin Anna Maria.

Entspanntes Verhältnis zur Welt: König Konstantin und Königin Anna Maria.

Kaiserliches Paar feiert 5. Hochzeitstag

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Hochzeit 27.8.2011
Der 27. August 2011 war auch ein Samstag, vor fünf Jahren feierten S.K.H. Prinz Georg Friedrich und I.K.H. Prinzessin Sophie von Preußen, geborene Prinzessin zu Isenburg, ihre kirchliche Hochzeit (siehe Corona-Bericht).

Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und mit einer Zuschauerquote des RBB von 18,6% gab sich das kaiserliche Paar in der Potsdamer Friedenskirche das Ja-Wort.

Weniger unter dem Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit stand die standesamtliche Trauung am 25. August 2011 in Potsdam.

Weniger unter dem Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit stand die standesamtliche Trauung am 25. August 2011 in Potsdam.

Am 20. Januar 2013 kamen die Zwillinge Prinz Carl Friedrich und Prinz Louis Ferdinand von Preußen zur Welt. Zu den Söhnen gesellte sich am 2. April 2015 noch eine Tochter, Prinzessin Emma von Preußen.

Corona wünscht der kaiserlichen Familie am Hochzeitstatg weiterhin alles Gute.

Prinz William, der Herzog von Cambridge, gratuliert zum 70. Gründungstag

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Die britische Besatzungsmacht schuf am 23. August 1946 in ihrer Zone ein neues Bundesland aus der Verfügungsmasse Preußens. Aus Anlaß der 70. Wiederkehr dieses Akts nahm S.K.H. Prinz William, Herzog von Cambridge, als Ehrengast an den Feierlichkeiten in Düsseldorf teil.

HRH inspects the parade and sees @HanneloreKraft present the Fahrenband, the NRW's highest military honour #NRW70 CqjhOstWEAAicls.jpg largeEr hielt beim offiziellen Festakt der Landesregierung und des Landtags in der Düsseldorfer Tonhalle am Abend nachstehende Rede:

Prince William, Duke of Cambridge, 70 Jahre NRW, Tonhalle Düsseldorf 2

Übersetzung der Rede Seiner Königlichen Hoheit des Herzogs von Cambridge, Prinz William, am 23. August 2016 anlässlich des 70. Jahrestags der Gründung von Nordrhein-Westfalen

Herr Bundestagspräsident, Frau Bundeskanzlerin, Frau Ministerpräsidentin, Frau Landtagspräsidentin, meine Damen und Herren!

Guten Abend. Ich fürchte, zu mehr reichen meine Deutschkenntnisse nicht, und deshalb hoffe ich, dass Sie nichts dagegen haben, wenn ich den Rest meiner kurzen Rede auf Englisch halte.

Wir sind heute Abend hier, um den 70. Geburtstag Nordrhein-Westfalens zu feiern. Aber ich bin auch hier, um eine außergewöhnliche 70-jährige Partnerschaft zwischen dem Vereinigten Königreich und den Bürgern dieses Landes zu würdigen.

In ganz Europa gedachte man in den letzten Jahren des Endes des Zweiten Weltkriegs. Die Erinnerung an die Kämpfe und das Leid der Menschen wurde wachgerufen, und wir haben den vielen Opfern unseren Respekt erwiesen.

Heute Abend jedoch haben wir die willkommene Gelegenheit, das Licht zu feiern, das sich nach den Tragödien des letzten Jahrhunderts entzündete, und das Wunder der Freundschaft, die aus diesem verheerenden Konflikt geboren wurde.

Prince William, Duke of Cambridge, 70 Jahre NRW, Tonhalle Düsseldorf 3Vor 70 Jahren gründete die britische Militärverwaltung durch Zusammenlegung mehrerer Gebiete das Land Nordrhein-Westfalen, eine Mission namens „Operation Marriage“. Es war nicht die erste von England und Nordrhein-Westfalen vermittelte Ehe, die in die Geschichte eingehen sollte. Vor 500 Jahren wurde hier in Düsseldorf Anna von Kleve geboren. Ihr Porträt gefiel dem englischen König Heinrich VIII., und so reiste sie 1540 nach England und wurde seine Königin. Wie viele von Ihnen wissen, endete die Ehe nur sechs Monate später, und Anna verbrachte den Rest ihres Lebens in England als des Königs „geliebte Schwester“.

Die vor 70 Jahren gestartete „Operation Marriage“ war erfreulicherweise von deutlich mehr Erfolg gekrönt. Seither erleben wir den Aufstieg des Bundeslandes – eine Entwicklung, die von der Dynamik des wirtschaftlichen Erfolgs nach dem Krieg über die Unwägbarkeiten des Kalten Kriegs und der deutschen Teilung hin zur glücklichen Wiedervereinigung Deutschlands führte und das Land zu dem machte, was es heute ist: der wirtschaftliche Motor Deutschlands und eine der wohlhabendsten Regionen in Europa.

Das britische Militär, seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Nordrhein-Westfalen stationiert, war bei jedem Stadium dieser bemerkenswerten Entwicklung dabei. Heute wurde die 20th Armoured Infantry Brigade für ihren Beitrag zur Gemeinschaft vor Ort und zur historischen Entwicklung dieses Bundeslands ausgezeichnet. Ich gratuliere Brigadier Elviss und den Soldaten zur Verleihung des Fahnenbandes des Landes Nordrhein-Westfalen.

Aus Großbritanniens historischer Verbindung zu Nordrhein-Westfalen sind besondere Bande entstanden, die ihre Bedeutung und Relevanz bis zum heutigen Tag bewahrt haben. NRW ist Großbritanniens engster wirtschaftlicher Partner, hier leben rund 25.000 Briten, jedes Jahr besuchen Hunderttausende Ihrer Einwohner Großbritannien, Zigtausende Studentinnen und Studenten studieren an britischen Universitäten. In Kultur, Wissenschaft und Sport gibt es einen lebhaften Austausch zwischen Großbritannien und diesem dynamischen und florierenden Bundesland.

Kurz gesagt: aus der Beziehung zwischen einer Besatzungsmacht und einer in Trümmern liegenden Region, die vor 70 Jahren zwangsläufig entstand, ist heute eine Partnerschaft geworden, eine echte Freundschaft von beträchtlichem beiderseitigem Nutzen.

Diese Partnerschaft wird auch nach Großbritanniens jüngster Entscheidung, aus der Europäischen Union auszutreten, Bestand haben. An unserer tiefen Freundschaft und breit angelegten Zusammenarbeit mit Deutschland und Nordrhein-Westfalen wird sich nichts ändern. Großbritannien und Deutschland werden engste wirtschaftliche, politische und kulturelle Partner bleiben. Bilateral und international werden wir die Bemühungen zur Förderung von Wohlstand, Sicherheit und Stabilität in der Welt weiter vorantreiben.

Lassen Sie mich zum Abschluss meiner Freude darüber Ausdruck verleihen, dass Nordrhein-Westfalen 70 Jahre nach seiner Gründung eine dynamische Region ist, die aufgrund ihrer wirtschaftlichen Stärke, ihrer Lebensqualität und ihrer guten Partnerschaften in aller Welt bewundert wird.

Großbritannien ist einer der engsten Partner und wird es auch in Zukunft bleiben. Im Namen des britischen Volkes wünsche ich Nordrhein-Westfalen zum Geburtstag: Alles Gute!

Prince William, Duke of Cambridge, 70 Jahre NRW, Tonhalle Düsseldorf 5

Die Rede im englischen Original

I am pleased to wish North Rhine-Westphalia, on its 70th anniversary: Alles Gute!

The Duke of Cambridge

President of the Bundestag,

Federal Chancellor,

Minister President,

President of the Landtag,

Damen und Herren,

Guten Abend,

Good evening everyone. I’m afraid I don’t have much more in the way of German to offer so I hope you will not mind if I keep the rest of my brief remarks in English.

We are here tonight to celebrate the 70th birthday of North Rhine-Westphalia. But I am here as well to pay tribute to an extraordinary 70-year partnership between the United Kingdom and the people of this region.

The last few years have seen nations across Europe mark the end of the Second World War. The battles and suffering have been remembered and we have paid tribute to so many who lost their lives.

Tonight though, we have a welcome opportunity to celebrate the light that emerged from the tragedies of the last century and the miracle of friendship that was borne from devastating conflict.

70 years ago the British Military Administration created North Rhine-Westphalia through a merger of various territories, in a mission it called “Operation Marriage”. It was not the first ‚marriage‘ brokered between England and North Rhein Westphalia to make history. Five hundred years ago here, in Düsseldorf, Anne of Cleves was born.

Her portrait appealed to the English King, Henry VIII and so, in 1540, she moved to England and became his Queen. As many of you will know, the marriage ended just six months later and Anne lived out the rest of her life in England as the King’s ‚beloved sister’.

The ‚Operation Marriage‘ launched seventy years ago was, I am glad to say, vastly more successful. Since that time we have seen this Bundesland grow – through the dynamism of post-war economic success, the uncertainties of the Cold War and German division, and the joy of German Unification – into what is today the economic powerhouse of Germany and one of the most prosperous regions in Europe.

The British military, stationed in North Rhine-Westphalia since the end of the Second World War, has been present at every stage during this remarkable evolution. The 20thArmoured Infantry Brigade has today been recognised for its contribution to the local community and to the historical development of this Bundesland. May I congratulate Brigadier Elviss and the troops on receiving the Fahnenband of North Rhine-Westphalia.

Britain’s historic connection with North Rhine-Westphalia has created a unique set of ties which retain their relevance and importance to the present day. You are Britain’s closest German economic partner; you are home to some 25,000 British people; many hundreds of thousands of your residents visit the UK every year and many tens of thousands of your students study at British universities. There is a thriving exchange of culture, science and sport between the UK and this dynamic and thriving Bundesland.

In short, what began 70 years ago as a relationship of necessity between an occupying power and a region in ruin, is today a partnership of genuine friendship and of massive mutual benefit.

This partnership will continue despite Britain’s recent decision to leave the European Union. The depth of our friendship with Germany and with North Rhine-Westphalia will not change. Bilaterally and internationally we will continue together to lead efforts to promote prosperity, security and stability in the world.

Let me conclude by celebrating that 70 years on from its founding, North Rhine-Westphalia is now a dynamic region admired across the world for its economic strength, quality of life, and close partnerships.

Britain has been one of the closest of those partners and will remain so in future. So, on behalf of the British people, I am pleased to wish North Rhine-Westphalia, on its 70th anniversary:

Alles Gute!

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 170

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Kaiser Akihito deutet Abdankung an

Kaiser Akihito wandte sich am 8. August in einer Ansprache an das japanische Volk, um ihm von seinen Sorgen, er sei dem Amt vielleicht nicht mehr gesundheitlich gewachsen, mitzuteilen.

Kaiser Akihito wandte sich am 8. August in einer Ansprache an das japanische Volk, um ihm von seinen Sorgen, er sei dem Amt vielleicht nicht mehr gesundheitlich gewachsen, mitzuteilen.

In der erst zweiten Fernsehansprache seiner Amtszeit deutet der mittlerweile 82-jährige Kaiser Akihito seine Abdankung zugunsten seines Sohnes, des Kronprinzen Naruhito, an. „Ich mache mir Sorgen, daß es schwieriger für mich sein könnte, meine Pflichten als Symbol des Staates mit meinem ganzen Dasein zu erfüllen, wie ich es bisher getan habe”, sagte Akihito. Dies wird allgemein als Wunsch nach einer Abdankung interpretiert – es ist üblich, daß die japanischen Kaiser ihre Auffassung nur indirekt kundtun. Man sollte jedoch nicht annehmen, daß solche Worte des Kaisers dann ungehört verhallen. In den deutschen Medien wird zwar gebetsmühlenartig wiederholt, daß der Kaiser nach dem 2. Weltkrieg seinen Status als lebender Gott abgelegt hat und keine exekutiven Funktionen nach der geltenden Verfassung ausübt. Das interessiert die Japaner jedoch nicht und den seltenen Worten des Tenno wird die allerhöchste Bedeutung beigemessen. „Wir müssen ernsthaft darüber nachdenken, was als Antwort auf die Sorgen des Kaisers getan werden kann”, sagte Premierminister Shinzo Abe dann auch, was wiederum bedeutet, daß die Nachfolge Akihitos bald geregelt werden wird. Abdankungen sind in Japan nicht völlig unüblich. Das letzte Mal geschah dies im Jahr 1817, als Kaiser Kokaku abtrat.

1989 trat Akihito die Nachfolge seines Vaters an.

1989 trat Akihito die Nachfolge seines Vaters an.

Akihito folgte seinem Vater Hirohito 1989 auf den Chrysanthementhron. Die japanische Monarchie ist die älteste der Welt und der Legende nach stammen die japanischen Kaiser von der Sonnengöttin Amaterasu ab. Erster Kaiser war demnach Jimmu, der Ururenkel der Sonnengöttin, welcher von 660 vor Christus bis 585 vor Christus regierte. Die ersten japanischen Kaiser sind jedoch nicht historisch nachgewiesen, was auch daran liegt, daß Japan damals gar nicht geeint war, sondern in verschiedene Clans und Reiche zerfiel. Erst in den ersten Jahrhunderten nach Christus finden sich auch Belege für die Existenz der Kaiser. Naruhito wird bei einer Abdankung seines Vaters zu seinen Gunsten der 126. Tenno auf dem Chrysanthementhron. Bei Amtsantritt eines Tenno ist es üblich, daß eine neue Zeitrechnung beginnt und eine Devise für die eigene Herrschaft gewählt wird: Derzeit leben die Japaner im Jahr 27 der Ära heisei, was „Frieden überall” bedeutet und von Akihito als Herrchaftsdevise gewählt wurde. Man darf gespannt sein, welches Motto Naruhito wählen wird. L.R.

Madeira: Sterbehaus Kaiser Karls von Österreich abgebrannt

Die Kaiservilla in Quinta do Monte über der Inselhauptstadt Funchal.

Die Kaiservilla in Quinta do Monte über der Inselhauptstadt Funchal.

In diesem Sommer wüteten die Waldbrände nicht nur in den Mittelmeerländern, sondern auch auf der portugiesischen Insel Madeira. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete am 14. August, daß den rasenden Feuern auch die Villa Kaiser Karls von Österreich zum Opfer fiel. Sie gehörte ihm nicht, sondern wurde ihm 1921 nur zum Wohnen zur Verfügung gestellt, als er mit seiner Frau und sieben Kindern von den Alliierten nach Madeira verbannt wurde. Ironischerweise war das Haus so feucht, daß der Kaiser sich eine Lungenentzündung zuzog, an der er am 1. April 1922 starb.

Die Kaiserwitwe und ihre Kinder gaben dem toten Monarchen das Geleit. Vom 1. April 1922 an trug Kaiserin Zita ausschließlich schwarze Kelidung.

Die Kaiserwitwe und ihre Kinder gaben dem toten Monarchen das Geleit. Vom 1. April 1922 an trug Kaiserin Zita ausschließlich schwarze Kleidung. An ihrer Seite der neunjährige Kronprinz Otto.

Der Kaiser war der Bevölkerung und der Regierung so dankbar für die Aufnahme, daß er auf Madeira beigesetzt werden wollte. Seine sterblichen Überreste ruhen in der nahen Kapelle Nossa Senhora do Monte.

Die sterblichen Überreste Kaiser Karls ruhen in der Kapelle Nossa Senhora do Monte.

Die sterblichen Überreste Kaiser Karls ruhen in der Kapelle Nossa Senhora do Monte.

Sein Herz wurde wie das seiner Frau, Kaiserin Zita, ins Kloster Muri in die Schweiz gebracht. 82 Jahre nach Kaiser Karls Tod sprach Papst Johannes Paul II. den letzten regierenden Kaiser Österreichs selig. 1949 hatte der Seligsprechungsprozeß für den Monarchen begonnen, am 3. Oktober 2004 fand er auf dem Petersplatz in Rom seinen Abschluß. Damals erklärte der auf den Namen Karol getaufte Papst aus Krakau der Welt, warum Kaiser Karl auch jenseits des historischen Interesses von Bedeutung ist: „Von Anfang an verstand Kaiser Karl sein Herrscheramt als heiligen Dienst an seinen Völkern.“

Die verwitwete Kaiserin und die Kinder durften nach dem Tod des Kaisers die Insel verlassen. König Alfons XIII. lud sie nach Spanien ein, wo die Kaiserin am 31. Mai ihrem achten Kind das Leben schenkte.

Monarchisten und Verehrer des Kaisers besuchen immer wieder Madeira, um ihm ihre Reverenz zu erweisen. Als neuer Hauschef reiste am 1. April 2012 Erzherzog Karl mit seinem Bruder, Erzherzog Georg, zur Villa. Begleitet wurden sie von Dom Duarte, Herzog von Bragança, dem portugiesische Thronprätendenten (dazu ein reichbebildeter Bericht von der PPM auf portugiesisch). H.S.
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Die vollständige 170. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 170

Inhalt der 170. Ausgabe:

  • Königin Anna von Rumänien verstorben
  • Sterbehaus Kaiser Karls von Österreich abgebrannt
  • Kaiser Akihito deutet Abdankung an
  • Die wunderbare Welt der gewählten Präsidenten

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Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.

Prinz Georg Friedrich bei der Beisetzung Königin Annas von Rumänien

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Der Chef des Hauses Hohenzollern, Prinz Georg Friedrich von Preußen, ist in Bukarest zur Beisetzung der am 1. August verstorbenen Königin Anna von Rumänien. Die rumänische Königsfamilie entstammt der Familie Hohenzollern-Sigmaringen und wurde vor 150 Jahren auf den rumänischen Thron berufen.

Prinz Georg Friedrich 13.8.2016

Die Beisetzungsfeierlichkeiten werden vom rumänischen Fernsehen seit 6 Uhr live übertragen:
http://www.digi24.ro/Media/TV/Live/Digi24

Clipboard07Clipboard11
Beisetzung Königin Anna 13.8.2016 110Ebenfalls anwesend war der Chef des Zäringerhauses, Markgraf Max von Baden:

Clipboard12Beisetzung Königin Anna 13.8.2016 10

Queen Anne Coyuz8mXEAIkH_6.jpg largeDer Tag der Beerdigung von Königin Anna (Schreibeweise Anne für ihren Geburtsnamen und Ana als rumänische Königin) wurde in Rumänien und Moldawien zum nationalen Trauertag erklärt. Der Witwer, König Michael I., war leider zu krank, um an den Trauerfeierlichkeiten in Bukarest teilzunehmen. Er hat sich seit der Bekanntgabe seiner Krebserkrankung aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und blieb auf Anraten seiner Ärzte im Schweizer Exil.

Königin Ana kam am 18. September 1923 als Prinzessin Anne Antoinette Françoise Charlotte Zita Marguerite von Bourbon-Parma in Paris zur Welt. Neben dieser einzigen Tochter hatten ihre Eltern, Prinz René von Bourbon-Parma (1894 – 1962) und Prinzessin Margrethe von Dänemark (1895 – 1992), noch drei Söhne: Prinz Jacques, Prinz Michel und Prinz André. Prinz René war ein jüngerer Bruder der österreichischen Kaiserin Zita, die 1892 geboren wurde.

queen Anne Antoinette Françoise Charlotte was born in Paris in 1923, the only daughter of Prince René of Bourbon-Parma and Princess Margaret of Denmark.Die Familie lebte vor dem 2. Weltkrieg in Frankreich. Die deutsche Invasion zwang sie jedoch zur Flucht. Prinzessin Anne ging in die USA, wo sie in New York die Parsons School of Design besuchte. Sie schlug sich als Verkäuferin in einem Department Store durch, ihre Mutter verdiente Geld mit Hutkreationen. Als Freiwillige diente sie ab 1943 in der französischen Armee und wurde in mehreren Ländern als Krankenwagenfahrerin eingesetzt. Dafür erhielt sie nach dem Krieg das französische Croix de Guerre.

Eine schicksalhafte Begegnung hatte sie im November 1947 in London. König Michael I., der trotz der sowjetischen Besetzung und der Einsetzung einer kommunistischen Regierung weiterhin amtierender König Rumäniens war, nahm wie Prinzessin Anne an den Hochzeitsfeierlichkeiten von Prinzessin Elizabeth und Philip Mountbatten, wie er sich nach seiner Mutter wegen seines Verzichts auf seine griechischen Thronrechte nannte, teil. Sechzehn Tage nach ihrem ersten Treffen gaben der rumänische König und die französische Prinzessin ihre Verlobung bekannt.

Die kommunistischen Machthaber zuhause in Bukarest waren von der Idee einer königlichen Hochzeit in ihrem Land nicht erbaut. Sie setzten König Michael unter Druck: Entweder unterzeichne er seine Abdankungsurkunde oder es würden Studenten erschossen, die das Regime in den Gefängnissen und Konzentrationslagern des Landes gefangenhielt.

Queen Anne CoyMfCGXEAAj_on.jpg largeAm 30. Dezember 1947 unterschrieb er gezwungenermaßen seine Abdankung und ging ins Exil. Die Hochzeit fand am 10. Juni 1948 in Athen statt. Seine Mutter, Königin Helena von Rumänien (1896 – 1982), war eine Schwester des griechischen Königs Paul I. (1901 – 1964). Trotz des anhaltenden Bürgerkriegs in Griechenland dachte niemand an eine örtliche oder zeitliche Verschiebung der Zeremonie. Einziger Wermutstropfen war die Weigerung der Familie der Braut, an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Papst Pius XII. hatte sich geweigert, eine Dispens zu erteilen, weil in dieser glaubensverschiedenen Ehe die Braut keine Zusage machte, daß die Kinder im katholischen Glauben erzogen werden würden. König Michael bestand auf einer orthodoxen Erziehung der Kinder, weil die rumänische Verfassung diesen Glauben für die Herrscher vorschreibe. Abgesetzt oder nicht – für König Michael galt die Verfassung des rumänischen Königreichs fort. Bei den Begräbnisfeierlichkeiten am 13. August fanden beide Religionsgemeinschaften zusammen und es wurden sowohl katholische wie rumänisch-orthodoxe Rituale vollzogen. Aber auch die katholische Kirche bewegte sich und das 2. Vatikanische Konzil machte es möglich: Zwanzig Jahre nach der orthodoxen Trauung in Athen konnten König Michael und Königin Ana im kleinen Rahmen auch noch katholisch heiraten.

princess anne wedding-1948Weil König Michael mittellos ins Exil geschickt wurde, ging das Paar zuerst nach Hertfordshire in Großbritannien und verdiente als Gemüsebauern, später als Hühnerzüchter sein Geld. 1956 zogen sie mit ihren Kindern Margareta, Elena, Irina, Sophia und Maria nach Versoix am Genfer See. Weiterhin mußte sich König Michael seinen Lebensunterhalt verdienen. Er arbeitete als Testpilot und gründete eine Elektronikgesellschaft, auch als Börsenmakler und Vertreter verschiedener europäischer und US-amerikanischer Firmen war er aktiv.

queen anne5Immer treu an seiner Seite: Königin Ana, die sich um den Haushalt kümmerte und als perfekte Gastgeberin die vielen Besucher betreute, die dem König im Exil ihre Aufwartung machten. Bis in die endachziger Jahre hielt sich der König mit politischen Äußerungen zurück. Wer ihm damals schrieb (so wie dieser Corona-Redakteur) erhielt nur hinhaltende Antworten. Er schien sich mit seinem Schicksal abgefunden zu haben. Davon schrieb auch der Daily Telegraph in seinem Nachruf auf Königin Ana: „During the long years of communism, many Romanians felt disillusioned by Michael’s avoidance of any discussion about his position as King and, although he followed events in Romania closely, he did not really keep in touch with émigré politics or participate in émigré social life.“

KING MICHAEL OF ROMANIA RETURNS TO BUCHAREST March 2, 1997

KING MICHAEL OF ROMANIA RETURNS TO BUCHAREST March 2, 1997

Einen ganz anderen Michael erlebte die Welt, als nach dem Weihnachtsfest 1989 in Rumänien das kommunistische Regime ein blutiges Ende fand – so jedenfalls schien es. Der Versuch des Königs, möglichst rasch nach Rumänien zurückzukehren, wurde 1990 unterbunden. Noch im Flughafengebäude von Bukarest setzten ihn die neuen Machthaber ins nächste Flugzeug und brachten ihn außer Landes. Erst 1992 konnten König und Königin für drei Tage nach Rumänien reisen. Eine neue sozialistische Regierung erlaubte von 1993 bis 1997 keine weiteren Aufenthalte.

Erst die Wahl einer bürgerlichen Regierung entspannte das Verhältnis und die Königsfamilie bekam enteigneten Besitz zurück. Für Königin Ana begann eine Zeit, in der sie für ein Land, das ihr kaum bekannt war, Hilfsmaßnahmen organisierte. Die wichtigsten Feiertage verbrachte das Königspaar in Rumänien, aber es zog sich immer wieder in die Schweiz zurück und überließ es ihrer ältesten Tochter, Kronprinzessin Margareta, die Familie zu repräsentieren.

Clipboard23Am 1. August 2016 ist Königin Ana in Morges in der Schweiz gestorben. Am Samstag, den 13. August wurde sie in Curtea de Arges in Rumänien zur letzten Ruhe gebettet.

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Zwischen Prinz Georg Friedrich und Markgraf Max sitz\t in der hinteren Reihe Herzog Eberhard von Württemberg.

Zwischen Prinz Georg Friedrich (halb verdeckt durch Kronprinzessin Margaretas Sonnenschirm) und Markgraf Max sitzt in der hinteren Reihe Herzog Eberhard von Württemberg als Vertreter des württembergischen Königshauses.

Feiern für den heimlichen König von Württemberg

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Über zwei Tage erstreckten sich im oberschwäbischen Altshausen (Kreis Ravensburg) die Feiern zum 80. Geburtstag S.K.H. Herzog Carls von Württemberg. Der Südwestrundfunk berichtete in seinen Abendnachrichten vom Empfang im Schloßgarten:

Die Schwäbische Zeitung stellte 40 Bilder ins Netz und beim Südkurier waren es sogar 66, die u.a. S.K.H. Markgraf Max von Baden und S.H. Fürst Karl Friedrich von Hohenzollern zeigen.

Ein großer Zapfenstreich am Vorabend des 80. Geburtstags von Herzog Carl  von Württemberg hat am Sonntagabend viele Besucher auf den Marktplatz nach Altshausen gezogen. Für die Familie und einen Teil der Gäste war gestuhlt worden, weitere Gäste standen bei dem Jubilar. Das Spektakel lockte zahlreiche Besucher auf den Marktplatz. Während Zapfenstreichs war es mucksmäuschenstill, die Stimmung war sehr feierlich.

Die Kommandos die Bürgergarde zu Pferd Gelbe Husaren Altshausen, die Bürgerwache Saulgau, die Stadtmusik Bad Saulgau und die Stadtgarde zu Pferd Saulgau hallten über den Platz, die Offiziere meldeten der Königlichen Hoheit Herzog Carl von Württemberg ihr Antreten zum großen Zapfenstreich. Dann begann die Serenade, bei der die Musikgruppen abwechselnd ihre Stücke unter der Leitung ihrer Dirigenten spielten.

Als das Württemberg-Lied erklang, standen die Mitglieder der königlichen Familie auf, ebenso alle Gäste. Auch die Bevölkerung sang mit.

Und hier zum Mitsingen für alle mit Text:

 

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 169

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Der Herr von Württemberg feiert seinen 80. Geburtstag

Herzog Carl 70In der Tübinger Tageszeitung Schwäbisches Tagblatt erschien 2008 eine Glosse, in der sich der Autor echauffierte, es gebe noch immer Leute, die den Chef des württembergischen Königshauses mit Königliche Hoheit ansprächen. Er hingegen wandte beim Interview die einfache Ansprache „Herr von Württemberg“ an. Wie Corona damals anmerkte, hat der Journalist damit unfreiwillig die Rolle Seiner Königlichen Hoheit Herzog Carls von Württemberg korrekt wiedergegeben. Als Familienoberhaupt derer von Württemberg ist er de jure König und damit auch legitimer Herr von Württemberg.

Herzog Carl im Gespräch mit seinem Vater, Herzog Philipp Albrecht (14.11.1893 - 15.4.1975)

Herzog Carl im Gespräch mit seinem Vater, Herzog Philipp Albrecht (14.11.1893 – 15.4.1975)

Seit über 40 Jahren steht Herzog Carl, der am 1. August seinen 80. Geburtstag feiert, an der Spitze der bedeutendsten Adelsfamilie im deutschen Südwesten. Als er 1936 in Altshausen als fünftes von sechs Kindern von Herzog Philipp Albrecht und seiner zweiten Gemahlin Herzogin Rosa, geborene Erzherzogin von Österreich, zur Welt kam, nahm die Familie kaum an, daß er einmal die Nachfolge seines Vaters antreten werde, denn er hatte mit Herzog Ludwig (*23. Oktober 1930) einen älteren Bruder, der erben sollte. Doch  Herzog Ludwig verzichtete am 29. Juni 1959 und nochmals am 19. Januar 1960 in Altshausen für sich und seine Nachkommen auf etwaige Thronrechte und die Mitgliedschaft zum königlichen Haus. So erlebte der Jubilar eine unbeschwerte Kindheit und Jugend zuerst im altsprachlichen Gymnasium in Riedlingen, dann bei den Jesuiten von St. Blasien. An der von seinem Urahnen Herzog Eberhard I. (im Bart) gegründeten und nach Herzog Carl Eugen benannten Eberhard-Karl-Universität in Tübingen studierte er Rechtswissenschaft. Wiederholt gestand er in Interviews, daß er mit einer politischen Karriere als Bundestagsabgeordneter liebäugelte, aber als 1959 klar wurde, daß er Hauschef werden würde, „hatte sich das Thema erledigt“. Seither sucht Herzog Carl das Gespräch mit allen: „Ich bin politisch unabhängig und keiner Partei verpflichtet. So bin ich offen und kann mit allen reden“, sagte er 2002 den Stuttgarter Nachrichten.

Im Juli 1960 heirateten Herzog Carl und Prinzessin Diane in Altshausen.

Im Juli 1960 heirateten Herzog Carl und Prinzessin Diane in Altshausen.

Im Juli 1960 heiratete er Prinzessin Diane von Frankreich, eine Tochter des Grafen Henri und der Gräfin Isabelle von Paris. Als Thronprätendent war Henri aus Frankreich verbannt und so kam Herzogin Diane in Brasilien, der Heimat ihrer Mutter, einer geborenen kaiserlichen Prinzessin von Brasilien aus dem Haus Bragança e Orléans, zur Welt. Kennengelernt haben sich Carl und Diane in Portugal, wohin sich die französische Königsfamilie – wie auch die Könige von Rumänien und Italien, der Graf von Barcelona und die Königin der Bulgaren – zurückgezogen hatte. Aus der deutsch-französischen Ehe gingen sechs Kinder hervor, die inzwischen alle verheiratet sind.

Das Herzogspaar mit seinen Enkeln (Photo von 2008)

Das Herzogspaar mit seinen Enkeln (Photo von 2008)

Herzog Carl wird gerühmt, der größte Spendensammler des Landes (bzw. des Ländles) zu sein. Die Liste seiner Ehrenämter würde einen ganzen Absatz füllen. Genannt seien stichwortartig nur ein paar: Als Ehrensenator der Universitäten Tübingen und Hohenheim ist er in deren Stiftungen eingebunden, bei der baden-württembergischen Denkmalstiftung, der Stiftung freier Schulen, der Kunststfitung, Stiftung präventiver Jugendhilfe und für krebskranke Kinder, die Herzenssache ist er aktiv. Zur Förderung der Literatur und der Mundartforschung stiftete der Herzog 1991 den Ludwig-Uhland-Preis.

Immer trat Herzog Carl auch für die monarchische Staatsform ein: „Die Monarchie scheint für mich immer noch die beste Staatsform zu sein,“ sagte er der Stuttgarter Zeitung und im Südwestrundfunk (SWR). Er plaidiert für einen König oder eine Königin als höchsten Repräsentanten des Staates. „In meinen Augen ist ein Monarch weit weniger abhängig als ein aus der Politik nach oben gekommener Repräsentant des Staates.

An den beiden nächsten Tagen bestehen Möglichkeiten, Seiner Königlichen Hoheit persönlich zu gratulieren:

Am Sonntag, 31. Juli ist die Öffentlichkeit ab 20.30 Uhr zur Serenade und zum Großen Zapfenstreich auf dem Altshausener Marktplatz eingeladen.

Zu den geladenen Gästen des nachmittäglichen Empfangs im Schloß zählen Erbprinz Bernhard von Baden, Mitglieder der Adelshäuser zu Hohenlohe-Öhringen, Königsegg-Aulendorf und Hohenzollern-Sigmaringen sowie Bischof Gebhard Fürst von der Diözese Rottenburg und der württembergische Landesbischof Frank Otfried July. Von politischer Seite werden unter anderem Landtagspräsidentin Mutherem Aras (Grüne) erwartet, ihr Stellvertreter Wilfried Klenk (CDU), Sozialminister Manfred Lucha (Grüne), der SPD-Landesvorsitzende Nils Schmid, der FPD-Fraktionsvorsitzende Hans-Ulrich Rühlke und der CDU-Landtagsabgeordnete August Schuler – aber auch Friedrichshafens Oberbürgermeister Andreas Brand und Alt-OB und Ex-Landeswirtschaftsminister Martin Herzog.

Montag, 1. August: Um 10.30 Uhr findet eine Dankmesse in der Pfarr- und Schloßkirche St. Michael statt. Zelebrant ist Walter Kardinal Kasper. Es kommt die Krönungsmesse von Mozart zur Aufführung. Um 18 Uhr treffen sich Bürgermeister, Gemeinderat, Vertreter von Kirchen, Vereinen und Schulen, Kindergärten und Bürger zur Gratulationscour im Schloßhof – mit musikalischer Umrahmung durch Musikverein, Bürgergarde und Kindergärten. Das Helfer- und Bürgerfest auf dem Marktplatz beginnt um 19 Uhr. H.S.

Die Gelben Hussaren werden beim Zapfenstreich in Altshausen auch 2016 dabeisein.

Die Gelben Husaren werden beim Zapfenstreich in Altshausen auch 2016 dabeisein – wie hier bei der Goldenen Hochzeit des Herzogspaars.

Anläßlich seines 80. Geburtstags gewährte Herzog Carl der Schwäbischen Zeitung ein Interview, in dem er – wie gewohnt – Klartext redet: „Wir dürfen unsere Werte nicht opfern“.

Französische Prinzen klagen an

Im Zusammenhang mit dem Attentat von Nizza kommt man nicht umhin, von einer gewissen Kontinuität der blutigen Geschichte des Nationalfeiertags der Französischen Republik zu sprechen. Am 14. Juli 1789 wurden sieben Verbrecher und Geistesgestörte durch das aufgebrachte Volk aus der Bastille befreit, die Besatzung wurde trotz anderslautender Versprechen abgeschlachtet und es begann ein verhängnisvoller Prozeß, der am 21. Januar 1793 mit der Hinrichtung von König Ludwig XVI. nicht endete. Im Anschluß wurden Hunderttausende von der Republik gemordet. Daß jetzt wieder zahlreiche Menschen, darunter Frauen und Kinder, an einem 14. Juli ermordet wurden, stimmt traurig.

Die Nachfahren derer, die am 14. Juli 1789 getroffen werden sollten, gehen nach dem Attentat von Nizza mit der Republik hart ins Gericht: „Was wird Frankreich tun, damit sich dies nicht wiederholt? Lassen Sie mich sagen, was ich denke: Das ist erst der Anfang. Das Frankreich, wie wir es kennen, stirbt. Und wir unternehmen nichts, wir lassen ein Monster wachsen und gedeihen. Und ich beschuldige unsere Politiker, während der vergangenen 30 Jahre nichts getan zu haben, um Frankreich zu retten.” Dies schrieb Prinz Charles-Philippe von Orléans zu den Attentaten. Prinz Jean sagte, daß die Politik von den alltäglichen Nöten der Franzosen völlig isoliert sind. Prinz Henri, Graf von Paris, beschuldigte die Republik, das Richtige auf dem Altar des politisch Korrekten zu opfern.

Die französischen Prinzen äußern sich häufig zu politischen Themen. Wer sich hierfür interessiert und des Französischen mächtig ist, kann die Äußerungen der Prinzen unter http://www.la-couronne.org/ lesen. L.R.

La couronne
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Die vollständige 169. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 169

Inhalt der 169. Ausgabe:

  • Der Herr von Württemberg feiert seinen 80. Geburtstag
  • Französische Prinzen klagen an
  • Die Welfensaga geht weiter
  • Generalanwältin der Krim gedenkt des Zarenmords

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Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.

Ansprache des Königs der Belgier zum Nationalfeiertag

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Die königliche Familie während des Te Deums am 21. Juli 2016.

Die königliche Familie während des Te Deums am 21. Juli 2016.

Seine Majestät König Philippe I. der Belgier wandte sich am heutigen Nationalfeiertag Belgiens an seine deutschsprachigen Untertanen:


Der Nationalfeiertag wird begangen am 185. Jahrestag der Eidesleistung von König Leopold I., des Begründers der belgischen Dynastie.

Königlicher Palast Brüssel, 20. Juli 2016

Meine Damen und Herren,

seit Anfang des Jahres haben wir zusammen schwere Prüfungen durchgestanden. Die Attentate, die uns so hart getroffen haben, hinterlassen bei uns ein Gefühl der Unsicherheit. Die Krisen an den Grenzen Europas und ihre Auswirkungen auf unsere Länder haben ein Klima der Instabilität und Ungewissheit geschaffen. Dazu kommt die Unruhe innerhalb der Europäischen Union infolge des britischen Referendums.

Alle diese Ereignisse offenbaren Brüche innerhalb unserer Gesellschaften. Zwischen reich und arm. Jung und alt. Zwischen denen, die Zugang, und denen, die keinen Zugang zu Information und Wissen haben. Zwischen denen, die sich zu Hause fühlen, und denen, die auf der Suche nach einem Zuhause sind. Zwischen denen, die Initiative ergreifen, und denen, die an dem festhalten, was sie haben. Wir müssen vermeiden, daß falsche Propheten, die mit den Gefühlen spielen, diese Brüche und Schwächen ausnutzen. Indem sie Sündenböcke ausmachen, vertiefen sie nur noch die Gräben zwischen Religionen, Völkern und letztlich auch zwischen uns allen.

In diesem Kontext will ich Sie ermutigen, alles das zu stärken, was zum Zusammenhalt und zur Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft beiträgt. Hierfür verfügen wir über starke Eigenschaften.

Zunächst einmal haben wir eine lange Tradition der Offenheit und des Engagements. Die Suche nach Einheit in der Verschiedenheit ist die Antriebsfeder für die Mehrheit der Menschen in unserem Land. Wir haben eine Kultur der Konzertation und Einbeziehung des Bürgers bei der Entscheidungsbildung. Wir haben ein ausgeprägtes Vereinswesen und eine starke Zivilgesellschaft, die sich schon oft bewährt haben. Sie, die Motoren und treibenden Kräfte in Vereinen, Sie, die dabei mithelfen, Ihr Stadtviertel wieder lebendiger zu machen oder gesellige öffentliche Plätze zu schaffen, Sie, die denjenigen die Hand reichen, die sich benachteiligt fühlen oder entmutigt sind, Sie alle sind die wahren Erben dieser Tradition. Die Königin und ich erleben täglich Ihr vorzügliches berufliches oder freiwilliges Engagement in unserem Land.

Bei der Jugend sind es das Gefühl der Verbundenheit und das Bedürfnis nach aktiver Beteiligung, die sich auf neue und kreative Weise äussern. Für immer mehr von Euch, jungen Menschen, kommt das Zusammensein vor dem materiellen Komfort. Ihr strebt danach, zu etwas Größerem beizutragen.

Ihr habt gelernt, für andere Menschen offen zu sein, und andere Länder und Kulturen zu entdecken. Ihr wißt, daß dies zum Austausch von Ideen, zu Kreativität und Innovation, zu kultureller Bereicherung und persönlicher Entfaltung führt. Die Plattformen, auf denen Ihr Euch zusammenfindet, zeigen nicht nur den Wunsch, Erfahrungen miteinander zu teilen, sondern sind auch Ausdruck einer neuen Bestimmung des Allgemeinwohls. Auf denselben Geist treffen wir auch in den vielen Start-ups und sozialen Unternehmen, die überall in unserem Land entstehen. Und Euch, den jungen Menschen, die noch auf der Suche nach einem Neuanfang oder nach Arbeit sind, wollen wir helfen, die Energie, die in Euch steckt, zu aktivieren.

Schließlich verfügen wir über eine dritte wichtige Eigenschaft: Mut. Der Mut, den ich meine, ist weit mehr als Kühnheit. Mut überwindet Prüfungen, indem er sich auf das Schöne und Große stützt. Er ist Ausdruck einer inneren Stärke, die dem Komfort des Defätismus widersagt. Erst vor kurzem, nach den Terroranschlägen vom 22. März, sind die Königin und ich wieder Zeuge dieses Mutes geworden. Sie, die Verletzten und betroffenen Angehörigen, haben auf diese schwere Prüfung mit unendlicher Würde reagiert. Und Sie, die Mitglieder der Sicherheits- und Einsatzdienste, haben mit außerordentlicher Hingabe gehandelt. Dieser Mut ist uns Vorbild. Er läßt uns das Vertrauen bewahren – in uns selbst, in die anderen, in die Institutionen – auch wenn Krisen aufeinander folgen und unsere Sicherheiten ins Wanken bringen.

Den gleichen Elan braucht heute auch das europäische Projekt. Es ist kein Zufall, daß die meisten Befürworter für den Verbleib Grossbritanniens in der Europäischen Union bei den jungen Briten zu finden sind. Sie haben sich nicht verwirren lassen von dem falschen Dilemma zwischen Europäischer Union und Mitgliedsstaaten. Beide ergänzen sich gegenseitig. Und unsere Union ist jetzt notwendiger denn je. Auch hier brauchen wir Mut, um sie zu verteidigen und weiter zu verbessern.

Meine Damen und Herren,

erkennen wir unsere Stärken.  Bündeln wir unsere Kräfte, in Belgien und in Europa.  Haben wir Vertrauen in die Zukunft.  Die Königin und ich wünschen Ihnen einen schönen Nationalfeiertag.

Nach dem Te Deum in der Brüsseler Kathedrale Saint-Michel et Gudule sprachen der König, Kronprinzessin Elisabeth (r.) und Prinz Gabriel mit der Bevölkerung.

Nach dem Te Deum in der Brüsseler Kathedrale Saint-Michel et Gudule sprachen der König, die Thronfolgerin Prinzessin Elisabeth (r.), Herzogin von Brabant, und Prinz Gabriel mit der Bevölkerung.

Vor 65 Jahren starb der deutsche Kronprinz Wilhelm

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Der Reichskanzler und Außenminister der Weimarer Republik Gustav Stresemann sagte vom deutschen Kronprinzen Wilhelm: „Ich sage Ihnen, daß vielleicht von keinem anderen Manne in ähnlicher Stellung die Welt ein verzerrteres Bild bekommen hat als von ihm. Die Geschichte lehrt, daß man niemals einen künftigen Herrscher nach seiner Kronprinzenzeit beurteilen darf.

Der Repräsentant der US-amerikanischen Hearst-Presse, Karl von Wiegand, schwärmte: „Unter allen hochgestellten Persönlichkeiten, denen ich bisher in Deutschland begegnet bin, ist er einer der modernsten Denker.“

In die Schlagzeilen geriet der deutsche Kronprinz, der heute vor 65 Jahren starb, wieder 2014, als die rot-rote Landesregierung Brandenburgs eine Entschädigung des Hauses Hohenzollern für die Enteignung von Gütern in der damaligen sowjetischen Besatzungszone mit Hinweis auf die Rolle des Kronprinzen bei der Machtergreifung der Nationalsozialisten ablehnte. Bislang half nichts gegen dieses politische Urteil, auch nicht das Gutachten des australisch-britischen Historikers Christopher Clark, der angab, Wilhelm habe dem Nationalsozialismus „keinen erheblichen Vorschub“ geleistet. Er sei für das NS-System schlicht irrelevant gewesen und habe mit seinem Handeln keinen Einfluß auf das Regime gehabt.

Am 6. Mai 1882 kam Prinz Friedrich Wilhelm Victor August Ernst von Preußen als ältester Sohn des späteren Kaiser Wilhelms II.  in Potsdam zur Welt. Die Ausbildung des künftigen Monarchen verlief im Stil der Zeit: An seinem 18. Geburtstag erhielt er das Offizierspatent. 1900 wurde er bei der Zweiten Kompanie des Ersten Garde-Regiments Leutnant und Zugführer. Von 1901 bis 1903 studierte er Staats- und Verwaltungsrechts in Bonn, wo auch schon sein Vater die Universität besucht hatte.

Unser Kronprinzenpaar

Unser Kronprinzenpaar

Danach kehrte Kronprinz Wilhelm nach Potsdam zurück und erhielt das Kommando der Zweiten Kompanie des Ersten Garde-Regiments. An seinem 23. Geburtstag heiratete er 1905 Herzogin Cecilie von Mecklenburg-Schwerin. Aus der Ehe sollten bis 1917 vier Söhne und zwei Töchter hervorgehen.

Nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs übertrug ihm sein Vater das Oberkommando der 5. Armee, die in der Marneschlacht den äußersten ersten Flügel bildete. Als General der Infanterie stand Kronprinz Wilhelm an der Spitze der Heeresgruppe „Deutscher Kronprinz“ im Raum Verdun.

In den turbulenten Novembertagen von 1918 folgte er seinem Vater in die Niederlande. Nach der Abdankungserklärung des Kaisers am 28. November 1918 unterschrieb der Kronprinz am 1. Januar 1919 eine Verzichtserklärung auf seine Rechte an der preußischen und deutschen Krone.

Kronprinz Wilhelm beim Stahlhelm 1933, bevor dieser 1935 verboten wurde.

Kronprinz Wilhelm beim Stahlhelm 1933, bevor dieser 1935 verboten wurde.

Aufgrund der Bemühungen seines Freundes Gustav Stresemann konnte Kronprinz Wilhelm 1923 nach Deutschland zurückkehren. Er lebte, zunächst ohne politisch hervorzutreten, in Oels (Schlesien) und Potsdam und pflegte engen Kontakt zu Reichspräsident von Hindenburg und Generalmajor Kurt von Schleicher. 1941 nahm er lose Verbindungen zum Widerstandskreis um den preußischen Finanzminister Johannes Popitz auf, der monarchistische Restaurationspläne hegte, allerdings war er weniger als sein Sohn Prinz Louis Ferdinand in die Pläne vom 20. Juli 1944 eingeweiht und riet ihm vielmehr, „sich nicht auf solche Dinge einzulassen“. 1945 nahmen in Österreich einmarschierende französische Truppen den Kronprinzen fest und brachten ihn nach Lindau in französische Kriegsgefangenschaft. Im Oktober 1945 wurde er aus der französischen Gefangenschaft entlassen und lebte die letzten Jahre in einem Einfamilienhaus in der Fürstenstraße 16 in Hechingen zur Miete.

Kronprinz Wilhelm nach dem 2. Weltkrieg mit der Burg Hohenzollern im Blick.

Kronprinz Wilhelm nach dem 2. Weltkrieg mit der Burg Hohenzollern im Blick.

Kronprinz Wilhelm aufgebahrt.

Kronprinz Wilhelm aufgebahrt.

Zu seinem Tod 1951 schreibt Prinz Louis Ferdinand von Preußen in seinem Buch Die Geschichte meines Lebens: „Am 20. Juli um sechs Uhr morgens erschreckte uns ein Telephonanruf. Am Apparat meldete sich Graf Hardenberg, der Generalbevollmächtigte meines Vaters: „Ich habe die traurige Pflicht, Ihnen mitzuteilen, daß der Kronprinz heute nacht um drei Uhr an einer neuen Herzattacke gestorben ist.“ Meine Gedanken kreisten traurig um die letzten Lebensjahre meines Vaters. Ich glaube, daß der Kronprinz an gebrochenem Herzen gestorben ist. Er hatte nicht nur den Thron eingebüßt, für den er ausersehen war, er mußte auch zweimal in seinem Leben den Zusammenbruch Deutschlands sehen; er hatte zwei Söhne verloren und war selbst mit wenigen Dingen, die er aus dem allgemeinen Chaos gerettet hatte, in dem kleinen Haus in Hechingen gestrandet.

Als letzte Ruhestätte hatte sich der Kronprinz einen Platz in dem kleinen Garten auf der Michaels-Bastei [auf der Burg Hohenzollern] erwählt, von wo man über die weite Landschaft von Schwaben bis zu den Alpen und zum Schwarzwald blicken kann. Als wir ihn hier zur letzten Ruhe betteten, war mit den zahllosen Trauergästen von überallher unsichtbar, doch spürbar eine andere Trauergemeinde anwesend: das deutsche Volk. Die Genugtuung und Anerkennung, die meinem Vater im Leben vorenthalten war, wurde ihm im Tode zuteil. Die Menschen fühlten plötzlich, daß ein großer und edler Mann, vielleicht der letzte Edle, für immer aus ihrer Mitte gegangen war.“

Was wäre gewesen, wenn?

In Gedankenspielen wird immer überlegt, was wäre gewesen, wenn …? Und so soll hier auf zwei Szenarien verwiesen werden, die das Leben des Kronprinzen – und Deutschlands – entscheidend verändert hätten, wären sie wahr geworden . Das erste stand im Mai 2014 im Nachgang der Entschädigungsfrage für die Hohenzollern auf der Diskussionsseite der Wochenzeitung Freitag:

Der nächste interessante Punkt wäre dann, wie die Geschichte verlaufen wäre, wenn Hindenburgh und seine Entourage, als sie sich zum Jahreswechsel 1932/33 dafür entschieden, die Demokratie in Deutschland als endgültig gescheitert anzusehen, sich nicht für die Nazioption sondern für die Hohenzollernoption entschieden und den Kronprinzen in der Art von Ungarns Horthy als „Reichsverweser“ installiert hätten.

Noch viel unbekannter als die Reichsverweserthese ist ein Plan, der ausgerechnet im Neuen Deutschland, also keiner monarchistischen Postille, abgedruckt wurde:

Es gab jedoch noch einen weiteren Prätendenten, der umstürzlerische Pläne verfolgte, und das war der umtriebige politische Berater Ludendorffs im Weltkrieg: Oberst Max Bauer. Er verhandelte im Sommer 1919 mit Karl Radek, dem für Deutschland zuständigen Sekretär des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale über die Errichtung einer von Offizieren und Arbeitern getragenen »Diktatur der Arbeit«. Mit seinen nationalbolschewistischen Plänen blieb der Oberst jedoch isoliert. Das hinderte ihn nicht, im Februar/März 1920 Kontakt mit Moskau zu suchen und den Abschluss einer »Wirtschafts- und Militärkonvention« vorzuschlagen, die auf die »Wiederherstellung der Grenzen vom Juli 1914«, d. h. auf die Zerschlagung Polens abzielte. Das klingt unwahrscheinlich, ist jedoch ebenso dokumentarisch belegt wie ein Brief Kapps nach seinem gescheiterten Putsch aus dem schwedischen Exil an den Großindustriellen Hugo Stinnes, dass er bereit sei, seinen Wohnsitz für dauernd nach Russland zu verlegen, um an der »politischen und wirtschaftlichen Annäherung zwischen Deutschland und Russland positiv mitzuwirken«.

Der vigilante Oberst Bauer hatte noch einen weiteren Pfeil im Köcher. Seit dem 19. November 1919 … betrieb er die »nationale Sammelkandidatur« des kaiserlichen Feldmarschalls für die im Frühjahr 1920 fälligen Reichspräsidentenwahlen. Hindenburg sollte hierbei als »Ersatzkaiser« fungieren, schrittweise die Weimarer Verfassung aushöhlen und zu gegebener Zeit Kronprinz Wilhelm Platz machen. Bauer schwebte eine Monarchie nach »britischem Muster«vor. Der Hohenzollernprinz ließ jedoch Bauer wissen, dass er die »Bemühungen, die Monarchie mit Gewalt wiederherzustellen, für verfehlt« halte. Damit war diesem Plan vorerst jede reale Grundlage entzogen. Das Projekt eines »legalen Staatsstreiches« scheiterte ebenfalls. Die Regierungsparteien vertagten einfach die fälligen Reichspräsidentenwahlen, weil sie fürchteten, Friedrich Ebert habe Hindenburg gegenüber keine Chance. Die Rechtsparteien lärmten daraufhin von Verfassungsbruch, während die »Rote Fahne« als einzige vor einem »bonapartistischen Putsch der Ludendorffer« warnte. 

 

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 168

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Kiel bereitet sich auf das hundertjährige Meuterertum vor

Sie hatten es von allen deutschen Soldaten am besten: die Matrosen der kaiserlichen Marine. Daß gerade sie meuterten, während andere unendlich viel mehr Grund dazu hatten, ist psychologisch verständlich, denn durch die Untätigkeit gab es mehr Zeit, um über die eigene Situation nachzudenken und auch, um Angst zu empfinden. Der Befehl, kurz vor Kriegsende noch einmal, um der vermeintlichen Ehre Willen, auszulaufen und die englische Marine in einem letzten Gefecht zu stellen, war außerdem eine kolossale Idiotie. Dennoch sind es gerade die für Deutschland so tragischen Folgen, die den Novemberaufstand von denen, die vergleichsweise wenig auszustehen hatten, so verdammenswert machen. Daß die offiziöse bundesrepublikanische Geschichtsschreibung das so sieht und begehen wird, ist ganz und gar nicht zu erwarten. Vielmehr steht zu befürchten, daß die Handlung der Matrosen, die oftmals aus Angst um das eigene Leben handelten, im Rahmen bundesrepublikanischer Geschichtsklitterung verklärt wird. Verklärt werden dürfte auch der Sturz der Monarchie und die Ausrufung der Republik von Weimar, die, das sollten Republikaner nie vergessen, mit einem demokratisch gewählten Reichskanzler Adolf Hitler 1933 ihr Ende fand.

Revolutionsromantik - nach dem Erfolg lassen sich die Recken für die Nachwelt ablichten.

Revolutionsromantik – nach dem Erfolg ließen sich die Meuterer für die Nachwelt ablichten.

Vorbereitungen für ein offizielles Gedenken werden in der Stadt Kiel schon heute getroffen. Ohne das, was in Kiel passiert ist, hätte es vieles andere, was dem nachfolgte, nicht geben können”, sagt Wolfgang Röttgers, Kulturdezernent der Stadt Kiel. Es ist zu befürchten, daß er damit nicht den Nationalsozialismus meint, sondern Demokratie, die im Deutschen Kaiserreich mit seinem allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrecht nicht weniger verwirklicht war, als in der Republik von Weimar mit seinen auf der Grundlage von Notverordnungen regierenden autokratischen Präsidenten.

Die Meuterer zerstörten einen Staat, der funktionierte, um ein Gebilde einzusetzen, das während seines gesamten Bestehens nie auch nur ansatzweise ein bißchen dasselbe von sich sagen konnte. Deutschlands Monarchisten sollten sich den Planungen der Stadt Kiel, die Deserteure als Speerspitze einer freiheitlich-demokratischen Ordnung hinzustellen, wo in Wirklichkeit nur etwas Gutes zerstört wurde, entgegenstellen. Wo man dies tun kann, sagt die Stadt Kiel selbst. Unter matrosenaufstand@kiel.de kann man seine Meinung über die Desertion der Matrosen kundtun. L.R.

Nachtrag:

Nicht alle Angehörige der kaiserlichen Marine liefen roten Fahnen hinterher. Ein kaisertreuer Offizier gab seine Sichtweise zu Protokoll. Hier ist der Augenzeugenbericht von Kapitänleutnant Wittmer zum Verrat der Matrosen in Kiel

Rumänische Königsfamilie steht vor der legalen Anerkennung

Die rumänische Regierung veröffentlichte am 23. Juni einen Gesetzestext, der bei seiner Verabschiedung im Herbst dem rumänischen Königshaus einen offiziellen Status geben wird. Das Gesetz wird den Aktivitäten der Angehörigen der Königsfamilie seit den Sturz des Kommunismus 1989  und besonders seit der Rückkehr König Michaels nach Rumänien 1997 und seiner Hilfe beim Beitritt Rumäniens zur NATO und zur EU Anerkennung zollen.

Das rumänische Gesetz zeigt Ähnlichkeiten zu einem Gesetz in Montenegro über den Status der Nachkommen der Petrović Njegoš Familie. Doch es weist auch Unterschiede auf. Während in Montenegro als Grundlage der königlichen Aktivitäten eine königliche Stiftung ins Leben gerufen wurde, existiert in Rumänien schon seit 1990 eine Stiftung, die von Kronprinzessin Margareta gegründet wurde. Montenegro verlangt von den Angehörigen der Königsfamilie auch, daß sie sich dem republikanischen Regime unterwerfen. In Rumänien hingegen wird das neue Gesetz der Königsfamilie uneingeschränkte Autonomie gewähren. Das Königshaus hat eigene Statuten (Hausgesetze), die vom Familienoberhaupt, das vom Parlament als solches anerkannt ist, erlassen und vom Staatsanzeiger veröffentlicht werden, womit sie Rechtskraft erhalten.

Vaterland und Schicksal

Vaterland und Schicksal, Die Kronprinzessin von Rumänien

Das neue Gesetz wird vom Präsidenten, der Regierung, den Vorsitzenden der meisten Parteien und dem Königshaus unterstützt. Die Königsfamilie begrüßt das Gesetz, weil es seit dem kommunistischen Staatsstreich 1947 keinen Rechtsstatus mehr im Land hat, was seine Aktivitäten behindert. Eine Meinungsumfrage vom März 2016 ergab, daß 93% der Rumänen das Königshaus kennen; 61% haben eine gute bzw. sehr gute Meinung von der königlichen Familie, aber nur 23% wissen etwas von den Aktivitäten der einzelnen Mitglieder des Königshauses. Das neue Gesetz wird der Königsfamilie nicht nur einen offiziellen Status geben, sondern auch Zugang zu öffentlichen Mitteln, ein offizielles Hauptquartier (den Elisabeta Palast in Bukarest) und mehr Sichtbarkeit, weil das Königshaus einmal pro Jahr dem Parlament einen Rechenschaftsbericht über die Aktivitäten vorlegen wird.

Von rumänischen Monarchisten wird kritisiert, daß die neue Entwicklung die Möglichkeit beschränke, die Wiedereinführung der Monarchie durchzuführen. Die Nationale Allianz für die Wiedereinführung der Monarchie begrüßt hingegen das Gesetz, weil sich Chancen für eine breitere Bekanntheit über die königliche Familie eröffneten und sich damit die Wahrscheinlichkeit zur Wiedererlangung der monarchischen Staatsform erhöhe. H.S.

Zum 150. Thronjubiläum König Ferdinands von Rumänien erschien 2016 eine Sonderbriefmarke der rumänischen Post.

Zum 150. Thronjubiläum König Karls I. von Rumänien und damit der Gründung des rumänischen Zweigs der Hohenzollernfamilie erschien im Mai 2016 eine Sonderbriefmarke der rumänischen Post.

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Die vollständige 168. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 168

Inhalt der 168. Ausgabe:

  • Kiel bereitet sich auf das hundertjährige Meuterertum vor
  • Nach dem Referendum: Königin Elizabeth II. besucht Schottland und Nordirland
  • Rumänische Königsfamilie steht vor der legalen Anerkennung
  • 100. Weltkriegsgedenken nur im Ausland
  • Bud Spencer, der Monarchist

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Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.

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