Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 218

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Eine Alternative: Make America Great Britain again.

Warum wird nicht die Monarchie als Lösung in Betracht gezogen?

Als Historiker freue ich mich, daß es ein Angebot wie Welt Geschichte gibt. Leider sind die Artikel oft tendenziös (z. B. klar antiroyalistisch) und mehr Polemik als Wissenschaft oder behandeln populäre (im Sinne von Clickbait) Themen. Exemplarisch zu sehen ist es an diesem Artikel, der im Mantel historischer Abhandlung über den US-Präsidenten Andrew Johnson als klare Trump-Kritik aufgebaut wird. Doch der US-Präsident Trump ist nur ein Symptom einer Präsidialrepublik, die nicht einigend, sondern zutiefst spalterisch wirkt. Das Problem wird nicht gelöst, wenn auf einen Rechten ein Linker folgt, der seinerseits nur von einem Teil der Bevölkerung akzeptiert wird. Es braucht eine integrative Kraft, wie in den politisch stabilsten Ländern der Welt (siehe hohe Anzahl an Monarchien an der Spitze des Demokratieindex).

Vier von fünf Staaten in der Spitzengruppe des Demokratieindexes sind Monarchie. Am Ende stehen Republiken.

Wieso zieht der Autor des Artikels nicht die Monarchie als Lösung in Betracht?

Es liegt an antiquierten Vorstellungen über diese Staatsform, wie die Erklärung nach dem Unterschied zwischen Monarchie und Republik zeigt, das im Impeachment gesehen wird. Nun dürfte klar sein, daß es genügend Republiken ohne ein vergleichbares Absetzungsverfahren gibt, während Monarchien sehr wohl ähnliche Praktiken kennen, man denke an die zeitweise Regierungsunfähigkeitserklärung in Belgien, wie zuletzt 1990 geschehen. Zu viele Menschen hörten nur von Aristoteles‘ Definition, die nicht mehr zeitgemäß ist. Der einzige Unterschied zwischen den beiden Staatsformen besteht darin, daß das Staatsoberhaupt der Monarchie ein Monarch ist, in einer Republik dagegen nicht. Über das Regierungssystem ist damit nichts gesagt.

Lukasz Stec

Die Alliance Royale will ins EU-Parlament

Mit dem Slogan „Für ein königliches Frankreich im Herzen Europas“ geht die Alliance Royale heute in die Wahl zum EU-Parlament. Die Kandidatenliste umfaβt 79 Namen und ist – wie in Frankreich gesetzlich bestimmt – paritätisch besetzt: Auf einen Royalisten folgt eine Royalistin.

In Österreich gibt es in diesem Jahr leider keine monarchistischen Kandidaten, obwohl sie gerade dort dringend gebraucht würden. Soweit bekannt, sind in Tschechien Royalisten auf Stimmensuche, um ihr Anliegen ins EU-Parlament zu tragen. Allen Royalisten (m/w) in Europa wünscht die Corona-Redaktion viel Erfolg.

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Die vollständige 218. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 218

Inhalt der 218. Ausgabe:

  • Kein „Modernisierungsverlierer“ – Die Monarchie in der gegenwärtigen Forschung
  • Warum wird nicht die Monarchie als Lösung in Betracht gezogen?
  • Erich von Falkenhayn: Der Unterschätzte
  • Die Alliance Royale will ins EU-Parlament

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König Willem-Alexander und Prinz Georg Friedrich trafen sich in Schloβ Sanssouci

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Wie schon beispielsweise beim Besuch von Königin Elizabeth II. oder Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein waren Prinz Georg Friedrich und Prinzessin Sophie von Preuβen auch zur Begegnung mit dem zu einem Arbeitsbesuch in Brandenburg weilenden niederländischen Königspaar eingeladen.

Tischrede Seiner Majestät des Königs beim Besuch am 22. Mai 2019 in Brandenburg, Schloss Sanssouci/Neue Kammern, Potsdam

Herr Ministerpräsident, Frau Woidke,

vielen Dank für Ihre herzlichen Worte. Dass wir uns hier wie zu Hause fühlen, hat vielleicht ein bisschen mit dem Holländischen Viertel zu tun, nur einen Steinwurf von hier entfernt. Vor allem aber liegt es an Ihrer Gastfreundschaft – und damit meine ich Sie persönlich und alle Menschen, denen wir hier in Brandenburg begegnet sind.

Meine Frau und ich sind dankbar, dass wir die Gelegenheit hatten, dieses schöne Bundesland noch besser kennenzulernen! Die Zeit war zu kurz, um alle Städte und Landkreise zu besuchen. Wir haben aber einen guten Eindruck vom Reichtum an Aktivitäten und von der Kraft der Menschen hier bekommen. Eine Kraft, die sie gemeinsam entwickeln.

Ich musste dabei an einen Satz von Theodor Fontane denken, der vor 200 Jahren in Neuruppin geboren wurde.
Er schrieb – und ich zitiere:

»Man ist nicht bloß ein einzelner Mensch, man gehört einem Ganzen an.«

Diesen Gemeinschaftssinn kann man hier an vielen Orten erleben.

Wer durch Brandenburg reist, spürt überall den Atem der Geschichte. Hell brannte hier die Flamme der Aufklärung. Aber es gab auch dunkle Perioden und lange Jahre der Unfreiheit. Es ist imponierend, was die Einwohner Brandenburgs nach der Wende auf die Beine gestellt haben. Ich denke dabei nicht nur an Potsdam mit seinem beeindruckenden MediaTech Hub. Sondern auch an die ländlichen Gebiete, wo die Menschen gemeinsam daran arbeiten, ihren Ort lebenswert und lebendig zu erhalten. Erst gestern haben wir in Nauen dafür ein schönes Beispiel gesehen.

Vertrauen in die eigene Kraft ist gut, reicht aber nicht aus für bleibenden Erfolg. Herr Ministerpräsident, zu Recht betonen Sie immer wieder die Bedeutung europäischer Zusammenarbeit über Grenzen hinweg. Die Zusammenarbeit mit dem polnischen Nachbarn wird sogar ausdrücklich in Ihrer Landesverfassung erwähnt. Nicht von ungefähr sind heute hier auch polnische Gäste zugegen.

Das Königreich der Niederlande wird nicht besonders in der Verfassung erwähnt … Aber keine Sorge, wir nehmen Ihnen das bestimmt nicht übel! Wir fühlen uns trotzdem angesprochen.

Ebenso wie Brandenburg bemühen sich auch die Niederlande um grenzüberschreitender Zusammenarbeit, die das Leben der Menschen verbessern kann. Dieses Streben ist auch das Motiv für unseren Besuch.

Ein wichtiges Thema, das unsere beiden Länder beschäftigt, sind der Übergang zu einer saubereren Energiewirtschaft und die Anpassung an den Klimawandel. Heute Vormittag haben wir uns im Wissenschaftspark Albert Einstein ein Bild davon machen können, wie deutsche und niederländische Experten gemeinsam hieran arbeiten. Phantastisch.

Beeindruckend war auch unser Besuch in der Henning-von-Tresckow-Kaserne gestern Nachmittag. Die Sorge für unsere Sicherheit ist in besonderem Maße zu einer gemeinsamen Verantwortung geworden. Deutschland und die Niederlande haben sich in vielen Regionen gemeinsam engagiert oder tun dies noch immer: in Afghanistan, im Irak, in Mali, am Horn von Afrika, in der Türkei, in Litauen. Unsere Streitkräfte operieren immer mehr als ein Team und ergänzen sich gegenseitig vortrefflich. Ein anschauliches Beispiel für grenzüberschreitende Zusammenarbeit, wie sie in Ihnen, Herr Ministerpräsident, einen so glühenden Verfechter hat.

»Es ist und bleibt ein Glück, vielleicht das höchste, frei atmen zu können.«
Auch das ist ein Fontane-Zitat, und wie recht hat er damit!

Die Freiheit, die uns so sehr am Herzen liegt, ist keine Selbstverständlichkeit. Das wissen die älteren Generationen in diesem Bundesland aus eigener Erfahrung.

Frei zu sein ist mehr als das Recht, eigene Entscheidungen zu treffen. Es bedeutet auch: sich sicher zu fühlen. Eine Perspektive für eine gute Zukunft zu haben. Die Chance zu bekommen, sich zu entwickeln und neue Dinge zu lernen.

Für all diese Facetten der Freiheit sind wir aufeinander angewiesen.

Wir sind dankbar, dass wir hier in Brandenburg so viele Beispiele für dieses fruchtbare Miteinander angetroffen haben. Und wir hoffen, dass wir mit unserem Besuch den Anstoß zu noch viel mehr solcher Kontakte geben konnten.

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 217

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Der europäische Hochadel erwies Groβherzog Jean in der Kathedral Notre-Dame de Luxembourg die letzte Ehre. Die regierenden Monarchen saβ in der ersten Reihe. In der Bildmitte ist leicht zu erkennen der Vertreter des deutschen Kaiserhauses, Prinz Georg Friedrich von Preuβen. Zu seiner Rechten sitzt Prinz Jean, der Graf von Paris und in der gleichen Reihe auβen nahm Herzog Franz von Bayern Platz, vor ihm die Schwester des norwegischen Königs, Prinzessin Astrid von Norwegen.

Grossherzog Jean von Luxemburg verstorben

Im gesegneten Alter von 98 Jahren ist Großherzog Jean von Luxemburg am 23. April an den Folgen einer Lungenentzündung verstorben. Bereits 1998 übertrug er die Regierungsgeschäfte seinem Sohn Henri und dankte im Oktober 2000 formell zu seinen Gunsten ab. Danach lebte er recht zurückgezogen auf Schloß Fischbach.

Als Prinz Jean 1921 geboren wurde, war die luxemburgische Monarchie alles andere als gefestigt. Man warf Großherzogin Marie-Adelheid vor, im 1. Weltkrieg zu deutschfreundlich gewesen zu sein. Marie-Adelheid, die bei Kriegsausbruch erst 20 Jahre alt war, besuchte zwar Kaiser Wilhelm II. und war während des Krieges mehrfach in Deutschland, ihr deswegen Vorwürfe zu machen, wäre aber aufgrund der tatsächlichen Machtverhältnisse während der Besatzungszeit völlig verfehlt. Sie wurde 1919 deswegen aber dazu gezwungen, zu Gunsten ihrer Schwester Charlotte abzudanken und die Monarchie überlebte mit ihr im Jahr 1919 einen Volksentscheid, mußte sich also erst neu beweisen, als Jean geboren wurde.

Am 12. November 1964 legte Groβherzog Jean den Eid auf die Verfassung des Groβherzogtums Luxemburg ab und wurde damit regierender Monarch des Landes.

1939 im Alter von 18 Jahren zum Erbgroßherzog ernannt, flüchtete er bei Beginn der deutschen Westoffensive 1940 mit der Familie nach England und Kanada, wo er zunächst studierte, bevor er 1942 der britischen Armee beitrat. Er kämpfte aktiv bei der Landung in der Normandie und marschierte am 10. September 1944 in Luxemburg ein, wo er begeistert empfangen wurde. 1953 heiratete er die belgische Prinzessin Joséphine Charlotte. Mit ihr wird er fünf Kinder haben, unter anderem Henri, den jetzigen Großherzog. Nach der Abdankung von Charlotte 1964 Großherzog geworden, wurde das Land von Jean von einem Schwerindustrie- zu einem Finanzstandort, worauf sich noch heute der Wohlstand Luxemburgs gründet. Außerdem wird der Europäische Gerichtshof und ein Standort des Europaparlaments gebaut, was bis heute die enge Bindung Luxemburgs an die EU begründet. Großherzog Jean galt als herzlich und volksnah und wenn die Monarchie heute anders als bei seiner Geburt sehr gefestigt ist, hat er einen sehr großen Anteil daran. L.R.

Japan hat einen neuen Kaiser

In Japan ist eine neue Ära angebrochen. Nach der Heisei-Periode befindet sich das Kaiserreich seit 1. Mai in der Reiwa-(schöne Harmonie)-Ära. Am Vortag war Kaiser Akihito nach 30-jähriger Herrschaft in einer schlichten, aber sehr ergreifenden Zeremonie zurückgetreten. Der Fünfundachtzigjährige richtete sich dabei direkt an sein Volk: „Ich bedanke mich aufrichtig bei den Menschen, die mich akzeptiert und in meiner Rolle als Symbol des Staates unterstützt haben.“ Er wünsche zusammen mit der Kaiserin, daβ die beginnende Reiwa-Ära stabil und fruchtbar werde. „Ich bete mit vollem Herzen für den Frieden und das Glück der Menschen in Japan und auf der Welt.

Ebenso schlicht wie der alte Tenno den Thron verlassen hat, wurde sein 59-jähriger Sohn in seine Funktion eingesetzt. Die Zeremonie fand am Vormittag im Palast statt und wurde vom Fernsehen übertragen. Auch im Ausland war sie deshalb live zu verfolgen. Im ersten Teil der Zeremonie wurden dem neuen Kaiser  im Beisein der Politiker und des Kabinetts die Regalien übergeben, ein heiliges Schwert und heilige Krummjuwelen. Zusammen mit einem Spiegel symbolisieren sie den Thron. Mit dem Empfang der Regalien, des privaten Siegels und des Staatssiegels wurde Naruhito zum Kaiser, begleitet von seinem jüngeren Bruder Fumihito (Prinz Akishino) und seinem Onkel Masahito (Prinz Hitachi). Fumihito steht auf Rang eins in der Thronfolge, er wird im kommenden Jahr offiziell zum Kronprinzen ernannt werden. Der 82 Jahre alte Masahito, der jüngere Bruder des emeritierten Tenno Akihito, steht auf Platz vier. Der 12 Jahre alte Hisahito, Sohn von Fumihito, war nicht anwesend. Er steht in der Thronfolge zwar auf Rang zwei, ist aber noch nicht volljährig. Kaiser Naruhito zeigte in seiner kurzen Ansprache Dankbarkeit für die Leistung seiner Eltern in den vergangenen drei Jahrzehnten. „Ich hoffe aufrichtig für das Glück des Volkes und weiteren Fortschritt für das Land, und für den Weltfrieden.“  H.S.

Zu seiner ersten öffentlichen Ansprache am 4. Mai erschienen 140.000 Japaner und jubelten Kaiser Naruhito und Kaiserin Masako zu.

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Die vollständige 217. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 217

Inhalt der 217. Ausgabe:

  • Großherzog Jean von Luxemburg verstorben
  • Prinz Jean will mehr öffentliche Präsenz zeigen
  • Japan hat einen neuen Kaiser
  • Thailändischer König wurde gekrönt

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Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 216

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Kaiser Wilhelms Osterfest 1918

Vor dem Hintergrund von Lenins Revolution in Ruβland 1918 und der dort weiterhin instabilen inneren Lage, welche den Druck Deutschlands im Osten etwas minderte, wagte das deutsche Militär die letzte größere Offensive im Westen, die unter der Bezeichnung „Michael“ jedoch schon nach etwa zwei Wochen abgebrochen wurde, gleichwohl noch einige im Ergebnis nicht erfolgreiche Fortsetzungen erfuhr.

Der Kaiser hatte sich mit Troβ selbst in Frontnähe begeben, war zeitweilig von den Kämpfen keine 30 Kilometer entfernt, und führte sein „normales“ Feldleben weiter, wozu auch der regelmäßige Besuch eines evangelischen Gottesdienstes gehörte, der meist von seinem Hofprediger gehalten wurde. Als dieser aber im Frühjahr krankheitsbedingt bisweilen verhindert war, schließlich nach Berlin zurückversetzt wurde, suchte der Kaiser die Ortskirche im nordfranzösischen Ort Hirson auf, wo ein deutsche Militärpfarrer regelmäßig Gottesdienst hielt und, weil bekannt, auch zum Essen eingeladen wurde: „Kurz vor Karfreitag [1918] erhielt ich den Befehl vom Kommandanten Maj. Schlichteisen: ,Sie predigen am Stillfreitag vor Seiner Majestät dem Kaiser.‘“

Am Stillfreitag [29.3.1918] predigte ich genau wie sonst … . Kaum 2 Schritte vor mir, da ich am Lettner predigte, saß der Kaiser und hörte gespannt zu. … [Er] schickte mir dann einen Adjudanten, Maj. von Stoltung, und ließ mir sagen, er habe keine Zeit mehr, danke mir aber für den kurzen, ernsten Gottesdienst.“

Am ersten Ostertag kam der Hofprediger Goens angereist, um dem Kaiser seine Abschiedspredigt zu halten, da er nach Hause ging. Daher hatte ich meinen Gottesdienst auswärts in Tournies.“  – „Als ich zurückkam, war ein Telegramm da. ,S. M. lädt Pfarrer Grußendorf zur Mittagstafel.‘ So fuhr ich denn im Auto zum Schloß in Trelon und von da zum Hofzug, wo S.M. lebte. … Als [der Kaiser] eintrat, gab er dem scheidenden Goens den Hohenzollern Orden mit Schwertern, der am Halse hängt.

Beim Essen war der „Kaiser lebhaft und kurz in seinen Bewegungen, straff in seiner Haltung und fast burschikos in seiner Sprechweise. Der Kaiser unterhielt sich lebhaft von seinem Besuch bei seinen Riesenkanonen, die auf 120 km Paris beschossen und von dem gerade beginnenden Angriff des franz. Gen. Foch bei Amiens usw.“

„Ich erzählte ihm , daß ich als Junge schon in der Göhrde beim alten Kaiser Wilhelm und dem Kronprinzen Friedrich ihm die Sauen mit zugetrieben hätte und sagte: ,Ja, ich bin bei 3 Kaisern schon Schweinetreiber gewesen.‘ Da lachte der Kaiser herzlich und erzählte von seinen Jagden in der Göhrde.“

Militärpfarrer Grußendorf: „Der Kaiser beim Verlassen der Kirche am Freitag  vor Quasimodogeniti 1918.”

„[Für den 5.4.1918] erhielt ich zum zweitenmal den Befehl, bei Seiner Majestät, dem Kaiser zu predigen. Ich predigte über Glaube und Heimat nach Tobias 10 und 11.

Beim erneuten anschließenden Essen: „Plötzlich erschien auch der Kronprinz von der Front. … Der Kronprinz schlank, jugendlich, mit wasserblauen Augen kam fröhlich herein mit dem Kaiser in den Salonwagen. Der Kaiser stellte dem Kronprinzen mich vor: ,Das ist unser Seelsorger, der uns wieder eine feine Predigt gehalten hat. Er hat auch schon vor dem Kaiser die Säue in der Göhrde getrieben.‘ Der Kronprinz drückte mir fest die Hand und lachte: ,Da haben Sie ja große Verdienste um unser Haus.‘ Dann setzten wir uns nieder.“

Dann kam die gute Nachricht von dem Durchbruch auf Folembray … Der Kaiser ließ sich eine Karte geben und besprach fröhlich die Lage, verwundert, daß man so schnell durchkam.“

Ein anderer Ordonanzoffizier brachte das Telegramm der neuen frechen Rede Wilsons mit der Phrase von den amerikanischen Idealen. Der Kaiser lachte kalt auf: ,Das amerikanische Ideal ist, Deutschland zu vernichten.‘ Das wollen wir aber gerade nicht.“                                  Carsten Linden

Die Zitate finden sich in einem autobiographisches Fragment des Militärpfarrers Grußendorf, verfaβt in Hirson am 4. Sept. 1918.

In Japan beginnt am 1. Mai eine neue Ära

Wie bereits mehrfach in Corona erwähnt, gilt in Japan eine andere Zeitrechnung als in Europa. Die Jahreszählung beginnt mit dem Herrschaftsantritt eines neuen Kaisers immer von neuem und steht unter einem bestimmten Motto. Für Naruhitos Ära, welche am 1. Mai beginnt, wurde der Name „Reiwa” gewählt, und selbst japanische Linguistikprofessoren waren sich erst einmal unschlüssig, was dies bedeutet – die japanischen Kaiser benutzen oft eine sehr alte, nicht mehr übliche Sprache.

Die beiden Symbole für Reiwa fanden umgehend Eingang in die japanische Öffentlichkeit.

Bei der Wahl unterstützte eine neunköpfige Expertenkommission aus Universitätsprofessoren, Nobelpreisträgern, Presseleuten und Vertretern von Unternehmerverbänden, am Ende entschied die Regierung aus einer Liste von sechs möglichen Namen. Die Regierung stellte nach einiger Zeit der Spekulation schließlich klar, daß der Name „schöne Harmonie” bedeutet, um Fehlinterpretationen auszuschließen. Es war erst das zweite Mal, daß die Regierung für den Kaiser über das Motto seiner Ära entscheidet, da er dies vor dem Zweiten Weltkrieg selbst getan hat. Es war außerdem das erste Mal, daß das Motto aus einem alten japanischen Text und nicht aus einem chinesischen ausgewählt wurde. Die Besiedlung Japans vom Festland ist zwar schon weit über 1000 Jahre her, dennoch existieren japanische und chinesische Sprachelemente nebeneinander. Anders als seine beiden Vorgänger, die das Motto „Showa”, also erleuchteter Friede, beziehungsweise „Heisei” (Frieden überall) ausgegeben haben, ist das Anliegen des neuen Kaisers damit eher nach innen gerichtet. „Japan steht vor großen Veränderungen, aber die japanischen Werte dürfen dabei nicht verschwinden. Wir sind sehr stolz auf unsere Geschichte, Kultur und Tradition. Der Begriff bezeichnet das Japan von morgen, das Japan, welches wir für nachfolgende Generationen aufbauen wollen”, erklärt Premierminister Shinzo Abe. Was der neue Kaiser selbst darüber denkt, ist natürlich nicht bekannt, doch ist das Selbstverständnis der Japaner eher ein kollektivistisches, was bedeutet, daß der Kaiser so etwas wie die Verkörperung und die Quintessenz der japanischen Nation ist, was auch die Vorgabe des Mottos durch eine Expertenkommission sehr verdienter Japaner rechtfertigt. L.R.

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Die vollständige 216. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 216

Inhalt der 216. Ausgabe:

  • Kaiser Wilhelms Osterfest 1918
  • Graf von Paris empfängt den französischen Präsidenten
  • In Japan beginnt am 1. Mai eine neue Ära
  • Das Erbe der Monarchie in Österreich und Ungarn

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Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.

Straßenumbenennungswahn in Berlin

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Bündnis 90/Die Grünen in Berlin-Kreuzberg planen, den Bezirk im großen Stil umzukrempeln, indem Straßen umbenannt werden sollen. Gemäβ dem Ziel der Partei soll die „Entmilitarisierung des öffentlichen Raums“ durch die „Umbenennung aller nach Generälen und Schlachten benannten Straßen und Plätze“ erfolgen. Auf die Anwohner und Geschäftsbetriebe kämen nicht unbeträchtliche Kosten zu. Für die Bewohner der betroffenen Gewanne bedeutet es mehr als eine Kleinigkeit, ihre Anschriften überall zu ändern – vom Führerschein bis zu Brief- und Geschäftsbögen oder im Internet. Es ist mit nicht unerheblichen Kosten und Aufwand verbunden, wenn zum Beispiel Restaurants ihre Webseiten, Fyler und Visitenkarten ändern müssen. Aber das dürfte die Freunde der Umbenennungen nicht interessieren.

Neben den großen, nach Monarchisten benannten Straßenzügen York-, Gneisenau- und Blücherstraße sind laut Preußischer Allgemeiner Zeitung von den grünen Umbenennungsideen die Horn-, Möckern-, Katzbach-, Großgörschen-, Eylauer-, Großbeeren- sowie Obertrautstraße und vermutlich viele weitere betroffen. Zur Begründung des Antrages in der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg wird argumentiert, die Straßennamen seien heute nicht mehr angebracht angesichts der „tiefen Partnerschaft zwischen den ehemaligen Erbfeinden Frankreich und Deutschland“. Das ist natürlich absurd, denn die Befreiung von der französischen Besatzung ist ein Teil unserer Geschichte und darauf stolz zu sein, ist kein Widerspruch zu einem heute guten Verhältnis zu Frankreich! Aber in Wahrheit geht es den Grünen ja darum, Geschichte zu tilgen. Wir sollen keinen Glauben, kein Geschlecht, keine Herkunft und natürlich auch keine Geschichte mehr haben. Und eigentlich müβten sie, ihrer Logik folgend, dann auch den ganzen Bezirk umbenennen. Das 1821 eingeweihte Nationaldenkmal auf dem Kreuzberg ist in der Form eines Eisernen Kreuzes gehalten, das Karl Friedrich Schinkel nach dem Orden schuf, den der preußische König anläβlich der Befreiungskriege 1813 stiftete. Tja, aber wen wundert‘s; sie haben den Bezirk ja sogar schon inoffiziell in „X-Hain“ umbenannt, wie man auf ihrer Webseite lesen kann! Klar, daβ diesen, ihr eigenes Land hassenden Politikern monarchistische Patrioten und nach ihnen benannte Straßen ein Dorn im Auge sind.

Aber wären diese Straßennamen tatsächlich ein Hindernis für die Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland, dann gäbe es gewiβ in Frankreich eine Debatte um die Umbenennung zahlreicher Plätze und Straßen, die zum Beispiel nach Napoleon benannt sind.

Bezirksbürgermeisterin Monika Hermann (Grüne) begrüßte natürlich den Vorstoß der Kulturzerstörer, nannte das Vorhaben aber „sehr ehrgeizig und komplex“. Kritik kommt vom Vorsitzenden der örtlichen CDU, Timur Husein: „Die Generäle sind verdiente Patrioten, die dazu beigetragen haben, Preußen und andere deutsche Länder von der französischen Fremdherrschaft zu befreien … Wenn wir nicht wissen, woher wir kommen, wissen wir nicht, wer wir sind und wohin wir wollen.

Da stimme ich ihm zu, aber genau das wollen die Grünen ja! Gneisenau war Preußens König wegen seines Eintretens für die Wehrpflicht zunächst suspekt. Später reformierte er die Armee und fungierte bei Belle Alliance (Waterloo) als Stabschefs Blüchers. York verweigerte den Königsbefehl und schloβ die Konvention von Tauroggen, die den Weg zum preußisch-russischen Bündnis ebnete. Es bleibt zu hoffen, daβ die Umbenennungen am Widerstand der Anwohner scheitern. Die Bezirksversammlung Kreuzberg hat in der Vergangenheit viele skurrile Beschlüsse gefaβt. Am 27. April 1983 erklärte sie den Bezirk zur „atomwaffenfreien Zone“.

Sie sollten Bündnis 90/Grünen mitteilen, was Sie denken. Dies geht per Brief oder E-Mail:

Bündnis 90/Die Grünen, KV Friedrichshain-Kreuzberg
Dresdener Str. 10
10999 Berlin
Telefon: 614 314 6
info@gruene-xhain.de

Und natürlich auch auf deren Webseite:
https://gruene-xhain.de/kontakt/

Christian Schwochert

 

PS.

Am 3. April nahm sich auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter dem Titel Unsere Stadt soll sauberer werden dieses Themas an:

Rot-rot-grüne Politiker wollen in Berlin Straßen und Plätze umbenennen, weil sie nach Generälen und Kolonialherren benannt sind. Die Bewohner halten nichts davon.“

Wie Europa 1810 – also vor den Befreiungskriegen – aussah, zeigt diese Karte. Leicht ist erkennbar, welche blau-markierten Bereiche im Westen Deutschlands von Napoleon besetzt waren.

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 215

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Rezension der „Kaisertage“

In Corona 212 wurde das Erscheinen des Buches „Kaisertage“ angekündigt, nun haben wir es auch gelesen. Ein Vorwort von Kronprinz Georg Friedrich von Preußen ist dem reich bebilderten Band vorangestellt. Auf den ersten Seiten wird auch das tägliche Leben des Kaisers in der unmittelbaren Vorkriegszeit beschrieben, im Anschluβ daran die Julikrise und der Kriegsausbruch. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Jahr 1917, wo Wilhelm II. zunächst noch einmal durch zahlreiche Reisen zu den Verbündeten in Szene gesetzt wurde und schließlich auf der Zeit ab August 1918, wo es dann schnell dem Ende seiner Herrschaft entgegenging.

Für den Monarchen ist das Buch vorteilhaft und unvorteilhaft zugleich. Klar wird, daß er den Krieg nicht gewollt hat. Klar wird aber auch anhand des Ablaufs seines Alltags, daß er im Krieg nicht auf der Höhe seiner Aufgaben war, was sich nicht zuletzt auch immer wieder in Depressionen und Bettlägerigkeit äußerte. Wilhelm II. entschied sich in der Tradition seiner Vorväter, die Truppen ins Feld zu begleiten. Große Feldherren hatten die Hohenzollern zwar beispielsweise mit Friedrich dem Großen oder Friedrich III., jedoch wäre es Anfang des 20. Jahrhunderts unmöglich gewesen, daß ein Monarch den komplex geworden industriellen Krieg hauptamtlich führt. Stattdessen wäre sein Platz eher in Berlin gewesen, wo er zwischen den Parteien hätte vermitteln und den Primat der Politik gegenüber dem Militär durchsetzen müssen, so die Autoren. Wilhelm II. mied aber Berlin und die Politik gerade und wurde im Großen Hauptquartier nach außen abgeschirmt. Was die Befugnisse des Kaisers angeht, waren diese noch bis 1916 eigentlich recht weitgehend. Wilhelm II. konnte den Oberbefehlshaber der Armee ernennen und entlassen und hatte selbst den Oberbefehl über die Marine. Die Ernennung des relativ unerfahrenen Erich von Falkenhayn zum Befehlshaber der kaiserlichen Truppen war seine Idee und solange Falkenhayn, der sich bemühte, Wilhelm II. nicht außen vorzulassen, der Chef der OHL war, hatte der Monarch ein gutes Verhältnis zu ihr. Dies änderte sich mit seiner Absetzung nach der Schlacht von Verdun und mit dem Tandem Hindenburg/Ludendorff, gegen welches der Kaiser auch eine persönliche Aversion hatte. Hindenburg und Ludendorff waren im Volk sehr beliebt und bei jeder Entscheidung, die der Kaiser nicht in ihrem Sinne traf, drohten diese mit Rücktritt, was aufgrund besagter Popularität des Gespanns schlichtweg Erpressung war. Nach außen war es trotzdem der Kaiser, der in der deutschen Propaganda und der Wahrnehmung nach innen und außen das Sagen hatte. Dieses Paradox führte letztlich zum Ende der Monarchie. Ein wenig Protagonismus während der 3. OHL entwickelte Wilhelm II. lediglich im Umgang mit den Verbündeten, die er sehr häufig besuchte und empfing. Er betrachtete Außenpolitik eben als Familienpolitik und das Buch erwähnt auch, daß er Nikolaus II. freies Geleit für ein Asyl in England zusicherte, der Tod der Zarenfamilie also hätte vermieden werden können.

Alles in allem handelt es sich bei dem Buch, welches anhand der Tagesabläufe des Kaisers sein Agieren auf der Weltbühne interpretiert, um eine durchaus mehrheitlich zutreffende Einschätzung, deren Lektüre sich lohnt.      L.R.

Peter Schönberger, Stefan Schimmel, Herausgeber: Georg Friedrich Prinz von Preuβen: Kaisertage, 160 Seiten, Südverlag, Konstanz 2018, 24,90 €
ISBN 978-3-87800-120-1

Karibikstaaten bleiben der Krone treu

Prinz Charles und Herzogin Camilla bereisen seit einer Woche die Karibik. Auf der zwölftägigen Tour, die sie u.a. nach St. Lucia führte, dessen 40. Jahrestag der Unabhängigkeit sie mitfeierten, besuchten sie St. Vincent und die Grenadinen. Dessen Premierminister Ralph Gonsalves entpuppte sich als das, was man nach deutscher Terminologie wohl einen Vernunftsmonarchisten nennen müβte. Gonsalves hatte 2009 versucht, seine Landsleute von einer Republik zu überzeugen. Aber in einer Volksabstimmung, über die Corona in Ausgabe 53 am 29. November 2009 berichtete, sagten 55,64% der Einwohner dazu Nein. Sie zogen Königin Elizabeth II. als Monarchin von St. Vincent und den Grenadinen einer Politikerrepublik vor. Queen-Nachfolger Prinz Charles wird der nächste König von St. Vincent und den Grenadinen sein, das versicherte ihm Ralph Gonsalves, denn er, der sich als „alter antikolonialistischer Kämpfer“ bezeichnet, habe akzeptiert, daβ das Volk die Monarchie wolle: „I’m not a monarchist, but I accept it, the Queen of England not only legally but politically is the Queen of St Vincent and the Grenadines and I accept that.“ (Ich bin kein Monarchist, aber ich akzeptiere es; die Königin von England ist nicht nur rechtlich sondern auch politisch Königin von St. Vincent und den Grenadinen und ich akzeptiere es.“)

Der „alte antikolonialistische Kämpfer“ Ralph Gonsalves sieht keine Erfolgsaussichten mehr, in St. Vincent und den Grenadinen eine wie auch immer geartete Republik einzuführen.

Immer wieder betreiben Politiker den Wechsel der Staatsform, so in Jamaica und Barbados, doch  stets war die öffentliche Meinung gegen Pläne, ihnen die Macht vollständig in die Hände zu geben. Die Monarchin und ihre Familie mögen weit weg auf einer Insel in Europa residieren, aber die Königin ist durch einen Generalgouverneur vertreten. Die Krone ist jederzeit präsent und die regelmäβigen Besuche von Royals lenken das Interesse zahlreicher Journalisten und Photographen auf die kleinen Staaten in der Karibik. Wer nähme sonst Notiz von ihnen? Als die von den USA beherrschte Insel Puerto Rico durch einen Wirbelsturm verwüstet wurde, war das in Europa kaum eine Randnotiz wert. Die Aufbauhilfe für Antigua brachte Prinz Charles und Sint Maarten konnte mit der Unterstützung von König Willem-Alexander rechnen. Noblesse oblige. Und die Medien hatten die Photos, die ihr Publikum sehen wollte. H.S.

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Die vollständige 215. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 215

Inhalt der 215. Ausgabe:

  • Rezension der „Kaisertage“
  • Nepals Royalisten verlangen ein Referendum
  • Karl von Habsburg verliert Rechtsstreit, geht aber straffrei aus
  • Karibikstaaten bleiben der Krone treu

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Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 214

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Relativierender Vergleich Steinmeiers sorgt für Kopfschütteln

Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sandte einen Glückwunsch an den iranischen Präsidenten Rohani für das 40jährige Jubiläum der islamischen Revolution in jenem Land, welche bekanntlich den Schah um seinen Thron brachte. Diese Maßnahme stieß sofort auf Kritik von verschiedenen Seiten, unter anderem von Islamkritikern und dem Zentralrat der Juden, selbst wenn außer in der Amtszeit von Christian Wulff auch andere deutsche Staatsoberhäupter gratulierten, was der Fairness halber nicht unerwähnt bleiben sollte.

Steinmeier ruderte aber danach keineswegs zurück, sondern verteidigte die Glückwünsche mehrfach. Bei einer Veranstaltung in Schloß Bellevue relativierte Steinmeier im Zusammenhang mit der Verteidigung des Schreibens die Kritik an radikalem Islam, indem er anführte, daß gerade die christlichen Kirchen ein schwieriges Verhältnis zum „modernen Verfassungsstaat” gehabt und viele deutsche Protestanten der Monarchie nachgetrauert hätten. Dadurch sollte wohl unter anderem suggeriert werden, daß die Bevölkerung im Iran ein Anrecht darauf hat, in einem vormodernen, islamischen Staat zu leben. Vielleicht sieht Steinmeier aber in dem Mullah-Regime auch eine Modernisierung, also eine Zwischenstufe auf dem Weg von der archaischen Monarchie hin zur parlamentarischen Republik.

Der Aussage Steinmeiers ist zunächst entgegenzuhalten, daß die deutsche Monarchie genauso wie die meisten anderen damaligen europäischen Monarchien ebenfalls eine Verfassung hatte. Die Verfassung des Deutschen Reichs sah dabei unter anderem ein Wahlrecht vor, welches zu seiner Zeit das fortschrittlichste der Welt war. Es gab eine Gewaltenteilung und das Parlament mußte dem Haushalt zustimmen. Die Gleichsetzung von modernem Verfassungsstaat mit der Republik, wie von Steinmeier so getroffen, ist also historisch nicht korrekt, denn das Kaiserreich war bereits ein solcher Staat.

Die Stimmen, die die Rückkehr der Monarchie im Iran verlangen, artikulieren sich nicht nur im Ausland. Auch im Iran selbst wächst die Opposition gegen das herrschende Regime.

Das persische Kaiserreich funktionierte zweifellos weniger gut. Jedoch sah die von Schah Mohammad Reza Pahlavi verkündete Weiße Revolution unter anderem mehr Rechte für Frauen, die Alphabetisierung der Bevölkerung, eine Landreform und mehr Rechte für Angestellte vor, wenngleich eine grassierende Korruption herrschte und der Schah seine Herrschaft in den letzten Jahren immer mehr auf das Militär stützen mußte. Ayatollah Chomeini begann die Islamische Revolution dagegen mit dem Versprechen, das Parlament abzuschaffen, die Landreform zurückzunehmen, die bürgerlichen Freiheiten gegen islamisches Recht zu tauschen und die Gegner seines Vorhabens gnadenlos zu verfolgen. Nach seiner Machtübernahme folgten die Hinrichtungen, die bis heute weitergehen. Die Proteste, die das Regime der Mullahs seit Jahren begleiten und bei dem regelmäßig Menschen ums Leben kommen oder hingerichtet werden – im letzten Jahr waren es über 200 Hinrichtungen – scheinen die bundesdeutsche Politik dabei wenig zu stören, solange nur die Zusage der Aussetzung der militärischen Nutzung der Atomkraft durch die Mullahs der eigenen Bevölkerung als diplomatischer Erfolg verkauft werden kann. Man hat bisweilen den Eindruck, die deutsche Regierung würde mit eigentlich verbündeten Staaten wie Ungarn oder Polen weit härter umgehen, als mit den Menschenfreunden in Teheran. In jedem Fall ist Steinmeiers Vergleich eine Frechheit, sowohl für die Protestanten und auch Katholiken, die der deutschen Monarchie nachtrauerten, als auch für die Opfer des iranischen Unrechtsregimes. Erste Forderungen, Steinmeier vom Kirchentag auszuladen, wurden bereits laut.   L.R.

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Die vollständige 214. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 214

Inhalt der 214. Ausgabe:

  • Relativierender Vergleich Steinmeiers sorgt für Kopfschütteln
  • Verlust der Monarchie in Afrika: Die Kolonialherren sind schuld
  • Zwei Bismarckdenkmäler – zwei Geschichten
  • Kronprinz Naruhito möchte Werk seines Vaters fortsetzen

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Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 213

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300 Jahre Fürstentum Liechtenstein

Am 23. Januar 1719 wurde Liechtenstein, eine Vereinigung aus der Herrschaft Schellenberg und der Grafschaft Vaduz, zum Reichsfürstentum erhoben. Die Fürsten von Liechtenstein, einer Burg in Niederösterreich, trachteten danach, ein reichsunmittelbares Lehen zu bekommen und erwarben den Besitz. Die fortdauernde Existenz des Fürstentums, welches heute der sechstkleinste Staat der Erde ist, hing dabei oft am seidenen Faden: 1806 wurde das Land Bestandteil des Deutschen Bundes und keiner größeren Macht einverleibt, weil Fürst Johann I. einen guten Draht zu Napoleon hatte. Die Reichseinigung überlebte Liechtenstein, weil es keine Grenze mit Deutschland hat, sondern nur mit Österreich und der Schweiz. Den Fall der Monarchien nach dem 1. Weltkrieg schließlich überstand Liechtenstein, weil der Fürst zahlreiche Investitionen aus seiner Privatschatulle tätigte und im Volk sehr beliebt war und 1938 betrachtete Hitler das Gebiet als zu unwichtig, um im Rahmen des Anschlusses Österreichs weitere diplomatische Verstimmungen in Kauf zu nehmen.

Fürst Franz Josef II. (1906 – 1989) war 1938 der erste regierende Fürst von und zu Liechtenstein, der ab 1938 tatsächlich in Vaduz residierte. Er heiratete am 7. März 1943 Gräfin Georgina („Gina“) von Wilczeck (1921 – 1989)

Die Dynastie, das Haus Liechtenstein, stammt wie beschrieben aus Niederösterreich und war im Grunde genommen bis 1938 nicht dauerhaft im Fürstentum ansässig. Man betrachtete sich weiterhin eher als Österreicher. Das Fürstentum entwickelte sich im Zuge der Schicksalsschläge der deutschen Geschichte jedoch zum Familienmittelpunkt: 1918 wurden in Österreich die Adelstitel abgeschafft, 1938 erfolgte der Anschluβ und 1945 wurde die Familie auch in Böhmen enteignet, denn die Beneš-Dekrete behandelten Liechtensteiner als Deutsche. In der Nachkriegszeit konnte sich das Land dann ähnlich wie die Schweiz als Sitz der Hochfinanz etablieren und dies brachte Wohlstand.

Heute herrscht in dem Land Fürst Hans-Adam II., die Regierungsgeschäfte in der letzten wirklich verbliebenen konstitutionellen Monarchie Europas werden aber seit 2004 von Erbprinz Alois wahrgenommen. Ihm zur Seite steht ein fünfköpfiger Regierungsrat und ein Parlament mit 25 Sitzen. Der Monarch kann dabei einzelne Regierungsmitglieder jederzeit entlassen. Für die Entlassung der gesamten Regierung braucht er die Zustimmung des Parlaments. Vom Parlament beschlossene Gesetze müssen vom Fürsten innerhalb von sechs Monaten sanktioniert werden, andernfalls gelten sie als abgelehnt. Richter können sich auf offene Stellen bewerben und werden dann auf Vorschlag von Fürst und Parlament bestimmt. Ähnlich wie in der Schweiz gibt es eine starke direktdemokratische Komponente, die Deutschland seinen offenbar minderbemittelten Bürgern ja bekanntlich vorenthält, da hierzulande nur Parteipolitiker in der Lage sind, komplexe Sachverhalte zu verstehen. Der Monarch hat also eine starke Stellung, womit seine knapp 40.000 Untertanen jedoch auch ganz zufrieden sind. Es gibt keine ernsthaften Bestrebungen, an den bestehenden Verhältnissen etwas zu ändern, hat das Land durch die Herrschaft der Fürsten doch sehr profitiert, da es keine Kriege erleben muβte und zu Wohlstand gekommen ist. Wie auch die Fürsten von Liechtenstein betonen, wäre eine vergleichbar positive Entwicklung als Republik eher nicht wahrscheinlich gewesen, da eine Republik als Legitimitätsprinzip wahrscheinlich die Nation gewählt hätte und somit ein Zusammengehen mit einem der Nachbarn gleicher Nationalität viel wahrscheinlicher gewesen wäre. L.R.

Prinz Jean nimmt Titel ‚Graf von Paris‘ an

Der Tod kam völlig überraschend. Fast auf die Stunde genau 226 Jahre nachdem König Ludwig XVI. in Paris enthauptet wurde, starb Prinz Henri, Graf von Paris, am 21. Januar, als er sich darauf vorbereitete, zu einem Gedenkgottesdienst für den Monarchen aufzubrechen. Prinz Henri von Frankreich (*14. Juni 1933) wurde am 2. Februar in der St. Ludwigskapelle auf der königlichen Domaine in Dreux in der Gruft der Familie Orléans bestattet. Die ganz groβen Namen des europäischen Hochadels, die die Klatschreporter angezogen hätten, fehlten. Der neue Hauschef konnte Fürst Albert II. von Monaco, Königin Sofía von Spanien und Kaiserin Farah des Iran begrüβen. Besondere Beachtung fand Kronprinz Moulay Hassan von Marokko. Der Fünfzehnjährige vertrat seinen Vater, König Mohammed VI.

Herzogin Diane von Württemberg am Arm ihres Sohns, Herzog Eberhard, auf dem Weg zur St. Ludwigskapelle in Dreux, wo ihr Bruder, Prinz Henri, zur letzten Ruhe gebettet wurde.

Aus Deutschland reisten Herzogin Diane von Württemberg, die Schwester des Verstorbenen, mit ihren Söhnen, Herzog Eberhard und Herzog Michael an. Auch Prinz Emanuele Filiberto von Italien, Kronprinz Leka II. von Albanien, Herzog Dom Duarte von Portugal, Kronprinz Mohammed Ali Faruk von Ägypten, Groβfürst Georgi von Ruβland sowie die Erzherzöge Karl und Georg von Österreich waren nach Dreux gekommen, um Prinz Henri die letzte Ehre zu erweisen.

Am Tag der Bestattung seines Vaters gab Prinz Jean in einer französischen und einer englischen (re.) Pressemitteilung bekannt, daβ er dem Beispiel seiner Vorfahren folge und den Titel „Graf von Paris“ annehme. Erstmals zeichnete er als Graf von Paris und machte damit deutlich, daβ er in die Erbfolge eintrat. Offensichtlich hat er auch sein Büro professionalisiert, denn es gibt jetzt eine Ansprechpartnerin für Pressekontakte. Laut Umfragen sind 17% der Franzosen für eine Monarchie in ihrem Land, fast ebensoviele wie in Deutschland, aber im Gegensatz zur BRD stimmt der Begriff „monarchistische Bewegung“ in Frankreich. H.S.

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Die vollständige 213. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 213

Inhalt der 213. Ausgabe:

  • 300 Jahre Fürstentum Liechtenstein
  • Jesidenoberhaupt Prinz Tahsin Said Ali in Hannover gestorben
  • Prinz Jean nimmt Titel ‚Graf von Paris‘ an
  • Der Balkan ist für Überraschungen gut
  • Leserbrief

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160. Geburtstag Kaiser Wilhelms II.

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Mosaik mit Abbildern von Kaiser Wilhelm II. und Kaiserin Auguste Viktoria in der Erlöserkirche in Gerolstein, die mit finanzieller Unterstützung des Kaiserpaars gebaut und 1913 eingeweiht wurde.

Wie nur wenige andere Menschen wurde Deutschlands Kaiser Wilhelm II. geliebt und dämonisiert. Bei seiner Geburt am 27. Januar 1859 war ihm nur eine Rolle vorbestimmt: Prinz Friedrich Wilhelm Viktor Albert von Preuβen sollte seinem kinderlosen Groβonkel Friedrich Wilhelm IV. irgendwann als König von Preuβen nachfolgen. Sein Groβvater Wilhelm führte schon seit 1858 als Regent für Friedrich Wilhelm die Regierungsgeschäfte, bevor er nach dessen Tod am 2. Januar 1861 als König Wilhelm I. den preuβischen Thron bestieg. Dank Fürst Bismarcks geschickter Politik kam es zur Reichseinigung 1871 und damit zur Personalunion von preuβischem König und deutschem Kaiser. Am 15. Juni 1888 folgte Wilhelm seinem Vater, Kaiser Friedrich III., dem 99-Tage-Kaiser, nach und wurde der berühmte Kaiser Wilhelm II., der auch heute noch für garantierte Umsätze im Verlagsgeschäft sorgt und zahlreichen Autoren regelmäβige Auftritte in Talkshows und Dokufilmen garantiert.

Als der Kaiser 1913 sein 25. Thronjubiläum beging, galt sein Vierteljahrhundert als „goldenes wilhelminisches Zeitalter“. Seine ersten Jahre als Kaiser empfanden die Menschen als Aufbruchjahre. Der junge Kaiser, der einen ausgeprägten Sinn für soziale Gerechtigkeit und viel Gespür für gesellschaftliche Entwicklungen hatte, wollte sich als sozialer Monarch sowie als Repräsentant einer modernen Epoche der Technik und Mobilität, der deutschen Wirtschaftsmacht und Weltgeltung profilieren.

Im Jahr seines silbernen Thronjubiläums blickte Deutschland auf ein Vierteljahrhundert des Friedens und der wirtschaftlichen und kulturellen Blüte zurück. Die wilhelminische Gesellschaftsordnung gewährte als konstitutionelle Monarchie Rechtsstaatlichkeit, ein hohes Maß an politischer und wirtschaftlicher Freiheit und weitgehende Möglichkeiten zur persönlichen Entfaltung. In der sozialen Wohlfahrt nahm Deutschland unter allen Industrienationen die Spitzenstellung ein. Wenn es der Kaiser, der sich immer streng an die Verfassung hielt, auch manchmal an diplomatischer Zurückhaltung fehlen ließ, konnte man ihm die Lauterkeit seiner Bemühungen um Frieden und Wohlstand seines Volkes nicht absprechen.

Zum Kriegsbausbruch 1914, dem Waffenstillstand und daraus folgenden Ereignissen im November 1918 und dem Tod des Kaiser 1941 widmeten sich Corona-Autoren an anderer Stelle. Immer wieder eine gediegene Quelle zu Kaiser Wilhelm II. ist die Webseite Wilhelm II., die eine Fülle an Informationen zu all seinen Facetten bereithält.

Corona jedoch wünscht Seiner Majestät heute einfach einen grandiosen Geburtstag! Right or wrong – My Kaiser!

 

Neuer Chef des französischen Königshauses: Prinz Jean von Frankreich

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Monseigneur le duc de Vendôme, nouveau chef de la Maison de France

Seit Jahrzehnten hatte er sich auf diesen Tag vorbereitet, dennoch kam der Übergang völlig überraschend: Prinz Jean ist neuer Thronprätendent Frankreichs. Am 21. Januar, fast auf die Stunde genau 226 Jahre nach der Guillotinierung von König Ludwig XVI. starb Prinz Henri, Graf von Paris, von seinen Anhängern Henri VII. genannt, kurz bevor er zu einem Gedenkgottesdienst aufbrach, der des hingerichteten Königs gedachte. Mit dem Tod wurde automatisch der Sohn Nachfolger in allen Rechten und Pflichten – 1793 war dies Ludwig XVII. / 2019 fiel diese Aufgabe an Prinz Jean, Herzog von Vendôme, für seine Anhänger Jean IV. oder wie es die Webseite La Couronne ausdrückt: «Si les Français décidaient de renouer le fil de leur histoire, il régnerait sous le nom de Jean IV de France».

Stolze Väter: Der Groβvater, Prinz Henri, freut sich an seinem Enkel, Prinz Gaston, den der Vater, Prinz Jean auf dem Arm trägt.

Prinz Jean wurde am 19. Mai 1965 als viertes Kind und zweiter Sohn von Prinz Henri und Prinzessin Marie-Thérèse von Frankreich, geborene Herzogin von Württemberg, einer Schwester von Herzog Carl von Württemberg geboren. Seine Eltern hatten 1957 in der königliche Kapelle in Dreux geheiratet.

Seine Studien absolvierte er an der Sorbonne in Paris und an der Azusa Pacific University  in Los Angeles, USA. Nach Abschluβ seiner universitären Ausbildung leistete er seinen Wehrdienst in Saumur und Arras ab. Danach arbeitete er im Banksektor und in der Forstwirtschaft.

Am 2. Mai 2009 heiratete Prinz Jean in der Kathedrale von Senlis die in Österreich geborene Philomena de Tornos y Steinhart, (*19. Juni 1977), Tochter von Alfonso de Tornos y Zubiría und Marie-Antoinette Edle  von Steinhart, Enkelin von Juan de Tornos y Espelíus, ehemaliger Chef des persönlichen Sekretariats von Don Juan, des Grafen von Barcelona, des Vaters von König Juan Carlos. Seit 2011 lebt das Paar in der königlichen Domaine von Dreux, wo sie inzwischen von fünf Kindern umgeben sind:

  • Der Dauphin, S.K.H. Prinz Gaston Louis Antoine Marie von Frankreich (*19. November 2009 in Paris
  • I.K.H. Prinzessin Antoinette Léopoldine Jeanne Marie von Frankreich (*28. Januar 2012 in Wien)
  • I.K.H. Prinzessin Louise-Marguérite Éléonore Marievon Frankreich (*30. Juli 2014 in Poissy)
  • S.K.H. Prinz Joseph Gabriel David Marie von Frankreich (*2. Juni 2016 in Dreux)
  • I.K.H. Prinzessin Jacinthe Élisabeth-Charlotte Marie von Frankreich (9. Oktober 2018 in Dreux)

Die Kinder von Prinz Jean und Prinzessin Philomena von Frankreich (v.l.): Antoinette, Joseph, Gaston und Louise-Marguérite

Prinz Jean hat sich in den letzten Jahren immer wieder in die Diskussionen in Frankreich eingebracht und bedient sich dazu auch der sozialen Medien. In dem Buch «Un Prince Français» hat er seine Vorstellungen dargelegt. Sein Motto «Servir la France et les Français» (Frankreich und des Franzosen dienen) taucht sowohl auf seiner eigenen Webseite sowie seinem Twitteraccount auf. Und natürlich ist er bei Facebook. Prinz Jean ist nicht medienscheu und zeigt sich bei der Tour de France ebenso wie bei Festivals oder gibt bereitwillig Journalisteninterviews. Seine Präsenz ist nicht auf die alljährlich besser besuchten Gedenkveranstaltungen für König Ludwig oder Königin Marie-Antoinette beschränkt. In Deutschland trifft man ihn immer wieder in Altshausen, wo er bei seinen württembergischen Verwandten auch die traurigen Anlässe miterlebt, wie zuletzt die Trauerfeier zum Unfalltod von Herzog Friedrich von Württemberg.

Nun, da Prinz Jean als Oberhaupt des Königshauses die volle Verantwortung übernommen hat, darf man von ihm eine stärkere Einfluβnahme auf die Meinungsbildung in Frankreich erwarten. Doch zuerst muβ er am 2. Februar die Bestattungsfeier für seinen Vater, den Grafen von Paris, leiten.