Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 242

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Die Angst der Demokraten vor der Demokratie

In Folge der kürzlichen Großdemonstrationen in Berlin, bei denen eine vergleichsweise kleine Gruppe an Nazis, Reichsbürger, sonstigen Rechtsextremen und Verschwörungstheoretikern, die Stufen zum Reichstagsgebäudes erklommen hatte, war der mediale Aufschrei  groß gewesen und schnell kam die Frage hoch, was müssen wir tun um die Demokratie zu schützen?

Doch kann man die Demokratie überhaupt schützen? Nein, zumindest nicht durch Verbote und Verordnungen. Dies lehrt uns die Geschichte. Und überhaupt zeigt sich in solchen Maßnahmen oftmals eine krude Sicht der selbsternannten Verteidiger der Demokratie auf die Demokratie selber. Ein zentraler Grundgedanke der Demokratie und einer freien, demokratischen Gesellschaft ist, daß die Bürger frei sind, ihre Meinung zu äußern, egal ob es nun der Obrigkeit paßt oder nicht, und dazu gehört auch, daß sie das Recht haben, die Demokratie abzulehnen. Jede Form der Einschränkung der Demokratie stellt sich gegen einen zentralen demokratischen Grundgedanken und drückt die Angst vor der Demokratie selber aus. Im Grunde klingt es geradezu widersprüchlich, wenn man zum Schutz der Demokratie, demokratische Rechte einschränkt. Man kann dabei auch gut von der Angst der Demokraten vor der Demokratie sprechen.

Interessanterweise sind gerade Republikaner Vorreiter solcher Verordnungen zum Schutz der Demokratie oder besser gesagt der Republik – was für diese Leute damit gleichzusetzen ist und für sie ist nur die Republik eine Demokratie… –  obwohl sie doch gerne betonen wie viel liberaler eine Republik gegenüber einer Monarchie sei. Und um diesem Ausdruck zu verleihen, will man möglichst verhindern, daß sich die Gegner der Republik zu Wort melden, alles zum Schutze der Demokratie wie es dann so schön heißt. Im Gegensatz dazu sucht man in den liberalen Monarchien der Gegenwart Verordnungen zum Schutz der Monarchie meist vergeblich und auch wird dort nicht versucht, republikanische Meinungsäußerung zu unterdrücken. Ein gutes Beispiel dafür ist sicherlich Australien wo es eine lange und lebhafte Diskussion gibt, ob das Land eine Monarchie bleiben soll oder nicht, wobei die Diskussionslinie quer durch die Gesellschaft und die politischen Parteien verläuft. Beide Seiten können sich frei äußern und es gibt keine Versuche der staatlichen Bevormundung. Australien ist eine Demokratie und man überläßt es den Bürgern, frei und demokratisch zu entscheiden.

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Doch ist eine Sorge vor einem Ende der Demokratie in Deutschland überhaupt begründet? Ich sage nein, die Mehrheit der Bürger steht hinter der Demokratie. Und sollte sich dies irgendwann einmal ändern, dann liegt es nicht an fehlenden Gesetzen zum Schutz der Demokratie, sondern daran, daß die Menschen das Vertrauen in die Demokratie verloren haben und für eine Veränderung sind. Was dann übrigens auch eine demokratische Entscheidung wäre, die es als überzeugter Demokrat doch eigentlich zu herzigen gelte. Die Aufgabe von Demokraten muß es sein, das Vertrauen in die Demokratie, durch gute Politik und den gleichzeitigen Erhalt freiheitlich-demokratischer Rechte zu stärken. Nur dadurch sichert er ihr Überleben, mit allem anderen geht sie langfristig unter. Eine Tatsache, die bis heute insbesondere die Vertreter der Republik scheinbar nicht verstanden haben.        C.C.

Den zweiten und letzten Teil finden Sie in der nächsten Corona-Ausgabe.


Premierministerin von Barbados möchte Republik

Die Premierministerin des Commonwealth-Mitglieds Barbados, Mia Mottley, möchte, daß Barbados im nächsten Jahr zum 55. Jahrestag der Unabhängigkeit eine Republik wird. Um die Verfassung zu ändern, ist eine 2/3-Mehrheit in Parlament und Senat notwendig, jedoch verfügt ihre Partei aufgrund des First-Past-the-Post über diese. Die Regierungspartei siegte 2018 bei den Wahlen in den 16 Wahlkreisen des kleinen Landes, was die Opposition ohne jeglichen Sitz im Parlament beließ. Jedoch sprach sich vor den Wahlen auch die damalige Regierung und jetzige Opposition für die Republik aus. Begründet wird dies mit dem Wunsch nach einer Abkehr von der kolonialen Vergangenheit des Landes. So soll künftig ein Bewohner der Insel und nicht Elisabeth II. oder ein anderer englischer König Staatschef sein. Militanter Antikolonialismus mag gerade en vogue sein, jedoch zeigt die Geschichte eher, daß diejenigen Länder, die zu ihrer kolonialen Vergan-genheit ein entspannteres Verhältnis haben, besser fahren, da es in diesen Ländern nicht so problematisch ist, positive Dinge der Kolonialzeit in Politik, Verwaltung, Gesellschaft und Wirtschaft beizubehalten, beziehungsweise nicht einfach nur etwas nicht zu tun, weil es die Kolonialherren getan haben. Ursprünglich war von den Republikanern ein Referendum geplant gewesen, jedoch gab es Bedenken ob der Verfassungskonformität eines solchen. In denjenigen Commonwealth-Inselkönigreichen, wo ein Referendum durchgeführt wurde – Tuvalu und St Vincent und die Grenadinen –  sprach sich das Volk im übrigen auch für den Beibehalt der Monarchie aus. Da wollte man vielleicht auch einfach auf Nummer sicher gehen.

Barbados machte ansonsten von sich reden, weil die Staatsverschuldung bei 175 % des Bruttoinlandsproduktes liegt, das Land damit weltweit der am vierthöchsten verschuldete Staat ist und der Internationale Währungsfonds eingeschaltet werden mußte. Obwohl Premierministerin Mottley gegen die Monarchie ist, wurde ihr Vater Elliott auf Vorschlag ihrer Regierung zum Ritter geschlagen – das wollte man dann wohl noch einmal schnell mitnehmen. Sollte nicht noch etwas total Unvorhergesehenes passieren, ist die Monarchie in Barbados damit im nächsten Jahr passé.

Wie Anatole France sagte: „Für jede gestürzte Monarchie wird der Himmel weniger strahlend, weil er einen Stern verliert. Eine Republik ist freigesetzte Häßlichkeit.“ L.R.

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Die vollständige 242. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 242

Inhalt der 242. Ausgabe:

· Die Angst der Demokraten vor der Demokratie

· Fidel Castro empfahl die Beibehaltung der Monarchie

· Premierministerin von Barbados möchte Republik

· Emir von Kuwait gestorben

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Coronademonstrationen unter vielen Fahnen Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 241

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Zum bundesrepublikanischen Fahnenstreit

Die Farben des Kaiserreichs gehen zurück auf die Zeit um 1866, als der Deutsche Bund noch überwiegend aus Kleinstaaten bestand: Die preußische Marine, auch Hamburger, Bremer und Oldenburger Kaufleute fuhren unter verschiedenen Flaggen. Um den Handel und die Akzeptanz der Flotte nach außen zu erhöhen, brauchten die Kaufleute eine einheitliche Symbolik. Aus den preußischen Farben schwarz und weiß und dem rot-weiß der Hanse ging schließlich schwarz-weiß-rot hervor.

Was war im in den letzten 15 Jahren unter der gegenwärtigen Kanzlerin immer uniformer werdenden Blätterwald zu den Coronademonstrationen nicht alles zu lesen: Der Reichstag sollte gestürmt werden. Reichsbürger probten den Umsturz. Die Demokratie war in Gefahr. Einige rechtsextreme Youtuber filmten vor Ort und feierten sich selbst für ihr heroisches Erklimmen einer nicht allzu steilen und nicht allzu hohen Treppe. Am Ende wurden die drei Polizisten, die gerade zufällig vorm Reichstag Dienst taten, dann mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, wurden vom Bundespräsidenten und vom Bundestag empfangen, weil sie das Gebäude bewacht hatten. Der Reichstag war zu diesem Zeitpunkt allerdings leer, denn es war Samstag und da gibt es keine Sitzungen des Parlaments.

Dem Autor fiel dabei ein Satz eines spanischen Sozialisten ein, der den ersten, melodramatischen und gescheiterten Staatsstreich in der 2. Spanischen Republik 1932 dahingehend kommentierte, daß er es verdienen würde, demnächst im Theater aufgeführt zu werden. Der Vorwurf lächerlicher Theatralik gilt dabei für beide Seiten, also Demonstranten und Politik.

Der Teil der Coronademonstrationen, welcher vor dem Reichstag stattfand, passierte nun allerdings unter einer Vielzahl von Fahnen, unter anderem der schwarz-weißen preußischen und der schwarz-weiß-roten des Kaiserreichs, welche die Medien als eischreiben soll, als „Fahne“. Der Bundespräsident und einige Parlamentarier gaben dann zum Besten, daß es unerträglich sei, daß diese Fahnen heute wieder vor dem Reichstag gezeigt würden. Ob die Journalisten und Politiker, die Entsprechendes äußerten, wohl wissen, wer das Gebäude gebaut hat und welche Fahne der deutsche Staat damals verwendete, darf in einigen Fällen durchaus bezweifelt werden. Einige von ihnen werden auch nicht wissen, daß die Wahlen zum Deutschen Reichstag im Kaiserreich unter dem fortschrittlichsten Wahlrecht stattfanden, welches es damals in Europa gab, und daß fast alle Dinge, auf die die Bundesrepublik später in Politik, Verwaltung und Recht aufgebaut hat, aus dem Kaiserreich kommen. Es geht aber eben nicht darum, sondern eben um ein „Narrativ“, also darum, eine Geschichte zu erzielen, statt die (deutsche) Geschichte objektiv wiederzugeben.

Kronprinz Georg Friedrich distanzierte sich derweil auf Nachfrage in der Neuen Osnabrücker Zeitung von der Aktion am Reichstag. So sagte er, daß er sich „seit vielen Jahren dafür ein(setzt), dass wir uns mit unserer Geschichte einschließlich all ihrer Licht- und Schattenseiten bewusst auseinandersetzen, um deren Interpretation nicht eines Tages denen zu überlassen, die versuchen werden, sie für eigene ideologische Zwecke zu instrumentalisieren.“  Es ist zu begrüßen, daß sich Seine Königliche Hoheit hier von Rechtsextremen und auch von Leuten abgrenzt, die für sich selbst beschlossen haben, daß die Pandemie jetzt zu Ende zu sein hat. Gerade letzteren sei gesagt, daß die Generation unserer Großeltern ein bis zwei Kriege mitsamt Nachkriegszeit sowie je nach Heimatort Flucht und Vertreibung beziehungsweise eine kommunistische Diktatur durchgemacht hat, was die Beschränkungen, die wir momentan erleben, doch etwas relativiert.

Die kaiserliche Reichskriegsflagge kann von der Polizei entfernt werden, allerdings nur unter der Voraussetzung, daß die öffentliche Sicherheit und Ordnung durch sie gefährdet scheint (!). Im Bundesland mit der höchsten Pro-Kopf-Verschuldung, Bremen, wird ab 21. September das öffentliche Zeigen der Reichs- und der Reichskriegsflagge verboten. Zuwiderhandelnde werden mit einer Geldstrafe von bis zu 1000 € belegt.

Es mag dabei auf der Demonstration einen gewissen Anteil Rechtsextremer, Esoteriker und Verschwörungstheoretiker und einen noch einmal so hohen Anteil von Leuten auf jener Demonstration gegeben haben, die zu wenig belastbar für das Leben unter Pandemiebedingungen sind. Was werden sich aber wohl die wegen Corona vom Konkurs bedrohten Kleinunternehmer denken, oder die Kinder, die während des Lockdowns ihre Eltern in Krankenhäusern oder Altersheimen kaum sehen durften, und deswegen nach Berlin gefahren sind? Es mögen auch viele Leute dabei gewesen sein, die sich Sorgen um ihre Ersparnisse machen, weil die EU die Folgen der Pandemie mit dem Drucken von Phantasiegeld lindern möchte. Wenn diese Leute, deren Motive, sich an der Demonstration zu beteiligen, also durchaus Empathie und Sympathie hervorrufen können, durch sehr kreativ zusammengeschnittene Reportagen massiv in die Nähe von Irren, Weicheiern und Extremisten gerückt werden, werden sie wohl eher keinen reumütigen Kotau vor der Regierung machen, so wie diese sich das vorgestellt haben mag, weil dort auch Menschen demonstriert haben, die man sonst eher nicht zum Nachbarn haben möchte. Sie werden sich eher mit ihren Sorgen nicht ernstgenommen fühlen und sich ebenso geistig von dem Staat mit der schwarz-rot-goldenen Fahne entfernen, wie es schon sehr viele Deutsche wie zum Beispiel Euroskeptiker oder Migrationskritiker in den späten Merkeljahren getan haben. Wenn diese seriösen Kritiker dann schwarz-weiß-rot für sich entdecken, warum nicht? L.R.

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Die vollständige 241. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 241

Inhalt der 241. Ausgabe:

  • Zum bundesrepublikanischen Fahnenstreit
  • Reza Pahlavi verurteilt Hinrichtung eines Ringers
  • Fakten über das Kaiserreich

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Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche feiert 125. Einweihejubiläum

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In dieser Woche begann die Jubiläumswoche der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin. Mit einer ganzen Festwoche und einem Festgottesdienst wird das 125. Kirchweih-Jubiläum des Gotteshauses gefeiert.

Der im neoromanischen Stil errichtete Sakralbau war am 1. September 1895 eingeweiht worden. Zum Auftakt der Festwoche lud die Kirchengemeinde am Dienstag, 1. September, zu Andachten, Orgelmusik und einem Dialog-Festvortrag mit dem Kulturbeauftragten der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Johann Hinrich Claussen, und Gedächtniskirchenpfarrer Martin Germer ein, wie die Gemeinde auf ihrer Homepage mitteilte. Für die folgenden Tagen standen täglich Andachten, Orgelmusiken und Führungen auf dem Programm. Höhepunkt wird am 6. September ein Festgottesdienst mit der Berliner Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein und den Gemeindepfarrern Kathrin Oxen und Martin Germer.

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in ihrer unzerstörten Schönheit.

Die Kirche ist jedoch nicht nur eine Kirche, sondern nach dem Willen von Kaiser Wilhelm II. und Gattin Auguste Viktoria auch eine Gedenkstätte für den Großvater des Regenten, Kaiser Wilhelm I. Dieser galt aufgrund des unter preußischer Führung 25 Jahre zuvor errungenen Sieges über Frankreich im deutsch-französischen Krieg als Friedenskaiser. Die Einweihung der Kirche nach nur vierjähriger Bauzeit fand deshalb am 25. Jahrestag der Entscheidungsschlacht von Sedan statt. Wie das neue Bauwerk am Berliner Tauentzien war auch die Einweihung am 1. September 1895 monumental: Beteiligt waren 5.000 Kriegsveteranen, 4.000 Schulkinder, 2.300 Ehrengäste, 1.000 Soldaten und 200 Musikanten. In Berlin und Umgebung läuteten alle Glocken. Die Kirche galt als neues Nationaldenkmal. Obwohl im zweiten Weltkrieg stark beschädigt, sieht sie noch immer schöner aus als die vielen modernen Bauten in der Umgebung. Betritt man sie, kann man einen Blick in die gute alte Zeit, in die Kaiserzeit werfen. Der Kirchenarchitekt war Franz Schwechten (1841-1924), der u.a. auch den Anhalter Bahnhof entwarf. Er war Kölner und ließ sich beim Bau von Kirchen des Rheinlands inspirieren. Der Monumentalbau erinnerte Zeitgenossen an eine mittelalterliche Kaiserpfalz.

Christian Schwochert

Prominente Spanier fordern faire Beurteilung der Lebensleistung von König Juan Carlos Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 240

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König Juan Carlos I. in Abu Dhabi

Der spanische Altkönig Juan Carlos I. hat sich im Zuge der Vorwürfe, er habe im Zusammenhang mit dem Bau einer Eisenbahnstrecke in Saudi-Arabien Schmiergelder der Saudis angenommen, in Abu Dhabi niedergelassen. Es wird vermutet, daß er von der gegenwärtigen Regierung zu diesem Schritt gedrängt wurde, damit die katalanischen Separatisten und Republikaner dem Haushalt 2021 zustimmen – das passiert, wenn man sich von solchen Leuten abhängig macht.

Die Mehrheit zieht die parlamentarische Monarchie vor“ – Die spanische Tageszeitung ABC veröffentlichte Umfrageergebnisse, die eine deutliche Mehrheit für die monarchische Staatsform zeigen.

Vorher war gemutmaßt worden, daß Juan Carlos sich in Portugal oder der Dominikanischen Republik aufhalte. Derweil scheint das Kalkül der linkspopulistischen Regierung nicht aufzugehen, die sowohl von steigenden Coronazahlen als auch vom Zusammenbruch der für Spanien sehr wichtigen Tourismusindustrie bedroht ist, mit der Agitation gegen den Monarchen gleichzeitig von dem eigenen Versagen abzulenken. 55 % der Spanier glauben, daß es sich um einen Coup der Linken gehandelt hat, Juan Carlos ins Exil zu drängen, die Zustimmung zur Monarchie hat sich nicht verändert und liegt stabil über 50 % und 70 ehemalige spanische Minister aller Parteien haben in einem Brief ihre Unterstützung für den Altkönig ausgedrückt. Die letzten 40 Jahren seien die fruchtbarste Periode in der zeitgenössischen Geschichte Spaniens gewesen, so die Minister in einem offenen Brief. Auch der erste gewählte spanische Ministerpräsident unter Juan Carlos, der Sozialist Felipe Gonzalez, verteidigte das Ansehen des Monarchen. Unterstützung kam auch von anderen, wie zum Beispiel aus den spanischen Streitkräften, von Diplomaten, Sängern und Sängerinnen oder Sportlern wie Stierkämpfern, Seglern oder Fußballern. Derweil verhinderte die Regierungsmehrheit, daß ein Untersuchungsausschuß eingerichtet wird, der die Finanzierung der Podemospartei aus Venezuela und dem Iran untersucht, wozu die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen hat. Der Chef von Podemos, Pablo Iglesias, gab sich auch larmoyant, weil Spanier nach Aufforderung der rechten VOX-Partei regelmäßig vor seinem Anwesen demonstrieren. Als er selbst noch in der Opposition war, hatte er solche Demonstrationen gegen Regierungsmitglieder noch gelobt. L.R.

Hohenzollernentschädigung: Brandenburger Landesregierung signalisiert Gesprächsbereitschaft

Der Staub, den die heiße Wahlkampfphase im märkischen Sand aufwirbelte, hat sich nach dem Urnengang und der Neubildung einer SPD/CDU/Grünen-Landesregierung endlich gelegt und statt Polemik ist die nüchterne Betrachtung zurückgekehrt. Am vergangenen Montag hat die Brandenburger Finanzministerin Karin Lange (SPD) bekanntgegeben, man habe sich mit dem Haus Hohenzollern darauf verständigt, das beim Potsdamer Verwaltungsgericht anhängige Verfahren um eine Entschädigung für von der sowjetischen Besatzungsmacht beschlagnahmtes Eigentum der Familie bis September 2021 auszusetzen. Das Finanzministerium verlautbarte, dies geschehe auf Wunsch des Kaiserhauses und „aus Rücksicht auf parallel laufende Vergleichsverhandlungen zwischen der öffentlichen Hand und den Hohenzollern, bei denen es um die Eigentumsfrage um Inventar und Exponate aus Museumsschlössern geht“.

Die Finanzministerin schlägt einen viel konzilianteren Ton an als ihr Amtsvorgänger von der Linkspartei, Christian Görke. Dieser hatte im August 2019 kurz vor der Landtagswahl das bis dahin ruhende Entschädigungsverfahren am Potsdamer Verwaltungsgericht wieder aufnehmen lassen, um ein Urteil in der Sache, aber damit auch zu den behaupteten NS-Verstrickungen der Hohenzollern zu erzwingen.

Am 7. September 1950 ließ Walter Ulbricht das Berliner Stadtschloß sprengen. Das wiederaufgebaute Stadtschloß, das jetzt vor der Fertigstellung steht, findet sich nicht auf der Liste der Objekte, die das Haus Hohenzollern zurückfordert.

Frau Lange kehrt zur bewährten Kooperationsbereitschaft zurück, die unter den SPD-Ministerpräsidenten Manfred Stolpe und Matthias Platzeck gepflegt wurde. Prinz Georg Friedrich hat sich stets für eine gütliche Einigung ausgesprochen. Daß die Maximalforderung, die das Haus immer wieder vertreten hat, in der Öffentlichkeit als „Raffgier“ auslegt wurde, ist angesichts der Interessen der politischen Parteien nachvollziehbar, aber in Verhandlungen geht man stets mit allem, was einem zusteht. Abstriche nimmt man während der Gespräche vor. Sie stehen erst am Ende fest. Diese Taktik gilt für Tarifverhandlungen ebenso wie für Koalitionsgespräche. Merkwürdig, daß Politiker in diesem Fall Konzessionen schon vor Abschluß aller Expertenrunden verlangen. Vor einer juristischen Entscheidung war dem Haus Hohenzollern nie bang, aber eine  Einigung am Verhandlungstisch ist vorzuziehen. H.S.

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Die vollständige 240. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 240

Inhalt der 240. Ausgabe:

  • König Juan Carlos in Abu Dhabi
  • Brandenburger Landesregierung signalisiert Gesprächsbereitschaft
  • Liechtenstein will Entschädigungen
  • Sollen Angehörige der Königshäuser wählen gehen?

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Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an die corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.

König Juan Carlos hat das Beste aus den Möglichkeiten seines Landes und seines eigenen Handlungsspielraumes gemacht

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Zum Exil von König Juan Carlos I.

Unmittelbar vor und unmittelbar nach dem Ausbruch der Wirtschaftskrise, die Spanien mit voller Wucht ab etwa 2011 traf, lebte, arbeitete und studierte ich in jenem Land. Mein Universitätsabschluß wurde mir offiziell von „Juan Carlos I. und in seinem Namen“ vom Rektor meiner Universität ausgestellt, was schon ein bißchen mehr hermacht, als die ollen Abschlüsse in einer langweiligen Republik. Gegen Ende meiner Zeit in Spanien 2013 besuchte ich das Madrider Museum Reina Sofia. Dort war gerade eine temporäre Ausstellung darüber zu sehen, wie die Spanier früher gelebt haben, und ich war ob der Lebensverhältnisse dort noch in den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts überrascht beziehungsweise erschrocken: Viele Spanier wohnten noch in sogenannten Casas Cuevas oder Wohnhöhlen, die in den Stein geschlagen waren, andere in Lehmhütten oder sonstigen ärmlichen Behausungen. Viele Photos zeigten Menschen, die auf den Fußböden ihrer Behausungen an einer Feuerstelle saßen.

Am Ende des spanischen Erbfolgekriegs setzte König Ludwig XIV. im Friedensvertrag von Utrecht durch, daß mit seinem Enkel der erste Bourbone als König Felipe V. den spanischen Thron bestieg und gleichzeitig für alle Zeit auf alle Erbansprüche in Frankreich verzichtete.

Spaniens Zeiten als Supermacht waren im 20. Jahrhundert in der Tat lange vorbei: Nach dem Tod der katholischen Könige und dem Erlöschen des Hauses Trastámara regierten die Habsburger, als diese jedoch auch keinen Erben hinterließen, verlor sich das Land unter den Bourbonen in Thronfolge- und Bürgerkriegen. Eine starke Bindung der Bevölkerung an Monarchie und Kirche erreichte jedoch, daß es in Spanien war, wo Napoleon einen Krieg lange vor dem Verenden der Großen Armee an der Beresina und bei Leipzig verlor. Jedoch wurde auch nach 1815 die Modernisierung des Landes verpaßt. Spanien wurde in den 1870er Jahren zwar konstitutionelle Monarchie, in der sich Konservative und Liberale Partei abwechselten, jedoch waren diese nicht an der Entwicklung des Landes, sondern nur an der Bedienung der eigenen Klientel interessiert. 1898 verlor das Land seine letzten Überseekolonien in einem aussichtslosen Krieg gegen die USA – nur Kaiser Wilhelm II. bemühte sich damals, der spanischen Monarchie diplomatischen Beistand zu leisten.

Um die sozialen Verwerfungen und die Rückständigkeit des Landes zu beenden, führte das Militär dann in den 1920er Jahren mit Unterstützung von König Alfons XIII., dem Großvater von König Juan Carlos, eine Modernisierungsdiktatur ein. Mit Wirtschaftsminister José Calvo Sotelo, der später in der 2. Republik als Führer der monarchistischen Opposition im Parlament ermordet wurde, konnte Spanien große wirtschaftliche Fortschritte erzielen, jedoch gingen die Entwicklungen noch immer nicht schnell genug und am Ende wollte das Volk eine radikale Lösung. Der König ging 1931 ins Exil, wo auch Juan Carlos 1938 geboren wurde, und die extreme Linke und die extreme Rechte kämpften in der sogenannten 2. Republik um die Vorherrschaft im Land.

Nach dem Tod General Francos legte König Juan Carlos I. am 22. November 1975 den Eid auf die Verfassung ab.

Es folgten der Bürgerkrieg und weitere Jahre bitterer Armut für die meisten Spanier, jedoch erholte sich das Land ab den späten 40er Jahren. Damit einher ging, daß General Franco per Referendum 1947 die Monarchie wieder einführte, auch wenn zu seinen Lebzeiten ohne Monarchen. Jedoch saßen in allen Kabinetten General Francos Minister, die sich offen und laut für die Rückkehr der Bourbonen auf den Thron aussprachen, und der Diktator holte auch den jungen Prinzen Juan Carlos zu sich, der ihn einmal beerben sollte. Ebenfalls in den 40er Jahren begann der soziale Wohnungsbau und die Bilder von Spaniern an Feuerstellen in Lehmhütten verschwanden. In den 60er Jahren ließ Franco internationalen Tourismus zu, das Land verbesserte sich wirtschaftlich und Juan Carlos wurde 1969 zum offiziellen Nachfolger Francos ernannt. Trotzdem blieb das Land eine Diktatur, in dem die Opposition verfolgt wurde und zunehmend gewalttätig reagierte, siehe ETA und Co. Mit dem Tod Francos 1975 beginnt die eigentliche Geschichte von König Juan Carlos I., der vorher stets bemüht sein mußte, den General nicht zu verärgern. Es erscheint heute vielleicht banal, jedoch in Zeiten von Grenzen des Sagbaren, Netzwerkdurchsetzungsgesetz, Haltungsjournalismus usw. auch wieder nicht: Der Umstand, daß alle Spanier heute ihre Meinung sagen und dafür eintreten dürfen, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen, ist das alleinige Verdienst des Königs. Dabei wollten Franco und seine Eliten, daß das Land auch nach dem Tod des Generals weiter autokratisch regiert wird. Juan Carlos setzte sich jedoch durch und die Spanier stimmten der demokratischen Verfassung 1978 mit einer überwältigenden Mehrheit zu. Wenn heute von Gegnern der Monarchie gesagt wird, daß dem König die Legitimität fehlt, da er von Franco eingesetzt wurde, so ist dem entgegenzuhalten, daß den Deutschen ein Referendum über ihre Verfassung sowohl 1949 als auch 1990 verwehrt wurde, die spanische Verfassung und die Monarchie also über eine höhere demokratische Legitimität verfügen als die Bundesrepublik.

König Juan Carlos und ex-Premierminister Felipe Gonzáles behielten auch nach beider Ausscheiden aus ihren Ämtern freundliche Kontakte bei.

Nach Francos Tod wurde Spanien auch in die EU aufgenommen und das nachhaltige Wachstum konnte noch gesteigert werden. Der weitgehend vernünftig regierende sozialistische Premier Felipe Gonzalez wurde irgendwann abgewählt – im übrigen aufgrund eines Korruptionsskandals – und ihm folgte der Konservative José María Aznar, während sich der König Stück für Stück auf eine repräsentative Rolle zurückzog, so wie es auch sein sollte. Unter Aznar verließ Spanien jedoch den Weg des nachhaltigen Wachstums zugunsten eines künstlichen Baubooms. Es war in dieser Zeit nicht selten, daß ein ungelernter Arbeiter auf dem Bau bis zu 3.000 Euro verdiente, wobei ein Drittel bei der Sozialversicherung angegeben wurde, zwei Drittel gab es dagegen schwarz auf die Hand. Und hier begann auch das Problem, an welchem das Land bis heute leidet. Obwohl es von außen relativ offensichtlich ist, daß eine Wirtschaft, die sich nur auf Tourismus, den Bau und die Schattenwirtschaft stützt, nicht funktionieren kann, denken die meisten Spanier an jene Tage noch immer als eine sehr gute Zeit, in der fast jeder Spanier auch ein paar Geschäfte am Laufen hatte, die er dem Fiskus nicht meldete. Dies wurde in Zeiten des wirtschaftlichen Booms nicht als moralisch verwerflich erachtet und der Staat blickte ebenfalls darüber hinweg, blieben doch trotzdem noch genug Steuereinnahmen.

Auf Aznar folgte Zapatero, der leider mehr Kompetenzen im Bereich von Gendersternchen als in Ökonomie besaß und die durch Mißwirtschaft verursachte Krise traf die Spanier daher mit voller Wucht und unabgefedert, was dann natürlich auch zu einem Umdenken im Hinblick auf Korruption führte, da es jetzt eine große Zahl Spanier gab, die am Ende des Monats nicht mehr genug Geld hatten. Die gegenwärtigen Vorwürfe gegen den König, er habe 2008, also vor dem Crash, im Zusammenhang mit dem Bau einer Eisenbahnstrecke in Saudi-Arabien Geld genommen, sind in diesem Zusammenhang zu sehen und im übrigen schon sehr lange bekannt. Selbst nach dem Umdenken im spanischen Volk im Zuge der Krise war bislang aber die Meinung unter den Normalspaniern, daß der König, wenn er der spanischen Wirtschaft zu Aufträgen verhilft, dafür auch Geld nehmen kann, und man hat das nicht als große Sache gesehen. Dies ändert sich erst jetzt, wo die linkspopulistische Regierung von ihren eigenen Leichen im Keller ablenken möchte. Dies ist dabei durchaus bildlich zu verstehen, denn Spanien war und ist eines der Länder, welches bislang weltweit am schlechtesten durch die Coronakrise gekommen ist. Die tatsächliche Zahl der Toten liegt dabei mit 50.000 wohl doppelt so hoch, wie von der Regierung zugegeben, denn die Übersterblichkeit lag entsprechend. Doppelt so hoch ist auch der Einbruch des BIP im Vergleich zu Deutschland. Er liegt bei etwa 22 %. Die EU-Hilfen von denen vor allem Spanien und Italien profitieren sollen, werden wahrscheinlich auch wirkungslos verpuffen, da ein bedingungsloses Grundeinkommen eingeführt werden soll, anstatt nötige Investitionen und Reformen zu finanzieren. Dies alles geschieht unter dem Vorsitz einer merkwürdigen Kamarilla: An der Spitze steht der Sozialist Pedro Sánchez, der seinen Wählern versprach, auf keinen Fall mit den Linkspopulisten und den Separatisten zu paktieren und noch nicht einmal zwei Tage nach den Wahlen abwartete, um genau dies zu tun. Mit ihm koaliert die linkspopulistische Podemospartei von Pablo Iglesias, der sich und seine Partei wohl von Iran und Venezuela finanzieren ließ, wie momentan gerade ermittelt wird. Von ihm gibt es alte Aufnahmen, in denen er verurteilt, daß Manager und Politiker hohe Gehälter bekommen, während es in Spanien Menschen gibt, die weniger als 1000 Euro verdienen.

Graphische Darstellung, wie die finanziellen Quellen von Podemos aussehen (sollen).

Das war jedoch, bevor er mit seiner Lebensgefährtin, die er zur Ministerin gemacht hat, in eine 600.000 Euro teure Villa zog, wo er dann bisweilen eine Fahne der Republik hisst. Der dritte im Bunde ist der sympathische Rassist Quim Torra, der katalanische Separatistenführer, der von den Spaniern, die nach ihm eine Lücke in der ADN haben, als „Bestien, die unter uns leben“ schrieb und mit seinem Überbiß, der hohen Stirn und den aschenbecherdicken Brillengläsern auch physisch beispielhaft für den neuen katalanischen Herrenmenschen steht. Von ihm läßt Sánchez sich dulden. Die Spanier, König Felipe VI. aber auch die EU, die diese Regierung mit Finanzspritzen am Leben hält, können einem also leidtun und der Verdacht, daß dieser bunte Haufen, der sich euphemistisch Regierung nennt von den eigenen Problemen ablenken möchte, liegt nicht ganz fern. Dies auf Kosten des Altkönigs zu tun und ihn mehr oder weniger ins Ausland zu zwingen, ist natürlich schäbig, dies dürfte den (Un-)Verantwortlichen jedoch egal sein.

Alles in allem waren die spanischen Bourbonenkönige zwar allesamt keine Ausnahmeerscheinungen wie beispielsweise die katholischen Könige, auch Juan Carlos nicht. Er hat jedoch gerade in der Zeit, in der er selber nicht nur geherrscht, sondern auch regiert hat, aber auch danach das Beste aus den Möglichkeiten seines Landes und seines eigenen Handlungsspielraumes gemacht. Ihn aus tagespolitischen Gründen zu verurteilen, ist nicht nur menschlich verwerflich, ob der Qualität der spanischen politischen Klasse muß man es dieser auch direkt absprechen, sich über mögliche Verfehlungen anderer zu äußern.

Zum Schluß noch etwas Persönliches. Ich habe in fünf verschiedenen Ländern länger gelebt und das Niveau an politischer und persönlicher Freiheit empfand ich nirgends so hoch, wie in Spanien. Dafür danke ich König Juan Carlos I. ganz persönlich. L.R.

Vom Autor ist ein Buch über seine Erfahrungen in Spanien erschienen. Das Buch „Die spinnen, die Spanier“ ist im Buchhandel für 10,99 € erhältlich. Als E-Book kostet es 7,99 €.

Spaniens Republikaner blasen zum Halali Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 239

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Spanien: Republikaner blasen zum Halali

Um eine Volksseele zum Kochen zu bringen, bedarf es wenig. Davon können gerade die Deutschen ein Lied singen. Zur Zeit ist dies wieder in Spanien zu beobachten, wo mittels einiger Informationsbröckchen zur Jagd auf die monarchische Staatsform geblasen wird. Angefacht wurde die neue Entwicklung durch den Entschluß des emeritierten Königs Juan Carlos I., Spanien zeitweilig zu verlassen. In einem Brief (siehe rechts) ließ es dies Seine „Majestät, lieber Felipe“ wissen. Er ist nicht mehr im Land, wenngleich das schnell genannte Ziel Dominikanische Republik offensichtlich nicht angeflogen wurde. Es ist auch versichert worden, König Juan Carlos werde sich allen Vorwürfen stellen, wenn dies verlangt werde. Nach einer Flucht sieht dies nicht aus.

In Deutschland rückte die Berliner Zeitung die Proportionen gerade: „Am 8. August 2008 hatte der – mittlerweile verstorbene – saudische König Abdullah 100 Millionen $ auf das Schweizer Konto einer panamaischen Stiftung von Juan Carlos überwiesen. Man braucht keine weiteren Details der Geschichte zu kennen … 100 Millionen $. Schweizer Konto, Stiftung in Panama, Juan Carlos. All das wollte man nie zusammen in einem Satz lesen.

In den vergangenen Wochen haben sich die spanische und Teile der internationalen Presse angewöhnt, wegen dieser 100 Millionen von „Schmiergeldern“ und einem „Finanzskandal“ zu sprechen. Ganz so gewiss ist das nicht, auch wenn es dafür ein paar – und nicht nur schwache – Indizien gibt. Warum hat König Abdullah seinem spanischen Königskollegen so viel Geld geschenkt? Mutmaßlich aus Dankbarkeit für seine Vermittlungstätigkeit bei einem Großauftrag für die spanische Eisenbahnindustrie: dem Bau der Schnellbahnstrecke zwischen Mekka und Medina. Nach einem Bericht von El País glaubt Bertossa, dass Juan Carlos bei den spanischen Auftragnehmern einen Preisnachlass um beinahe 30 Prozent herausgehandelt hat. Das klingt nicht nach klassischer Korruption und erst recht nicht nach einem Schmiergeldfall.

Und weil nun die Gegner des Königtums in Spanien ihre Jagdleidenschaft angefacht sehen, ist diese Erläuterung der Berliner Zeitung einleuchtend: „Einer von Sánchez’ Stellvertretern, Pablo Iglesias von der Linkskoalition Unidas Podemos, schrieb am Montagabend auf Twitter, die „Flucht ins Ausland“ von Juan Carlos sei eines Staatschefs „unwürdig“. Der frühere Podemos-Anwalt José Manuel Calvente sagte gerade vergangene Woche vor einem Richter über mögliche schwarze Kassen in seiner alten Partei aus. Podemos-Chef Iglesias sollte wissen, dass Verdächtigungen nicht dasselbe wie Tatsachen sind.

Wie alle anderen Parteiführer wurde auch Pablo Iglesias Turrión von König Felipe VI. zu Konsultationen empfangen. Ein König grenzt, anders als ein Präsident, niemanden aus.

Die Rufe nach einer  weiteren Republik in Spanien – nach zwei kläglich gescheiterten Versuchen – waren vorhersehbar und kamen aus der üblichen Ecke. Für die Ersetzung der Monarchie durch eine republikanische Staatsform wäre eine Zweidrittelmehrheit in beiden Häusern des Parlaments und ein Referendum nötig. Gegenwärtig geben sich 70 der 350 Abgeordneten als Verfassungsänderer zu erkennen. Pablo Iglesias als zweiter stellvertretender Ministerpräsident spielt als politisch alter Hase den Lautsprecher der Republikaner. Von seinem 14. bis 21. Lebensjahr kämpfte er in der UJCE (Union der kommunistischen Jugend Spaniens), während einer Italienreise näherte er sich der dortigen Kommunistischen Partei und der Idee ihres Parteiführers Berliguer an, sich über Koalitionen Zugang zu den politischen Schalthebeln zu verschaffen. Aber seine Wurzeln im Kampf gegen das spanische Establishment reichen tiefer. Sein Vater, Francisco Iglesias, gehörte der Terrororganisation FRAP an (Frente Revolucionario Antifascista y Patriota = Revolutionäre Antifaschistische und Patriotische Front, mangels deutschsprachigem Wikipediaeintrag sei auf den englischen FRAP-Artikel verwiesen.) Die FRAP verübte während ihrer aktiven Phase (1971—1978) zahlreiche Mordanschläge. Vater Iglesias wurde zweier Polizistenmorde beschuldigt, jedoch nie angeklagt. Die erste sozialistische Regierung Spaniens erließ 1982 per königlichem Dekret eine Amnestie. Sohn Pablo Iglesias versprach im Januar 2020 bei der Vereidigung des Kabinetts von Pedro Sánchez dem König und der Verfassung die Treue. Sehr ernst kann er dies nicht gemeint haben.

Dafür melden sich nun andere zugunsten der Monarchie, des emeritierten Königs und König Felipes zu Wort. Die Bekenntnisse reichen von En defensa de don Juan Carlos de Borbón bis zu “Juan Carlos es el español que más ha hecho por la paz y el progreso, ¿cómo le pagamos así?”. Es war der erste sozialistische Ministerpräsident des demokratischen Spaniens, Felipe González, der im staatlichen Fernsehen um „Respekt für die Unschuldsvermutung“ und für das „historische Erbe“ von Juan Carlos warb. Er erinnerte auch an dessen Beitrag zur Demokratisierung Spaniens nach 1975.

Dankbarkeit ist im politischen Geschäft rar. Hier ist sie angebracht. Und noch etwas muß in Erinnerung gerufen werden. In diesem Fall tat dies die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ): „Das Königshaus gehört zur DNA der spanischen Demokratie.“      H.S.

Danke, Majestät – Juan Carlos, immer König.

Unruhen in Thailand

Wie bereits in mehreren Coronaartikeln befürchtet, beginnt die Unzufriedenheit eines Teils der thailändischen Bevölkerung mit der Militärregierung und die demonstrativ zur Schau gestellte Königstreue derer, die diese Regierung stützen, auch die Monarchie zu beschädigen. Das Handeln des gegenwärtigen Königs Vajiralongkorn, welcher sein Land von Bayern aus regiert, ist dabei sicher auch nicht hilfreich. Zwar beschränken sich die Proteste gegen den König noch auf Studenten und Regimegegner im Ausland, wäh-rend sich der Zorn der meisten Demonstranten gegen die Militärregierung richtet. Trotzdem ist es das erste Mal, daß im Land Kritik am König einen größeren Umfang annimmt. Ein schlechtes Zeichen ist auch, daß die Proteste am Geburtstag des Königs weitergingen. Zwar versuchte die Regierung mit Zustimmung des Königs der Opposition einige Zugeständnisse zu machen, so wurde der Majestätsbeleidigungsparagraph ausgesetzt, der einer der härtesten der Welt ist, Gefängnisstrafen zwischen drei und 15 Jahren vorsieht und in der Vergangenheit von den Militärs auch dazu genutzt wurde, un-geliebte Gegner zum Schweigen zu bringen, die eigentlich nichts oder nicht viel gegen den König gesagt hatten. Die Befürworter der Regierung, die ihre Anhänger ebenfalls auf die Straßen brachten und zu denen der größte Teil der wirtschaftlichen Elite des Landes gehört, drohten aber mit Gewalt und ökonomischen Repressalien – so sollen Demonstranten gegen die Regierung beispielsweise ihre Jobs verlieren. Diese Maßnahme wäre sicher nicht dazu geeignet, den Frieden in der Gesellschaft zu wahren.

Sonderbriefmarke aus Anlaß der Krönung von König Vajiralongkorn.

Unterdessen rufen sowohl die Militärs als auch wichtige Oppositionelle dazu auf, die Monarchie nicht infrage zu stellen. Auch die Opposition betont, daß sie sich die Wiedereinsetzung einer konstitutionellen Form wünscht, die von der Armee ausgesetzt worden war. Die Militärs hatten die Macht übernommen, nachdem Premierminister Thaksin Shinawatra der Korruption bezichtigt und ins Ausland geflohen war. Dies geschah noch zu Zeiten, des alten, hochverehrten Königs Bhumibol, und es regte sich wenig Widerstand. Da sein Nachfolger nicht mehr dieselbe Popularität genießt, kommen die politischen Differenzen zu Zeiten der wirtschaftlichen, sozialen und gesundheitlichen Folgen der Coronakrise nun zum Tragen. L.R.

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Die vollständige 239. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 239

Inhalt der 239. Ausgabe:

  • Spanien: Republikaner blasen zum Halali
  • König Philippe mahnt belgische Parteien
  • Unruhen in Thailand

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Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an die corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.

Iran seit 40 Jahren ohne Schah

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Mohammad Reza Schah Pahlawi, (* 26. Oktober 1919 – † 27. Juli 1980)

Vor 40 Jahren starb Schah Mohammed Reza Pahlawi

Die Nachricht vom Tod des iranischen Schahs Mohammed Reza Pahlawi am 27. Juli 1980 überraschte eigentlich keinen. Sein vom Morbus Waldenström (MW), einer malignen Lymphomerkrankung, gezeichneter Körper war photographiert durch die Weltpresse gezerrt worden und legte ein deutliches Zeugnis von seinem Gesundheitszustand ab. Seine alten Feinde – kommunistische wie fundamentalistisch-islamistische Gruppierungen – hatten genüßliche Kommentare dazu geliefert, die vor Menschenverachtung nur so trieften. Der Monarch starb jedoch in einem Krankenbett und wurde nicht von einem Killerkommando getötet. Das Mullahregime in Tehran hatte Todesschwadron losgeschickt, die in Westeuropa und den USA seine Gegner zum Teil auf offener Straße erschossen, in die Luft sprengten oder erstachen: Mitglieder der kaiserlichen Familie, kaisertreue Politiker und Militärs oder auch nur Menschen, die lieber im Exil statt in einem Gottesstaat leben wollten, waren die Ziele der Mörderkommandos.

Dem Trauerzug durch Kairo folgten Zehntausende. In der erste Reihe: Kaiserin Farah, Richard Nixon, Kronprinz Reza (II.), Präsident Sadat und König Konstantin II.

Kaiserin Farah am Grab ihres Mannes in Kairo.

Seine letzten Tage verbrachte der Schah im Schutz eines seiner wenigen Freunde, des ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat. Und obwohl ein beeindruckender Trauerzug den Sarg des verstorbenen Monarchen zum eigens für ihn errichteten Mausoleum geleitete, hatten die meisten der Politiker, die sich vor 1978 um eine Audienz bei ihm rissen, so getan, als hätten sie nie etwas mit ihm zu tun gehabt. Der ehemalige US-Präsident Richard Nixon kam nach Kairo und der griechische König Konstantin erwies dem Schah die letzte Ehre.

Bis zu seiner erzwungenen Ausreise im Januar 1979 galt der Schah als großer Reformer, der den Iran auf das 21. Jahrhundert vorbereitete. Die von ihm 1963 initiierte Weiße Revolution sollte besonders der benachteiligten Landbevölkerung helfen. Eine Armee des Wissens wurde ausgesandt, das Analphabetentum zu bekämpfen. Abiturienten wurden als Lehrer auf die Dörfer geschickt, um Bauernkinder Lesen und Schreiben beizubringen. Der Erfolg setzte allmählich ein: In jedem Jahrfünft sank die Analphabetenrate um 10% – von 1963 bis 1978 von 90% auf 60%. Ähnliche Basisarbeit leisteten die die jungen Männer und Frauen der Armee der Gesundheit und der Armee für die Entwicklung der Landwirtschaft. Die Bodenreform, die auch seine eigenen Landgüter nicht aussparte, gab den Bauern Besitz und Freiheit. Daß auch der Klerus seine Latifundien verlor, trug ihm den Haß vieler Geistlicher ein, namentlich des Großgrundbesitzer Ayatollah Khomeini.

Die Revolution von oben ging manchen nicht schnell genug, anderen zu schnell. Die Unzufriedenheit wurde von vielen interessierten Gruppen angeheizt und benutzt. Fehler der kaiserlichen Regierung, Verhaftungen von politischen Gegnern, ein schwer zu kontrollierender Geheimdienst und eine nicht auszurottende Korruption schürten die Unruhen, die sich bis Ende 1978 immer weiter ausbreiteten. Die Krebserkrankung des Kaisers kam noch hinzu und behinderte Entscheidungsfindungen.

Am 40. Jahrestag seines Todes gedenken die Kaisertreuen im weltweiten Exil des Kaisers, in dessen Reich bei weitem nicht alles perfekt war, wo jedoch Religionsfreiheit herrschte und nationale Minderheiten nicht in ihrer kulturellen Eigenart unterdrückt wurden. Kaiserin Farah hat aus Anlaß des Jahrestags eine Erklärung veröffentlicht, in der sie betonte, die Islamische Republik habe in den 40 Jahren ihrer Existenz den Iran „ärmer, bedürftiger und hungriger“ gemacht.

Die politische Lage in Westasien hat sich in den letzten 40 Jahren nur zum Schlechten entwickelt. Als dritte Großmacht mischt nun auch die Volksrepublik China kräftig mit und macht Rußland und den USA Einfluß streitig. Welche Rolle ein unabhängiger iranischer Schah, der sich keiner Macht verkauft, im geopolitischen Kräftemessen spielen könnte, gehört zu den interessanten Gedankenspielen, die jedoch kaum in den Hauptstädten Europas, Asiens und Amerikas durchkalkuliert werden. „We don’t do Kings“, sagte die frühere US-Außenministerin Madeleine Albright, um damit ihre Ablehnung einer Rückkehr der afghanischen Monarchie zu begründen. Sie machen nicht einmal Könige, wenn es dem Frieden förderlich wäre.

Der König der Belgier fordert am Nationalfeiertag: „Wir brauchen einen klaren Kurs“

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Ansprache Seiner Majestät des Königs zum Nationalfeiertag

20. Juli 2020

Meine Damen und Herren,

die Corona-Pandemie ist eine Krise, wie wir sie noch nie erlebt haben. Für viele von uns hat sie viel Leid verursacht. Sie hatte, und hat noch immer, schlimme Folgen. Ich denke ganz besonders an diejenigen von Ihnen, die einen nahen Menschen verloren haben, ohne dass Sie ihn auf seinen letzten Lebensweg begleiten konnten, und ohne dass Sie gebührend Abschied nehmen konnten. Die Königin und ich, und das ganze Land, sind im Herzen bei Ihnen.

Unsere Gedanken sind auch bei denjenigen von Ihnen, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, schwere finanzielle Einbußen hinnehmen mussten oder sogar Konkurs erlitten haben, die ihre Projekte aufgeben mussten oder deren Träume zerplatzt sind.

Diese Krise hat die Zerbrechlichkeit und die Schwächen unserer Gesellschaft entblößt. Sie trifft zuallererst die Schwächsten unter uns. Die Älteren, denen ich meine Anerkennung dafür zollen möchte, wie würdevoll sie das Ansteckungsrisiko und die Einsamkeit ertragen haben. Die Kinder, denen auf einmal ein Teil ihrer Unbekümmertheit genommen wurde. Die Jugend, deren Ausbildung heftig durcheinander gebracht wurde.

Die Krise hat auch die bestehenden sozialen Unterschiede verschärft. Denn sie trifft diejenigen umso stärker, die ohnehin schon in prekären Verhältnissen und in einem schlechten Wohn- und Bildungsumfeld leben. Der Lockdown hat leider auch zu mehr Spannungen in den Familien, am Arbeitsplatz und auf der Straße geführt. Mehr denn je müssen wir denjenigen unsere Aufmerksamkeit schenken, die keine Stimme haben, die in aller Stille leiden.

Die schwere Zeit, die wir gemeinsam durchmachen, hat aber auch unsere Qualitäten offenbart. Inmitten der Krise haben wir die Kraft der gegenseitigen Hilfe und Fürsorge erlebt. Ich denke hier vor allem an das Pflegepersonal, aber auch an die Lehrkräfte. Tatsächlich hat ganz Belgien Mut und Kreativität gezeigt. Das konnte ich bei unseren vielen Kontakten und Besuchen selbst erfahren. Und das hat mich tief beeindruckt.

Wir haben den Wert des Allgemeinwohls, der Rolle des Staates und des öffentlichen Dienstes wiederentdeckt. Wir haben gemerkt, wie fruchtbar die Zusammenarbeit sein kann zwischen dem privaten und öffentlichen Sektor, zwischen Experten und Regierung, zwischen Universitäten, Wissenschaftszentren, und zwischen den verschiedenen Entscheidungsebenen unseres Landes. Lassen wir uns diese Dynamik fortsetzen.

In den letzten Monaten haben wir bewiesen, dass wir, wenn es darauf ankommt, schnell entscheiden und gemeinsam handeln können. Natürlich ist nicht alles perfekt gelaufen, aber wir haben standgehalten. Wir haben gewaltige Mittel frei gemacht, um unsere Wirtschafts- und Sozialstruktur zu wahren, und um die Folgen der Pandemie abfedern zu können.

Jetzt kommt es darauf an, wieder aufzubauen und unsere Aktivitäten hochzufahren, mit einer langfristigen Vision und mit all unserer Energie und unserem Erfindungsreichtum.

Diese Krise hat uns die Augen geöffnet. Sie hat uns wachgerüttelt und uns aus dem Komfort unserer Sicherheiten gerissen. Sie zwingt uns darüber nachzudenken, wie wir leben, wie wir unsere Arbeit organisieren, wie wir unterrichten, wie wir produzieren und konsumieren, wie wir uns fortbewegen und reisen.

Jetzt haben wir die einmalige Chance, unser wirtschaftliches und gesellschaftliches Zusammenleben neu auszurichten – gerechter, nachhaltiger, mit Ambition und Vertrauen in die Zukunft. Und getragen von den Werten, die wir in den letzten Monaten so intensiv erlebt haben.

Meine Damen und Herren,

manchmal wartet die Geschichte nicht. Der Wiederaufschwung ist eine Herkulesaufgabe, die wir nur alle gemeinsam schaffen können. Um jeden an Bord zu kriegen, brauchen wir jedoch einen klaren Kurs. Das ganze Land erwartet jetzt dringend die Bildung einer beschlussfähigen und stabilen Regierung. Enttäuschen wir es nicht. Gelingen wird uns das Ganze aber nur, wenn wir Mut beweisen und über unseren eigenen Tellerrand hinausschauen.

Die Königin und ich wünschen Ihnen einen schönen Nationalfeiertag.

Die königliche Familie nach dem Te Deum in der Kathedrale Saint Michael und Saint Gudula in Brüssel.

Diamanthochzeit des Herzogspaars von Württemberg

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Der weltweiten Pandemie ist es geschuldet, daß die Diamanthochzeit Seiner Königlichen Hoheit Herzog Carl und Ihrer Königlichen Hoheit Herzogin Diane von Württemberg heute nicht groß gefeiert werden kann.

Der Erbe des Hauses Württemberg und das sechste von elf Kindern des Grafen und der Gräfin von Paris heirateten am 18. Juli 1960 standesamtlich und die kirchliche Trauung folgte am 21. Juli. Einer der Konzelebranten der Traumesse war ein Bruder des Bräutigamvaters. Pater Odo OSB, wie Herzog Karl von Württemberg nach seinem Eintritt in den Benediktinerorden hieß, assistierte dem Bischof im Gottesdienst.

Auf diesem Presseausschnitt aus der französischen Wochenzeitung „Point de Vue“ ist Pater Odo OSB links im Bild bei der Trauung in der Schloßkirche St. Michael, Altshausen, zu sehen. Er war ein jüngerer Bruder Herzog Philipp Albrechts und Onkel von Herzog Carl von Württemberg.

Das Kleid Herzog Dianes war von Yves Saint Laurent für Dior kreiert, das Diamantdiadem stammt aus dem Besitz der württembergischen Königsfamilie.

 

Nach dem Gottesdienst ging das Brautpaar durch ein Spalier von Pressephotographen und begeisterter Zuschauer.

Das Brautpaar beim Empfang nach der Trauung.

Der Brautvater, Henri Graf von Paris (li.), und König Umberto II. von Italien (re.) umgeben das Brautpaar.

In Erinnerung an die königliche Hochzeit wurde diese Medaille mit württembergischem und französischen Königswappen geprägt.

Dieses Photo vom Weihnachts-/Neujahrsgruß von 2016/2017 zeigt die ganze Familie mit allen Kindern, Schwiegerkindern und Enkeln.

Die Nachkommen des königlichen Ehepaars:

• Herzog Friedrich Philipp Carl Franz Maria (1. Juni 1961 – 9. Mai 2018), standesamtliche Trauung 11. November und kirchliche 13. November 1993 in Altshausen – Prinzessin Wilhelmine Marie zu Wied (27. Dezember 1973 München), Ururenkelin von König Wilhelm II., dem letztregierenden König von Württemberg, Tochter von Fürst Ulrich zu Wied und Fürstin Ilke.

Ihre Kinder:
o Herzog Wilhelm Friedrich Carl Philipp Albrecht Nikolaus Erich Maria von Württemberg (Ravensburg, 13. August 1994).
o Herzogin Marie-Amelie Diane Katherine Beatrix Philippa Sophie von Württemberg ( Ravensburg, 11. März 1996).
o Herzogin Sophie-Dorothea Martina Johanna Henriette Charitas Maria von Württemberg (Ravensburg, 19. August 1997).

• Fürstin Mathilde Marie-Antoinette Rosa Isabelle (11. Juli 1962 in Friedrichshafen), heiratete am 17. November 1988 Fürst Erich von Waldburg zu Zeil und Trauchburg (21. November 1962 in Ravensburg, Enkel von Herzog Albrecht von Bayern), haben fünf Töchter:
o Gräfin Marie-Thérèse Walburga Gabrielle Diana Georgina Franziska von Waldburg zu Zeil und Trauchburg (5. Oktober 1989 in Memmingen).
o Gräfin Marie Elisabeth Walburga Apollonia Alexandra Friederike von Waldburg zu Zeil und Trauchburg (31. Dezember 1990 in Ravensburg).
o Gräfin Marie Charlotte Walburga Antonia Adelheid Viktoria Henriette von Waldburg zu Zeil und Trauchburg (10. Mai 1992 in Ravensburg).
o Gräfin Marie Hélène Walburga Yolande Christiana Michaela von Waldburg zu Zeil und Trauchburg (29. November 1993 in Ravensburg).
o Gräfin Marie Gabrielle Walburga Angelika Antonia Friederike Fleur von Waldburg zu Zeil und Trauchburg (29. November 1996 in Ravensburg).

• Herzog Eberhard Alois Nikolaus Heinrich Johannes Maria (20. Juni 1963 in Friedrichshafen), heiratete 2011 Lucia Desiree Copf (29. Dezember 1969 in Samedan), und hat mit ihr einen Sohn:
o Herzog Alexander Ferdinand Peter Mathias Maria von Württemberg (19. Januar 2010 in Mannheim).

• Herzog Philipp Albrecht Christoph Ulrich Maria (1. November 1964 in Friedrichshafen), heiratete am 28. Juni 1991 Herzogin Marie-Caroline in Bayern (23. Juni 1969 in München), Tochter von Herzog Max in Bayern:
o Herzogin Sophie Anastasia Assunta Marie Pauline von Württemberg (15. Januar 1994 in München), heiratete am 30. Oktober 2018 Graf Maximilien d’Andigné (Sohn des Grafen Hervé d’Andigné und Gräfin Marie-Adélaïde de la Barre de Nanteuil)
o Herzogin Pauline Philippa Adelheid Helena Marie von Württemberg (15. April 1997 in London).
o Herzog Carl Theodor Philipp Maria Max Emanuel von Württemberg (15. June 1999 in London).
o Herzogin Anna Maximiliana Elizabeth Mariella Marie von Württemberg (2. Februar 2007 in London).

• Herzog Michael Heinrich Albert Alexander Maria (1. Dezember 1965 in Friedrichshafen), heiratete 2006 Julia Ricarda Storz (geboren 1965).

• Herzogin Eleonore Fleur Juanita Charlotte Eudoxie Marie-Agnès (4. November 1977 in Altshausen), heiratete 2003 Graf Moritz von Goëss (geboren 1966). Ihre Kinder:
o Graf Zeno Carl Philipp Alfonso Maria von Goëss (30. Oktober 2004 in Wien).
o Gräfin Flaminia von Goëss (25. Februar 2006).
o Gräfin Livia von Goëss (geboren im Juli 2010).


Dem hohen Paar einen herzlichen Glückwunsch zum Diamantenen Ehejubiläum und noch viele gemeinsame Jahre zum Wohle Württembergs.

Stiftung Preußischer Kulturbesitz auflösen? Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 238

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Stiftung Preußischer Kulturbesitz könnte aufgelöst werden

Eine von der Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) 2018 in Auftrag gegebene Studie kommt zu dem Ergebnis, daß die Stiftung Preußischer Kulturbesitz aufgelöst werden sollte. Die Stiftung wurde 1957 in der Bundesrepublik gegründet und sollte die Kulturgüter des ehemaligen Landes Preußen erhalten, insofern sie sich eben in ihrem Zugriffsbereich befanden. Nach der Wiedervereinigung vergrößerte sich das Volumen der Aufgaben und zu verwaltenden Liegenschaften und Güter noch einmal, so daß die Stiftung heute die größte deutsche Kulturstiftung ist.

Die Studie attestiert ihr nun eine strukturelle Überforderung. Sie und die von ihr verwalteten Kultureinrichtungen drohten, den Anschluß an internationale Entwicklungen zu verlieren, vor allem in einer internationalen Perspektive. Details, was damit genau gemeint ist, sind allerdings nicht bekannt. Es wird in der Studie empfohlen, die Dachorganisation aufzulösen und separate Einrichtungen zu schaffen: das Iberoamerikanische Institut, die Staatsbibliothek, das Geheime Staatsarchiv, die staatlichen Museen. Ob eine der Nachfolgeorganisationen noch den Namen Preußens trägt, darf angesichts der Hochkonjunktur der Bilderstürmerei bezweifelt werden. Der gegenwärtige Chef der Stiftung, Hermann Parzinger, kommt zwar aus Bayern und eine Affinität für Preußen dürfte eher nicht vorhanden sein. Dennoch hat er seine Arbeit geräuschlos gemacht, was bedeutet, ohne Aktionskunst und ohne ideologisch motivierte Zeichen setzen zu wollen. Im Grunde genommen hat er also das getan, was man in dem Job tun sollte: die Kunstschätze unter seiner Verwaltung der Öffentlichkeit zu erhalten und aus diesem Blickwinkel erscheint eine Auflösung der von ihm geleiteten Dachorganisation wenig sinnvoll. Wenn die Stiftung jedoch den Anschluß zu verlieren droht, weil sie nicht politisch genug ist, indem sie etwa, wie derzeit gefordert, Denkmäler auf den Kopf stellt oder ihnen selbigen abschlägt, wäre es vielleicht wirklich besser, wenn damit der Name Preußens nicht in Verbindung gebracht würde. L.R.

Australien: Der Streit um die königliche Korrespondenz ist beendet – wirklich?

In Australien ging ein seit fast 45 Jahren schwelender Streit zu Ende. Die Kernfrage lautete: Was wußte das Staatsoberhaupt der Landes, Königin Elizabeth II., davon, daß ihr Vertreter in Australien, Sir John Kerr, den Premierminister das Landes, Gough Whitlam, am 11. November 1975 ohne Vorwarnung entließ und an seiner Statt den Oppositionsführer Malcolm Fraser als Regierungschef mit der Maßgabe einsetzte, daß er Neuwahlen durchführen werde.

Der Vorgang diente Republikanern als Argument gegen die konstitutionelle Monarchie. Sie behaupteten grundlos, die Königin habe undemokratisch gegen eine gewählte Regierung gehandelt. Womögliche habe ihr die progressive Richtung nicht gefallen. Wie immer bei strittigen Sachfragen, liegen die Umstände komplizierter. Der Sozialdemokrat Whitlam gewann 1972 nach mehr als 20-jähriger liberaler Dominanz die australischen Parlamentswahlen und wirbelte die politische Landschaft durcheinander. Manche begeisterte dies, andere empfanden es als zerstörerisch. Neuwahlen zwei Jahre später reduzierten Labors Mehrheit und gab der Opposition eine Mehrheit in der zweiten Kammer, dem Senat. Damit blockierte sie 1975 den Haushalt. Der Regierung ging das Geld aus und in seiner Not wandte sich Whitlam an ausländische Geldgeber und wollte mit geborgtem Geld weiterregieren. Der Generalgouverneur als Wächter der Verfassung sah darin einen Verfassungsbruch und forderte von Whitlam, daß er den Ausweg in Neuwahlen suchen sollte. Whitlam wollte nur die Hälfte des Senats neu bestimmen lassen. Das sah Sir John als nicht ausreichend an. Mit der Entlassung Whitlams und der Einsetzung des Oppositionsführers als neuen Regierungschef, der sofort per Wahlen das Volk entscheiden ließ, hatte Sir John zwar eine verfassungsgemäße, aber noch nie zuvor angewandte Lösung gefunden, doch mit seinem Frieden war es für immer vorbei. Vom 11. November 1975 an begleiteten Demonstranten alle seine Wege. Da die Erklärung der Parlamentsauflösung mit der tradionellen Formel God Save The Queen schloß, setzte Gough Whitlam noch einen drauf, indem er theatralisch anfügte: „We may very well say God Save The Queen, but nothing will save the Governor-General.“ Ihm rette der große Treppenauftritt nicht das Amt, denn im Dezember wurde die geschäftsführende Regierung von Malcolm Fraser in den Wahlen mit der größten Mehrheit der 75-jährigen Parlamentsgeschichte Australiens bestätigt und er blieb bis 1983 im Amt.

Das formale Entlassungs-schreiben von Sir John Kerr an PM Gough Whitlam am 11. November 1975.

Für Republikaner war klar: Die Königin war in die Absetzung des Premierministers eingeweiht. Seit 1975 versuchten sie, „the smoking gun“, den entscheidenden Beweis zu finden. Die Korrespondenz zwischen Buckingham Palast und Generalgouverneur wird stets vertraulich behandelt, was Spekulationen anheizte. Die Historikerin Jenny Hocking, die eine Biographie des 2014 verstorbenen Gough Whitlam schrieb, ging 2016 vor Gericht, um das australische Nationalarchiv zur Herausgabe der königlichen Korrespondenz (Schlagwort: „Palace Letters“) zwingen. 2020 gab der oberste Gerichtshof ihr recht und 1.200 Schriftstücke wurden am 14. Juli der Öffentlichkeit übergeben. Ergebnis der Briefdurchsicht war eindeutig: Die Königin hatte sich nicht in die australische Politik eingemischt und ihre Sekretäre machten in allen Briefen klar, der Generalgouverneur müsse allein und im Rahmen der Verfassung handeln, aber auch, daß er das verfassungskonforme Recht habe, einem Premierminister das Vertrauen der Krone zu entziehen.

Australische Monarchisten jubelten:

Australiens 18. General-gouverneur Sir John Kerr (1914 – 1991) war von 1974 bis 1977 im Amt. In seiner Jugend war der Jurist Mitglied der Labor Party, seinen Titel „Sir“ erhielt er 1974 von der Königin vor seinem Amtsantritt verliehen.

The release of the so-called ‘Palace Letters’ between Governor-General Sir John Kerr and Buckingham Palace has confirmed what every serious observer has long known was beyond doubt, that the Queen had no advance knowledge whatsoever of the dismissal of Prime Minister Gough Whitlam. Nor indeed were the Queen and the British government in league with Sir John.“

Da die Republikaner die Königin nicht mehr der Einmischung bezichtigen können, erheben sie neue Vorwürfe: Ein Privatsekretär der Königin habe sich erdreistet, Sir John zu raten, sich verfassungsgemäß zu verhalten. Es spricht Bände, daß die australischen Republikaner ihr Zukunftsprojekt der australischen Republik auf Vorgängen aufbauen, die vor 45 Jahren geschahen und deren Handelnde inzwischen alle verstorben sind – bis auf die Königin. Was Republikaner stets übersehen ist die viel stärkere Einmischung von Präsidenten ins Regierungsgeschäft und in die Parteipolitik. Unparteiische Präsidenten gibt es nicht. H.S.

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Die vollständige 238. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 238

Inhalt der 238. Ausgabe:

  • Stiftung Preußischer Kulturbesitz könnte aufgelöst werden
  • Der Streit um die königliche Korrespondenz ist beendet – wirklich?
  • Initiative gegen Hohenzollernentschädigung geht in die Verlängerung
  • Kaiser Haile Selassie kehrt ins Bewußtsein zurück

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