Die Monarchen der Welt im Umgang mit Covid-19

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Erzherzog Ferdinand Zvonimir von Österreich leistet im Bundesheer seinen Wehrdienst und ist dort im Kampf gegen COVID-19 eingesetzt, wie seine Mutter twitterte.

Karl von Habsburg, Albert von Monaco sowie drei brasilianische Prinzen sind erkrankt. Todesopfer gab es bislang unter den gekrönten Häuptern dieser Erde nicht, und wie bei den meisten Menschen, die noch nicht in hohem Alter sind oder eine schwierige medizinische Vorgeschichte haben, scheint der Krankheitsverlauf bei den Betroffenen weniger schlimm zu sein. In der Stunde, in denen die Bürger in Sorge sind und gleichzeitig große Einschränkungen ihrer Freiheitsrechte hinnehmen müssen, sind die Monarchen aber vor allem in ihrer Rolle als Staatschef und Symbol ihrer Nation gefragt.

Die Monarchen der arabischen Welt greifen dabei hart durch: in Marokko, Jordanien und Saudi-Arabien, wo die Könige die exekutive Gewalt selbst in den Händen halten, wurde bei einer geringen Fallzahl fast das gesamte gesellschaftliche und auch religiöse Leben stillgelegt. Bislang scheint diese Strategie zu funktionieren und das Gesundheitssystem, welches in diesen Ländern nicht besonders entwickelt ist, wurde bislang nicht überlastet. In den europäischen Ländern, wo das Kind schon in den Brunnen gefallen war, bevor ernsthafte Maßnahmen ergriffen wurden, wandten sich die Staatsoberhäupter in den parlamentarischen Monarchien zumeist per Fernsehansprache an ihr Volk, so zum Beispiel Felipe VI. im schwer getroffenen Spanien, König Philippe von Belgien und König Harald V. von Norwegen.

Fast 15 Millionen Spanier schalteten vor einer Woche ihre Fernsehapparate ein, um die Ansprache ihres Königs zu verfolgen. Die Einschaltquote lag bei 70 Prozent.

Auch König Willem Alexander der Niederlande und Großherzog Henri von Luxemburg wandten sich in Fernsehansprachen an die Bevölkerung, um sie zum Mitmachen bei den strikten neuen Regeln gegen die Krankheit zu ermutigen. Von Königin Elizabeth II. von Großbritannien wird erwartet, daß sie sich demnächst ans Volk wenden wird. Sonderansprachen gab es in ihrer 68-jährigen Regierungszeit bisher nur drei Mal.

Die verhängten Maßnahmen zur Beschränkung des Virus scheinen in den Monarchien auf Akzeptanz und Zustimmung zu treffen, Berichte über „Coronapartys“ sind selten. Europas Könige versuchen außerdem mit gutem Beispiel voranzugehen, vermeiden öffentliche Veranstaltungen und begeben sich selbst in Quarantäne, wie zum Beispiel in Norwegen. Auch die Prätendenten in den Republiken wandten sich an ihre Völker, so etwa Alexander von Serbien oder Dom Duarte in Portugal.

Das Haus Preußen schließt die Burg Hohenzollern für den Publikumsverkehr bis Mitte April und sagt auch Benefizveransanstaltungen ab. Die eigene Biermarke will man aber weiter vertreiben.

In Japan wurden besondere Maßnahmen ergriffen, um den Tenno zu schützen. Dasselbe gilt für die hochbetagten Monarchen Großbritanniens, an derer statt Prinz William in der Krise mehr öffentliche Auftritte wahrnimmt. Kronprinzessin Margareta von Rumänien, die am 26. März ihren 71. Geburtstag feiert, richtete derweil auf Schloß Peleŝ ein Sanatorium für 53 Erkrankte ein. Kronprinz Reza von Iran verurteilte das Ayatollah-Regime, welches kaum Maßnahmen ergriffen hat, um die Pandemie einzudämmen, was dazu führt, daß der Iran allein nach den offiziellen Zahlen unter den am meisten betroffenen Ländern ist.

Im königlichen Palast in Stockholm versammelte König Carl XVI. Gustaf die für das schwedische Gesundheitswesen Verantwortlichen zu Beratungen.

In Dänemark sagte Königin Margrethe II. alle Feiern anläßlich ihres 80. Geburtstags am 10. April ab. Gleichzeitig wurde bekannt, daß aus der Privatschatulle der Königin und des Kronprinzenpaars 750.000 dänische Kronen (etwa 100.000 €) ans dänische Rote Kreuz zur Bekämpfung der Pandemie überwiesen wurden.

Eine Hilfsaktion in kleinerem Rahmen haben die Kinder des belgischen Königspaars gestartet. Kronprinzessin Elisabeth, Prinz Gabriel, Prinz Emmanuel und Prinzessin Eléonore haben (die berühmten belgischen) Waffeln gebacken und sie den Bewohnern zweier Altersheime in Brüssel gebracht.

Königskinder und ihre belgischen Waffeln.

Nach der Epidemie kommt dann die Wirtschaftskrise, denn der fast komplette Stillstand des Lebens hat seinen Preis und die Weltwirtschaft wird in diesem Jahr deutlich schrumpfen. Einige Königshäuser haben daher bereits Fonds zur Unterstützung von in Not geratene Unternehmen eingerichtet. Andere machten zumindest Mut, im dem sie versprachen, daß der wirtschaftliche Abschwung durch staatliche Hilfen abgefangen werden wird.

L.R.

Auch der französische Kronprätendent, Prinz Jean, Graf von Paris, wandte sich mit einer Botschaft an seine Landsleute.

Bescheidene Feier für eine große Frau

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Am Fenster in Schloß Altshausen im württembergischen Oberland.

Der Coronaviruskrise ist es geschuldet, daß der heutige 80. Geburtstag Ihrer Königlichen Hoheit Herzogin Diane von Württemberg nur in allerkleinstem Rahmen begangen wird. Mit ihrem Mann, Seiner Königlichen Hoheit Herzog Carl von Württemberg, wird sie auf Schloß Altshausen feiern. Im Gegensatz zu den wichtigen Geburtstagen zuvor, hat die Öffentlichkeit keine Gelegenheit, der Herzogin im Schloßgarten zu gratulieren.

Weil die französische Republik die Mitglieder der ehemaligen Herrscherhäuser seit 1886 ins Exil zwang, wurde Diane Françoise Maria da Gloria d’Orléans, Prinzessin von Frankreich, am Ostersonntag 24. März 1940 in der brasilianischen Kaiserresidenzstadt Petrópolis als 6. Kind des Grafen und der Gräfin von Paris, einer Prinzessin aus der brasilianischen Kaiserfamilie Orléans-Bragança, geboren. Das Exilleben mußte die Familie bis zur Aufhebung der Exilgesetze am 24. Juni 1950 fortsetzen. Und so wuchs die junge Prinzessin in Marokko, Spanien und Portugal auf, erst mit zehn durfte sie nach Frankreich einreisen. 1960 kehrte sie dem Land schon wieder den Rücken, um den Erben des Hauses Württemberg, Herzog Carl, zu heiraten. Von mondänen Orten am Mittelmeer ins eher beschauliche Altshausen und Friedrichshafen am Bodensee.

In Süddeutschland kamen auch die Kinder des Paars zur Welt: Herzog Friedrich (1961-2018), Herzogin Mathilde (1962), Herzog Eberhard (1963), Herzog Philipp (1964), Herzog Michael (1965) und Herzogin Fleur (1977). Inzwischen ist sie sechzehnfache Großmutter und ihre Enkelin Herzogin Sophie von Württemberg, Tochter Herzog Philipps, ist die erste, die vorletztes Jahr geheiratet hat: Graf Maximilien d’Andigné.

Von Herzogin Diane geschaffene Skulptur im Schloßgarten von Altshausen

Herzogin Diane genießt hohe Anerkennung für ihre künstlerische und soziale Arbeit, die beide zusammenfließen, weil sie viele ihrer Werke zugunsten ihrer Stiftungen versteigert. Ihre Kreationen sind in zahlreichen Ausstellungen in der ganzen Welt gezeigt worden. Dokumentiert ist ihr Künstlerleben auch in Büchern, zum Beispiel in:

  • I.K.H. Diane Herzogin von Württemberg, Prinzessin von Frankreich; Diane Herzogin von Württemberg, Roger Orlik ; Sp-Verlag (2002) ISBN 3-9807873-0-3
  • Kunsthandwerk, Gemälde, Skulpturen ; Diane von Württemberg; Ulm : Süddt. Verl.-Ges., 1991. ISBN 3-88294-165-0

Als Gründerin zweier Stiftungen, der deutschen Herzogin Diane von Württemberg, Prinzessin von Frankreich-Stiftung für Jugendpflege und Denkmalschutz (1979) sowie der französischen Stiftung Les Enfants de la Vie (1989), gewidmet Projekten für Kinder in den Elendsvierteln der Dritten Welt, zeigt sie ihr humanitäres Engagement. Dafür erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem:

Der Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg wurde Herzogin Diane vom baden-württembergischen Ministerpräsidenten Stefan Mappus im Rittersaal des Mannheimer Schlosses verliehen.

Überschattet wurde ihr Leben in den letzten Jahren durch den Unfalltod ihres ältesten Sohns und Erben, Herzog Friedrich von Württemberg. Ihr gesundheitlich angeschlagener Ehemann, Herzog Carl, hat sich im Januar 2020 aus dem aktuellen Tagesgeschäft des Hauses zurückgezogen und Sohn Herzog Michael zu Jahresbeginn in die Direktion der Hofkammer berufen. Herzog Michael leitet die Hofkammer – die Verwaltung des Hauses Württemberg – in den kommenden Jahren gemeinsam mit deren Präsident Henrik Lingenhölin. Offizielles Oberhaupt des Hauses Württemberg bleibt jedoch Herzog Carl. Als seinen Nachfolger hatte er bereits im vergangenen Sommer seinen Enkel, Herzog Wilhelm (25), bestimmt.

Für ihr Leben sei der dynamischen und herzlichen (de jure) First Lady von Württemberg an ihrem 80. Geburtstag ein tiefempfundener Dank ausgesprochen. Corona wünscht Ihrer Königlichen Hoheit noch viele gesunde und aktive Jahre!

Afghanistans neuerlich verpaßte Chance Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 232

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Afghanistan: Die verpaßte Chance

Als die USA in der Folge des Anschlages vom 11. September 2001 in Afghanistan einmarschierten, taten sie dies mit der erklärten Absicht, die Taliban von der Regierung zu verdrängen und ein demokratisches Regime zu etablieren, damit Terroristen für alle Zukunft dort keinen Rückzugsort mehr fänden. Der bis dahin über das Land wenig informierte Leser konnte dann plötzlich erfahren, daß unter den Taliban Frauen unterdrückt werden, Vergnügungsmittel wie etwa Musik oder Bilder verboten sind, ein Islam propagiert wird, wie er im Mittelalter üblich war und die Haupteinnahmequelle der afghanischen Wirtschaft der Export von Schlafmohn ist.

Afghanistan ohne Königtum – Ausländische Soldaten, Frauengestalten in Burkas und raketenzerstörter Königspalast, ein Musterbeispiel für die Erkenntnis: Ein Land ohne König wird bald ein weiterer „failed state“ werden.

Etwas weniger als 19 Jahre später unterschreibt eine andere amerikanische Regierung nun in Doha ein Abkommen, welches den Taliban die Rückkehr an die Macht ermöglichen wird. Zwar geht es nur um den Abzug der amerikanischen Truppen für den die Taliban im Gegenzug zusichern, aus Afghanistan nicht wieder einen Rückzugsort für Terroristen zu machen. Im Anschluß an das Abkommen sollen die Taliban jetzt mit der offiziellen afghanischen Regierung den Frieden aushandeln. Wie dies ausgehen wird, kann man sich jedoch denken: Die durch und durch korrupte und inkompetente Marionettenregierung wird schnell weggespült werden, natürlich haben ihre prominenteren Vertreter aber schon so viel Geld auf Konten im Ausland deponiert, daß sie dort dann bequem leben können. Wahrscheinlich wird die Machtübernahme der Taliban sogar anfänglich mit der Zustimmung der Bevölkerung geschehen, denn eines sind fanatische Extremisten in der Tat meist nicht: korrupt.

Die Taliban werden die afghanische Bevölkerung dann schon bald so unterdrücken, wie sie es vor 2001 getan haben und es wird ein Islam einkehren, wie er zu Zeiten des Propheten Mohammed geherrscht und für das 7. Jahr-hundert ein Fortschritt gewesen sein mag. Die Afghanen können einem also leidtun, obwohl vielleicht sogar Friede in dem Land einkehrt, denn für jeden, der nicht mitmacht, hat die Scharia einfache aber wirkungsvolle disziplinarische Möglichkeiten parat.

Es hätte dabei anders kommen können, denn zu Zeiten des amerikanischen Einmarsches war König Mohammed Zahir Schah zwar hochbetagt, doch noch am Leben. Das letzte Staatsoberhaupt, unter dem die Afghanen in Frieden gelebt haben, genoß ein hohes Ansehen und stand für einen nicht ganz so rückständigen Islam. Hätten die Afghanen damals wirklich eine Wahl gehabt, wäre er Staatsoberhaupt gewoden und wenn überhaupt hätte es nur ihm gelingen können, Kriegsherren und verfeindete Stämme zu einem halbwegs friedlichen Auskommen zu bewegen, ohne dafür eine Steinzeitdiktatur zu errichten. Leider bestanden die Amerikaner damals auf die Einsetzung der von ihnen kontrollierten Marionette Karsai und der Ex-König bekam einen bedeutungslosen Titel als „Vater der Nation“. 2007 verstarb er 92-jährig in seinem Palast in Kabul und der mittlerweile auch schon 85-jährige Kronprinz Ahmed Schah Khan genießt nicht die hohe Popularität des alten Königs und hat auch nicht den Titel eines Vaters der Nation. Diesen Fehler der USA im Umgang mit dem Königshaus wird die afghanische Bevölkerung nun teuer bezahlen. L.R.

Iranische Friedensnobelpreisträgerin bittet um Entschuldigung für „unheilvolle Revolution“

Shirin Ebadi (* 21. Juni 1947) studierte ab 1965 Jura in Teheran und wurde 1969 Richterin. 1975 wurde sie zur ersten Vorsitzenden Richterin im Iran ernannt. Mit dem neuen Regime verlor sie 1979 das Richteramt und mußte Sekretärinnenarbeiten verrichten. 2003 erhielt sie den Friedensnobelpreis.

Daß die Revolution ihre Kinder frißt, ist eine Binsenweisheit, auch wenn sie Revolutionäre immer verdrängen. Es kommt eher selten vor, daß sich Umstürzler einmal bei der nachfolgenden Generation entschuldigen für den Schaden, den sie anrichteten. Die iranische Juristin und Friedensnobelpreisträgerin von 2003, Shirin Ebadi, hat die junge Generation im Iran in einem offenen Brief um Verzeihung für die „unheilvolle Revolution“ gebeten. Die Washington Post veröffentlichte ihn am 25. Februar 2020 auf englisch: „I thought the Iranian Revolution would bring freedom. I was wrong.“ Eine deutsche Übersetzung erschien im schweizerischen Journal 21. Unter anderem schrieb Frau Ebadi darin:

Dieser Brief, geschrieben 41 Jahre nach der Revolution, die meine Generation und ich angestiftet haben, richtet sich an meine Töchter und ihre Altersgenossen. Sie bitte ich hiermit um Verzeihung für unseren Fehler, der ihre Welt zerstört hat. Das war nicht unsere Absicht. Wir hätten vor 41 Jahren nach Reformen streben müssen, denn der Schah war krank und hatte 1978 den unumstrittenen Patrioten Shahpur Bakhtiar zum Ministerpräsidenten ernannt. Wir hätten ihn statt Khomeini unterstützen müssen.

Damals hörten wir dessen Mitteilungen im Radio BBC Persian. Als der Schah und sein Umfeld dem Sender Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes und die Lenkung der Revolution vorwarfen, hieß es von der BBC, sie würde unparteiisch berichten – die offiziellen Nachrichten aus dem Iran und die Nachrichten der Gegner des Schahs. Tausende von uns hörten Khomeinis Mitteilungen in der BBC und folgten seinen Anweisungen zu den Demonstrationen. Die Schuld dafür, für ein politisches System zu votieren, von dessen Inhalt wir keine Ahnung hatten, liegt einzig und allein bei uns.

Der Iran ist in den Händen von 100 korrupten Familienclans, und wer außerhalb dieses Kreises steht, hat keine Hoffnung auf Fortschritt und ein gesundes und würdiges Leben.“

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Die vollständige 232. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 232

Inhalt der 232. Ausgabe:

    • Afghanistan: Die verpaßte Chance
    • Ein Virus kann eine Chance sein
    • Malaysischer König im Zentrum der Aufmerksamkeit
    • Entschuldigung für „unheilvolle Revolution“

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    Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an die corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.

Das Großherzogtum Oldenburg

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Das Herzogtum bestand aus drei getrennten Gebieten: Oldenburg, dem Fürstentum Lübeck, also eigentlich dem Hinterland der freien Stadt mit dem gleichen Namen, welches 1802 endgültig zu Oldenburg kam, und Birkenfeld, welches 1817 zu Oldenburg kam. Im Reichstag stellte das Land 3, im Bundestag einen Abgeordneten. Unter dem Großherzog bestand die Legislative laut Verfassung aus dem Jahr 1852 aus einem Einkammerparlament mit 45 Abgeordneten, welche durch Wahlmänner bestimmt wurden. 1910 hatte das Großherzogtum knapp 500.000 Einwohner. Hauptwirtschaftszweige waren die Landwirtschaft und die Schiffahrt.

Als Grafschaft läßt sich Oldenburg bis ins 11. Jahrhundert zurückverfolgen. Das Land wechselte mehrfach den Besitzer und gehörte zeitweilig auch zu Dänemark. In den Napoleonischen Kriegen wird es von Frankreich annektiert. 1815 wird das Land dann aufgrund der verwandtschaftlichen Beziehungen des regierenden Hauses zum russischen Zarenhaus restituiert und erhält auf dem Wiener Kongreß den Status eines Großherzogtums, der Titel „Großherzog“ wurde jedoch erst gegen 1829 vom regierenden Haus genutzt. Die regierenden Großherzöge von Oldenburg entstammten der Linie Holstein-Gottorp. 1853 tritt Großherzog Nikolaus Friedrich Peter sein Amt an. 1854 schließt sich Oldenburg dem Deutschen Zollverein an und 1864 meldet das Land aufgrund dynastischer Verbindungen des regierenden Hauses Ansprüche auf Schleswig-Holstein an, die aber nicht durchgesetzt werden können. Es kommt zu einem Ausgleich mit Preußen und 1866 steht das Land dann an der Seite Preußens im Krieg gegen Österreich und wird Teil des Norddeutschen Bundes und des Deutschen Reichs.

Innenpolitisch war das Land unter Nikolaus Friedrich Peter konservativ ausgerichtet und darum bemüht, den Einfluß der Fürsten auf die Politik möglichst wenig einhegen zu lassen. Unter Großherzog Friedrich August, welcher 1900 den Thron bestieg, wurde diese Politik fortgesetzt. Er trieb jedoch die wirtschaftliche Modernisierung des Landes in großen Schritten voran, indem er Seewege und Häfen ausbaute und die Ansiedlung von Industrieunternehmen förderte. Der Großherzog galt als nautisch interessiert und hatte mit Kaiser Wilhelm II. zahlreiche Gemeinsamkeiten. Er galt im Volk als beliebt, war aber im 1. Weltkrieg ein Hardliner, der die Absetzung des Reichskanzlers von Bethmann-Hollweg betrieb, weil dieser für einen Verständigungsfrieden eintrat. Nach der Abdankung hielten sich die Herzöge von Oldenburg politisch im Hintergrund.

Der Chef der Hauses Holstein-Gottorp (Oldenburg) trägt eine Reihe von illustren Titeln: Erbe zu Norwegen, Herzog von Schleswig, Holstein, Stormarn, der Dittmarschen und Oldenburg, Fürst von Lübeck und Birkenfeld, Herr von Jever und Knyphausen.

Chef des Hauses ist seit 2014 der 1955 geborene Herzog Christian. Prominente Vertreterin des Hauses heute ist die AfD-Politikerin Beatrix von Storch.

Die Bürger Oldenburgs sprachen sich in Volksentscheiden 1956 und 1975 für die Wiederherstellung des Großherzogtums als Bundesland aus, wurden aber von der Politik ignoriert. Der Bundestag lehnte es mit dem Gesetz vom 9. Januar 1976 ab, das Land Oldenburg wiederherzustellen.

L.R.

Felipe VI. eröffnet das spanische Parlament Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 231

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Applaus für den König und seine Familie nach der Eröffnungsansprache an die Abgeordneten.

Felipe VI. eröffnet das spanische Parlament

Die Volten des neuen spanischen Premiers Pedro Sánchez, welcher im Wahlkampf versprach, keinesfalls eine Koalition mit der linkspopulistischen Podemos einzugehen und sich niemals von den Separatisten dulden zu lassen, um dann nach den Wahlen genau dies zu tun, ließ eigentlich nichts Gutes für die Monarchie erwarten. Kaum ein Spanier hat Zweifel, daß Sánchez für die Macht nicht nur die Monarchie, sondern auch seine Mutter verkaufen würde. Der durchaus nicht ununterhaltsame separatistische Narrensaum an den geographischen Rändern Spaniens, welcher im Parlament 49 Abgeordnete stellt, boykottierte dann zwar sogleich den Auftritt des Königs bei der Parlamentseröffnung und gab eine Pressekonferenz, wo er sich gegen die Monarchie aussprach. Alles in allem ist es aber nicht so schlimm wie erwartet. Erstaunlicherweise zeigt ausgerechnet der Führer der Linkspopulisten, Pablo Iglesias, royalistische Anwandlungen und sagte sinngemäß, daß die Monarchie es vernünftigerweise verstanden habe, nicht nur die politische Rechte zu vertreten, womit er wahrscheinlich sogar recht hat. Auch die Minister der Podemospartei in der Regierungsriege zollten dem König artig Beifall.

König Felipe VI. wandte sich in seiner Rede gegen eine Spaltung der Gesellschaft

König Felipe VI. wandte sich in seiner Rede, die er in der Anwesenheit der Königin und seiner beiden Töchter hielt, gegen eine Spaltung der Gesellschaft, wobei der spanische König damit alle politischen Parteien in die Pflicht nahm, und nicht etwa wie der abgehalfterte Parteisoldat, welcher in Deutschland formell das höchste Amt im Staat ausübt, nur den ihm nicht genehmen Teil des politischen Spektrums. Er gratulierte den Abgeordneten zu ihrer Wahl und wünschte sich, daß die kommende Legislatur dem spanischen Volk zum Vorteil gereichen und das Vertrauen der Bürger in die staatlichen Institutionen stärken möge. Die Verfassung, über die die Spanier ebenfalls anders als die Deutschen abstimmen duften, stelle dabei für das Zusammenleben und ein verantwortungsvolles Regieren im Sinne aller 47 Millionen Spanier seit über 40 Jahren eine ausgezeichnete Grundlage dar. Die Abgeordneten beantworteten die Rede des Königs mit vierminütigem Applaus und Hochrufen auf die Monarchie und die Verfassung.

Anders als die britische Königin Elisabeth II. stellt der spanische Monarch bei seiner Parlamentseröffnungsrede nicht das Regierungsprogramm des Premierministers vor und hat bei seinen Reden mehr Freiheiten. Inwieweit er sie mit dem jeweiligen Premierminister abstimmt, ist ein gut gehütetes Geheimnis. Das hat der spanischen Monarchie ein Stück mehr Unabhängigkeit bewahrt, die der König nutzen kann und auch nutzt. Wirklich politisch wurde er zum letzten Mal im Oktober 2017 nach dem versuchten Staatsstreich der katalanischen Separatisten, die mittlerweile nach einem rechtsstaatlichen Verfahren ihre Gefängnisstrafen verbüßen.  L.R.

The Royal Train nimmt Fahrt auf

Johannes Holzhausen hat einen ungewöhnlichen Film gedreht, der es sogar in deutschsprachige Kinos geschafft hat: The Royal Train folgt dem Zug der rumänischen Kronprinzessin Margareta, offizieller Titel „Hüterin der rumänischen Krone“, durch ihr Land. Rumänien ist zwar laut Verfassung eine Republik, stellt aber der Monarchin in spe den Elisabeta-Palast zur freien Verfügung, und er wird auf Regierungskosten instandgehalten. Dort empfängt sie Minister, Diplomaten, Abordnungen aus dem Volk und hier laufen die Fäden ihrer Wohltätigkeitsorganisationen zusammen.

Filmplakat für den Dokumentarfilm von Johannes Holzhausen

Aber eine Monarchin muß sich allen zeigen, auch denen, die nicht zu ihr kommen können. Dazu dient der Trenul Regal, der einmal im Jahr durch‘s Land fährt und in den entlegensten Winkeln Rumäniens halt macht. „Die Zugfahrt ist Volksfest und politische Kundgebung zugleich, denn ganz offen wird für die Anerkennung des Königshauses geworben“, heißt es auf der Webseite des Dokumentarfilmers. Im Blog „Der Konservative“ findet sich eine aus-führliche Rezension, die auch auf Besprechungen anderer Publikationen Bezug nimmt und deren z. T. unsachliche Kritik widerlegt: „Es gibt Filme, bei denen es eine angenehme Überraschung ist, sie überhaupt in einem deutschen Kino sehen zu können. ‚The Royal Train‘‚ gehört zweifellos dazu.“

Sollte es im Kino Ihrer Wahl bei der Filmvorschau heißen „demnächst in diesem Theater“, zögern Sie nicht, sich eine Eintrittskarte zu kaufen und sich ein eigenes Urteil zu bilden. H.S.

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Die vollständige 231. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 231

Inhalt der 231. Ausgabe:

    • Felipe VI. eröffnet das spanische Parlament
    • The Royal Train nimmt Fahrt auf
    • Gespräche über japanische Thronfolge beginnen nach April
    • Neue Meinungsumfragen zu Hohenzollern und Monarchie in Deutschland
    • Hohenzollerngruft im Berliner Dom erfährt gründliche Sanierung

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Das Reichsland Elsaß-Lothringen

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Im Friedensvertrag von Frankfurt vom 10. Mai 1871 trat Frankreich den größten Teil des Elsaß‘ (ohne Belfort) und Lothringens (ohne Meurthe et Moselle und ohne die Hauptstadt Lothringens – Nancy) an das Deutsche Reich ab. Besonderheit: Vom Departement Vosges (blau) kamen der Kanton Schirmeck und die Hälfte des Kantons Saales, zum Reichsland und gehören seitdem zum Elsaß.

Das Reichsland Elsaß-Lothringen kam 1871 als Kriegsbeute zum Deutschen Reich und so richtig trauten die Deutschen den Bewohnern dieses Landes im Zeitalter des Nationalismus nicht über den Weg. Im Deutschen Kaiserreich hatte es daher keinen eigenen Monarchen, sondern war „Reichsland“ und bekam einen von Berlin ernannten Statthalter. Dem kaiserlichen Statthalter waren ein Reichsamt und ein beratender Ausschuß der Bevölkerung zur Seite gestellt wurde.

Ab dem 9. Jahrhundert wurden das Elsaß und Lothringen von den Herzögen von Schwaben regiert. Danach teilten sich die Länder ab dem 13. Jahrhundert in verschiedene Besitzungen, wobei die Habsburger einen großen Teil des Landes bekamen. Immer wieder wehrten die deutschen Kaiser des Mittelalters französische Versuche ab, Einfluß auf das Gebiet zu erringen. Später war das Elsaß dann ein wichtiger Ausgangspunkt der Reformation. Die Habsburger verloren vielleicht deswegen ihr Interesse an dem Gebiet und traten ihre Rechte daran an Spanien ab, welches sich ebenfalls wenig damit beschäftigte. Bereits im 16. Jahrhundert eroberten die Franzosen daher Metz, Toul und Verdun. Nach dem dreißigjährigen Krieg 1648 kam es ganz zu Frankreich, das Herzogtum Lothringen folgte 1766. Da Frankreich vor der Revolution und dem Zeitalter des Nationalismus wenig unternahm, um den Bewohnern die eigene Lebensweise aufzudrücken, blieb die Bevölkerung der Lande jedoch kulturell eher deutsch, was vor allem für die Protestanten galt. 90 % der Einwohner im Reichsland sprachen außerdem um 1870/71 herum Deutsch als Muttersprache. Im Frieden von 1871 wurde festgelegt, daß diejenigen, die nicht mit der deutschen Annexion einverstanden waren, die französische Staatsbürgerschaft behalten konnten, jedoch das Land zu verlassen hätten. Letztere Bestimmung wurde aber nicht umgesetzt und die französisch fühlenden Bewohner des Reichslandes wurden nicht vertrieben. 1874 durfte das Land erstmals Abgeordnete in den Reichstag entsenden. Die 15 Abgeordneten stellten sogleich den Antrag, daß Elsässer und Lothringer selbst darüber entscheiden dürfen sollten, zu welchem Land sie gehören. Dieser Antrag wurde (leider) abgelehnt. Es war wie erwähnt die Zeit des Nationalismus und es war unvorstellbar, daß man sich freiwillig von Teilen eines Gebietes trennte, auch wenn dies vielleicht hätte zu einer Aussöhnung mit Frankreich und einer höheren Legitimität der Annexion führen können. Ein Teil der gewählten Abgeordneten nahm in der Folge am politischen Leben des Reichs teil, ein anderer boykottierte die Reichstagssitzungen. Auch Vorfälle wie die Zabernaffäre verlangsamten die Integration. Dies änderte sich erst nach und nach. Gerade der erste Reichstatthalter Edwin von Manteuffel war bemüht, die Bevölkerung des von ihm verwalteten Gebietes gerecht zu werden. Nach 1890 trat die große Mehrheit der Elsässer und Lothringer denn auch für mehr Autonomie und nicht mehr für einen Zusammenschluß mit Frankreich ein. Diese Autonomie sollte das Reichsland jedoch erst sehr spät bekommen. Erst 1911 bekam das Land eine Verfassung. Zu diesem Zeitpunkt waren Rückkehrbestrebungen zu Frankreich in der Bevölkerung stark im Rückgang begriffen, wozu auch die Entwicklungen der Französischen Republik hin zu einem radikalen Laizismus beitrugen, von denen sich in Elsaß-Lothringen Katholiken und Protestanten gleichermaßen bedroht fühlten.

Bei der letzten großen Regionalreform wurde das Elsaß mit anderen Teilen zur neuen Region Grand Est zusammengelegt. Dagegen erhob sich Widerstand, u.a. mit der Gründung einer Partei Unser Land – Le Parti Alsacien, die bis zu 12,6% der Stimmen holte.

Im 1. Weltkrieg waren die Grenzen von Elsaß-Lothringen gleichzeitig ein Teil der Front, bis zum Ende des Krieges konnten die Franzosen aber keine Gebietsgewinne verzeichnen. Die als unzuverlässig eingeschätzten wehrfähigen Männer der Region wurden vom Kaiserreich zumeist an der Ostfront eingesetzt. Politisch meldeten die Wittelsbacher Ansprüche an, das Land zu regieren, wozu es dann nicht mehr kam. Nach der deutschen Niederlage 1918 kam das Land ebenfalls ohne Volksabstimmung zu Frankreich, anders als 1871 wurde ein Teil der Bevölkerung, etwa 200.000 Menschen, vertrieben und es begann eine starke Französisierungskampagne, die sich nach der zwischenzeitlichen Besetzung des Landes im 2. Weltkrieg bis in die 1970er Jahre fortsetzte, in der föderale Ansätze wieder mehr Anhänger fanden. Daher sprechen heute weniger Menschen im Elsaß und in Lothringen Deutsch. An die Kaiserzeit erinnern unter anderem die Hohkönigsburg, das Schlachtfeld am Hartmannsweilerkopf und das Chorgewölbe des Straßburger Münsters.

L.R.

Requiem und Demo für französischen König Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 230

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Gedenken an Ludwig XVI. mit hohen Gästen

Die Requiemsmesse in der königlichen Kapelle von Dreux galt dem am 20. Januar 2019 verstorbenen Prinzen Henri, Comte de Paris, und dem am 21. Januar 1793 hingerichteten König Ludwig XVI. Prinz Jean und seine Frau Prinzessin Philomena nahmen daran teil.

Prinz Jean von Orléans, Graf von Paris, nahm nach dem Tod seines Vaters zum ersten Mal als Chef seiner (der orleanistischen) Linie des französischen Königshauses am Gedenken an Ludwig XVI. teil. Jährlich finden in ganz Frankreich zahlreiche Messen, Erinnerungsveranstaltungen und auch Demonstrationen und Kundgebungen zu Ehren des ermordeten Königs statt, die auch auf Teilnehmer aus besagtem Königshaus zählen können. Außerordentlich war, daß Prinz Jean im Zuge der Andacht in der königlichen Kapelle von Dreux um Vergebung bat, weil einer seiner Vorfahren, Ludwig Philipp II. Joseph von Orléans, genannt „Philippe Égalité“ (Philipp Gleichheit) und so etwas wie das schwarze Schaf der Königsfamilie, in der französischen Nationalversammlung nach der mißlungenen Flucht Ludwigs ins Ausland für den Tod des Königs gestimmt hatte. Geholfen hat es Philippe Égalité übrigens nicht: Nicht einmal ein Jahr nach der Ermordung Ludwigs XVI. stirbt auch Philippe Égalité durch die Hand der mißtrauischen Revolutionäre unter der Guillotine. Jedenfalls können die Äußerungen von Prinz Jean als Geste der Versöhnung an die Anhänger der anderen französischen Thronprätendenten verstanden werden. Gleichzeitig betonte er aber auch, daß er der einzige legitime Prätendent für den französischen Thron sei.

Französischer Thronprätendent für einen Teil der Royalisten: Don Luis Alfonso von Bourbon mit spanischer Flagge und Portrait seines Urgroßvaters General Franco.

Der Prätendent der capetianischen, legitimistischen Linie, Luis Alfonso von Bourbon, Herzog von Anjou, nahm an einem in Latein abgehaltenen Gedenkgottesdienst in der Pariser Sühnekappelle und danach an einem Marsch für das Leben teil. Seinen Lebensmittelpunkt hat er jedoch nicht in Frankreich, sondern in Spanien, wo er auch für das Ansehen seines Urgroßvaters, General Franco, kämpft. Dies hat ihm in Frankreich nicht nur Sympathien eingebracht.

In Deutschland fanden übrigens bis vor einigen Jahren noch regelmäßig Gottesdienste für Wilhelm I. statt. Während sich das Königsgedenken in Frankreich immer höherer Teilnehmerzahlen erfreut, werden vergleichbare Veranstaltungen hierzulande leider immer seltener. L.R.

Krisenmanagement für den Luxemburger Hof gesucht

Die konstitutionelle Monarchie im Großherzogtum gilt als weithin anerkannt und geräuschlos funktionierend. Anerkannt ist sie weiterhin, aber es knirscht hörbar im Maschinenraum, sprich: am großherzoglichen Hof. An diesem Freitag wurde das Ergebnis einer Untersuchung veröffentlicht, das bereits zuvor als Waringo-Bericht in Luxemburg kursierte. Sonderberichterstatter Jeannot Waringo, früher leitender Beamter im Finanzministerium, hat im Auftrag von Premierminister Xavier Bettel Klagen von aktuellen und ehemaligen Angestellten am Hof untersucht. Vorausgegangen war eine ungewöhnliche Personalfluktuation und Gerüchte, Großherzogin Maria Teresa leite die Geschäfte mit harter Hand.

Der durch Indiskretionen bereits vorab in Teilen bekannt gewordene Bericht wurde am Freitag online veröffentlicht und der Regierung übergeben. Obwohl es schon Stellungnahmen von Parteien gibt, halten sich alle mit Urteilen zurück, weil PM Bettel erst in der nächsten Woche offiziell die Beurteilung der Regierung im Parlament verkünden wird. Manch ein Punkt ist starker Tobak: „Nach übereinstimmenden Informationen, die ich während meiner Mission von sehr vielen ehemaligen und gegenwärtigen Mitarbeitern des Hofes erhalten habe, werden die wichtigsten Entscheidungen im Bereich der Personalverwaltung, sei es bei der Rekrutierung, der Zuweisung an die verschiedenen Abteilungen oder auch in Bezug auf die Entlassung, von Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin übernommen.” Andere, wie die Klage, es fehle dem Hof ein Organigramm, sind eher Lappalien.

Es scheint, als müsse die Großherzogin als böser Geist am Hof herhalten. Sie hat, dieser Punkt geht an ihre Kritiker, keine verfassungsrechtlich festgeschriebene Rolle im staatlichen Gefüge des Großherzogtums und es scheint, als habe sie sich eine Aufgabenverteilung geschaffen, die ihr viel Spielraum läßt. Großherzog Henri sah sich genötigt, am letzten Montag einen Brief in Verteidigung seiner Frau zu veröffentlichen. Er nimmt sie in Schutz und stellt die Frage, ob die Angriffe vielleicht davon motiviert seien, daß sich seine Frau für andere Frauen einsetze. Diese menschliche Reaktion brachte den Sturm erst richtig in Gang. Er sei nicht berechtigt, ohne Rücksprache mit der Regierung eine öffentliche Stellungnahme abzugeben. Das überschreite die verfassungsrechtlichen Möglichkeiten des Staatsoberhaupts. Seit zwei Wochen kursieren Gerüchte, Großherzog Henri könnte gezwungen sein, dem Thron zu entsagen. H.S.

Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa in Genf, wo es sich im Januar 2020 aufhielt, weil der Bruder der Großherzogin wegen einer lebensbedrohlichen Erkrankung auf der Intensivstation lag.

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Die vollständige 230. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 230

Inhalt der 230. Ausgabe:

  • Gedenken an Ludwig XVI. mit hohen Gästen
  • Vierzehn Monarchisten im Iran festgenommen
  • Britisches Königshaus: Nicht der Pflicht nur zu genügen
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Die letztregierenden Monarchen Deutschlands – Teil 7

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Großherzog Friedrich Franz IV. von Mecklenburg – Letzter Regierender aus dem Hause der Obotriten

Friedrich Franz IV. wurde am 9. April 1882 in Palermo geboren und starb am 17. November 1945 in Flensburg. Er war der letzte Großherzog des Landesteils Mecklenburg-Schwerin und der letzte regierende Monarch in Mecklenburg. Er regierte von 1897 bis zum  14. November 1918.

Geboren als Sohn des Großherzogs Friedrich Franz III. besuchte Friedrich zunächst wie sein Vater das Vitzthumsche Gymnasium zu Dresden. Hiernach vollzog er ein Studium der Rechte an der Universität zu Bonn. Nach Regierungsantritt bemühte sich Friedrich Franz mit seinen Ministern um eine Reform der veralteten mecklenburgischen Verfassung, jedoch scheiterte diese am Widerstand der Landstände und des Landesteils Mecklenburg-Strelitz.

Zur Zeit des Ersten Weltkrieges besuchte der Großherzog seine Truppen an der Westfront und sprach sich für einen Verständigungsfrieden aus, damit im direkten Gegensatz zum gewünschten Siegfrieden der Obersten Heeresleitung. Als sich Großherzog Adolf Friedrich VI. von Mecklenburg-Strelitz (zu ihm wird es ebenfalls einen Beitrag geben) umbrachte, verwaltete Friedrich Franz IV. dessen Landesteil als Verweser bis zur Novemberrevolution. Im Herbst des letzten Kriegsjahres war der Monarch über den Stand an der Front nicht genauestens informiert und plädierte weiter für eine Verständigung zum Frieden hin. Zuletzt versuchte er durch eine Verkündung aus eigener Hand eine Änderung der mecklenburgischen Verfassung herbeizuführen bis er von dem Ausbruch der Revolution überrascht wurde.

Am 14. November dankte er ab und emigrierte nach Dänemark. In der Zwischenkriegszeit lebte Friedrich Franz zunächst im Schloß Gelbensande und hiernach im Schloß Ludwigslust. Sein jüngerer Sohn Christian Ludwig beschrieb ihn als einen lebhaften Menschen, in der Lage sich mit mehreren gleichzeitig zu unterhalten. Seine sportlichen Freuden lagen beim Autofahren, Reiten, Tennis, Segeln und bei der Jagd. 1945 floh die Familie vor der anrückenden Roten Armee nach Flensburg. Hier wurde Friedrich Franz krank und verstarb kurz darauf.

Sultan Qabus von Oman verstorben

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Mit Qabus ibn (Sohn des) Said aus der seit 1741 regierenden Dynastie Al-Bu-Said verstarb am Freitag, den 10. Januar 2020 der 13. Sultan von Oman und einer der dienstältesten Monarchen der Welt. Nur Königin Elisabeth II. von England und der Sultan von Brunei herrschen noch länger. Am 11. Januar wurde er zur letzten Ruhe gebettet.

Qabus wurde am 18. November 1940 geboren. Nach einer Ausbildung im Oman und einem Aufenthalt in einem britischen Privatinternat kam er auf die Kadettenanstalt von Sandhurst. 1962 diente er auch ein Jahr bei den britischen Streitkräften in Westdeutschland. Nach einem Studium, welches er ebenfalls in Großbritannien absolvierte, kehrte er 1966 in den Oman zurück und wurde von seinem paranoiden Vater Said ibn Timur unter Hausarrest gestellt und von allen Regierungsangelegenheiten ferngehalten. Am 23. Juli 1970 stürzte er seinen Vater, welcher die verschiedenen Stämme im Oman nicht einen konnte und auch die Entwicklung des Erdöllandes nach dem Empfinden der Bevölkerung nicht schnell genug vorantrieb – zum Zeitpunkt der Thronbesteigung von Qabus hatte der Oman gerade einmal 10 km geteerte Straßen. Einmal an der Macht befriedete er bis 1975 das Land mit Hilfe befreundeter ausländischer Monarchien und verwandelte es mit Hilfe der Einnahmen aus der Erdölproduktion in ein modernes Industrieland. Dabei führte er die Schlüsselministerien allesamt selbst und noch heute ist der Oman mit seinen 5 Millionen Einwohnern eine absolute Monarchie, auch wenn der Sultan 1996 eine Verfassung einführte. Anders als die streng religiösen Nachbarn in der Region vertrat Qabus jedoch auch in der Religion einen liberalen Kurs und der Arabische Frühling ging an dem Land weitgehend vorüber – nicht nur im Oman, sondern auch in Jordanien und Marokko wünschen sich die Leute eher mehr bürgerliche Freiheiten als mehr Einfluß für politische Parteien und deswegen stand die Art und Weise der Regierungsführung in diesen arabischen Monarchien nie zur Disposition. Außenpolitisch war der Sultan hochgeschätzt und der Oman war unter Qabus ein ehrlicher Makler, der gute Beziehungen zu allen Akteuren der Region unterhielt und deswegen oftmals Verhandlungen zwischen verfeindeten Mächten einleitete, so auch zwischen dem Iran und den USA. 2014 wurde dem Sultan dann Darmkrebs diagnostiziert, welcher auch Metastasen in der Wirbelsäule bildete, woran er am Ende auch verstarb.

Der Nachfolgeprozess gestaltete sich als schwierig, da die kurze Ehe des Sultans kinderlos blieb. Ein 50-köpfiger Thronrat hatte drei Tage Zeit, sich auf einen Nachfolger zu einigen. Sollte dann keine Einigung erfolgen, sollte ein Brief von Sultan Qabus geöffnet werden, in welchem dieser einen dann verbindlichen Vorschlag für einen Nachfolger hinterlegt hat. Offenbar wurde der Brief des verehrten Monarchen vom Thronrat jedoch gleich geöffnet. Neuer Sultan von Oman ist Haitham ibn Tariq, ein Cousin von Qabus. Dieser hat Erfahrungen im Außenministerium, im Kultusministerium und als Vorsitzender des Fußballbundes von Oman. Ihm ist in dieser krisengeplagten Region der Welt eine lange Herrschaft und die glückliche Hand seines Vorgängers zu wünschen.

L.R.

Die Monarchien der Welt kondolierten dem Sultanat und gratulierten gleichzeitig dem neuen Sultan Haitam bin Tarik al Said zur Thronbesteigung. Prinz Charles war am Sonntag, 12. Januar einer der ersten. Es folgten König Willem Alexander der Niederlande, König Felipe VI. von Spanien, König Abdullah II. von Jordanien, der Bruder König Mohammeds VI. von Marokko, Prinz Moulay Rachid, und alle Monarchen der Golfregion – von Kuwait bis Dubai.

Haus Hohenzollern antwortet auf Vorwürfe Corona – Nachrichten für Monarchisten Ausgabe 229

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Haus Hohenzollern antwortet auf Vorwürfe

Gleich auf mehreren Ebenen antwortet das Haus Hohenzollern in den letzten Tagen des Jahres 2019 und den ersten von 2020 auf den „Shitstorm” im Internet im Zusammenhang mit den Rückgabeforderungen von Sach- und Kulturgütern an den Bund und das Land Brandenburg, das gezielte Durchstechen vertraulicher Daten durch ihre „Verhandlungspartner” und die Meinungsartikel linker Historiker in den Medien. Letzteren wurden durch den Anwalt des Hauses, Markus Hennig, Unterlassungsklagen zugestellt. Prinz Georg Friedrich wiederum gab ausführliche Interviews.

Auch die Seite www.preussen.de wurde runderneuert. Dies ist schon deshalb zu begrüßen, weil Aktualisierungen auf dieser Seite bislang eher selten waren. Es ist auch eine ausführliche Stellungnahme zu den aktuellen Vorgängen um den Entschädigungsstreit dort zu finden.

Die überarbeitete Seite von preussen.de ist seit Weihnachten online und legt die Position des Hauses Hohenzollern dar.

Was den Umgang mit den Historikern betrifft, bietet das Haus die Teilnahme am Historikertag an, um dort zu Vorwürfen Stellung zu nehmen. Diese wollen das jedoch nur annehmen, wenn vorher die Unterlassungsklagen gegen einige von ihnen zurückgenommen werden, wodurch sie ihre Doppelmoral zur Schau stellen: Würde es in der Bundesrepublik so etwas wie Freiheit im Bereich der Geschichtswissenschaften geben, würde ein Gericht nicht darüber entscheiden können, ob jemand dem Nationalsozialismus erheblich Vorschub geleistet hat. Dies kommt einer gerichtlich und damit staatlich verordneten absoluten historischen Wahrheit gleich und ist damit das Gegenteil eines freien Diskurses. Es ist daher wohlfeil und billig, eine solche Forderung an die Hohenzollern zu stellen, während viele von denen, die die Hohenzollern kritisieren, gleichzeitig an staatlichen Universitäten von denen alimentiert werden, die auf der Gegenseite stehen. Wenn es eine absolute historische Wahrheit gibt, wie es in der Bundesrepublik offenbar der Fall zu sein scheint, hat das Haus Hohenzollern natürlich auch das Recht, gegen falsche Interpretationen der Geschichte vorzugehen. Man soll das hier nicht falsch verstehen: An anderer Stelle wurde in der Corona bereits ausdrücklich die Möglichkeit begrüßt, den Sachverhalt um den Kronprinzen Wilhelm ein- für allemal gerichtlich klären zu lassen, da dies dazu führen wird, seinen Namen in Zukunft vor den aktuellen Anwürfen zu schützen. Dennoch ist es aberwitzig, gleichzeitig die Freiheit der Wissenschaft durch Unterlassungsklagen in Gefahr zu sehen, aber kein Problem damit zu haben, wenn von einem republikanischen Gericht die historische Wahrheit definiert wird.

Ob die Aktionen des Hauses etwas an der negativen öffentlichen Wahrnehmung werden ändern können, die durch die geballte Macht der immer uniformeren deutschen Leitmedien und affiner Historiker gelenkt wird? Die Reaktion der Hohenzollern kommt zwar spät, durch Verbreiten der Information könnten aber beispielsweise auch unsere Leser dazu beitragen, die Vorwürfe gegen sie richtigzustellen. L.R.

Kommt jetzt der Schah?

Das neue Jahr beginnt mit einer handfesten Krise im Nahen Osten: Die USA antworten auf den Angriff pro-iranischer Milizen im Irak auf ihre Botschaft mit der gezielten Tötung des für die iranischen Auslandsoperationen verantwortlichen Generals Solaimani. Diese Reaktion ist in den Medien oft als unverhältnismäßig beschrieben worden, und tatsächlich scheint sie zu einer ernsteren Auseinandersetzung zu führen, in die auch andere Länder hineingezogen werden könnten. Bislang wurde das Atomabkommen vom Iran vollständig aufgekündigt und das irakische Parlament, wo pro-iranische Kräfte die Mehrheit haben, forderte den Abzug der amerikanischen Truppen, womit das Land in die Hand der schiitischen Milizen fallen würde. Europäische Truppen verlassen bereits fluchtartig das Land und die Atommullahs in Teheran schworen Rache und schossen, wenn auch recht planlos, Raketen in Richtung amerikanischer Militärstützpunkte in der Region. Ob sich das wiederum die USA und ihre Verbündeten in der Region, Israel und Saudi-Arabien, gefallen lassen würden, ist zweifelhaft.

Kaiserin Farah verurteilte in diesem Zusammenhang die Ankündigung von Präsident Trump, im Zweifel auch nationale Kulturstätten Persiens anzugreifen: Die Mullahs hätten schon genug zerstört, sagte sie dazu und äußerte sich zuversichtlich, daß Persien ohne sie einst wieder ein anerkanntes Mitglied der Weltgemeinschaft sein werde. Der persische Thronprätendent Reza Pahlavi hatte sich in der Vergangenheit dagegen wiederholt für eine sehr harte Gangart gegen das Mullah-Regime ausgesprochen, auch wenn er sich ebenfalls immer gegen eine militärische Intervention verwahrte. Die harte Gangart scheint jetzt da zu sein, da eine gütliche Einigung der USA mit den Mullahs gesichtswahrend kaum mehr möglich ist und es gleichzeitig ob der geostrategischen Interessen der USA auch nicht möglich ist, die Region sich selbst zu überlassen.

Wie realistisch wäre aber eine Rückkehr der Kaiser von Persien auf den Pfauenthron nach einem Regime Change? Eine Rückkehr mit Hilfe amerikanischer Bayonette würde eine Restauration in jedem Fall erschweren, da die Perser die Unterstützung von Saddam Husseins Krieg gegen den Iran nicht vergessen haben und der Schah so nur als Marionette ausländischer Mächte wahrgenommen werden würde. Hilfreicher wäre ein absolutes Wirtschaftsembargo, so wie es etwa gegen Nordkorea besteht. Außerdem ist Reza Pahlavi zwar der Führer der größten Oppositionsgruppe gegen das Regime. Außer in den deutschen Medien, wo die Mullahs immer noch als Friedensstifter und Stabilitätsfaktor gehandelt werden, war in den vergangenen Jahren immer wieder von regimekritischen Aktionen im Iran die Rede, die vor allem auf die durch die amerikanischen Sanktionen desolate wirtschaftliche Lage zurückzuführen sind. Videos von diesen Aktionen beweisen, daß Aktivisten dabei die Rückkehr des Schah forderten, und dies, obwohl Monarchismus sogar mit dem Tod bestraft werden kann. Reza Pahlavi ist jedoch nicht völlig unumstritten, da es auch Oppositionelle gibt, die eine säkuläre Republik wünschen. Es ist also noch ein langer Weg bis zur Restauration.  L.R.

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Die vollständige 229. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 229

Inhalt der 229. Ausgabe:

  • Haus Hohenzollern antwortet auf Vorwürfe
  • Neue Runde im Berliner Umbenennungsspiel
  • Kommt jetzt der Schah?
  • Italien: Abschied vom salischen Gesetz?

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