85. Geburtstag Herzog Franz von Bayern: Benefizauktion brachte knapp 800.000 €

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Als S.K.H. Herzog Franz von Bayern ankündigte, seinen 85. Geburtstag am 14. Juli nicht groβ zu feiern, zeigte er gleichzeitig eine Alternative für ihm zugedachte Ge-schenke: In der Benefiz-auktion „Helfen ohne Limit“ sollte Kunst versteigert und die Erlöse zugunsten von Projekten in Kenia und Süd-Sudan eingesetzt werden.

Die Süddeutsche Zeitung schrieb: „Die Spendenbereitschaft von Künstlern, Sammlern, Galeristen und Kunsthändlern war riesig. Wer noch nicht wusste, in welchem Maß Herzog Franz von Bayern die Sympathien zufliegen, erfährt es durch die Resonanz auf die angekündigte Benefizauktion zugunsten des ‚Hilfsvereins Nymphenburg‘, die sich der Chef des Hauses Wittelsbach zu seinem 85. Geburtstag gewünscht hat. Die Einnahmen der von Neumeister ehrenamtlich durchgeführten Auktion sollen dem Hilfsverein zukommen, insbesondere einem Herzensprojekt des Jubilars: den so genannten ‚Value Villages‘ in Kenia und Südsudan, dörflichen Initiativen für eine nachhaltige Zukunft. Es geht um sauberes Wasser, medizinische Grundversorgung, schulische, handwerkliche und landwirtschaftliche Ausbildung.“

Nun hat Neumeister das Ergebnis der Benefizauktion veröffentlich und Corona erhielt die Erlaubnis, den Rechenschaftsbericht zu veröffentlichen.

Knapp 800.000 Euro für den guten Zweck
Top-Ergebnisse bei der Zeitgenössischen Kunst:
– Photografie von Andreas Gursky erzielt 140.000 Euro,
– Skulptur von Anselm Kiefer bringt 100.000 Euro,
– Arbeit auf Papier von Georg Baselitz für 75.000 Euro,
– Skulptur von Senkrechtstarterin Mia Florentine Weiss brachte aus dem Stand 50.000 Euro.
– 100 Prozent Verkaufsquote bei Alter Kunst und Kunsthandwerk.

Neben dem Erlös von 783.800 Euro konnte der Hilfsverein Nymphenburg e.V. noch Spenden in beachtlicher Höhe einnehmen.

Bei der Offerte von Kunsthandwerk, Silber, Glas, Münzen und Schmuck fand jedes der 201 Lose seinen Käufer – eine sensationelle Verkaufsquote von 100 Prozent.

Diese Quote wurde mit Graphik und Gemälden vom 15. bis 20. Jahrhundert sowie Post War & Contemporary Art nicht ganz erreicht – hier gab es dafür eine ganze Reihe sehr erfreulicher Spitzenergebnisse, wie etwa 140.000 Euro für Andreas Gurskys Werk „Leipzig“ aus dem Jahr 1995 oder 100.000 Euro für Anselm Kiefers Objekt „Aurora“ aus dem Jahr 2011.

Ein Grund für die zahlreichen herausragenden Ergebnisse und die ausgezeichnete Verkaufsquote lag sicher darin, daβ die Bieter kein Aufgeld und keine Mehrwertsteuer auf die ersteigerten Objekte zahlen muβten. Sie hatten also pro Gebot ein zusätzliches Bietpotential von knapp 30 Prozent, das viele auch für die gute Sache nutzten.

S.K.H. Herzog Franz von Bayern freute sich über den erfolgreichen Verlauf der Auktion:
Ich freue mich sehr, daβ so viele Menschen meiner Bitte gefolgt sind, bei dieser Auktion kräftig und großzügig mitzusteigern!
Das erfreuliche Ergebnis ist in der Tat für mich das schönste Geburtstagsgeschenk. Ich möchte gern drei ganz herzliche Dankeschön loswerden: an die vielen freiwilligen Helfer der Auktionsvorbereitung, an die großzügigen Spender der fast 450 Kunstobjekte und an die nicht minder großzügigen Käufer dieser Kunst!

S.K.H. Prinz Ludwig von Bayern über die geplante Verwendung der in der Auktion erlösten Mittel:
Die Auktion war mit einem Erlös von 783.800 Euro ein großartiger Erfolg für den Hilfsverein Nymphenburg und natürlich für das Projekt Value Villages in Kenia und dem Südsudan. Mit dieser Summe können wir bis Ende 2018 sieben Dörfern und deren Bewohnern – die ohne jede Schulbildung sind, nur ihre Stammessprache sprechen und mit weniger als einem US-Dollar am Tag auskommen müssen – durch Grundversorgung und Erwerbsmöglichkeiten eine nachhaltige Zukunft ermöglichen. Derzeit sind bereits drei Dörfer dank Value Villages auf einem sehr guten Weg und verfügen bereits über Wasserversorgung, Kindertagesstätten und teilweise auch Schulzugang. Was uns besonders freut ist, daβ zusätzlich zu dem Auktionserlös beim Hilfsverein Nymphenburg noch Spenden in beachtlicher Höhe eingegangen sind. Ich danke allen freiwilligen Helfern, Spendern und Käufern und natürlich dem Auktionshaus NEUMEISTER für die tatkräftige und effiziente Unterstützung.“

Katrin Stoll, geschäftsführende Gesellschafterin von NEUMEISTER, die die Auktion leitete:
Das hervorragende Ergebnis der Benefizauktion spricht für sich selbst! Ich freue mich vor allem, daβ u. a. auch unser Verzicht auf Aufgeld und die Tatsache, daβ dadurch keine Mehrwertsteuer anfiel, viele Bieter motiviert hat, dieses zusätzliche Bietpotential für die gute Sache zu nutzen. Im Grunde zeigt diese Auktion, wofür NEUMEISTER steht: für kontinuierlich sehr gute bis hervorragende künstlerische Qualität, ausgezeichnete Provenienzen, exzellentes Marketing, vor allem auch bei Sammlungs- und Sonderauktionen und in der Folge konstant gute bis ausgezeichnete Ergebnisse.
Ich darf S.K.H Herzog Franz von Herzen für das in unser Haus, mich und mein Team gesetzte Vertrauen danken!

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Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 204

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Der schwarze Tag des deutsches Heeres

Der 8. August 1918 war eigentlich gar kein so besonderer Tag. Seit Mitte Juli war das Deutsche Kaiserreich nach den Frühjahrsoffensiven und einem Vormarsch über die Marne an der Westfront aufgrund des Eintreffens von immer mehr amerikanischen Truppen wieder in die Defensive geraten und muβte die Front zurücknehmen – erst wieder über die Marne, später noch weiter zurück.

Bei der Frühjahrsoffensive 1918 konnte das Deutsche Heer Geländegewinne erzielen – doch keine kriegsentscheidenden und im August muβte es sich überall zurückziehen.

Am 8. August kam es erstmalig zu einem etwas größeren Einbruch in die deutschen Stellungen, der allerdings am Folgetag mit Reserven aufgefangen werden konnte. Das Neue: Erstmals im gesamten Krieg ergab sich eine große Zahl kaiserlicher Soldaten. So konnte die Entente mindestens 15.000 Gefangene machen. Schlechte Moral gab es bis dahin eigentlich nur beim Feind oder bei den Verbündeten. Die Oberste Heeresleitung, die noch im Juli, als die sogenannte Hunderttageoffensive der Entente schon begonnen hatte, unter völliger Verkennung der Lage auf einen günstigeren Moment für Friedensverhandlungen warten wollte, bewegte der 8. August daher zum Umdenken. General Ludendorff selbst prägte den Ausdruck des „schwarzen Tages des deutschen Heeres”. Für ein Umdenken war es aber leider schon zu spät, da die Entente aufgrund der für sie günstigen militärischen Lage keine Notwendigkeit für einen Verständigungsfrieden sah, wenn sie überhaupt je die Notwendigkeit gesehen haben sollte: Bereits anderthalb Monate nach dem 8. August kapitulierte Bulgarien. Das Osmanische Reich sollte bald nachfolgen. Die deutschen Truppen waren, wie bereits beschrieben, ebenfalls demoralisiert, denn es war offensichtlich, daß die Frühjahrsoffensiven, die das Versprechen eines Siegfriedens nach einer letzten großen Kraftanstrengung einlösen sollten, verpufft waren. Bald waren sie auf ihre Ausgangsstellungen vorm März 1918 und dahinter zurückgeworfen. Sowohl in der Heimat als auch an der Front waren alle Kräfte aufgebraucht. Kaiser Wilhelm II. versuchte in dieser Zeit, Volk und Armee zum Durchhalten zu bewegen, da der Eindruck von Schwäche und Unordnung nur härtere Friedensbedingungen mit sich bringen würde, wie er auf mehreren Reden vor Fabrikarbeitern betonte. Gleichzeitig wurden politische Reformen vorbereitet, die im Oktober zur Parlamentarisierung des Kaiserreichs führen sollten. Erich Ludendorff teilte dem Kaiser am 29. September im Hauptquartier in Spa mit, daß sofort Waffenstillstandsverhandlungen aufgenommen werden müβten, was er zwei Monate zuvor noch rundweg ablehnte. Die Diktatur der Obersten Heeresleitung war damit an ihr Ende gelangt und von nun an gaben wieder zivile Politiker die Richtlinien vor. Leider scheiterten die angedachten Reformen dann jedoch an den falschen Versprechungen von US-Präsident Wilson, darauf wird jedoch in einem späteren Artikel eingegangen. L.R.

Schwedische Kronjuwelen gestohlen

König Gustaf V. Adolf war der letzte schwedische Monarch, der die Krone nicht nur symbolisch trug.

Seit 1907 Gustaf V. Adolf als letzter schwedischer König mit den Reichsinsignien gekrönt wurde, erlebte diese jahrhundertealte Tradition in Schweden keine Wiederholung. Die Reichssymbole liegen bei der Thronbesteigung eines Monarchen nur noch in seiner Nähe. Und nun haben dreiste Diebe sich an den Kronjuwelen vergriffen: Zwei Kronen und ein Reichsapfel aus dem Jahr 1610 wurden am 1. August aus der Kathedrale von Strängnäs, östlich von Stockholm, gestohlen. Die beiden Räuber entkamen auf einem Schnellboot und trotz umfangreicher Suche sind Verbrecher wie das gestohlene Gut unauffindbar.

In Schweden wurde ein sogenannter „nationaler Alarm“ ausgerufen, die höchste Stufe auf der Polizeiskala, mit dem die Sicherheitskräfte in den nordischen Ländern mobilisiert werden, auβerdem erlaubt er der Polizei, auβergewöhnliche Maβnahmen zu ergreifen. Welche das im Fall der gestohlenen Kronjuwelen sind, wurde, das liegt in der Natur der Sache, nicht bekanntgegeben. Weil die Gefahr besteht, daβ das Diebesgut ins Ausland verschoben wird, hat Schweden auch Interpol eingeschaltet.

Die Kronen gehörten König Karl IX. (1550 bis 1611, König ab 1604) und seiner Enkelin Königin Kristina (1626 bis 1689, Königin von 1632 bis 1654). Sie waren nicht die ersten, die Dieben zum Opfer fielen. Bereits 2013 entwendeten Langfinger die Krone von König Johann III. (1537 bis 1592, König ab 1568). Vor fünf Jahren hatte es die schwedische Polizei mit reuemütigen Gaunern zu tun. Aufgrund eines anonymen Hinweises fanden die Beamten das geraubte Königsgut in einem Müllsack in einem Straβengraben. Vielleicht hofft sie auch jetzt wieder auf königstreue Räuber. Ähnliches passierte auf der Burg Hohenzollern, wo am 31. Juli 1953 eingebrochen wurde. Paul Falk, ein bereits mehrfach vorbestrafter Einbrecher, verschaffte sich Zugang in die Schatzkammer, in der er Gold und Juwelen, die Tabatieren Friedrichs des Großen, einen Marschallstab und verschiedene Orden erbeutete. Der reine Materialwert wurde damals auf 500.000 DM geschätzt, der historische Wert läβt sich nicht beziffern. Die preußische Königskrone von 1889 lieβ er zurück. Er erklärte im Prozeβ, er habe das von so vielen Menschen verehrte Symbol nicht berühren wollen, weil er Monarchist sei. Alle hoffen 2018 auf eine solche Wiederholung in Schweden.   H.S.

Beim Einbruch auf Burg Hohenzollern war die preuβische Krone, die hier Prinz Louis Ferdinand begutachtet, für den Dieb Paul Falk sakrosankt, denn er sei Monarchist, erklärte er in seinem Prozeβ.

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Die vollständige 204. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 204

Inhalt der 204. Ausgabe:

  • Der schwarze Tag des deutschen Heeres
  • Rätselraten um das Erbe von Prinz Richard zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg
  • Japan bereitet Thronfolgezeremonie vor
  • Schwedische Kronjuwelen gestohlen

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Umbenennungswahn trifft Turnvater Jahn

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Der nach dem Monarchisten Jahn benannte Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark in Prenzlauer Berg soll wegen angeblich antisemitischer Bemerkungen des Turnvaters umbenannt werden. Allerdings stimmen die Behauptungen aus dem linken Lager vorne und hinten nicht. Wie immer geht es nur um die Tilgung der den Machthabern unbequemen deutschen Geschichte. Allerdings mehren sich die Gegenstimmen.

Eberhard Diepgen (CDU) spricht sich ebenso dagegen aus, wie Walter Momper (SPD), Stefan Kretschmer (AfD), der Autor Jan von Flocken, der Historiker Gerd Steins und der BZ-Kolumnist Gunnar Schupelius. Trotzdem will die rot-rot-grüne Mehrheit im Bezirk Pankow den Sportpark umbenennen.

Laut BZ erklärte Diepgen: „Personen der Geschichte haben ihre Schattenseiten. Bemerkungen des Turnvaters über Juden gefallen uns allen nicht. Jahn machen sie aber auch nach Sicht von Historikern nicht zu einem aus seiner Zeit fallenden extremen Judenhasser. Also lassen wir es beim Namen Jahn Sportpark.“

Momper sieht das ähnlich und berichtet: „Der Vorwurf, er sei ein „bekennender Antisemit“, ist unbegründet. Der Vorwurf wird darauf gestützt, dass Jahn 1815 ins Fremdenbuch der Wartburg eingetragen hatte: „Wälsche und wendische Helfer bringen uns immer tiefer ins Verderben“. Damit meinte Turnvater Jahn die Franzosen und die Russen. Antisemitische Turner in Österreich vereinnahmten Turnvater Jahn. Auch die Nazis nutzten das. Auch das Jahn-Zitat: „Polen, Franzosen, Pfaffen, Junker und Juden sind Deutschlands Unglück“ ist gefälscht. Die Autorin Eleonore Sterling hat es 1965 Turnvater Jahn in die Schuhe geschoben. Dabei stammte es zur Hälfte von Heinrich von Treitschke. Bis heute wird diese Fälschung wiederholt und verbreitet.

Laut dem Schriftsteller und Historiker Jan von Flocken war er „der herrschenden Klasse zuwider wegen seines Patriotismus. Wegen seines ja man kann schon sagen glühenden Eintretens für die deutsche Einheit. Und jetzt haben wir das wieder, dass der Mann verfolgt wird.“

Auch der Historiker Gerd Steins ist gegen eine Umbenennung. Dem Tagesspiegel teilte er mit: „Die Vorwürfe, er sei ein „bekennender Antisemit“, sind aus wissenschaftlicher Sicht völlig unbegründet. Ich beschäftige mich seit gut 40 Jahren mit Jahn und habe in seinen Schriften keine dementsprechenden Sätze finden können. Selbst im neuen „Handbuch des Antisemitismus“ wird eine derartig unsinnige Behauptung über Jahn nicht aufgestellt.“

Und der Journalist Gunnar Schupelius erklärte in der BZ: „Friedrich Ludwig Jahn ist eine schillernde Persönlichkeit, die unsere Geschichte stark geprägt hat. Er war kein Verbrecher und auch kein Wegbereiter späterer finsterer Zeiten. Es wäre vermessen und töricht, seinen Namen zu entfernen. Man kann die Geschichte nicht nachträglich hinbiegen. Es wäre geradezu gespenstisch, wenn wir Persönlichkeiten aus unserer Erinnerung verbannen, weil sie sich im Sinne der heutigen Auffassungen politisch nicht korrekt verhielten. Wo fängt diese Bereinigung der Geschichte an und wo hört sie auf?

Nur die linke Mehrheit im Bezirk ist anscheinend unbelehrbar und hält an ihren Plänen fest. Dabei übersehen die Abgeordneten das Gute, was Jahn in den Befreiungskriegen und im ersten gesamtdeutschen Parlament geleistet hat. Und sie sehen auch nicht, welche positiven Einflüsse Jahn auf die deutsche Romantik hatte.

Der Maler Caspar David Friedrich (1774–1840) stellte beispielsweise in seinem 1819 entstandenen Bild Zwei Männer in Betrachtung des Mondes den Turnvater zusammen mit dem Neubrandenburger Pastor Franz Christian Boll (1776–1818) dar. Es handelte sich um eines der Gedächtnisbilder für den verstorbenen Boll, welchem man auf dem Gemälde die etwas untersetzte Figur mit Umhang zuordnen kann. Die andere, sportlich wirkende Person ist aus den historischen Umständen heraus als Friedrich Ludwig Jahn in jungen Jahren, während seiner Hauslehrerzeit in Neubrandenburg, zu erkennen.
Christian Schwochert

Nachbemerkung:
Auβerhalb Berlins wird eleganter mit Straβen- und Schulnamen umgegangen, die nicht nach jedermanns Geschmack sind und/oder als anstöβig betrachtet werden. Im Stadtrat von Esslingen (bis 16. Oktober 1964 amtliche Schreibweise Eßlingen am Neckar) lehnte eine breite Mehrheit den Antrag ab, die Hindenburgstraβe in Clarastraβe umzubenennen.

Auch die SPD-Fraktion stimmte gegen die Umbenennnung. Wie die Stuttgarter Zeitung am 28. Juli schrieb, fand der SPD-Stadtrat Klaus Hummel „es sei außerdem an der Zeit, die alle paar Jahre aufflammende Umbenennungsdiskussion bei verschiedenen Straßen ein für alle Mal mit einer gemeinsamen Erklärung zu beenden. Er schlug einen Text vor nach Ravensburger Vorbild: „Straßenbezeichnung sind Ausdruck der historischen Entwicklung der Stadt und des jeweiligen Zeitgeistes (. . .) Straßennamen nach Personen mit zweifelhafter und widersprüchlicher Geschichte dienten ursprünglich deren Würdigung. Heute sind sie uns Mahnung und Erinnerung an unrühmliche Abschnitte der Geschichte. Wir wollen sie durch geeignete Maßnahmen kenntlich machen und kommunizieren. Dies gilt nicht für nationalsozialistische Gewalttäter.

Trauer im Großherzoglichen Haus: Carl Gregor Herzog zu Mecklenburg verstorben

Strelitzius Blog

Herzog Carl Gregor mit seiner 2006 verstorbenen Ehefrau Prinzessin Maria Margarethe von Hohenzollern.

Mich hat die Nachricht des Großherzoglichen Hauses Mecklenburg-Strelitz erreicht, dass  Dr. phil. Carl Gregor Herzog zu Mecklenburg, Prinz von Mecklenburg-Strelitz, M.A., Fürst zu Wenden, Schwerin und Ratzeburg, Graf zu Schwerin, Herr der Lande Rostock und Stargard am Montagmorgen, den 23. Juli, an seinem Wohnsitz, der Villa Silberburg in Hechingen, im 86. Lebensjahr verstorben ist. Meine Anteilnahme gilt der Großherzoglichen Familie.

Der Herzog wurde als viertes Kind des Herzog Georg zu Mecklenburg und dessen Frau Irina am 14. März 1933 auf Schloss Remplin bei Malchin geboren. Nach dem Brand des Schlosses 1940, wahrscheinlich von den Nazis gelegt, dem Verlust des Wohnsitzes in Berlin durch einen Bombentreffer, der Inhaftierung des Vaters 1944 im KZ Sachsenhausen verbrachte er die Nachkriegszeit in Sigmaringen und Hechingen. Er studierte Kunstgeschichte, wurde an der Universität Tübingen promoviert und leitete das Diözesanmuseum in Rottenburg.

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König Philippe an seine deutschsprachigen Mitbürger: „Unser Land trägt mit konstruktiver Kraft zur internationalen Ordnung bei“

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Ansprache Seiner Majestät des Königs anlässlich des Nationalfeiertags am 21. Juli 2018

Meine Damen und Herren,

die tolle Leistung unserer Nationalmannschaft bei der Fuβball-Weltmeisterschaft hat unser ganzes Land mitgerissen. Wir haben alle zusammen unvergeβliche Momente mit unseren Spielern erlebt. Das ist so einer der Momente im Leben eines Landes, die das Gefühl in uns wecken, stolz zu sein und dazu zu gehören. Unsere Roten Teufel haben aber auch fabelhaft unseren Wahlspruch verkörpert: Einigkeit macht stark. Zusammen sind wir stark, in unserer Vielfalt, wenn wir unsere Talente bündeln und nach einem gemeinsamen Ideal streben.

Natürlich ist da zuerst das schöne Ergebnis als solches. Aber die herausragende Leistung unserer Mannschaft liegt auch in der Art und Weise, wie sie diesen Erfolg errungen hat: mit Fairplay, Respekt für den Gegner und dadurch, daβ jeder Spieler sein Talent in den Dienst derselben Sache gestellt hat: die Ehre unseres Landes.

Auch in unserem persönlichen Leben und in der Gesellschaft beurteilen wir unsere Stärke anhand von Resultaten, aber auch durch die Art, wie wir diese erreichen, im Streben nach einem gleichen Ziel. Indem wir zusammen vorgehen und dabei unsere jeweiligen Talente und Schwächen miteinander vereinbaren. Um stark und erfolgreich zu sein, um letztendlich ich selbst zu sein, muβ ich auf die Stärken der anderen vertrauen, die mir erst meine eigene Stärke offenbaren. Indem ich mich mit und für meine Mitmenschen einsetze.

In der Suche nach dem, was uns eint, finden wir den ganzen Reichtum, der sich aus unseren Unterschieden ergibt. Unsere Schwächen können wir dann in Stärke ummünzen.  Das Streben nach Einheit verkennt nicht die Unterschiede, sondern im Gegenteil: es nimmt sie an. Ein Resultat, das wir in diesem Geiste erzielen, wird so noch schöner.

Meine Damen und Herren,

wir erleben heute einen tiefgreifenden geistigen Wandel. Das 21. Jahrhundert wird das Jahrhundert des Bürgers. Dasjenige aller Bürger, die zum Gemeinwohl beitragen wollen, indem sie sich für sinngebende Projekte einsetzen. Die Suche nach Sinngebung gibt dem Gemeinwohl eine wirklich menschliche Dimension.  Belgien ist eine vielseitige und lebendige Gesellschaft. Es gibt in unserem Land unzählige Initiativen, deren Hauptziel nicht vorrangig Effizienz und Profit ist, sondern die auch menschlichen Mehrwert schaffen wollen. Das soziale Unternehmertum ist hierfür ein schönes Beispiel. Öffentlicher, privater, Wirtschafts- und Sozialsektor wachsen immer mehr zusammen.

Dieser Elan bereichert unsere Demokratie. Er nährt unser Engagement auf allen Ebenen, angefangen in unserer unmittelbaren Umgebung bis hin zu unserem Auftreten in der Welt. Wir setzen uns ein für gestaltende Projekte in unseren Gemeinden, wo im Oktober Wahlen stattfinden werden. Und unser Land trägt mit konstruktiver Kraft zur internationalen Ordnung bei. Zum Beispiel im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, wo wir ab nächsten Januar wieder einen Sitz innehaben werden. Dort können wir uns tatkräftig für unsere Ideale einsetzen, die uns am Herzen liegen, nämlich Entwicklung und Frieden.

Lassen wir diese Kraft, die uns so auszeichnet, weiter wirken – wo immer wir sind und wann immer wir die Gelegenheit dazu haben. Das ist auch der Weg, den uns König Baudouin gewiesen hat, der vor 25 Jahren von uns gegangen ist. König Baudouin war ein Mann der Hoffnung. Er schöpfte seine Kraft aus einem tiefen Glauben an die Menschheit. Er hörte den Menschen zu und stellte stets die Stärken der anderen in den Vordergrund. Das ist für uns eine wunderbare Quelle der Inspiration.

Die Königin und ich wünschen Ihnen einen schönen Nationalfeiertag.

Es lebe Belgien!

Am Nationalfeiertag feierte König Philippe auch sein fünfjähriges Thronjubiläum (am rechten Bildrand seine jüngste Tochter, Prinzessin Eléonore).

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 203

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Herzog Franz von Bayern 85 Jahre alt

Seine Königliche Hoheit Herzog Franz von Bayern, Chef des Hauses Wittelsbach, im Studio des Bayerischen Rundfunks. Er ist überall ein gesuchter Gesprächspartner.

Ein Leben, das 85 Jahre währt, hält viele Geschichten bereit. Für Seine Königliche Hoheit Herzog Franz von Bayern, der am 14. Juli 1933 im Schloβ Nymphenburg geboren wurde, gilt das in besonderem Maβ: Die Nationalsozialisten waren ein halbes Jahr zuvor in Deutschland an die Macht gekommen. Die Versuche bayerischer Königstreuer, den Nazis wenigstens in Bayern durch die Proklamation von Kronprinz Rupprecht zum König einen Riegel vorzuschieben, scheiterten am 17. Februar 1933 und der Bayerische Heimat- und Königsbund mit 70.000 Mitgliedern hatte am 6. Juli 1933 seine Selbstauflösung verkündet. Kein guter Start für den ältesten Sohn von Erbprinz Albrecht von Bayern, die beide für das Haus Wittelsbach als nächste Anwärter für den bayerischen Thron bereitstanden.

Auf Prinz Franz folgten noch drei Geschwister, die mit ihm in Kreuth aufwuchsen: S.K.H. Herzog Max in Bayern,  I.K.H. Prinzessin Marie Gabrielle von Bayern, verheiratet mit S.D. Fürst Georg von Waldburg zu Zeil und Trauchburg, und I.K.H. Prinzessin Marie Charlotte von Bayern, verheiratet mit S.D. Fürst Paul von Quadt zu Wykradt und Isny. Doch in diesen Zeiten gab es keine unbeschwerte Kindheit, da machten auch Königskinder keine Ausnahme.

Der Erbprinz und seine Familie übersiedelten 1939 aus Widerspruch zum NS-Regime nach Ungarn und lebte vier Jahre lang in Budapest, bevor alle Ende 1943 auf Schloβ Sárvár zogen. Albrecht stellte sich jedoch bei Kriegsausbruch zum Wehrdienst, wurde aber aus politischen Gründen als »wehrunwürdig« abgelehnt. Nach der Besetzung Ungarns durch die Wehrmacht wurde die gesamte Familie am 6. Oktober 1944 verhaftet und ins Konzentrationslager Oranienburg verfrachtet. Im April 1945 verschleppten die Nazis sie ins Konzentrationslager Dachau, wo sie am 30. April von der 3. US-Armee befreit wurden. Wiederholt hat Herzog Franz in Fernsehinterviews von seinem traumatischen Aufenthalt in den Nazi-KZs gesprochen. Sie haben ihn geformt, aber nicht gebrochen.

Nach der Befreiung besuchte er das Benediktiner-Internat im Kloster Ettal, wo er auch sein Reifezeugnis ablegte. Danach studierte er Betriebswirtschaft an den Universitäten München und Zürich und darf sich seit der Abschluβprüfung Diplomkaufmann nennen. Seine wahre Passion ist jedoch die moderne Kunst, deren vielgefragter Experte er ist. Diesem Engagement wurde bereits an seinem 75. Geburtstag Rechnung getragen, als ihm die Ludwig-Maximilians-Universität die Ehrendoktorwürde verlieh. Christopher Balme, Dekan der Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften, die den Antrag dazu gestellt hatte, begründete den Dr. h. c. in einer Laudatio und lobte das Engagement von Herzog Franz von Bayern in diversen Gremien, etwa im Hochschulrat oder den Kuratorien der Akademie der Wissenschaften und des Instituts für Bayerische Geschichte, in diesem Kontext erwähnte er lobend auch das Patronat über die Berchtesgadener Gespräche, in denen er aufgreift, was König Max II. mit seinen gelehrten Abendunterhaltungen angestoßen hatte. In der Verleihungsurkunde hieβ es, der Herzog brenne „schon von Jugend an für die bildende Kunst“ und habe es auf diesem Feld, insbesondere dem der modernen Malerei, zu großer Kompetenz und Anerkennung gebracht. Er sitzt in vielen Gremien, sein Rat wird weltweit gerne gehört. In seinen Sammlungen befinden sich Kernstücke der Gegenwartskunst, Werke, die er 1984 dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds unter der Bedingung schenkte, daβ sie den staatlichen bayerischen Museen, also der Öffentlichkeit, zur Verfügung stünden.

In einem Interview wurde der Jubilar einmal gefragt, wie er seine Rolle als Chef des Königshauses, die er seit dem Tod Herzog Albrechts 1996 innehat, verstehe. Dabei antwortete er ebenso bescheiden wie diplomatisch: „Im Wesentlichen sehe ich mich als Familienchef vor zwei Aufgaben gestellt: Eine betrifft die inneren Angelegenheiten der Familie, den Frieden und den Zusammenhalt. Nach außen erfülle ich eine mehr repräsentative Aufgabe. Die rund 800-jährige Verbindung des Hauses Wittelsbach mit dem Land Bayern hat zwar 1918 ein äußerliches Ende gefunden, nicht geendet hat jedoch die gegenseitige Verbundenheit und Wertschätzung und der Bezug zur Geschichte und Tradition. Man könnte sagen, daβ meiner Familie aus diesem Bewuβtsein heraus sehr viel Respekt entgegengebracht wird, den wir erwidern, unter anderem, indem ich offizielle Einladungen annehme und mich in vielfältigen Gremien engagiere.

Vor fünf Jahren: Herzog Franz von Bayern feierte in Schloβ Schleiβheim seinen 80. Geburtstag und hieβ viele Gäste willkommen.

Zu seinem 85. Geburtstag verreiste der Jubilar, aber Marcus von Bechtolsheim von der Verwaltung des Hauses Wittelsbach machte Hoffnung: „Zum 90. Geburtstag des Herzogs könnte es eine groβe Feier geben.” In diesem Sinne: Ad multos annos, Königliche Hoheit! H.S.

Weiter Unruhen in Persien

Der Kampf um die Freiheit des Irans wird auch im Internet ausgefochten.

Die Unruhen im Iran, über die Corona zu Beginn des Jahres berichtete, sind in den vergangenen Wochen wieder aufgeflammt. Die Nachrichten, die nach außen dringen, sind spärlich, doch sollen sich zeitweilig ganze Städte unter den Fahnen des Schah gegen das Regime der Mullahs erhoben haben, da die Versorgungslage der Bevölkerung unverändert schlecht ist. Gegenwärtig gibt es Unruhen in zwei Provinzen.

Der in den USA lebende Kronprinz Reza Pahlavi äußerte sich in diesem Zusammenhang mehrfach gegenüber der internationalen Presse und wird nicht müde, den Sturz des iranischen Regimes zu fordern, wobei er sich jedoch gleichzeitig gegen eine militärische Intervention in seinem Land ausspricht. Vergleiche mit syrischen Verhältnissen, wie sie von den Mullahs getroffen werden, sollten die Proteste weitergehen, wies der Prinz zurück. Schon einen Tag nach dem Sturz des Regimes würde der Wiederaufbau beginnen und Persien und sein Volk haben alle Voraussetzungen, ein wohlhabendes Land zu sein. Auch müsste das Volk dann bestimmen, welche Institutionen es haben wolle. Reza Pahlavi steht für die Planung der Zeit nach den Mullahs auch in einem regelmäßigen Austausch mit Oppositionsgruppen.

Ob man das hören will, oder nicht: Der Widerstand gegen das iranische Regime ist wohl auch ein Erfolg der US-amerikanischen Auβenpolitik unter Donald Trump, der es durch die Drohung, Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen in den Iran zu bestrafen, konsequent erschwert, daß Teheran wirtschaftlich wieder auf die Beine kommt. Gleichzeitig wird auch der außenpolitische und militärische Einfluβ des Iran in Syrien und anderen Ländern zurückgedrängt, was dem Frieden in der Region sicher sehr zuträglich ist. Am zuträglichsten für das iranische Volk und die Region wäre aber eine Rückkehr des Iran in die Weltgemeinschaft unter dem rechtmäßigen Schah. L.R.

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Die vollständige 203. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona -Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 203

Inhalt der 203. Ausgabe:

  • Herzog Franz von Bayern 85 Jahre alt
  • Weiter Unruhen in Persien
  • Der 14. Juli ist ein Tag der Trauer: Jahrestag des Putschs gegen die haschemitische Monarchie Irak
  • Gedenken an ermorderte Zarenfamilie in Ruβland

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Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 202

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Monarchistisches 1968

Landauf, landab ergehen sich viele in nostalgischer Erinnerung. Das Jahr 1968 erscheint in einem verklärterem Schein als ihn das Kaiserreich jemals bei seinen Anhängern hervorrief. Abgesehen von einem Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) (Alexander Zirpel: Der unrote Groβvater erzählt), der etwas Wasser in den 68er Erinnerungswein gieβt, erwecken alle Zeitzeugen den Anschein, sie hätten auf der Straβe die Demokratie neu erfunden, Barrikaden erklommen, kurz: das freie Leben erst ermöglicht. Andere Stimmen kommen in „den” Medien so gut wie nicht vor.

Start am Jahresanfang 1968: Die Nummer 1 der neuen Zeitschrift Erbe und Auftrag.

Es mag überraschen, aber aus monarchistischer Perspektive gab es 1968 tatsächlich einen Aufbruch. Im 50. Jahr der kaiserlosen, der schrecklichen Zeit erschien zum Jahresanfang 1968  die 1. Ausgabe des 1. Jahrgangs von Erbe und Auftrag. Zwar gab es den Herausgeber der Zeitschrift, die Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des monarchischen Gedankens -Tradition und Leben e. V., bereits früher, aber nach dem Tod des Gründers, Freiherr Heinrich von Massenbach, 1962 war die Veröffentlichung der Vereinspublikationen eingestellt worden. Im Geleitwort der neuen Zeitschrift schreibt (Prof. Dr.) Helmut Reichold (1922-1978): „Sicher ist die monarchische Ordnung, wie wir sie vertreten und anstreben kein Allheilmittel für alle Probleme und Schwierigkeiten, die sich in der sogen. pluralistischen  Gesellschaft zusammenbrauen. … Wir sind keine Quacksalber, die ein Wundermittel anzubieten haben. Auch sehen wir in der Krone nicht den Garanten deutscher Macht und Gröβe, wie man es vielleicht noch in den zwanziger Jahren unter der furchtbaren Belastung des Versailler Diktates gesehen hatte.“

Der Herbst des Jahres 1968 lieβ die Monarchisten Hoffnung schöpfen. Nachdem Bundespräsident Heinrich Lübke seinen Rücktritt angekündigte, wollte die Münchner Wochenzeitung Quick in ihrer Ausgabe 39 im Oktober von ihren Lesern wissen, wen sie denn gerne als Nachfolger sähen. Am 6. November 1968 veröffentlichte sie in Ausgabe 45 das Ergebnis: 39,8% hatten sich für Prinz Louis Ferdinand von Preuβen ausgesprochen. Der Nächstplacierte, der SPD-Politiker Carlo Schmid kam nur auf 16,2%, der nachmalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker erhielt 7% und der tatsächlich dann gewählte Gustav Heinemann lag mit 6,8% abgeschlagen auf Platz 5.

Über den Gewinner der Umfrage heiβt es in der Quick: „Prinz Louis Ferdinand öffnet seinen Besuchern die Haustür selbst, entkorkt eigenhändig die Flaschen und schenkt nach. Kein Dienstbote wird bemüht, wenn der Gast Hunger verspürt. Seine Kaiserliche Hoheit holt Appetitthappen und belegte Brote selbst aus der Küche und serviert sie. Würde und Überlegenheit büβt er dadurch nicht ein. Die politischen Vorstellungen des Prinzen wurden nicht ausschlieβlich von seiner Familientradition geprägt. Er war im Dritten Reich ein Mann des Widerstandes. Er und seine Familie riskierten Leben und Gesundheit, um das „geliebte Deutschland vom braunen Terror zu befreien“. Und auch heute würde der 60jährige Gefahren nicht scheuen, wenn Gefahr von „oben“ droht: ‚Ich würde mit Willy Brandt auf die Barrikaden gehen, wenn die Notstandsgesetze miβbraucht würden!’” Parallel zur Quick hatte auch die Bild-Zeitung ihre Leser ge-beten, der Redaktion mitzuteilen, wen sie  als Bundespräsidenten wünschten. Und dabei war das Ergebnis noch eindeutiger: Wie die Zeitung am 14. November 1968 veröffentlichte, konnte Prinz Louis Ferdinand 12.324 Stimmen auf sich vereinen, das entsprach 55,6% der 22.178 eingesandten Voten. Von den Politikern wurde in der Bundesversammlung dieses Meinungsbild ignoriert. Die Delegierten wählten den von der CDU zur SPD gewechselten Gustav Heinemann im dritten Wahlgang zum Bundespräsidenten.

Die BILD verkündete es in groβen Buchstaben: Nr. 1: Der Prinz.

Doch den Schwung von 1968 nutzte Prinz Louis Ferdinand, um im Juli 1969 auf Burg Hohenzollern den Zollernkreis ins Leben zu rufen. Mit diesem offenen Gesprächskreis sollte erreicht werden, daβ Royalisten und Republikaner sich treffen konnten. Ob er damit eine überparteiliche „pressure group“ schaffen wollte, die für ihn und seine Rechte eintreten würde, bleibt Spekulation. Man kann ihn nicht mehr fragen. Leider flachten die monarchistischen Impulse von 1968/69 im Lauf der Zeit ab. Die meisten Streiter für den monarchischen Gedanken aus den 60er Jahren sind im vergangenen halben Jahrhundert abgetreten. Sie fanden Nachfolger, doch sind diese eher individualistische Einzelgänger, denen es an Kompromiβbereitschaft und Kooperationswillen fehlt. Die Wirkung der Monarchisten in die Gesellschaft hinein nahm ab. Im Bundestag sitzt – anders als 1968 – kein bekennender Monarchist mehr. Der letzte seiner Art dürfte Dr. Herbert Czaja gewesen sein, 1953 erstmals in den Bundestag gewählt, bis 1990 direkt gewählter CDU-Abgeordneter des Wahlkreises Stuttgart II und zahlendes Mitglied von „Tradition und Leben“. Seine neun Kinder sind heute in verschiedenen Parteien und Ämtern aktiv, aber keines fand (soweit bekannt) den Weg in eine monarchistische Vereinigung.

Nostalgie auf 1968 verbietet sich, aber die Monarchisten könnten einen Schub à la 1968 gut gebrauchen.       H.S.

PS. Zur Vertiefung der Thematik sei die Dissertation von Dr. Joachim Selzam „Monarchistische Strömungen in der Bundesrepublik Deutschland 1945 – 1989“ empfohlen.

Restauration der Monarchie in Burundi?

König Ntare V. (Charles Ndizeye Mwambutsa
* 2. Dezember 1947 – † 29. April 1972). Er folgte am 8. Juli 1966 seinem Vater als Mwami nach und wurde am 28. November 1966 von Premierminister Micombero für abgesetzt erklärt. Er ging ins Exil nach Deutschland. Von dort wurde er nach Uganda gelockt. Uganda überstellte ihn nach Burundi, wo er während eines royalistischen Aufstands, der 100.000 Menschenleben kostete, ermordet wurde.
Am 29. April 2012 wurden seine sterblichen Überreste in der Königsresidenz Gitega zur letzten Ruhe gebettet.

Wie die französische Zeitung „Le Monde” berichtet, trägt sich der Langzeitpräsident Burundis, Pierre Nkurunziza, mit der Idee der Wiedereinführung der Monarchie.

Dies ist eine überraschende Wendung in der von Völkermord und Bürgerkrieg gezeichneten ehemaligen deutschen und belgischen Kolonie, da der Präsident eigentlich eigens ein Referendum für eine Verfassungsänderung veranlaβte, welche ihn dazu autorisiert hätte, bis ins Jahr 2034 an der Macht zu bleiben. Während des Referendums kam es jedoch zu Ausschreitungen, bei denen zahlreiche Menschen getötet wurden, was den Präsidenten vielleicht zur Einsicht brachte. Nach dem siegreichen Referendum ließ er, der seit 2005 regiert, nämlich wissen, daβ er 2020 in den Ruhestand gehen wird. Eine der bis dahin wenig bemerkten und kommentierten Verfassungsänderungen, die per Referendum beschlossen wurden, ist tatsächlich die Möglichkeit der Wiedereinführung der Monarchie, welche in Burundi zwischen 1530 und dem Jahr 1966 Bestand hatte – auch während der Kolonialzeit gab es einen burundischen König. Außerdem sah man Nkurunziza in letzter Zeit immer öfter an Orten auftreten, die mit der alten Monarchie in Verbindung gebracht werden. So unterschrieb der Präsident die neue Verfassung in Gitega, dem letzten Sitz des letzten burundischen Königs Ntare V.

Es wäre nicht das erste Mal, daß nach einem Bürgerkrieg die monarchische Staatsform gewählt wurde, um ein für alle akzeptables Staatsoberhaupt zu finden. Auch in Kambodscha, Spanien und Uganda (auf regionaler Ebene) geschah dies bereits. Vielleicht hat der gegenwärtige Präsident etwas mehr Vision, als so viele seiner Kollegen, denen es nur um Machterhalt und persönliche Bereicherung geht. Dies wird die Zukunft zeigen.

Die burundischen Könige waren nach der Unabhängigkeit von Belgien bestrebt, die Spannungen zwischen Hutu und Tutsi zu lindern, jedoch verhinderten zwei Militärstreiche, daß sie ihr Werk vollenden konnten. Stattdessen verlor sich das Land in ethnischen Konflikten. Eine Restauration der Monarchie wäre daher folgerichtig. L.R.

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Die vollständige 202. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona -Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 202

Inhalt der 202. Ausgabe:

  • Die anderen 68er
  • Verfassungsänderungen im Groβherzogtum Luxemburg
  • Restauration der Monarchie in Burundi?
  • Thronfolger von Sachsen-Weimar-Eisenach stirbt bei Unfall

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Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.

Schloβ Amerongen eröffnet Ausstellung zu Kaiser Wilhelm II.

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Für deutsche und auch andere Monarchisten war Haus Doorn als Exilsitz des vorläufig letzten deutschen Kaisers immer bedeutender als Schloβ Amerongen, wo der Monarch seine ersten Tage im Exil verbrachte. Die Aufmerksamkeit könnte sich mehr auf Schloβ Amerongen richten, wo der Nachfahre des Kaisers, Prinz Georg Friedrich mit seiner Frau, Prinzessin Sophie von Preuβen, am 3. Juni die Ausstellung mit dem nicht eben charmanten Titel „Hilfe, der Kaiser kommt!“ eröffnete.

Auf der Webseite des Schlosses heiβt es unter anderem:

Ausstellung vom 3. Juni bis zum 2. Dezember 2018

Eine neue Ausstellung mit Schloβführungen
1918 – vor 100 Jahren – schlossen die Alliierten einen Waffenstillstand, wodurch der Erste Weltkrieg beendet wurde. An diesem Tag erreichte Kaiser Wilhelm II. , der sich im belgischen Spa aufhielt und nicht mehr nach Deutschland zurückkehren konnte, Schloβ Amerongen.

Auf Ersuchen der niederländischen Regierung stellte Graf Aldenburg Bentick dem Kaiser sein Haus zu Verfügung. Ursprünglich sollte der Kaiser nur drei Tage in Amerongen verbleiben, daraus wurden letztlich 18 Monate.

Bewohner von Schloβ Amerongen
Das tägliche Leben auf Schloβ Amerongen wurde fortan in hohem Masse durch die Anwesenheit des Kaisers bestimmt. Nach seiner Ankunft wurde das Gelände des Schlosses hermetisch von der Außenwelt abgeriegelt.

Die Presse, die Entführungsversuche und zahlreichen Drohbriefe verursachten eine angespannte Atmosphäre innerhalb der Schloβmauern. Die Bewohner des Schlosses wurden überraschend und ohne Vorbereitung ein Teil der Folgen des Ersten Weltkriegs. Diese geschichtlich wichtige Periode wird mit der Ausstellung: „Hilfe, der Kaiser kommt!” vom Standpunkt der Schloβbewohner aus beleuchtet.

Verzicht auf Königs- und Kaiserkrone
Die Anwesenheit des Kaisers hatte auch große Folgen für die Niederlande. Die Regierung muβte viel leisten, um die unzähligen Reaktionen aus dem In- und Ausland diplomatisch in gute Bahnen zu leiten. Schloβ Amerongen stand deshalb kurzfristig im Mittelpunkt Europas, vielleicht sogar der Welt.

Auf Schloβ Amerongen steht der Schreibtisch, an dem Kaiser Wilhelm II. am 28. November 1918 nur für sich (!) die Verzichtsurkunde unterzeichnete.

Der Aufenthalt des Kaisers in Amerongen ist in vielerlei Hinsicht ein historischer Moment für Europa. Am 28. November 1918 unterzeichnete der Kaiser auf Schloβ Amerongen seine Verzichtserklärung.

Trauriges Dokument: Mit seiner Unterschrift besiegelte Kaiser Wilhelm den Verzicht „auf die Krone Preussens und die damit verbundenen Rechte an der deutschen Kaiserkrone“.

Ein kaiserliches Gästebett
Für diesen Sommer wurden die herrlich dekorierten Räumlichkeiten des Schlosses wieder genau wie vor 100 Jahren eingerichtet. In den Küchen sind die typischen Gerichte aus der Zeit des Kaisers und seines Gefolges zu sehen.

Zum ersten Mal erstrahlt auch das – noch nie vorher ausgestellte – kaiserliche Tafelservice wieder im Esszimmer.

Das Jahrhunderte alte Himmelbett – in dem der Kaiser geschlafen hat – wurde wieder herausgeputzt.

Die ausgestellten Menükarten, Briefe, historischen Dokumente, Zeitungen und Fotos geben einen Einblick in das tägliche Leben. Nicht allein im Schloβ, sondern auch in den Gärten sind die Spuren des kaiserlichen Aufenthalts zu erkennen.

Allen Kaisertreuen kann der Besuch von Schloβ Amerongen und der Ausstellung nur wärmstens empfohlen werden.

Kontakt
Kasteel Amerongen
Drostestraat 20
NL-3958 BK Amerongen
Königreich der Niederlande
Tel. +31 343 563 766
info@kasteelamerongen.nl
Website: http://www.kasteelamerongen.nl

Erreichbarkeit per Bus:
Schloβ Amerongen ist mit dem Bus 50 (Wageningen – Utrecht) erreichbar. Haltestelle ‚Amerongen Dorp‘ (Dorf Amerongen). Von hieraus läuft man noch 10 Minuten zum Schloβ.

Parkplatz:
Vor dem Schloβ befindet sich ein kostenloser Parkplatz, sowohl für Fahrräder als auch für Autos.

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 201

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Bananenrepublik Italien

Der Vorwurf, zu einer Bananenrepublik geworden zu sein, wird nicht nur gegen die Republik Italien erhoben, Royalisten in Frankreich plakatieren mit derselben Anschuldigung weitflächig gegen die Französische Republik.

Die EU atmet auf, obwohl in Italien eine Regierungsbildung der Rechtspopulisten der Lega Nord und der 5-Sterne-Spaßbewegung dank des mutigen Einschreitens des italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella erst gescheitert ist, nun doch wieder ins Auge gefaβt wird. So zumindest die offizielle Lesart in den Medien, die voll des Lobes für den italienischen Präsidenten Matarella waren. Dieser hatte sich geweigert, den dezidiert eurokritischen Paolo Savona zum Finanzminister zu ernennen, weswegen der designierte italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte dann auch keine Lust mehr aufs Regieren hatte. Besagter Finanzminister in spe hätte der EU eine ganze Reihe neuer oder schon überstanden geglaubter Probleme bereitet, da er sich nicht an irgendwelche Defizitvorgaben halten wollte. Schuld an der jetzigen Krise ist laut Medien daher natürlich auch nicht der Präsident, sondern die Parteien, die eigentlich eine Regierung bilden wollten. Neuwahlen scheinen abgewendet zu sein, nachdem die möglichen Mehrheitsparteien Savona nicht mehr zum Finanzminister, sondern „nur“ zum Europaminister ernennen wollen. Dieser hat mit den Stabilitätskriterien nichts mehr zu schaffen. Damit hat der italienische Staatspräsident auf den ersten Blick Kompetenzen wahrgenommen, die Monarchisten gerne dem Monarchen zuschreiben, hat er sich doch als unparteiische Instanz erwiesen, die zum Wohle aller handelt, wenn dies erforderlich ist.

In der römischen Tgeszeitung „Il Tempo“ wurde am 31. Mai die Frage nach der Monarchie aufgeworfen und das Für und Wider mit Interviews, unter anderem dem Vorsitzenden der monarchistischen Jugend (F.M.G.), Simone Balestrini, abgewogen.

Dies ist aber nur auf den ersten Blick so, denn tatsächlich hat der Staatspräsident nicht nur nach Meinung der meisten Staatsrechtler (und der Australians for Constitutional Monarchy) die Verfassung gebrochen, da er kein materielles Prüfungsrecht bei der Ernennung der Minister hat, sondern dies nur eine Formalie ist. Zudem wird diese Weigerung auch nichts nutzen, denn jede Umfrage sähe im Falle von Neuwahlen eine noch deutlichere Mehrheit von Lega Nord und 5-Sterne-Bewegung, als das momentan der Fall ist. Hätte ohne das Eingreifen des Präsidenten noch eine kleine Möglichkeit bestanden, einen Kompromiβ zwischen der italienischen Regierung und der EU zu finden, ist diese jetzt dahin. Die EU wird es mit einer Regierung zu tun haben, die ein geschlossenes Feindbild besitzt.

Der italienische Präsident hat also keineswegs als der Ersatzmonarch gehandelt, der überparteilich und zum Wohle aller handelt. In den verschiedenen Monarchien wie Spanien oder Belgien ist der Monarch der Hüter der Verfassung, der im Gespräch mit allen einen Kompromiβ sucht, und nicht derjenige, der die Verfassung schwer beschädigt. Der Monarch versucht auch, neutral zu sein, und nicht diejenigen zu sabotieren, die ihm politisch nicht genehm sind, wie Mattarella, welcher Sympathien für die Mitte-Links-Koalition hegt. Nur in Extremsituationen äußert er sich politisch. Solch eine Extremsituation liegt in einer Bananenrepublik, in der kaum eine Regierung mal die vorgesehene Legislaturperiode zu Ende bringt, aber nicht vor. Das Wahlergebnis entspricht eher der italienischen Normalität nach dem Ende der Monarchie. Die vom Präsidenten nicht geliebten Regierungsparteien rufen derweil erst einmal zu Großdemonstrationen am italienischen Nationalfeiertag am 2. Juni auf, dem Tag der Republik. Diese Republik verleitet in der Tat eher zum Demonstrieren denn zum Feiern. L.R.

Mehr deutsche Freunde der Monarchie als vermutet

Deutsche Medien sind doch immer wieder unschlagbar, wenn sie ihren Empfängern falsche Hoffnungen machen. „Deutsche für Abschaffung der Monarchie“ lautete die Schlagzeile der dts-Nachrichtenagentur. Sie fährt fort: „Laut Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und n-tv sind 54% der Befragten der Meinung, daβ es grundsätzlich keine Monarchien mehr geben sollte. 39% der Bundesbürger halten dagegen eine parlamentarische Monarchie grundsätzlich noch für zeitgemäß.”

Für einen lebenslangen deutschen Monarchisten sind diese Zahlen ein Segen, eine groβe Ermutigung, daβ zwischen diesen beiden Polen nur 15 Prozent liegen. Im internationalen Rahmen sind sie dennoch völlig irrelevant, denn in Groβbritannien schwankt die Zahl der Republikaner zwischen zehn und zwanzig Prozent: „We are not yet a nation of republicans‘“ muβte der britische Berufsrepublikaner Graham Smith kleinlaut den Journalisten ins Aufnahmegrät diktieren. Als Vorsitzender des Ein-Mann-Vereins Republic (so beschrieb ihn die Süddeutsche Zeitung) halten ihn die monarchischen Institutionen in Lohn und Brot. Was würde er sonst verkaufen, könnte er nicht seine antimonarchistischen Thesen immer dann anbieten, wenn ein königliches Groβereignis alle Welt auch auf die Gegner all dieses Glanzes blicken lieβe. Pro und contra gilt als faire Berichterstattung. Doch die Gröβenordnung ist falsch. Während 100.000 Menschen die engen Straβen in Windsor säumten, hatte die Gegenveranstaltung 70 Teilnehmer: “… for the Republican jamboree, photographs on Twitter show an audience of at least 70 people, including the speakers.

Apropos Freunde der Monarchie. Die Forsa-Umfrage schlüsselte sie in Deutschland so auf: Anhänger von CDU/CSU sind zu 50% und der FDP sind zu 48% der Meinung, daβ eine parlamentarische Monarchie auch heute den Zeitgeist trifft. Die Anhänger der AfD (64%) sowie der Linkspartei (61%) sind dafür, daβ Monarchien allgemein abgeschafft werden sollten.              H.S.

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Die vollständige 201. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 201

Inhalt der 201. Ausgabe:

  • Bananenrepublik Italien
  • Nächste britische Krönung ohne neue Formeln
  • Die gröβte Demonstration des Dritten Reichs war royalistisch
  • Mehr deutsche Freunde der Monarchie als vermutet

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Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.

Die schönsten Bilder zur Hochzeit in Windsor

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… sind diese beiden, wobei das erste von der Amtseinführung des US-Präsidenten Donald Trump („the largest audience to ever witness an inauguration, period, both in person and around the globe„) stammt und nur das zweite den Weg zeigt, den das Brautpaar nach der kirchlichen Trauung in Windsor zurückzulegen hatte. Die Zeremonie wurde von schätzungsweise zwei Milliarden Menschen weltweit verfolgt.

Washington, 20. Januar 2017

Windsor, 19. Mai 2018

Die Menschen stimmen mit den Füβen ab. Und das ist gut so.