Ein Hauch von Kaiserreich in Brasilien Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 273

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Brasilianischer Prätendent Dom Luiz verstorben

Am 15. Juli verstarb der brasilianische Thronprätendent Dom Luiz im Alter von 84 Jahren. Präsident Jair Bolsonaro verfügte eine eintägige Staatstrauer. 

Der Prinz lebte zuletzt recht zurückgezogen, da er gesundheitlich angeschlagen war – so saß er die letzten Jahre im Rollstuhl. Sein Nachfolger ist der 81jährige Dom Bertrand. Prinz Luiz war Oberhaupt der Vassouraslinie des Hauses Orléans-Bragança. Neben dieser gibt es noch die Petropolislinie, die auch Ansprüche auf den Thron des brasilianischen Kaiserreichs erhebt. Die Vassouraslinie gilt gleichzeitig als konservativer und in monarchistischen Kreisen engagierter. Wäre das Verfassungsreferendum 1993 zu Gunsten der Monarchie ausgegangen, wäre Luiz Kaiser geworden. Dies blieb ihm leider verwehrt. L.R.

Württembergs vielgeliebter Herr bleibt Namensgeber der Universität Tübingen

In Tübingen ist am 21. Juli der Versuch gescheitert, den Gründer der Universität aus ihrem Namen zu tilgen. Am Donnerstag votierten im Senat der Eberhard-Karls-Universität 16 Mitglieder gegen eine Namensänderung, 15 dafür und zwei enthielten sich der Stimme. Nötig für die Streichung der beiden Herrschernamen wäre eine Zweidrittelmehrheit gewesen.

Beantragt hatten die Namensänderung Studenten, da in ihren Augen der Universitätsgründer von 1477, Graf Eberhard V. im Bart (1445 – 1496, Württembergs erster Herzog), als Antisemit gilt und der zweite Namensgeber, Herzog Karl Eugen (1728 – 1793) ein „despotischer Herrscher“ gewesen sein soll. Seit 545 Jahren trägt die Universität am Neckar den Namen ihres Gründers. Graf Eberhard wurde der Ehrentitel „Württembergs vielgeliebter Herr“ von seiner dankbaren Bevölkerung verliehen. Im 19. Jahrhundert dichtete der Arzt und Poet Justinus Kerner das Gedicht „Der reichste Fürst“, das sich mit seiner ersten Zeile „Preisend mit viel schönen Reden“ zur Hymne Württembergs entwickelte. Das wurde zwar vom Königshaus gerne gesehen, aber es war nicht der Auftrag- oder Ideengeber. Noch heute ist Graf Eberhards Preislied bekannt und wird oft angestimmt. Vielleicht nicht in den Studentenkreisen, die für eine Namensänderung eintraten, das sei den Zugereisten unbenommen, aber selbst Tübingens grüner Oberbürgermeister Boris Palmer hatte sich im Vorfeld der Abstimmung positioniert und sich gegen eine Namensänderung ausgesprochen. „Meine Vorfahren waren über Jahrhunderte Württemberger Bauern im Remstal. Von dieser Herkunft her habe ich zunächst gefremdelt, als ich an der Universität S.K.H begegnet bin.“ Aber in seiner Amtszeit konnte er die Förderung, die die Universität durch Herzog Carl von Württemberg, dem Rechtsnachfolger Eberhards, erfuhr, aus nächster Nähe beobachten. Nach dem Votum bezeichnete er den Senatsbeschluß als „weise Entscheidung“. Die Forderung nach einer Umbenennung der Universität entspringe „erkennbar der woken Cancel Culture, also dem Bedürfnis, sich selbst über andere zu erheben“, schrieb Palmer auf Facebook. Dabei seien die Belege für Eberhards Judenfeindschaft „im Kontext der Zeit keineswegs drastisch“.

Graf Eberhard V./Herzog Eberhard I. von Württemberg (1445 – 1496)

Es ist wohlfeil, wenn heutige Wohlstandskinder sich über Menschen erheben, die vor 600 Jahren lebten. Natürlich wissen sie jetzt alles besser und würden nicht die Fehler begehen, die den damaligen Zeitgenossen noch heute angekreidet werden. Graf Eberhards Renommee war damals so groß, daß er eine Standeserhebung beim Kaiser durchsetzen konnte. Herzog Eberhard I. stand mit der Einbindung der Stände in die Gesetzgebung an der Wiege des württembergischen Staats. Sein Motto Attempto (Ich wage es) galt vielen in Württemberg als Ansporn. Bei Abwägung von pro und contra überwiegen die positiven Punkte für den durchlauchtigsten Herrn.  H.S.

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Die vollständige 273. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Inhalt der 273. Ausgabe:

· Ein Hauch von Kaiserreich in Brasilien

· Die Geisterfahrt der Kulturstaatsministerin

· Australien bereitet sich auf die Republikoffensive vor

· Württembergs vielgeliebter Herr bleibt Namensgeber der Universität Tübingen

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Ansprache Seiner Majestät des Königs der Belgier zum Nationalfeiertag

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20. Juli 2022

Meine Damen und Herren,

diesen Sommer erhalten wir endlich unsere Freiheit zurück, nach mehr als zwei Jahren Kampf gegen das Coronavirus. Auch wenn es uns leider weiterhin verfolgt.

Das Leben geht wieder seinen gewohnten Gang. Unsere Wirtschaft nimmt Fahrt auf. Dank wirksamer Maßnahmen zur Unterstützung, haben auch die Behörden einen großen Beitrag dazu geleistet.

Heute ist Wachstum allmählich wieder in Sicht. Obwohl es immer noch Ungleichgewichte auf dem Arbeitsmarkt gibt, nimmt die Beschäftigung weiter zu.

Aber einige unserer Mitbürger, besonders die Jugendlichen, gehen geschwächt aus der Pandemie hervor. Sie brauchen ein offenes Ohr, Verständnis dafür, wie sie Dinge erleben – und sie brauchen Ermutigung.

Ich bin stolz auf die Arbeit meiner Frau, Königin Mathilde, mit ihrer Unterstützung für die Sensibilisierung und Prävention im Bereich des mentalen Wohlbefindens.

Meine Damen und Herren,

durch Covid wurde unser ganzes Gesellschaftsmodell schwer auf die Probe gestellt. Aber vor allem dank diesem haben wir durchgehalten.

Der Kampf gegen die Pandemie hat bewiesen, dass wir auch in Krisenzeiten gesellschaftliche Kohäsion zeigen. Hierfür ist Zusammenarbeit nötig zwischen unseren Institutionen, zwischen allen beteiligten Akteuren, aber auch ein verbindender öffentlicher Diskurs.

Dass wir in der Lage waren, eine Krise wie die Pandemie innerhalb unseres demokratischen Systems zu bewältigen, ist vor allem unserem sozialen Zusammenhalt zu verdanken.

Ein Zusammenhalt, der sich auch zeigte in der Hilfe für die Opfer der Überschwemmungen in Wallonien. Bei unserem jüngsten Besuch in der Region konnten wir feststellen, dass echte Fortschritte erzielt wurden, auch wenn es immer noch Schwierigkeiten gibt. 

Meine Damen und Herren,

mit dem Krieg in der Ukraine hat ein neuer Abschnitt der Geschichte begonnen. In erster Linie für die Ukraine, aber auch für unser Land, für Europa und für die ganze Welt.

Leider ist der Krieg wieder allgegenwärtig, ganz in der Nähe, und er verursacht unerträgliches Leid.

Die Ukrainer kämpfen und sterben, um ihr Land zu retten, aber auch, um die Demokratie und die Werte zu bewahren, die wir mit ihnen teilen.

Wir werden uns nicht gegeneinander ausspielen lassen durch die Erpressung einer Atommacht, die so unsere Solidarität mit der Ukraine brechen will.

Wir werden weiterhin das ukrainische Volk unterstützen.

Weltweit leiden viele Länder unter diesem Konflikt, einige sehr stark. In unserem Land spüren wir bereits die direkten Auswirkungen der Inflation, die durch die internationalen Spannungen noch verschärft wurde.

Der starke Anstieg der Lebenshaltungskosten droht unsere Wirtschaft, aber auch unsere Gesellschaft zu schwächen. Die derzeitigen Preissteigerungen machen vielen unserer Mitbürgern das Leben schwer. Dies gilt besonders für Haushalte mit geringem Einkommen, Alleinerziehende und Menschen, die von einem Ersatzeinkommen leben.

Wir müssen unbedingt vermeiden, dass sich die Kluft zwischen den verschiedenen Bevölkerungsschichten vergrößert. Dass Armut sich verfestigt oder sogar ausbreitet. Unser Gesellschaftsmodell, das auf Integration und Solidarität beruht, kann diese neuen Schocks auffangen. Dies wird jedoch nicht von selbst geschehen. Die hohen Energiekosten machen schwierige Entscheidungen unumgänglich.

Meine Damen und Herren,

überall um uns herum hören wir eine immer aggressivere Sprache. Wir sehen auch ein Wiederaufleben autoritärer Regime und Reflexe, die nur ihre eigenen Interessen verfolgen, auf Kosten anderer. Lassen Sie uns auf diese Herausforderungen reagieren mit einem unerschütterlichen Vertrauen in die Demokratie. Indem wir Zusammenhalt und Inklusion fördern. Indem wir nicht schüren, was uns spalten könnte. Indem wir mehr Nuance und Wohlwollen wagen.

In dieser Krisensituation ist es gerade der Zusammenhalt der Europäischen Union, der es uns ermöglichte, gemeinsame Lösungen zu entwickeln in den Bereichen Gesundheit, Verteidigung, Energie, und Aufnahme von Flüchtlingen.

Dieser Zusammenhalt ist von entscheidender Bedeutung, um zu verhindern, dass die Ungleichheiten zwischen den Mitgliedsstaaten wachsen, zum Nachteil der Bevölkerung.

Schließlich sollten wir in diesen unruhigen Zeiten unser weltweites Ziel, die Bekämpfung der globalen Erwärmung, nicht aus den Augen verlieren. Hoffen wir in diesem Zusammenhang, dass der Preisanstieg fossiler Brennstoffe zur Beschleunigung der Energiewende beiträgt.

Damen und Herren,

bei unserem Besuch im Kongo konnten wir eine wichtige Seite in unserer gemeinsamen Geschichte mit der Demokratischen Republik Kongo umschlagen. Die Dinge wurden benannt, es erfolgten starke Taten.

Wenn wir unsere gemeinsame Vergangenheit mit Besonnenheit betrachten, können wir zusammen die Zukunft gestalten. Das kongolesische Volk hat große Erwartungen an unser Land. Lassen Sie uns zusammenarbeiten, um ihm zu helfen auf dem Weg zu mehr Sicherheit, Gerechtigkeit und Demokratie.

Mit unserer Entwicklungszusammenarbeit, unserer Diplomatie und unserer Armee, die alle eine hervorragende Arbeit leisten.

Lassen Sie uns, mit der internationalen Gemeinschaft, an einer Lösung des so tödlichen Konflikts im Ostkongo arbeiten.

Meine Damen und Herren,

wir stehen weiterhin vor vielen Herausforderungen.

Aber wenn wir auf Kurs bleiben, wenn wir unseren Zusammenhalt bewahren, können wir unsere Zukunft sichern.

Die Königin und ich wünschen Ihnen einen fröhlichen Nationalfeiertag und einen schönen Sommer. Es lebe Belgien!

Abschied von S.K.H. Herzog Carl von Württemberg

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Dem SWR gebührt Dank, daß er am 2. Juli in einer Direktübertragung aus Altshausen den Trauergottesdienst für S.K.H. Herzog Carl von Württemberg aus der Schloß- und Pfarrkirche St. Michael allen Menschen im Land die Möglichkeit gab, Abschied zu nehmen vom Oberhaupt des Hauses Württemberg. Auch wenn SWR-Adelsexpertin Anneliese Malun es immer wieder als „Herzogshaus Württemberg” bezeichnete, so ist es doch in Wirklichkeit seit 1806 das württembergische Königshaus.

Und noch ein weiterer offensichtlicher Fehler sei hier am Anfang korrigiert. Frau Malun und andere nannten den in der ersten Reihe gehenden, stehenden und sitzenden Herzog Wilhelm, den 27-jährigen Enkel Herzog Carls, das „künftige Oberhaupt des Hauses Württemberg“. Das wurde er aber automatisch mit dem Tod seines Großvaters. Es bedurfte dazu keiner Erklärung, keiner Abstimmung in der Familie oder öffentlichen Proklamation. Herzog Wilhelm von Württemberg firmierte in der Todesanzeige des Hauses an erster Stelle, wie es ihm als neuem Hauschef zusteht. Daß in der Hofkammer, dem Geschäftszentrum der Württemberger, sein Onkel Herzog Michael vorerst das Sagen hat, ist wichtig für den Übergang und ermöglicht es Herzog Wilhelm, seine Ausbildung in aller Ruhe fortzusetzen und zu einem geordneten Abschluß zu bringen.

Am Vortag der Beisetzung, am 1. Juli bewegte sich ein Trauerzug durch Altshausen, wie es der letzte Wunsch Herzog Carls gewesen war. Der Sarg des Verstorbenen war auf eine Lafette gebettet, die von vier Pferden des Gestüts Marbach, das 1491 Graf Eberhard im Bart gründete, durch das Altshauser Ried und die Gemeinde zum Marktplatz gezogen wurde. Verschiedene Musikkapellen und die Gelben Husaren, eine Bürgergarde aus Altshausen, begleiteten den Zug. Der Sarg war verhüllt mit der gelben Standarte des Hauses Württemberg. Die württembergischen Hirschstangen sind seit Jahrhunderten die heraldischen Erkennungszeichen Württembergs. Auf dem Marktplatz wurde des Verstorbenen in einer Schweigeminute gedacht, bevor der Sarg zur Aufbahrung in die Schloßkirche getragen wurde.

Mit einem Zug durch Altshausen nahm Herzog Carl Abschied von seinem Familiensitz.

Zur Trauerfeier am Samstag kamen zahlreiche Persönlichkeiten nach Altshausen. Der Pfarrer der Schloßkirche, Pfarrer Christof Mayer FamOT, wußte in seiner Begrüßung, wie die hohen Gäste in welcher Ordnung willkommen zu heißen sind. Er begann damit „Seine Königliche Hoheit Herzog Wilhelm von Württemberg, den Enkelsohn und Nachfolger Herzog Carls, Ihre Königliche Hoheit Herzogin Diane von Württemberg, Prinzessin von Frankreich” zu nennen.

Pfarrer Christof Mayer FamOT

Nach der Begrüßungen der regierenden Herrscher, Großherzog Henri von Luxemburg und Fürst Hans Adam von und zu Liechtenstein, kam die Reihe an den Ministerpräsidenten des Landes, Winfried Kretschmann (Grüne) und den stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl (CDU). Gleich danach hieß er S.K.H. Herzog Franz von Bayern, I.K.H. den Herzog und die Herzogin in Bayern, S.K.H. den Herzog von Bragança, S.K.H. den Grafen von Paris und dann I.K.H. Prinz Georg Friedrich und Prinzessin Sophie von Preußen willkommen, die unmittelbar hinter dem Ehepaar Kretschmann saßen. Unter den Politikern waren erstaunlich viele Grüne Abgeordnete zu sehen, zahlreiche CDU-Landes-, Bundes- und EU-Abgeordnete und Bürgermeister hatten den Weg nach Altshausen gefunden, darunter Stuttgarts OB Frank Nopper und das schwarze Schaf unter den Grünen, Tübingens OB Boris Palmer, Bauernverbandspräsident Joachim Ruckwied und Vertreter der Universitäten, die vom Haus Württemberg gegründet wurden.

Die Familienangehörigen saßen in den ersten Reihen links, Trauergäste rechts. Hinter Ministerpräsident Kretschmann ist links hinter ihm Prinz Georg Friedrich sichtbar.
Der Bischof der evangelischen Landeskirche Württembergs, Frank Otfried July

Der Bischof der evangelischen Landeskirche Württembergs, Frank Otfried July, und der Bischof der  Diözese Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, haben ein deckungsgleiches Territorium, was immer daran erinnert, daß beide im Königreich Württemberg gegründet wurden und sie hier ihre Wurzeln haben. Es war kein ökumenischer Gottesdienst, sondern ein tiefkatholisches Requiem. Dennoch fand auch Bischof July seine Rolle darin und er hatte die Lesung übernommen.

Der Bischof der Diözese Rottenburg Stuttgart, Dr. Gebhard Fürst

Bischof Gebhard Fürst würdigte die Lebensleistung des verstorbenen Chefs des Hauses Württemberg. Seine Grundhaltung sei es gewesen, Menschen zu helfen. „Furchtlos und treu steht im Wappen des Hauses Württemberg.“ Nicht zuletzt dieser Leitsatz, sagte Fürst, habe die Willenskraft des Herzogs geprägt. Mit großer Herzlichkeit, seinem Sinn für Kunst und Ästhetik sei er ein Mann gewesen, der allen Menschen geholfen habe, die Hilfe benötigt haben, „soweit es möglich war“. Der Herzog galt als volksnah und gesellschaftlich engagiert. Daß dies allgemein anerkannt wurde, bewiesen die zahlreichen Orden und Auszeichnungen, die vor dem Sarg aufgestellt waren.

Bischof Fürst wies auf die persönliche Tragik seines Lebens hin. Herzog Carl sei in seinen letzten Lebensjahren „fast gebrochen durch die Trauer für seinen Sohn Herzog Friedrich“ gewesen; er war im Jahr 2018 bei einem Verkehrsunfall im Alter von 57 Jahren ums Leben gekommen. Aber an seinen Enkeln und seit letztem Jahr auch an einer Urenkelin, hatte Herzog Carl seine Freude. Das kam auch darin zum Ausdruck, daß der Ehemann seiner Enkelin Sophie und Vater der Urenkelin Olympia, Maximilien d’Andigné, während des Gottesdiensts eine Fürbitte (auf französisch) sprach.

Der Abschied von Herzog Carl von Württemberg war ein öffentlicher Akt – die Familie konnte unbeobachtet ihren privaten Abschied nehmen.

Die Beisetzung in der Gruft war den öffentlichen Blicken entzogen und der Familie vorbehalten. Die Trauer um diesen großen Vertreter des Hauses Württemberg bleibt. Ganz persönlich werden die handschriftlichen Grüße fehlen, die er bis in den Januar 2022 hinein auf seine Dankschreiben setzte, die auf die Glückwünsche zu Weihnachten oder seinem Geburtstag kamen.

Königliche Hoheit werden unvergeßlich bleiben.

Der Sarg auf dem Weg zur Gruft.

In der ARD-Mediathek ist diese SWR-Sendung für ein Jahr zu sehen und herunterzuladen unter dem Titel Abschied von Carl Herzog von Württemberg.

Wittelsbacher und Württemberger trauern Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 272

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Benediktinerpater Florian, Prinz von Bayern stirbt in Kenia

Angehörige katholischer Herrscherhäuser traten und treten immer wieder Ordensgemeinschaften bei: Kronprinz Georg von Sachen wurde Jesuit, Herzog Carl Alexander von Württemberg wählte die Benediktinerabtei Beuron. Und auch die heutige Habsburgerfamilie hat mindestens zwei Patres in ihren Reihen. Der Wittelsbacherprinz Franz Josef, ein Urenkel König Ludwigs III., der am 21. September 1957 in  Leutstetten geboren wurde, trat 1982 als Novize in die Benediktinerabtei St. Ottilien ein und nahm den Ordensnamen Florian an. 1986 legte er die Ewigen Gelübde ab, erhielt die Diakonen– und Priesterweihe und kehrte nach Kenia zurück, wo er bereits in den Noviziatsjahren gearbeitet hatte.

Pater Florian OSB, Prinz von Bayern

Pater Florian widmete sich zunächst der Jugendseelsorge in den Slums von Kenias Hauptstadt Nairobi, bevor er im Jahr 2002 nach Illeret am Turkanasee, das im Norden an der Grenze zu Äthiopien liegt, ging. Dort gründete er eine Pfarrei, in der er sich mit zwei einheimischen Mitbrüdern um die Menschen kümmerte. Ein besonderes Anliegen war ihm, den Kindern der dort lebenden Nomaden Zugang zur Bildung zu ermöglichen. Dabei verstand er, daß die vorhandenen Schulen nicht zum Leben von Nomadenvölkern passen, sondern, daß der Unterricht zu den Kindern kommen muß. So entwickelte er das Modell von mobilen Schulen, in denen die Kinder der Daasanach unterrichtet wurden, und setzte sich für die Ausbildung von Lehrern ein. Diesem Herzensprojekt widmete er sich mit ganzer Kraft und Leidenschaft. Er gründete das Projekt INES (Illeret Nomadic Education System).

Von seinem Leben in Afrika berichtete P. Florian im Buch „Weil es et-was Größeres gibt“das ein beeindruckendes Zeugnis vom Mut zum Aufbruch und vom Weg zu sich selbst gibt. Sein Tod am 22. Juni nach langer Krankheit gab Anlaß zu zahlreichen Nachrufen, sogar in der Süddeutschen Zeitung und dem Bayerischen Rundfunk. H.S.

Die Instrumentalisierung Walther Rathenaus

Vor 100 Jahren wurde der deutsche Außenminister Walther Rathenau durch Angehörige der rechtsextremen Organisation Consul ermordet (24. Juni 1922). Das erste Mal wirklich von sich reden machte Rathenau, als er im 1. Weltkrieg 1914/15 die deutsche Kriegswirtschaft organisierte und so überhaupt erst ermöglichte, daß Deutschland nicht schon viel früher aus dem Krieg ausschied. Am Ende des 1. Weltkrieges plädierte er für eine Fortführung des Krieges, bis bessere Waffenstillstandsbedingungen vorlägen. Später verhandelte er trotz eigener Bedenken die Rapalloverträge mit der Sowjetunion, die letztlich eine geheime Aufrüstung der Weimarer Republik bedeuteten. Ein Linker war er also nicht gerade, warum ist er also ins Visier der Mörder geraten? Ein Grund ist der, daß Walther Rathenau Jude und die Organisation Consul streng antisemitisch ausgerichtet war. Mit dem Mord wollte die Organisation außerdem Chaos in der Regierung hervorrufen und so einen Aufstand der linken Kräfte in Deutschland erreichen, welcher dann vom Militär hätte niedergeschlagen werden können. All das sollte in der Errichtung einer Militärdiktatur enden.

Walther Rathenau * 29. September 1867 – † 24. Juni 1922

Es folgte jedoch nicht der Zusammenbruch der Regierung: Noch nicht einmal einen Monat nach dem Mord trat dann als Antwort der republikanischen Reichsregierung das sogenannte Republikschutzgesetz in Kraft. Dieses Gesetz verbot nicht nur Bestrebungen gegen die republikanische Ordnung, sondern sah auch vor, daß ehemals landesherrlichen Familien der Zutritt nach Deutschland verweigert werden kann. Man kann sagen, daß diese Bestimmung direkt gegen Wilhelm II. gerichtet war. Was aber hat Wilhelm II. mit einer Organisation zu tun, die die Republik nicht durch ihn, sondern durch eine Militärdiktatur ersetzen wollte? Nichts. Die Republik benutzte das politische Attentat, um die Möglichkeit einer Restauration der Monarchie zu verhindern, auch wenn diese rein gar nichts mit der Organisation Consul zu tun hatte. Dieses Gesetz stellte tatsächlich einen schweren Schlag für alle monarchistischen Bemühungen dar, auch wenn es nur fünf Jahre lang in Kraft war. Eine Verlängerung kam im Anschluß noch einmal für zwei Jahre zustande, dann jedoch war Schluß. Trotzdem hatte das Gesetz seine Schuldigkeit insofern getan, als daß es Monarchisten recht effizient daran hinderte, sich zu organisieren, während die tatsächlichen Extremisten von KPD und NSDAP frei agieren konnten – mit den bekannten Ergebnissen.

Heute wird an den Mord an Walther Rathenau mit der Mahnung erinnert, man müsse sich gegen „rechts“ engagieren. Aber auch in dieses „rechts“ wird so gut wie alles hineininterpretiert, was gerade opportun scheint. Ist es zum Beispiel rechts, sich für die Monarchie und damit für eine Staatsform einzusetzen, die in zahlreichen demokratischen europäischen Staaten hervorragend funktioniert? Natürlich nicht.

Walther Rathenau war ein außergewöhnlicher Politiker, von denen es heute kaum welche gibt. Er hat es nicht verdient, auf diese Weise instrumentalisiert zu werden.

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Die vollständige 272. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Inhalt der 272. Ausgabe:

· Die Instrumentalisierung Walter Rathenaus

· Benediktinerpater Florian, Prinz von Bayern stirbt in Kenia

· Libyscher Thronprätendent fordert Wiedereinführung der Monarchie

· Herzog Carl von Württemberg nach Trauerfeier beigesetzt

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Der SWR überträgt Trauergottesdienst für Herzog Carl von Württemberg

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Auch in Italien wurde um Herzog Carl von Württemberg getrauert.

Die Trauerfeier für das verstorbene Oberhaupt des Hauses Württemberg findet am Samstag, 2. Juli am Familiensitz in Altshausen statt. Der katholische Trauergottesdienst beginnt um 11 Uhr und wird vom Rottenburger Bischof Gebhard Fürst gehalten. Anschließend wird Herzog Carl von Württemberg im engsten Familienkreis in der Familiengruft in der Schloßkirche beigesetzt.

Mehr als 1.000 geladene Gäste werden zu den Trauerfeierlichkeiten am Samstag erwartet, darunter Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl (CDU) und der ehemalige Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU). Aus dem In- und Ausland werden Angehörige regierender und z. Z. nicht regierender Adelshäuser erwartet.

Auf eine Leinwand am Marktplatz, direkt vor dem Schloß, wird die Trauerfeier live übertragen. Dort können mehr als 500 Menschen die Veranstaltung verfolgen.

Außerdem zeigt der SWR die Trauerfeierlichkeiten am Samstag ab 10:30 Uhr live im SWR-Fernsehen und im Livestream auf swr.de/friedrichshafen.

Trauer um Herzog Carl von Württemberg Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 271

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Trauer um Herzog Carl von Württemberg

In Baden-Württemberg war die Reaktion einhellig. Als die Nachricht vom Tod Herzog Carl von Württemberg (85) am 7. Juni bekannt wurde, kamen aus allen gesellschaftlichen Teilen des Lands Trauerbekundungen. Gebhard Fürst, der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart (die flächenmäßig deckungsgleich ist mit dem Territorium des Königreichs Württemberg), nannte den Herzog „einen großen Freund und Gönner. Seine menschenzugewandte Art und sein tiefer christlicher Glaube waren für ihn Motivation und Orientierung.“ Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) zeigte sich betroffen vom Tod Herzog Carls, dem er 2017 die Staufer-Medaille in Gold für seine Verdienst überreichte: „Durch sein großes vielfältiges Engagement und die vielen Ehrenämter hat er sich um unser Gemeinwesen überaus verdient gemacht. Herzog Carl hat sich immer für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft ausgesprochen.“ 

Die Stuttgarter Zeitung gab ihrem Nachruf die Überschrift: Der „Glücksfall“ für Württemberg ist tot und in der einstigen Residenzstadt des Herzogtums Württemberg betonte die Ludwigsburger KreiszeitungDie Nachricht vom Tod des Herzogs hat auch in Ludwigsburg viel Anteilnahme hervorgerufen. …  ‚Zu Geburtstagen kam er oft und hat Blumen an die Särge von König Friedrich und Herzog Carl Eugen gelegt‘, erinnert sich der frühere Schloßverwalter Ulrich Krüger. ‚Er war übrigens der einzige, der im Schloß rauchen durfte.‘” Der Südwestrundfunk berichtete in seinen Hauptnachrichten vom unerwarteten Ableben des Familienoberhaupts der Württemberger und der Privatsende RTF.1 vermittelte, daß die Eberhard-Karl-Universität in Tübingen um ihren Ehrensenator trauere. Eine weitere Hochschule, die auf eine Initiative der württembergischen Königsfamilie zurückgeht, würdigte Herzog Carl. „Seit ihrer Gründung im Jahr 1818 ist die Universität Hohenheim dem Haus Württemberg eng verbunden“, betonte eine Universitätssprecherin gegenüber der Stuttgarter Zeitung. Erst kürzlich habe die Universität eine „großzügige Spende bekommen, dank der neue Lernplätze eingerichtet worden seien. Das Herzog-Carl-Stipendium ermögliche Studenten im Rahmen ihrer Abschlußarbeiten Forschungsaufenthalte im Ausland.” Mit der Stiftung des Ludwig-Uhland-Preises förderte Herzog Carl die Literatur und dank der  Herzog-Carl-Stiftung ermöglichte er es Jugendlichen, das Segeln auf dem Bodensee zu erlernen. Die Liste seiner Unterstützungen und großzügigen Förderungen ließe sich beliebig verlängern, dabei hatte er für alle ein offenes Ohr. Dieser Tradition wird hoffentlich sein Enkel und Nachfolger als Chef des württembergischen Königshauses , Herzog Wilhelm von Württemberg (*13. August 1994), treu bleiben. Nach dem Unfalltod des ursprünglichen Nachfolgers, Herzog Friedrich (* 1. Juni 1961 – † 9. Mai 2018) hatte Herzog Carl schnell dessen Sohn zum designierten Hauschef erklärt. Während seiner Ausbildung führt Herzog Michael die Hofkammer. Die Hofkammer mit Sitz in Friedrichshafen am Bodensee verwaltet unter anderem die Immobilien, Forst- und Weinanbaubetriebe und andere landwirtschaftliche Güter sowie Finanzanlagen und Beteiligungen. Seit das Land die Monarchie verlor, hat sich das Haus Württemberg mit seinen wirtschaftlichen Tätigkeiten ständig gewandelt, aber es steht besser denn je da.

Zur coronabedingt nur familieninternenen Feier des Diamantenen Hochzeitsfests des Herzogspaars kamen im Juli 2020 aus der Enkelgeneration u. a. diese jungen Herren nach Altshausen. Hinter Herzogin Diane und Herzog Carl stehen von links nach rechts: Graf Zeno von Goëss, der neue Hauschef Herzog Wilhelm, Graf Maximilien d’Andigne, der die Enkelin Herzogin Sophie geheiratet hat, und Herzog Carl Theodor von Württemberg.

Mit seinem Familienleben erzeugte Herzog Carl nie Schlagzeilen. Nach seiner Hochzeit mit Prinzessin Diane von Frankreich, einer Tochter des Grafen und der Gräfin von Paris, haben sie sechs Kinder großgezogen, die alle ihren Platz gefunden haben (zu den Kindern und Enkeln des Herzogspaars siehe Bericht zur Diamanthochzeit von Herzog Carl und Herzogin Diane). Im Laufe ihrer Ehe hat sich Herzogin Diane den Ruf einer renommierten Künstlerin erarbeitet, für die internationale Ausstellungen organisiert wurden. Die Pflege der erweiterten Familienverbindungen waren dem Herzog immer wichtig. König Juan Carlos von Spanien und König Simeon II. der Bulgaren waren einst häufig zu Gast in Altshausen. Da einige Schwestern Herzog Carls nach Frankreich heirateten und natürlich die Geschwister seiner Frau jenseits des Rheins lebten, blieben die Kontakte zu Frankreich lebenslang sehr intensiv. Davon spricht auch der heutige Graf von Paris, Prinz Jean von Frankreich, im Nachruf auf seiner Webseite. Dort versichert er seinem Cousin Wilhelm seine Unterstützung für seine schwierigen Aufgaben als neuer Hauschef. Für alle, die dem Haus Württemberg in Treue verbunden sind, gilt dasselbe.

Herzog Carl von Württemberg wird für immer in unserer Erinnerung bleiben als beispielhafter Repräsentant des württembergischen Königshauses. Aber auch die Trauer um ihn wird lange bleiben. H. S.

Verein „Tradition und Leben e.V.“ vor der Auflösung?

Deutschlands einzigem über lange Zeit hinweg mehr oder weniger aktiven monarchistischen Verein könnte die Auflösung drohen, da die ernsthafte Gefahr besteht, daß sich kein neuer Vorstand bilden kann. So ist es in einem Artikel der Vereinszeitung „Erbe und Auftrag“ zu lesen. Das langsame Dahinsiechen von Tradition und Leben e.V. dauert dabei schon lange an. Die Zeitung des seit 1956 existierenden Vereins wurde immer dünner und in schlechterer Qualität gedruckt. Es gab immer weniger Arbeitskreise auf regionaler Ebene und auch Bundestreffen fanden kaum noch statt, der Mitgliederschwund war beträchtlich. Die Webseite hat ein Design aus den 90er Jahren und ist mit neuen Browsern gar nicht mehr kompatibel. Ein Teil der Schuld ist sicher dem jetzt scheidenden und davor seit 1996 amtierenden Dauervorsitzenden zuzuweisen, der wenig Sinnvolles dafür getan hat, die Situation abzuwenden. Dennoch enthält der nachdenkliche Artikel der Vereinszeitschrift zu diesem Thema auch viel Wahres, wenn es um persönliches Engagement und das Debattenklima in Deutschland geht. Die Dämonisierung von allem, was irgendwie mit Traditionen, Althergebrachtem und Sitten einhergeht, ist in dem Land wie kaum anderswo fortgeschritten, unter anderem wird auch an der preußisch-deutschen Monarchie kein gutes Haar gelassen, was man ja auch aber natürlich nicht nur am gegenwärtigen Umgang mit dem preußischen Königshaus sehen kann. Es mag aufgrund der Angst vor Repressalien also nicht überraschen, daß sich immer mehr Menschen gegen den Einsatz für die Monarchie mit Namen und Gesicht entscheiden und in die Anonymität des Internets flüchten, was in der Vereinszeitung wie ein Vorwurf herüberkommt.

Sollte sich nun also niemand bereitfinden, den Vorsitz zu übernehmen und den Vorstand zu besetzen, dann wird sich der Verein wohl auflösen. Ob dies bedauerlich ist oder nicht, liegt im Auge des Betrachters. Um dem Anliegen nach Einführung der Monarchie Gehör zu verschaffen, müßten sich in Deutschland die Rahmenbedingungen grundsätzlich ändern: eine ausgewogenere Presse; die Möglichkeit von offenen Diskursen in Gesellschaft und Wissenschaft; Politik jenseits von Narrativen und Marketingbetrachtungen und, ja, auch Deutsche, die nicht so ängstlich sind, ihre Meinung zu sagen. Im Moment geht die Entwicklung aber eher in die gegenteilige Richtung und Änderungen werden diesbezüglich wohl eher im Ausland angestoßen werden und von dort vielleicht eines Tages auf Deutschland überschwappen. Das hier Geschriebene soll aber natürlich niemanden davon abhalten, aktiv den monarchischen Gedanken in Deutschland zu vertreten. L.R.

In der Vorinternetzeit vertrieb die Arbeitsgemeinschaft Aufkleber, Plakate und Postkarten, um auf sich aufmerksam zu machen.

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Die vollständige 271. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Inhalt der 271. Ausgabe:

· Trauer um Herzog Carl von Württemberg

· Verein „Tradition und Leben e.V.“ vor der Auflösung?

· Ukrainekrieg polarisiert

· Guardini-Preis für Herzog Franz von Bayern

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Württemberg verlor seinen Herzog Carl

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Am Vormittag des 7. Juni ist in Ravensburg nach langer Krankheit Seine Königliche Hoheit Herzog Carl von Württemberg im 86. Lebensjahr gestorben.

Herzogin Diane und Herzog Carl von Württemberg umgeben von ihren Kindern und Enkeln.

Er sagte von sich selbst, er sei ein „gefürchteter“ Spendensammler, der jede Gelegenheit nutzte, um für soziale Projekte zu werben. Herzog Carl und seine Frau Herzogin Diane von Württemberg setzten sich immer für ihre „Herzenssache“ ein, das Projekte für Kinder unterstützt. Auch für Kultur, Bildung und Wissenschaft hatte Herzog Carl imer ein offenes Ohr. Er war Ehrensenator der Universitäten Tübingen und Hohenheim, der er ein Stipendium gestiftet hat. Stefan Köhler, Geschäftsführer der Denkmalstiftung Baden_Württemberg, würdigte ihn in der Stuttgarter Zeitung als „maßgebenden Initiator für die Denkmalstiftung und maßgeblichen Treiber“. Seinen Tod nannte er „ein[en] sehr großen Verlust“.

Mit „großer Dankbarkeit“ nimmt die Universität Hohenheim Abschied von Herzog Carl. „Seit ihrer Gründung im Jahr 1818 ist die Universität Hohenheim dem Haus Württemberg eng verbunden“, betonte eine Universitätssprecherin gegenüber der Stuttgarter Zeitung. Erst kürzlich habe die Universität eine „großzügige Spende bekommen„, dank der neue Lernplätze eingerichtet worden seien. Das Herzog-Carl-Stipendium ermögliche Studenten im Rahmen ihrer Abschlußarbeiten Forschungsaufenthalte im Ausland.

Auch die Kunststiftung Baden-Württemberg würdigte Herzog Carl von Württemberg als langjährigen Förderer. Er habe die junge Kunstszene in Baden-Württemberg unterstützt, „wofür wir ihm großen Dank schulden.“ Und auch für Jugendliche hielt er besondere Starthilfen bereit: Die Herzog-Carl-Stiftung fördert Nachwuchstalente des Württembergischen Yacht-Clubs. Herzog Carl von Württemberg hatte die Stiftung zu seinem 50. Geburtstag eingerichtet. Aus anfangs 10.000 DM Fördersumme jährlich sind längst 10.000 € geworden.

Die Liste ließe sich beliebig verlängern, denn dem Philantropen fiel das Neinsagen schwer, wenn ein Anliegen an ihn herangetragen wurde. Um all diese Aktivitäten finanzieren zu können, gehört zur Abrundung des Bilds auch zu erwähnen, daß Herzog Carl ein erfolgreicher Unternehmer war, der die Güter des Hauses Württemberg geschickt verwaltete und vermehrte. In den letzten Jahren war er dazu aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr selbst in der Lage, aber seine Söhne übernahmen seine Aufgaben. Herzog Friedrich von Württemberg, als ältester Sohn 1961 geboren und als Erbe vorgesehen, hatte seit 1992 in der Hofkammer des Hauses Württemberg gearbeitet. Seit 1998 war er Vorsitzender der Direktion der Hofkammer, was das Management von ca. 5500 Hektar Wald, ca. 2000 Hektar Wiesen und Äcker, 50 Hektar Rebgärten, etwa 700 Grundstücke im In- und Ausland, Wälder in Kanada, Österreich und Spanien sowie Firmenbeteiligungen bedeutete. Außerdem muβ der Unterhalt von 70 Kulturdenkmalen des Hauses Württemberg sichergestellt werden. Nach seinem Unfalltod 2018 übernahm sein jüngster Bruder, Herzog Michael, seine Aufgaben zeitweise.

Herzog Wilhelm mit seiner Mutter, Herzogin Marie (links) und seiner Großmutter, Herzogin Diane von Württemberg (rechts) nach dem Trauergottesdienst für den tödlich verunglückten Herzog Friedrich im Mai 2018.

Herzog Wilhelm (27) neuer Chef des Hauses Württemberg

Neuer Hauschef ist Herzog Wilhelm (*13. August 1994). Der Sohn von Herzog Friedrich und Herzogin Marie von Württemberg war von seinem Großvater sofort nach dem Tod Herzog Friedrichs als künftiger Hauschef bestätigt worden (Herzog Carl regelt die Nachfolge im Hause Württemberg). Solange seine Ausbildung andauert, wird sein Onkel, Herzog Michael (*1. Dezember 1965), die Hofkammer leiten.

Herzog Carl wurde als fünftes von sechs Kindern Herzog Philipp Albrechts und seiner zweiten Frau, Herzogin Rosa von Württemberg, geborene Erzherzogin von Österreich, am 1. August 1936 in Friedrichshafen geboren. Sein älterer Bruder Herzog Ludwig verzichtete auf seine Erbrechte. Herzog Carl blieb während seiner Ausbildung weitgehend im Ländle: Altsprachliches Gymnasium in Riedlingen, Internat in St. Blasien, Studium der Rechtswissenschaft in Tübingen, danach die praktische Verwaltung in der Hofkammer. In einem Interview zu seinem 70, Geburtstag umschrieb er die Anfänge dort so: Als ich 1961 von meinem Vater in die Verwaltung eingesetzt wurde, hatten wir Forstwirtschaft, Landwirtschaft und Weinbau, etwas Immobilien und Aktienbesitz als Basis unseres Wirtschaftsbetriebes. Wir mußten moderner sein, unsere Denkweise verändern. Wir wollten uns nicht allein auf Deutschland beschränken. Ich fing an, in Kanada und den USA zu investieren. Wir haben Industriebeteiligungen und Immobilien gekauft, um mehr Einnahmen zu haben. Die brauche ich unter anderem auch, um meine denkmalgeschützten Gebäude zu erhalten.“ Der Erfolg gab ihm recht und heute steht das Haus Württemberg als modernes Wirtschaftsunternehmen mit Tradition ausgezeichnet da.

Herzog Carl bekannte sich immer zur monarchischen Staatsform

Die Monarchie immer noch die beste Staatsform

Die Leistungen Herzog Carls anerkannte auch der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der sich betroffen zeigte vom Tod Herzog Carls, dem er 2017 die Staufer-Medaille in Gold für sein Engagement überreicht hatte: „Durch sein großes vielfältiges Engagement und die vielen Ehrenämter hat er sich um unser Gemeinwesen überaus verdient gemacht. Herzog Carl hat sich immer für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft ausgesprochen.“ Dabei störte sich Kretschmann nicht daran, daß Herzog Carl immer bekannte, er halte die konstitutionelle Monarchie für die beste Staatsform. „Die Monarchie scheint für mich immer noch die beste Staatsform zu sein“, sagte er kurz vor seinem 70. Geburtstag im Jahr 2006 der „Stuttgarter Zeitung“. „In meinen Augen ist ein Monarch weit weniger abhängig als ein aus der Politik nach oben gekommener Repräsentant des Staates.“ Ein auf Lebenszeit agierender Monarch könne mehr gestalten als ein auf Zeit gewählter Politiker.

Die Heilige Messe zum 60. Hochzeitstag des Herzogspaars in der Schloßkirche Altshausen wurde gefeiert vom emeritierten Rottenburger Weihbischof Johannes Kreidler.

Seit 1960 war Herzog Carl mit Prinzessin Diane von Frankreich verheiratet. 2020 feierte das Paar Diamantene Hochzeit. Die Familie hat nun ihren Mittelpunkt verloren. Und das Land wird seine markante Persönlichkeit sehr vermissen. Herzog Carl hat sich um das Land verdient gemacht, auch wenn er nie eine offizielle Stellung einnahm. Er zeigte, wie man auch ohne politische Macht einiges bewegen kann.

Auf Twitter hat der Graf von Paris den Tod seines württembergischen Onkels vermeldet.
Auf seiner Webseite kondoliert Prinz Jean seiner Tante und seinen württembergischen Cousins zum Tod Herzog Carls und er versichert dem neuen Familienoberhaupt Herzog Wilhelm seiner Unterstützung.

Staat und Hohenzollern beenden ihre Verhandlungen —- Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 270

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Staat und Hohenzollern beenden ihre Verhandlungen

Die Nachricht hielt Einzug in mehrere große Medien: Der Staat beendet die seit 2014 andauernden und seit 2019 ausgesetzten Verhandlungen zur Entschädigung der Hohenzollern für Güter, die sich in der sowjetischen Besatzungszeit in enteigneten Immobilien befanden. Für eine Weiterführung der Verhandlungen war am Ende nur Brandenburgs Finanzministerin Katrin Lange. Für Berlin lehnte Kultursenator Klaus Lederer aus der SED-Nachfolgepartei sowie der grüne Finanzsenator ab, für den Bund Kulturstaatsministerin Claudia Roth. Letztere hat bekanntlich auch ein Problem mit der Inschrift auf der Kuppel des Stadtschlosses, zeigte sich dafür aber in der Vergangenheit auf Demonstrationen gerne mit Plakaten mit der Inschrift „Nie wieder Deutschland! Gegen die Annexion der DDR! Gegen den deutschen Nationalismus“ und marschierte dort zu „Deutschland, Du mieses Stück Scheiße“-Rufen wacker mit. Damit liegt es jetzt an den Gerichten, über den Streitwert von insgesamt 1,4 Mio. Euro zu befinden.

Was für ein Glück, daß die Burg Hohenzollern in der französischen Zone in Westdeutschland lag. Hätte König Friedrich Wilhelm IV. entschieden, sie in der sowjetische Zone wiederzuerrichten, müßten die Hohenzollern heute auch noch um die Rückerstattung ihres Eigentums kämpfen. 

Ein Gerichtsurteil über eine verbindliche Interpretation der Geschichte fällen zu müssen, ist in Rechtsstaaten äußerst unüblich. Wenn es nun in Deutschland dazu kommt, ist ein Sieg der Hohenzollern wahr-scheinlich, zumindest dann, wenn die Formel „Im Zweifel für den Angeklagten“ noch gilt. Ob dies so ist, ist allerdings unklar, denn die Interessenlage des gegenwärtigen Staates ist alles andere als vorteilhaft für sie. Schon in den 1990er Jahren lenkte die Bundesrepublik den Zorn der Ostdeutschen über die ausbleibenden blühenden Landschaften auf den Adel, um vom Wirken der Treuhand abzulenken. Auch heute gibt es durch Negativzinsen, Inflation und gestiegene Lebenskosten, die man zu einem nicht unerheblichen Teil durchaus der Regierung ankreiden kann, genug, wovon man ablenken wollen könnte und ein Urteilsspruch pro Hohenzollern wäre nach der massiven Medienkampagne gegen sie zumindest sehr unpopulär. Es bleibt zu hoffen, daß die Gerichte sich davon nicht werden beeindrucken lassen. L.R.

Karl von Habsburg spricht sich für Energieembargo gegen Rußland aus

Die Solidarität mit den ehemaligen, heute ukrainischen Kronlanden und eine gewisse andauernde Feindschaft gegenüber dem alten Zarenreich verpflichtet: Als Mehrheitsgesellschafter des ukrainischen Radionetzwerkes Kraina FM leistet der Chef des österreichischen Kaiserhauses, Karl von Habsburg, einen aktiven Beitrag für das Land.  Beispielsweise sendet er humanitäre Informationen darüber, wo welche Medizin vorhanden ist. Auch alltägliche Bedürfnisse des ukrainischen Militärs wie zum Beispiel an PCs werden kommuniziert.

Außerdem sprach sich Karl von Habsburg für ein sofortiges und komplettes Öl- und Gasembargo gegen Rußland aus. Die Hilfszahlungen, die der Westen an die Ukraine geleistet hat, stünden in keinem Verhältnis zu dem Betrag, den Rußland täglich für die Versorgung mit fossilen Brennstoffen überwiesen bekommt, sagte der Prätendent.

Schon sein Vater Otto habe als einer der wenigen zu Beginn der 2000er Jahre eine schlechte Meinung von Putin gehabt (hier Auszüge einer erstaunlichen Rede Otto von Habsburgs zu Putin, der mit seinen damals 91 Jahren so manchen Politiker heute alt aussehen läßt). Optimistisch ist der Erzherzog allerdings nicht, denn er rechnet mittelfristig mit dem Einsatz von Massenvernichtungswaffen von russischer Seite. L.R.

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Die vollständige 270. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Inhalt der 270. Ausgabe:

· Staat und Hohenzollern beenden ihre Verhandlungen

· Karl von Habsburg spricht sich für Energieembargo gegen Rußland aus

· Schwedisches Kabinett informiert König über NATO-Beitritt

· Schwieriger Besuch von Prinz Charles in Kanada

· Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate gestorben

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Monarchistische Spurenelemente bei Le Pen  Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 269

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Tritt das Rassemblement National für die Monarchie ein?

Marine Le Pen hat es wieder nicht geschafft. Für die Herrschenden in Paris und in Brüssel gäbe es trotzdem genug Stoff zum Nachdenken, denn sie verlor nicht wie dereinst ihr Vater 2002 mit 17 % oder sie selbst 2017 mit 33 %, sondern mit knapp 42 % der Stimmen. Wie jedes Mal vor der zweiten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen malten Medien, Regierende und EU-Vertreter den Gott-sei-bei-uns an die Wand, was alles Schlimmes bei einem Wahlsieg von Le Pen passieren würde. Statt sich Gedanken über die möglichen Gründe der offensichtlichen Unzufriedenheit der Bürger zu machen, gingen sie danach aber ebenfalls wie bei den Malen zuvor zur Tagesordnung über, und das Procedere wird wohl auch so bleiben, bis die Partei von Le Pen eines Tages vielleicht wirklich gewinnt. Dies soll jedoch nicht das Thema hier sein.

Die Frage dieses Artikels ist vielmehr, wie viel Monarchie im Rassemblement National (RN) steckt. Die Antwort ist: Nicht mehr viel. Historisch betrachtet hieß die Partei nicht Rassemblement (Versammlung), sondern Front National. Nationale Fronten gründeten sich in Europa als Antwort auf die Volksfronten, die eine Idee von Stalin waren. Die kommunistischen Parteien der Welt wurden angewiesen, sich mit den anderen linken Parteien zu verbünden, um eine Mehrheit im Parlament zu erlangen und in der Folge, sollte dies gelingen, die linken Verbündeten in der Regierung nach und nach auszuschalten und die Machtübernahme des Kommunismus vorzubereiten. Als Antwort hierauf formierten sich Nationale Fronten, die aus mehreren rechten und konservativen Parteien bestanden, um genau dies zu verhindern. Monarchisten gehörten in mehreren Ländern dazu. Der französische Front National wurde jedoch erst nach dem 2. Weltkrieg gegründet und verwies mit der Namensgebung nur auf die dahinterstehende historische Idee, wenngleich neben konservativen Katholiken und Anhängern des ehemaligen Vichy-Regimes eben auch Monarchisten zu den Parteigründern und Wählern gehörten. Wenn hier von Monarchisten gesprochen wird, dann sei auch erwähnt, daß hier vor allem jene vertreten waren, denen eine politisch sehr konservative beziehungsweise rechte Monarchie vorschwebte, während es auch andere gab und gibt, die die Partei von Jean-Marie Le Pen nicht mit Sympathie betrachten.

Die Nähe zu den Nachkommen der französischen Könige wird in Frankreich gerne gesucht, auch Emmanuel Macron machte seine Aufwartung bei den Orléans. Er grüßte dabei den Graf und die Gräfin von Paris, sowie den ältesten Sohn und Erben, Prinz Gaston von Frankreich, der passend für den präsidialen Besucher einen Blazer mit dem Wappen des Königreichs Frankreich trug. Eine subtile, aber klare Aussage.
 

Unter Marine Le Pen hat sich das Parteiklientel dann freilich geändert, da die ursprünglichen Wähler keine so große Masse ausmachten, daß damit langfristig etwas zu erreichen gewesen wäre. So wurde dann auch der Parteiname geändert und politische Positionen wurden angepaßt und die Monarchie seltener erwähnt. Trotzdem gab es immer wieder einzelne Stimmen, wie die von Marion Maréchal – Le Pen, die gelegentlich etwas Positives zur Monarchie zu sagen hatten. Auch Marine Le Pen selbst hatte angekündigt, im Falle eines Wahlsieges als ersten Ort die Grablege der Könige von Frankreich in St. Denis aufsuchen zu wollen. Wenn man sich dasselbe in Deutschland vorstellt, wo ein Kanzlerkandidat ankündigt, als erstes die Hohenzollerngruft aufsuchen zu wollen, wäre dies schon einmal eine Ansage, auch wenn man das den Hohenzollern bei dem gegenwärtigen politischen Personal jeglicher Couleur vielleicht eher ersparen wollen würde. In Frankreich besteht aber schon von vornherein kein so großes Problem mit der eigenen Identität, wie in Deutschland. Trotzdem käme es vielleicht zu einer Akzentverschiebung bei den Ereignissen und Persönlichkeiten, die des Gedenkens als würdig erachtet werden, weg von der Französischen Revolution und hin zu den Königen aus dem Haus Bourbon. Darin würde also in bezug auf die Monarchie die wesentliche Änderung bestehen, wenn es einen Präsidenten vom Rassemblement National gäbe. L.R.

Neuer Erbprinz im Hause Karađorđević

Alter und neuer Erbprinz von Serbien

Für die Öffentlichkeit überraschend leistete der älteste Sohn von Kronprinz Alexander von Serbien, Prinz Peter (*1980 im Photo am Schreibtisch sitzend), am 27. April in Sevilla für sich und seine eventuellen Nachkommen Verzicht auf die Ansprüche als Erstgeborener. Er unterschrieb die Urkunde in Sevilla im Beisein seiner Mutter, Prinzessin Maria da Gloria von Orléans und Bragança, verheiratete Herzogin von Sergorbe. Neuer Erbprinz und künftiger Chef des serbischen Königshauses ist sein Bruder Prinz Philip (*1982 im Photo stehend). Der neue Erbprinz ist seit 2017 verheiratet mit Prinzessin Danica. Sie haben den gemeinsamen Sohn Prinz Stefan (*2018). Das Paar lebt in Belgrad, während Prinz Peter in London, New York und Sevilla seinen beruflichen Aufgaben als Graphikdesigner nachgeht. Die Abwesenheit von Serbien wird als Verzichtsgrund genannt. Aus der Familie kamen erste Loyalitätsbekundungen. Ihr Vetter, Prinz Mihailo, ein Sohn von Prinz Tomislav, stellte sich hinter Prinz Philip.

Mittlerweile hat auch Kronprinz Alexander eine Stellungnahme veröffentlicht. Aus ihr spricht Verwunderung und Verärgerung. Offenbar haben seine Söhne gehandelt, ohne ihn vorab zu informieren. Auf der Webseite der Königlichen Familie von Serbien heißt es:

Bezüglich des Rückzugs meines ältesten Sohns Prinz Peter von der Thronfolge, wünsche ich ihm für die Zukunft alles Gute, Gesundheit und Zufriedenheit. Ich anerkenne seine Aufrichtigkeit, die ihn diese harte Entscheidung fassen ließ.

Die Angelegenheit wurde mir beiläufig mitgeteilt, als ich mich aufgrund anderer Verpflichtungen im Ausland befand. Leider wurde eine so einschneidende und wichtige Zeremonie nicht in Übereinstimmung mit den Traditionen und Regeln der Königsfamilie vollzogen, wie sie in den Hausgesetzen festgehalten sind, die in der Zeit des Königreichs erlassen wurden und denen die Mitglieder der königlichen Familie zu folgen haben. Dieser Vorgang fand nicht im Königspalast in Serbien in meiner Anwesenheit und mit meiner Autorität als Familienoberhaupt und mit dem Segen unserer heiligen Kirche und der Teilnahme des Kronrats statt, sondern im Ausland und ohne vernünftige Begründung, warum ein so wichtiger Schritt nicht im Heimatland vollzogen werden konnte.

Die Königsfamilie Serbiens wird weiterhin dem Volk mit Hingabe, Ehrlichkeit und Treue dienen, wie es unsere Verpflichtung und Aufgabe ist,“ schrieb Kronprinz Alexander. Von einer Anerkennung seines Sohns Prinz Philip als neuen Erbprinzen ist in der Stellungnahme nicht die Rede. H. S. 

Vor dem Königspalast in Belgrad v.l. Prinz Peter, Kronprinzessin Katherine, Kronprinz Alexander, Prinz Philip, Prinz Alexander.

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Die vollständige 269. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Inhalt der 269. Ausgabe:

  • Frankreich: Tritt das Rassemblement National für die Monarchie ein?
  • Neuer Erbprinz im Hause Karađorđević
  • Ritterschlag von Prinzessin Anne
  • Frank-Walter allein zu Haus

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Gedenken am 100. Todestag Kaiser Karls I. Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 268

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Von den schätzungsweise 600 Angehörigen des Hauses Habsburg, die es laut Angaben des Familienoberhaupts, Erzherzog Karl von Österreich, geben soll, haben etwa 100 die Reise aus aller Welt nach Madeira unternommen, um des seligen Kaisers Karl zu gedenken.
 

Zahlreiche Menschen gedachten des 100. Todestages des seligen Kaisers Karl I. von Österreich, welcher als Károly IV. gleichzeitig König von Ungarn und Kroatien (kroatisch: Carlo IV.) und König Karel III. von Böhmen war und am 1. April 1922 im portugiesischen Exil auf Madeira verstarb. Nach dem Verlust seiner Krone(n) nach dem verlorenen Krieg 1918 gab es zwei Versuche, die Monarchie in Ungarn wieder zu etablieren, die jedoch an der Haltung der Entente und des Reichsverwesers Miklós Horthy scheiterten, die nicht noch einmal einen Habsburger in Ungarn herrschen sehen wollten. Nach dem zweiten gescheiterten Restaurationsversuch wurde Karl von den Briten nach Madeira verbannt, wo er nach fünf Monaten an einer Lungenentzündung verstarb. So blieb Ungarn bis zum Ende des 2. Weltkrieges Monarchie ohne Monarchen, wurde dann Volksrepublik und später Republik, auch wenn Viktor Orbán das Wort „Republik“ später aus der Verfassung streichen ließ.

Beachtet wurde am Wirken Karls I. aber vor allem, nach der langen Herrschaft Kaiser Franz Josephs, Versuche unternommen zu haben, den 1. Weltkrieg zu beenden. Karl I. hatte in der Tat vor seinem Pendant im Deutschen Reich erkannt, daß der Krieg verloren war, und betrieb verschiedene Anstrengungen, auf den Gegner zuzugehen, die jedoch keinen Erfolg hatten, weil gleichzeitig die Völker seines eigenen Reichs auseinanderdrifteten, man militärisch und politisch längst von Deutschland abhängig war und am Ende niemand mehr mit ihm verhandeln wollte.

Das Bild von Kaiser Karl I. heute ist in den meisten ehemaligen Kronlanden Österreich-Ungarns aufgrund seiner aufrichtigen Absichten trotz des ausgebliebenen Erfolges ein gutes und nach der Seligsprechung im Jahr 2004 wird nun seine Heiligsprechung diskutiert. Besonders in Kroatien und in Ungarn wurde seine tragische Figur in der Vergangenheit gewürdigt und es gab zum 100. Todestag genauso wie auch in Österreich zahlreiche Gedenkgottesdienste für ihn. Das positive Bild des Kaisers gilt jedoch nicht für das offizielle Österreich und seine Medien, wo man offenbar immer noch große Angst vor einer neuerlichen Machtübernahme der Habsburger hat.    L.R.

Auf einer Konferenz am 9. April in Budapest zu Ehren des Seligen Königs Károly IV. sprachen unter anderem Erzherzog Michael, als Vertreter des ungarischen Außenministeriums Dr. Márk Èrszegi und für die ungarische Gebetsliga Dr. Gergely Kovács.

Internationales Reisen ist wieder möglich und am 9. April landete Prinzessin Anne, die Princess Royal, mit ihrem Ehemann Vice Admiral Sir Timothy Laurence in Sydney, Australien. Der australische Generalgouverneur David Hurley und seine Frau Linda empfingen das königliche Paar in der Residenz Admirality House. Prinzessin Anne hat am ersten Tag bereits die Royal Easter Show eröffnet. Diese Landwirtschaftsschau feiert in diesem Jahren ihren 200. Geburtstag. Das Paar wird drei Tage Termine in Neusüdwales wahrnehmen und dann nach Papua-Neuguinea fliegen, wo Königin Elizabeth II. ebenfalls Staatsoberhaupt ist.

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Die vollständige 268. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Inhalt der 268. Ausgabe:

  • Zum 100. Todestag Kaiser Karls I. von Österreich
  • Berliner Kaiser-Wilhelm-Platz umbenannt
  • Emir von Katar läßt Deutschland auflaufen
  • Ein Zombie in Berlin: Der Palast der Republik will nicht sterben

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