Die letztregierenden Monarchen Deutschlands – Teil 7

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Großherzog Friedrich Franz IV. von Mecklenburg – Letzter Regierender aus dem Hause der Obotriten

Friedrich Franz IV. wurde am 9. April 1882 in Palermo geboren und starb am 17. November 1945 in Flensburg. Er war der letzte Großherzog des Landesteils Mecklenburg-Schwerin und der letzte regierende Monarch in Mecklenburg. Er regierte von 1897 bis zum  14. November 1918.

Geboren als Sohn des Großherzogs Friedrich Franz III. besuchte Friedrich zunächst wie sein Vater das Vitzthumsche Gymnasium zu Dresden. Hiernach vollzog er ein Studium der Rechte an der Universität zu Bonn. Nach Regierungsantritt bemühte sich Friedrich Franz mit seinen Ministern um eine Reform der veralteten mecklenburgischen Verfassung, jedoch scheiterte diese am Widerstand der Landstände und des Landesteils Mecklenburg-Strelitz.

Zur Zeit des Ersten Weltkrieges besuchte der Großherzog seine Truppen an der Westfront und sprach sich für einen Verständigungsfrieden aus, damit im direkten Gegensatz zum gewünschten Siegfrieden der Obersten Heeresleitung. Als sich Großherzog Adolf Friedrich VI. von Mecklenburg-Strelitz (zu ihm wird es ebenfalls einen Beitrag geben) umbrachte, verwaltete Friedrich Franz IV. dessen Landesteil als Verweser bis zur Novemberrevolution. Im Herbst des letzten Kriegsjahres war der Monarch über den Stand an der Front nicht genauestens informiert und plädierte weiter für eine Verständigung zum Frieden hin. Zuletzt versuchte er durch eine Verkündung aus eigener Hand eine Änderung der mecklenburgischen Verfassung herbeizuführen bis er von dem Ausbruch der Revolution überrascht wurde.

Am 14. November dankte er ab und emigrierte nach Dänemark. In der Zwischenkriegszeit lebte Friedrich Franz zunächst im Schloß Gelbensande und hiernach im Schloß Ludwigslust. Sein jüngerer Sohn Christian Ludwig beschrieb ihn als einen lebhaften Menschen, in der Lage sich mit mehreren gleichzeitig zu unterhalten. Seine sportlichen Freuden lagen beim Autofahren, Reiten, Tennis, Segeln und bei der Jagd. 1945 floh die Familie vor der anrückenden Roten Armee nach Flensburg. Hier wurde Friedrich Franz krank und verstarb kurz darauf.

Sultan Qabus von Oman verstorben

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Mit Qabus ibn (Sohn des) Said aus der seit 1741 regierenden Dynastie Al-Bu-Said verstarb am Freitag, den 10. Januar 2020 der 13. Sultan von Oman und einer der dienstältesten Monarchen der Welt. Nur Königin Elisabeth II. von England und der Sultan von Brunei herrschen noch länger. Am 11. Januar wurde er zur letzten Ruhe gebettet.

Qabus wurde am 18. November 1940 geboren. Nach einer Ausbildung im Oman und einem Aufenthalt in einem britischen Privatinternat kam er auf die Kadettenanstalt von Sandhurst. 1962 diente er auch ein Jahr bei den britischen Streitkräften in Westdeutschland. Nach einem Studium, welches er ebenfalls in Großbritannien absolvierte, kehrte er 1966 in den Oman zurück und wurde von seinem paranoiden Vater Said ibn Timur unter Hausarrest gestellt und von allen Regierungsangelegenheiten ferngehalten. Am 23. Juli 1970 stürzte er seinen Vater, welcher die verschiedenen Stämme im Oman nicht einen konnte und auch die Entwicklung des Erdöllandes nach dem Empfinden der Bevölkerung nicht schnell genug vorantrieb – zum Zeitpunkt der Thronbesteigung von Qabus hatte der Oman gerade einmal 10 km geteerte Straßen. Einmal an der Macht befriedete er bis 1975 das Land mit Hilfe befreundeter ausländischer Monarchien und verwandelte es mit Hilfe der Einnahmen aus der Erdölproduktion in ein modernes Industrieland. Dabei führte er die Schlüsselministerien allesamt selbst und noch heute ist der Oman mit seinen 5 Millionen Einwohnern eine absolute Monarchie, auch wenn der Sultan 1996 eine Verfassung einführte. Anders als die streng religiösen Nachbarn in der Region vertrat Qabus jedoch auch in der Religion einen liberalen Kurs und der Arabische Frühling ging an dem Land weitgehend vorüber – nicht nur im Oman, sondern auch in Jordanien und Marokko wünschen sich die Leute eher mehr bürgerliche Freiheiten als mehr Einfluß für politische Parteien und deswegen stand die Art und Weise der Regierungsführung in diesen arabischen Monarchien nie zur Disposition. Außenpolitisch war der Sultan hochgeschätzt und der Oman war unter Qabus ein ehrlicher Makler, der gute Beziehungen zu allen Akteuren der Region unterhielt und deswegen oftmals Verhandlungen zwischen verfeindeten Mächten einleitete, so auch zwischen dem Iran und den USA. 2014 wurde dem Sultan dann Darmkrebs diagnostiziert, welcher auch Metastasen in der Wirbelsäule bildete, woran er am Ende auch verstarb.

Der Nachfolgeprozess gestaltete sich als schwierig, da die kurze Ehe des Sultans kinderlos blieb. Ein 50-köpfiger Thronrat hatte drei Tage Zeit, sich auf einen Nachfolger zu einigen. Sollte dann keine Einigung erfolgen, sollte ein Brief von Sultan Qabus geöffnet werden, in welchem dieser einen dann verbindlichen Vorschlag für einen Nachfolger hinterlegt hat. Offenbar wurde der Brief des verehrten Monarchen vom Thronrat jedoch gleich geöffnet. Neuer Sultan von Oman ist Haitham ibn Tariq, ein Cousin von Qabus. Dieser hat Erfahrungen im Außenministerium, im Kultusministerium und als Vorsitzender des Fußballbundes von Oman. Ihm ist in dieser krisengeplagten Region der Welt eine lange Herrschaft und die glückliche Hand seines Vorgängers zu wünschen.

L.R.

Die Monarchien der Welt kondolierten dem Sultanat und gratulierten gleichzeitig dem neuen Sultan Haitam bin Tarik al Said zur Thronbesteigung. Prinz Charles war am Sonntag, 12. Januar einer der ersten. Es folgten König Willem Alexander der Niederlande, König Felipe VI. von Spanien, König Abdullah II. von Jordanien, der Bruder König Mohammeds VI. von Marokko, Prinz Moulay Rachid, und alle Monarchen der Golfregion – von Kuwait bis Dubai.

Haus Hohenzollern antwortet auf Vorwürfe Corona – Nachrichten für Monarchisten Ausgabe 229

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Haus Hohenzollern antwortet auf Vorwürfe

Gleich auf mehreren Ebenen antwortet das Haus Hohenzollern in den letzten Tagen des Jahres 2019 und den ersten von 2020 auf den „Shitstorm” im Internet im Zusammenhang mit den Rückgabeforderungen von Sach- und Kulturgütern an den Bund und das Land Brandenburg, das gezielte Durchstechen vertraulicher Daten durch ihre „Verhandlungspartner” und die Meinungsartikel linker Historiker in den Medien. Letzteren wurden durch den Anwalt des Hauses, Markus Hennig, Unterlassungsklagen zugestellt. Prinz Georg Friedrich wiederum gab ausführliche Interviews.

Auch die Seite www.preussen.de wurde runderneuert. Dies ist schon deshalb zu begrüßen, weil Aktualisierungen auf dieser Seite bislang eher selten waren. Es ist auch eine ausführliche Stellungnahme zu den aktuellen Vorgängen um den Entschädigungsstreit dort zu finden.

Die überarbeitete Seite von preussen.de ist seit Weihnachten online und legt die Position des Hauses Hohenzollern dar.

Was den Umgang mit den Historikern betrifft, bietet das Haus die Teilnahme am Historikertag an, um dort zu Vorwürfen Stellung zu nehmen. Diese wollen das jedoch nur annehmen, wenn vorher die Unterlassungsklagen gegen einige von ihnen zurückgenommen werden, wodurch sie ihre Doppelmoral zur Schau stellen: Würde es in der Bundesrepublik so etwas wie Freiheit im Bereich der Geschichtswissenschaften geben, würde ein Gericht nicht darüber entscheiden können, ob jemand dem Nationalsozialismus erheblich Vorschub geleistet hat. Dies kommt einer gerichtlich und damit staatlich verordneten absoluten historischen Wahrheit gleich und ist damit das Gegenteil eines freien Diskurses. Es ist daher wohlfeil und billig, eine solche Forderung an die Hohenzollern zu stellen, während viele von denen, die die Hohenzollern kritisieren, gleichzeitig an staatlichen Universitäten von denen alimentiert werden, die auf der Gegenseite stehen. Wenn es eine absolute historische Wahrheit gibt, wie es in der Bundesrepublik offenbar der Fall zu sein scheint, hat das Haus Hohenzollern natürlich auch das Recht, gegen falsche Interpretationen der Geschichte vorzugehen. Man soll das hier nicht falsch verstehen: An anderer Stelle wurde in der Corona bereits ausdrücklich die Möglichkeit begrüßt, den Sachverhalt um den Kronprinzen Wilhelm ein- für allemal gerichtlich klären zu lassen, da dies dazu führen wird, seinen Namen in Zukunft vor den aktuellen Anwürfen zu schützen. Dennoch ist es aberwitzig, gleichzeitig die Freiheit der Wissenschaft durch Unterlassungsklagen in Gefahr zu sehen, aber kein Problem damit zu haben, wenn von einem republikanischen Gericht die historische Wahrheit definiert wird.

Ob die Aktionen des Hauses etwas an der negativen öffentlichen Wahrnehmung werden ändern können, die durch die geballte Macht der immer uniformeren deutschen Leitmedien und affiner Historiker gelenkt wird? Die Reaktion der Hohenzollern kommt zwar spät, durch Verbreiten der Information könnten aber beispielsweise auch unsere Leser dazu beitragen, die Vorwürfe gegen sie richtigzustellen. L.R.

Kommt jetzt der Schah?

Das neue Jahr beginnt mit einer handfesten Krise im Nahen Osten: Die USA antworten auf den Angriff pro-iranischer Milizen im Irak auf ihre Botschaft mit der gezielten Tötung des für die iranischen Auslandsoperationen verantwortlichen Generals Solaimani. Diese Reaktion ist in den Medien oft als unverhältnismäßig beschrieben worden, und tatsächlich scheint sie zu einer ernsteren Auseinandersetzung zu führen, in die auch andere Länder hineingezogen werden könnten. Bislang wurde das Atomabkommen vom Iran vollständig aufgekündigt und das irakische Parlament, wo pro-iranische Kräfte die Mehrheit haben, forderte den Abzug der amerikanischen Truppen, womit das Land in die Hand der schiitischen Milizen fallen würde. Europäische Truppen verlassen bereits fluchtartig das Land und die Atommullahs in Teheran schworen Rache und schossen, wenn auch recht planlos, Raketen in Richtung amerikanischer Militärstützpunkte in der Region. Ob sich das wiederum die USA und ihre Verbündeten in der Region, Israel und Saudi-Arabien, gefallen lassen würden, ist zweifelhaft.

Kaiserin Farah verurteilte in diesem Zusammenhang die Ankündigung von Präsident Trump, im Zweifel auch nationale Kulturstätten Persiens anzugreifen: Die Mullahs hätten schon genug zerstört, sagte sie dazu und äußerte sich zuversichtlich, daß Persien ohne sie einst wieder ein anerkanntes Mitglied der Weltgemeinschaft sein werde. Der persische Thronprätendent Reza Pahlavi hatte sich in der Vergangenheit dagegen wiederholt für eine sehr harte Gangart gegen das Mullah-Regime ausgesprochen, auch wenn er sich ebenfalls immer gegen eine militärische Intervention verwahrte. Die harte Gangart scheint jetzt da zu sein, da eine gütliche Einigung der USA mit den Mullahs gesichtswahrend kaum mehr möglich ist und es gleichzeitig ob der geostrategischen Interessen der USA auch nicht möglich ist, die Region sich selbst zu überlassen.

Wie realistisch wäre aber eine Rückkehr der Kaiser von Persien auf den Pfauenthron nach einem Regime Change? Eine Rückkehr mit Hilfe amerikanischer Bayonette würde eine Restauration in jedem Fall erschweren, da die Perser die Unterstützung von Saddam Husseins Krieg gegen den Iran nicht vergessen haben und der Schah so nur als Marionette ausländischer Mächte wahrgenommen werden würde. Hilfreicher wäre ein absolutes Wirtschaftsembargo, so wie es etwa gegen Nordkorea besteht. Außerdem ist Reza Pahlavi zwar der Führer der größten Oppositionsgruppe gegen das Regime. Außer in den deutschen Medien, wo die Mullahs immer noch als Friedensstifter und Stabilitätsfaktor gehandelt werden, war in den vergangenen Jahren immer wieder von regimekritischen Aktionen im Iran die Rede, die vor allem auf die durch die amerikanischen Sanktionen desolate wirtschaftliche Lage zurückzuführen sind. Videos von diesen Aktionen beweisen, daß Aktivisten dabei die Rückkehr des Schah forderten, und dies, obwohl Monarchismus sogar mit dem Tod bestraft werden kann. Reza Pahlavi ist jedoch nicht völlig unumstritten, da es auch Oppositionelle gibt, die eine säkuläre Republik wünschen. Es ist also noch ein langer Weg bis zur Restauration.  L.R.

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Die vollständige 229. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 229

Inhalt der 229. Ausgabe:

  • Haus Hohenzollern antwortet auf Vorwürfe
  • Neue Runde im Berliner Umbenennungsspiel
  • Kommt jetzt der Schah?
  • Italien: Abschied vom salischen Gesetz?

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Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an die corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.

Die letztregierenden Monarchen Deutschlands – Teil 6

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König Wilhelm II. von Württemberg – Letztregierender Monarch des Hauses Württemberg

König Wilhelm II. (mit vollem Taufnamen Wilhelm Karl Paul Heinrich Friedrich) von Württemberg wurde am 25. Februar 1849 (dem Jahre der Revolution) in Stuttgart geboren und starb am 2. Oktober 1921 auf Schloß Bebenhausen, Tübingen. Er war der vierte und vorerst letzte König Württembergs und regierte 27 Jahre lang das Königreich von 1891 bis 1918.

König Wilhelm II. und Königin Charlotte von Württemberg.

Prinz Wilhelm war der Sohn des Prinzen Friedrich von Württemberg und seiner Ehefrau Katharina von Württemberg.  Da der dritte König Württembergs, König Karl I., kinderlos starb, rückte Wilhelm nach in das Licht der Thronfolge. Wilhelm studierte an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und an der Georg-August-Universität Göttingen Rechtswissenschaft, Staatswissenschaft und Finanzwissenschaft. Wihelm II. heiratete zweimal, zunächst 1877 die Prinzessin Marie zu Waldeck und Pyrmont und später, als diese bei der Entbindung des dritten Kindes starb, 1886 Prinzessin Charlotte zu Schaumburg-Lippe. 1891 übernahm Wilhelm nach dem Tode König Karls die Regierungsgeschäfte, wobei er schon vorher einige Repräsentationspflichten für den König übernommen hatte.

Das Denkmal von König Wilhelm II. und seiner Hunden schuf Hermann-Christian Zimmerle 1991. Es stand bis September 2017 vor dem Eingang des Wilhelmspalais’ an der Konrad-Adenauer-Straße. Heute befindet es sich an der Südseite des Gebäudes im hinteren Bereich, wo Wilhelm wie ein distanzierter Beobachter der neuen Gebäudenutzung wirkt.

Der neue König pflegte einen bürgerlichen Stil, ging in Stuttgart ohne Bewachung spazieren und lud des öfteren Männer aus dem Bürgertum zu sogenannten Herrrenabenden ins Stuttgarter Palais ein. Zudem führte der König für Dienstboten und Landwirtschaftsarbeiter die Krankenversicherung ein und erhob die Steuern erstmals nach dem tatsächlichen Einkommen der Bürger. Der König stand dem Militärischen Zeit seines Lebens distanziert gegenüber und ließ erstaunlicherweise sogar den Internationalen Sozialistenkongreß 1907 in Stuttgart tagen. Der König zeigte sich ausgesprochen offen und ließ sogar Stücke, welche in anderen Teilen des Reiches verboten waren, im Hoftheater aufführen.

Der Erste Weltkrieg traf den König schwer und mit Tränen in den Augen verabschiedete er seine Truppen. Am Ende des Krieges, als sich die Demonstrationen und Proteste vermehrten, kam es zu einer Unterredung zwischen den Demonstranten und dem Innenminister. Überraschenderweise gaben die Protestierenden zu, daß sich ihr König, von vielen hochgeschätzt, vorbildlich konstitutionell verhalten hatte und ein Spartakistenführer verlautbarte, daß die Forderung nach Abdankung nicht aufgrund des Königs zustandegekommen war, sondern„wege dem Sischteem“. So wurde Wilhem II. Opfer einer deutschlandweiten Generalisierung.

Am 9 November 1918 verließ Wilhelm Stuttgart und am 30 November dankte der König formal ab. Das ihm in jener schweren Stunde niemand beigestanden hatte, verwand der Monarch nie. Die letzten Jahre verbrachte der König in Bebenhausen und in Friedrichshafen. Nachdem er gestorben war, wurde der Leichenzug seinem Wunsche entsprechend um Stuttgart herumgeleitet. Bestattet wurde der Leichnam auf dem Alten Friedhof in Ludwigsburg. Wilhelm II. gilt bis heute als beliebter und volksnaher König und viele alte Geschichten werden über den König erzählt. Wie er beispielsweise immer mit seinen zwei Hunden spazieren ging, grüßenden Passanten als Erwiderung den Hut zog und wie er Kindern Süßigkeiten schenkte.

Ben Gibson

Weihnachtsansprache S.M. König Philippes I. der Belgier

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Meine Damen und Herren,

Weihnachten und Neujahr sind für viele von uns eine Zeit der Freude und des gemütlichen Beisammenseins. Die Königin und ich freuen uns für alle, die diese Momente des wahren Glücks mit ihren Lieben teilen können. Wir denken aber auch an all die Menschen, denen es nicht gut geht oder die einsam sind und die das in diesen Tagen besonders stark spüren. Wir danken allen, die für diese Menschen da sind, um sie zu unterstützen und ihnen Mut zu geben.

Wir leben in einer Zeit des Umbruchs. Unser Sozial- und Wirtschaftsmodell und unser Umgang mit der Umwelt werden in Frage gestellt.  Viele wissen nicht mehr, woran sie sich festhalten sollen. Gerade daher dürfen wir nicht bloß zuschauen. Wir müssen uns stärker einbringen. Aufgeben ist nicht das Gebot der Stunde.

Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, für unsere Gesellschaft und unseren Planeten, kennen wir nur zu gut. Wir wiederholen auch dauernd, wie dringend wir sie angehen müssen. Zum großen Teil wissen wir auch, was die Lösungen sind. Aber – wie können wir diese konkret in die Tat umsetzen?

Alles ist eine Frage der Einstellung.

Um Dinge verändern zu können, muß man zuerst daran glauben, und danach handeln. Wir sind für unser Tun verantwortlich. Unser Verhalten hat auch Folgen für die anderen. Seien wir uns dessen stärker bewußt. Verfallen wir nicht in kurzfristiges Handeln. Denken wir langfristig. Setzen wir uns ein für Lösungen, deren Früchte wir vielleicht nicht mehr selber ernten können, die aber den nachfolgenden Generationen zugutekommen werden.

Wir müssen auch sehen und hören wollen.  Wir können nicht gleichgültig bleiben gegenüber Ungerechtigkeit, Armut, Ausgrenzung.  Auch nicht gegenüber der Gewalt, die es in vielen Formen um uns herum gibt: verborgen im häuslichen Umfeld, schleichend im Alkohol- und Drogenmißbrauch, besonders bei Jugendlichen, hinterlistig in der üblen Nachrede und der Verdächtigung, aber auch deutlich sichtbar in Worten, die verurteilen, und in der Geste, die zerstört.

Seien wir uns auch unserer kollektiven Stärke bewußt. Die Kraft all derjenigen, die sich engagieren, weil sie sich nicht abfinden wollen mit den Dingen, wie sie sind. Und auch die stille Kraft so vieler Mitbürger unter uns, die sich diskret aber äußerst wirksam für eine menschlichere Gesellschaft einsetzen.

Schließlich brauchen wir eine konstruktive Grundeinstellung, um all die Energie und Kreativität in unserem Land in die richtigen Bahnen zu lenken und um uns rund um gemeinsame Projekte zu vereinigen.

Nunmehr ist es dringend an der Zeit, daß wir möglichst schnell eine voll funktionsfähige Bundesregierung bilden, die ausgewogene Entscheidungen treffen kann, die einträchtig und entschlossen getragen werden. Das ist, was wir jetzt alle erwarten.

Meine Damen und Herren,

wir bekommen die Zukunft, an die wir glauben.

Unsere Tochter Elisabeth hat ihren achtzehnten Geburtstag gemeinsam mit Jugendlichen in ihrem Alter gefeiert. Sie alle haben ihren Glauben an die Zukunft bekundet. Wir haben eine klarsichtige Jugend erlebt, die bereit ist, sich voll zu engagieren.

Mit ihnen glaube ich an das enorme Potenzial unseres Landes, an unsere gemeinsame Fähigkeit, die Herausforderungen zu meistern. Vorausgesetzt, daß wir unsere Kräfte bündeln und nach Einheit in der Verschiedenheit streben, mit Respekt für die Überzeugungen eines jeden.

Die Königin und ich wünschen Ihnen frohe Weihnachten und ein glückliches Neues Jahr.

Weiter Kampf um Französische Revolution Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 228

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Die Kämpfe der Französischen Revolution dauern bis heute an

Journalisten sind sich uneinig, ob der französische Präsident François Mitterrand oder der chinesische Ministerpräsident Tschu En-Lai auf die Frage, welche Bedeutung die Französische Revolution habe, antwortete: „Dazu ist es noch zu früh.“ In diesen Tagen läßt sich eine neue Facette des Kampfs um die Deutungshoheit eines Massakers von 1793 beobachten. Der europäische Nachrichtensender Euronews berichtete, daß es am vergangenen Sonntag nach einer royalistischen Demonstration in Le Mans fünf Festnahmen gegeben habe. Knapp einhundert Royalisten gedachten der rund 15.000 Opfer, die bei der Schlacht von Le Mans*) am 12. und 13. Dezember 1793 getötet wurden. Die vom Marche du Souvenir Vendéen (Erinnerungsmarsch der Vendée) organisierte Veranstaltung lenkte das Augenmerk auf eines der weniger bekannten Blutbäder der Französischen Revolution.

Nachdem die Royalisten Le Mans am 10. Dezember 1793 eingenommen hatten, fühlten sie sich in der Stadt zu sicher. Ihre Verteidigungsmaßnahmen waren unzureichend und als Republikaner sie am 12. und 13. Dezember zum Kampf stellten, waren sie rasch besiegt und suchten mit ihren Frauen und Kindern ihr Heil in der Flucht. Nach einem Bericht des Wohlfahrtsausschusses starben zwischen zwei- bis fünftausend Königstreue, während die eigenen Truppen lediglich 30 Mann verloren und 100 verletzt wurden. Die Zahlen, die seit jeher von Royalisten genannt wurden, sprechen von mindestens 15.000 Toten, vor allem Frauen und Kinder, die in der Stadt selbst oder auf  Flucht von Kavalleristen erschlagen wurden.

Die Schlacht von Le Mans gemalt von Jean Sorieul.

Seit mehr als 200 Jahre haben Jakobiner und ihre Nachfahren versucht, die Opferzahlen kleinzureden. Als jedoch 2009 und 2010 bei Bauarbeiten in Le Mans Massengräber gefunden wurden, konnten die offiziellen Angaben über die Gefallenen nicht mehr gehalten werden. Von „mindestens 10.000 Toten während der Kämpfe und den Unterdrückungsmaßnahmen“ spricht seither der Historiker Jean-Clément Martin, der als Experte für den Krieg in der Vendée gilt.

Der Gedenkmarsch wurde in diesem Jahr – wie auch schon in den Vorjahren – von Antifa-Aktivisten angegriffen und gestört. Der Bürgermeister von Le Mans, der Sozialist Stéphane Le Foll, machte die Royalisten für die Krawalle verantwortlich und sprach sich dafür aus, daß inakzeptables Verhalten von der Justiz geahndet werden müsse. Angesichts des Umstands, daß nur Royalisten verhaftet wurden, meinte er offensichtlich nicht Antifa-Aktivisten. Aber die Gedenktafel, die die Erinnerung an das Massaker wachhält, ist seit letztem Sonntag ebenfalls verschwunden. Royalisten dürften sie kaum entwendet haben. H.S.

Eine Leerstelle markiert den Punkt, an dem bis zum 14. Dezember 2019 die Gedenkplakette für die Opfer des 1793er Massakers von Le Mans hing.

*) Der Link führt zur Schilderung der Schlacht von Le Mans auf den englischen Seiten von Wikipedia. Einen deutschen Wikipediaeintrag dazu gibt es nicht, auch im deutschen Eintrag zur Stadt Le Mans findet sich kein Hinweis auf 1793. Ein Massaker an ein paar tausend Royalisten war deutschschreibenden Wikipedia-Autoren bisher nicht der Mühe wert.

Italienischer Prätendent mit mißverständlichem Werbespot

Emanuele Filiberto von Savoyen ist – sagen wir einmal – ein ungewöhnlicher Thronprätendent. So betreibt der 47-jährige zum Beispiel einen Food Truck in Los Angeles, den er Prinz von Venezien genannt hat. Die Idee kam ihm, als er ähnliches mit mexikanischem Essen oder Fast Food beobachtete und der Meinung war, es fehle italienisches Essen. Zwar arbeitet er nicht selbst in dem Food Truck, ließ sich aber dort ablichten. Davor nahm er zum Leidwesen italienischer Monarchisten schon an mehreren TV-Realityshows im italienischen Fernsehen teil.

Emanuele Filiberto di Savoia

Die letzte Aktion des Prätendenten war, einen nicht als solchen gekennzeichneten Werbespot zu drehen, in welchem er zur besten Sendezeit die Rückkehr des königlichen Hofes ankündigte. Umgehend gab es zahlreiche Reaktionen in den sozialen Netzwerken, die zwischen euphorischer Zustimmung und Verwünschungen alles enthielten. Wie sich später jedoch herausstellte, war die Ausstrahlung ein Werbespot für die dritte Staffel der Serie „The Crown“ auf Netflix, die sich mit dem britischen Königshaus beschäftigt, welches seine Ablehnung der Serie bereits zum Ausdruck gebracht hatte. Emanuele Filiberto gab sich über die Emotionalität der Reaktionen dann auch überrascht: In Italien herrsche ein großes politisches und soziales Unbehagen, welches ihn traurig stimme, da die Italiener im Hinblick auf die Politik mehr verdienen würden, als sie zur Zeit haben. Italiens Monarchisten waren zunächst hocherfreut, als die Sendung sich jedoch als Werbung herausstellte, warfen sie Emanuele Filiberto fehlenden Ernst vor.

Daß der Enkel des 1946 durch ein manipuliertes Referendum abgesetzten Umberto II. auch anders kann, beweist unter anderem, daß er lange und am Ende erfolgreich gegen die Gesetze kämpfte, die der kõniglichen Familie die Einreise nach Italien verwehrten. Er hat auch deutlich gesagt, daß er als König zur Verfügung stünde, wenn die Italiener dies wünschten. In einem Land, wo Regierungen nach dem Sturz der Monarchie im Durchschnitt etwas mehr als ein Jahr halten und gerade die Partei eines Clowns regiert, ist die etwas ungewöhnliche Art von Emanuele Filiberto vielleicht gar nicht der schlechteste Weg, um sich im Gespräch zu halten. L.R.

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Die vollständige 228. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 228

Inhalt der 228. Ausgabe:

  • Die Kämpfe der Französischen Revolution dauern bis heute an
  • Spanien: Ein König redet mit allen
  • Italienischer Prätendent mit mißverständlichem Werbespot
  • Die Ansprüche des Hauses Hohenzollern nüchtern betrachtet

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Mit Zwangsabgabe Hohenzollern bepöbeln Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 227

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Mit Zwangsabgabe die Hohenzollern bepöbeln

Am 22. August 2011 starb der große Loriot. Vor allem in den 1970er und 1980er Jahren nahm Deutschlands bedeutendster und bis heute unerreichter Komiker mit feiner, aber vielleicht deshalb umso gemeinerer Ironie das deutsche Bürgertum aufs Korn. Was nach ihm an Komikern kam, hat ihm bislang nicht das Wasser reichen können, auch wenn manche Komiker wie Dieter Nuhr, Ingolf Lück oder Dietmar Wischmeyer zumindest für kurzweilige Momente sorgen. Die feine und geistreiche Ironie eines anderen, der von den staatsnahen Medien bisweilen als „Satiriker” bezeichnet wird, läßt sich gut mit einem Wort zusammenfassen: „Ziegenficker”. So bezeichnete Jan Böhmermann in einem seiner „Sketche” den türkischen Präsidenten. Herrn Erdogan können nun sicher viele Dinge vorgeworfen werden: Verfolgung der Opposition, Einflußnahme auf die türkische Minderheit in Deutschland und zuletzt auch Krieg in Syrien. Das bietet nicht nur für Menschenrechtler, sondern auch für Satiriker mehr als genügend Stoff, um ihn anzugreifen. Was aber ein „Ziegenficker” mit Satire oder auch mit Niveau zu tun hat, das bekanntlich keine Creme ist, ist nicht ersichtlich. Nun hätte der türkische Präsident zwar frei nach dem Motto Was störts die Eiche, wenn sich eine Sau an ihr reibt? handeln können. Wenig souverän wirkte daher seine Klage wegen Beleidigung. Trotzdem hatte er durchaus recht, ungehalten zu sein, wenn im deutschen Gebührenfernsehen derartige Ausdrücke fallen. Böhmermann flüchtete sich anschließend bekanntlich unter die Rockzipfel von Mutti, hatte also nicht den Schneid, auch die Verantwortung für seine Äußerungen zu übernehmen. Auch ansonsten sind die Sendungen dieser Person eigentlich eines nie: lustig. Er ergeht sich eher in einer Serie plumper Beleidigungen und selbst in der Kategorie „vulgärer Humor”, die vor allem im Süden Europas gerne konsumiert wird und auch nicht komplett unlustig sein muß, ist er unterklassig. Trotzdem wird er von den Medien als großer Komiker gefeiert, was als Symptom für die heute leider vielerorts in der Bundesrepublik verbreitete geistige Armut betrachtet werden kann.

Böhmermanns Charakterisierung als „Krawallschachtel“ gab der in Berlin erscheinende Tagesspiegel am 23. Juni 2019 wieder.

Nun hat sich Jan Böhmermann mit den Hohenzollern und deren Verhandlungen mit dem Staat über die Rückgabe von Gütern aus dem Familienbesitz beschäftigt. Das halbstündige Machwerk, welches im Rahmen des Magazins Neo Magazin Royale auf ZDF Neo ausgestrahlt wurde, ist nur schwer zu ertragen. Zunächst widmet er sich dem späten Kaiserreich, wobei er immer wieder betont, daß Deutschland heute eine Demokratie und keine Monarchie sei. Wenn Böhmermann den Unterschied zwischen Demokratie und Republik nicht kennt, die er immer wieder gleichsetzt, ist noch darüber hinwegzusehen. Mit der nachlassenden Bedeutung von Geschichts- und auch Sozialkundeunterricht an den Schulen dürfte er sich damit in der Gesellschaft vieler Deutscher befinden. Rund die Hälfte der Demokratien der alten EU sind Monarchien, jedoch ist dies ein Fakt, mit dem sich Bundesbürger halt nicht so oft beschäftigen. Später kommt er dann zum Krieg: Daß Wilhelm II. von den seriösen Historikern heute keine Hauptverantwortung am 1. Weltkrieg zugeschrieben wird, wird man bei Böhmermann ebenfalls vermissen. Um sicherzugehen, führt er dann noch die deutsche Kolonialgeschichte in Namibia an. Positives zu den Hohenzollern fehlt völlig, das Kaiserreich wird als Schreckensherrschaft dargestellt. Daß die Hohenzollern auch nicht völlig unwesentliche Neuerungen wie die Renten-, Unfall- und Krankenversicherung eingeführt haben, kommt nicht zur Sprache, schließlich wäre das der aktuellen Regierung, die den Eindruck vermitteln möchte, dafür sei irgendwie die SPD verantwortlich gewesen, eher unangenehm. Vielleicht ist das für Böhmermann, der bei den im Durchschnitt völlig überhöhten Gagen, die daß ZDF laut wissenschaftlichen Studien zahlt, aber einfach nicht so wichtig, da es so für ihn für eine Privatversicherung allemal reicht. Genausowenig kommt die Tatsache zur Sprache, daß der deutsche Nationalstaat auch von den Hohenzollern geschaffen wurde, was, wenn man noch weiter ausholt, den regelmäßigen Einfällen des französischen Nachbarn auf deutsches Gebiet, wie sie ungefähr seit dem 13. Jahrhundert regelmäßig stattgefunden haben, Einhalt geboten hat.

In den Augen heutiger Republikverteidiger die größte Gefahr für die Weimarer Republik: Der deutsche Kronprinz Wilhelm.

Im Anschluß präsentiert Böhmermann seine rudimentären Kenntnisse über Kronprinz Wilhelm, die selbst dem historischen Anspruch von Geschichtsunterricht der Sekundarstufe in einer Sonderschule nicht genügen. Er pickt sich vielmehr Dinge heraus, die dazu geeignet sind, seine eigene Sicht auf die Dinge zu belegen: So muß wieder einmal der Tag von Potsdam für eine vermeintliche Nähe des Kronprinzen zu Hitler herhalten, selbst wenn auch dies schon lange widerlegt ist. Später gibt er dann bekannt, daß er die Gutachten zur Rolle des Kronprinzen in der Weimarer Republik und der NS-Zeit auf einer Internetseite veröffentlicht hat. Diese Veröffentlichung der Gutachten, die bei den Verhandlungen von Hohenzollern und Staat in Auftrag gegeben worden sind, dürften schlicht und ergreifend strafbar sein.

Darin liegt denn auch der eigentliche Skandal: die unter dem Deckmantel von künstlerischer Freiheit vorgetragenen Beleidigungen sowie die Veröffentlichung von Gutachten, die Gegenstand der Verhandlungen zwischen dem Staat und den Hohenzollern sind, werden zurecht zahlreiche Unterlassungsklagen der Hohenzollern mit sich bringen. Von wem werden die Anwaltskosten des Herrn Böhmermann dann wieder einmal übernommen werden? Von den öffentlichen Rundfunkanstalten und damit am Ende vom Steuerzahler, der noch nicht einmal die Möglichkeit hat, sich diesem „Qualitätsmedium” zu verweigern. Im Grunde genommen ist also zu sagen, daß die Bundesrepublik zumindest indirekt die Staatsmacht einsetzt, um einen Kläger gegen sie abzuwehren.

Woher Böhmermann im übrigen die eigentlich nicht öffentlichen Gutachten hat, ist zwar Spekulation, man kann sich aber auch dazu seinen Teil denken – Rechtsstaat ade. In diese Tage fiel nebenbei bemerkt auch die Nachricht, daß die Zwangsabgabe für den staatlichen Rundfunk wieder steigen soll. Vielleicht trägt die ganze Geschichte ja auch dazu bei, daß sich noch ein paar mehr Menschen der Meinung anschließen, daß dieser Rundfunk ersatzlos gestrichen werden sollte. Dann würde im übrigen auch ein Böhmermann den Zwängen des Marktes und der Nachfrage unterworfen werden, womit sich das Thema schnell erledigt hätte. Auch den Hohenzollern aber sollte dies eine Lehre sein: Die Republik ist kein fairer und anständiger Partner.                L.R.

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Die vollständige 227. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 227

Inhalt der 227. Ausgabe:

  • Mit Zwangsabgabe die Hohenzollern bepöbeln
  • Das Haus Windsor reagiert auf Kritik
  • Albanischer Kronprinz Leka ruft zu Spenden für Erdbebenopfer auf
  • Brasilien möchte Tag der Republik streichen

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Die nächste Generation in den Monarchien – Corona-Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 226

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In den Monarchien rückt die nächste Generation auf

Anläßlich des 18. Geburtstags der Kronprinzessin gab die belgische Post eine Sondermarke heraus.

Die belgische Kronprinzessin Elisabeth, die Herzogin von Brabant, ist am 25. Oktober achtzehn Jahre alt geworden. „Das Land kann auf mein Engagement zählen“, sagte die Kronprinzessin im Zuge einer im Fernsehen übertragenen Geburtstagszeremonie, bei welcher die königliche Familie und die Regierung anwesend waren. Auch eine Briefmarke wurde anläßlich des Geburtstages der Kronprinzessin herausgegeben. Ansonsten geht Elisabeth noch bis Mitte 2020 in einem Internat in Wales zur Schule. Danach soll sie mehr Aufgaben für die Monarchie übernehmen. 1991 schaffte Belgien die salische Erbfolge ab, davor war der Thron den männlichen Erben reserviert. Elisabeth wird also voraussichtlich die erste weibliche Herrscherin Belgiens werden.

In Japan, wo weiter die salische Erbfolge gilt, liegen die Hoffnungen auf den Schultern des 13jährigen Prinzen Hisahito, der nach dem 53jährigen Kronprinzen Akishino, dem Bruder des gegenwärtigen Kaisers, auf Rang zwei der Thronfolge steht. Er absolvierte im August seinen ersten öffentlichen Auslandsauftritt im Königreich Bhutan.

Kronprinzessin Leonor von Spanien als jüngste Thronfolgerin Europas hielt in diesem Jahr ihre erste öffentliche Rede als Stiftungspräsidentin der Prinzessin-von-Asturien-Stiftung und vergab dementsprechend den Stiftungspreis an ihrem vierzehnten Geburtstag. Dies war zwar nicht ihr erster öffentlicher Auftritt, wo sie eine Ansprache hielt, jedoch wurde er dieses Mal im Fernsehen übertragen und bekam breite öffentliche Aufmerksamkeit.

Auch in Katalonien vergab die Infantin Leonor für ihre Prinzessin-von-Girona-Stiftung Preise. Wüste Ausschreitungen in den Straßen Barcelonas und Gironas schreckten die königliche Familie Spaniens nicht ab.

Kronprinz zu sein, ist etwas, was man sich nicht aussuchen kann. Die späteren Monarchen werden von Kindesalter an auf ihre hohe Aufgabe vorbereitet, was natürlich zu Lasten einer unbeschwerten Kindheit und Jugend geht. Gerade diese frühe und oft lange Vorbereitung, die oft mit einem Durchlaufen einer Vielzahl staatlicher Institutionen, dem Erlernen mehrerer Fremdsprachen und auch dem Erlernen eines stets angemessen Auftretens in der Öffentlichkeit einhergeht, ist jedoch ein wesentlicher Vorteil der gekrönten Häupter im Vergleich zu einem gewählten Staatsoberhaupt.   L.R.

Senat in Brasilien sieht neues Referendum über Monarchie skeptisch

Man muß den brasilianischen Staatslenkern zu Gute halten, daß sie nach dem Ende der Militärdiktatur unter den ganz wenigen waren, die dem Volk eine echte Mitsprachemöglichkeit bei der Wahl der Staatsform einräumten. Normalerweise wird die Republik wie in Deutschland zementiert, ohne daß jemals irgendjemand darüber befragt wurde. Man muß in diesem Zusammenhang auch sagen, daß die Abstimmung damals deutlich zu Ungunsten der Monarchie ausging – nur 13 % der Wähler stimmten für sie. Nun argumentieren Monarchisten normalerweise bei den ständigen Rufen von Rebublikanern, daß man nicht so lange abstimmen kann, bis man das gewünschte Ergebnis erhält. Rund 25 Jahre nach dem Referendum ist die Republik jedoch durch zahlreiche Korruptionsskandale erschüttert, die sozialen Ungleichheiten konnten nicht gemindert werden und Brasilien ist ganz ohne Krieg eines der Länder mit den höchsten Mord- und Gewaltraten der Welt. Man könnte auch die Wahl des sehr weit rechts stehenden und mit der Militärdiktatur sympathisierenden Jair Bolsonaro zum Präsidenten als Symptom der großen Unzufriedenheit sehen, die in der Republik herrscht. Vor diesem Hintergrund kam es in den vergangenen Jahren zu einem wieder lauter werdenden Ruf nach der Monarchie – gegenwärtig würden vermutlich deutlich mehr Brasilianer für sie stimmen, als 1993.

Die vor zwei Jahren gewählten monarchistischen Abgeordneten beider Häuser des brasilianischen Parlaments. Ihre große Zahl und der Umstand, daß sie verschiedenen Parteien angehören, läßt hoffen, daß die Frage der Monarchie auf der Tagesordnung bleibt.

Einige hatten jetzt auf den Präsidenten gesetzt, welcher auch von Mitgliedern des brasilianischen Kaiserhauses unterstützt wird. Auch sitzen Monarchisten im brasilianischen Parlament. In der Tat wurden 45.000 Unterschriften für ein zweites Referendum gesammelt, das ist die doppelte Zahl dessen, was dafür nötig ist, um die Möglichkeit eines Referendums im Senat analysieren zu lassen. Auch die Regionalparlamente der beiden Bundesstaaten Rondônia und Minas Gerais unterstützten den Vorstoß. Eine Kommission des Senats kam jetzt jedoch zu dem Ergebnis, daß ein neues Referendum unter der gegenwärtigen Verfassung nicht möglich sei, da auch die nach 1993 beschlossene brasilianische Verfassung eine mit Deutschland vergleichbare Ewigkeitsklausel besitze und es im Vergleich zu der Situation von 1993 keine wesentlichen Änderungen gegeben habe. Der Bericht der Kommission des Senats stellt einen schweren Rückschlag für die Monarchisten dar, müßte man jetzt doch erst die Verfassung ändern, um ein erneutes Referendum durchführen zu lassen. Eine verfassungsändernde Mehrheit dafür ist jedoch momentan nicht in Sicht. L.R.

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Die vollständige 226. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 226

Inhalt der 226. Ausgabe:

  • In den Monarchien rückt die nächste Generation auf
  • Schwierige Erbfolge im Sultanat der Republik Indonesien
  • Inthronisierungszeremonie in Japan
  • Senat in Brasilien sieht neues Referendum über Monarchie skeptisch

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Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an die corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.

K. und k. Monarchisten suchen die Öffentlichkeit

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Ende Oktober und Anfang November nehmen die traurigen Jahrestage mit schöner Regelmäßigkeit zu.

In Tschechien und Österreich schicken sich Monarchisten nicht in Fatalismus, sondern zeigen Alternativen zur allgemeinen Tristesse auf:

II. Europäischer Monarchisten-Kongress in Wien

Erster deutschlandweiter Hohenzollerntag – Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 225

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Erster deutschlandweiter Hohenzollerntag

Burg Hohenzollern, ein Hohenzollernort par excellence

Ungeachtet der gegenwärtigen Kontroverse um die Rückgabe von Kunstgütern durch Bund und Länder an die Hohenzollern fand am 12. Oktober der erste Hohenzollerntag an vierzehn Orten in Deutschland sowie in Haus Doorn in den Niederlanden statt. Bereits im Vorfeld hatten sich 20 Orte, deren Geschichte eng mit den Hohenzollern verbunden ist, zusammengeschlossen, um mit den Hohenzollern auf der Seite https://www.hohenzollern-orte.de/ für sich zu werben. Dabei gibt sich die Seite durchaus modern: So wurde zu einem Photowettbewerb aufgerufen, im Zuge dessen über Instagram die schönsten Photos der mit den Hohenzollern verbundenen Orte eingereicht werden konnten. Die Seite scheint auch regelmäßig aktualisiert zu werden. Als Betrei-ber wird eine „FTM FrankenTourismus Marketing GmbH“ genannt. Auch wenn diese begrüßenswerte Initiative also leider einmal wieder nicht von Brandenburg ausgeht, ist es umso schöner, daß man sich vor allem in Franken der Erinnerung an die Hohenzollern annimmt. So werden Veranstaltungen dann eben auch vor allem in Franken beworben. Leider erfuhr der erste Hohenzollerntag im Vorfeld aber nur wenig mediale Aufmerksamkeit, erst Anfang Oktober erfuhr man allmählich von den bevorstehenden Veranstaltungen und auch wir berichteten nicht, da wir von dem Tag schlichtweg keine Kenntnis hatten. Trotzdem kann der 1. Hohenzollerntag als ein Erfolg und der Beginn einer schönen und wichtigen Tradition gesehen werden, den es in der Zukunft weiter zu bewerben gilt, und dem sich weitere Städte und Orte anschließen sollten.

Im Rückgabestreit mit den Hohenzollern setzt sich in der Presse im übrigen langsam die Erkenntnis durch, daß deren Forderungen vor Gericht mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit Erfolg haben würden, auch wenn der brandenburgische Noch-Finanzminister Christian Görke (Die Linke), der momentan eigentlich mit dem Räumen seines Schreibtischs beschäftigt sein sollte, in Interviews weiter gegen die Hohenzollern schießt und auch immer mal wieder der bis dato weniger bekannte Historiker Malinowski zitiert wird, den die brandenburgische Regierung als Gutachter gegen den renommierten Christopher Clark ins Feld geführt hatte, um einen vermeintlichen Vorschub des Nationalsozialismus durch das preußische Königshaus zu belegen. Das sind aber Rückzugsgefechte. Die Bundesregierung versuche demnach momentan, sich mit den Hohenzollern dahingehend zu einigen, daß Kunstschätze von nationaler Bedeutung nicht ins Ausland ausgeführt werden sollen. Auch ein Wohnrecht in Cecilienhof soll es nicht geben, was sehr schade ist, da dem Prinzen eine offizielle Rolle so weiter verweigert wird. Trotzdem ist eine Einigung sehr viel wahrscheinlicher, als noch im August. Die ganze Situation ist dabei sicher nicht optimal, da die Kulturgüter natürlich weiter der Öffentlichkeit zugänglich sein sollten, was Prinz Georg Friedrich auch grundsätzlich zugesichert hat, wofür es aber im Einzelfall nie eine vollständige Garantie geben kann. Ob weitere Familien den Hohenzollern folgen und ihr Recht einfordern, muß abgewartet werden. Dies alles hätte sicher vermieden werden können, wäre es nach der Wende 1990 zu einer Regelung gekommen, bei denen die alten Familien ihre Immobilien zurückbekommen und beispielsweise als Auflage bekommen hätten, die Kunstgüter dort zu belassen. So rächt sich, was damals versäumt wurde. L.R.

Herzog Ludwig von Württemberg verstorben

Der Chef des Hauses Württemberg muß binnen anderthalb Jahren einen weiteren Todesfall beklagen. Nach dem tödlich verunglückten Hauserben Herzog Friedrich im Mai 2018 ist am 6. Oktober 2019 Herzog Ludwig Albrecht von Württemberg (*23. August 1930) in Weingarten verstorben.

Herzog Ludwig von Württemberg (23. August 1930 – 6. Oktober 2019)

Als erstgeborener Sohn von Herzog Philipp Albrecht und Herzogin Rosa von Württemberg war er eigentlich prädestiniert, einmal an der Spitze des Hauses Württemberg zu stehen, doch am 29. Juni 1959 und nochmals am 19. Januar 1960 in Altshausen verzichtete er für sich und seine Nachkommen auf seine etwaigen Thronrechte und die Mitgliedschaft zum königlichen Haus.

Am 16. Februar 1960 ehelichte er Freifrau Adelheid von und zu Bodman. Sie ließen sich 1970 wieder scheiden. Das Paar hatte drei Kinder. Am 14. August 1972 heiratete Herzog Ludwig Angelika Kiessig. Die Eheleute wurden 1988 geschieden. Dieser Ehe entstammte ein weiteres Kind.

Im Gegensatz zu anderen Häusern, wo die freiwillig geleistete Verzichtserklärung des Erstgeborenen nach dem Tod des Vaters angesichts des verlorenen Erbes zu langwierigen gerichtlichen Auseinandersetzungen führte, die sogar die obersten bundesrepublikanischen Instanzen beschäftigten, blieb das Haus Württemberg von solch unschönen Querelen verschont. Herzog Ludwig arbeitete als Innenarchitekt und war zu allen großen Feierlichkeiten in Altshausen, dem heutigen Stammsitz der Familie, eingeladen. Seinem Bruder, Herzog Carl von Württemberg, gilt unser Mitgefühl.  H.S.
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Die vollständige 225. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 225

Inhalt der 225. Ausgabe:

  • Erster deutschlandweiter Hohenzollerntag
  • Herzog Ludwig von Württemberg verstorben
  • Von Büchern und Blumen im Königreich Norwegen
  • Schweden verkleinert Königshaus

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