Vandalismus in der modernen Fassung Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 237

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Robert the Bruce, der Rassist

Daß Robert the Bruce Engländer nicht mochte, ist unbestritten. 18 Jahre bekämpfte er sie, bevor sie sich nach der Schlacht von Bannockburn im Jahr 1314 aus Schottland zurückzogen (wohin sie der zerstrittene schottische Adel allerdings erst gerufen hatte) und er als Robert I. wirklich den schottischen Thron bestieg, auch wenn er schon 1306 in Nordschottland zum König der Schotten gekrönt wurde. Sympathisanten der sogenannten „Black Lives Matter“-Bewegung haben nun das Reiterdenkmal, welches an den König und die Schlacht von Bannockburn erinnert, mit dem Spruch „Robert was a racist bring down the statue“ (Robert war ein Rassist, stürzt das Denkmal) beschmiert und hinterließen auch das für die Bewegung typische Kürzel „BLM“. Dieses Kürzel macht deutlich, daß hier keine frustrierten Engländer tätig waren, die ihre Niederlage von vor 700 Jahren rächen wollten, sondern der König der Schotten tatsächlich mit dem Tod eines afroafrikanischen Mannes in den USA in unseren Tagen in Verbindung gebracht wird. Es soll nun im Schottland des 14. Jahrhunderts nur ziemlich wenige farbige Menschen gegeben haben und auch die Widersacher von König Robert – Edward von England und seine Heerführer- waren nach dem gegenwärtigen Stand der wissenschaftlichen Forschung eher nicht schwarz. Wenn man es genau nimmt, hat sich Robert sogar Zeit seines Lebens gegen Fremdherrschaft gewehrt, die man auch Kolonialismus nennen könnte. Was zum Teufel also soll der Unsinn? Eine Antwort darauf ist sehr naheliegend, doch momentan nur sehr schwer vermittelbar: Es handelt sich schlicht um völlig sinnlosen Vandalismus. König Robert I. ist dabei nur ein extremes Beispiel für die Bilderstürmerei der letzten Tage und Wochen.

König Leopold II. der Belgier (*9. April 1835 – † 17. Dezember 1909, König ab 17. Dezember 1865)

Neben ihm hat es bis heute auch König Baudouin der Belgier, König Leopold II. der Belgier, Königin Victoria von England und König Ludwig XVI. von Frankreich ereilt. Statuen dieser Monarchen wurden entweder beschmiert oder beschädigt. Unter denjenigen, die keinen Königshäusern angehören, sind unter anderem Christoph Kolumbus oder Sir Winston Churchill zu nennen. In Deutschland erwischte es ein Bismarck-Denkmal in Hamburg, da die Vandalen offenbar nicht wußten, daß der Eiserne Kanzler deutsche Kolonien nicht wollte und auch Immanuel Kant wurde des Rassismus‘ bezichtigt. Zur Aufarbeitung des latenten Rassismus wurde dabei von einem Professor unter anderem empfohlen, Denkmäler hinzulegen oder auf den Kopf zu stellen, damit sich die Menschen mit ihnen auseinandersetzen. Während der Autor diese Zeilen schreibt, muß er unweigerlich an die Redaktionen der Titanic, von Charlie Hebdo oder dem Postillon denken, die wohl alle bald ihren Job los sind, da die Wirklichkeit jegliche Form von Satire offenbar weit hinter sich gelassen hat.

Der germanische Stamm der Vandalen fiel über zivilisierte Völker her. So stellte sich der Maler Ulpiano Checa Sanz 1887 die Plünderung Roms vor. Das Klischee vom plündernden und kulturlosen Volk trifft auf die Vandalen aber nicht zu. Das einzige, was von den Vandalen blieb, ist ein Rufmord. Der Täter: Henri-Baptiste Grégoire, Bischof von Blois. Er geißelte 1794 die Taten der Jakobiner, die Bücher verbrannt und Kunstwerke zerstört hatten, als „Vandalisme“. Mehr zu den namensgebenden Vandalen hier.

Wenn man den Vandalen wohlwollend gegenübersteht, mag man zugestehen, daß einige der Aktionen gegen Statuen von Persönlichkeiten gerichtet waren, die im Zusammenhang mit Kolonialismus und entsprechenden Verbrechen stehen. Wird Vandalismus gegen Statuen von Monarchen aber schon dadurch moralisch gerechtfertigt, daß ihr Königreich zum Zeitpunkt ihrer Herrschaft Kolonien besaß? Die europäischen Zivilisationen haben es verstanden, mit und mitunter auch durch ihre Könige seit der Renaissance Fortschritte in der Medizin, der Landwirtschaft, der industriellen Entwicklung und der Wissenschaft zu erzielen, die in anderen Erdteilen nicht erzielt wurden und die ein hohes Niveau an Wohlstand ermöglicht haben. Das darf man an unseren Vorfahren gut finden und genauso wie es normal ist, daß die meisten Menschen ihren Eltern und Großeltern respektvoll gegenübertreten, ist es auch normal, den Vorfahren mit Respekt zu begegnen, oder zumindest war es das die meiste Zeit in Europa und in den meisten anderen Kulturen der Welt. Dies heißt nicht, daß man alles gut finden muß, was früher war, zum Beispiel, daß die Fortschritte, die die Europäer machten, auch dazu genutzt wurden, andere zu unterwerfen, die diese Entwicklung noch nicht vollzogen hatten. Die Statuen der Könige erinnern uns heute oftmals nicht nur an sie selbst, sondern auch an ihr ganzes Zeitalter. Sie zu verleugnen hieße, sich selbst zu verleugnen und dafür gibt es keinen Grund. Wer sich gegen Rassismus einsetzen möchte, findet sicher genug Möglichkeiten, die nichts mit Vandalismus zu tun haben. Einer Generation, der es schon zu viel ist, aus Rücksicht auf Ältere und andere Risikogruppen eine Atemmaske zu tragen, ist das aber vielleicht einfach zu anstrengend. L.R.

Jean Raspail: Tod eines großen Royalisten

Im deutschen Sprachraum fand der Tod des 94-jährigen Jean Raspail am 13. Juni wenig Beachtung. Lediglich die Wochenzeitung Die Tagespost widmete sich ausführlich dem monarchistischen Teil seiner Vita („Raspail war kein Rechter, sondern Reaktionär und Monarchist.“), während die Junge Freiheit sich darauf konzentrierte, daß Raspail bereits 1973 im Roman „Das Heerlager der Heiligen“ vor einer Invasion Europas warnte. Königtum und Katholizismus werden dabei nur beiläufig erwähnt. Raspail war ein Freund aller Träumer, aller kleinen Völker dieser Erde und hat in seinem langen Leben mehr Landschaften bereist als es die Vielflieger im 21. Jahrhundert jemals schaffen werden. Über ideologische Barrieren hinweg ehrte das intellektuelle Frankreich in Nachrufen einen der Ihren. Im Requiem in der vollbesetzten Pariser Kirche Saint-Roch saß auch Prinz Jean, Graf von Paris, an dessen Hochzeit 2009 Raspail teilgenommen hatte.    H. S.

Nach der Heiligen Messe wird der Sarg Jean Raspails aus der Kirche Saint-Roch getragen. Die Flagge des Königreichs Patagonien, dessen Generalkonsul er in Frankreich war, bedeckt den Sarg.

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Die vollständige 237. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 237

Inhalt der 237. Ausgabe:

      • Robert the Bruce, der Rassist
      • Spanier mit König Felipe VI. zufrieden
      • Prinzenfonds gegen den Prinzen
      • Jean Raspail: Tod eines großen Royalisten

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Umbenennung der Wilhelms-Universität Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 236

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Westfälische Wilhelms-Universität in Münster soll umbenannt werden

Zur Erinnerung an die Begegnung Kaiser Wilhelms II. mit Theodor Herzl am 28. Oktober 1898 steht heute diese Skulptur von Motti Mizrachi bei der Mikveh Israel Agricultural School.

In Jerusalem und in Haifa stehen zwei Denkmäler, die an Kaiser Wilhelm II. erinnern. In Jerusalem handelt es sich um ein Standbild an der Himmelfahrtkirche und in Haifa um einen Obelisken, der an den Besuch des Kaisers dort erinnert. Wilhelm II. hatte zwischen Oktober und November 1898 in der Tat das Heilige Land besucht und hatte dafür zunächst in Haifa angelegt. Die Reise diente der Stärkung der Beziehungen mit dem Osmanischen Reich, jedoch sollte auch die evangelische Kirche in Jerusalem unterstützt werden, die Preußen schon seit den Zeiten Friedrich Wilhelms IV. förderte. Schließlich traf sich der Kaiser auch mit Theodor Herzl, welcher die Gründung eines jüdischen Staats mit ihm erörterte. Diesem Ansinnen erteilte der Kaiser aus Rücksicht auf seine Bestrebungen, das Osmanische Reich als Verbündeten zu gewinnen, jedoch eine Absage. Alles in allem gab sich Wilhelm II. wie auch seine Vorfahren bemüht, den Frieden der Religionen im Heiligen Land zu fördern und die Israelis sahen bis heute keinen Anlaß, besagte Denkmäler zu entfernen, obwohl Wilhelm II. an anderer Stelle nicht immer nur Gutes über Juden zu sagen hatte.

Die Westfälische Wilhelms-Universität war bislang ein würdiger Träger des deutschen Kaisernamens.

Nicht ganz so locker wie die Israelis sieht das Verhältnis von Wilhelm II. zum Judentum jetzt offenbar eine Arbeitsgruppe an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, und die muß schließlich am besten wissen, wer wirklich Antisemit war, jedenfalls zumindest viel besser als die Israelis. Die Gruppe, die den Auftrag hatte, Wilhelm II. sozusagen auf die moralische Eignung zu prüfen, der Universität den Namen zu geben, kam zu dem Ergebnis, daß er „militaristisch, nationalistisch, antislawisch und geradezu obsessiv antisemitisch“ gewesen sei. Wie dergleichen ausgeht, ist vorhersehbar. So bekam die Ernst Moritz Arndt-Universität Greifswald wegen Nationalismus seines vor allem im Zeitalter der Befreiungskriege tätigen Namensgebers diesen Namen aberkannt, obwohl die Greifswalder, die meisten Studenten und eigentlich überhaupt jeder gegen diese Aberkennung waren. Auch in Münster sprachen sich in einer Umfrage aus dem Jahr 2012 60 % der Hochschulangehörigen gegen eine Umbenennung aus, 15 % war das Thema nicht wichtig und nur 25 % wollten eine Änderung. (Corona berichtete in seiner 100. Ausgabe im Juni 2012 über die Versuche zur Namensänderung) Leider finden sich keine öffentlichen Informationen dazu, wer heute Mitglied der „Arbeitsgruppe“ ist, die sich in Münster mit dem Thema beschäftigt. Nur über den Vorsitzenden, einen gewissen Olaf Blaschke, finden sich Informationen. Er ist Historiker und der Verdacht liegt nahe, daß ähnlich wie die bislang völlig unbekannten Historiker, die für den deutschen Staat die Gutachten geschrieben haben, die im Entschädigungsstreit um die Rückgabe von Gütern an die Hohenzollern ebendiese belasten, hier jemand seine Auftragsarbeit erfüllt hat. Ob die weiteren Mitglieder aus der örtlichen Waldorfschule, dem Kindergarten, oder, was noch schlimmer wäre, vom ASta gestellt wurden, kann nicht gesagt werden, da hierzu keine Informationen zu finden sind. Die Repräsentativität der Auffassung dieser Leute dürfte jedoch ähnlich hoch sein, wie in Greifswald. In jedem Fall wäre eine Namensänderung nicht sofort möglich, da hierfür die Universitätsordnung geändert werden muß und dies zumindest noch einige Jahre in Anspruch nehmen würde. Daher sollen nach dem Willen der „Arbeitsgruppe“ wohl erklärende Tafeln u. ä. auf dem Universitätsgelände angebracht werden.

Deutschlandweit ist Wilhelm II. momentan für 13 Universitäten Namensstifter. Die Wilhelms-Universität in Münster bekam ihren Namen, weil es Kaiser Wilhelm II. war, der die zwischenzeitlich zur Akademie heruntergestufte Einrichtung wieder zur Universität machte. Vielleicht wäre ja ein ernstgemeinter Schritt, sich vom Namensgeber zu distanzieren, dann auch wieder die neuerliche, freiwillige Herunterstufung zur Akademie. Durch diese ultimative und glaubwürdige Distanzierung wäre die Anstalt dann auch würdig, für wirklich große Namenspatrone infrage zu kommen, wie zum Beispiel einen anderen Adligen: Angesichts des Geistes, der durch diesen Ort und leider auch immer mehr durch die deutsche Gesellschaft zu wehen scheint, wäre der Name Karl-Eduard-von-Schnitzler-Akademie doch sehr passend, alternativ käme auch der Name Jutta-von-Ditfurth-Akademie infrage. Immerhin regt sich aber auch Widerstand gegen das Treiben der Arbeitsgruppe: Es wurde eine Onlinepetition gestartet, die gegenwärtig mehr als 1600 Menschen unterschrieben haben und die unsere Leser auch unterschreiben können. Es ist auch möglich, die Petition in die eigene Webseite zu integrieren. Die Petitionsseite bietet hierfür technische Hilfe an. Wem das alles nicht ausreicht, der kann sich natürlich auch direkt an die Verantwortlichen der Wilhelms-Universität richten. Die Kontaktdaten können hier gefunden werden. L.R.

Wenn die Himalajakönigreiche verschwinden

Die Übergabemodalitäten für die britische Kronkolonie Hongkong wurden von den Premierministern des Vereinigten Königreichs und der Volksrepublik China am 19. Dezember 1984 unterzeichnet. Die Vereinbarung garantierte Hongkong ab 1997 vertraglich für 50 Jahre einen Sonderstatus, der jetzt durch die herrschende Machtclique in Peking beschnitten wird. US-Präsident Trump lärmt dagegen, in Südostasien und Australien hebt sachter Protest an, in Europa spricht nur Großbritannien mit Sympathie über Hongkong. Einen Konflikt über Hongkong riskieren Europäische Union oder gar die deutsche Bundesregierung nicht.

Das ohnehin geringe Interesse ist somit auf den Osten des Roten Reichs konzentriert, doch in seinem Westen arbeitet es auch an seiner Expansion und nutzt dabei Nachbarstaaten wie Pakistan und Nepal. In neuveröffentlichten Karten hat Nepal drei Landstriche als eigenes Territorium verzeichnet, obwohl sie von Indien und teilweise von China beansprucht werden.

Auf der Southasia Review Webseite spekuliert der ehemalige Generalleutnant der indischen Armee Prakash Katosh, daß Nepal diesen Schritt kaum ohne die Rückendeckung der Volksrepublik China vollzogen haben dürfte. China hatte im nepalesischen Bürgerkrieg zwischen Royalisten und Maoisten, der 19.000 Menschen das Leben kostete, die kommunistischen Rebellen unterstützt und erfreut sich nun an den regierenden Gesinnungsgenossen: „China hat Nepals Hindukönigreich durch blutigen Aufstand in ein von Kommunisten beherrschtes Land verwandelt.“ (China has turned Nepal’s Hindu kingdom into a communist-dominated country through a bloody insurgency.)

Unfreiwillige Militärausbilder für nepalesische Maoisten: Gurkha Soldaten.

Die königlichen Streitkräfte hatten bis zum Sturz König Gyanendras 2008 wenig ausländische Unterstützung. Im Gegenteil. Wie General Katosh schreibt, zwangen die Maoisten Gurkhas, die in ausländischen Armeen dienten, bei ihrer Heimkehr die Guerillatruppen zu trainieren. Gurkhas gelten bei Briten und Indern als Elitekämpfer. Sie werden nicht nur zum Wachdienst vor dem Buckingham Palast eingesetzt, sondern waren an allen strategisch wichtigen Eckpunkten des Commonwealth zu finden, von Hongkong bis Belize. Ihr militärisches Wissen und Können dürfte den maoistischen Rebellen den entscheidenden Vorteil verschafft haben. Indien hatte während des Bürgerkriegs zwar gewisse Sympathien für die Regierung des Königs, doch außer Aufrufen zur Mäßigung und Verständigung bot Delhi nichts. Das dürfte sich rächen, denn sowohl an der West– wie an der Ostgrenze Nepals werden nun Gebietsansprüche angemeldet. Dies zieht auch das Königreich Bhutan in den Konflikt, wo die Volksbefreiungsarmee vor einigen Monaten in ein Himalajatal einmarschierte und es zum chinesischen Territorium erklärte. Damit ist das Königreich zweifach bedroht, denn Indien hat wiederholt deutlich gemacht, daß es Bhutan als Protektorat betrachtet und könnte es „zu seinem Schutz“ okkupieren, wie bereits vor 45 Jahren das Königreich Sikkim. H.S.

Der schmale Landkorridor Indiens ist eingeklemmt zwischen Nepal, Bangladesh und Bhutan mit der militärisch hochgerüsteten Volksrepublik China im Norden, die seit 1950 Tibet besetzt hält und sich immer wieder Teile Bhutans aneignet.

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Die vollständige 236. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 236

Inhalt der 236. Ausgabe:

      • Wilhelms-Universität in Münster soll umbenannt werden
      • Thailändischer König Vajiralongkorn in der Kritik
      • Wenn die Himalajakönigreiche verschwinden

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80. Geburtstag von König Konstantin II. Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 235

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König Konstantin zum 80. Geburtstag

Weitgehend unbeachtet von der (griechischen) Öffentlichkeit wird König Konstantin II. der Hellenen am 2. Juni seinen 80. Geburtstag feiern. Er kehrte vor einigen Jahren in sein Heimatland zurück, so daß er vermutlich dort diesen Markstein jedes Menschenlebens begehen wird. Gesundheitlich ist er seit einer Herzoperation angeschlagen und wenn er Konzerte oder Ausstellungen in Athen oder einer anderen Stadt Griechenlands besucht, zeigen ihn Photos fast ausschließlich im Rollstuhl sitzend.

König Konstantin und Königin Anna Maria beim 50. Geburtstag des dänischen Kronprinzen Frederik.

Für einen sportlichen Menschen wie ihn muß dies schmerzlich sein. Er war Träger des Schwarzen Gürtels eines Karatemeisters und gewann mit seiner Mannschaft 1960 bei den Olympischen Spielen in Rom die Goldmedaille im Segeln (Drachenklasse), die erste für Griechenland seit 1912. Das machte ihn zum gefeierten Helden Griechenlands. Aber die sechziger Jahren brachten Umwälzungen, die auch die griechische Monarchie mitrissen.

Offizielles Photo von König Konstantin II. der Hellenen nach seiner Thronbesteigung.

Als am Morgen des 21. April 1967 aus Athen gemeldet wurde, Panzer seien in die Innenstadt gerollt, hätten Parlament und Königspalast umstellt, war klar, daß etwas Außergewöhnliches im Gange war. Putsch in Europa! Nicht wie in den 60ern üblich in Lateinamerika oder einem der jungen afrikanischen Staaten, sondern in einem Land, das den Deutschen immer nahe stand, an dessen staatlicher Wiedergeburt auch Philhellenen aus Deutschland mitwirkten.  Und im Zentrum stand König Konstantin, der drei Jahre zuvor die Krone von König Paul I. geerbt hatte. Seine Mutter, Königin Friederike, die Tochter der Herzogin Viktoria Luise zu Braunschweig und Lüneburg, genoß als Enkelin des Kaisers besondere Aufmerksamkeit in den deutschen Medien.

Die „Diktatur der Obristen“, die sich im April 1967 etablierte, nutzte geschickt den König und seine Unerfahrenheit, um sich als Retter des Vaterlands aufzuspielen. Sie isolierten die Königsfamilie in der außerhalb Athens gelegenen Residenz Tatoi, um in der Hauptstadt Verhaftungen vorzunehmen. Die Putschisten präsentierten dem König eine neue Regierung und die einzige Konzession, die er ihnen abringen konnte, war ein ziviler Regierungschef. Das Photo, das danach die Öffentlichkeit erreichte, hatte eine verheerende Wirkung. Es vermittelte den Eindruck, als ob Konstantin dem neuen Regime seinen Segen erteilt hätte.

Der König machte keine gute Miene zum bösen Spiel, als er umringt von Putschisten die neue Regierung vorstellte.

Daß dem nicht so war, wurde deutlich im Dezember 1967, als der König mit einem Gegenputsch versuchte, die Demokratie wiederherzustellen. (Zum Scheitern der Unternehmen siehe den Corona-Blogeintrag vom 13. Dezember 2017.) Der König blieb formell Staatsoberhaupt, lebte aber im römischen Exil. Die Obristen fühlten sich 1973 sicher und wollten die Möglichkeit der Rückkehr des Königs ausschließen. Georgios Papadopoulos als Chef der Militärjunta schaffte durch ein Verfassungsgesetz am 1. Juli 1973 die Monarchie formell ab und versprach Parlamentswahlen. Am 29. Juli 1973 ließ Papadopoulos ein Referendum über eine reformierte Verfassung und über sich als einzigen Präsidentschaftskandidaten abhalten. (Mehr hier zum fingiertem Referendum, das die Abschaffung der Monarchie bestätigen sollte). Doch die Tage der nun voll republikanischen Diktatur ohne Königscamouflage waren gezählt. Das Scheitern eines von den Obristen inszenierten Militärputschs auf Zypern im Juli 1974, das zur Besetzung Nordzyperns durch das türkische Militär und zur bis heute andauernden Teilung der Insel führte, hatte am 24. Juli 1974 das Ende der Militärdiktatur zur Folge. An diesem Tag kehrte der frühere Premierminister Konstantin Karamanlis aus dem Exil zurück und wurde von Präsident Gizikis mit der Bildung einer Regierung beauftragt. Die Verfassung von 1952 wurde am 24. Juli 1974 zunächst wieder in Kraft gesetzt, wobei die Übergangsbestimmung eingefügt wurde, wonach der amtierende Präsident der Republik die Befugnisse des Königs wahrnahm. Aus dem Exil strömten Griechen zurück ins Land. Nur einem wurde dies verwehrt: Dem Anführer des Gegenputschs von 1967. König Konstantin durfte nicht nach Griechenland, als die provisorische Regierung von Konstantin Karamanlis ein weiteres Referendum über die Staatsform ansetzte.

Die Royalisten schnitten bei dieser Befragung zwar besser ab als unter den Diktatoren, dennoch reichte es am 8. Dezember 1974 nicht, um dem Land den König zurückzugeben. Das nachfolgende Exil in Großbritannien war für das Königspaar und seine fünf Kinder nicht einfach. Mit geringen Mitteln wurde versucht, die griechische Diaspora zu unterstützen. Vor allem um auch den eigenen Kindern eine griechische Erziehung zu bieten, wurde in London eine Schule gegründet. Bis 2004 wurde Konstantin nur zwei Mal gestattet, nach Griechenland zu reisen, darunter 1981 zur Beerdigung seiner Mutter in Tatoi. Sein Besitz wurde beschlagnahmt und die Kampagne gegen seine Person nahm ungeheure Ausmaße an. Nun, im Alter von 80 Jahren, haben sich die Wogen um ihn geglättet, aber die Anerkennung seiner Verdienste um Griechenland steht weiterhin aus.                H.S.

Berliner Stadtschloß wird wohl nicht im September eröffnet

Das Berliner Stadtschloß wird wohl nicht im September teileröffnet werden können. Grund ist – wie sollte es anders sein – der Coronavirus. Es kommt zu Lieferengpässen und auch Bauarbeiter fehlen, da sie sich nicht zur Baustelle bewegen können, beziehungsweise aufgrund der Quarantänevorgaben nicht alle gleichzeitig dort arbeiten dürfen. Außerdem wurde das Gebäude im April leicht beschädigt, als ein Teerkocher Feuer fing und eine Gasflasche in der Nähe explodierte und einen Wachmann verletzte.

Eigentlich sollte das Gebäude schon im letzten Jahr eingeweiht werden. Im Gespräch ist jetzt eine Teileröffnung gegen Ende des Jahres. Das würde für den Schloßkeller, den Schlüterhof, den Museumsshop und die Gastronomie im Haus gelten. Geplante Ausstellungen sollen auch verschoben werden, da internationale Ausstellungsstücke momentan nur schwer zu bekommen sind. Was wohl grundsätzlich entfällt, ist die historische Begrünung. Der Bau wäre damit im Grunde genommen von einer Betonlandschaft umgeben, in der man sich nicht gerne aufhält. Derweil gibt es aber auch gute Nachrichten: Die Kuppel mit Kreuz ist fertig und wartet beim Hersteller, einer Metallbaufirma aus Berlin-Weißensee, auf Abholung. Eigentlich soll sie Ende Mai auf dem Gebäude platziert werden, wozu es absolut windstill sein muß. Immer wieder wollen republikanische Medien dem Schloß das Wort „umstritten“ anheften – vielleicht wäre es ja politisch korrekter, wenn man alle vor 1949 gebauten Gebäude einfach abreißt, ähnliche Versuche hat es ja schon einmal in einem Teil Deutschlands gegeben. Aber am Ende ist „umstritten“ immer noch besser als „häßlich“, wie das Kanzleramt. L.R.

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Die vollständige 235. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 235

Inhalt der 235. Ausgabe:

    • König Konstantin II. zum 80. Geburtstag
    • Stadtschloß wird wohl nicht im September eröffnet
    • Burundische Prinzessin mit Engagement gegen Covid-19
    • Bayerns königstreue Widerstandskämpfer
    • Tod der Haschemitenprinzessin Badiya Bint Ali Bin Al-Hussein

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Die Fürsten zu Waldeck und Pyrmont

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Das Fürstentum Waldeck und Pyrmont war einer der kleinsten deutschen Bundesstaaten im Kaiserreich. Das Land lag ungefähr zwischen Kassel, Marburg und Paderborn. Größere Städte war die Hauptstadt Arolsen und die Städte Bad Wildungen und Pyrmont. Die Landesfarben von Waldeck-Pyrmont waren schwarz, rot und gelb. Im Bundesrat hatte das Land eine Stimme. Gegen 1905 zählte Waldeck-Pyrmont rund 60.000 Einwohner. Haupterwerbsquelle für die Bevölkerung war die Landwirtschaft.

Die Fürsten kommen aus dem Hause Schwalenberg, welches ab dem ausklingenden 12. Jahrhundert als Waldeck bezeichnet wurde. 1631 wurde Pyrmont erworben. Im Mittelalter veränderten sich die Gebietsgrenzen des Fürstentums stark in die eine und die andere Richtung. In der napoleonischen Zeit wurde es zwischen den Brüdern Friedrich und Georg getrennt, wobei Waldeck ein Teil des Rheinbunds wurde. Nach dem Aussterben einer Linie wurde es jedoch schon 1813 wieder vereint und 1815 wurde das Fürstentum Teil des Deutschen Bundes. 1866 stand auf der Seite Preußens und wurde dann Mitglied des Norddeutschen Bundes und des Deutschen Reichs. Zu Zeiten der Reichsgründung herrschte in Waldeck-Pyrmont Fürst Georg Viktor, der als eher konservativ galt. Es gab Überlegungen, das Fürstentum ganz in Preußen aufgehen zu lassen, dies wurde jedoch von Bismarck abgelehnt, der nicht wollte, daß es den Anschein habe, daß Preußen die kleineren Staaten gängeln würde. Die Verwaltung des Fürstentums wurde dann aber ab 1877 weitgehend auf Preußen übertragen, was für das hochverschuldete Fürstentum auch erforderlich war, denn Preußen trug damit auch einen großen Teil der anfallenden Verwaltungskosten. Preußen ernannte hierfür einen Landesdirektor und der Fürst behielt sich lediglich das Begnadigungsrecht sowie die Hoheit in kirchlichen Angelegenheiten sowie die Zustimmung zu einigen Gesetzestypen vor.

Auf Georg Viktor folgte 1893 Fürst Friedrich. Er bekleidete den Rang eines Generals der Kavallerie und nahm als solcher am 1. Weltkrieg teil. Da es in Waldeck-Pyrmont keine eigenen Revolutionäre und Räte gab, mußten solche erst aus dem benachbarten Kassel herangefahren werden, um den Fürsten abzusetzen. Fürst Friedrich starb 1946 in Arolsen. Nach dem 1. Weltkrieg wurde das Fürstentum nach und nach in die preußische Provinz Hannover eingegliedert und verlor auch seinen Bestand als Gebietseinheit. Bei einer Kreisreform 1942 bekam das Land als Kreis noch einmal fast seine alten Grenzen, was bis zu einer weiteren Kreisgebietsreform so blieb. Erbprinz Josias, welcher im 1. Weltkrieg unter anderem in der Schlacht bei Gallipoli kämpfte und dafür mit dem Eisernen Halbmond ausgezeichnet wurde, bekleidete in der NS-Zeit ein höheres Amt in der SS und war deswegen bis 1950 in Haft.

Fürst Wittekind zu Waldeck und Pyrmont und Erbprinz Carl Anton, der seit 2018 geschäftsführender Vorsitzender der Fürstlichen Stiftung des Hauses Waldeck und Pyrmont ist. Der Nachfolger des 9. Fürsten ist seit einem Unfall 2011 querschnittsgelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen.

Chef des Hauses ist heute der 1936 geborene Fürst Wittekind zu Waldeck und Pyrmont, welcher sich lange ehrenamtlich um die deutsche Forstwirtschaft kümmerte, für die er lange hohe Ämter bekleidete. Erbprinz ist der 1991 geborene Carl-Anton.

L.R.

Königin Beatrix der Niederlande besuchte im Sommer 2008 Arolsen. Fürst Wittekind und Fürstin Cäcilia (Mitte) zu Waldeck und Pyrmont waren ihre Gastgeber. Zwischen den Herrscherfamilien bestehen enge Beziehungen, war doch Königin Emma, die Urgroßmutter von Beatrix, eine Prinzessin zu Waldeck und Pyrmont, die durch ihre Eheschließung mit König Wilhelm III. und der Geburt der nachmaligen Königin Wilhelmina verhinderte, daß ein Prinz aus dem Haus Sachsen-Weimar-Eisenach König der Niederlande wurde.

Spaniens König in weltweiten Konsulationen Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 234

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Spanischer König konsultiert andere Herrscherhäuser zu COVID-19

Das Königspaar hält sich per Videokonferenzen auf dem Laufenden, wie es um die Krankheitsbekämpfung in Spanien steht.

Der spanische König Felipe VI. hat eine Reihe an Konsultationen mit anderen Monarchen zur Corona-Pandemie durchgeführt. So sprach er unter anderem mit der britischen Königin Elisabeth II. und Kronprinz Charles, Kaiser Naruhito und dem marokkanischen König Mohammed VI. Auch mit Staatschefs von schwerer von Corona betroffenen Republiken wie den USA führte er Gespräche. Dabei ging es um die internationale Solidarität unter betroffenen Ländern. Es darf vermutet werden, daß der König sowohl versucht hat, für die aktuellen Nöte spanischer Krankenhäuser eine Lösung zu finden, als auch über Maßnahmen zur Linderung der zu erwartenden Wirtschaftskrise in der Zeit nach Corona zu diskutieren. Spanien ist von der Anzahl der Toten pro 100.000 Einwohner das am zweitschwersten von der Pandemie betroffene Land nach Belgien. Da die Sterblichkeit in den vergangenen Monaten ungewöhnlich hoch war und dies nicht alles von den offiziellen Zahlen zu den COVID-Toten abgedeckt wird, muß davon ausgegangen werden, daß diese Zahlen in Wirklichkeit noch viel höher sind. Die Zentralregierung hat in der Krise kein gutes Bild abgegeben, da noch Anfang März große Veranstaltungen wie Fußballspiele zugelassen waren und zu Demonstrationen zum Frauentag sogar von offizieller Stelle aufgerufen wurde. Es fehlt derzeit an Sanitätsmaterial und Schutzbekleidung und die spanischen Bundesländer versuchen mittlerweile selbst, Material zu besorgen. Die spanische Wirtschaft wiederum hatte sich nach der Finanzkrise von 2009 zwar auf niedrigem Niveau stabilisiert, jedoch ist das Land vom weltweiten Einbruch der Tourismusbranche besonders betroffen und die hohe Staatsverschuldung macht es schwierig, die Ökonomie mit staatlichen Investitionsprogrammen wiederzubeleben.

König Felipe bei einem seiner jüngsten Besuche bei den Polizeieinheiten des Landes.

Neben den Konsultationen anderer Staatsoberhäupter läßt sich der König auch ständig über die Situation in spanischen Krankenhäusern berichten, so besuchte er ein im Zuge der Krise eingerichtetes Feldkrankenhaus in Madrid und sprach per Videokonferenz mit der Führung verschiedener Krankenhäuser auf den Kanarischen Inseln.    L.R.

Thronfolgeregel im Commonwealth ist endgültig angenommen:

Separatisten scheitern gegen die Krone in Kanada

Die letzten Gefechte um die Änderung der britischen Thronfolgeregeln wurden jetzt in Kanada geschlagen. Bereits 2011 einigten sich die Premierminister der Staaten, die die Königin als ihr Staatsoberhaupt anerkennen, darauf, daß künftig das erstgeborene Kind unabhängig vom Geschlecht die Thronfolge antreten könne und Brüder nicht mehr vorrechtlich gegenüber ihren Schwestern behandelt werden. Australien nahm als letztes Land 2015 die Änderungen an, Kanadas Parlament verabschiedete sie schon 2013. Doch in Quebec nahmen Separatisten das Gesetzeswerk zum Anlaß, gegen die Krone, gegen den Änderungsprozeß und überhaupt gegen Kanada vorzugehen.

Alle kanadischen Münzen werden im Namen der Königin geschlagen: Deo Gratia Regina – Königin von Gottes Gnaden von Kanada.

Der Oberste Gerichtshof Kanadas hat am 23. April in Ottawa den Einspruch gegen die neuen Thronfolgeregelungen letztinstanzlich verworfen. Zuvor hatte bereits im Oktober 2019 der Oberste Gerichtshof von Quebec die Beschwerde der Juraprofessoren Patrick Taillon und Geneviève Motard abgewiesen. Die Professoren hatten argumentiert, die Thronfolgeregelung sei Bestandteil der kanadischen Verfassung und alle Änderungen der Verfassung müßten von jeder kanadischen Provinz parlamentarisch behandelt und per Einzelabstimmung angenommen werden. Natürlich hofften sie darauf, daß hier und da ein Provinzparlament sich der Neuerung widersetzen und so das ganze Gesetzeswerk in Gefahr bringen würde.

In Quebec hatte der oberste Richter Claude Bouchard geurteilt, die Person, die im Vereinigten Königreich König oder Königin werde, sei automatisch Monarch in Kanada, deshalb erfordere die Thronfolgeregelung keine Änderung der kanadischen Verfassung. Mit der Nichtannahme der Urteilsbeschwerde aus Quebec haben die obersten Richter nicht nur für das nordamerikanische Dominion endgültig Recht gesprochen, sondern für alle Commonwealth-Länder. H.S.

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Die vollständige 234. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 234

Inhalt der 234. Ausgabe:

    • Spanischer König konsultiert andere Herrscherhäuser zu COVID-19
    • Haus Hohenzollern: Der Vergleich zu Burg Rheinfels
    • Australien: Republikaner spielen die Religionskarte
    • Separatisten scheitern gegen die Krone in Kanada

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Die Großherzöge von Baden

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Das Großherzogtum Baden war flächenmäßig der viertgrößte Bundesstaat im Deutschen Reich mit circa einer Million Einwohner. Die Landesfarben waren gelb-rot-gelb. Im Bundesrat hatte das Land drei Stimmen, im Reichstag 14. Hauptwirtschaftszweige waren Landwirtschaft und Handel und später auch die Industrie, das Land galt zum Ende des Kaiserreichs hin allgemein als eines der reichsten deutschen Länder.

Die herrschende Dynastie kam aus dem Haus der Zähringer, deren Ahnherr Graf Berthold im 10. Jahrhundert gelebt hat. Interessanterweise war diese Dynastie mit dem erst 1806 aus einem territorialen Flickenteppich entstandenen Großherzogtum zunächst wenig verbunden. Die Geschichte der Zähringer beginnt zwar bei Freiburg, wo die Stammburg des Geschlechts stand, jedoch wurden die Zähringer im Laufe der Geschichte unter anderem auch mit Kärnten und Verona belehnt. Bis zum 15. Jahrhundert waren die Zähringer dann zwar wieder hauptsächlich im Badischen anzutreffen, jedoch war Baden keine abgeschlossene Gebietseinheit. Anders als die Nachbarn bekannten sich die badischen Herzöge nach der Reformation zum evangelischen Glauben und auch die Dynastie nahm diesen Glauben an.

Nach der dortigen Revolution suchten Badens Herzöge früh das Bündnis mit Frankreich, 1806 wurde das Land dann Großherzogtum und Mitgliedsstaat in Napoleons Rheinbund und bekam zahlreiche vormals kirchliche Gebiete zugesprochen. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig wechselte Baden jedoch die Seiten. Es wurden nach dem Sieg über Napoleon verschiedene, recht liberale Verfassungen verabschiedet, ab 1840 kam es jedoch zu einer konservativeren Politik und das Land war dann ein Brennpunkt der Revolution von 1848, der Großherzog mußte aus seinen Ländern fliehen und wurde erst durch die Intervention der preußischen Armee wieder eingesetzt. Aus dieser unrühmlichen Geschichte zogen Badens Herzöge offenbar Konsequenzen, denn fortan war Baden einer der liberalsten Staaten in Deutschland – so erlaubte das Land beispielsweise als eines der ersten die Zivilehe und laizistischen Schulunterricht und hatte eines der modernsten Wahlrechte in Deutschland.

Großherzog Friedrich I. und Großherzogin Luise von Baden anläßlich ihrer Goldenen Hochzeit.

1852 trat Großherzog Friedrich I. seine Herrschaft an, zunächst als Regent und ab 1856 als Großherzog. Im Jahr 1866 schloß sich Baden trotz der Preußenfreundlichkeit seines Monarchen Österreich an und mußte nach der Niederlage Reparationen zahlen sowie eine Militärkonvention mit Preußen schließen. 1870/71 zeichnete sich das badische Truppenkontingent bei Belfort aus, es war Goßherzog Friedrich I., der im Spiegelsaal von Versailles das erste Hoch auf den neuen Kaiser Wilhelm I. anstimmte. Im Kaiserreich profitierte das Land besonders von der Gründerzeit, Städte wie Mannheim bekommen Industrie und Zufahrtswege mit der Eisenbahn und auf dem Wasser werden ausgebaut. 1907 stirbt der langjährige Großherzog und Friedrich II., der das Land schon seit 1902 mitgeführt hatte, tritt seine Nachfolge an und setzt den liberalen Kurs seiner Vorgänger fort. Obwohl im Rang eines Generalobersten übte er im Weltkrieg aus gesundheitlichen Gründen keine Funktion aus. Die meisten Badner kämpften im Krieg im XIV. Armeekorps.

Nach der Niederlage mußte Großherzog Friedrich II. am 22. November abdanken. Der im Zusammenhang mit der Abdankung von Wilhelm II. bekannte Prinz Max von Baden war in der badischen Thronfolge eher weiter hinten, er war ein Enkel des Großherzogs Leopold, des Vaters von Großherzog Friedrich I. Dieser Prinz des Hauses Baden vereinigte eine Zeit lang die Hoffnung der liberalen Kräfte im Kaiserreich, lehnte er doch beispielsweise den uneingeschränkten U-Bootkrieg ab und widersprach der Obersten Heeresleitung von Hindenburg und Ludendorff. Als Regierungschef erwies er sich jedoch als zu schwach und planlos, um die Monarchie 1918 zu retten, obwohl dies durchaus der Wunsch vieler wichtiger Vertreter der Politik, namentlich Friedrich Ebert, gewesen wäre. Zudem war er in den entscheidenden Wochen auch schwerer erkrankt, vermutlich an der spanischen Grippe.

Gegenwärtiger Chef des Hauses ist seit 1963 der 1933 in Salem geborene Markgraf Maximilian von Baden. Er verwaltet das Familienvermögen und engagiert sich ehrenamtlich in vielen Verbänden, unter anderem beim Deutschen Roten Kreuz. L.R.

Die badische großherzogliche Familie im Kaisersaal des Klosters Salem: (v.l.) Erbprinzessin Stephanie, Erbprinz Bernhard, Markgräfin Valerie und Markgraf Max von Baden.

Die Fürsten zur Lippe

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Das Fürstentum Lippe zählte zu den kleinsten Ländern im Deutschen Reich. Die herrschende Dynastie war das Haus Lippe, deren Ahnherr Bernhard von der Lippe im 12. Jahrhundert herrschte. Im Jahr 1789 wird das Land Reichsfürstentum, 1815 tritt es dem Deutschen Bund und 1841 dem Zollverein bei. 1866 stand das Land an der Seite Preußens und lippische Soldaten wurden auch in Kampfhandlungen in Hessen verwickelt. Im Anschluß wurde Lippe zu Zeiten der Herrschaft Leopolds III. Teil des Norddeutschen Bundes und des Deutschen Kaiserreichs. Der konservative Fürst, der sich Zeit seiner Herrschaft gegen die Folgen der Revolution von 1848 stemmte, erlebte noch die Einweihung des Hermannsdenkmals durch Kaiser Wilhelm I. bevor er 1875 verstarb. Auf ihn folgte Fürst Woldemar von Lippe-Detmold, der die von seinem Vorgänger ausgesetzte Verfassung wieder einsetzte und den Einfluß des Adels schwächte. Gleichzeitig galt er als sehr sparsam und sanierte den Staatshaushalt.

Das Haus Lippe teilte sich schon im Mittelalter in verschiedene Linien. Es herrschten im Fürstentum wechselnd die Grafen von Lippe-Detmold oder diejenigen von Schaumburg-Lippe. 1895 starb jedoch Fürst Woldemar und sein ihm in der Thronfolge nachstehender Bruder Alexander konnte aufgrund einer Geisteskrankheit die Herrschaft im Fürstentum nicht antreten. Hierauf entstand ein Streit darüber, wer die Regentschaft übernehmen sollte. Kaiser Wilhelm II. favorisierte jemanden aus dem Haus Schaumburg-Lippe, da er die beiden Fürstentümer zusammenführen wollte. Der als Schiedsrichter eingesetzte König von Sachsen entschied jedoch für Graf Ernst von Lippe-Biesterfeld. Die Biesterfelder Seitenlinie hatte bislang nicht geherrscht. 1905 wurde sein Sohn als Leopold IV. schließlich zum legitimen Herrscher im Fürstentum ernannt. Er verbesserte die Infrastruktur und erhöhte das Steueraufkommen vor allem zu Ungunsten der reicheren Schichten.

Im Reichstag und im Bundesrat stellte das Land je einen Abgeordneten. Für die Wahl des Landesparlaments galt das Dreiklassenwahlrecht. Residenzstadt war Detmold, weitere wichtige Städte waren Lemgo und Salzuflen. 1910 hatte das Fürstentum rund 150.000 Einwohner. Wichtigster Wirtschaftszweig war die Landwirtschaft.

Armin Leopold Ernst Bruno Heinrich Willa August Prinz zur Lippe, so sein vollständiger Name, wird am 18. August 1924 als einziges gemeinsames Kind von Fürst Leopold IV. und seiner zweiten Ehefrau Anna, einer gebürtigen Prinzessin zu Ysenburg-Büdingen, in Detmold geboren. Er war einer der ersten Kriegsdienstverweigerer in der Bundesrepublik Deutschland und starb hochgeachtet am 20. August 2015.

Nach dem verlorenen 1. Weltkrieg dankte Leopold IV. am 12. November ab, wobei es ihm gelang, Teile des Familienbesitzes zu sichern. Aufgrund Verwicklungen seines erstgeborenen Sohnes Ernst Leopold mit dem nationalsozialistischen Regime wurde dieser aus der Erbolge ausgeschlossen und sie ging auf seinen Halbbruder Armin über, welcher 2015 verstarb. Chef des Hauses ist heute der 1959 geborene Stephan Prinz zur Lippe, welcher sich als Rechtsanwalt und Steuerberater verdingt und sich politisch in der FDP engagiert. Das Land Lippe bleibt in der Weimarer Republik unabhängiger Freistaat. 1947 wurde Lippe in das künstlich geschaffene Bundesland Nordrhein-Westfalen eingegliedert.
L.R.

Pest-Quarantänemaßnahmen in Preußen Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 233

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Die Pest in Preußen

Zwischen den Jahren 1709 und 1711 tobte die schwarze Pest letztmalig in Preußen. Pestausbrüche hatte es dort vorher schon gegeben, jedoch war dieser der schlimmste und wurde zusätzlich dadurch verstärkt, daß die Bevölkerung durch Mißernten und extrem kalte Winter in den vorangegangenen Jahren geschwächt war. Während der Krise wurden vor allem Einreisebeschränkungen erlassen, die Menschen aus dem benachbarten Polen, wo die Pest noch schlimmer wütete, am Übertreten der Grenze hindern sollten. Es wurden auch Quarantänemaßnahmen verhängt und Städte wie etwa Königsberg abgeriegelt. Das alles war jedoch vergeblich und am Ende starb geschätzt mehr als ein Drittel der Bevölkerung, viele flüchteten in Wälder und ganze Ortschaften waren menschenleer. Dies geschah noch während der letzten Jahre des ersten preußischen Königs, Friedrichs I., auch wenn der Kronprinz, der spätere Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I., bereits teilweise die Regentschaft ausübte. Unter König Friedrich lief der Wiederaufbau trotzdem schleppend. In den letzten Zügen der Pest wurden zwar Neusiedler angeworben und die angestammte Bevölkerung wurde aufgefordert, sich wieder in ihre Häuser zu begeben. Die Epidemie war allerdings noch nicht vorbei und viele dieser Menschen fielen ihr dann doch noch zum Opfer. Als Friedrich I. 1713 starb, nahm sich der Soldatenkönig des Themas persönlich an. Anders als Friedrich I. besuchte er noch im ersten Jahr seiner Herrschaft 1713 Ostpreußen und weilte eine Zeit in Insterburg, um den Wiederaufbau persönlich anzuleiten, verwüstete Güter wieder in Betrieb zu nehmen und den Handel zu fördern.

König Friedrich Wilhelm I. repeuplierte die devastierten Gebiete Preußens auch mit Flüchtlingen.

Dies war die Politik des sogenannten „Rétablissements“. Es wurde auch versucht, den Bevölkerungsschwund durch Neuansiedlungen von aus anderen Ländern wie zum Beispiel Österreich geflohenen Protestanten zu begegnen. Für Ostpreußen folgte eine Blütezeit wirtschaftlichen Wachstums und Friedens unter jenem König, der die Soldaten liebte, aber den Krieg haßte, und der oft in Ostpreußen war. Sein Nachfolger Friedrich der Große nahm sich zunächst auch seiner östlichsten Provinz an. Nachdem die ostpreußischen Stände im siebenjährigen Krieg jedoch der russischen Zarin gehuldigt hatten, besuchte er die Provinz nie wieder und behandelte sie stiefmütterlich. Eine neuerliche Aufmerksamkeit wurde ihr erst unter Friedrich Wilhelm III. zuteil, der nach der Niederlage gegen Napoleon eine Zeit lang dort residierte. L.R.

Dänemark übt Ständchen zum 80. Geburtstag der Königin ein

Königin Margrethe II. von Dänemark feiert am 16. April ihren 80. Geburtstag. Aufgrund der aktuellen Gesundheitslage hat sie alle öffentlichen Feiern abgesagt, aber die Dänen wären nicht die als besonders königstreu bekannten Untertanen, wenn sie nicht ihrer Königin ihre Reverenz erwiesen: In die speziell zum Königinnengeburtstag gegründete Facebookgruppe „Denmark sings for the Queen!“ haben sich 165.000 Mitglieder eingeschrieben und sie proben für Samstag, den 21. April einen dänemarkweiten Chor. Jeder für sich zuhause kann das Loblied auf die Königin anstimmen. H.S.
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Die vollständige 233. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 233

Inhalt der 233. Ausgabe:

    • Die Pest in Preußen
    • Der Papst erklärt seine Titel zu historischen Relikten
    • Islamische Republik beharrt auf offenen religiösen Stätten
    • Mit königlicher Ermutigung durch die Corona-Krise

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    Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an die corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.

Die Monarchen der Welt im Umgang mit Covid-19

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Erzherzog Ferdinand Zvonimir von Österreich leistet im Bundesheer seinen Wehrdienst und ist dort im Kampf gegen COVID-19 eingesetzt, wie seine Mutter twitterte.

Karl von Habsburg, Albert von Monaco sowie drei brasilianische Prinzen sind erkrankt. Todesopfer gab es bislang unter den gekrönten Häuptern dieser Erde nicht, und wie bei den meisten Menschen, die noch nicht in hohem Alter sind oder eine schwierige medizinische Vorgeschichte haben, scheint der Krankheitsverlauf bei den Betroffenen weniger schlimm zu sein. In der Stunde, in denen die Bürger in Sorge sind und gleichzeitig große Einschränkungen ihrer Freiheitsrechte hinnehmen müssen, sind die Monarchen aber vor allem in ihrer Rolle als Staatschef und Symbol ihrer Nation gefragt.

Die Monarchen der arabischen Welt greifen dabei hart durch: in Marokko, Jordanien und Saudi-Arabien, wo die Könige die exekutive Gewalt selbst in den Händen halten, wurde bei einer geringen Fallzahl fast das gesamte gesellschaftliche und auch religiöse Leben stillgelegt. Bislang scheint diese Strategie zu funktionieren und das Gesundheitssystem, welches in diesen Ländern nicht besonders entwickelt ist, wurde bislang nicht überlastet. In den europäischen Ländern, wo das Kind schon in den Brunnen gefallen war, bevor ernsthafte Maßnahmen ergriffen wurden, wandten sich die Staatsoberhäupter in den parlamentarischen Monarchien zumeist per Fernsehansprache an ihr Volk, so zum Beispiel Felipe VI. im schwer getroffenen Spanien, König Philippe von Belgien und König Harald V. von Norwegen.

Fast 15 Millionen Spanier schalteten vor einer Woche ihre Fernsehapparate ein, um die Ansprache ihres Königs zu verfolgen. Die Einschaltquote lag bei 70 Prozent.

Auch König Willem Alexander der Niederlande und Großherzog Henri von Luxemburg wandten sich in Fernsehansprachen an die Bevölkerung, um sie zum Mitmachen bei den strikten neuen Regeln gegen die Krankheit zu ermutigen. Von Königin Elizabeth II. von Großbritannien wird erwartet, daß sie sich demnächst ans Volk wenden wird. Sonderansprachen gab es in ihrer 68-jährigen Regierungszeit bisher nur drei Mal.

Die verhängten Maßnahmen zur Beschränkung des Virus scheinen in den Monarchien auf Akzeptanz und Zustimmung zu treffen, Berichte über „Coronapartys“ sind selten. Europas Könige versuchen außerdem mit gutem Beispiel voranzugehen, vermeiden öffentliche Veranstaltungen und begeben sich selbst in Quarantäne, wie zum Beispiel in Norwegen. Auch die Prätendenten in den Republiken wandten sich an ihre Völker, so etwa Alexander von Serbien oder Dom Duarte in Portugal.

Das Haus Preußen schließt die Burg Hohenzollern für den Publikumsverkehr bis Mitte April und sagt auch Benefizveransanstaltungen ab. Die eigene Biermarke will man aber weiter vertreiben.

In Japan wurden besondere Maßnahmen ergriffen, um den Tenno zu schützen. Dasselbe gilt für die hochbetagten Monarchen Großbritanniens, an derer statt Prinz William in der Krise mehr öffentliche Auftritte wahrnimmt. Kronprinzessin Margareta von Rumänien, die am 26. März ihren 71. Geburtstag feiert, richtete derweil auf Schloß Peleŝ ein Sanatorium für 53 Erkrankte ein. Kronprinz Reza von Iran verurteilte das Ayatollah-Regime, welches kaum Maßnahmen ergriffen hat, um die Pandemie einzudämmen, was dazu führt, daß der Iran allein nach den offiziellen Zahlen unter den am meisten betroffenen Ländern ist.

Im königlichen Palast in Stockholm versammelte König Carl XVI. Gustaf die für das schwedische Gesundheitswesen Verantwortlichen zu Beratungen.

In Dänemark sagte Königin Margrethe II. alle Feiern anläßlich ihres 80. Geburtstags am 10. April ab. Gleichzeitig wurde bekannt, daß aus der Privatschatulle der Königin und des Kronprinzenpaars 750.000 dänische Kronen (etwa 100.000 €) ans dänische Rote Kreuz zur Bekämpfung der Pandemie überwiesen wurden.

Eine Hilfsaktion in kleinerem Rahmen haben die Kinder des belgischen Königspaars gestartet. Kronprinzessin Elisabeth, Prinz Gabriel, Prinz Emmanuel und Prinzessin Eléonore haben (die berühmten belgischen) Waffeln gebacken und sie den Bewohnern zweier Altersheime in Brüssel gebracht.

Königskinder und ihre belgischen Waffeln.

Nach der Epidemie kommt dann die Wirtschaftskrise, denn der fast komplette Stillstand des Lebens hat seinen Preis und die Weltwirtschaft wird in diesem Jahr deutlich schrumpfen. Einige Königshäuser haben daher bereits Fonds zur Unterstützung von in Not geratene Unternehmen eingerichtet. Andere machten zumindest Mut, im dem sie versprachen, daß der wirtschaftliche Abschwung durch staatliche Hilfen abgefangen werden wird.

L.R.

Auch der französische Kronprätendent, Prinz Jean, Graf von Paris, wandte sich mit einer Botschaft an seine Landsleute.

Bescheidene Feier für eine große Frau

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Am Fenster in Schloß Altshausen im württembergischen Oberland.

Der Coronaviruskrise ist es geschuldet, daß der heutige 80. Geburtstag Ihrer Königlichen Hoheit Herzogin Diane von Württemberg nur in allerkleinstem Rahmen begangen wird. Mit ihrem Mann, Seiner Königlichen Hoheit Herzog Carl von Württemberg, wird sie auf Schloß Altshausen feiern. Im Gegensatz zu den wichtigen Geburtstagen zuvor, hat die Öffentlichkeit keine Gelegenheit, der Herzogin im Schloßgarten zu gratulieren.

Weil die französische Republik die Mitglieder der ehemaligen Herrscherhäuser seit 1886 ins Exil zwang, wurde Diane Françoise Maria da Gloria d’Orléans, Prinzessin von Frankreich, am Ostersonntag 24. März 1940 in der brasilianischen Kaiserresidenzstadt Petrópolis als 6. Kind des Grafen und der Gräfin von Paris, einer Prinzessin aus der brasilianischen Kaiserfamilie Orléans-Bragança, geboren. Das Exilleben mußte die Familie bis zur Aufhebung der Exilgesetze am 24. Juni 1950 fortsetzen. Und so wuchs die junge Prinzessin in Marokko, Spanien und Portugal auf, erst mit zehn durfte sie nach Frankreich einreisen. 1960 kehrte sie dem Land schon wieder den Rücken, um den Erben des Hauses Württemberg, Herzog Carl, zu heiraten. Von mondänen Orten am Mittelmeer ins eher beschauliche Altshausen und Friedrichshafen am Bodensee.

In Süddeutschland kamen auch die Kinder des Paars zur Welt: Herzog Friedrich (1961-2018), Herzogin Mathilde (1962), Herzog Eberhard (1963), Herzog Philipp (1964), Herzog Michael (1965) und Herzogin Fleur (1977). Inzwischen ist sie sechzehnfache Großmutter und ihre Enkelin Herzogin Sophie von Württemberg, Tochter Herzog Philipps, ist die erste, die vorletztes Jahr geheiratet hat: Graf Maximilien d’Andigné.

Von Herzogin Diane geschaffene Skulptur im Schloßgarten von Altshausen

Herzogin Diane genießt hohe Anerkennung für ihre künstlerische und soziale Arbeit, die beide zusammenfließen, weil sie viele ihrer Werke zugunsten ihrer Stiftungen versteigert. Ihre Kreationen sind in zahlreichen Ausstellungen in der ganzen Welt gezeigt worden. Dokumentiert ist ihr Künstlerleben auch in Büchern, zum Beispiel in:

  • I.K.H. Diane Herzogin von Württemberg, Prinzessin von Frankreich; Diane Herzogin von Württemberg, Roger Orlik ; Sp-Verlag (2002) ISBN 3-9807873-0-3
  • Kunsthandwerk, Gemälde, Skulpturen ; Diane von Württemberg; Ulm : Süddt. Verl.-Ges., 1991. ISBN 3-88294-165-0

Als Gründerin zweier Stiftungen, der deutschen Herzogin Diane von Württemberg, Prinzessin von Frankreich-Stiftung für Jugendpflege und Denkmalschutz (1979) sowie der französischen Stiftung Les Enfants de la Vie (1989), gewidmet Projekten für Kinder in den Elendsvierteln der Dritten Welt, zeigt sie ihr humanitäres Engagement. Dafür erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem:

Der Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg wurde Herzogin Diane vom baden-württembergischen Ministerpräsidenten Stefan Mappus im Rittersaal des Mannheimer Schlosses verliehen.

Überschattet wurde ihr Leben in den letzten Jahren durch den Unfalltod ihres ältesten Sohns und Erben, Herzog Friedrich von Württemberg. Ihr gesundheitlich angeschlagener Ehemann, Herzog Carl, hat sich im Januar 2020 aus dem aktuellen Tagesgeschäft des Hauses zurückgezogen und Sohn Herzog Michael zu Jahresbeginn in die Direktion der Hofkammer berufen. Herzog Michael leitet die Hofkammer – die Verwaltung des Hauses Württemberg – in den kommenden Jahren gemeinsam mit deren Präsident Henrik Lingenhölin. Offizielles Oberhaupt des Hauses Württemberg bleibt jedoch Herzog Carl. Als seinen Nachfolger hatte er bereits im vergangenen Sommer seinen Enkel, Herzog Wilhelm (25), bestimmt.

Für ihr Leben sei der dynamischen und herzlichen (de jure) First Lady von Württemberg an ihrem 80. Geburtstag ein tiefempfundener Dank ausgesprochen. Corona wünscht Ihrer Königlichen Hoheit noch viele gesunde und aktive Jahre!