Ansprache des Königs der Belgier zum Nationalfeiertag

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Die königliche Familie während des Te Deums am 21. Juli 2016.

Die königliche Familie während des Te Deums am 21. Juli 2016.

Seine Majestät König Philippe I. der Belgier wandte sich am heutigen Nationalfeiertag Belgiens an seine deutschsprachigen Untertanen:


Der Nationalfeiertag wird begangen am 185. Jahrestag der Eidesleistung von König Leopold I., des Begründers der belgischen Dynastie.

Königlicher Palast Brüssel, 20. Juli 2016

Meine Damen und Herren,

seit Anfang des Jahres haben wir zusammen schwere Prüfungen durchgestanden. Die Attentate, die uns so hart getroffen haben, hinterlassen bei uns ein Gefühl der Unsicherheit. Die Krisen an den Grenzen Europas und ihre Auswirkungen auf unsere Länder haben ein Klima der Instabilität und Ungewissheit geschaffen. Dazu kommt die Unruhe innerhalb der Europäischen Union infolge des britischen Referendums.

Alle diese Ereignisse offenbaren Brüche innerhalb unserer Gesellschaften. Zwischen reich und arm. Jung und alt. Zwischen denen, die Zugang, und denen, die keinen Zugang zu Information und Wissen haben. Zwischen denen, die sich zu Hause fühlen, und denen, die auf der Suche nach einem Zuhause sind. Zwischen denen, die Initiative ergreifen, und denen, die an dem festhalten, was sie haben. Wir müssen vermeiden, daß falsche Propheten, die mit den Gefühlen spielen, diese Brüche und Schwächen ausnutzen. Indem sie Sündenböcke ausmachen, vertiefen sie nur noch die Gräben zwischen Religionen, Völkern und letztlich auch zwischen uns allen.

In diesem Kontext will ich Sie ermutigen, alles das zu stärken, was zum Zusammenhalt und zur Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft beiträgt. Hierfür verfügen wir über starke Eigenschaften.

Zunächst einmal haben wir eine lange Tradition der Offenheit und des Engagements. Die Suche nach Einheit in der Verschiedenheit ist die Antriebsfeder für die Mehrheit der Menschen in unserem Land. Wir haben eine Kultur der Konzertation und Einbeziehung des Bürgers bei der Entscheidungsbildung. Wir haben ein ausgeprägtes Vereinswesen und eine starke Zivilgesellschaft, die sich schon oft bewährt haben. Sie, die Motoren und treibenden Kräfte in Vereinen, Sie, die dabei mithelfen, Ihr Stadtviertel wieder lebendiger zu machen oder gesellige öffentliche Plätze zu schaffen, Sie, die denjenigen die Hand reichen, die sich benachteiligt fühlen oder entmutigt sind, Sie alle sind die wahren Erben dieser Tradition. Die Königin und ich erleben täglich Ihr vorzügliches berufliches oder freiwilliges Engagement in unserem Land.

Bei der Jugend sind es das Gefühl der Verbundenheit und das Bedürfnis nach aktiver Beteiligung, die sich auf neue und kreative Weise äussern. Für immer mehr von Euch, jungen Menschen, kommt das Zusammensein vor dem materiellen Komfort. Ihr strebt danach, zu etwas Größerem beizutragen.

Ihr habt gelernt, für andere Menschen offen zu sein, und andere Länder und Kulturen zu entdecken. Ihr wißt, daß dies zum Austausch von Ideen, zu Kreativität und Innovation, zu kultureller Bereicherung und persönlicher Entfaltung führt. Die Plattformen, auf denen Ihr Euch zusammenfindet, zeigen nicht nur den Wunsch, Erfahrungen miteinander zu teilen, sondern sind auch Ausdruck einer neuen Bestimmung des Allgemeinwohls. Auf denselben Geist treffen wir auch in den vielen Start-ups und sozialen Unternehmen, die überall in unserem Land entstehen. Und Euch, den jungen Menschen, die noch auf der Suche nach einem Neuanfang oder nach Arbeit sind, wollen wir helfen, die Energie, die in Euch steckt, zu aktivieren.

Schließlich verfügen wir über eine dritte wichtige Eigenschaft: Mut. Der Mut, den ich meine, ist weit mehr als Kühnheit. Mut überwindet Prüfungen, indem er sich auf das Schöne und Große stützt. Er ist Ausdruck einer inneren Stärke, die dem Komfort des Defätismus widersagt. Erst vor kurzem, nach den Terroranschlägen vom 22. März, sind die Königin und ich wieder Zeuge dieses Mutes geworden. Sie, die Verletzten und betroffenen Angehörigen, haben auf diese schwere Prüfung mit unendlicher Würde reagiert. Und Sie, die Mitglieder der Sicherheits- und Einsatzdienste, haben mit außerordentlicher Hingabe gehandelt. Dieser Mut ist uns Vorbild. Er läßt uns das Vertrauen bewahren – in uns selbst, in die anderen, in die Institutionen – auch wenn Krisen aufeinander folgen und unsere Sicherheiten ins Wanken bringen.

Den gleichen Elan braucht heute auch das europäische Projekt. Es ist kein Zufall, daß die meisten Befürworter für den Verbleib Grossbritanniens in der Europäischen Union bei den jungen Briten zu finden sind. Sie haben sich nicht verwirren lassen von dem falschen Dilemma zwischen Europäischer Union und Mitgliedsstaaten. Beide ergänzen sich gegenseitig. Und unsere Union ist jetzt notwendiger denn je. Auch hier brauchen wir Mut, um sie zu verteidigen und weiter zu verbessern.

Meine Damen und Herren,

erkennen wir unsere Stärken.  Bündeln wir unsere Kräfte, in Belgien und in Europa.  Haben wir Vertrauen in die Zukunft.  Die Königin und ich wünschen Ihnen einen schönen Nationalfeiertag.

Nach dem Te Deum in der Brüsseler Kathedrale Saint-Michel et Gudule sprachen der König, Kronprinzessin Elisabeth (r.) und Prinz Gabriel mit der Bevölkerung.

Nach dem Te Deum in der Brüsseler Kathedrale Saint-Michel et Gudule sprachen der König, die Thronfolgerin Prinzessin Elisabeth (r.), Herzogin von Brabant, und Prinz Gabriel mit der Bevölkerung.

Vor 65 Jahren starb der deutsche Kronprinz Wilhelm

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Der Reichskanzler und Außenminister der Weimarer Republik Gustav Stresemann sagte vom deutschen Kronprinzen Wilhelm: „Ich sage Ihnen, daß vielleicht von keinem anderen Manne in ähnlicher Stellung die Welt ein verzerrteres Bild bekommen hat als von ihm. Die Geschichte lehrt, daß man niemals einen künftigen Herrscher nach seiner Kronprinzenzeit beurteilen darf.

Der Repräsentant der US-amerikanischen Hearst-Presse, Karl von Wiegand, schwärmte: „Unter allen hochgestellten Persönlichkeiten, denen ich bisher in Deutschland begegnet bin, ist er einer der modernsten Denker.“

In die Schlagzeilen geriet der deutsche Kronprinz, der heute vor 65 Jahren starb, wieder 2014, als die rot-rote Landesregierung Brandenburgs eine Entschädigung des Hauses Hohenzollern für die Enteignung von Gütern in der damaligen sowjetischen Besatzungszone mit Hinweis auf die Rolle des Kronprinzen bei der Machtergreifung der Nationalsozialisten ablehnte. Bislang half nichts gegen dieses politische Urteil, auch nicht das Gutachten des australisch-britischen Historikers Christopher Clark, der angab, Wilhelm habe dem Nationalsozialismus „keinen erheblichen Vorschub“ geleistet. Er sei für das NS-System schlicht irrelevant gewesen und habe mit seinem Handeln keinen Einfluß auf das Regime gehabt.

Am 6. Mai 1882 kam Prinz Friedrich Wilhelm Victor August Ernst von Preußen als ältester Sohn des späteren Kaiser Wilhelms II.  in Potsdam zur Welt. Die Ausbildung des künftigen Monarchen verlief im Stil der Zeit: An seinem 18. Geburtstag erhielt er das Offizierspatent. 1900 wurde er bei der Zweiten Kompanie des Ersten Garde-Regiments Leutnant und Zugführer. Von 1901 bis 1903 studierte er Staats- und Verwaltungsrechts in Bonn, wo auch schon sein Vater die Universität besucht hatte.

Unser Kronprinzenpaar

Unser Kronprinzenpaar

Danach kehrte Kronprinz Wilhelm nach Potsdam zurück und erhielt das Kommando der Zweiten Kompanie des Ersten Garde-Regiments. An seinem 23. Geburtstag heiratete er 1905 Herzogin Cecilie von Mecklenburg-Schwerin. Aus der Ehe sollten bis 1917 vier Söhne und zwei Töchter hervorgehen.

Nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs übertrug ihm sein Vater das Oberkommando der 5. Armee, die in der Marneschlacht den äußersten ersten Flügel bildete. Als General der Infanterie stand Kronprinz Wilhelm an der Spitze der Heeresgruppe „Deutscher Kronprinz“ im Raum Verdun.

In den turbulenten Novembertagen von 1918 folgte er seinem Vater in die Niederlande. Nach der Abdankungserklärung des Kaisers am 28. November 1918 unterschrieb der Kronprinz am 1. Januar 1919 eine Verzichtserklärung auf seine Rechte an der preußischen und deutschen Krone.

Kronprinz Wilhelm beim Stahlhelm 1933, bevor dieser 1935 verboten wurde.

Kronprinz Wilhelm beim Stahlhelm 1933, bevor dieser 1935 verboten wurde.

Aufgrund der Bemühungen seines Freundes Gustav Stresemann konnte Kronprinz Wilhelm 1923 nach Deutschland zurückkehren. Er lebte, zunächst ohne politisch hervorzutreten, in Oels (Schlesien) und Potsdam und pflegte engen Kontakt zu Reichspräsident von Hindenburg und Generalmajor Kurt von Schleicher. 1941 nahm er lose Verbindungen zum Widerstandskreis um den preußischen Finanzminister Johannes Popitz auf, der monarchistische Restaurationspläne hegte, allerdings war er weniger als sein Sohn Prinz Louis Ferdinand in die Pläne vom 20. Juli 1944 eingeweiht und riet ihm vielmehr, „sich nicht auf solche Dinge einzulassen“. 1945 nahmen in Österreich einmarschierende französische Truppen den Kronprinzen fest und brachten ihn nach Lindau in französische Kriegsgefangenschaft. Im Oktober 1945 wurde er aus der französischen Gefangenschaft entlassen und lebte die letzten Jahre in einem Einfamilienhaus in der Fürstenstraße 16 in Hechingen zur Miete.

Kronprinz Wilhelm nach dem 2. Weltkrieg mit der Burg Hohenzollern im Blick.

Kronprinz Wilhelm nach dem 2. Weltkrieg mit der Burg Hohenzollern im Blick.

Kronprinz Wilhelm aufgebahrt.

Kronprinz Wilhelm aufgebahrt.

Zu seinem Tod 1951 schreibt Prinz Louis Ferdinand von Preußen in seinem Buch Die Geschichte meines Lebens: „Am 20. Juli um sechs Uhr morgens erschreckte uns ein Telephonanruf. Am Apparat meldete sich Graf Hardenberg, der Generalbevollmächtigte meines Vaters: „Ich habe die traurige Pflicht, Ihnen mitzuteilen, daß der Kronprinz heute nacht um drei Uhr an einer neuen Herzattacke gestorben ist.“ Meine Gedanken kreisten traurig um die letzten Lebensjahre meines Vaters. Ich glaube, daß der Kronprinz an gebrochenem Herzen gestorben ist. Er hatte nicht nur den Thron eingebüßt, für den er ausersehen war, er mußte auch zweimal in seinem Leben den Zusammenbruch Deutschlands sehen; er hatte zwei Söhne verloren und war selbst mit wenigen Dingen, die er aus dem allgemeinen Chaos gerettet hatte, in dem kleinen Haus in Hechingen gestrandet.

Als letzte Ruhestätte hatte sich der Kronprinz einen Platz in dem kleinen Garten auf der Michaels-Bastei [auf der Burg Hohenzollern] erwählt, von wo man über die weite Landschaft von Schwaben bis zu den Alpen und zum Schwarzwald blicken kann. Als wir ihn hier zur letzten Ruhe betteten, war mit den zahllosen Trauergästen von überallher unsichtbar, doch spürbar eine andere Trauergemeinde anwesend: das deutsche Volk. Die Genugtuung und Anerkennung, die meinem Vater im Leben vorenthalten war, wurde ihm im Tode zuteil. Die Menschen fühlten plötzlich, daß ein großer und edler Mann, vielleicht der letzte Edle, für immer aus ihrer Mitte gegangen war.“

Was wäre gewesen, wenn?

In Gedankenspielen wird immer überlegt, was wäre gewesen, wenn …? Und so soll hier auf zwei Szenarien verwiesen werden, die das Leben des Kronprinzen – und Deutschlands – entscheidend verändert hätten, wären sie wahr geworden . Das erste stand im Mai 2014 im Nachgang der Entschädigungsfrage für die Hohenzollern auf der Diskussionsseite der Wochenzeitung Freitag:

Der nächste interessante Punkt wäre dann, wie die Geschichte verlaufen wäre, wenn Hindenburgh und seine Entourage, als sie sich zum Jahreswechsel 1932/33 dafür entschieden, die Demokratie in Deutschland als endgültig gescheitert anzusehen, sich nicht für die Nazioption sondern für die Hohenzollernoption entschieden und den Kronprinzen in der Art von Ungarns Horthy als „Reichsverweser“ installiert hätten.

Noch viel unbekannter als die Reichsverweserthese ist ein Plan, der ausgerechnet im Neuen Deutschland, also keiner monarchistischen Postille, abgedruckt wurde:

Es gab jedoch noch einen weiteren Prätendenten, der umstürzlerische Pläne verfolgte, und das war der umtriebige politische Berater Ludendorffs im Weltkrieg: Oberst Max Bauer. Er verhandelte im Sommer 1919 mit Karl Radek, dem für Deutschland zuständigen Sekretär des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale über die Errichtung einer von Offizieren und Arbeitern getragenen »Diktatur der Arbeit«. Mit seinen nationalbolschewistischen Plänen blieb der Oberst jedoch isoliert. Das hinderte ihn nicht, im Februar/März 1920 Kontakt mit Moskau zu suchen und den Abschluss einer »Wirtschafts- und Militärkonvention« vorzuschlagen, die auf die »Wiederherstellung der Grenzen vom Juli 1914«, d. h. auf die Zerschlagung Polens abzielte. Das klingt unwahrscheinlich, ist jedoch ebenso dokumentarisch belegt wie ein Brief Kapps nach seinem gescheiterten Putsch aus dem schwedischen Exil an den Großindustriellen Hugo Stinnes, dass er bereit sei, seinen Wohnsitz für dauernd nach Russland zu verlegen, um an der »politischen und wirtschaftlichen Annäherung zwischen Deutschland und Russland positiv mitzuwirken«.

Der vigilante Oberst Bauer hatte noch einen weiteren Pfeil im Köcher. Seit dem 19. November 1919 … betrieb er die »nationale Sammelkandidatur« des kaiserlichen Feldmarschalls für die im Frühjahr 1920 fälligen Reichspräsidentenwahlen. Hindenburg sollte hierbei als »Ersatzkaiser« fungieren, schrittweise die Weimarer Verfassung aushöhlen und zu gegebener Zeit Kronprinz Wilhelm Platz machen. Bauer schwebte eine Monarchie nach »britischem Muster«vor. Der Hohenzollernprinz ließ jedoch Bauer wissen, dass er die »Bemühungen, die Monarchie mit Gewalt wiederherzustellen, für verfehlt« halte. Damit war diesem Plan vorerst jede reale Grundlage entzogen. Das Projekt eines »legalen Staatsstreiches« scheiterte ebenfalls. Die Regierungsparteien vertagten einfach die fälligen Reichspräsidentenwahlen, weil sie fürchteten, Friedrich Ebert habe Hindenburg gegenüber keine Chance. Die Rechtsparteien lärmten daraufhin von Verfassungsbruch, während die »Rote Fahne« als einzige vor einem »bonapartistischen Putsch der Ludendorffer« warnte. 

 

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 168

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Kiel bereitet sich auf das hundertjährige Meuterertum vor

Sie hatten es von allen deutschen Soldaten am besten: die Matrosen der kaiserlichen Marine. Daß gerade sie meuterten, während andere unendlich viel mehr Grund dazu hatten, ist psychologisch verständlich, denn durch die Untätigkeit gab es mehr Zeit, um über die eigene Situation nachzudenken und auch, um Angst zu empfinden. Der Befehl, kurz vor Kriegsende noch einmal, um der vermeintlichen Ehre Willen, auszulaufen und die englische Marine in einem letzten Gefecht zu stellen, war außerdem eine kolossale Idiotie. Dennoch sind es gerade die für Deutschland so tragischen Folgen, die den Novemberaufstand von denen, die vergleichsweise wenig auszustehen hatten, so verdammenswert machen. Daß die offiziöse bundesrepublikanische Geschichtsschreibung das so sieht und begehen wird, ist ganz und gar nicht zu erwarten. Vielmehr steht zu befürchten, daß die Handlung der Matrosen, die oftmals aus Angst um das eigene Leben handelten, im Rahmen bundesrepublikanischer Geschichtsklitterung verklärt wird. Verklärt werden dürfte auch der Sturz der Monarchie und die Ausrufung der Republik von Weimar, die, das sollten Republikaner nie vergessen, mit einem demokratisch gewählten Reichskanzler Adolf Hitler 1933 ihr Ende fand.

Revolutionsromantik - nach dem Erfolg lassen sich die Recken für die Nachwelt ablichten.

Revolutionsromantik – nach dem Erfolg ließen sich die Meuterer für die Nachwelt ablichten.

Vorbereitungen für ein offizielles Gedenken werden in der Stadt Kiel schon heute getroffen. Ohne das, was in Kiel passiert ist, hätte es vieles andere, was dem nachfolgte, nicht geben können”, sagt Wolfgang Röttgers, Kulturdezernent der Stadt Kiel. Es ist zu befürchten, daß er damit nicht den Nationalsozialismus meint, sondern Demokratie, die im Deutschen Kaiserreich mit seinem allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrecht nicht weniger verwirklicht war, als in der Republik von Weimar mit seinen auf der Grundlage von Notverordnungen regierenden autokratischen Präsidenten.

Die Meuterer zerstörten einen Staat, der funktionierte, um ein Gebilde einzusetzen, das während seines gesamten Bestehens nie auch nur ansatzweise ein bißchen dasselbe von sich sagen konnte. Deutschlands Monarchisten sollten sich den Planungen der Stadt Kiel, die Deserteure als Speerspitze einer freiheitlich-demokratischen Ordnung hinzustellen, wo in Wirklichkeit nur etwas Gutes zerstört wurde, entgegenstellen. Wo man dies tun kann, sagt die Stadt Kiel selbst. Unter matrosenaufstand@kiel.de kann man seine Meinung über die Desertion der Matrosen kundtun. L.R.

Nachtrag:

Nicht alle Angehörige der kaiserlichen Marine liefen roten Fahnen hinterher. Ein kaisertreuer Offizier gab seine Sichtweise zu Protokoll. Hier ist der Augenzeugenbericht von Kapitänleutnant Wittmer zum Verrat der Matrosen in Kiel

Rumänische Königsfamilie steht vor der legalen Anerkennung

Die rumänische Regierung veröffentlichte am 23. Juni einen Gesetzestext, der bei seiner Verabschiedung im Herbst dem rumänischen Königshaus einen offiziellen Status geben wird. Das Gesetz wird den Aktivitäten der Angehörigen der Königsfamilie seit den Sturz des Kommunismus 1989  und besonders seit der Rückkehr König Michaels nach Rumänien 1997 und seiner Hilfe beim Beitritt Rumäniens zur NATO und zur EU Anerkennung zollen.

Das rumänische Gesetz zeigt Ähnlichkeiten zu einem Gesetz in Montenegro über den Status der Nachkommen der Petrović Njegoš Familie. Doch es weist auch Unterschiede auf. Während in Montenegro als Grundlage der königlichen Aktivitäten eine königliche Stiftung ins Leben gerufen wurde, existiert in Rumänien schon seit 1990 eine Stiftung, die von Kronprinzessin Margareta gegründet wurde. Montenegro verlangt von den Angehörigen der Königsfamilie auch, daß sie sich dem republikanischen Regime unterwerfen. In Rumänien hingegen wird das neue Gesetz der Königsfamilie uneingeschränkte Autonomie gewähren. Das Königshaus hat eigene Statuten (Hausgesetze), die vom Familienoberhaupt, das vom Parlament als solches anerkannt ist, erlassen und vom Staatsanzeiger veröffentlicht werden, womit sie Rechtskraft erhalten.

Vaterland und Schicksal

Vaterland und Schicksal, Die Kronprinzessin von Rumänien

Das neue Gesetz wird vom Präsidenten, der Regierung, den Vorsitzenden der meisten Parteien und dem Königshaus unterstützt. Die Königsfamilie begrüßt das Gesetz, weil es seit dem kommunistischen Staatsstreich 1947 keinen Rechtsstatus mehr im Land hat, was seine Aktivitäten behindert. Eine Meinungsumfrage vom März 2016 ergab, daß 93% der Rumänen das Königshaus kennen; 61% haben eine gute bzw. sehr gute Meinung von der königlichen Familie, aber nur 23% wissen etwas von den Aktivitäten der einzelnen Mitglieder des Königshauses. Das neue Gesetz wird der Königsfamilie nicht nur einen offiziellen Status geben, sondern auch Zugang zu öffentlichen Mitteln, ein offizielles Hauptquartier (den Elisabeta Palast in Bukarest) und mehr Sichtbarkeit, weil das Königshaus einmal pro Jahr dem Parlament einen Rechenschaftsbericht über die Aktivitäten vorlegen wird.

Von rumänischen Monarchisten wird kritisiert, daß die neue Entwicklung die Möglichkeit beschränke, die Wiedereinführung der Monarchie durchzuführen. Die Nationale Allianz für die Wiedereinführung der Monarchie begrüßt hingegen das Gesetz, weil sich Chancen für eine breitere Bekanntheit über die königliche Familie eröffneten und sich damit die Wahrscheinlichkeit zur Wiedererlangung der monarchischen Staatsform erhöhe. H.S.

Zum 150. Thronjubiläum König Ferdinands von Rumänien erschien 2016 eine Sonderbriefmarke der rumänischen Post.

Zum 150. Thronjubiläum König Karls I. von Rumänien und damit der Gründung des rumänischen Zweigs der Hohenzollernfamilie erschien im Mai 2016 eine Sonderbriefmarke der rumänischen Post.

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Die vollständige 168. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 168

Inhalt der 168. Ausgabe:

  • Kiel bereitet sich auf das hundertjährige Meuterertum vor
  • Nach dem Referendum: Königin Elizabeth II. besucht Schottland und Nordirland
  • Rumänische Königsfamilie steht vor der legalen Anerkennung
  • 100. Weltkriegsgedenken nur im Ausland
  • Bud Spencer, der Monarchist

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Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.

120 Jahre Kyffhäuser Denkmal

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Kyffhäuser-Denkmal.jFestakt zum 120. Jahrestag der Eröffnung des Kaiser Wilhelm-DenkmalsMit einem Volksfest feiern Besucher seit dem 18. Juni das 120-jährige Bestehen des eindrucksvollen Kyffhäuser-Denkmals bei Bad Frankenhausen. „Es werden am Wochenende bis zu 5000 Besucher erwartet.“, hofft Henri Bibow vom für die Feierlichkeiten zuständigen Veranstaltungsbüro. Eine von einer Dampfmaschine betriebene Orgel spielt zum Fest Musik aus der Zeit um 1900.

Der Jahrmarkt auf dem Plateau des Bergrückens hat Platz für Karussels, Handwerk und Gastronomie. Hoch über dem Tal will der österreichische Artist Walter von der Heide ein fünf Meter hohes Kartenhaus bauen und auf dessen Spitze einen Handstand zeigen. Anziehungspunkt ist auch der 176 Meter tiefe Brunnen.
1896 hatte Kaiser Wilhelm II. das Monument in Erinnerung an seinen Vorgänger, den Kaiser der Einheit, Kaiser Wilhelm I., auf dem Gelände der einstigen Reichsburg Kyffhausen eingeweiht. Errichtet hatte es Bruno Schmitz, der Erbauer des Völkerschlachtdenkmals in Leipzig. Schmitz hat unter anderem auch das Rheinisches Provinzialdenkmal für Kaiser Wilhelm I. in Koblenz am Deutschen Eck errichtet und ebenso das Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Halle an der Saale.

Am Fuße des 81 Meter hohen Turms blickt der in Stein gehauene Kaiser Friedrich I. Barbarossa (1122-1190) übers Land. Der Sage nach ist der Staufer nicht tot, sondern soll wiederkommen, wenn die deutschen Lande in großer Not sind.

Christian Schwochert

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 167

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Bundespräsidentschaft:
Es kann nur schlimmer werden

Joachim Gauck verzichtet auf eine zweite Amtszeit als Bundespräsident. Dies ist zu begrüßen, denn er trieb aktiv die Spaltung zwischen einem nach seiner Definition hellen und einem dunklen Deutschland voran. Freude über seinen Abtritt und Hoffnung auf eine Aussöhnung der deutschen Gesellschaft sind aber unbegründet: Wer auch immer der nächste Bundespräsident wird, es ist mehr als wahrscheinlich, daß er die Spaltung in der deutschen Gesellschaft vertiefen wird. Einen Ausblick auf das, was in Deutschland passieren wird, bot bereits die österreichische Bundespräsidentenwahl: ein Kandidat (van der Bellen) hatte angekündigt, er werde nie einen Führer der Opposition zum Kanzler machen, der andere (Hofer) sagte, er würde die Regierung bald nach seinem Antritt auflösen. Beide Lager stehen sich heute unversöhnlicher gegenüber, als je zuvor und gegenwärtiger Stand ist, daß die Wahl vom unterlegenen Lager angefochten worden ist.

Auch in Deutschland gibt es jenen Riß in der Gesellschaft, wie er gerade durch so viele europäische Gesellschaften geht, selbst wenn das eine Lager recht deutlich schwächer ist, als jenes der bislang sogenannten Etablierten. Letztere werden ihren oder einen ihrer Kandidaten durchbringen, haben sie doch die überwältigende Mehrheit in der Bundesversammlung, wenn diese auch nicht mehr den tatsächlichen Mehrheitsverhältnissen unter der Bevölkerung in Bund und Ländern entspricht. Schon Gauck hatte politische Kontrahenten als „Dödel“, „Chaoten“, „Verfassungsfeinde“ oder „Verräter“ (an den Werten der Revolution in Ostdeutschland) bezeichnet. Wer auch immer nachkommt, im Gespräch sind Manuela Schwesig, Kathrin Göring-Eckard und Annegret Kramp-Karrenbauer, dürfte in dasselbe Horn stoßen, und dies wahrscheinlich noch lauter. Zu Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit wird dies nicht beitragen, wohl aber zur weiteren Polarisierung und damit zur Fundamentalopposition jener, die sich unter der Ägide des letzten Bundespräsidenten in Politik und Medien als Dunkeldeutsche und vieles mehr bezeichnen lassen mußten.

Ist vorstellbar, daß s i e einen Teil der Bevölkerung als Dödel abqualifizieren?

Ist vorstellbar, daß s i e einen Teil der Bevölkerung als „Dödel“ abqualifizieren?

Interessanterweise hat also genau der Bundespräsident, der als Konsens- und Wunschkandidat der Deutschen galt und nach den zwei gescheiterten, aus parteipolitisch motivierten Gründen gewählten Präsidenten Wulff und Köhler von den Parteien aufgestellt werden mußte, um das Amt nicht völlig zu entwerten, die Deutschen gespalten wie kein zweiter. Damit ist auch all denen eine Absage zu erteilen, die glauben, ein überparteilicher Präsident könne überhaupt und auch nur theoretisch die Integrationskraft besitzen, die ein Monarch hat. Natürlich gibt es auch und gerade in Monarchien wie Belgien und den Niederlanden aufgrund der Einwanderung und in Großbritannien wegen dem Referendum über den Verbleib in der EU Spannungen ähnliche Spannungen innerhalb der Gesellschaft wie in Frankreich, Polen oder Italien. Daß ein König seine Untertanen beleidigt und Partei für eine der beiden Seiten ergreift, ist aber im Europa der Gegenwart nicht bekannt. Die Monarchen sind zu Neutralität und Gerechtigkeit gegenüber allen Landsleuten verpflichtet und so dürfte man sich dort wesentlich freier und auch eher als Bürger fühlen, als hierzulande und in den anderen Republiken. L.R.

Paris: Dem Massenmörder eine öffentliche Ehrung?

Das Gesicht eines kaltblütigen Mörders: Ein französischer Mediziner hat das Gesicht Maximilien de Robespierres wiederhergestellt (seingemaltes Portraitbild von 1793 ist im Corona-Nachrichtenbrief 167 abgedruckt).

Das Gesicht eines kaltblütigen Mörders: Ein französischer Mediziner hat das Gesicht Maximilien de Robespierres wiederhergestellt (sein gemaltes Portraitbild von 1793 ist in Corona 167 abgedruckt).

Während in Deutschland allenthalben Straßennamen und Denkmäler von vermeintlichen oder tatsächlichen Verbrechern der Geschichte getilgt werden, soll in Paris einer Symbolgestalt des Terrors während der Französischen Revolution eine Straße gewidmet werden: Maximilien de Robespierre. Wenn es nach dem Willen der Pariser Stadträtin Danielle Simonnet (Parti de Gauche – Linke) geht, muß die „Karikatur des blutrünstigen Tyrannen Robespierre“ korrigiert werden, weil „alle seriösen Historiker/innen gezeigt“ hätten, daß sie falsch sei. Eine Straße, ein Platz oder ein anderer Ort in Paris müßte deshalb seinen Namen tragen.

Massenerschießungen in Nantes im September 1793, angeordnet von Robespierre.

Massenerschießungen in Nantes im September 1793, angeordnet von Robespierre.

Gegen diese Geschichtsklitterung hat der Essayist und Historiker Jean Sévillia Einspruch erhoben. Das sei ein neuerlicher Versuch der extremen Linken – nachdem erste Vorstöße 2011 scheiterten -, den Mythos der Revolution im allgemeinen und Robespierres im besonderen wiederzuerwecken. Bis in die 60er Jahre hinein sei die Geschichte der Revolution an den Universitäten von Marxisten geschrieben worden, die die Ansicht vertraten, der Terror sei ein notwendiges Element  des historischen Prozesses gewesen. Das habe sich unter dem Einfluß von ehemaligen Marxisten, die sich von ihrer alten Lehre abwandten, in den 70er Jahren geändert. In jüngster Zeit setzte aber wieder die Negation ein, die bestreite, daß Robespierre für den Terror verantwortlich sei. Sie überginge die Anweisungen, die von Robespierre kamen, die z. B. zum Genozid in der Vendée führten.

Der Kopf Robespierres nach seiner Exekution. Seine Hinrichung ließ das Volk in Jubel ausbrechen - anders als eineinhalb Jahre zuvor, als der Tod König Ludwigs XVI. von der Menge von Schweigen begleitet war.

Der Kopf Robespierres. Seine Hinrichtung ließ das Volk in Jubel ausbrechen – anders als eineinhalb Jahre zuvor, als der Tod König Ludwigs XVI. von der Menge mit Schweigen begleitet war.

Sévillia will es nicht hinnehmen, daß Frankreich „als Land der Menschenrechte“ einem Schlächter die Ehre erweise, ihn auf einem herausgehobenen Platz zu nennen. In seinem Dekret vom 10. Juni 1794 betonte Robespierre, jeder sei verdächtig (gegen die Revolution eingestellt zu sein) und deshalb potentiell schuldig. Das zu erkennen brauchte es keine Zeugen, keine Justiz, keine Verteidigung, keine Anhörung. „Nimmt es wunder, daß Pol Pot Robespierre bewundert hat?“, fragt Sévillia. Statt mehr Straßen nach ihm zu benennen, sollten vielmehr die, die seinen Namen tragen, umgetauft werden. H.S.

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Die vollständige 167. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 167

Inhalt der 167. Ausgabe:

  • Es kann nur schlimmer werden
  • Nachfolgeregelungen – wie ändern?
  • Dem Massenmörder Robespierre eine öffentliche Ehrung?
  • Kanada: Monarchie bewahrt vor Extremen
  • Königreich Beider Sizilien: Tochter zur Erbin ernannt

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Herzlichen Glückwunsch, Kaiserliche Hoheit!

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Prinz Georg Friedrich von Preußen feiert heute seinen 40. Geburtstag

Ihre Kaiserlichen Hoheiten Prinz Georg Friedrich und Prinzessin Sophie von Preußen

Ihre Kaiserlichen Hoheiten Prinz Georg Friedrich und Prinzessin Sophie von Preußen

Das freudigste Ereignis [in seinem Leben] war die Heirat meines Sohnes Louis Ferdinand mit Gräfin Donata zu Castell-Rüdenhausen und dann die Geburt ihres Sohnes Georg Friedrich, meines zukünftigen Nachfolgers. Dieser Enkelsohn ist der Sproß einer ausgesprochen glücklichen Ehe. Alle Vorbedingungen waren dafür gegeben, daß der kleine Preußenaar in einem warmen und wohlbehüteten Nest aufwachsen sollte, bis er flügge war. Aber ein unerbittliches Schicksal wollte es anders. Sein lebensfroher und strahlender junger Vater fand den Soldatentod bei einem Bundeswehrmanöver. Er hätte alle Bedingungen für einen allseits beliebten Chef unseres Hauses erfüllt. Er war ausgesprochen modern, kontaktfreudig und trotzdem traditionsbewußt. Sein so völlig unerwarteter Heimgang löschte eine große Hoffnung aus, nicht nur bei seinem Vater, sondern auch bei unzähligen anderen Menschen.

Diese Hoffnung übertrug sich auf seinen Sohn, der nun der Erbe unseres Hauses geworden ist. Er wird mit jedem Tag seinem Vater ähnlicher. Und so scheint der Schöpfer dafür sorgen zu wollen, daß diese Hoffnung nicht trügt. Sie ist für mich Trost und Kraftquelle zugleich.

Berlin-Grunewald, Haus Montbijou im August 1983

Prinz Louis Ferdinand von Preußen im Vorwort zur 4. Auflage seiner Lebenserinnerungen Im Strom der Geschichte, Ullstein Sachbuch

Prinz Georg Friedrich am 19. Juni 1976Als am 10. Juni 1976 Prinz Georg Friedrich in der Bremer Klinik „Links der Weser“ geboren wurde, brachte er 3.700 Gramm mit und war begleitet von vielen Erwartungen, nicht nur bei seinem Großvater und Chef des Hauses Hohenzollern. Seine Mutter, Prinzessin Donata von Preußen, hatte im Mai 1975 Prinz Louis Ferdinand jr. geheiratet und beide sagten, sie wünschten sich  „viele Kinder“. Der Tod Prinz Louis Ferdinands am 11. Juli 1977 markierte eine Zäsur für die Familie. Prinzessin Donata war erneut schwanger, als ihr Mann starb und sie gebar am 30. Januar 1978 ihre Tochter Cornelie-Cécile. „Sie kämpfte lange Zeit, auf Grund einer Virusinfektion, um ihr Leben, aber sie hat den schweren Kampf gewonnen! Durch meine beiden Kinder bekam ich nach und nach wieder Freude am Dasein. Georg hat sich schon als kleiner Bub für uns beide verantwortlich gefühlt, und das hat mich sehr stark gemacht.“ Mit diesen Sätzen beschrieb Prinzessin Donata selbst die schwierige Zeit als junge Witwe, die mit 28 Jahren zwei Kinder großzog. (Quelle: Casteller Nachrichten 41/2011). Prinzessin Cornelie-Cécile mußte oft längere Zeiten in verschiedenen Krankenhäusern behandelt werden.

Drei Kaisererben: Prinz Louis Ferdinand senior und junior mit Prinz Georg Friedrich.

Drei Kaisererben: Prinz Louis Ferdinand senior und junior mit Prinz Georg Friedrich; im Portrait an der Wand schaut Prinzessin Kira von Preußen zu.

Zunächst blieb die Familie in Fischerhude, wo sie vom Seniorchef Louis Ferdinand, der in Wümmehof lebte, leicht besucht werden konnten:

Prinz Louis Ferdinand und Prinz Georg Friedrich 1985Prinz Georg Friedrich besuchte kurze Zeit im nahegelegenen Oldenburg das Gymnasium. Nach der Heirat von Prinzessin Donata und Herzog Friedrich August von Oldenburg 1991 zog die Familie nach Sievershagen in Ostholstein. Prinz Georg Friedrich wechselte auf ein Internat in Schottland, wo er auch sein Abitur machte.

Ein Preuße im Schottenrocj: Prinzessin Donata besuchte ihren Sohn im schottischen Internat.

Ein Preuße im Schottenrock: Prinzessin Donata besuchte ihren Sohn im schottischen Internat Glenalmond College bei Perth.

Nach der Schule diente er bei den Gebirgsjägern in Garmisch, um dann vor seinem Studium noch einmal ein halbes Jahr nach Südamerika zu gehen. Anschließend studierte er Betriebswirtschaft in Freiberg/Sachsen.

Mit dem Tod seines Großvaters Prinz Louis Ferdinand am 25. September 1994 übernahm er automatisch die Verantwortung als Chef des Hauses Hohenzollern. Nur vier Jahre später gab er mit 22 Jahren dieses Interview:

Aus der eigenen Familie wurde er hart angegangen und seine Onkel zerrten ihn vor Gericht. Im Jurablog hieß es 2006:

Der Bundesgerichtshof (BGH) wird am 26. April 2006 über den Fall entscheiden:
Im Streit um die Erbfolge in das Hausvermögen des früheren preußischen Königshauses verhandelt der IV. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs am 26. April 2006 über die Revision zweier Prinzen gegen ein Urteil des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Bremen. Sie klagen Pflichtteilsansprüche nach ihrem Vater ein, dem 1994 verstorbenen Prinzen Louis Ferdinand. Das Hausvermögen des preußischen Königshauses stand dem Prinzen Louis Ferdinand nach einem Erbvertrag aus dem Jahre 1938 allerdings nur als Vorerbe zu. Es wäre nur dann in den für die geltend gemachten Pflichtteilsansprüche maßgebenden Nachlass gefallen, wenn der Erbvertrag nichtig wäre. Diesen Standpunkt vertreten die Kläger u. a. im Hinblick auf eine Bestimmung des Erbvertrages, wonach ein Sohn des Prinzen Louis Ferdinand nicht Nacherbe sein kann, wenn er mit einer Frau verheiratet ist, die nicht aus einer dem Hause Preußen ebenbürtigen Familie stammt. Die Klage auf den Pflichtteil blieb ohne Erfolg. Das Hanseatische Oberlandesgericht in Bremen hielt den Erbvertrag in einem Urteil vom 23. Mai 2002 nicht für unwirksam. Zur Begründung bezog es sich u. a. auf den Beschluss des IV. Zivilsenats vom 2. Dezember 1998 (BGHZ 140, 118 ff.), der im Erbscheinsverfahren über die Erbfolgen nach dem 1951 gestorbenen ehemaligen Kronprinzen Wilhelm von Preußen ergangen war. Die Nichtzulassungsbeschwerde gegen das Urteil vom 23. Mai 2002 wurde vom Senat zurückgewiesen, eine Verfassungsbeschwerde vom Bundesverfassungsgericht nicht zur Entscheidung angenommen. Aufgrund der Verfassungsbeschwerde eines anderen Beteiligten im Erbscheinsverfahren hob das Bundesverfassungsgericht durch Beschluss vom 22. März 2004 (NJW 2004, 2008 …) alle Beschlüsse untergeordneter Instanzen auf (1. Der Beschluss des Oberlandesgerichts Stuttgart vom 21. November 2001 – 8 W 643/00 -, der Beschluss des Landgerichts Hechingen vom 7. Dezember 2000 – 3 T 15/96 – und der Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 2. Dezember 1998 – IV ZB 19/97)

Die daraus entstehenden finanziellen Lasten waren und sind eine große Belastung für das Haus und wurden teilweise durch Verkäufe gedeckt, was wiederum Kritik in den Medien hervorrief (Georg Friedrich Prinz von Preußen lässt das 34,9 Karat schwere Erbstück »Beau Sancy« versteigern, 24. April 2012).

Aber in den 22 Jahren seiner Regentschaft hat Prinz Georg Friedrich viel erreicht, und nicht nur die Finanzen, die Verwaltung und die Medienpräsenz des Hauses modernisiert. Beispielhaft kann die Burg Hohenzollern herangezogen werden, die als Besuchermagnet aufgewertet wurde und mit immer neuen Anziehungspunkten Scharen von Gästen angelockt. Privat hat er sein Glück gefunden und am 27. August 2011 Prinzessin Sophie von Isenburg geheiratet:

Hochzeit des Preußenpaars am 27. August 2011 in der Potsdamer Friedenskirche

Hochzeit des Preußenpaars am 27. August 2011 in der Potsdamer Friedenskirche

Am 20. Januar 2013 kamen die Zwillinge Prinz Carl Friedrich und Prinz Louis Ferdinand zur Welt, gefolgt von Prinzessin Emma, die am Gründonnerstag, 2. April 2015, in Bremen geboren wurde.

Am 13. Juni 2015 wurde Prinzessin Emma in der Christus Kapelle der Burg Hohenzollern getauft.

Am 13. Juni 2015 wurde Prinzessin Emma in der Christus Kapelle der Burg Hohenzollern getauft.

Mit 40 hätte Prinz Georg Friedrich nun das Recht, sich zum Bundespräsidenten wählen zu lassen. Während es in den 60er und 70er Jahren Bemühungen gab, seinen Großvater in dieses Amt zu wählen, hält sich der heutige Hauschef von diesen Ideen fern. Aber er meidet politische Termine nicht, war bei der Einweihung des brandenburgischen Landtags in Potsdam (im wiederaufgebauten Stadtschloß) dabei und hielt vor versammelter Politikergesellschaft eine Ansprache bei den 300-Jahrfeiern von König Friedrichs Geburtstag, um nur zwei herauszugreifen, die für eine Vielzahl von Repräsentationsaufgaben im ganzen Land stehen.

Wie selbstverständlich wird das Oberhaupt des deutschen Kaiserhauses auch zu internationalen Anlässen eingeladen. Prinz Georg Friedrich (oft begleitet von seiner Frau) war auf der Hochzeit des luxemburgischen Erbprinzen oder traf die britische Königin Elizabeth im Juni 2015 in Berlin. Er besuchte Jerusalem auf den Spuren Kaiser Wilhelms: Jewish Magazine: “ … [Prinz Georg Friedrich] traveled from a ceremonious welcome at Jaffa Gate to Bikur Holim Hospital to see the hospital in whose history his ancestor played a key role. This is part of Bikur Holim’s effort to fortify a century-old connection.“

Prinz Georg Friedrich und Prinzessin Sophie bei den Feiern zum 90. Geburtstag von König Michael I. von Rumänien.

Prinz Georg Friedrich und Prinzessin Sophie bei den Feiern zum 90. Geburtstag von König Michael I. von Rumänien.

Die Corona-Redaktion wünscht Seiner Kaiserlichen Hoheit heute einen wunderbaren Geburtstag und für das neue Lebensjahr weiterhin viel Energie und eine glückliche Hand beim Lenken der Geschicke des Kaiserhauses. Ad multos annos!

Kaisergedenken im niederländischen Exil: Eine stille Veranstaltung

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Haus Doorn, Blick auf den Corps de Logis mit der Büste Kaiser Wilhelms II.

Haus Doorn, Blick auf den Corps de Logis mit der Büste Kaiser Wilhelms II.

Lobet mich nicht, denn ich bedarf nicht des Lobes.

Rühmet mich nicht, denn ich bedarf nicht des Ruhmes.

Richtet mich nicht, denn ich werde gerichtet werden!

so das Bekenntnis des Christenmenschen Wilhelm II.

Im Stillen Gedenken vor und im Mausoleum

Im stillen Gedenken vor und im Mausoleum

Dieser Spruch stand auch als Leitsatz über dem 75. Todestag des vorerst letzten Deutschen Kaisers am 4. Juni 2016 in Doorn. Knut Wissenbach, der Vorsitzende von „Tradition und Leben e. V.“ erinnerte in würdiger Weise an den Monarchen und mahnte, diesen weder zu sehr zu loben, noch über ihn zu richten. Dabei orientierte sich Wissenbach an der Tageslosung: „Ich will mich erbarmen über das Haus Juda und will ihnen helfen, aber nicht durch Bogen, Schwert, Rüstung, Roß und Wagen.“ Und so war dieses Gedenken, zu dem circa 40 Personen, u. a. aus Norwegen, den Niederlanden und Deutschland, angereist waren, eine stille Veranstaltung mit ruhigem Gesang, Gebeten und einem Verweilen vor dem Sarkophag im provisorischen Mausoleum des Kaisers.

Im Anschluß fand eine sehr persönlich gehaltene Schloßführung in zwei Gruppen statt und es bestand Gelegenheit zu Gesprächen sowie einem Spaziergang durch die großzügigen Parkanlagen von Huis Doorn. TVDoorn, 4.6.2016 Wilhelm II.

Der Tod des Kaisers

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Heute vor 75 Jahren verschied S.M. Kaiser Wilhelm II. in den Niederlanden, in Haus Doorn, dem Exilwohnsitz seiner letzten zwanzig Jahre. An seinen Tod erinnert heute u.a. der empfehlenswerte Blog Kaiserwetter!.

Wir geben einem Augenzeugen das Wort. Des Kaisers Lieblingsenkel, Seine Kaiserliche Hoheit Prinz Louis Ferdinand von Preußen, stand seinem Großvater in seinen letzten Stunden bei und schrieb darüber in seinen Lebenserinnerungen Die Geschichte meines Lebens, Göttinger Verlagsanstalt, 2. Auflage 1969, S. 283ff:

„… Meine Bestürzung [war groß], als ich am 3. Juni abends dringlich ins Haupthaus von Doorn gerufen wurde. Als ich in das Schlafzimmer des Kaisers trat, saß links von seinem Bett meine Stiefgroßmutter; rechts saß meine Tante Sissy, die Herzogin von Braunschweig, des Kaisers einzige Tochter. Meine Stiefgroßmutter sagte leise zu mir: „Er stirbt.“ Wir wachten die ganze Nacht an seinem Bett. Der Todeskampf dauerte bis in den nächsten Vormittag hinein. Dann war es zu Ende. –

Die letztwillige Verfügung, die mein Großvater eigenhändig Weihnachten 1933 aufgesetzt hatte, lautete:

An den Minister des Koeniglichen Hauses

Doorn, 25.12.1933

am ersten Weihnachtstage

Codizill zu Meinem letzten Willen

Sollte Gottes Rathschluß mich aus dieser Welt abberufen zu einer Zeit, da in Deutschland das Kaisertum noch nicht wieder erstanden, d. h. eine nicht monarchische Staatsform noch vorhanden ist, so ist es mein fester Wille, da ich im Exil in Doorn zur ewigen Ruhe eingehe, auch in Doorn provisorisch beigesetzt zu werden.

An der Stelle dem Hause gegenüber, wo vor den Rhododendrons meine Büste steht, soll vor ihr der Sarg unter dem vom Bildhauer Betzner entworfenen, von mir genehmigtem Sarkophag aufgestellt werden unter einem zum Schutz gegen das Wetter von Betzner zu entwerfenden Baldachin. Blumenbeete leuchtender Farben-Cinerarien, Salvia sollen es umgeben. Die Feier schlicht, einfach, still, würdig. Keine Deputationen von zu Hause. Keine Hakenkreuzfahnen. Keine Kränze. Dasselbe gilt für I. M. im Falle ihres Heimgangs in Doorn. Sterbe ich in Potsdam, so sollen meine Gebeine in dem oben genannten Sarkophag im Mausoleum am Neuen Palais beigesetzt werden, derart, daß er zwischen den beiden Kaiserinnen zu stehen kommt. Militärische Feier, keine Hakenkreuzfahnen, keine Trauerrede. Gesang, Gebet.

gez. Wilhelm I. R.

Die provisorische Ruhestätte des Kaisers in Doorn heute, wie er sie sich an Weihnachten 1933 wünschte.

Die provisorische Ruhestätte des Kaisers in Doorn heute, wie er sie sich an Weihnachten 1933 wünschte.

Diese letztwillige Verfügung war nur dem Kronprinzen und dem Generalbevollmächtigten des Kaisers, General von Dommes, bekannt. Für meinen Vater erhob sich die Frage, ob er diesen letzten Willen des Kaisers respektieren solle oder nicht. Die Entscheidung war nicht leicht. Meinem Vater war bekannt, daß Hitler für den Sterbefall des Kaisers ein Staatsbegräbnis in Potsdam plante; er wollte diese Gelegenheit dazu benutzen, sich hinter dem Sarge des deutschen Kaisers schreitend vor dem deutschen Volke und der Welt als dessen Nachfolger zu legitimieren. Indem er sich in einer grandiosen Pose gefiel, wollte er gleichzeitig die Hohenzollernmonarchie zu Grabe tragen. Der Kaiser, der über diese Dinge sonst mit niemandem sprach, auch mit uns Enkeln nicht, muß etwas Derartiges schon bald nach der Machtübernahme geahnt haben. Mit seinem Codizill hatte er den Plan zunichte gemacht.

Hitler wurde daher mitgeteilt, der Kaiser habe bestimmt, daß er in Doorn beigesetzt werde. Nach längeren telephonischen Verhandlungen mit der Reichskanzlei einigte man sich auf einen Kompromiß. Hitler verzichtete auf seinen Potsdamer Plan, jedoch sollte bei dem Begräbnis in Doorn die Reichsregierung durch den Reichsstatthalter von Holland, Dr. Seys-Inquart, und durch vier Offiziere im Generalsrang vertreten sein, und zwar für das Heer Generaloberst Haase, für die Luftwaffe General Christiansen, der auch Wehrmachtsbefehlshaber in den Niederlanden war, für die Marine Admiral Densch und für das Oberkommando der Wehrmacht Admiral Canaris. Dieses Zugeständnis ließ sich mein Vater nach langen inneren Kämpfen abringen, weil er sein Haus nicht dem Zorn des Diktators aussetzen wollte. Sicherlich war die Entscheidung unter den gegebenen Umständen richtig; der eigentliche Zweck des Codizills wurde jedenfalls erfüllt. Unterdessen hatte Goebbels die deutsche Presse instruiert, so kurz wie möglich die Tatsache des Todes wiederzugeben und weiter nichts.

Kronprinz Wilhelm nahm im Juni 1941 die Parade der Wehrmachtssoldaten ab, die am Sarg Kaiser Wilhelms II. vorbeimarschierten. Wie es sich der Kaiser bereits 1933 wünschte, gab es weder Hakenkreuzfahnen noch Kränze.

Als ältester Sohn des Verstorbenen und neuer Chef des Hauses Hohenzollern nahm Kronprinz Wilhelm bei den Begräbnisfeierlichkeiten im Juni 1941 die Parade der Wehrmachtssoldaten ab, die am Sarg Kaiser Wilhelms II. vorbeimarschierten. Wie es sich der Kaiser bereits 1933 wünschte, gab es weder Hakenkreuzfahnen noch Kränze.

Italienische Monarchisten bleiben sichtbar

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Anders als in Deutschland, wo sich Monarchisten scheinbar in ihre Schneckenhäuser zurückgezogen haben und auch zum 75. Todestag Kaiser Wilhelms II. nicht herauskommen, ist in Italien weiterhin mit Monarchisten im öffentlichen Leben zu rechnen.

Siebzig Jahre nach einem für die republikanische Seite zurechtgebogenen Referendum über die Staatsform, treten am 5. Juni zahlreiche monarchistische Kandidaten bei den Kommunalwahlen an.

Die Unione Monarchica Italiana (U.M.I.) hat einige ihrer Mitglieder auf der Webseite vorgestellt und ruft zu deren Unterstützung auf. Zum Beispiel in Mailand:

Simone BALESTRINI, Segretario nazionale Fronte Monarchico Giovanile, Candidato nella lista NOI X MILANO

Simone BALESTRINI, Nationalsekretär der monarchistischen Jugendorganisation Fronte Monarchico Giovanile, ist Kandidat auf der Liste NOI X MILANO

Missimiliano

Massimiliano GIANNOCCO kandidiert in Rom für die Italienische Liberale Partei (PLI)

Für den Rat in Puglia

Für den Rat in Puglia kandidiert Vito FIORE auf der lokalen Liste NOI con SALVINI.

Diesen und allen anderen monarchistischen Kandidaten in Italien viel Glück.

Ihr Schöpfer machte aus seiner monarchistischen Überzeugung kein Hehl und läßt sogar den kommunistischen Bürgermeister beim Klang der königlichen Hymne zum royalistischen Patrioten mutieren, was ihm die Wiederwahl sichert.

Ihr Schöpfer machte aus seiner monarchistischen Überzeugung kein Hehl. Guareschi ließ sogar den kommunistischen Bürgermeister beim Klang der königlichen Hymne zum royalistischen Patrioten mutieren, was ihm die Wiederwahl sicherte.

Zum 70. Jahrestag der Ausrufung der Republik in Italien sei auch an einen prominenten Monarchisten erinnert, der sogar für seine Überzeugung ins Gefängnis ging: Giovannino Guareschi wurde wegen Beleidigung des Staatspräsidenten verurteilt und so verbrachte der Schöpfer der unvergeßlichen Geschichten von Don Camillo und Peppone 409 Tage im Gefängnis von Parma.

Eine der schönsten Szenen in den Don Camillo Filmen ist der Auftritt der alten Lehrerin Cristina. Ihre unverbrüchliche Treue zum Königshaus und zur Monarchie wird hier in prächtigen Einzelheiten geschildert.

Guareschis Abschiedsgruß an König Umberto II.

Guareschis Abschiedsgruß an König Umberto II. Die Republikaner verbannten die Angehörigen des Königshauses auf ewig aus dem Land. Während das erzwungene Exil für die Kinder inzwischen aufgehoben wurde, gilt der Landesverweis für die toten Monarchen weiterhin. Die sterblichen Überreste König Umbertos II. sind in der Abtei Hautecombe in Frankreich bestattet.

 

Internationales Gedenken an die Skagerrakschlacht vor 100 Jahren

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Kiel/Laboe, gekürzte Pressemeldung des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.: Vor einhundert Jahren, in der Nacht vom 31. Mai auf den 1.Juni 1916, fand in der Nordsee vor der norwegischen Süd- und der dänischen Nordwestküste die größte Seeschlacht des Ersten Weltkriegs statt, die Skagerrakschlacht. Es standen sich die Kaiserliche Hochseeflotte und die britische „Grand Fleet“ der Royal Navy gegenüber.

Mit 850 Gedenkkreuzen wurde der 8500 Gefallenen gedacht.

Mit 850 Gedenkkreuzen wurde der 8500 Gefallenen gedacht.

Zum Gedenken an die auf beiden Seiten über 8.500 in der Nordsee umgekommenen Soldaten fand heute auf Einladung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und des Deutschen Marinebundes eine internationale Gedenkveranstaltung am Marine-Ehrenmal in Laboe statt. Dabei wurden insgesamt 850 Gedenkkreuze aufgestellt. Sie sollen die 8.500 Toten der Skagerrakschlacht sichtbar machen, denn viele blieben ohne Grab. Zudem wurden zwei Biographie-Stelen eingeweiht, angefertigt von der Commonwealth War Graves Commission und dem Deutschen Marinebund. Sie erinnern an einen britischen und einen deutschen Marinesoldaten, die in der Skagerrakschlacht fielen.

In seiner Begrüßung betonte Karl Heid, Präsident des Deutschen Marinebundes, die Bedeutung des Ehrenmals – auch für die Skagerrakschlacht: „Das Marine Ehrenmal ist nicht nur eine nationale Gedenkstätte mit internationaler Bedeutung, sondern in vielfältiger Weise auch ein Ort insbesondere des gemeinsamen deutsch-britischen Gedenkens. Dies wird durch die heutige Veranstaltung zum Gedenken an den 100. Jahrestag der Skagerrakschlacht eindrücklich bestätigt.“ Das Ehrenmal sei internationaler Erinnerungsort und Mahnmal für den Frieden und Symbol für die bitteren Lehren der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Ebenso stehe es für die Friedensordnung, die wir in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen hätten. Heid appellierte an die Gäste: „Lassen Sie uns gemeinsam dafür einstehen, dass diese Lehren nicht vergessen werden und das gemeinsam Erreichte nicht leichtfertig verspielt wird.

Welche herausragende Wichtigkeit das gemeinsame Gedenken von Deutschen und Briten hat, zeigt sich auch an der Teilnahme von Seiner Königlichen Hoheit Prinz Edward, Herzog von Kent, sowie von Staatsminister Michael Roth.

Prinz Edward, Herzog von Kent, Präsident der Commonwealth War Graves Commission ist, die Wichtig

Prinz Edward, Herzog von Kent, Präsident der Commonwealth War Graves Commission bei seiner Rede in Laboe

In seiner Gedenkrede betonte der Herzog von Kent, der auch Präsident der Commonwealth War Graves Commission ist, die Wichtigkeit solcher Gedenkveranstaltungen. „Sie sind eine Gelegenheit für uns, innezuhalten und nachzudenken, eine Gelegenheit, um als Freunde zusammenzukommen und denen Respekt zu zollen, die im Dienst ihres Landes standen und die gestorben sind, ganz gleich, ob auf britischen oder auf deutschen Schiffen. Sie sind eine Gelegenheit für uns, um zu lernen und den Namen und Zahlen in unseren Geschichtsbüchern ein menschliches Gesicht zu geben. Damit sich unsere Jugend der Wichtigkeit der steten Erinnerung an unsere Kriegstoten bewußt und die Fackel der Erinnerung‘ an sie weitergegeben wird.“ Nur so könne man sich sicher sein, dass Veranstaltungen wie diese auch über das reine Gedenken hinweg eine Bedeutung haben, so der Duke of Kent.

Prinzessin Anne, The Princess Royal, bei einer Gedenkveranstaltung in der Hauptstadt der Orkney Inseln, Kirkwall.

Prinzessin Anne, The Princess Royal, bei einer Gedenkveranstaltung in der Hauptstadt der Orkney Inseln, Kirkwall.

In der Kathedrale von Kirkwall wurde ein weinendes Fenster (weeping window) mit 8500 Mohnblumen gebildet, die sich über den Vorplatz der Saint Magnus Kathedrale ergossen.

In der Kathedrale von Kirkwall wurde ein weinendes Fenster (weeping window) mit 8500 Mohnblumen gebildet, die sich über den Vorplatz der Saint Magnus Kathedrale ergossen. Von der Scapa Flow Bucht auf den Orkney Inseln lief die Grand Fleet aus und versenkte sich 1919 die internierte Kaiserliche Hochseeflotte selbst.

Prinz Albert, der zweite Sohn von König Georg V. und später König Georg VI., nahm als 20-jähriger an der Skagerrakschlacht teil. Sein handschriftlicher Bericht ist hier in Auszügen zu lesen.

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