Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 196

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Brest-Litowsk als Vorläufer von Versailles?

In diesen Wochen jährt sich zum 100. Mal das Ende des 1. Weltkrieges im Osten. Vier Friedensverträge beendeten die Kampfhandlungen: die Friedensverträge der Mittelmächte mit der Ukraine, Rußland, Finnland und Rumänien. Im Zentrum dieser Verträge steht dabei der Frieden mit Rußland in Brest-Litowsk, welcher zurecht als sehr hart bezeichnet wird: Rußland verliert einen großen Teil Staatsgebiet – die Ukraine und Finnland werden unabhängig und dem Deutschen Reich wird die Neuregelung der politischen Verhältnisse im Baltikum überlassen. Rumänien kommt weit glimpflicher weg, da die verlorene Süddobrudscha mit dem gewonnen Bessarabien abgegolten wird.

In Brest-Litowsk saβen alle Verhandlungspartner am Tisch und handelten den Friedensvertrag aus.

Manche – bundesrepublikanische – Historiker vergleichen diesen Friedensvertrag ob seiner Härte mit den Pariser Vorortverträgen, insbesondere Versailles. Eine solche Betrachtung ist jedoch absurd und dient wohl eher dem Zweck, Versailles zu verharmlosen. Es kann schließlich nicht sein, daß dem Deutschen Kaiserreich etwa Unrecht angetan wurde. Die extremistischen Strömungen in der Weimarer Republik sind vielmehr hausgemacht und irgendwie Auswuchs des deutschen Charakters, den zu bändigen ewige Aufgabe der Bundesrepublik ist. Die Fakten sprechen eine andere Sprache: In Brest-Litowsk saß der Verlierer anders als in Versailles mit am Verhandlungstisch und konnte seine Anliegen jederzeit vorbringen, weswegen für Versailles das Wort „Diktat“ angemessen ist, für Brest-Litowsk aber nicht. Außerdem ist ein Teil der Härte des Friedens auf die Verzögerungstaktik Trotskis bei den Verhandlungen zurückzuführen, der die Verhandlungen mit Volksreden in die Länge ziehen wollte, um die Überführung deutscher Truppen an die Westfront zu verunmöglichen. Erst auf diese Taktik hin stellten die Mittelmächte Rußland ein Ultimatum zur Annahme der Friedensbedingungen, die nicht so hart ausgefallen wären, hätte es Trotski nicht darauf angelegt. Schließlich ging Lenin schon mit der Devise „Frieden um jeden Preis“, den er dem russischen Volk versprochen hatte, in die Verhandlungen, was nicht gerade den Eindruck vermittelte, er werde besonders viel Widerstand gegen Forderungen irgendwelcher Art leisten. Ein Vergleich mit Versailles hinkt also gewaltig und ist ahistorisch.

Wie ging es nach Brest-Litowsk weiter? Das Kriegsende im November 1918 machte den Vertrag hinfällig, weswegen die deutsche Lösung, in den neuen Staaten Monarchien zu bilden, leider nicht umgesetzt wurde. Die Ukraine verliert ihre Unabhängigkeit, Finnland kann sich durch die deutsche Unterstützung gegen die Kommunisten während des Krieges am Ende behaupten, wird aber Republik. Die baltischen Staaten werden erst Diktatur und dann durch Stalin wieder Rußland beziehungsweise der Sowjetunion einverleibt. Rumänien, welches im Krieg eine äußerst schwache Leistung zeigte, ist der große Gewinner und verleibt sich neben Bessarabien auch große Teile ungarischen Gebiets ein. Rußland und Deutschland als Parias nach dem 1. Weltkrieg nähern sich 1924 mit den Verträgen von Rapallo an. L.R.

Anfang vom Ende des Commonwealth

Zu den Titeln, die Königin Elizabeth II. führt, gehört der als Head of the Commonwealth. Zur Zeit des Empires war der britische Monarch Kaiser von Indien, als Indien 1950 die Republik ausrief, bedurfte es einer neuen Formel. König Georg VI. wurde zum Head of the Commonwealth bestimmt, was auch von den Republiken der Staatengemeinschaft anerkannt wurde. Nach dem Tod des ersten Trägers gab es keine Frage, daβ seine Tochter in die Nachfolge eintreten würde.

Beim letzten Commonwealth-Gipfeltreffen 2015 in Malta (#CHOGM2015), begrüβte The Queen als Head of the Commonwealth, die Regierungsvertreter. Am 19. und 20. April 2018 wird sie dies auch in Groβbritannien tun und dabei Prinz Charles eine bedeutende Rolle einräumen, um ihn als Nachfolger einzuführen.

Beim hohen Alter der Königin, die im April ihr 92. Lebensjahr vollenden wird, wachsen die Gelüste in den Commonwealth-Republiken, sich den Titel anzueignen. Es gebe keine Automatik, sagen sie, daβ Prinz Charles als König auch Head of the Commonwealth werde. Die Zauberformeln sind „Demokratisierung“ und „Entkolonialisierung“. Man darf unterstellen, daβ auch Regierungschefs von Ländern, die Königin Elizabeth als ihr eigenes Staatsoberhaupt anerkennen, die Idee einer Wahl des Commonwealth-Oberhaupts einen Weg aufzeigt, die Monarchie loszuwerden. Der republikanische Premierminister von Australien, Malcolm Turnbull, hat bereits angekündigt, nach dem Tod der Königin die Frage der Staatsform wieder aufzuwerfen. Auch in Neuseeland regiert seit einigen Monaten eine republikanische Premierministerin, die versucht sein könnte, über die Absetzung des Hauses Windsor im Commonwealth auch gleich die neuseeländische Monarchie zu beseitigen.

Sollten die republikanischen Pläne zur Wahl des Oberhaupts des Commonwealth gelingen, wird es in der Gemeinschaft über kurz oder lang zum Streit kommen. Kein Präsident kann jemals die Interessenkonflikte der Commonwealth-Staaten so ausgleichen wie ein Monarch. H.S.

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Die vollständige 196. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 196

Inhalt der 195. Ausgabe:

  • Frankreich gedenkt Charles Maurras‘ – fast
  • Adieu Prinz Henrik von Dänemark †
  • Brest-Litowsk als Vorläufer für Versailles?
  • Anfang vom Ende des Commonwealth?

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Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.

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Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 195

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Rumäniens Ministerpräsident stürzt nach Enteignungsversuch

König Michael I. von Rumänien war noch nicht einen Monat tot, schon gab es Versuche, der königlichen Familie den ihr überlassenen Elisabeta-Palast und auch ihren offiziellen Status wieder zu entziehen. Der Drahtzieher dessen war Rumäniens Ministerpräsident Mihai Tudose, ein mehr oder wahrscheinlich eher weniger geläuterter Ex-Kommunist. „Rumänien ist eine Republik, keine Monarchie”, so Tudose.

Im Elisabeta-Palast empfängt Kronprinzessin Margareta auch ausländische Gäste (hier Prinz Charles im März 2017).

Es war dabei mehr oder weniger klar, daß Rumäniens Kleptokraten nicht den Anstand besitzen würden, wenigstens ein bißchen Zeit nach dem Tod König Michaels verstreichen zu lassen, bevor sie versuchen würden, sich durch Entzug der königlichen Privilegien selbst mehr Macht zu verschaffen. Um so erfreulicher ist es, daß Tudose nicht mehr Ministerpräsident ist. Zwar stürzte er nicht über seinen Versuch, sich mit der königlichen Familie anzulegen, sondern über internes Parteiengezänk – Parteichef Draganea war Tudose nicht mehr genehm – aber zumindest ist der erste Versuch der Parteien, sich auf Kosten der Nachfahren von König Michael mehr Pfründe zu verschaffen, abgeschmettert. So schnell kann es gehen, wie jetzt auch Rumäniens Ex-Ministerpräsident weiß.

Das Wappen Rumäniens vor der Änderung (rechts) und danach (links)

Zu Beginn des Jahres wurde auch das Gesetz wirksam, nach welchem das Wappen Rumäniens wieder dasjenige der rumänischen Monarchie ist. Gleichzeitig will Kronprinzessin Margareta den Titel „Königin”, der ihr vom rumänischen Parlament verliehen wurde, nicht tragen, solange Rumänien noch eine Republik ist. Man darf weiter mit Interesse auf die Entwicklungen in diesem Land schauen.   L.R.

Wie handelt ein König?

Während der internationale Titel The King’s Choice lautet, ist der norwegische Titel klarer: Kongens Nei – Das Nein des Königs

An Spielfilmen mit königlichen Figuren besteht kein Mangel. Ob Game of Thrones oder The Crown, die Fernsehkanäle und Kinos bieten ein volles Angebot, das von den Zuschauern gerne angenommen wird. Aber es fehlen weitgehend die Filme, in denen die konstitutionelle Monarchie als aktiv handelnde und positive Staatsform gezeigt wird und nicht nur den Hintergrund für schmachtende Liebesgeschichten abgibt. Diese Lücke füllt der norwegische Film The King‘s Choice – Angriff auf Norwegen. Er wurde 2016 gedreht und 2017 auf der Berlinale vorgestellt. Die Handlung ist bekannt und dennoch klammert man sich vor Spannung an den Sitz. Am 9. April 1940 marschieren deutsche Truppen auf Hitlers Befehl in Norwegen ein. Wie im Fall von Dänemark erwartet Hitler keinen Widerstand, sondern die rasche Kapitulation des bevölkerungsschwachen Landes. Der deutsche Gesandte in Oslo, Hans Bräuer, ist hilfslos gegenüber den Wehrmachtsoffizieren, aber dennoch ehrlich bemüht, Blutvergieβen zu vermeiden und versucht, die norwegische Regierung zur Aufgabe zu bewegen.

Doch die königlich-norwegische Armee leistet Widerstand, die Regierung und die königliche Familie verlassen Oslo per Zug und sind als Gesprächspartner nicht greifbar. König Haakon VII., 1905 per Volksabstimmung zum König von Norwegen bestimmt, sieht sich als konstitutioneller Monarch den Beschlüssen der Regierung verpflichtet, während Kronprinz Olav auf jeden Fall Widerstand leisten will. Er hält die Regierung für schwach und kompromiβlerisch, will ihr nicht folgen. Die Handlung des Films geht chronologisch fast stundenweise voran und zeigt den Zwiespalt der verschiedenen Akteure. Von Hitler (Stimme: Udo Schenk) bekommt der Gesandte Bräuer den ausdrücklichen Befehl, nur mit dem König zu verhandeln und es gelingt ihm tatsächlich, eine Einzelaudienz mit König Haakon zu erhalten. Der Dialog zwischen beiden – auch ihm Originalfilm auf Deutsch geführt – gehört zweifellos zu den Höhepunkten. Der König, wenngleich ohne jede politische Macht in Norwegen und von einem übermächtigen Gegner bedrängt, wirft dem deutschen Gesandten ein klares Nein (deshalb der norwegische Filmtitel Kongens Nei) entgegen. Das ist die Entscheidung des Königs (worauf der englische Filmtitel The King’s Choice beruht), die im Angesicht einer drohenden Absetzung fällt. Man kann einen König zur Abdankung zwingen, aber man kann ihn nicht von seinen festen Überzeugungen abbringen. Das ist die deutliche Botschaft dieses ausgezeichneten Streifens.

An diesem Film stimmt alles: Er ist hervorragend besetzt, wurde an Originalschauplätzen, unter anderem im Königspalast, gedreht. König Haakon wird vom dänischen Schauspieler Jesper Christensen verkörpert, der den norwegischen Monarchen mit dänischem Akzent spielt, den der einst als Prinz Carl von Dänemark geborene König selbst auch sprach. Deutsche Schauspieler geben die Deutschen, die sich gelegentlich in Norwegisch versuchen. Bis hin zu den einfachen Soldaten, die sich der Invasion entgegenstellen, sind die Rollen glaubwürdig besetzt.

The King’s Choice (deutscher Trailer) sollte für jeden Monarchisten ein Muβ sein, denn er liefert beste Argumente für die Frage: Warum braucht es Könige? H.S.

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Die vollständige 195. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 195

Inhalt der 195. Ausgabe:

  • Geschichtsklitterung und Gegenreaktionen
  • Rumäniens Ministerpräsident stürzt nach Enteignungsversuch
  • Norwegen: Wie handelt ein König?
  • Gedenken an König Ludwig XVI.: Pflichttermin für französische Royalisten

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Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 194

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Rufe nach dem Schah bei Demonstrationen im Iran

Mit 18 Jahren verlieβ Kronprinz Reza den Iran, um seine Ausbildung als Kampfpilot in den USA aufzunehmen. Er kehrte bislang nicht in seine Heimat zurück.

Der Iran ist nicht gerade dafür bekannt, mit Regimegegnern zimperlich umzugehen. Den etwas älteren Lesern mögen dabei noch Bilder von Regimegegnern durch den Kopf gehen, die nach der islamischen Revolte 1979 an Laternen in Teheran aufgeknüpft wurden. Auch danach kam es immer wieder zu Hinrichtungen von Kritikern. Umso beachtlicher sind die Demonstrationen in Teheran und vielen anderen Städten, die es weltweit in die Nachrichten geschafft haben. Dabei sollen massiv monarchistische Slogans gerufen und Bilder des Shah und vor allem auch des Kronprinzen Cyrus Reza Pahlavi gezeigt worden sein, welcher in den USA lebt. Dies ist mit Bildern und Videoaufnahmen belegt. Gerade dies ist Im Iran nicht irgendeine bedeutungslose Lappalie, denn vor allem monarchistische Bestrebungen können vom islamischen Regime der Ajatollahs mit dem Tod bestraft werden und bei den Demonstrationen kamen bereits mehrere Menschen ums Leben.

Während die europäischen Medien sich für einen Kommentar zum Iran lange Zeit ließen und kaum etwas oder gleich gar nichts über den monarchistischen Charakter der Demonstrationen berichteten, war Donald Trump schneller. „Die USA schauen zu”, warnte er in bezug auf etwaige Menschenrechtsverletzungen das iranische Regime und sprach den Demonstranten seine Sympathie aus. Etwas diffuser sagte er auch Unterstützung für einen Regimewechsel zu. Man kann über den Mann sagen, was man will, aber hier hat er richtig gehandelt. Während man in Europa bloß nicht den Atomdeal Obamas infrage stellen will, und dafür offenbar bereit ist, über Leichen zu gehen, solidarisiert sich die US-Regierung mit den Regimegegnern und tritt damit für die Einhaltung grundsätzlicher Menschenrechte ein.

Die persische Kaiserfamilie und vor allem der Kronprinz und die ehemalige Kaiserin Farah Pahlavi ließen über verschiedene Stellungnahmen den Demonstranten ebenfalls ihre Unterstützung und Solidarität bekunden. Außerdem rief Reza Pahlavi die internationale Gemeinschaft auf, dem iranischen Volk zu helfen, und die iranische Armee, sich auf die Seite der Demonstranten zu schlagen. L.R.

Kalender des Jahres 1918

2018 jährt sich der traurige Sturz unserer Monarchie zum 100. Mal. Zu diesem Anlaβ hat die Corona einen Kalender erstellt, in welchem die Ereignisse von 1918 zusammengefaβt sind: Jeden Tag werden so Nachrichten von der Front, politische und wirtschaftliche Meldungen und Triviales wiedergegeben, wie sie an dem jeweiligen Tag des Jahres 1918 passiert sind. Wer Interesse an diesen Nachrichten hat, kann unsere Facebookseite abonnieren, wo sie veröffentlicht sind, beziehungsweise den Blog aufrufen. L.R.

Tod des französischen Dauphins

Einer der Vorteile der Erbmonarchie liegt darin, daβ für gewöhnlich die Thronfolge nicht manipuliert werden kann. „Was aber, wenn der Erbprinz unfähig ist?“ fragen Kritiker der Monarchie gerne. Anders als Republiken, die mit einem völlig ungeeigneten Präsidenten eine volle Amtszeit – und darüber hinaus – leben müssen, greifen in Monarchien die Korrekturmechanismen. Ob im Falle König Ottos I. von Bayern oder König Peters I. von Serbien, Regenten stehen bereit einzuspringen. Im Haus Bourbon-Orléans wurde am 7. Februar 1961 ein Erbprinz geboren: Prinz François Henri Louis Marie von Orléans, Fils de France war nach Aufhebung der Exilgesetze der erste Thronfolger, der in Frankreich das Licht der Welt erblickte. Leider war seine Mutter, Prinzessin Marie-Thérèse, geborene Herzogin von Württemberg, während der Schwangerschaft an Toxoplasmose erkrankt. Der Säugling kam schwer geschädigt zur Welt und bedurfte sein Leben lang der besonderen Betreuung.

Ähnlich wie Prinzessin Cornelie-Cecilie von Preuβen, die bei allen Festen der Familie dabei ist, wurde auch Prinz François nie vor der Öffentlichkeit versteckt. Sein Erstgeburtsrecht wurde vom Haus Orléans ebenso anerkannt wie von französischen Royalisten. Sein 1965 geborener Bruder Prinz Jean wurde 1980 vom Vormundschaftsgericht des 17. Arrondissements in Paris zum offiziellen Betreuer ernannt. Auch der Vater der beiden Prinzen, Henri Comte de Paris, reagierte ähnlich und ernannte Prinz Jean zum Regenten des Dauphins. In der Verlautbarung zum Tod von Prinz François bezeichnete der Graf von Paris Prinz Jean gleich als neuen „Dauphin de France“. Die Automatik der monarchischen Nachfolge funktioniert auch in diesem Fall.

Am 31. Dezember 2017 ist Prinz François nach Angaben des Hauses „friedlich und im Kreis seiner Familie entschlafen“.

Die Bevölkerung hatte am 5. Januar Gelegenheit, von ihm Abschied zu nehmen. Prinz Jean hatte die öffentliche Aufbahrung in der königlichen Kapelle von Dreux verfügt. In der Begräbnisstätte der Bourbon-Orléans wurde Prinz François am 6. Januar beigesetzt. Er liegt nun in der Nähe seiner Groβeltern, des Grafen Henri († 1999) und der Gräfin Isabelle von Paris († 2003). Die Nachrufe in französischen Zeitungen waren gekennzeichnet von Sympathie für den Verstorbenen. L‘Echo républicain erinnerte seine Leser daran, das man den Prinzen häufig begegnen konnte, wenn er seine Spaziergänge  machte. Aber auch das geschah: Über die Behinderung rissen Republikaner ihre Witze, was bei anderen Behinderten undenkbar wäre. Im Fall von Angehörigen des Königshauses kennen Antiroyalisten keine Geschmacksgrenzen. H.S.

In der königlichen Kapelle von Dreux liegen die Angehörigen der Familie Bourbon-Orléans

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Die vollständige 194. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 194

Inhalt der 194. Ausgabe:

  • Rufe nach dem Schah bei Demonstrationen im Iran
  • Kalender des Jahres 1918
  • Hohenzollerngruft im Berliner Dom wird renoviert
  • Tod des französischen Dauphins
  • Keine Chance für Australiens Republikaner

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Weihnachtsansprachen von S.M. dem König der Belgier und S.K.H. des Großherzogs von Luxemburg

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Meine Damen und Herren,

anfang dieses Monats war eine Gruppe von Kindern bei mir im Palast zu Besuch.  Sie waren neugierig zu erfahren, wie ein König arbeitet und was seine Aufgaben sind.  Als das Thema auf meine Weihnachtsansprache kam, sagte eines der Kinder, welches Glück wir haben, in einem so schönen Land wie Belgien zu leben. Trotz unserer eigenen Sorgen, trotz der Unsicherheit in der Welt und der Bedrohung der globalen Gleichgewichte, sollten wir uns mehr trauen, die Dinge häufiger aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.  Mit einem Blick, der mehr sieht als das, was fehlt, als das, was wir nicht haben. Mit einem staunenden Blick.

Wie wir auf die Dinge schauen bestimmt auch unser Handeln.  Wer die Natur bestaunt, wird auch respektvoller mit ihr umgehen.  Und was für die Natur gilt, gilt umso mehr für unsere Mitmenschen.  Hinter unseren Schwächen und Fehlern wohnt in jedem von uns eine reiche innere Schönheit, die es verdient, zur Entfaltung gebracht zu werden. Neulich habe ich ein Pflegeheim in Holsbeek besucht.  Hier helfen die Pfleger den Bewohnern, all das Schöne zu entdecken, was jenseits von Alter und Krankheit in ihnen steckt.  Dadurch ist es ihnen gemeinsam gelungen, sich neue Wege auszudenken, wie sie noch engere Bindungen mit ihrer Nachbarschaft knüpfen können.  Wir haben dort glückliche Menschen gesehen.  Ein solcher Blick auf das Älterwerden ist eine Quelle der Hoffnung.  Wer die Schönheit des Lebens bestaunt, lebt selbst besser und kann anderen helfen, das Leben besser zu leben.

Staunen macht uns auch kreativ. In Namur war ich begeistert von einem Projekt, das Techniker, Unternehmer und Künstler zusammenbringt.  Sie lernen dabei gemeinsam, sich wieder zu wundern über einfache Objekte unseres Alltags, Werkzeuge oder Technologien, die sie glaubten zu begreifen.  Das beflügelt ihren eigenen Erfindungsgeist und weckt innovative Ideen.  Das gleiche gilt auch für die grossen Herausforderungen unserer Zeit, einschliesslich der Zukunft unseres eigenen Planeten.  Nur mithilfe unserer Kreativität werden wir dafür Lösungen finden.

Lassen wir uns schliesslich auch staunen über das, was wir alles gemeinsam aufgebaut haben, unser gemeinsames Gut, das Ergebnis einer langen Geschichte von Verbundenheit, verankert in Solidarität und Kompromissen.  Daraus können wir die Kraft schöpfen, um nicht in sterilen Zynismus und Gleichgültigkeit zu verfallen.  Die Zukunft unserer Demokratien hängt in erster Linie davon ab, wie wir diese Demokratien betrachten.  Sie beginnt mit Verbundenheit untereinander.  Ich denke hier ganz konkret an ein schönes Projekt in St. Gilles, von jungen Menschen ins Leben gerufen, die sich selbst ‘die Fabrik der Verbundenheit’ nennen.  Ein Besuch bei ihnen ist eine echte Bereicherung. Und dann sind da auch die Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die die Königin und ich neulich in Vilvoorde besucht haben.  Sie arbeiten zusammen an Projekten zur sozialen Integration, die auf dem Finden der Selbstachtung aufbauen.  Die Schönheit in ihren Augen sprach Bände.

Meine Damen und Herren,

es herrscht viel Unruhe in unserer Welt.  Spannungen und Krisenherde mehren sich.  Umso wichtiger ist es, dass wir uns das Staunen bewahren – gerade auch unseren Kindern und deren Zukunft zuliebe.  Lassen wir uns gemeinsam diesen Weg wählen.

Die Königin und ich, sowie unsere ganze Familie, wünschen Ihnen fröhliche Weihnachten und ein gutes Neues Jahr.

Philippe R.

Weihnachtsansprache von Seiner Königlichen Hoheit Großherzog Henri am  24. Dezember 2017
(auf Letzeburgsch, das entsprechende Video ist hier anzusehen)

Léif Matbierger,

Wa mir zeréckkucken, erënnere mir eis un d‘ Stëmmung, déi et um Enn vum leschte Joer gouf. Et war eng Ambiance vu latenten Ängschten a Spannungen an de westleche Gesellschaften, déi de politschen Débat staark geprägt huet. Dofir hunn och vill Mënsche gefaart, de Populismus géif Iwwerhand huelen, zemol an eisen Nopeschlänner.

D‘Entwécklunge vun de leschte Méint hunn dës Tendenz awer deelweis widderluecht, op mannst fir de Moment emol. Den europäesche Projet ass nei legitiméiert ginn, och wann d’Interpretatiounen deelweis ausenee ginn. Dobäi kënnt, datt de wirtschaftlechen Obschwong och säin Deel dozou bäigedroen huet, datt d’Leit d’Iddi vun Europa nees méi positiv gesinn. Déi allgemeng besser Stëmmung schaaft Vertrauen, an dat Vertrauen ass och néideg fir d’Zukunft. De Wëllen ass grouss, d‘Problemer vun eiser Zäit méi offensiv a mat neiem Elan unzegoen.

Léif Leit,
wann ech ee Souvenir vum öffentleche Liewen vum Joer 2017 misst erauspicken, dann wäer et dee spezielle Moment den ech erliewt hunn, wéi ech am November zu Bonn un der COP 23 iwwer de Klimawandel deelgeholl hunn.

Et war an engem anonyme Sall, just kuerz virun der Plenarsitzung wou d’Staatscheffe vun de Länner, déi représentéiert waren, sech informel versammelt haten. Ech wor ee vun de wéinege Vertrieder vu westleche Länner, a wor vun de Leader vun elauter Länner ëmginn, déi am meeschte vun de Konsequenzen vun der Klimaerwäermung betraff sinn: Entwécklungslänner an Inselstaaten. Et sinn nämlech déi Länner, déi elo schonn ënner meteorologesche Katastrophen leiden, wéi déi erschreckend Biller eis dëst Joer gewisen hunn. Et sinn och Deeler vun deene Länner, déi iergendwann verschwanne wäerten, well se vun den Ozeanen iwwerschwemmt ginn. D’Populatioune vu villen Insel-Staaten sinn haut schon an dëser desolater Situatioun. Si hu ganz einfach keng Zukunft oder kaum d‘Chance eng ze hunn.

Esouvill Nout brécht engem d’Häerz.

Si stäerkt awer och de Wonsch ze agéieren, eppes ze beweegen.
D’Mécanisme géint de Klimawandel richteg anzesetzen ass vun enormer Wichtegkeet, fir déi betraffe Länner, mee och fir eis. Dat muss awer séier geschéien, a kann nëmme geléngen, wa mir all an déi selwecht Richtung schaffen.
Mir mussen iwwer déi annoncéiert Mesuren erausgoen a méi ambitieis ginn, nei Partner an nei Finanzementer fir Projetë fannen – en domaine iwwregens, wou Lëtzebuerg sech besonnesch ervirdeet. Jiddfer Eenzelne vun eis ka säin Deel bäidroen, a wann et nëmmen ass, andeems mir verschidde vun eise Gewunnechten änneren.

Elo ëm d‘Feierdeeg, wou d’Iddi vun der Solidaritéit eng besonnesch Bedeitung huet, sollte mir eis eiser Responsabilitéit nei bewosst ginn. D’Gesellschaft ass déi Plaz, wou mir iwwer eis perséinlech Interesse kënnen erauswuessen.

D’Solidaritéit spillt sech vir d’éischt am Kader vun der Famill of. Doriwwer eraus dréckt sech eise „Vivre-ensemble“ momentan nach haaptsächlech am nationale Kader aus. Mir gesinn awer och eng europäesch Solidaritéit, déi sech lues a lues entwéckelt. An da gëtt et awer och d‘Verbonnenheet tëscht alle Mënschen op eiser Äerd.

Et ass dës Solidaritéit, déi spille muss, fir esou global Problematiken wéi de Klimawandel ze léisen.

Léif Matbierger,

Virun e puer Deeg haten d’Grande-Duchesse an ech de Plëséier, en Deel vum neie Mobilitéitsréseau mat der neier Gare, dem Funiculaire an dem Tram anzeweien.
Dëse groussen Dag fir d’Mobilitéit ass eng bedeitend Etapp an der Geschicht vun den Infrastrukture vun eisem Land. Déi rasant Entwécklung vun eiser Wirtschaft an de leschte Joren huet eist Stroossennetz un de Rand vum Kollaps bruecht. D’Ustrengungen, fir eisen öffentlechen Transport ze verbesseren, ginn elo konkret.
Nei Projeën sinn ugekënnegt fir d’Offer nach méi attraktiv ze maachen. Ech géif mir wënschen, datt dës nei Offer de verdéngte Succès kritt, an datt jiddfer Eenzelnen e Maximum dovunner profitéieren kann. Esou komme mir enger méi nohalteger a méi harmonescher Weiderentwécklung vun eisem Land méi no.

Léif Leit alleguer,
Loost eis op dësem Virowend vu Chrëschtdag un all déi gutt Grënn denken, déi mir hunn fir dankbar ze sinn. Mir liewen an engem Land vu Wuelstand, woubäi mir awer net däerfe vergiessen, datt et nach ëmmer zevill Leit heiheem ginn, déi Schwieregkeeten hunn, Mount fir Mount iwwer d’Ronnen ze kommen an déi leider net vum allgemenge Wuelstand profitéiere kënnen. Si verdéngen eis besonnesch Attentioun. Eis Gemittlechkeet, eisen Ëmgang ee mat deem aneren, sinn en Deel vun eiser DNA. Mir sollten dës Charakterzich onbedéngt beibehaalen. D’Grande-Duchesse an ech freeën eis mat all deenen, déi d’Chrëschtzäit mat hirer Famill an hire Frënn zesumme genéisse kënnen. Mir denken awer och un déi, déi op dëse Feierdeeg eleng oder krank sinn, a mir wënschen hinne Courage an Zouversiicht fir d‘Zukunft.

Léif Matbierger,
Mat der Grande-Duchesse, dem Grand-Duc Jean, dem Prënz Guillaume, der Prinzessin Stéphanie an all eise Kanner, wënschen ech Iech vu ganzem Häerzen schéi Chrëschtdeeg an elo schon all Guddes fir e glécklecht neit Joer.

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 193

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Margareta, Königin in einer Republik

Königin Margareta schreitet an (v.l.n.r.) Königin Anne-Marie, Prinz Charles, Königin Sofía, König Juan Carlos, Großherzog Henri, Königin Silvia und König Carl XVI. Gustaf vorbei. In der 2. Reihe Erzherzog Karl, Herzog Dom Duarte, Kronprinz Alexander und (leicht verdeckt) der Apostolische Nuntius in Deutschland Nikola Eterović.

Nach dem Tod von König Michael I. von Rumänien am 5. Dezember erfolgt seine Beisetzung am 16. Dezember, nachdem die Rumänen zwischen dem 13. und dem 16. Dezember drei Tage lang in Bukarest vor seinem Sarg Abschied nehmen können. Zur Beerdigung des ehemals regierenden Monarchen werden unter anderem Prinz Charles, König Juan Carlos und Königin Sofia von Spanien, König Carl Gustaf und Königin Silvia von Schweden, König Simeon II. der Bulgaren, Königin Anne-Marie von Griechenland, Kronprinz Alexander von Serbien, Prinzessin Astrid von Belgien und viele andere Vertreter mehr erscheinen. Aus Deutschland wird Prinz Georg Friedrich von Preußen das Gesamthaus Hohenzollern vertreten. Anreisen werden auch Markgraf Max und Markgräfin Valerie von Baden und für das Haus Württemberg Herzog Eberhard.

Prinz Georg Friedrich von Preußen erweist vor dem im Thronsaal aufgebahrten Sarg König Michael die letzte Ehre.

Als Chef des rumänischen Königshauses folgt Michael Kronprinzessin Margareta nach. In unmittelbarer Reaktion auf die Kunde vom nahenden Tod des Königs hat das rumänische Parlament umgehend beschlossen, der Königsfamilie einen offiziellen Status einzuräumen. Dies beinhaltet auch, daß sich die bisherige Kronprinzessin Margareta jetzt „Königin” nennen darf.

Während des Gottesdienst in der Patriarchenkathedrale saß inmitten der rumänischen Königsfamilie Prinz Georg Friedrich neben Nicolae Medforth-Mills.

Die Aussichten, daß Rumänien nicht nur eine Königin hat, sondern auch wieder ein Königreich wird, sind mit dem Tod von König Michael dagegen wahrscheinlich eher geringer geworden. 1992 durfte König Michael erstmals seit seiner von den Kommunisten erzwungenen Abdankung wieder ins Land einreisen und wurde von über einer Million Menschen begrüßt. Wäre er einfach in den Präsidentenpalast eingezogen, wären Rumäniens Politiker vom Volk hinweggefegt worden. Dies war der beste Moment für eine Restauration. Wohl deswegen gaben sie ihm nach diesem Auftritt fünf Jahre Einreiseverbot, bis er 1997 erneut Rumänien besuchte, wo ihm aber schon nicht mehr ganz so viele Menschen ihre Aufwartung machten. Heute ist zum einen zu befürchten, daß die Politik dem Königshaus nur auf Drängen des Volkes einen offiziellen Status eingeräumt hat, weitere Schritte aber unterläßt. Außerdem ist der beliebte Nicolae Medforth-Mills von König Michael kurz vor seiner schweren Krankheit aus dem Königshaus verstoßen worden, man vermutet wegen eines unehelichen Kindes. Der Gemahl von Königin Margareta, Prinz Radu, ist dagegen weit weniger beliebt im Volk.

Derweil wurde zeitgleich zu dem Gesetz, welches der Königsfamilie einen offiziellen Status einräumt, auch die Justizreform verabschiedet, die korrupte Politiker besser vor Verfolgung schützt. Die Neue Zürcher Zeitung faßte dies gut zusammen: Nach dem Tod von Mihai I. bleibt Rumänien mit seinen Politikern allein.   L.R.

Feiertag zur Aufrufung der Republik nicht in Bayern

Bei den Landtagswahlen in Bayern im kommenden Jahr kann die Einparteienherrschaft der CSU durchaus gefährdet werden. Die Erzählung einer positiven Geschichte über das Ende einer erfreulicheren Einherrschaft ist in Bayern dagegen erst einmal abgeschmettert worden: der 8. November, Tag des Sturzes der bayerischen Monarchie und damit Tag der Gründung des Freistaats in seiner jetzigen Form wird kein Feiertag, auch nicht einmalig. Für einen solchen Feiertag hatte sich die SPD im Land eingesetzt. Zwar steht die abschließende Abstimmung im Parlament noch aus, jedoch hat sich die CSU dagegen ausgesprochen. Damit ist zumindest in Bayern die Gefahr einer Verklärung jener Republik, die am 30. Januar 1933 Adolf Hitler zu ihrem Kanzler machte, anläßlich des hundertjährigen Jubiläums des Sturzes der Monarchie unwahrscheinlicher geworden.

Wahrscheinlich ist hingegen, daß die Verklärung dieser Republik, die genausowenig lebensfähig war, wie jene von 1848, auf Bundesebene im kommenden Jahr in großem Umfang betrieben wird, Feiertag in Bayern hin oder her. Schon liest man fabelhafte Dinge über die Bestrebungen nach 1918, eine funktionierende allgemeine Friedensordnung herzustellen, obwohl es gerade das Versailler Diktat war, welches keinen Frieden bedeutete, sondern nur einen Waffenstillstand auf 20 Jahre, wie etwa der französische Marschall Foch äußerte, obwohl er dabei freilich eher die völlige Vernichtung Deutschlands im Sinn hatte. Man wird wieder von unprovoziertem Terror des deutschen Heers gegen die belgische Zivilbevölkerung lesen, obwohl dies längst widerlegt ist. Die SPD wird sich als Widerstandspartei gegen das Kaiserreich generieren, obwohl sie die Kriegskredite aus Überzeugung verabschiedet hat. Man wird das Kaiserreich als unfrei und undemokratisch darstellen, obwohl das Wahlrecht des Reichs sehr fortschrittlich war und die Meinungsfreiheit wahrscheinlich höher als in der Bundesrepublik. Nichts dagegen wird man über die Seeblockade der Engländer erfahren, oder über die späteren Gesetze zum Schutz der Republik, die ganz wesentlich dazu beigetragen haben, Monarchisten in Weimar zu Staatsfeinden zu machen.

In der Vergangenheit hat es sich bereits erwiesen, daß es desto einfacher ist, Geschichtsklitterung zu betreiben, je weniger Zeitzeugen noch leben, und die letzten Menschen, die noch im Kaiserreich gelebt haben, waren damals Kleinkinder, auch wenn einige Menschen sich zumindest noch an die Erzählungen ihrer Eltern von der „guten alten Zeit” erinnern. Erlischt diese Erinnerung, ist es sehr leicht für die bundesrepublikanischen Hofhistoriker, die Geschichte so zu interpretieren, wie es denen, die sie dafür in Form von Lehrstühlen und Fördermitteln bezahlen, beliebt. Was kann man dagegen tun? Wahrscheinlich nicht so viel, daß es einen Unterschied machen würde. Dennoch gilt es, ein Zeichen zu setzen und zumindest den Versuch zu unternehmen: Im digitalen Zeitalter haben die meisten Artikel eine Kommentarfunktion, für diese muß man sich zwar bei den entsprechenden Medien mit seinem Klarnamen registrieren, das sollten aber diejenigen nicht scheuen, die die historischen Fakten auf ihrer Seite haben. Insofern gilt es, sich gegenseitig über falsche historische Darstellungen zu informieren und diese, wenn immer möglich, in den Kommentaren zu demaskieren, damit diejenigen, die sich jenseits bundesrepublikanischer Geschichtsklitterung über das Kaiserreich informieren wollen, auch die Gelegenheit dazu haben. L.R.

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Die vollständige 193. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 193

Inhalt der 193. Ausgabe:

  • Margareta, Königin in einer Republik
  • Opfern die gebührende Ehre entgegenbringen
  • Feiertag zur Ausrufung der Republik nicht in Bayern
  • Prinz Laurent von Belgien: Das schwarze Schaf der Königsfamilie

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Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.

Königlicher Putsch für die Demokratie

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Am 21. April 1967 erlebte Griechenland einen Staatsstreich des Militärs. Armeechef Spandidakis, Brigadegeneral Patakos und Generalstaatsanwalt Kollias übernahmen die Macht. Wenige Tage später trat Oberst Georgios Papadopoulos, Mitglied der Militärjunta, vor die Presse und gab bekannt:

Wir handelten ohne Wissen des Königs, aber er wurde so schnell wie möglich nach der Tat informiert – noch im Verlauf der Nacht. Unsere jetzige Beziehung zum ihm können Sie aus den Bildern in der Presse ersehen, auf denen er inmitten seines Ministerrates abgebildet ist.

Tatsächlich hatte König Konstantin bereits in der Nacht von dem Staatsstreich erfahren, doch nicht, weil er informiert, sondern weil er verhaftet wurde. Unter dem Druck der Junta erklärte er sich bereit, die Militärregierung zu vereidigen.

Von Beginn an war das Verhältnis zwischen König und Obristen angespannt. Seit Mitte Mai 1967 begann der König Gespräche mit US-Botschafter Talbot zu Überlegungen, wie man die Junta stürzen könne. Die Oberkommandierenden von Marine und Luftwaffe waren auf der Seite des Königs, doch war die Loyalität im Heer sehr unterschiedlich. Generalleutnant Konstantinos Kollias, der das 2. Korps in Larisa kommandierte, sagte dem König, daß zur Vorbereitung des Putschs etwa eine Woche notwendig sei, doch lehnte König Konstantin dies „aus Geheimhaltungsgründen“ ab und beschloß, am 13. Dezember 1967 zuzuschlagen.

Er wollte das Unternehmen vom Luftwaffenstützpunkt in Kavalla aus leiten und informierte am Tag zuvor Premierminister Kollias, der bereit war, mitzufliegen. Am Abend des 12. Dezembers forderte König Konstantin US-Botschafter Talbot auf, am nächsten Morgen nach Tatoi zu kommen. Gegen Mitternacht wurden die Offiziere in Nordgriechenland informiert, daß der Gegenputsch am nächsten Tag stattfinden würde.

König Konstantin schilderte die nachfolgenden Stunden selbst so:

Ich versuchte zu kämpfen, und ich verlor. Ich kämpfte, weil ich der Meinung war, daß ich auf diesem Wege mein Land schneller und wirksamer zu einem demokratischen Leben zurückbringen könnte.

Am 28. Oktober 1967 besuchte König Konstantin Thessaloniki.

In den Monaten nach dem 21. April sind meine Frau und ich so häufig wie möglich im Lande herumgereist, um möglichst engen Kontakt mit der Volksmeinung zu haben. Wir haben dabei beide großes Verständnis und Sympathie gefunden. Die Leute wußten, was meine Absicht war und daß ich ihre wichtigste Hoffnung für die Zukunft darstellte. Sie wußten alle, warum ich nicht früher aktiv geworden war – denn hätte ich es getan, hätte das unendliches Blutvergießen bedeutet.

Ich begab mich darum am 13. Dezember nach Kavalla, um meine Kampagne für nationale Freiheit zu beginnen. Mein grundlegender Gedanke war, die Regierung umzubesetzen. Premierminister Konstantin Kollias an der Spitze zu belassen, den Mann, den ich am 21. April ernannt hatte.

Am 13. Dezember morgens verließ ich Tatoi, die königliche Sommerresidenz bei Athen, unter strengster Geheimhaltung und mit der vollen Absicht, auf dramatische Weise eine Änderung der Regierung und ihrer Einstellung herbeizuzwingen. Meine Frau, Kinder, Mutter und Schwester, Premier Kollias, Leonidas Papagos, der Hofmarschall und General Konstantin Dovas, Chef des zu meinem Haushalt gehördenden Militärs, befanden mit mir in meinem eigenen Flugzeug. Alles, was wir an Gepäck bei uns hatten, war die Uniform, die ich trug, und ein Anzug sowie die Kleidung, die meine Familie trug. Außerdem hatte ich bei mir in meinem Flugzeug eine bereits vorher gemachte Bandaufnahme mit einer Rede, in der ich dem Volk meine Entscheidung und die Gründe klarlegte und in der ich das Volk aufrief, sich zu meiner Unterstützung zu erheben.

Als wir nach einer Stunde in Kavalla eintrafen, wo uns in der Stadt kein Mensch erwartete, bereitete man mir eine normale freundliche Begrüßung. Später verließ ich das in der Stadtmitte gelegene Hotel Astir, wo ich meine Familie zurückließ und begab mich ins nahegelegene Hauptquartier der 11. Division. Von hier ließ ich sofort die Bandaufzeichnung mit meiner Rede über die Rundfunkstation senden. Sie wurde am 13. Dezember unaufhörlich gesendet. Dann telephonierte ich mit den Korps- und Divisionskommandeuren in ganz Nordgriechenland, unterrichtete sie von meinen Absichten und befahl ihnen, mich bei meinen Aktionen zu unterstützen. Ein Stunde später befahl ich der Marine in Südgriechenland, auszulaufen und nördliche Häfen anzusteuern, was sie auch tat. Durch Luftmarschall Andonakos ordnete ich Alarmzustand für die Luftwaffe an. Alle Flugplätze kamen dem Befehl nach. Jeder einzelne Flugplatz, mit dem ich sprach, sagte Unterstützung zu. Bis heute jedoch ist mir der tatsächliche Umfang ihrer Unterstützung nicht bekannt.

In der Zwischenzeit marschierten Einheiten von General Georgios Peridis in Richtung Saloniki.

Zwei Stunden später, nachdem ich das Hauptquartier verlassen und nach einer Fahrt von drei Minuten zum Platz am Hotel gekommen war, wurde ich von einer großen, enthusiastischen Menge junger Leute und Arbeiter aufgehalten, die jubelten und ‚Lang lebe Konstantin!‘ riefen, ‚Lang lebe die Freiheit!‘ und ‚Lang lebe die Armee!‘. … Mit einem Hubschrauber flog ich nach Komotini, um General Georgios Peridis zu treffen, den Kommandeur des III. Armeekorps, welches dort stationiert war. Wir erörterten die Lage, und sie schien noch okay zu sein. Erst später sah ich, daß die Dinge de facto gar nicht so gut standen.

Peridis muß den Verdacht gehabt haben, daß, obwohl er es nicht erwähnte, Brigadegeneral Andreas Hoerschelmann, Oberkommandierender der 20. Panzerdivision – die für meinen Feldzug wichtig war – isoliert und vielleicht sogar verhaftet worden war. Um 18 Uhr flog ich mit dem Hubschrauber in der Dunkelheit nach Kavalla zurück.

Die Menschenmenge an dem Landeplatz war so gewaltig, daß die Polizei es sehr schwer hatte, mir auch nur ein wenig Platz zur Landung zu verschaffen. Die Menschen weinten und schrieen mit einer Begeisterung, die ich nie zuvor bei meinem Volke gesehen hatte, mit Hoffnung in den Augen, wie ich sie nie zuvor bei meinem Volke gesehen hatte. Sie jubelten mir zu, hoben mich auf ihre Schultern und sagten mir, daß sie bei meinen Bemühungen, ihnen ein besseres und vollständig freies Leben zu geben, alle an meiner Seite stehen würden.

Nachdem ich mir einen Weg durch die Menge gebahnt hatte, begab ich mich auf den Balkon des Hitels und sprach ein paar Worte zu ihnen: Das Volk und die Armee, vereint mit ihrem König, werden gemeinsam den Weg in ein wahrhaft freies, demokratisches Leben gehen – lang lebe Griechenland!‘

Ich sah meine Familie nur einen kurzen Augenblick, dann begab ich mich zurück ins Hauptquartier der 11. Division. Kurz nach 21 Uhr hörte ich die Radioübertragung der Zeremonie, mit der die neue Regierung und ein früherer Adjutant meines Vaters als Regent vereidigt wurden.

Von da ab bis etwa morgens 2 Uhr trafen nur schlechte Nachrichten ein. Ich wurde unterrichtet, daß Hoerschelmann verhaftet worden war. Ich hörte weiter, daß regimetreue Offiziere, die Teile der 20. Panzerdivision kommandierten, ursprünglich von Hoerschelmann verhaftet und dann unter der Zusicherung wieder freigelassen worden waren, daß sie zu ihrem Treueeid stehen würden. Man hatte ihnen sogar das Kommando über ihre Einheiten zurückgegeben. Während der Nacht hatten Einheiten der Division unter Führung dieser Offiziere Peridis und seinen Stab umzingelt und mattgesetzt.

Etwa gegen 1.30 Uhr morgens rief uns Peridis an und sagte, daß seine Verhaftung bevorstünde. Mein Ziel war ursprünglich gewesen, die gesamte Armee hinter mich zu bringen und Städte zu besetzen, deren gesamte Bevölkerung einstimmig hinter mir stand. General Zalachoris beispielsweise befand sich mit seiner Einheit auf dem Weg von der nördlichsten Spitze Trakiens zu mir. Mein Feldzug schlug fehl, weil solche loyalen Truppen nicht in der Lage waren, Schlüsselpositionen zu besetzen und weil einige der Armeeinheiten, die mir Unterstützung zugesagt hatten, mich im letzten Augenblick im Stich ließen.

Um 2.15 Uhr am 14. Dezember wurde mir klar, daß ein weiteres Beharren totalen Bürgerkrieg und Vernichtung der griechischen Streitkräfte untereinander bedeuten würde. Ich hatte noch die Luftwaffe und die Marine und einige loyale Einheiten der Armee hinter mir und hätte damit kämpfen können. Das aber war nicht mein Ziel. Ich wollte mein Land aufbauen, nicht zerstören.“

Als das königliche Flugzeug am 14. Dezember 1967 in Rom landete, besaß die Königsfamilie nichts mehr als was sie auf dem Leib trugen.

Wenig später flog König Konstantin mit seiner Familie nach Rom. Die Junta verhaftete 4000 bekannte Royalisten und versicherte, der Monarch sei kriminellen Elementen ins Garn gegangen. Die Junta gab bekannt, der König sei abgesetzt und durch General Georgios Zoitakis als Vizekönig ersetzt worden.

Es folgten sechs weitere Jahre der Diktatur und zwei eher zweifelhafte Referenden zur Staatsform. Am 13./14. Dezember ist tragischerweise der Versuch gescheitert, in Griechenland das Schicksal zu wenden. Besser ein gescheiterter Versuch, als gar keiner. Die Salonrevoluzzer im französischen oder deutschen Exil konnten 1974 nach Griechenland zurückkehren und nahmen oft hohe Posten in Regierung, Parlament und Universitäten ein. Für den König und seine Familie blieben die Grenzen noch etliche Jahrzehnte verschlossen.

König Michael I. von Rumänien ist tot

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Das Sekretariat des rumänischen Königshauses veröffentlichte am 5. Dezember eine Erklärung, die mit dem Satz begann:

Seine Majestät König Michael I. von Rumänien starb heute, 5. Dezember 2017 um 12 Uhr in Genf in der Schweiz.

Das rumänische Fernsehen strahlte diesen Nachruf in Bildern (ohne Worte) aus:

Am Nachmittag veröffentlichte Kronprinzessin Margareta von Rumänien nachstehende Erklärung, mit der sie versprach, sein Werk fortzuführen.


Mit König Michael starb das letzte aktive Staatsoberhaupt des 2. Weltkriegs. Das letzte noch lebende Staatsoberhaupt von allen, König Simeon II. der Bulgaren, bestieg 1943 als Sechsjähriger den Thron, führte aber nicht die Amtsgeschäfte. Für ihn regierte ein Regentschaftsrat, dessen Mitglieder Prinz Kyrill, Bogdan Filow und Nikola Mikhow am 2. Februar 1945 von den neuen kommunistischen Machthabern erschossen wurden. Die Rote Armee sorgte auch in Rumänien dafür, daß die Kommunisten an die Macht kamen, aber König Michael blieb im Land und konnte sogar weiter als König des Landes amtieren.

Diese besondere Situation verdankte er zum Teil seinem außerordentlichen persönlichen Mut, denn am 23. August 1944 verhaftete er den rumänischen Diktator Marschall Ion Antonescu und wechselte die Seiten. Das Königreich Rumänien erklärte dem Deutschen Reich den Krieg und wurde von einem Kriegsgegner der Sowjetunion zu deren Verbündeten.

Dies ist nur eine Episode seines durch viele bemerkenswerte Wechselfälle gekennzeichneten Lebens. Als Prinz Michael von Rumänien aus dem Haus Hohenzollern-Sigmaringen am 25. Oktober 1921 geboren wurde, waren seine Eltern, Kronprinz Carol und Kronprinzessin Elena, Tochter der griechischen Königs Konstantin I., nicht eben glücklich verheiratet. Der Kronprinz hatte zuvor ohne die Einwilligung seines Vaters und des rumänischen Parlaments Zizi Lambrino geheiratet. Vom Obersten Gerichtshof Rumäniens wurde die Ehe annuliert, so daß die Verbindung zum griechischen Königshaus, die für die Balkanmonarchien von Bedeutung war, geknüpft werden konnte. Aber Carol zeigte weiterhin wenig Interesse an den Pflichten als künftiger König. 1925 verzichtete er auf seine Thronrechte und verließ das Land. Als König Ferdinand I. 1927 starb, wurde der gerade fünfjährige Enkel als Michael I. (Mihai) zu seinem Nachfolger proklamiert.

Durch einen Staatsstreich, der von Premierminister Iuliu Maniu im Juni 1930 inszeniert wurde, konnte Carol aus dem Ausland zurückkehren und das Parlament erklärte ihn zum König, Michael wurde wieder zum Kronprinzen. Nur zehn turbulente Jahre währte die Herrschaft Carols und am 6. September 1940 dankte er erneut ab und sein Sohn wurde zum zweiten Mal König von Rumänien. Niemand hatte den stillen jungen Mann ernst genommen, aber König Michael manövrierte geschickt durch die Kriegsjahre. Beigestanden hat ihm dabei besonders seine Mutter, Königin Elena, die sich bei der Rettung rumänischer Juden verdient gemacht hat und 1993 mit dem Ehrentitel als „Gerechte unter den Völkern“ ausgezeichnet wurde.

Dem König war 1945 nicht bewußt, daß sich Churchill und Stalin darauf geeinigt hatten, ihre Einflußsphären auf dem Balkan aufzuteilen: Rumänien sollte zu 90% unter sowjetischem und Griechenland zu 90% unter britischem Einfluß stehen. Michael hatte keine Chance, aber er nutzte sie.  Ein britischer Diplomat schrieb 1945: „Michael is the only person who may be able to pull the country through the coming months and save it from anarchy or communism.” Although constantly disappointed by the west’s failure to act and bullied by the notorious Andrei Vyshinsky, the prosecutor of Stalin’s 1930s show trials, Michael was the last monarch to abdicate from behind the Iron Curtain. In the face of Russian intimidation and intrigue he opted to go on strike, refusing to sign any royal decrees while he pressed Washington and London to act. Help was not forthcoming.

Im November 1947 nahm er in London an der Hochzeit von Prinzessin Elizabeth und Prinz Philip teil. Er traf dort auch Prinzessin Anna von Bourbon-Parma und teilte nach seiner Rückkehr am 21. Dezember 1947 der rumänischen Regierung seine Heiratsabsichten mit. Die kommunistische Regierung war nicht davon erbaut, daß die Königsfamilie ihre fortdauernde Präsenz in Rumänien plante und drängte König Michael zur Abdankung. Er lehnte ab. Erst als die Regierung drohte, tausend inhaftierte Studenten erschießen zu lassen, unterzeichnete der Monarch am 30. Dezember 1947 das Dokument. Er widerrief es später im Exil, weil es unter Gewaltandrohung zustande kam und damit illegal war.

Am 3. Januar 1948 verließen er und seine Mutter Rumänien, das zur Volksrepublik erklärt wurde, per Zug. Die kommunistische Propaganda dichtete ihnen an, sie hätten die Waggons mit Kostbarkeiten gefüllt, um im Exil ein Leben in Luxus und Schwelgereien zu führen. Nichts davon stimmte, die Königsfamilie besaß nichts und nach ihrer Hochzeit mußten König Michael und Königin Anna unter schwierigen Bedingungen ihren Lebensunterhalt verdienen, zuerst mit einem Hühnerhof in Hertfordshire, dann als Testpilot in der Schweiz und Börsenmakler in den USA. Rumänien hatte am 28. Februar 1948 den gesamten Besitz der Königsfamilie beschlagnahmt und ihr die rumänische Staatsangehörigkeit aberkannt.

Ihre fünf Töchter zogen König Michael und Königin Anna in der Schweiz groß. Nur in größter Diskretion wirkte der ins Exil geschickte Monarch für die Befreiung Rumäniens. Im Gegensatz zu anderen Königen außerhalb ihres angestammten Landes kamen aus seinem Sekretariat keine Deklarationen oder Grußbotschaften. König Umberto von Italien traf mit Abordnungen von italienischen Monarchisten zusammen und König Simeon II. der Bulgaren ließ Weißbücher über die Lage in Bulgarien veröffentlichen, aber König Michael beantwortete über sein Büro briefliche Anfragen höflich, doch auch nichtssagend.

König Michael und Kronprinzessin Margareta bei der Rückkehr nach Rumänien am 3. März 1997

So kam es recht überraschend, daß nach der Befreiung Osteuropas 1989 der König als einer der ersten Exilmonarchen versuchte, in seine Heimat zurückzukehren. Am 25. Dezember 1990 wollte er Weihnachten in der Heimat verbringen, doch die Regierung im postkommunistischen Rumänien verweigerte ihm die Einreise. Er wurde im Flughafen festgehalten und nach einigen Stunden zurückgeschickt in die Schweiz. Auch ein zweiter Einreiseversuch mißlang. Zum Osterfest 1992 flog er mit einem 24-Stunden-Visum nach Bukarest, mehr als eine Million Menschen begrüßte den König und die ihn begleitenden Mitglieder der Familie. Der Regierung waren dies zuviele, so daß weitere Besuche nicht gestattet wurden. Erst ein Regierungswechsel brachte die Wende. 1996 durfte die Angehörigen des Königshauses zurückkehren und 2001 stellte ihm die Regierung eine Residenz und Personal zur Verfügung. Anläßlich seines 90. Geburtstags sprach er zum ersten Mal nach 60 Jahren wieder im rumänischen Parlament.

Seine Nachfolge hat König Michael bereits 2007 geregelt. Kronprinzessin Margareta hat sich seit Jahrzehnten darauf vorbereitet, die Aufgabe als Oberhaupt des Königshauses mit allen Rechten und Pflichten zu übernehmen. Sie wird in den nächsten Tagen die Trauerfeiern für ihren Vater leiten und damit demonstrieren, daß sie die schwierige Nachfolge antreten kann.

In Monarchie ist es guter Brauch, nach dem Tod des Monarchen zu rufen: Der König ist tot! Es lebe die Königin!

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 192

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Rußland gedenkt der Oktoberrevolution nicht

Vor einigen Jahren lief im russischen Fernsehen eine ähnliche Sendung wie das Format „Deutschlands Beste”, bei dem die Zuschauer wählen konnten, wer ihrer Ansicht nach der bedeutendste Deutsche gewesen sei. Bei dem, wie man heute weiß, durch den Gebührensender manipulierten Ergebnis siegte politisch korrekt Konrad Adenauer, weil man dem deutschen Fernsehpublikum offensichtlich nicht zutraute, selbst einen geeigneten Kandidaten zu wählen. In besagtem russischen Format gab es ohne Manipulation bei der Frage, wer der bedeutendste Landsmann gewesen sei, seinerzeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Stalin und Nikolaus II.

Pilger führen Ikonen mit den heiliggesprochenen Mitgliedern der Zarenfamilie mit sich.

Dies war wie gesagt vor einigen Jahren. Es deutet jedoch einiges darauf hin, daß die Waage mittlerweile zugunsten des Zaren ausschlägt. So gibt es kein offizielles Gedenken an die Oktoberrevolution, die zwar nicht den bereits nicht mehr herrschenden Nikolaus II. hinwegfegte, sondern vielmehr diejenigen, die ihn damals zum Abdanken gezwungen haben. Dennoch wurde damit eine Bewegung in Gang gesetzt, an deren Ende die Ermordung der Zarenfamilie im Sommer 1918 stehen sollte. Trotz des eigentlich historisch äußerst wichtigen Datums, welches immerhin das für viele Millionen Menschen tödliche Experiment des Kommunismus einleitete, wird des Ereignis‘ also nicht gedacht. Stattdessen streitet man sich in Rußland vielmehr um einen Film, der vom Zaren handelt: Der Film Matilda zeigt Nikolaus II. eigentlich in einem recht guten Licht und gibt die Schuld an den Ereignissen, die zur Revolution führten, anderen Akteuren. Dennoch gab es von monarchistischer und orthodoxer Seite Proteste, da Nikolaus II. unterstellt wurde, vor seiner Heirat eine Geliebte gehabt zu haben. Dieser Protest konnte mit der prominenten Unterstützung von Abgeordneten und hochrangigen Kirchenmännern zählen und erhitzte die Gemüter so sehr, daß der Film in einigen der bedeutendsten Kinos tatsächlich nicht gezeigt werden konnte. Majestätsbeleidigung scheint in Rußland nicht mehr möglich zu sein, so etwas kannte man bislang nur aus Thailand.

Derweil hat die Chefin des Hauses Romanow, Großfürstin Maria Wladimirowna, versöhnliche Töne angeschlagen, und auch eine Mitschuld der Romanows an den Geschehnissen 1917 eingeräumt. Sie kritisierte ebenso die Übergangsregierung, die das Land nach dem Sturz des Zaren in das Chaos gestürzt habe, und die beiden Parteien im russischen Bürgerkrieg. Die Russen sollen ihre Geschichte nicht fälschen oder uminterpretieren, um Versöhnung oder Einheit auf falschen Grundlagen zu schaffen. Sie müßte vielmehr der Wahrheit entsprechend aufgearbeitet werden.

Die Sympathien für die Monarchie sind in Rußland also ungebrochen, da die Zarenfamilie auch und vor allem mit der Unterstützung der gesamten orthodoxen Kirche zählt und Monarchisten in Rußland sich anders als andere politische Gruppen frei äußern dürfen. Zu einer möglichen Nachfolgelösung, wie sie Franco einst in Spanien getroffen hat, hat sich der Herrscher im Kreml jedoch (noch) nicht positiv geäußert. L.R.

Umstritten ist selbst der Umgang mit Lenin. Während Kommunisten die Erinnerung an ihren Revolutionsführer hochhalten, scheint Putin sich eher an Traditionen des Zarenreichs zu orientieren. Vor Jahren schon wurde der Revolutionsfeiertag am 7. November zugunsten des 4. November (Einheit des Russischen Volkes), abgeändert.
Manuela Rosenthal-Kappi

Das Kaiserreich könnte der BRD als Beispiel dienen

Die Deutschen sind es eigentlich gewohnt, daß sich nach einer Wahl die Parteien relativ schnell zusammenraufen und eine Regierung bilden. Mögen im Wahlkampf die Fetzen geflogen sein und die Verbalinjurien noch so sehr die Arena vergiftet haben, sobald die Stimmenauszählung beendet ist, setzten sich die Kontrahenten wieder an den Tisch, um die Wahlperiode zu besprechen. Das ging in den 60er Jahren mit Franz-Josef Strauß (CSU) und Herbert Wehner (SPD) so, in den 80er Jahren bei Holger Börner (SPD) und Joseph Fischer (Grüne), in den 2000er Jahren bei Carl-Friedrich Arp Ole Freiherr von Beust (CDU) und Christa Goetsch (Grün-Alternative Liste). Immer nur Machthunger zu unterstellen, wäre ebenso verkehrt wie ausschließlich edle Motive. Die Wahrheit wird zwischen beiden Polen pendeln.

In diesem Jahr liegen die Verhältnisse auf einer anderen Ebene, da sich zu den bisherigen Bundestagsparteien ein Mitspieler gesellte, der noch von allen gemieden wird. Die Alternative für Deutschland (AfD) ist als Schmuddelkind bei den anderen Partei als Neuankömmling verpönt. Das schränkt Regierungskombinationen beträchtlich ein. Erste Koalitionsverhandlungen scheiterten am Nein der FDP, es bleiben nur drei Varianten: Eine Neuauflage der Großen Koalition, die mit zusammen knapp 54% der abgegebenen Stimmen diese Bezeichnung eigentlich nicht mehr verdient, weshalb als zweite Option die Hinzuziehung der Grünen ins Spiel gebracht wird, oder eine Minderheitsregierung, mit der in der deutschen Politik selten gearbeitet wird. In den drei skandinavischen Monarchien sind Minderheitsregierungen eher die Norm als die Ausnahme. In Spanien ist sie nicht unüblich. Ministerpräsident Mariano Rajoy hat seit 2015 keine eigene Mehrheit im spanischen Congress und sucht stets nach Unterstützern für seine Vorhaben. In Dänemark, Schweden oder Norwegen brauchen die Regierungsfraktion(en) mehr Verhandlungsgeschick als in Deutschland, denn laufend müssen sie überzeugende Argumente zur Mehrheitsbildung ins Feld führen. Trotz dieser Minderheitsregierungen verbreiten die Länder nicht den Eindruck, als seien sie instabil. Im Gegenteil. Was in Deutschland nun als Neuerung entdeckt wird – daß das Staatsoberhaupt mit allen Parteiführern redet -, ist in Monarchien langgeübte Praxis. Die Monarchen von Dänemark, Norwegen, Schweden oder Spanien sind anerkannt als neutrale Gesprächspartner, als der sich Frank-Walter Steinmeier plötzlich ausgibt, weil er vor ein paar Monaten das SPD-Parteibuch in eine Plastikfolie hüllte, aus der er es in fünf Jahren nach seiner Amtszeit wieder herausziehen wird. Monarchen haben keine Berührungsängste, was schon Königin Margrethes Vater, König Frederik IX. bewies, als er den Fraktionsvorsitzenden der Kommunisten im Folketing begrüßte und der ihm sagte: „Sie wissen ja, daß wir Kommunisten die Monarchie abschaffen wollen.“ „Ja“, antwortete Frederik, „aber ich bin auch der König der dänischen Kommunisten.“ Wird sich Steinmeier auch als Präsident der AfD‘ler bezeichnen?

Fürst Bismarck in der Reichstagssitzung vom 6. Februar 1888, gemalt von Ernst Henseler 1901

Daß sich Kanzler eine Mehrheit suchten, hatte in Deutschland eine 40 Jahre währende Tradition. Der vom Kaiser ernannte Reichskanzler mußte für Gesetzesvorhaben und Jahreshaushalte bei den Fraktionen um Unterstützung werben, um sie vom Parlament absegnen zu lassen. Ein Reichskanzler brauchte das Vertrauen des Kaisers, aber im Lauf der Zeit war die Macht des Reichstags so gewachsen, daß dort Mehrheiten zum Regieren gebraucht wurden. Bismarck hat es immer wieder verstanden, in einem ihm eigentlich feindlich gesonnenen Gremium, Mehrheiten zu gewinnen. Im Oktober 1918 war die parlamentarische Monarchie in Deutschland eingeführt, aber sie bekam nicht die Chance, ihre Vorteile zu entfalten. Wie würde 2017 ein deutscher Kaiser mit der im September entstandenen Situation umgehen? H.S.

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Die vollständige 192. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 192

Inhalt der 192. Ausgabe:

  • Das Kaiserreich könnte der BRD als Beispiel dienen
  • Prinz Georg Friedrich spricht auf IHK-Herbstempfang
  • Rußland gedenkt der Oktoberrevolution nicht
  • Afrikanische Delegation aus den Kolonien des Kaiserreichs in Berlin

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Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 191

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Bestattungsfeierlichkeiten für König Bhumibol

Am Ende der fünftägigen Kremationszeremonien wurde die Asche des verstorbenen Königs vom neuen König Maha Vajiralongkorn und seiner ältesten Schwester Prinzessin Sirindhorn zur letzten Ruhestätte überführt.

Ein Jahr nach seinem Tod sind die sterblichen Überreste des langjährigen Königs Bhumibol von Thailand nach buddhistischem Ritus verbrannt worden, womit auch die Staatstrauer in Thailand endete. Schon in den Tagen vor der Bestattung hatten sich Hunderttausende Thailänder von ihrem König verabschiedet. In einem Land, in dem die Macht zwischen kleptokratischen Parteipolitikern und Militärs hin- und herschwankt, war Bhumibol ein international anerkannter Anker der Stabilität.

An der fünftägigen Zeremonie nahmen dann auch zahlreiche Vertreter anderer Königshäuser und andere in- und ausländische Würdenträger teil und erwiesen dem König, der sein Land von 1946 bis 2016 siebzig Jahre lang regierte, auch wenn er erst 1950 offiziell gekrönt wurde, die letzte Ehre.

Derweil hat sein Sohn, König Vajiralongkorn oder auch Rama X., seinem Land in seinem ersten Regierungsjahr gut gedient. Viele Beobachter hatten befürchtet, daß das Land durch den Tod des beliebten Bhumibol destabilisiert werden würde, auch, weil Vajiralongkorn als Lebemann gilt, der zum Beispiel sein Staatsflugzeug gerne einmal selbst fliegt. Diese Befürchtungen sind nicht eingetroffen. Stattdessen gelang es dem König, der am kommenden 26. Dezember auch offiziell gekrönt werden wird, eigene Akzente zu setzen, die Vorrechte der Krone in der Verfassung zu stärken und sich damit unabhängiger gegenüber dem Militär zu machen, welches Thailand derzeit einmal wieder verwaltet. Dies ist auch nötig gewesen, denn im kommenden Jahr sollen Wahlen stattfinden, was bedeutet, daß die Macht von der Armee wieder an die Parteien übergehen soll, was ohne die Begleitung durch Varjiralongkorn nicht funktionieren wird. Als Kronprinz folgt Vajiralongkorn im übrigen der elfjährige Dipangkorn. L.R.

Königstreue tragen grün

Wenn sich auch die Aufregung um die rebellische Landesregierung in Katalonien etwas gelegt hat, so wird es noch mindestens bis zu den anberaumten Neuwahlen eines Regionalparlaments am 21. Dezember dauern, bis absehbar ist, wie eine Lösung aussehen könnte. Die Rolle des Königs hat wesentlich zur Klärung der Verhältnisse beigetragen und die Spanier goutieren überwiegend sein Verhalten (Felipe y Letizia ganan popularidad en su octubre más complicado).

Zur Unterstützung des Monarchen wird jetzt wieder angeregt, die Farbe grün zu benutzen. Grün als Kennung für die Monarchie – für Deutsche eine ganz neue Erfahrung. Aber im Spanische kann grün (verde) auch als Abkürzung für Viva el Rey de España! gelesen werden. Diese Farblehre wurde 1931 von den Monarchisten entwickelt, als das neuinstallierte republikanische Regime monarchistische Symbole und Aktivitäten unter Strafe stellte. Wie in so gut wie allen Republiken wurden Versuche, den Spaniern die Monarchie zurückzugeben, verboten. Um sich nicht strafbar zu machen und dennoch ihre royalistische Gesinnung zur Schau zu stellen, begannen die Königstreuen, grüne Kleidungsstücke oder Zeichen zu tragen.

Wer Fürsprache für die monarchische Staatsform hielt, machte sich in der Spanischen Republik strafbar.

Die heutige demokratische Verfassung des Königreichs Spanien erlaubt es jedem, seine politischen Überzeugungen zu vertreten, und selbst das Eintreten für den Abfall aus dem Staatsverband ist per se nicht strafbewert. Die katalanischen Separatisten hätten nur den legalen Weg einhalten müssen, denn ein Referendum ist nicht ausgeschlossen, wenn es im verfassungsmäßigen Rahmen durchgeführt wird.

Es ist erstaunlich, wie bereitwillig sich viele Europäer mit fanatischen Nationalisten solidarisieren, wenn die sich als Kämpfer gegen einen angeblich übermächtigen Zentralstaat gerieren. Plötzlich sind die, die für den Abbau von Grenzen eintreten, dafür, neue Grenzen willkürlich zu ziehen und seit Jahrhunderten gewachsene Bindungen zu kappen. Warum eine Sieben-Millionen-Bevölkerung vom Rest des Landes isolieren? Alles im Zeichen einer angeblichen Selbstbestimmung, die von einer entschlossenen Minderheit forciert wird. Dann lieber grün tragen statt grün handeln.      H.S.

Requiem für Prinzessin Kira von Preußen in Moskau

Besondere Ehrung für eine russische Großfürstin die beinahe deutsche Kaiserin geworden wäre

Anläßlich des 50. Todestags von Prinzessin Kira von Preußen, geborene Großfürstin von Rußland, wurde in Moskau ein Requiem für sie gefeiert. Unter den Teilnehmern waren auch Mitglieder der Kanzlei des Kaiserlichen Haus von Rußland wie Direktor Alexander N. Zakatov und der Präsident der Internationalen Slawischen Akademie für Wissenschaft, Bildung, Kunst und Kultur, S. N. Baburin.

Auf der Webseite der Kaiserlichen Familie findet sich in englischer Sprache eine ausführliche Würdigung der verstorbenen Großfürstin .

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Die vollständige 191. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 191

Inhalt der 191. Ausgabe:

  • Bestattungsfeierlichkeiten für König Bhumibol
  • Königstreue tragen grün
  • Die Hohenzollernfamilie zieht wieder nach Potsdam
  • Großbritannien: Gnadenhochzeit für unsere Zeit
  • Monarchistische Konferenz in Libyen fordert Prinz zur Annahme der Krone auf

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Preußen: Mehr als Pickelhaube? Viel mehr!

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Der Preußenadler als Sinnbild einer kriegerischen Nation …

Fragt man heute nach Preußen, so kann man sich sicher sein, daß die Antworten eher negativ gefärbt sind. Jenes ist auch kein Wunder, wird doch zum einen in der Schule die Geschichte Preußens relativ verkürzt dargestellt als eine kriegerische Nation. Zunächst die Feldzüge des Alten Fritz, anschließend die Befreiungskriege gegen Napoleon und den Beginn der deutschen Nationalbewegung, dann schmiedet Bismarck das Deutsche Reich mit Blut und Eisen, und zum Schluß kommt der scheinbar unfähige Kaiser Wilhelm II., der uns – angetrieben von der eigenen Geltungssucht sowie den kriegslüsternen preußischen Generälen – in den 1. Weltkrieg führte. All dies Negative ist dann auch Grund für das Scheitern der Weimarer Republik, die NS-Diktatur und den 2. Weltkrieg.

Mit Preußen möchte man also nichts zu tun haben, der Name Preußen steht für ein militaristisches, aggressives Deutschland, mit dem wir heute nichts mehr zu tun haben wollen. Und ja es ist richtig, Preußen war sehr von seinem Militär geprägt, ebenso gab es eine sehr auf Gehorsam gedrillte Gesellschaft und ja, diese Aspekte spielten dann auch eine negative Rolle in der weiteren Geschichte unseres deutschen Vaterlandes. Dies alles kann man nicht wegreden und man sollte es auch nicht tun. Denn wenn man Dinge relativiert oder totschweigt, geraten sie in Vergessenheit und gerade die heutige Zeit zeigt wieder einmal mehr denn je, wie wichtig es ist sich über die Vergangenheit im Klaren zu sein.

Aber dennoch ist Preußen noch viel mehr. Wenn man das eben vorgestellte als seine negative Seite bezeichnen möchte, dann gab es auch eine andere Seite. Beide machen einander nicht weg, aber beide sind wichtig zu wissen, um sich ein differenziertes Bild über Preußen machen zu können. Mir ist es auch dahingehend wichtig, über diese zweite Seite zu berichten, da aktuell rechtsradikale, völkische Kräfte – von denen wir Monarchisten uns aufs schärfste zu distanzieren sollten – versuchen, Preußen für sich mal wieder einzunehmen. Genauso wie es bereits Adolf Hitler und die NSDAP taten und damit ist nicht nur der Tag von Potsdam gemeint.
Preußen war neben all jenen Dingen nämlich noch viel mehr. Es steht ebenso für die Befreiung der Bauern, ein modernes Gewerbewesen, Universitäten mit internationalem Ruf, kommunale Selbstverwaltung, Einkommenssteuer, Abschaffung der Folter, allgemeine Schulpflicht, usw. um nur einige Dinge zu nennen, die Preußen als einen zur damaligen Zeit fortschrittlichen Reformstaat machten.

Darüber hinaus ist noch etwas anderes nicht unwichtig zu wissen. Gerne kommen ja rechte Gruppierungen mit Preußen als dem Beispiel für Germanisierung und völkisches Denken an. Wer sich aber genauer mit Preußen befaßt, der weiß auch das Preußen auch ein Vielvölkerstaat war, in dem Deutsche, Dänen, Polen, Litauer usw. friedlich miteinander lebten. Auch war Preußen ein Staat, der weltanschaulich Verfolgten Schutz gewährte, wie z.B. im Fall der französischen Hugenotten.

… und das Koppelschloß für alles Militärische, …

Als nach den Napoleonischen Kriegen das Rheinland zur preußischen Rheinprovinz wurde, hatte es seine eigenen liberaleren Gesetze. Als 1866 verschiedene deutsche Staaten ein Teil des Königreichs Preußen wurden, frohlockten viele Menschen dort, weil Preußen trotz allem Militärischen auch für Fortschritt stand. Wie sich beispielsweise auch an Hannover zeigte, dessen Wirtschaft in Folge der Annexion und des Wegfalls des Zunftsystems florierte. Und Kaiser Wilhelm II. setzte sich gleich zu Beginn seiner Regentschaft für die Bedingungen der Arbeiter ein und verweigerte eine Verlängerung des Sozialistengesetzes, gegen den Widerstand des erzkonservativen Reichskanzlers Bismarck.

… doch das positive Preußen lebt weiter in der Familie, die den Landesnamen weiterträgt.

Preußen war also auch die Pickelhaube und die Pickelhaube beeinflußte auch negativ unser Land, aber es war gleichzeitig mehr. Lassen wir uns also ein differenziertes Bild von Preußen ziehen und lassen wir nicht zu, daß dieses Land das, auch wenn es heute formal nicht mehr akzeptiert, dennoch eine bedeutende Rolle für Deutschland, aber auch Europa spielte, im positiven wie im negativen, nicht von den rechten Scharlatanen missbraucht wird.

Aus Preußen können wir alle für die Zukunft lernen, im positiven wie im negativen Sinne. C.C.