Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 183

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Ungebrochen hohe Wertschätzung für die polnischen Habsburger

Erzherzog Karl Stephan und Erzherzogin Maria Theresia mit ihren sechs Kindern, von denen das letzte, Erzherzogin Maria-Christina (ganz rechts), 2012 starb. Erzherzog Wilhelm (Mitte auf dem Schoß seiner Mutter) versuchte, König der Ukraine zu werden und starb 1948 in einem sowjetischen Gefängnis, nachdem er 1947 in Wien entführt worden war.

In Polen genießen die von Erzherzog Karl Stephan (1860-1933, Anwärter auf den polnischen Thron ab 1916) abstammenden Habsburger weiterhin ein großes Vertrauen der Politik und Bevölkerung. Antoni Szlagor (parteilos), der Bürgermeister der Stadt Żywiec (deutsch Saybusch, bekannt für die gleichnamige vom Erzherzog gegründete Brauerei), in der die erzherzogliche Familie vor dem Zweiten Weltkrieg lebte, setzt sich für ein würdevolles Staatsbegräbnis ein. Eingeladen wurden unter anderem Andrzej Duda (Präsident), Beata Szydło (Premierministerin) und der Verteidigungsminister. Während die sterblichen Überreste seiner Eltern und zweier Geschwister bereits in der Konkathedrale liegen, ist für das kommende Jahr auch die Überführung von Erzherzog Karl Albrecht und seiner Frau Alice Ankarcrona geplant. Das Paar machte sich beispiellos um die polnische Unabhängigkeit verdient, denn der Erzherzog war ein Armeeoffizier und die schwedische Prinzessin Mitglied der Heimatarmee (wo sie mit der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet wurde). Auch ihr ältester Sohn Karl Stephan kämpfte in der polnischen Armee und soll posthum ausgezeichnet und zum Offizier ernannt werden. Die inzwischen polonisierte Familie finanzierte zahlreiche kulturelle, wissenschaftliche und soziale Projekte und Organisationen und unterschrieb 1939 nicht die Volksliste, was nationalsozialistische Repressionen wie Enteignung, Folter und Gefangenschaft zu Folge hatte. Der nun körperlich gebrochene Karl Albrecht wurde nach dem Krieg von den kommunistischen Machthabern nicht als Pole anerkannt, seine Staatsbürgerschaft wurde ihm entzogen und die Auswanderung nach Schweden forciert. Erst mit der Erlangung der Unabhängigkeit konnten seine Kinder die Staatsbürgerschaft zurückerhalten, Prinzessin Maria-Christina beispielsweise wohnte im Habsburgerschloß in  Żywiec, wo sie 2012 starb.   Lukasz Stec

Der Autor studiert an der Goethe-Universität Frankfurt im letzten Semester Geschichte sowie Politik und Wirtschaft auf Gymnasiallehramt.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann empfängt den Adel Südwestdeutschlands

Natürlich ist Winfried Kretschmann Politiker. Natürlich will er gewählt werden. Natürlich tut er Dinge, die diesem Ziel dienen. Aber natürlich ist er einer, der eben nicht nur auf Wahltermine schielt, sondern der vieles einfach initiiert, weil es dem Land dient. Deshalb haben 73% der Badner, Württemberger und Hohenzollern von ihm eine gute Meinung.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann empfing am 15. Mai Vertreter des Adels aus Baden-Württemberg. In der ersten Reihe von links: Herzogin Marie und Herzog Friedrich von Württemberg, Gerlinde und Winfried Kretschmann, Markgräfin Valerie und Markgraf Max von Baden, Fürstin Katharina und Fürst Karl Friedrich von Hohenzollern.

Das jüngste Beispiel dafür, wie wenig er sich darum schert, ob es einigen Kreisen nicht recht ist, geschah am vergangenen Montag, als der Ministerpräsident etwa 80 Angehörige des Adels des Landes Baden-Württemberg zu einem Empfang mit anschließendem Abendessen ins Neue Schloß – seine offizielle Residenz – einlud, darunter die Oberhäupter der wichtigsten Familien bzw. die Erben: Herzog Friedrich und Herzogin Marie von Württemberg, Markgraf Max und Markgräfin Valerie von Baden, Erbprinz Bernhard von Baden und Gattin, Fürst Karl Friedrich von Hohenzollern und Gattin. Bei der Auswahl seiner Gäste standen dem Staatsministerium die Vereinigung des Adels in Württemberg und das Hauptstaatsarchiv, dessen Bestände auch die Anfänge der Grafschaft Württemberg umfassen und die mithin als beste Quelle für die Landesgeschichte angesehen werden, zur Seite.

Winfried Kretschmann gab als Begründung für den Empfang an, er wolle die Leistungen der Adelsfamilien beim Erhalt und der Pflege von Schlössern und Wäldern würdigen. „Der Erhalt der Schlösser und anderer historischer Liegenschaften, an denen sich die Allgemeinheit erfreut, ist sehr teuer. Sie ermöglichen es Bürgerinnen und Bürgern, an einem wichtigen Element des kulturellen Erbe des Landes teilzuhaben. Damit stellen diese Schlösser und Gärten für die jeweiligen Regionen auch einen wichtigen kulturtouristischen Anreiz dar. Dies gilt in ähnlicher Weise ebenso für die Wälder, Weinberge, Natur- und Nutzflächen, von deren Erhalt und Bewirtschaftung die Menschen in Baden-Württemberg profitieren.“

Er hob außerdem hervor, daß viele Adelsfamilien unternehmerisch tätig seien und damit wichtige Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in der Region darstellen. Außerdem würdigte Kretschmann das vielfältige ehrenamtliche Engagement von Mitgliedern des Adels in sozialen und kulturellen Bereichen sowie in der Politik. „Und damit meine ich ganz konkretes, persönliches Einbringen von Zeit und Arbeit für das Gemeinwohl, das sich nicht zuletzt auch in vielen Ehrungen der Vertreterinnen und Vertreter des Adels durch Bund, Land und Kommunen widerspiegelt“, so der Ministerpräsident.

Die Kritik ließ dennoch nicht auf sich warten. Laut SWR sagte der Chef der viertgrößten Fraktion im Landtag, SPD-MdL Andreas Stoch: „Es sei den Angehörigen der baden-württembergischen Adelsfamilien gegönnt, vom Ministerpräsidenten zu einem Abendessen empfangen zu werden.“ Für das Land sei es indessen ein echter Fortschritt, wenn Kretschmann sich mit demselben Herzblut um die Belange und Interessen der hart arbeitenden Beschäftigten kümmerte. Kretschmann entgegnete dem, er spreche jeden Tag mit vielen Menschen. Die Kritik von Stoch sei daher für ihn schwer nachvollziehbar. Selbst die Grüne Jugend verteidigte den Empfang. „Ein Treffen des Ministerpräsidenten mit Adelsvertretern ist in unseren Augen erstmal unproblematisch„, sagte Landeschefin Lena Schwelling. „Kretschmann ist Ministerpräsident für alle Menschen im Land …

Baden-Württemberg als Kuchen, von dem jeder ein Stück abbekommt  …

Ein solch unverkrampftes Verhältnis zu den Angehörigen der alten Familie würde auch anderen Länderchefs gut anstehen. Besonders in Nachfolgeländern Preußens sind die Beziehungen noch immer ideologisch aufgeladen und belasten die Diskussionen. Baden-Württemberg hat erkannt, daß die Adelsfamilien seit Jahrhunderten im Land investieren und Arbeitsplätze geschaffen haben, die nicht exportiert werden. H.S.

… und Fürst Karl Friedrich von Württemberg empfängt aus der Hand des Ministerpräsidenten sein Stück Baden-Württemberg-Kuchen.

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Die vollständige 183. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 183

Inhalt der 183. Ausgabe:

  • Ungebrochen hohe Wertschätzung für die polnischen Habsburger
  • Prinz Eugen, der edle Ritter
  • Antonio Tajani besuchte das Grab König Karls X.
  • Ministerpräsident Winfried Kretschmann empfängt den Adel

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Vor 125 Jahren: Kaiserin Zita von Österreich geboren

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Kaiserin Zita (9. Mai 1892 – 14. Mai 1989)

Ihre Majestät Kaiserin und Königin Zita wurde am 9. Mai 1892 in Pianore als Prinzessin Zita Maria der Gnaden Adelgunde Michaele Raphaele Gabriele Josephine Antonie Luise Agnes von Bourbon-Parma als siebzehntes Kind von Herzog Robert von Parma (1848 – 1907) und seiner zweite Frau, Herzogin Maria Antonia von Parma, Infantin von Portugal (1862 – 1959), geboren. Herzog Robert I. war der letzte regierende Herzog von Parma und Piacenza (1854 – 1859), der nach der Vertreibung durch piemonteser Truppen seinen Exilsitz in Schwarzau am Steinfeld (bei Wien) aufschlug.

Über ihre Geburt gab die Kaiserin selbst diese Auskunft:

Und ausgerechnet ich mußte in Pianore zur Welt kommen. So viele meiner Geschwister stammen aus Schwarzau am Steinfeld in Niederösterreich; Franziska kam dort vor mir zur Welt, Kaiser Franz Joseph hob sie persönlich aus der Taufe. Nicht auszudenken, um wieviel leichter für Kaiser Karl manches gewesen wäre, wäre der alte Kaiser mein Taufpate gewesen … Felix kam nach mir in Schwarzau zur Welt, Renatus, auch Maria Antonia, dann Isabella … und ausgerechnet mich mußte es in Pianore erwischen. Nichts gegen Pianore, wirklich nicht. Wäre ich so wie meine Geschwister in Schwarzau geboren, wäre auch ich schon eine geborene Österreicherin gewesen. Aber ‚Österreicher‘ waren wir trotzdem alle in der Gesinnung, gleichgültig, wo wir zufällig zur Welt gekommen waren. Was wären wir denn ohne dieses Österreich überhaupt gewesen? Es war doch unsere Zuflucht, der Hort meiner Eltern und von uns Kindern.

Ich hatte in meiner Familie eine ungemein fröhliche und glückliche Kindheit. Wir waren, alles zusammen, vierundzwanzig Geschwister, und das gab schon eine lautstarke, fröhliche Schar.“ (Zitat aus Erich Feigl; Kaiserin Zita. Kronzeugin eines Jahrhunderts. Amalthea, Wien 1989)

Prinzessin Zita heiratete am 21. Oktober 1911 in Schwarzau Erzherzog Karl von Österreich, der nach seinem Onkel, Erzherzog Franz Ferdinand, der nächste in der Anwärterschaft auf die österreich-ungarische Krone war. Dem nachmaligen Kaiserpaar wurden acht Kinder geboren, das letzte, Erzherzogin Elisabeth, kam erst nach dem Tod Kaiser Karls zur Welt. Viele der heute rund 600 Angehörigen des Hauses Habsburgs haben Kaiserin Zita als Ahnherrin.

Nach dem Tod Kaiser Franz Josephs am 21. November 1916 wurde sie an der Seite ihres Gatten Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn. Das Kaiserpaar hatte einen Krieg geerbt, den es nicht wollte und für den es sich nicht verantwortlich fühlte. In seiner kurzen Regierungszeit unternahm Kaiser Karl immer wieder Anstrengungen, den Weltkrieg zu beenden. Seine Seligsprechung am 3. Oktober 2004 durch Papst Johannes Paul II. kam als späte Anerkennung seiner Friedensbemühungen.

Kaiserin Zita und Papst Johannes Paul II.

Nach Kriegsende 1918 unterblieb die Anerkennung. Die Kaiserfamilie wurde vielmehr mittellos ins Exil gezwungen. Der Kaiser starb am 1. April 1922 auf der portugiesischen Insel Madeira. Mit großer Mühe brachte die Witwe, die von diesem Tag an nur noch schwarze Kleidung trug, ihre acht Kinder durch. In verschiedenen europäischen Ländern lebte die Kaiserfamilie oft nur kurze Zeit. Eine Rückkehr nach Österreich oder Ungarn oder einem anderen Nachfolgestaat war ihr verboten. Noch schwieriger wurde es nach der Annexion Österreichs durch die Nationalsozialisten . Der Zweite Weltkrieg zwang Kaiserin Zita, Europa zu verlassen und in Nordamerika Zuflucht zu suchen. In den USA und Kanada (Québec) fand sie unter Exilösterreichern und der katholischen Kirche Helfer, die ihr und ihren Kindern die Existenz ermöglichten, Unterstützung. In Québec war es namentlich Kardinal Jean-Marie-Rodrigue Villeneuve, OMI (2. November 1883 – 17. Januar 1947), der ihr großer Gönner wurde. Zehn Jahre lebte sie in Québec und genoß die Sympathie der Bürger. Wo immer sie auftauchte, stimmten Menschen die „Volkshymne“ (Joseph Haydns Kaiserquartett, das in der BRD nach 1949 zur Nationalhymne erklärt wurde) auf französisch an.

Erst 1953 kehrte die Kaiserin nach Europa zurück und lebte bis 1962 bei ihrem jüngeren Bruder, Prinz Felix, der mit Großherzogin Charlotte von Luxemburg verheiratet war. Danach übersiedelte sie ins St.-Johannes-Stift in Zizers (Schweiz), wo sie bis an ihr Lebensende – am 14. März 1989 – in zwei bescheidenen Räumen lebte. Ihr Leichnam wurde nach Österreich überführt und in der Wiener Kapuzinergruft feierlich beigesetzt. Das Herz wird bei dem ihres Mannes in der Loretokapelle des Klosters Muri in der Schweiz aufbewahrt, wo sich auch die Familiengruft ihrer Nachkommen befindet. Am 10. Dezember 2009 begann für Kaiserin Zita unter dem Vorsitz des Bischofs von Le Mans das Seligsprechungsverfahren.

Die Anstrengungen im Seligsprechungsprozeß werden zu einem erstaunlich großen Teil in Frankreich unternommen.

 

 

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 182

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Gestiegene Populärität des niederländischen Königs

Mit 150 durch eine Lotterie ermittelte Niederländer feierte König Willem Alexander seinen 50. Geburtstag.

Zu seinem 50. Geburtstag am 27. April bereiteten die Niederländer ihrem König ein prächtiges Geschenk: Sie gaben ihm ihr Vertrauen. Der öffentlich-rechtliche Fernsehsender NOS ließ eine Meinungsumfrage vornehmen, die befand, daß 70% der befragten Niederländer hinter der monarchischen Staatsform stehen (2016: 65%). Gleichfalls 70% waren zufrieden mit der Amtsführung König Willem Alexanders, die Werte für Königin Máxima lagen sogar noch höher: 75%. Auf einer Sympathiekurve von 1 bis 10 wurden dem König 7,6 Punkte gegeben, Königin Máxima sogar 8.

Auf Initiative von Geert Wilders beschloß das niederländischen Parlament 2011, dem Monarchen politische Rechte zu entziehen und seither spielt der König zum Beispiel keine Rolle mehr bei der Regierungsbildung. Damals fand das die Mehrheit der Niederländer richtig und nur 8% waren gegen die Neuregelung. Inzwischen ist ihre Zahl auf 20% gestiegen. Im Jahr 2017 finden 34%, der König sollte in die Bildung einer neuen Regierung eingebunden sein, 32% lehnten dieses weiterhin Ansinnen ab.

Am Vorabend des Königsgeburtstags strahlte das niederländische Fernsehen ein Interview mit dem König aus, das von 4,3 Millionen Menschen verfolgt wurde. König Willem Alexander gab Antworten sogar auf persönliche Fragen, die sich seine Mutter vermutlich verbeten hätte. So ging er auf den Skiunfall seines Bruders Prinz Friso ein, der nach eineinhalbjährigem Koma im August 2013 starb. „Er war immer so beschäftigt, aber stets im Hintergrund und er war mir ein wichtiger Berater. Erst wenn man jemanden verliert, merkt man, wie schrecklich es ist, ihn zu vermissen.“ Er habe ihn oft im Krankenhaus besucht und gehofft, er könne wieder ge-sund werden. Nach dem Abschuß des Malaysian Airline Flugzeugs MH 17 knapp ein Jahr später war er bei den Hinterbliebenen und er sei von ihnen als Trauerpartner akzeptiert worden: „Sie haben ihren Bruder verloren. Sie wissen, was das bedeutet.“ Auch über seine Töchter sprach er und wie er der Thronfolgerin, Prinzessin Catharina-Amalia, den Umgang mit Mobiltelephonen erklärt. Ein rundherum zufriedener Willem Alexander nannte Königin Máxima eine kritische, aber auch vergebende und liebevolle Begleiterin. „Ich bin sehr glücklich, sie gefunden zu haben.“       H.S.

Zeitungen gedenken Friedensinitiative von Bad Homburg 1917

Erstaunlicherweise gedachten einige Medien des Treffens zwischen Kaiser Wilhelm II. und Kaiser Karl I. in Bad Homburg im April 1917. Nach der Friedensbotschaft der Mittelmächte aus dem De-zember 1916 stellte das Treffen einen neuen Versuch dar, zu einem Frieden zu kommen und widerspricht der These, der Kaiser habe die wahre Kriegssituation nicht verstanden. Nach der wenig konkret formulierten Friedensinitiative kam der österreichische Kaiser diesmal zu dem Treffen mit dem Wunsch im Gepäck, Deutschland möge das 1871 wieder zum Deutschen Reich gekommene Reichsland Elsaß-Lothringen erneut an Frankreich abtreten und, so wird berichtet, stieß bei Kaiser Wilhelm II. damit nicht auf taube Ohren, da sich ein Sieg im Osten schon abzeichnete und man sich dort hätte schadlos halten können, so daß er einer Verhandlung auf der Basis dieses Vorschlages zunächst nicht abgeneigt war. Wer jedoch vehement dagegen opponierte, war das Militär und so verlief das Treffen am Ende ergebnislos.

Kaiser Wilhelm mit den Militärs, die eigene Pläne verfochten und nichts zur Rettung der Monarchie unternahmen: von Hindenburg (li.) und Ludendorff.

Statt einer neuen Friedensinitiative wurde wenige Tage später vielmehr der uneingeschränkte U-Bootkrieg wieder aufgenommen, welcher 1915 eingestellt worden war, weil der mit Munition beladene Passagierdampfer Lusitania von einem deutschen U-Boot versenkt wurde. Bei der neuerlichen Erklärung des U-Bootkrieges, die gleichbedeutend mit einem Kriegseintritt der USA auf Seiten der Entente war,  wollte die OHL jedoch plötzlich nicht verantwortlich sein und forderte eine persönliche Entscheidung des Kaisers ein, die sie dann auch bekam. L.R.

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Die vollständige 182. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 182

Inhalt der 182. Ausgabe:

  • Gestiegene Popularität des niederländischen Königs
  • Royalistischer Premier in Nepal mit Plänen für Referendum
  • Zeitungen gedenken Friedensinitiative von Bad Homburg 1917
  • Ansprache von Kronprinzessin Margareta ans rumänische Parlament

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Französischer Thronprätendent ergreift Partei

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Die Ablehnung der Republik geht bei viele französischen Royalisten so weit, daß sie sich an keiner Wahl beteiligen. Nicht so der Thronprätendent, Prinz Henri (VII.) von Frankreich, Graf von Paris, der sich auf einem Blog und bei Twitter mit Kommentaren zur französischen Innenpolitik meldet:


Vor fünf Jahren empfahl er seinen Landsleuten, Nicolas Sarkozy wiederzuwählen. Im Endspurt zur ersten Runde der Präsidentschaftswahlen geht 2017 sein Ratschlag zum Kandidaten der gleichen Partei: François Fillion.

Im Blog La Couronne steht die Begründung:

Die Ereignisse zwingen mich, in der bestehenden Debatte Position zu ergreifen. Bislang habe ich mich nicht geäußert, um den Franzosen die freie Wahl zu lassen. Angesichts der schwierigen Lage unseres Landes halte ich jetzt den Zeitpunkt für gekommen, meine Einschätzung öffentlich zu machen.

Mir erscheint François Fillion der einzige, der die Charakterstärke, die Intelligenz und die Erfahrung beim Ausüben von Regierungsgewalt hat, denn man regiert nicht mit Selbstzufriedenheit oder Durcheinander, erst recht nicht, da Frankreich, jeder weiß es, in großer Gefahr ist zu verschwinden.“

Über Twitter fügte er noch an: „Ich habe das Programm jedes Kandidaten mit größter Aufmerksamkeit studiert. Das einzige, das Frankreich wieder aufrichten könnte, ist das François Fillions.“


Anders als sein Vater, Prinz Henri (VI.), Graf von Paris, dem eine Nähe zu François Mitterand nachgesagt wurde, hat sich nun sein Sohn zum zweiten Mal für einen konservativen Kandidaten ausgesprochen. Ob es ihm oder gar dem empfohlenen François Fillion nützt, muß sich zeigen.

Der Graf und die Gräfin von Paris mit ihren elf Kindern vor der Grabeskirche der französischen Könige in Dreux (1956)

Griechische Königin Friederike vor 100 Jahren geboren

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Nicht viele Monarchen haben Memoiren verfaßt. Doch die griechische Königin Friederike gehört zu denen, die oft etwas was taten, was andere unterließen. In ihren Lebenserinnerungen – Königin Friederike der Hellenen: „Erfahrungen“, Rainer Wunderlich Verlag Hermann Leins, Tübingen und Stuttgart, 1971; 320 Seiten – hat die heute vor hundert Jahren in Blankenburg im Harz geborene Prinzessin von Hannover, Herzogin zu Braunschweig und Lüneburg, ihre familiäre Herkunft so beschrieben:

Mein Vater*), der Sohn des Kronprinzen von Hannover, wurde in Wien geboren. Bis zur Ausrufung der Republik in Deutschland nach dem ersten Weltkrieg war er Herzog von Braunschweig gewesen und hatte auch in dieser Stadt gelebt. Er ging dann nach Österreich, wo sein Vater, der Herzog von Cumberland, seit 1866 lebte. Der Herzog von Cumberland, mein Großvater, war der Enkel des alten Ernst August, der ein Onkel der Königin Victoria war. Nach Salischem Recht kann in Hannover eine Frau nicht den Thron besteigen; daher entstanden unter Königin Victoria England und Hannover als zwei getrennte Königreiche und Ernst August führte in Hannover die welfische Linie weiter.

Herzogin Viktoria Luise von Braunschweig und ihre Tochter Friederike.

Sie besuchte Schulen in England und Italien, wo sie auch den griechischen Kronprinzen Paul traf. Die Königsfamilie war seit 1923 im Exil und lebte in verschiedenen europäischen Ländern. Während ihres Aufenthalts in Florenz besuchte sie die Abschlußstufe einer unter dem Patronat des Völkerbunds stehenden amerikanischen Schule. Nebenan stand das Haus von Königin Helena von Rumänien, einer Schwester König Georgs II. der Hellenen und von Kronprinz Paul. Hier sah Prinzessin Friederike ihren Cousin wieder, „blickte in Pauls lächelndes Gesicht und verlor Kopf und Herz„. **)

Die Verlobung feierte das Paar am 28. September 1937 und die Hochzeit beging ganz Athen am 9. Januar 1938. In Griechenland fand dieses Fest kurze Zeit nach der Wiedererrichtung der Monarchie statt, die nach zwölfjähriger turbulenter republikanischer Zeit am 3. November 1935 per Referendum zurückgekehrt war.

Hochzeit in Athen, in der ersten Reihe (v.l.) König Helena von Rumänien, Herzog Ernst-August, Kronprinzessin Friederike, Kronprinz Paul, Herzogin Viktoria Luise, König Georg II.

Zehn Monate nach der Hochzeit wurde das erste Kind am 2. November 1938 geboren: Prinzessin Sophia (die künftige Königin Sofia von Spanien). Am 2. Juni 1940 schenkte Kronprinzessin Friederike dem künftigen Thronfolger das Leben, Prinz Konstantin (der heutige König Konstantin II. der Hellenen).

Wenige Wochen später, am 28. Oktober 1940 griffen Mussolinis Truppen von Albanien aus Griechenland an, wurden aber zu aller Überraschung von der königlich-griechischen Armee zurückgeschlagen. Deshalb kam im April 1941 Hitler seinem Bundesgenossen zuhilfe und er ließ die Wehrmacht in Griechenland einmarschieren. Kronprinzessin Friederike und ihre Kinder wurden von einem britischen Flugzeug nach Kreta evakuiert, wo die Luftwaffe die königliche Familie unter Beschuß nahm. Über Kairo gelangte Kronprinzessin Friederike nach Südafrika, während König Georg und Kronprinz Paul mit der königlich griechischen Exilregierung nach Großbritannien gingen. Prinzessin Irene, das dritte Kind der Kronprinzessin, kam 1942 in Südafrika zur Welt.

König Georg II. (li.), Kronprinzessin Friederike und Kronprinz Paul.

In einem Referendum am 1. September 1946 bestätigten 69% der Griechen die Monarchie als beste Staatsform für das Land und König Georg II. kam zum dritten Mal in seinem Leben auf den griechischen Thron.


Er starb bereits am 1. April 1947 an einem Herzinfarkt und über Nacht war aus dem Kronprinzenpaar das neue griechische Herrscherpaar geworden. Mitten im Bürgerkrieg war der Anfang für König Paul I. schwierig. Zusammen reisten er und Königin Friederike durch das Land und sie besuchten auch Gebiete, die wegen der kommunistischen Guerillabanden als gefährlich galten.

Königin Friederike umringt von US Schauspielern, Gregory Peck und Anthony Quinn.

Nach dem Ende des Bürgerkriegs 1949 wandte sich das Königspaar dem Wiederaufbau des Landes zu. Auf zahlreichen Auslandsreisen organisierte es Hilfsprogramme für Griechenland und warb um Touristen. Diesem Zweck diente auch die berühmte Kreuzfahrt der Agamemnon. Während sie vielfach verhöhnt wurde als Heiratsmarkt für Königskinder, hatte Königin Friederike als moderne PR-Managerin genau gewußt, daß die Medien über die Fahrt zu den griechischen Inseln berichten würden. In jeder Kajüte lag ein Reiseführer und Photomöglichkeiten gaben pitoreske Motive vor griechischen Altertümern mit modernen Prinzessinen und Königen. Alle berichteten aus Griechenland und die Schönheit der Landschaft wurde millionenfach abgedruckt, ohne daß es die Regierung viel kostete. Dennoch wurde Königin Friederike kritisiert, daß sie eine Vergnügungsreise mit Steuergeldern finanziert habe. Als Enkelin von Kaiser Wilhelm wußte sie mit Kritik umzugehen.

1954 auf der Agamemnon: Juan Carlos von Spanien, Vittorio Emanuele von Italien, Henri d’Orleans, Simeon von Bulgarien, Beatrix der Niederlande, Konstantin von Griechenland. Nur der Spanier fand einen Heiratspartner unter den Mitreisenden – die Tochter der Organisatorin, Sophia.


Mit gerade einmal 62 Jahren starb König Paul schon am 6. März 1964 an Krebs. Sein Sohn bestieg als Konstantin II. den griechischen Thron und Königin Friederike nahm den Titel der Königinwitwe an. Als neue griechische Königin kam mit der Hochzeit am 18. September 1964 die 18-jährige Anne Marie aus Dänemark. Königin Friederike machte sich in der Öffentlichkeit rar, aber Kritiker waren ihr vor, im Hintergrund König zu spielen und durch ihren Sohn zu regieren. Sie verzichtete auf eine Apanage und lebte außerhalb von Athen. Auch dies ließ ihre Gegner unbeeindruckt. Sie besuchte häufig ihre Tochter und Enkel in Spanien und nahm an europäischen Adelstreffen teil, so daß sie immer wieder im Rampenlicht stand.


Nach König Konstantins gescheitertem Gegenputsch am 13. Dezember 1967 floh die Königsfamilie nach Rom. König Anne Marie erlitt dort eine Fehlgeburt. Die erste Zeit konnten sie auf dem Gelände der griechischen Botschaft wohnen. Königin Friederike lebte in zwei Hotelzimmern. Nachdem die Militärjunta die Monarchie für abgeschafft erklärt hatte, erkannte sie König Konstantin nicht mehr als Staatsoberhaupt an. Er und seine Familie zogen von Italien nach Großbritannien in die Nähe von London, Königin Friederike ging nach Madrid.


In Madrid starb Königin Friederike am 6. Februar 1981 während einer an für sich harmlosen Operation. Ihr Begräbnis am 12. Februar 1981 im Garten des königlichen Privatbesitzes Tatoi wurde ein beschämendes Schauspiel für die griechischen Machthaber. Nur für wenige Stunden war es König Konstantin erlaubt, sich in Griechenland aufzuhalten und seine Mutter zu beerdigen. Sie wurde an der Seite ihres Gatten bestattet und die beiden Gräber in Tatoi wurden wiederholt geschändet und restauriert.

*) Herzog Ernst August von Braunschweig (1887–1953) hatte am 24. Mai 1913 Prinzessin Viktoria Luise (1892–1980), die einzige Tochter des preußischen Königs und Deutschen Kaisers Wilhelms II. geheiratet.

**) Königin Friederike der Hellenen: „Erfahrungen“

 

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 181

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Kronprinz Wilhelm als Haßbotschaft

Freiherr Manfred von Richthofen war zu Beginn des Weltkriegs Offizier in einem Kavallerieregiment (Ulanen-Regiment Kaiser Alexander der III. von Rußland), bevor er im Sommer 1915 zu den Feldfliegern stieß.

In den europäischen Armeen war die Kavallerie wegen des höheren Heldenmutes, den man beim Angriff zu Pferde bisweilen haben muß, traditionell eine Domäne adliger Offiziere, während die Infanterie und Artillerie bei Adligen verpönt waren. Mit dem Aufkommen des Maschinengewehrs war die Kavallerie jedoch nutzlos, was viele adlige Offiziere nicht einsehen wollten und sich weiter für diese Truppengattung bewarben. So machten die Bürgerlichen am Ende das Rennen im Militär, weil diese sich den moderneren Waffen nicht verweigerten, Heldenmut hin oder her. Fortschrittsverweigerung ist aber nicht nur etwas für adlige Offiziere. Ein anderes Beispiel ist das Taxi im Vergleich zu Uber. Die Uber-Fahrzeuge sind besser ausgestattet, sie sind sicherer, es gilt der vorher von der Uber-Zentrale vorgegebene Festpreis und in der Regel sind sie auch schneller vor Ort. Das Taxi ist in Staaten mit einem freien Markt ein Auslaufmodell, wobei der deutschen Bundesregierung hier die Rolle des Fortschrittsverweigerers zufällt, in dem sie durch Regulierung verhindert, daß eine moderne Idee zu besseren Dienst-leistungen als bisher führt.

Die Rolle des Fortschrittsverweigerers scheint die Bundesregierung nun auch bei einem anderen Thema einnehmen zu wollen: den Medien. Es ist kein Geheimnis, daß Druckauflagen der Zeitungen sinken und auch das Fernsehen eigentlich ein Auslaufmodell ist, da man im Internet schon längst alles zu der Zeit lesen oder ansehen kann, wann man es ansehen möchte. Nur wenige interessieren sich noch für das öffentlich-rechtliche Fernsehen, wobei das zwangsweise Erheben von Gebühren als Eingeständnis gesehen werden kann, daß ohne Zwang keine ausreichende Nachfrage für das öffentlich-rechtliche Angebot existieren würde. Auch lesen immer weniger Menschen die schlauen oder manchmal eben auch nicht so schlauen Zeitungskolumnen von Journalisten, sondern suchen sich eben lieber im Internet, was sie gerade interessiert und in der sozialpolitischen Ausrichtung, der sie anhängen. Diese „sozialpolitische Ausrichtung” öffnet eine zweite Dimension neben der des Fortschritts: Der Staat erleidet einen Kontrollverlust über die Informationsquellen der Bürger und deswegen auch darüber, was die Bürger denken. Die Versuchung, dem aus ihrer Sicht verständlichen Anliegen der sich auf dem absteigenden Ast befindlichen herkömmlichen Medien nachzugeben, die neuen Medien und deren Inhalte zu regulieren, ist daher für den Staat auch aus Gründen des eigenen Machterhalts sehr groß. Sogenannte Haßbotschaften und fake news sollen verfolgt und bestraft werden. Nur: Wer bestimmt, was eine Haßbotschaft ist, und wer bestraft die herkömmlichen Medien für Fehler in der Berichterstattung, die immer passieren können? Der Weg in die Zensur, wie man sie eigentlich von Diktaturen kennt, scheint auf diese Weise nicht so weit weg.

Von Facebook als Haßbotschaft interpretiert: ein Bild des deutschen Kronprinzen Wilhelm in Uniform

Wie das Ganze aussehen kann, zeigte sich beim US-amerikanischen Blogger madmonarchist, der auf seine Seite bei Facebook ein Bild von Kronprinz Wilhelm (1882—1951) hochgeladen hatte. Dieses wurde als Haßbotschaft gelöscht. Der Blogger vermutet, weil der Kronprinz in Uniform mit dem eisernen Kreuz zu sehen ist. Der MadMonarchist wurde verwarnt, daß dieses Bild nicht den Facebook-Statuten entspräche und wurde vor dem erneuten Zugang zu Facebook genötigt, diese zu lesen. (Den ganzen Vorfall schildert der MadMonarchist in seinem Blog.) Solcherlei Dummheit und Unwissen läßt nichts Gutes für die angedachte Regulierung von sozialen Medien in Deutschland erwarten, wo Justizminister Maas gegen Facebook und andere soziale Medien mit drakonischen Geldstrafen vorgehen will, wenn diese nicht innerhalb einer gewissen Frist ungenehme Kommentare löschen (siehe dazu Corona 176: Geld– oder Gefängnisstrafe für Verleumder).

Sollte diese Form der Beschränkung der Meinungsäußerung tatsächlich kommen, wird dies jedoch nicht zu den gewünschten Resultaten führen, weil Zensur dies nie tut. „Haßbotschaften” und „fake news” sind eine US-amerikanische Erfindung und bekanntlich wählte die dortige Bevölkerung genau den, dem immer vorgeworfen wurde, sich vornehmlich dieser Mittel zu bedienen. L.R.

Mit Königen trauern


Nach dem Terroranschlag in Stockholm hat König Carl XVI. Gustaf binnen kurzer Zeit obenstehende Erklärung auf die Webzeite des Königshauses setzen lassen. Das Königspaar befand sich zu dem Zeitpunkt noch auf Staatsbesuch in Brasilien, doch trat es umgehend den Rückflug an, um in dieser schwierigen Situation bei seinem Volk zu sein. Beileidsbekundungen aus aller Welt trafen in Stockholm bei Kronprinzessin Victoria ein, die als Regentin und amtierendes Staatsoberhaupt die richtige Adressatin war.

König Harald V. von Norwegen richtete sein Beileidsschreiben an die Regentin, Kronprinzessin Victoria von Schweden.

Prinz William bei der Leser aus dem Neuen Testament während des Gedenkgottesdienst für die Opfer des Anschlags in London am 22. März.

Nur einen Tag vor der Mörderfahrt in Stockholm wurde in London in einem Gottesdienst in Westminster Abbey der Opfer des Anschlags mittels eines PKWs als Mörderwaffe vom 22. März gedacht. Als Vertreter der königlichen Familie nahmen der Herzog und die Herzogin von Cambridge sowie Prinz Harry daran teil.

Wann immer in diesen Tagen und Wochen der immer zahlreicheren Opfer des Terrorismus gedacht wird, fällt der Unterschied zu Deutschland auf. Während anderswo die Verletzten und die Angehörigen der Toten prominent auftreten und sich mit den Repräsentanten des Staats – oft Monarchen oder Mitglieder des Königshauses – treffen und die Medien  ausgiebig berichten, herrscht in Deutschland Schweigen. Von den Massakrierten des Breitscheidplatz‘ in Berlin vom 19. Dezember sind nur die ausländischen Opfer namentlich und mit Photo bekannt. Die deutschen scheinen von der Oberfläche verschwunden zu sein. „Datenschutzgründe“ werden dafür angeführt. Es ist wohl eher die deutsche Unfähigkeit zu trauern. H.S.

Nachdem sie Blumen am Anschlagsort niedergelegt hatte, wurde Kronprinzessin Victoria von einem Journalisten gefragt: „Und wie gehen wir jetzt damit um?“ – „Gemeinsam“, antwortete die Thronfolgerin.

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Die vollständige 181. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 181

Inhalt der 181. Ausgabe:

  • Kronprinz Wilhelm als Haßbotschaft
  • Mit Königen trauern
  • Regierungschef der Krim spricht sich für die Monarchie aus
  • Experten schlagen Gesetz zur Abdankung des Tenno vor

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Kaiserin Zitas Nichte starb in Madrid

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Ein halbes Jahr vor ihrem 100. Geburtstag starb in Madrid Ihre Königliche Hoheit Infanta Alicia de Borbón-Parma y Habsburgo-Lorena (13. November 1917 – 28. März 2017).

Infanta Alicia de Borbón-Parma y Habsburgo-Lorena (13. November 1917 – 28. März 2017).

In ihr verkörperte sich noch das glanzvolle Europa der monarchischen Epoche. Vermutlich war sie die letzte noch lebende Nichte von Kaiserin Zita (1892 – 1989). Infanta Alicia wurde mitten im 1. Weltkrieg in Wien als Tochter von Prinz Elia von Bourbon-Parma, Herzog von Parma und Piazenza und Erzherzogin Maria Anna von Österreich-Teschen geboren. Ihr Vater und Kaiserin Zita waren Geschwister.

Zur Infantin von Spanien wurde Doña Alicia, als sie am 16. April 1936 Prinz Alfonso Beider Sizilien, Herzog von Kalabrien und Infant von Spanien (1901 – 1964) heiratete. Das Ehepaar hatte drei Kinder, darunter den im Oktober 2015 verstorbenen Hauschef Infant Don Carlos Beider Sizilien, Herzog von Kalabrien und Graf von Caserta. Die Heirat der österreichischen Bourbonenprinzessin machte sie zur Tante von König Juan Carlos I., dessen Mutter eine Schwester des Bräutigams war. Deshalb verstarb gestern nicht nur die letzte Nichte Kaiserin Zitas, sondern auch die letzte noch lebende Tante von König Juan Carlos.

Eine weitere geschichtliche Besonderheit verband sich mit Doña Alicia: Beinahe wäre sie selbst Königin von Spanien geworden.

Ihr Mann, Infant Don Alfonso, war 1904 zum nächsten in der spanischen Thronfolge aufgerückt. Diese Position nahm er nach dem Tod seiner Mutter, der Fürstin von Asturien María de las Mercedes (1880 – 1904), Schwester von König Alfons XIII., ein. Wäre das Attentat des Anarchisten Mateo Morral auf König Alfons XIII. am 31. Mai 1906, bei dem 31 Menschen starben und 100 verletzt wurden, erfolgreich gewesen, hätte der Viereinhalbjährige den spanischen Thron geerbt. Seine Braut wäre damit Königin von Spanien geworden. Erst die Geburt des Vaters von Juan Carlos und seiner Geschwister ließ Donã Alicia in der spanischen Thronfolger nach hinten rutschen.

Bei der Beisetzung von Don Carlos am 9. Oktober 2015 in El Escorial nahmen neben der Witwe, Doña Alicia (rechts neben der Kerze) auch König Juan Carlos, Königin Sofía und Infanta Elena (von links neben der Witwe) teil.

Während die Angehörigen der Familie des Königreichs Beider Sizilien in El Escorial bestattet wurden und werden, bat Doña Alicia, nach Österreich überführt zu werden. Sie möchte in der Begräbnisstätte der Familie Bourbon-Parma ihre letzte Ruhe finden. Wo genau, ist noch nicht bekannt. Ihr Vater, Prinz Elia wurde in Mönichkirchen/Niederösterreich beerdigt, wo die Familie auch ein Jagdrevier besaß.

Das emeritierte Königspaar stattet den Angehörigen der verstorbenen Doña Alicia einen Kondolenzbesuch ab.

Monarchien machen glücklich

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„Das Wunder der Monarchie ist die bewundernswerte Übereinstimmung, die sie zwischen Mensch und Staat, Mensch und Geschichte herstellt.“—Thierry Maulnier

Zum 5. Mal wurde von den Vereinten Nationen der World Happiness Report vorgelegt. Der Weltglücksbericht untersucht, wie glücklich die Menschen in den verschiedenen Ländern der Erde sind. Wie in den Vorjahren sind die Bewohner monarchisch regierter Staaten die glücklichsten. Sieben der zehn zufriedensten Länder der Erde sind Monarchien.

Nachdem 2016 noch das Königreich Dänemark auf Platz 1 landete, hat sich in diesem Jahr das Königreich Norwegen nach vorne geschoben. Deutschland stagniert und liegt im World Happiness Report 2017 auf Rang 16. Die zehn glücklichsten Länder nach der UN-Liste:

1. Norwegen (7537 Punkte)
2. Dänemark (7522)
3. Island (7504)
4. Schweiz (7494)
5. Finnland (7469)
6. Niederlande (7377)
7. Kanada (7316)
8. Neuseeland (7314)
9. Australien (7284)
10. Schweden (7284)

Die unglücklichsten zehn sind ausnahmlos Republiken.

146. Jemen (3593)
147. Süd-Sudan (3591)
148. Liberia (3533)
149. Guinea (3507)
150. Togo (3495)
151. Ruanda (3471)
152. Syrien (3462)
153. Tansania (3349)
154. Burundi (2905)
155. Zentralafrikansiche Republik (2693)

Für den am Montag begangenen „Weltglückstag“ veröffentlichten UN-Bericht haben Forscher der New Yorker Columbia University sowie internationale Experten 155 Länder untersucht und auch jeweils mehr als 3.000 Menschen befragt. Kriterien sind unter anderem das Bruttoinlandsprodukt, die Lebenserwartung, geistige Gesundheit, die Selbstwahrnehmung der Einwohner, die Stärke des sozialen Umfelds, aber auch das Vertrauen in Regierung und Unternehmen sowie Arbeitslosigkeit.

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 180

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Film über den Widerstand der Vendée: The Hidden Rebellion

Henri du Vergier, comte de la Rochejaquelein (30. August 1772 – 28. Januar 1794) war der jüngste General der royalistischen Armee der Vendée. Sein Motto lautete: Mes amis, si j’avance, suivez-moi! Si je recule, tuez-moi! Si je meurs, vengez-moi! (Meine Freunde, wenn ich vorwärtsstürme, folgt mir! Wenn ich zurückweiche, tötet mich! Wenn ich sterbe, rächt mich!)

Der Film The Hidden Rebellion, der in den USA im März in die Kinos kam, erzählt von den Kämpfen in der westfranzösischen Region Vendée während der Französischen Revolution. Die Geschichte der Vendée dürfte den meisten Royalisten bekannt sein: Der Aufstand, der sich gegen die Ziehung von Rekruten, hohe Steuern und Verfolgung und Ermordung katholischer Priester richtete, die sich weigerten, einen Eid auf die Verfassung der Republik zu schwören, fand im Namen Gottes und des 1793 von den Revolutionären ermordeten Königs statt. Nach Anfangserfolgen der „katholischen und königlichen Armee”, eines von einigen ehemaligen adligen Offizieren geführten Bauernheeres, wurde der Aufstand nach rund zwei Jahren blutig niedergeschlagen und im Rahmen der Vergeltungsmaßnahmen wurden ganze Dörfer ohne Rücksicht auf Frauen und Kinder niedergemacht. Insgesamt kosteten Kampfhandlungen und anschließende Terrorhandlungen rund 200.000 Menschenleben, was von nicht wenigen Historikern als erster Genozid der Neuzeit bewertet wird.

The Hidden Rebellion erzählt die Geschichte der Aufständischen, ihres Kampfs und des Leids durch die Vergeltung der revolutionären Eiferer. Der Titel des Films (zu deutsch: Der versteckte Aufstand) weist dabei darauf hin, daß der Aufstand der Vendée lange Zeit von den französischen Autoritäten verschwiegen wurde: die Linke betrachtete die Aufständischen ohnehin ohne jegliche Sympathie, jedoch widmete sich auch die Rechte nicht dem Thema, um nicht als unpatriotisch zu gelten, da die Bauern der Vendée schließlich in einer Zeit zu den Waffen griffen, in der Frankreichs Außengrenzen bedroht waren. Autor Daniel Rabourdin, ein in den USA lebender Franzose, sieht seinen Film jedoch von großer Aktualität. Die political correctness führe dazu, ein Klima wie zu Zeiten der Französischen Revolution zu schaffen, in welchem diejenigen, die nicht für die großen Prämissen der Moderne eintreten, verfolgt werden. Auch heute müßten zum Beispiel Katholiken ihren Glauben verstecken. Um ein Zeichen gegen den Zeitgeist zu setzen, opferte Rabourdin seine eigenen Ersparnisse, damit der Film fertiggestellt werden konnte.

In Deutschland dürfte der Film aller Erwartung nach nicht in die Kinos kommen, wer jedoch des Englischen mächtig ist, kann ihn sich gegen eine geringe Gebühr im Internet anschauen, auf derselben Seite gibt es auch den Trailer. L.R.

Vergangenheit, die nicht vergeht: Tagungen an diesem bzw. übernächsten Wochenende (in Nancy) zu Verbrechen in der Vendée.

Monarchistische Gefühle am Nil

Ägypten hat in den letzten Jahren mehrmals die Sehnsucht nach der Monarchie gepackt. In jedem Umsturz gab es Stimmen, die nach einem König verlangten. Bei den Präsidentschaftswahlen 2014 ging ein monarchistischer Kandidat ins Rennen.

Die Zeiten sind so miserabel, daß es wieder Zeit für monarchistische Gefühläußerungen in der von Militärs beherrschten Republik ist. Joyce van de Bildt – de Jong macht die Unsicherheit, den Mangel an Freiheitsrechten und die schlechte Wirtschaftslage in der ägyptischen Geselllschaft von heute dafür verantwortlich, daß die Zeit des Königtums (1805 bis 1953) als die goldene Periode des Landes betrachtet wird.

Die Sehnsucht nach der Monarchie begann noch unter Präsident Mubarak. In den Schulbüchern wurde König Faruk, der 1952 von Offizieren ins Exil vertrieben wurde, in den negativsten Farben geschildert, doch in der Endphase Mubaraks begannen die Zeitungen, andere Töne anzuschlagen. König Faruks Tochter, Prinzessin Farial, und seine ehemalige Ehefrau, Königin Fadila, gaben Interviews, die ein großes Interesse fanden. Die Memoiren von Prinzessin Nevine ‘Abbas Halim, 2010 veröffentlicht, vertieften den Blick in die Gedankenwelt der Königsfamilie. Die Wochenzeitung Al-Ahram setzte mit einer Serie die Ära des Königtums in die richtige Perspektive und schrieb als Quintessenz, die Könige hätten Ägypten in die Modern befördert.

Ägyptens moderne Monarchen seit 1805 – im Zentrum König Fuad II., der im Alter von sechs Monaten König von Ägypten wurde.

Eine Fernsehserie über Leben und Regierungszeit von König Faruk brachte republikanische Reaktionen, weil sie so erfolgreich am negativen Image des Monarchen polierte, daß gefürchtet wurde, man könnte der monarchistischen Gefühle nicht mehr Herr werden. Nasseristen verdammten die Fernsehserie als Versuch Saudiarabiens, die Monarchie an den Nil zurückzubringen. Von „Diffamierung der Juli-Revolution“ war die Rede. Niemand bestreitet in Ägypten, daß die republikanischen Experimente vom Januar 2011 und Juni 2013 gescheitert sind. In einem Interview von 2013 schlug deshalb Prinz Osman Rif’at Ibrahim, ein Angehöriger der Königsfamilie, die Wiedererrichtung der Monarchie – analog zum spanischen Beispiel – vor.

Doch noch immer wartet im europäischen Exil König Fuad II. auf den Ruf aus der Heimat. H.S.

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Die vollständige 180. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 180

Inhalt der 180. Ausgabe:

  • Film über den Widerstand der Vendée: The Hidden Rebellion
  • Monarchistische Gefühle am Nil
  • Kontroverse über die Romanows
  • 6. Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg verstorben

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Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.

Monarchistisches Forum lädt nach Polen ein

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Konfederacja Spiska

Einladung

Organisiert von der Vereinigung Konfederacja Spiska findet bereits zum zehnten Mal ein Treffen für Monarchisten in Polen statt (zu früherem Forum siehe hier). Das „Forum Polnischen Monarchisten“ ist eine ausgezeichnete Gelegenheit, um die Bereiche des historischen Wissens zu erweitern, politische Gedanken auszutauschen, aber auch, um neue Kontakte zu knüpfen  – nicht nur zu polnischen Monarchisten, sondern auch aus Tschechien, Deutschland, Österreich oder Ungarn.

 In diesem Jahr werden Vorträge unter anderem von diesen Referenten gehalten:

  • Prof. Jacek Bartyzel – Nicolaus Copernicus University in Toruń
  • P. Nicole Fara – Monarchisten „Schwarz-Gelbe-Allianz Österreich“
  • Abgeordnete Dr. Kornel Morawiecki – Senior Marshall des polnischen Parlaments
  • Prof. Andrzej Nowak – Jagiellonian University in Kraków
  • Peter Graf Stolberg-Stolberg – ein Nachkomme von Kaiser Franz Joseph I.

Meine Damen und Herren, wir laden Sie herzlich ein, am X. Forum Monarchisten teilzunehmen, das vom 31. März bis 2. April 2017 stattfinden wird im Palast Zbożenna in der Nähe von Przysucha.

Der Unkostenbeitrag für die Teilnahme am Forum und für Unterkunft und Verpflegung beträgt 60 EUR.

Anmeldungen werden an diese Adresse erbeten: biuro@monarchia.info.pl

Jan Lech Skowera

Marschall der Konfederacja Spiska

Pozdrawiam

Jan Lech Skowera

Polecam: www.monarchia.info.pl