Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 214

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Relativierender Vergleich Steinmeiers sorgt für Kopfschütteln

Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sandte einen Glückwunsch an den iranischen Präsidenten Rohani für das 40jährige Jubiläum der islamischen Revolution in jenem Land, welche bekanntlich den Schah um seinen Thron brachte. Diese Maßnahme stieß sofort auf Kritik von verschiedenen Seiten, unter anderem von Islamkritikern und dem Zentralrat der Juden, selbst wenn außer in der Amtszeit von Christian Wulff auch andere deutsche Staatsoberhäupter gratulierten, was der Fairness halber nicht unerwähnt bleiben sollte.

Steinmeier ruderte aber danach keineswegs zurück, sondern verteidigte die Glückwünsche mehrfach. Bei einer Veranstaltung in Schloß Bellevue relativierte Steinmeier im Zusammenhang mit der Verteidigung des Schreibens die Kritik an radikalem Islam, indem er anführte, daß gerade die christlichen Kirchen ein schwieriges Verhältnis zum „modernen Verfassungsstaat” gehabt und viele deutsche Protestanten der Monarchie nachgetrauert hätten. Dadurch sollte wohl unter anderem suggeriert werden, daß die Bevölkerung im Iran ein Anrecht darauf hat, in einem vormodernen, islamischen Staat zu leben. Vielleicht sieht Steinmeier aber in dem Mullah-Regime auch eine Modernisierung, also eine Zwischenstufe auf dem Weg von der archaischen Monarchie hin zur parlamentarischen Republik.

Der Aussage Steinmeiers ist zunächst entgegenzuhalten, daß die deutsche Monarchie genauso wie die meisten anderen damaligen europäischen Monarchien ebenfalls eine Verfassung hatte. Die Verfassung des Deutschen Reichs sah dabei unter anderem ein Wahlrecht vor, welches zu seiner Zeit das fortschrittlichste der Welt war. Es gab eine Gewaltenteilung und das Parlament mußte dem Haushalt zustimmen. Die Gleichsetzung von modernem Verfassungsstaat mit der Republik, wie von Steinmeier so getroffen, ist also historisch nicht korrekt, denn das Kaiserreich war bereits ein solcher Staat.

Die Stimmen, die die Rückkehr der Monarchie im Iran verlangen, artikulieren sich nicht nur im Ausland. Auch im Iran selbst wächst die Opposition gegen das herrschende Regime.

Das persische Kaiserreich funktionierte zweifellos weniger gut. Jedoch sah die von Schah Mohammad Reza Pahlavi verkündete Weiße Revolution unter anderem mehr Rechte für Frauen, die Alphabetisierung der Bevölkerung, eine Landreform und mehr Rechte für Angestellte vor, wenngleich eine grassierende Korruption herrschte und der Schah seine Herrschaft in den letzten Jahren immer mehr auf das Militär stützen mußte. Ayatollah Chomeini begann die Islamische Revolution dagegen mit dem Versprechen, das Parlament abzuschaffen, die Landreform zurückzunehmen, die bürgerlichen Freiheiten gegen islamisches Recht zu tauschen und die Gegner seines Vorhabens gnadenlos zu verfolgen. Nach seiner Machtübernahme folgten die Hinrichtungen, die bis heute weitergehen. Die Proteste, die das Regime der Mullahs seit Jahren begleiten und bei dem regelmäßig Menschen ums Leben kommen oder hingerichtet werden – im letzten Jahr waren es über 200 Hinrichtungen – scheinen die bundesdeutsche Politik dabei wenig zu stören, solange nur die Zusage der Aussetzung der militärischen Nutzung der Atomkraft durch die Mullahs der eigenen Bevölkerung als diplomatischer Erfolg verkauft werden kann. Man hat bisweilen den Eindruck, die deutsche Regierung würde mit eigentlich verbündeten Staaten wie Ungarn oder Polen weit härter umgehen, als mit den Menschenfreunden in Teheran. In jedem Fall ist Steinmeiers Vergleich eine Frechheit, sowohl für die Protestanten und auch Katholiken, die der deutschen Monarchie nachtrauerten, als auch für die Opfer des iranischen Unrechtsregimes. Erste Forderungen, Steinmeier vom Kirchentag auszuladen, wurden bereits laut.   L.R.

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Die vollständige 214. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 214

Inhalt der 214. Ausgabe:

  • Relativierender Vergleich Steinmeiers sorgt für Kopfschütteln
  • Verlust der Monarchie in Afrika: Die Kolonialherren sind schuld
  • Zwei Bismarckdenkmäler – zwei Geschichten
  • Kronprinz Naruhito möchte Werk seines Vaters fortsetzen

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Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 213

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300 Jahre Fürstentum Liechtenstein

Am 23. Januar 1719 wurde Liechtenstein, eine Vereinigung aus der Herrschaft Schellenberg und der Grafschaft Vaduz, zum Reichsfürstentum erhoben. Die Fürsten von Liechtenstein, einer Burg in Niederösterreich, trachteten danach, ein reichsunmittelbares Lehen zu bekommen und erwarben den Besitz. Die fortdauernde Existenz des Fürstentums, welches heute der sechstkleinste Staat der Erde ist, hing dabei oft am seidenen Faden: 1806 wurde das Land Bestandteil des Deutschen Bundes und keiner größeren Macht einverleibt, weil Fürst Johann I. einen guten Draht zu Napoleon hatte. Die Reichseinigung überlebte Liechtenstein, weil es keine Grenze mit Deutschland hat, sondern nur mit Österreich und der Schweiz. Den Fall der Monarchien nach dem 1. Weltkrieg schließlich überstand Liechtenstein, weil der Fürst zahlreiche Investitionen aus seiner Privatschatulle tätigte und im Volk sehr beliebt war und 1938 betrachtete Hitler das Gebiet als zu unwichtig, um im Rahmen des Anschlusses Österreichs weitere diplomatische Verstimmungen in Kauf zu nehmen.

Fürst Franz Josef II. (1906 – 1989) war 1938 der erste regierende Fürst von und zu Liechtenstein, der ab 1938 tatsächlich in Vaduz residierte. Er heiratete am 7. März 1943 Gräfin Georgina („Gina“) von Wilczeck (1921 – 1989)

Die Dynastie, das Haus Liechtenstein, stammt wie beschrieben aus Niederösterreich und war im Grunde genommen bis 1938 nicht dauerhaft im Fürstentum ansässig. Man betrachtete sich weiterhin eher als Österreicher. Das Fürstentum entwickelte sich im Zuge der Schicksalsschläge der deutschen Geschichte jedoch zum Familienmittelpunkt: 1918 wurden in Österreich die Adelstitel abgeschafft, 1938 erfolgte der Anschluβ und 1945 wurde die Familie auch in Böhmen enteignet, denn die Beneš-Dekrete behandelten Liechtensteiner als Deutsche. In der Nachkriegszeit konnte sich das Land dann ähnlich wie die Schweiz als Sitz der Hochfinanz etablieren und dies brachte Wohlstand.

Heute herrscht in dem Land Fürst Hans-Adam II., die Regierungsgeschäfte in der letzten wirklich verbliebenen konstitutionellen Monarchie Europas werden aber seit 2004 von Erbprinz Alois wahrgenommen. Ihm zur Seite steht ein fünfköpfiger Regierungsrat und ein Parlament mit 25 Sitzen. Der Monarch kann dabei einzelne Regierungsmitglieder jederzeit entlassen. Für die Entlassung der gesamten Regierung braucht er die Zustimmung des Parlaments. Vom Parlament beschlossene Gesetze müssen vom Fürsten innerhalb von sechs Monaten sanktioniert werden, andernfalls gelten sie als abgelehnt. Richter können sich auf offene Stellen bewerben und werden dann auf Vorschlag von Fürst und Parlament bestimmt. Ähnlich wie in der Schweiz gibt es eine starke direktdemokratische Komponente, die Deutschland seinen offenbar minderbemittelten Bürgern ja bekanntlich vorenthält, da hierzulande nur Parteipolitiker in der Lage sind, komplexe Sachverhalte zu verstehen. Der Monarch hat also eine starke Stellung, womit seine knapp 40.000 Untertanen jedoch auch ganz zufrieden sind. Es gibt keine ernsthaften Bestrebungen, an den bestehenden Verhältnissen etwas zu ändern, hat das Land durch die Herrschaft der Fürsten doch sehr profitiert, da es keine Kriege erleben muβte und zu Wohlstand gekommen ist. Wie auch die Fürsten von Liechtenstein betonen, wäre eine vergleichbar positive Entwicklung als Republik eher nicht wahrscheinlich gewesen, da eine Republik als Legitimitätsprinzip wahrscheinlich die Nation gewählt hätte und somit ein Zusammengehen mit einem der Nachbarn gleicher Nationalität viel wahrscheinlicher gewesen wäre. L.R.

Prinz Jean nimmt Titel ‚Graf von Paris‘ an

Der Tod kam völlig überraschend. Fast auf die Stunde genau 226 Jahre nachdem König Ludwig XVI. in Paris enthauptet wurde, starb Prinz Henri, Graf von Paris, am 21. Januar, als er sich darauf vorbereitete, zu einem Gedenkgottesdienst für den Monarchen aufzubrechen. Prinz Henri von Frankreich (*14. Juni 1933) wurde am 2. Februar in der St. Ludwigskapelle auf der königlichen Domaine in Dreux in der Gruft der Familie Orléans bestattet. Die ganz groβen Namen des europäischen Hochadels, die die Klatschreporter angezogen hätten, fehlten. Der neue Hauschef konnte Fürst Albert II. von Monaco, Königin Sofía von Spanien und Kaiserin Farah des Iran begrüβen. Besondere Beachtung fand Kronprinz Moulay Hassan von Marokko. Der Fünfzehnjährige vertrat seinen Vater, König Mohammed VI.

Herzogin Diane von Württemberg am Arm ihres Sohns, Herzog Eberhard, auf dem Weg zur St. Ludwigskapelle in Dreux, wo ihr Bruder, Prinz Henri, zur letzten Ruhe gebettet wurde.

Aus Deutschland reisten Herzogin Diane von Württemberg, die Schwester des Verstorbenen, mit ihren Söhnen, Herzog Eberhard und Herzog Michael an. Auch Prinz Emanuele Filiberto von Italien, Kronprinz Leka II. von Albanien, Herzog Dom Duarte von Portugal, Kronprinz Mohammed Ali Faruk von Ägypten, Groβfürst Georgi von Ruβland sowie die Erzherzöge Karl und Georg von Österreich waren nach Dreux gekommen, um Prinz Henri die letzte Ehre zu erweisen.

Am Tag der Bestattung seines Vaters gab Prinz Jean in einer französischen und einer englischen (re.) Pressemitteilung bekannt, daβ er dem Beispiel seiner Vorfahren folge und den Titel „Graf von Paris“ annehme. Erstmals zeichnete er als Graf von Paris und machte damit deutlich, daβ er in die Erbfolge eintrat. Offensichtlich hat er auch sein Büro professionalisiert, denn es gibt jetzt eine Ansprechpartnerin für Pressekontakte. Laut Umfragen sind 17% der Franzosen für eine Monarchie in ihrem Land, fast ebensoviele wie in Deutschland, aber im Gegensatz zur BRD stimmt der Begriff „monarchistische Bewegung“ in Frankreich. H.S.

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Die vollständige 213. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 213

Inhalt der 213. Ausgabe:

  • 300 Jahre Fürstentum Liechtenstein
  • Jesidenoberhaupt Prinz Tahsin Said Ali in Hannover gestorben
  • Prinz Jean nimmt Titel ‚Graf von Paris‘ an
  • Der Balkan ist für Überraschungen gut
  • Leserbrief

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160. Geburtstag Kaiser Wilhelms II.

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Mosaik mit Abbildern von Kaiser Wilhelm II. und Kaiserin Auguste Viktoria in der Erlöserkirche in Gerolstein, die mit finanzieller Unterstützung des Kaiserpaars gebaut und 1913 eingeweiht wurde.

Wie nur wenige andere Menschen wurde Deutschlands Kaiser Wilhelm II. geliebt und dämonisiert. Bei seiner Geburt am 27. Januar 1859 war ihm nur eine Rolle vorbestimmt: Prinz Friedrich Wilhelm Viktor Albert von Preuβen sollte seinem kinderlosen Groβonkel Friedrich Wilhelm IV. irgendwann als König von Preuβen nachfolgen. Sein Groβvater Wilhelm führte schon seit 1858 als Regent für Friedrich Wilhelm die Regierungsgeschäfte, bevor er nach dessen Tod am 2. Januar 1861 als König Wilhelm I. den preuβischen Thron bestieg. Dank Fürst Bismarcks geschickter Politik kam es zur Reichseinigung 1871 und damit zur Personalunion von preuβischem König und deutschem Kaiser. Am 15. Juni 1888 folgte Wilhelm seinem Vater, Kaiser Friedrich III., dem 99-Tage-Kaiser, nach und wurde der berühmte Kaiser Wilhelm II., der auch heute noch für garantierte Umsätze im Verlagsgeschäft sorgt und zahlreichen Autoren regelmäβige Auftritte in Talkshows und Dokufilmen garantiert.

Als der Kaiser 1913 sein 25. Thronjubiläum beging, galt sein Vierteljahrhundert als „goldenes wilhelminisches Zeitalter“. Seine ersten Jahre als Kaiser empfanden die Menschen als Aufbruchjahre. Der junge Kaiser, der einen ausgeprägten Sinn für soziale Gerechtigkeit und viel Gespür für gesellschaftliche Entwicklungen hatte, wollte sich als sozialer Monarch sowie als Repräsentant einer modernen Epoche der Technik und Mobilität, der deutschen Wirtschaftsmacht und Weltgeltung profilieren.

Im Jahr seines silbernen Thronjubiläums blickte Deutschland auf ein Vierteljahrhundert des Friedens und der wirtschaftlichen und kulturellen Blüte zurück. Die wilhelminische Gesellschaftsordnung gewährte als konstitutionelle Monarchie Rechtsstaatlichkeit, ein hohes Maß an politischer und wirtschaftlicher Freiheit und weitgehende Möglichkeiten zur persönlichen Entfaltung. In der sozialen Wohlfahrt nahm Deutschland unter allen Industrienationen die Spitzenstellung ein. Wenn es der Kaiser, der sich immer streng an die Verfassung hielt, auch manchmal an diplomatischer Zurückhaltung fehlen ließ, konnte man ihm die Lauterkeit seiner Bemühungen um Frieden und Wohlstand seines Volkes nicht absprechen.

Zum Kriegsbausbruch 1914, dem Waffenstillstand und daraus folgenden Ereignissen im November 1918 und dem Tod des Kaiser 1941 widmeten sich Corona-Autoren an anderer Stelle. Immer wieder eine gediegene Quelle zu Kaiser Wilhelm II. ist die Webseite Wilhelm II., die eine Fülle an Informationen zu all seinen Facetten bereithält.

Corona jedoch wünscht Seiner Majestät heute einfach einen grandiosen Geburtstag! Right or wrong – My Kaiser!

 

Neuer Chef des französischen Königshauses: Prinz Jean von Frankreich

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Monseigneur le duc de Vendôme, nouveau chef de la Maison de France

Seit Jahrzehnten hatte er sich auf diesen Tag vorbereitet, dennoch kam der Übergang völlig überraschend: Prinz Jean ist neuer Thronprätendent Frankreichs. Am 21. Januar, fast auf die Stunde genau 226 Jahre nach der Guillotinierung von König Ludwig XVI. starb Prinz Henri, Graf von Paris, von seinen Anhängern Henri VII. genannt, kurz bevor er zu einem Gedenkgottesdienst aufbrach, der des hingerichteten Königs gedachte. Mit dem Tod wurde automatisch der Sohn Nachfolger in allen Rechten und Pflichten – 1793 war dies Ludwig XVII. / 2019 fiel diese Aufgabe an Prinz Jean, Herzog von Vendôme, für seine Anhänger Jean IV. oder wie es die Webseite La Couronne ausdrückt: «Si les Français décidaient de renouer le fil de leur histoire, il régnerait sous le nom de Jean IV de France».

Stolze Väter: Der Groβvater, Prinz Henri, freut sich an seinem Enkel, Prinz Gaston, den der Vater, Prinz Jean auf dem Arm trägt.

Prinz Jean wurde am 19. Mai 1965 als viertes Kind und zweiter Sohn von Prinz Henri und Prinzessin Marie-Thérèse von Frankreich, geborene Herzogin von Württemberg, einer Schwester von Herzog Carl von Württemberg geboren. Seine Eltern hatten 1957 in der königliche Kapelle in Dreux geheiratet.

Seine Studien absolvierte er an der Sorbonne in Paris und an der Azusa Pacific University  in Los Angeles, USA. Nach Abschluβ seiner universitären Ausbildung leistete er seinen Wehrdienst in Saumur und Arras ab. Danach arbeitete er im Banksektor und in der Forstwirtschaft.

Am 2. Mai 2009 heiratete Prinz Jean in der Kathedrale von Senlis die in Österreich geborene Philomena de Tornos y Steinhart, (*19. Juni 1977), Tochter von Alfonso de Tornos y Zubiría und Marie-Antoinette Edle  von Steinhart, Enkelin von Juan de Tornos y Espelíus, ehemaliger Chef des persönlichen Sekretariats von Don Juan, des Grafen von Barcelona, des Vaters von König Juan Carlos. Seit 2011 lebt das Paar in der königlichen Domaine von Dreux, wo sie inzwischen von fünf Kindern umgeben sind:

  • Der Dauphin, S.K.H. Prinz Gaston Louis Antoine Marie von Frankreich (*19. November 2009 in Paris
  • I.K.H. Prinzessin Antoinette Léopoldine Jeanne Marie von Frankreich (*28. Januar 2012 in Wien)
  • I.K.H. Prinzessin Louise-Marguérite Éléonore Marievon Frankreich (*30. Juli 2014 in Poissy)
  • S.K.H. Prinz Joseph Gabriel David Marie von Frankreich (*2. Juni 2016 in Dreux)
  • I.K.H. Prinzessin Jacinthe Élisabeth-Charlotte Marie von Frankreich (9. Oktober 2018 in Dreux)

Die Kinder von Prinz Jean und Prinzessin Philomena von Frankreich (v.l.): Antoinette, Joseph, Gaston und Louise-Marguérite

Prinz Jean hat sich in den letzten Jahren immer wieder in die Diskussionen in Frankreich eingebracht und bedient sich dazu auch der sozialen Medien. In dem Buch «Un Prince Français» hat er seine Vorstellungen dargelegt. Sein Motto «Servir la France et les Français» (Frankreich und des Franzosen dienen) taucht sowohl auf seiner eigenen Webseite sowie seinem Twitteraccount auf. Und natürlich ist er bei Facebook. Prinz Jean ist nicht medienscheu und zeigt sich bei der Tour de France ebenso wie bei Festivals oder gibt bereitwillig Journalisteninterviews. Seine Präsenz ist nicht auf die alljährlich besser besuchten Gedenkveranstaltungen für König Ludwig oder Königin Marie-Antoinette beschränkt. In Deutschland trifft man ihn immer wieder in Altshausen, wo er bei seinen württembergischen Verwandten auch die traurigen Anlässe miterlebt, wie zuletzt die Trauerfeier zum Unfalltod von Herzog Friedrich von Württemberg.

Nun, da Prinz Jean als Oberhaupt des Königshauses die volle Verantwortung übernommen hat, darf man von ihm eine stärkere Einfluβnahme auf die Meinungsbildung in Frankreich erwarten. Doch zuerst muβ er am 2. Februar die Bestattungsfeier für seinen Vater, den Grafen von Paris, leiten.

Der Graf von Paris ist tot

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Der französischen 20-Uhr-Nachrichtensendung des staatseigenen Senders France 2 «Journal 20h00» war es nicht mal eine Kurzmeldung wert, aber bei Twitter häuften sich die Trauerbotschaften zum überraschenden Tod von S.K.H. Prinz Henri, Graf von Paris, Herzog von Frankreich:

Der Sohn und Nachfolger als Graf von Paris gab die Nachricht vom Tod seines Vaters über Twitter bekannt.

Henri Comte de Paris est mort! Vive Jean Comte de Paris!

Es entbehrt nicht eines tragischen Moments, daβ der französische Thronprätendent am gleichen Tag starb, da sich die Royalisten anschickten, des 226. Jahrestags zu gedenken, an dem König Ludwig XVI. öffentlich enthauptet wurde.

Als Prinz Henri am 14. Juni 1933 als zweites Kind und erster Sohn des Grafen und der Gräfin von Paris geboren wurde, lebte die Familie im Exil. Die Republik hatte 1886 soviel Angst vor einer Restauration, daβ sie die Königsfamilie ebenso wie die Familie Bonapartes zwang, im Ausland zu leben. Prinz Henri von Orléans (1908 – 1999) und Prinzessin Isabelle von Orléans-Bragança (1911 – 2003) hatten deshalb 1931 in Palermo auf Sizilien geheiratet und ihren Familiensitz in Woluwe-Saint Pierre in Belgien genommen, wo der Erbe, Prinz Henri, auch zur Welt kam. Seit sein Vater 1940 die Nachfolge von Prinz Jean, Herzog von Guise, antrat, galt Prinz Henri jr als Dauphin des Hauses Orléans.

Nach Aufhebung der Exilgesetze 1950 konnte die Königsfamilie nach Frankreich zurückkehren und Prinz Henri studierte Politische Weissenschaften in Paris. 1957 wurde er zum Wehrdienst eingezogen und kämpfte in Algerien, wofür er auch mit dem Croix de la Valeur militaire ausgezeichnet wurde. Sein Bruder, Prinz François, fiel 25-jährig im Algerienkrieg. Dank einer Sonderlaubnis von Präsident Charles de Gaulle konnte er nach Beendigung seines Wehrdiensts weiterhin in der Armee tätig sein und blieb bis 1974 im Secrétariat général de la Défense nationale.

Danach verdiente er als mittelständischer Unternehmer sein Geld und widmete sich seiner Passion: Der Malerei. In seinen späten Jahren wurden seine Bilder in zahlreichen Ausstellungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Mit dem Tod seines Vaters 1999 wurde er automatisch neuer Chef des Königshauses, auch wenn die Beziehung zwischen beiden nicht einfach waren und der Zwist die Klatschspalten der Zeitungen gefüllt hatte. Zeitweise hatte der alte Graf von Paris versucht, die Erbfolge zu überspringen und seinen Enkel Jean zum Nachfolger zu küren, doch dieser Versuch scheiterte an den legitimistischen Getreuen, die auf die korrekte Einhaltung der Thronfolge pochten.


Ein Grund für den Zwist war die Scheidung 1984 von Prinz Henri jr. und Herzogin Marie Therese von Württemberg. Die Hochzeit der beiden hatte 1957 mit zur deutsch-französischen Aussöhnung beigetragen und Prinz Henri sr. schätzte seine Schwiegertochter sehr. Da sie nicht mehr den gleichen Namen wie ihr ex-Mann tragen konnte, verlieh ihr ihr Schwiegervater den Titel Herzogin von Montpensier, als solche ist sie auch heute noch bekannt. Die Prinzenehe wurde später vom Vatikan annulliert, so daβ Prinz Henri jr. am 29. Oktober 1989 Micaela Cousino in Deutschland wieder kirchlich heiraten konnte.

Nachrufe:

Le Soir (belgische Tageszeitung)

Le Monde (linksliberale französische Abendzeitung)

Le Figaro (konservative französische Tageszeitung)

La Croix (katholische französische Tageszeitung)

Libëration ([einst] radikale französische Tageszeitung, die der taz bei ihrer Gründung Vorbild war, nun aber die monarchistischste Überschrift von allen hatte: «Monarchie : le prétendant est mort, vive le prétendant !»

La Couronne (royalistischer Blog)

Secretos cortesanos (spanischer Blog)

ABC (monarchistische spanische Tageszeitung)

 

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 212

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Frankreichs Royalisten organisieren Messen und Demonstrationen

Während am Samstag die Gelbwesten anläβlich ihres zehnten landesweiten Protests gegen Präsident Emmanuel Macron und seine Regierung durch die Straβen zogen, stellen die neuesten Umfragezahlen der Republik und ihrem obersten Repräsentanten ein katastrophales Zeugnis aus: Nur 21 % der Franzosen finden, Macron erledige seine Aufgaben zufriedenstellend – 72 % lehnen seine Politik ab. Angesichts dieser Zahlen wirkt es lächerlich, wenn die Süddeutsche Zeitung einen Korrespondentenbericht mit der Überschrift veröffentlicht „Spaniens Monarchie wackelt“, weil „nur“ 62 % der Spanier mit König Felipe VI. und der Monarchie des Landes einverstanden sind. Verkehrte Welt, denn Macron bleibt Liebling deutscher Medien.

Messen und Demonstrationen um den 21. Januar 2019 herum werden hier gelistet.

Aber es wackelt weder die Monarchie in Spanien, noch die Republik in Frankreich. Bevor die Institution in einem der beiden Staaten ausgetauscht wird, muβ noch mehr passieren als einige unzufriedene Demonstranten in Madrid oder Paris. Spanische Republikaner haben ihre Rituale und holen zu bestimmten Anlässen die Fahnen der gescheiterten Zweiten Republik aus dem Schrank und durchlüften sie bei Straβenumzügen. Ein fester Termin für französische Royalisten ist in jedem Jahr das Gedenken an König Ludwig XVI., der am 21. Januar 1793 ermordet wurde. In diesem Jahr veröffentlichte der royalistische Nachrichtendienst La faute à Rousseau („Rousseau ist schuld“) wieder eine Liste mit Orten, an denen des Königs gedacht wird, beginnend mit der Vogesenstadt Épinal am 18. Januar, zehn Orten am 19. Januar, zwölf am 20. Januar und am eigentlichen Gedenktag, am Montag, den 21. Januar werden in 34 Kirchen des Landes Gedenkmessen für Ludwig XVI. gelesen. Hinzu kommen Gottesdienst, die im Ausland für ihn ausgerichtet sind. Erstmals taucht in der Liste auch eine deutsche Adresse auf: In Saarlouis wird am 21. Januar das Requiem um 18.30 Uhr für König Ludwig in der Canisiuskirche in der Stiftstraβe 18 gefeiert. Für Royalisten aus Baden besteht noch am 26. Januar die Möglichkeit der Teilnahme an einem Gottesdienst um 16 Uhr in der Kathedrale von Straβburg, wo ein gregorianischer Chor für einen besonders feierlichen Rahmen sorgen wird.

Um die Republik durch das Königtum zu ersetzen, wird es mehr bedürfen, als Messen für das Seelenheil des toten Königs lesen zu lassen, doch immerhin sind die Orte, an denen das geschieht, über ganz Frankreich verteilt und immer ein Anlaβ, daβ Gleichgesinnte zusammenkommen, sich kennenlernen und sehen, wieviele sie eigentlich sind. H.S.

In den Vorjahren war die Mittagsmesse am 21. Januar besonders in der Pariser Kirche Saint-Germain-l’Auxerrois, gut besucht.  Sie gilt als Pfarre der Könige Frankreichs und die Mitglieder der französischen Königsfamilie nehmen an dieser Messe zum Gedenken König Ludwigs XVI. teil.

König von Malaysia dankt ab

Der König von Malaysia, Agong Mohammed V., hat mit Wirkung zum 6. Januar überraschend abgedankt. Seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1957 ist dies das erste Mal, daß ein Monarch diesen Schritt geht. Malaysia ist eine parlamentarische Wahlmonarchie, in der sich die Monarchen der neun monarchisch regierten Bundesstaaten des Landes mit dem Herrschen abwechseln, indem sie alle fünf Jahre einen neuen Monarchen aus ihrer Mitte bestimmen. Gründe für seinen Schritt gab der Monarch, dessen Herrschaftszeit eigentlich noch bis ins Jahr 2021 andauern sollte, nicht an, er will aber künftig wieder in seinem Bundesstaat an der Grenze zu Thailand leben. Vermutet werden je nach Kommentator gesundheitliche Probleme, eine nicht standesgemäße Heirat des Sultans mit Miss Moskau 2015 und Differenzen mit dem 93-jährigen Regierungschef Malaysias, Mahathir Mohamed. Es wird erwartet, daß die Monarchen der Bundesstaaten sich sehr schnell auf einen Nachfolger einigen werden.

Obwohl nicht zu erwarten ist, daß durch die plötzliche Abdankung eine Gefahr für die Popularität der Monarchie entsteht, denkt die Regierung derweil darüber nach, die Gesetze zur Majestätsbeleidigung zu verschärfen. L.R.

Agong Mohammed V. bei einer Ansprache 2018.

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Die vollständige 212. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 212

Inhalt der 212. Ausgabe:

  • Frankreichs Royalisten organisieren Messen und Demonstrationen
  • Die Kaisertage sind frisch erschienen
  • Die britische Königsfamilie stabilisiert das Land
  • König von Malaysia dankt ab

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Iran seit 40 Jahren ohne Schah

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Kaiserkrönung 1967

Am 16. Januar 1979 bestiegen Schah Mohammed Reza Pahlevi und seine Frau, Kaiserin Farah, auf dem Flughafen von Teheran eine Boeing 727 mit Namen „Schahine“ (Königsfalke), der Monarch nahm auf dem Pilotensitz Platz, um höchstpersönlich zunächst auf die Elefanten-Insel nahe der ägyptischen Stadt Assuan zu fliegen. Fast alle Generäle, die den Schah am Flughafen begleitet hatten, wurden unmittelbar nach der Revolution hingerichtet.

Letzte Treuebekundung auf iranischem Boden am 16. Januar 1979.

Das Kaiserpaar verlieβ das Land, das zwölf Monate Demonstrationen, Unruhen, Streiks und Agitation durchlebt hatte. Die westlichen Partner hatten auf einer Konferenz auf der französischen Karibikinsel Gouadeloupe am 5. und 6. Januar 1979 die Lage des Irans besprochen. Als Ergebnis der Beratungen legten Bundeskanzler Helmut Schmidt, Staatspräsident Valéry Giscard d’Estaing, Premierminister James Callaghan und Präsident Jimmy Carter dem iranischen Schah nahe, sein Heimatland zu verlassen. Anders formuliert: Sie lieβen ihn fallen.

Warum setzte der Schah nicht die kaisertreuen Streitkräfte gegen die Demonstranten ein? Der iranische Journalist Ahmed Taheri hat diese Erklärung dafür:

„The Shah had no stomach for bloody repression. His constant, and rather charmingly naive, motto was: ‚A king cannot kill his own people.'“

Zwei Tage nach seinem Abflug schrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) in einem Kommentar auf Seite 1:

Schon der junge Kaiser verteilte einen Teil seiner Güter, In den sechziger Jahren übertrug er nicht nur das Eigentum der Groβgrundbesitzer am Boden den Bauern, sondern auch den Rest seiner eigenen Ländereien. Daβ er sich noch kurz vor dem Ende von dem noch verbliebenen Familienvermögen in Persien trennte – es waren nicht mehr Landgüter, sondern vor allem Industriebeteiligungen und Häuser -, war politisch eine eher unkluge Geste. Die Perser jedenfalls deuteten die Schenkung als Zeichen der Schwäche. Für den Schah aber bedeutete der letzte Akt viel.

Von den drei Siegern im Kampf um die Macht, die Mullas, den Groβgrundbesitzern und der persischen Linken, haben sich die ersten stets nahegestanden. Auch die nächsten Vertrauten des Ajatollah Chomeini zählen zu den alten bekannten Familien.“

Das Schicksal des Landes nach dem Machtantritt Ajatollah Chomeini ist bekannt. Der krebskranke Kaiser wurde um die Welt gejagt. Kein Land war bereit, ihm langfristig Zuflucht zu gewähren – vor allem nicht die einst von ihm profitierenden westlichen Staaten, die hofften, ihre Geschäfte würde wie bisher mit dem Mullahregime fortgesetzt werden. Am 27. Juli 1980 erlag er dem Morbus Waldenström (MW), einer malignen Lymphomerkrankung. In Ägypten ordnete Präsident Sadat ein Staatsbegräbnis für ihn an. Neben Angehörigen der iranischen Kaiserfamilie nahmen auch, Anwar Sadat, Richard Nixon und König Konstantin II. der Hellenen teil an den Beerdigungsfeierlichkeiten in Kairo.

Grabstätte von Schah Mohammed Reza Pahlevi in Kairo

Was aus dem Iran wurde, ist bekannt. Eine Zusammenfassung beschrieb Behrouz Khosrozadeh im Online Magazin Telepolis:

Der Entwicklung des Iran wäre die Fortdauer der Monarchie besser bekommen. Trotz sich anbahnender ökonomischer Krise gegen Ende, steuerte das Land unaufhaltsam auf Industrialisierungskurs, die Staatskasse war voll, die Mittelschicht satt, die Arbeiter hungerten nicht und die Lage der Frauen verbesserte sich immer mehr. Die Monarchie zählte nicht zu den brutalsten Despotien der Welt. Die iranische Auslandsopposition verbreitete dämonisierende Gerüchte, wonach das Land Zehntausende politische Gefangene hätte.

Tatsächlich waren es weniger als dreitausend. Tausende sollten allein beim Massaker auf dem Teheraner Jaleh-Platz am 8. September 1978 getötet worden sein. Heute wissen wir nach der offiziellen Statistik der Märtyrer-Stiftung, einer Revolutionseinrichtung, dass von 1963 bis zum 12. Februar 1979 insgesamt 3 164 Menschen Opfer des Pahlawi-Regimes geworden sind. Die Islamische Republik übertraf diese Zahl schon in ihren ersten zwei Jahren.

Mit einem einzigen Dekret Ayatollah Khomeinis wurden im Sommer 1988 etwa 3-5000 bereits verurteilte politische Gefangene hingerichtet. Die Monarchie war vor ihrem Ende zu umfangreichen Reformen bereit. Bei einem Fortbestand hätten ihr die globalen Rahmenbedingungen der 80er, spätestens der 90er Jahre keine andere Wahl gelassen, als demokratischen Wandel zuzulassen. Selbst wenn dies nicht der Fall gewesen wäre, wäre ein Volksaufstand in den 90er Jahren von anderer Natur gewesen als der von 1979 in einem Land, in dem Analphabetismus herrschte und dessen Revolutionäre bis auf eine winzige Minderheit genauso wenig von Demokratie und Menschenrechten hielten wie der Schah selbst. Die Revolution kam zu früh. Sie war ein historisches Pech für den Iran.

Das grösste Pech der Monarchie bestand darin, dass sie zu diesem schicksalsschweren Zeitpunkt eine mit einer unentschlossenen, konfus agierenden und in sich zerstrittenen US-Administration zu tun hatte. Der Streit über die Iranpolitik zwischen Außenminister Vance und dem Nationalen Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski irritierte den Schah und nahm ihm die Handlungsfähigkeit. Carters Menschenrechtspolitik im Bezug auf Iran hätte funktionieren können, wenn sie zwei oder drei Jahre vor 1977 eingesetzt hätte. Seine Vorgänger, Ford und Nixon hatten den Schah mit modernsten Waffen überschüttet und ihn mit ihrer bedingungslosen Unterstützung in seiner Überheblichkeit gestärkt.

Iran steckte 1978/79 in der Krise, auch wenn es, verglichen mit vielen anderen Staaten der Dritten Welt im Revolutionszustand, die wenigsten Probleme hatte. Trotz der leichten Wirtschaftskrise steuerte das Land unaufhaltsam auf Industrialisierungskurs, die Staatskasse war voll, die Mittelschicht satt, die Arbeiter hungerten nicht und die Lage der Frauen verbesserte sich immer mehr. Die Armee war nach der israelischen die stärkste in der Region. Der Schah unterhielt auch gut ausgebaute Beziehungen zum Ostblock und zu China. Iran war 1978 auch ein mustergültiges Beispiel für katastrophales Krisenmanagement, an der die Carter-Administration massgeblich beteiligt war.

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 211

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Republikanische Märchenstunde zum Jahresausklang

Europa – nur echt mit der Krone

Ausgerechnet kurz vor den Feiertagen ist ein gerade bei wohlhabenden linksliberalen Lesern beliebter Geschichtenerzähler in Verruf geraten: Claas Relotius, der beim Spiegel festangestellte Journalist, hat sich einen großen Teil seiner oftmals so schön larmoyanten und politisch sehr korrekten Storys nicht nur ausgedacht, sondern wahrscheinlich auch Spenden veruntreut. Von der Öffentlichkeit etwas unbemerkter kam auch heraus, daß der österreichische Schriftsteller und Preisträger mehrerer mit Europa in Verbindung stehender Preise, Robert Menasse, seine Zitate des ersten EWG-Vorsitzenden, Walter Hallstein, frei erfunden hat. Die EWG war so etwas wie der Vorläufer der EU und Menasse hatte lange behauptet, Hallsteins Vision sei es gewesen, die Nationalstaaten in einer großen europäischen Republik aufzulösen. Anders als Relotius sind Menasse seine Fälschungen aber keineswegs unangenehm, fühlt er sich doch normativ im Recht.

In Zeiten von Hate Speech, Fake News, der Spaltung der Gesellschaft und Hetze dürften beide Vorfälle einen vorübergehenden Rückschlag für diejenigen bedeuten, die die Meinungsfreiheit einschränken wollen. Die Argumentationslinie derer, die diese künstlich und sehr bemüht wirkenden Kampfbegriffe erfunden haben und nutzen, ist es ja in der Tat, daß ein großer Qualitätsunterschied zwischen den etablierten Printmedien und dem staatlichen Gebührenfernsehen einerseits und dem Internet andererseits bestehen würde. Dies rechtfertigt dann die massive Subventionierung etablierter Medien, wie es in Deutschland beim sogenannten öffentlich-rechtlichen Fernsehen und in Frankreich auch bei einigen Printmedien der Fall ist (siehe Liste in Corona 181 vom April 2017), und ein politisches und juristisches Vorgehen gegen Akteure im Internet. Hier sind aktuell vor allem das deutsche Netzwerkdurchsetzungsgesetz, ein neues Gesetz gegen Fake News zu Wahlkampfzeiten in Frankreich und die neue EU-Datenschutzrichtlinie zu nennen. Letzterer, die sich vor allem gegen Facebook richtet, haben wir es zu verdanken, daß wir vor dem Aufrufen jedweder Seite im Internet jetzt meist einer endlos langen Datenschutzerklärung zustimmen müssen, natürlich ohne sie tatsächlich zu lesen. Dabei ist den Internetkontrolleuren aber entgangen, daß die Jugendlichen Facebook heute kaum noch benutzen, weswegen ihre Maßnahme ins Leere läuft und einfach nur nervt. Wenn man nun, um wieder auf Relotius und Menasse zurückzukommen, Fake News in sogenannten Qualitätsmedien auch nicht verhindern kann, ist die ganze Argumentation ohnehin ad absurdum geführt. Falschmeldungen hat es zu allen Zeiten gegeben und sie werden sich nie ganz verhindern lassen. Wer trotzdem vorgibt, sich hierfür einsetzen zu wollen, will nicht etwa die Qualität der Berichterstattung und die Diskussionskultur verbessern. Es geht ihm um Meinungsführerschaft und die Definition von dem, was überhaupt eine Nachricht wird, und was nicht und wohin dies führt, konnte man besonders prägnant an der anfänglichen Nichtberichterstattung zur Silvesternacht 2015 in Köln sehen. Es ist nur den sogenannten alternativen Medien zu verdanken, daß Politik und Medien die Ereignisse nicht vertuschen konnten. Das daraus bis heute resultierende Glaubwürdigkeitsproblem soll nun nicht etwa dadurch behoben werden, daß man diese Vorfälle konsequent untersucht und aufarbeitet. Es sollen lieber regierungskritische Nachrichten gar nicht ausgestrahlt werden und nachdem diejenigen, die der Regierung kritisch gegenüberstehen und in den Medien ständig als Vollidioten und Schlimmeres dargestellt wurden, jetzt pfeifen und demonstrieren, wenn Vertreter eben dieser Regierung in ihrer Nähe auftauchen, beschwert sich nicht nur der aktuelle Bundespräsident über den Verfall der Debattenkultur. Diejenigen, die aufgrund dieses Gebarens in Sorge um die Pressefreiheit sind, können sich aber beruhigen: der technische Fortschritt macht es schon jetzt unmöglich, unerwünschte Nachrichten zu unterdrücken und bislang ist in neuerer Zeit noch jeder, der sich daran versucht hat, kläglich gescheitert.

Was das jenseits der Absage an die Idee einer europäischen Republik mit Monarchie zu tun hat: Nun, es gehören der Organisation Reporter ohne Grenzen zufolge im Jahre 2017 sechs Monarchien zu den zehn Ländern mit der größten Pressefreiheit. Deutschland befindet sich nicht unter den Ländern mit der höchsten Pressefreiheit, Frankreich genauso wenig.

In diesem Sinne wünscht die Corona-Redaktion ihren Lesern ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2019 und die Freiheit, weiter die Nachrichten konsumieren zu können, die jeder für sich selbst für wichtig erachtet. L.R.

Der öffentlichen Hand kommen Kulturgüter teuerer

Es scheint, als vernebelte ein weitverbreiteter Neidkomplex manchmal die Sinne. Königin Elizabeth II. saβ während ihrer diesjährigen Weihnachtsansprache an das Land und den Commonwealth nicht nur an ihrem Schreibtisch, sondern im Hintergrund stand ein Klavier, das als „Goldklavier“ gebrandmarkt wurde. Wie heute üblich, erhob sich in den sozialen Netzwerken Protest, daβ sie dabei von „Groβzügigkeit” und „Hingabe“ sprach. Das kritisierte Musikinstrument wurde aber nicht von ihr angeschafft, sondern 1856 kaufte Königin Victoria I. das S&P Erard Grand Piano und es ist Teil der königlichen Kunstsammlung. Die Idee, es nutzbringend zu verkaufen, um dann den Erlös den Armen zu spenden, hätten 1918 vielleicht die Bolschewiken propagiert, aber 2018 kämen nur die Freunde der G20 Plünderer auf diese Idee.

Glücklicherweise muβ im Vereinigten Königreich niemand trennen, was der königlichen Familie privat gehört und was die königliche Familie nur stellvertretend für die Nation in Besitz hält. Bis 1918 galt das auch in Deutschland, was dann nach 1919 zu vielen gerichtlichen Auseinandersetzungen führte, die auch in der Gegenwart nachwirken. Für die Kulturgüter endete das oft tragisch.

Jüngstes Beispiel ist Schloβ Reinhardsbrunn bei Gotha. Die sowjetische Besatzungsmacht enteignete es 1945, auch nach 1990 bekam es das Haus Sachsen-Coburg und Gotha nicht zurück. Der letzte Versuch der Rückübereignung scheiterte 2001. Die Frankfurter Rundschau dokumentierte das Trauerspiel seit der Absage an das Haus Sachsen-Coburg und Gotha: „Seit der Wende ist die denkmalgeschützte Schlossanlage, die zu DDR-Zeiten ein Interhotel beherbergte, dem Verfall preisgegeben. Die Treuhandanstalt hatte es einer Hotelgruppe verkauft, die aus dem Schloss ein Fünf-Sterne-Hotel machen wollte. Das Gebäude wurde entkernt, aber schon bald stoppten die Bauarbeiten, auch weil der Freistaat wenig Interesse zeigte, das Projekt zu unterstützen. … 2004 wurde die Immobilie neu ausgeschrieben. Das Weimarer Bauingenieurbüro BOB Consult erwarb Reinhardsbrunn schließlich für 100 000 Euro. Zwei Jahre später übernahmen russische Geschäftsleute das Unternehmen samt Immobilie für zwölf Millionen Euro. Weitere Besitzerwechsel schlossen sich in den Folgejahren an. Heute gehört die BOB Consult einem Unternehmen, das im mittelamerikanischen Kleinstaat Belize registriert ist. Seine deutsche Postadresse ist ein Haus in Hamburg, wo die Firma aber nicht einmal einen Briefkasten besitzt.“

Russische Investoren kauften das Objekt 2008, die Staatsanwaltschaft nahm ein Jahr später Ermittlungen wegen des Verdachts der Geldwäsche auf. Der russische Besitzer nahm auf das Schloβ Hypotheken auf, seitdem lasten auf der Immobilie Schulden von fast zehn Millionen €. Währenddessen verfällt die Immobilie, wird zur Ruine. Die Enteignung wurde am 10. Juli 2018 vollzogen, aber nun hat der Steuerzahler ein weiteres Sanierungsprojekt zu schultern. Das Haus Sachsen-Coburg und Gotha hätte es nicht so weit kommen lassen, wenn es 1990 seinen rechtmäβigen Besitz zurückerhalten hätte. H.S.

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Die vollständige 211. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 211

Inhalt der 211. Ausgabe:

  • Republikanische Märchenstunde zum Jahresausklang
  • Letzte Geburtstagsansprache Akihitos
  • Der öffentlichen Hand kommen Kulturgüter teuerer
  • Buchhinweis: Berlin der Kaiserzeit – Architektur 1871 bis 1918

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Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.

Weihnachtsansprache von König Philippe I. der Belgier

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Meine Damen und Herren,

Die Weihnachtstage sind hervorragend dafür geeignet, unseren Wettlauf mit der Zeit anzuhalten, und einmal wirklich innezuhalten.  Zu schauen, wo wir im Leben stehen.  Und auch daran zu denken, daβ das Leben ein Weg ist, den wir nicht alleine gehen, sondern zusammen mit anderen, die auch Gesellschaft, ein offenes Ohr und guten Rat brauchen.

Für die meisten von uns sind die Weihnachtstage Momente des Zusammenkommens und des miteinander Teilens.  Momente, in denen wir uns füreinander Zeit nehmen. Für diejenigen, die schwere Prüfungen durchstehen, einsam sind oder einen nahen Menschen verloren haben, ist die liebevolle Gegenwart eines anderen von unschätzbarem Wert.

Lassen wir uns während dieser Festtage ganz besonders an die Zerbrechlichsten in unserer Gesellschaft denken.  Und auch an die, die sie umgeben, und mit ihrer Sorge und Zuwendung dafür sorgen, daβ sie würdevoll leben können.

Mit denen, die Kinder haben, teilen die Königin und ich den Wunsch, mit ihnen gemütlich  zusammen zu sein und wirklich füreinander da zu sein.  Wir wissen, wie wichtig diese Augenblicke sind, aber auch wie leicht man sie verpaβt.  Es sind die Momente, in denen wir unsere Kinder so erleben können, wie sie sind, und die Freude haben, sie neu zu entdecken.

Momente, in denen auch unsere Kinder begreifen können, daβ wir, ihre Eltern und alle anderen, die sich um ihre Erziehung kümmern, ebenso verletzlich sind. Daβ wir uns nicht in unsere Probleme einigeln oder vor ihnen flüchten, sondern versuchen, sie zu überwinden – und daraus unsere innere Kraft schöpfen.  Mit dieser inneren Kraft können wir uns wirklich für die anderen öffnen, und so unsere Verantwortung wahrnehmen.

Unser Land durchläuft eine bewegte Zeit.  Unsere Mitbürger sind zurecht besorgt über wichtige Themen.  Wir erleben derzeit ernste politische Spannungen.  Ich vertraue auf das Verantwortungsgefühl unserer Entscheidungsträger, daβ sie im Interesse des Landes und der Bevölkerung handeln.

Ungleichheit, Armut, Intoleranz, Klimawandel, das alles sind Fragen, die umfassende Antworten verlangen.  Wir können diese fundamentalen Probleme unserer Gesellschaft aber effizient anpacken, indem wir einander zuhören und aufgeschlossen sind, mit Mut und Eigeninitiative.

Demokratie erfordert dieses Zuhören und den Dialog.  Lassen wir uns im Vorfeld der föderalen, regionalen und Europawahlen offene und ehrliche Debatten führen, in denen man einander respektiert.  Denn jede Stimme muβ das Resultat einer reifen Überlegung sein.

« Gebt mir einen festen Punkt und einen Hebel, und ich werde die Welt aus den Angeln heben », sagte Archimedes.  Unsere Zeit ganz bewuβt leben und aus unserer inneren Kraft heraus für die anderen offen sein, das sind die festen Punkte und die Hebel, mit denen wir Berge versetzen können.

Die Königin und ich, und unsere ganze Familie, wünschen Ihnen frohe Weihnachten und ein glückliches Neues Jahr.

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 210

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Vierzigjähriges Verfassungsjubiläum in Spanien

Beim Referendum am 6. Dezember 1978 gab auch das Königspaar seine Stimme ab.

Am 6. Dezember 1978 wurde in Spanien die nach dem Tode General Francos ausgearbeitete Verfassung vom Volk mit knapp 88 % der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 67 % angenommen. Anderthalb Jahre zuvor hatten die Spanier eine verfassungsgebende Versammlung gewählt, in der alle gesellschaftlich wichtigen Kräfte vertreten waren, gemäßigte Christ- und Sozial-demokraten aber die Mehrheit hatten. Bei der Ausarbeitung der Verfassung wurde darauf geachtet, daß kein politisches Lager sich als Verlierer fühlt, um eine Situation zu vermeiden, die erneut in einen Bürgerkrieg führen könnte. Zum Zeitpunkt der Annahme der Verfassung war Juan Carlos I. schon drei Jahre Staatsschef und es ist auch und vor allem ihm zu verdanken, daß Spanien diese Verfassung bekommen und behalten hat. Er hätte stattdessen auch die Politik des Ancien Régime fortsetzen können, auch wenn Beispiele wie das benachbarte Portugal dies vielleicht nicht als geraten erscheinen ließen.

Als König Felipe VI. die spanische Verfassung würdigte, saβen neben König Juan Carlos I. und Königin Sofía (rechts im Bild) auch die heute noch lebenden Ministerpräsidenten (v.l.) Rajoy, Zapatero, Aznar und Gonzáles im Parlamentsplenum.

Die besten 40 Jahre der Geschichte Spaniens“, nannte der gegenwärtige sozialistische Premier Pedro Sánchez denn auch die Zeit unter der aktuellen Verfassung. Die Feierlichkeiten im Parlament zu dem Jubiläum wurden von König Felipe VI. und seinem Vater samt Gattinnen sowie der Kronprinzessin Leonor und ihrer Schwester Sofía und den ehemaligen Ministerpräsidenten unter der aktuellen Verfassung begleitet. Der König hielt im Parlament dann eine Rede, die hier im Original in spanischer Sprache eingesehen werden kann

Die Einheit Spaniens, die parlamentarische Monarchie, die Gewaltenteilung und die individuellen Rechte und Freiheiten seien die Grundlage der Verfassung, hob Felipe VI. hervor.

Der König würdigte die Vertreter der verfassungsgebenden Versammlung, die die Verfassung im Geiste der Versöhnung und Hoffnung auf eine bessere Zukunft ausgehandelt hätten. Die Einheit Spaniens, die parlamentarische Monarchie, die Gewaltenteilung und die individuellen Rechte und Freiheiten seien die Grundlage dieser Verfassung, hob Felipe VI. hervor. Er erinnerte daran, daß es in einem Gemeinwesen nicht darum gehen kann, seine Maximalforderungen auf Kosten anderer durchzusetzen und der Kompromiβ und die Verständigung die Verfassung ausmachen, was auch als Anspielung auf die aktuelle politische Lage Spaniens verstanden werden kann.

Den Feierlichkeiten fern blieben in der Tat separatistische Abgeordnete aus dem Baskenland und Katalonien. Die extreme Linke applaudierte nicht, als die Königsfamilie das Parlament betrat. Gleichzeitig demonstrierten zahlreiche Menschen in Barcelona für die Einheit Spaniens. Die jüngsten, vor allem von den Separatisten verursachten Verwerfungen veranlaβten einige deutsche Kommentatoren zu guten Ratschlägen, man möge die spanische Verfassung reformieren und aktualisieren und könne sich dabei an der deutschen Verfassung ein Beispiel nehmen. Gerade die Deutschen sollten sich nicht aus dem Fenster lehnen, durften sie doch weder 1949 noch 1990 über ihre Verfassung abstimmen. Bestrebungen zur Einführung von mehr direktdemokratischen Elementen werden von den Parteien stets mit dem Verweis auf die Komplexität politischer Prozesse – die offenbar nur sie selbst meistern können – abgeschmettert. Die spanische, monarchische Verfassung genießt damit ein weit höheres Maß an demokratischer Legitimität als die deutsche. L.R.

Das erste Exemplar der spanischen Verfassung von 1978.

Kronprinz Georg Friedrich mit voller Agenda

Gegen Ende des Jahres hat Kronprinz Georg Friedrich von Preußen seine öffentlichen Auftritte und Interviews deutlich ausgeweitet. So eröffnete er im November nicht nur wie jedes Jahr auf der Burg Hohenzollern den traditionellen Weihnachtsmarkt. Er trat auch in seiner neuen alten Heimat Potsdam öffentlich auf, hielt eine Rede in der Oberlinkirche und eröffnete eine Ausstellung über die Hohenzollern in der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Weiterhin gab er Interviews in der FAZ, den brandenburgischen Regionalzeitungen „Potsdamer Neueste Nachrichten“ und „Märkische Allgemeinen Zeitung“ und, schon im September, der Ausgabe 6/2018 des CATO-Magazins, .

Dies ist eine durchaus nicht vollständige Auswahl der Termine des Prinzen, welcher seine Rolle als öffentliche Person gewiβ besser von Potsdam als von Fischerhude aus wahrnehmen kann und wahrnimmt. Wer von weiteren Aktivitäten des Kronprinzen erfährt, kann dies der Corona-Redaktion natürlich gerne mitteilen, damit wir unsere Leserschaft darüber informieren können. L.R.

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Die vollständige 210. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 210

Inhalt der 210. Ausgabe:

  • Vierzigjähriges Verfassungsjubiläum in Spanien
  • Kronprinz Georg Friedrich mit voller Agenda
  • Zunehmende Gewalt in der Französischen Republik
  • Zeitplan für den Thronwechsel in Japan
  • Leserbrief zur November-Corona

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