Herzog Carl von Württemberg mit dem Justinus-Kerner-Preis ausgezeichnet

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S.K.H. Herzog Carl nahm die Urkunde des Kerner-Preises aus der Hand von Burgermeister Stefan Thoma entgegen.

Der Justinus-Kerner-Preis der Stadt Weinsberg, einer der bedeutendsten Kulturpreise der Region Heilbronn im württembergischen Unterland, wurde am Sonntag, den 17. September Jahr an Seine Königliche Hoheit Herzog Carl von Württemberg verliehen. Die Laudatio hielt der ehemalige Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, Prof. Dr. h.c. Erwin Teufel. Unter großer Anteilnahme der Weinsberger Bevölkerung nahm der Preisträger die Ehrung im Beisein seines ältesten Sohns und Erben, Seiner Königlichen Hoheit Herzog Friedrich, aus der Hand von Bürgermeister Stefan Thoma entgegen.

Mit der Verleihung des Justinus-Kerner-Preises würdigt die Stadt Weinsberg seine großen Verdienste um den Denkmalschutz in Baden-Württemberg und ehrt eine Persönlichkeit, die sich in vorbildlicher Weise sozial und karitativ engagiert, so z. B. für das Deutsche Rote Kreuz, für krebskranke Kinder, für alte und schwache Menschen und für zahlreiche Hilfs- und Bildungsprojekte.

Die gesamte Lebensleistung S.K.H. Herzog Carl von Württemberg zeugt von beispielgebender gesellschaftlicher Verantwortung ganz im Geiste Justinus Kerners, von dem der Text der Württemberger Hymne Preisend mit viel Ehren stammt.

S.K.H. Herzog Carl dankte den Weinsbergern für die Auszeichnung.

Der Justinus-Kerner-Preis der Stadt Weinsberg wurde im Jahre 1986 anläßlich des 200. Geburtstages des Weinsberger Arztes und Dichters Justinus Kerner (1786-1862) von der Stadt Weinsberg gestiftet. Er wird alle drei Jahre an Persönlichkeiten verliehen, die in Verbindung mit dem Lebenswerk Kerners oder in seinem Sinne auf den Gebieten der Literatur, der Medizin oder der Heimat- und Denkmalpflege Herausragendes geleistet haben.

Der Justinus-Kerner-Preis wurde in diesem Jahr bereits zum 10. Mal verliehen. In der Liste der Preisträger finden sich so bekannte Persönlichkeiten wie der Lyriker Peter Rühmkorf, der Volkskundler Professor Hermann Bausinger, der Regisseur Edgar Reitz oder der israelische Schriftsteller Elazar Benyoëtz.

Auf Wiedersehen in Weinsberg!

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Gedenken an Prinzessin Kira von Preußen am 50. Todestag

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Prinz Louis Ferdinand und Prinzessin Kira von Preußen 1963

Heute vor 50 Jahren erlitt Ihre Kaiserliche Hoheit, Prinzessin Kira von Preußen, einen Herzinfarkt und starb kurz darauf in Saint-Briac-sur-Mer in der Bretagne. Sie war zu Besuch bei ihrem Bruder, Großfürst Wladimir Kirillowitsch von Rußland, und der Tod der 58-jährigen kam völlig überraschend. Das Wochenblatt Der Spiegel gab die Todesmeldung in der gewohnt schnoddrigen Weise zur Kenntnis:

GESTORBEN KIRA VON PREUSSEN

KIRA VON PREUSSEN, 58. Die Ehefrau des Kaiser-Enkels Louis Ferdinand, eine gebürtige Großfürstin von Rußland aus dem Hause der Romanows, war die First Lady der untergegangenen Hohenzollern-Dynastie. Briten-Queen Victoria – ihre Urgroßmutter – war zugleich die Ururgroßmutter ihres prinzlichen Gemahls: Insofern“, so einst Louis Ferdinand, wäre also meine Frau meine Tante, was uns aber nie gestört hat.“ 1917 floh Kira vor russischen Revolutionären nach Finnland, Ende des Zweiten Weltkrieges vor der Roten Armee nach Bayern. 1952 gründete die zweimal heimatvertriebene Mutter von sieben Prinzessinnen und Prinzen eine Prinzessin-Kira-von-Preußen-Stiftung“ zugunsten von heimatvertriebenen und Berliner Kindern: Unser achtes Kind.“

DER SPIEGEL 38/1967

Großfürstin Kira Kirillowna von Rußland

Die Großfürstin von Rußland wurde am 9. Mai 1909 als zweite Tochter des Großfürsten Kyrill Wladimirowitsch Romanow (1876–1938) und dessen Ehefrau Prinzessin Victoria Melita von Sachsen-Coburg und Gotha (1876–1936) geboren. Kiras Eltern flohen in Folge der Oktoberrevolution 1917 aus Rußland nach Finnland, wo ihr einziger Bruder, Großfürst Wladimir (1917-1992), zur Welt kam; ihre ältere Schwester, Großfürstin Maria (1907-1951), heiratete den Fürsten von Leiningen.

Ihr Vater, Großfürst Kyrill Wladimirowitsch, war ein Enkel von Zar Alexander II. (1818-1881). Nach der Ermordung von Zar Nikolaus II. und seiner Familie am 18. Juli 1918 galt er als nächster männlicher Verwandter des Zaren und er rief sich zum Zar aller Reußen und Oberhaupt des Hauses Romanow aus.

Als 16-Jährige lernte Großfürstin Kira 1925 im Potsdamer Schloß Cecilienhof ihren späteren Mann, Prinz Louis Ferdinand von Preußen, kennen, der damals als Zweitgeborener des Kronprinzenpaars ein relativ unbeschwertes Leben führte. Es verging mehr als ein Jahrzehnt bis sie sich mit dem Enkel und inzwischen zum Erben Kaiser Wilhelms II. aufgestiegenen Prinzen verlobte. Die Hochzeit fand gleich dreifach statt: In Potsdam standesamtlich und am 2. Mai 1938 nach russisch-orthodoxem Ritus, zwei Tage später wurde das Paar im Beisein Kaiser Wilhelms II. in seinem niederländischen Exil in Doorn evangelisch getraut. Über die Reise dorthin schrieb Prinz Louis Ferdinand in seinen Lebenserinnerungen: Noch am gleichen Abend [nach der orthodoxen Trauung] fuhren wir und die engeren Familienmitglieder mit der Bahn nach Doorn. Wir waren eine so große Gesellschaft, daß wir einen eigenen Schlafwagen brauchten. Kira und ich waren sorgsam getrennt untergebracht, denn noch fehlte uns der Segen der evangelischen Kirche.“

Der Kaiser schrieb dem Brautpaar ein Geleitwort für den gemeinsamen Lebensweg:

„Sei willkommen in meinem Haus, liebe Kira, als geliebtes Mitglied! Bei Deinem Eintritt in das Haus werden von neuem die schönen alten Erinnerungen lebendig an die Zeiten, da durch die Heirat der Schwester meines heimgegangenen Großvaters, Kaiser Wilhelms des Großen, Friedrich Wilhelms III. erlauchter Tochter Charlotte mit Kaiser Nicolai I., sich das Preußische Königs- und Russische Kaiserhaus zu inniger Freundschaft verbanden, Möge diese schöne alte Tradition wieder unter Gottes Segen durch Euren Bund erneuert werden …!

Für den Vater der Braut war es eines der letzten großen Ereignisse seines Lebens, denn er starb bereits am 12. Oktober 1938 in Neuilly-sur-Seine im französischen Exil, ohne seine Heimat wiedergesehen zu haben. Auch Kaiser Wilhelm konnte nicht nachhause zurückkehren und starb am 4. Juni 1941 ebenfalls im Exil. Nach dem Tod des Kronprinzen 1951 waren die beiden Schwäger Großfürst Wladimir und Prinz Louis Ferdinand Kronprätendenten für Rußland beziehungsweise Deutschland.

Prinzessin Kira mit ihrem Sohn Friedrich Wilhelm 1939

1940 zog die rasch wachsende Familie auf das Gut Cadinen bei Elbing in Ostpreußen. Bei Kriegsende flohen alle vor der Roten Armee über Potsdam nach Bad Kissingen. Ab 1947 lebte das kaiserliche Paar mit seinen sieben Kindern in Bremen, ab Anfang der 60er Jahre mit Zweitwohnsitz in Berlin.

Überraschender Tod

Prinzessin Kira starb überraschend am 8. September 1967 im Alter von 58 Jahren in ihrem französischen Urlaubsort Saint Briac-sur-Mer. Sie wurde in der für sie geschaffenen russisch-orthodoxen Auferstehungskapelle auf der Burg Hohenzollern in Baden-Württemberg beigesetzt. Dort sollten später auch ihr Mann und zwei ihrer Töchter ihre letzte Ruhestätte finden.

Seiner Trauer über den Verlust seiner Frau gab Prinz Louis Ferdinand in seinen Lebenserinnerungen Ausdruck: „An jenem Septembermorgen endete durch Gottes höheren Ratschluß eine Ehe, die nach irdischen Begriffen vollkommen gewesen war. Als meine Frau von dieser Erde abberufen wurde, nahm sie einen Teil meines eigenen Ichs mit sich in die Ewigkeit. Seitdem wird mir von Tag zu Tag klarer, was sie mir in diesen 29 Jahren gewesen ist: Die liebevolle Mutter unserer sieben Kinder, mein bester Freund, Kamerad und Ratgeber.“

Ihr Name und ihre Aufgaben leben fort

Im Juni 1952 riefen Prinzessin Kira von Preußen und ihr Mann Prinz Louis Ferdinand von Preußen ein Jugendwerk ins Leben. Der Beweggrund für die Gründung der Prinzessin-Kira-von-Preußen-Stiftung war vor allem die schwierige Situation im Nachkriegsdeutschland, unter der besonders Kinder im geteilten Berlin zu leiden hatten.

Im Jahre 1954 verwirklichten Prinzessin Kira und Prinz Louis Ferdinand ihren Wunsch, bedürftigen Kindern aus dem damals zerstörten Berlin, kostenlose Ferien auf der Burg Hohenzollern zu ermöglichen. In jenem Sommer konnten somit zehn Mädchen und zehn Jungen erstmals über die Luftbrücke von Berlin bis zur Burg gebracht werden.

 

Prinz Louis Ferdinand und Prinzessin Kira von Preußen mit jungen Gästen in den Stiftungsräumen der Burg Hohenzollern 1965

Auch 60 Jahre nach der Gründung der Stiftung sind Kinderarmut und soziale Benachteiligung ein aktuelles Thema in unserer Gesellschaft. Die Prinzessin-Kira-von-Preußen-Stiftung ermöglicht Kindern mit sozial schwierigem Hintergrund heute ebenfalls einen kostenlosen Ferienaufenthalt auf der Burg. Dafür werden von den beiden Burgherren Prinz Georg Friedrich von Preußen und Fürst Karl-Friedrich von Hohenzollern jährlich von April bis Ende September Räumlichkeiten auf der Burg zur Verfügung gestellt.

Nach der Wiedervereinigung erweiterte man den Kreis der Gäste der Stiftung. So sind heute neben Gruppen des Kinderschutzbundes, der SOS-Kinderdörfer und verschiedener sozialen Einrichtungen aus ganz Deutschland auch Jugendliche aus New York eingeladen, die Familienangehörige bei den Anschlägen des 11. Septembers verloren. Zudem fanden Treffen palästinensischer, israelischer und deutscher Jugendlicher auf der Burg Hohenzollern statt, die sich im Rahmen eines Sonderprojektes um einen Beitrag zu einem besseren Verständnis und friedlichen Miteinander bemühen.

Bisher konnte die Stiftung mehr als 13.000 junge Gäste auf der Burg Hohenzollern begrüßen.

Der Vorsitz in der Stiftung wurde von ihrem Enkel und heutigem Chef des Hauses Hohenzollern, Prinz Georg Friedrich von Preußen, übernommen, der sie mit großem Engagement im Sinne seiner Großelternhandhabt. Die Stiftungsarbeit wird unter der Leitung von Prinzessin Sophie von Preußen geführt.

Die Finanzierung

Die Stiftung finanziert sich ausschließlich durch Spenden und erhält keine öffentlichen Zuschüsse. Ein Großteil dieser Spenden wird seit 1952 durch das einmal jährlich stattfindende Wohltätigkeitskonzert gewonnen. Hierzu wird ein ausgewählter Personenkreis von Förderern der Stiftung persönlich vom Stiftungsvorstand in den Grafensaal eingeladen und von namhaften Solisten musikalisch unterhalten.

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 188

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Zu den Bundestagswahlen 2017

Die Bundestagswahlen stehen an, und daß die gegenwärtige Kanzlerin auch die neue Kanzlerin sein wird, gilt als sicher. Wie der Postillon satirisch schrieb, könnte die CDU zum Fernsehduell gegen Martin Schulz auch einen Eimer Sauerkraut mit der Aufschrift „Danke für Ihre Stimme” schicken. Es ist nur die Frage, mit wem sie weiterregieren wird, ob mit der SPD oder mit einer oder zwei kleineren Parteien. Aber warum ist das eigentlich so? Die Verschlechterung der Beziehungen zu Rußland, die bereits seit der vergangenen Legislatur akute und nach wie vor ungelöste Eurokrise, die ebenfalls ungelöste Krise rund um die illegale Masseneinwanderung aus dem nahen Orient und Nordafrika und der im wesentlichen dadurch verursachte Brexit und auch der Terrorismus – Merkel hat nicht nur keinen dieser Großbrände löschen können, sondern einige davon selbst mitverursacht. Trotzdem sitzt sie die Dinge einfach aus. Auf der Habenseite ist eine nach wie vor starke Wirtschaft zu verzeichnen, diese dürfte jedoch auf die Agenda 2010 ihres Vorgängers zurückzuführen sein.

Der Bundestagswahlkampf ist geprägt durch die Aussagekraft der Argumente.

Monarchien wird oft ein Plus an politischer Stabilität gegenüber Republiken nachgesagt, nicht zuletzt, weil das Staatsoberhaupt selten wechselt. Merkel scheint den Beweis erbracht zu haben, daß auch Republiken sehr stabil sein können. Man sollte ihr Aussitzen von Krisen und Problemen jedoch tatsächlich nicht mit politischer Stabilität verwechseln, nach der sich die Mehrheit der Deutschen doch zu sehnen scheint. Gerade diese Nostalgie nach einer Ära ohne die schwerwiegenden Probleme unserer Zeit macht die Wähler vielmehr gewogen, Merkelscher Beschwichtigung wider besseres Wissen zu glauben und diese mit Stabilität zu verwechseln, auch wenn ihnen im Grunde genommen klar ist, daß das Leben in Deutschland sich verändert, und zwar nicht zum Guten. Was Deutschland also gerade bräuchte, wären Reformer wie den Soldatenkönig, den großen Friedrich, die Reformer der Befreiungskriege oder die Protagonisten der Gründerjahre im Kaiserreich. Noch wäre Zeit, die Probleme zu lösen. Trotzdem werden in einer Zeit von relativem Wohlstand weder Reserven für die kommende Überalterung der Bevölkerung angelegt, noch wird dem Bürger etwas zurückgegeben, noch wird Geld in Infrastruktur oder Bildung investiert. Deutschland verpaßt die Zukunft.

Wie sollten sich Royalisten demgegenüber verhalten? Eine konkrete Wahlempfehlung wird es an dieser Stelle nicht geben, nur eine Empfehlung gegen die Politik des Aussitzens: Wer zu Hause bleibt, kann zwar nicht damit rechnen, daß dies in irgendeinerweise als Protest wahr- und ernstgenommen wird, kann aber wenigstens sagen, daß er nicht zum jetzigen Durchregieren und der Alternativlosigkeit beigetragen hat. Wer für die Opposition oder mit seiner Erststimme für einen Merkelgegner innerhalb der jetzigen Regierungskoalition stimmt, tut ebenfalls etwas dazu. L.R.

Jubiläumsfeierlichkeiten in Krakau – 100 Jahre Regentschaftsrat

Der polnische Regentschaftsrat für das Königreich Polen 1917/18 von links: Graf Józef Ostrowski, Kardinal Aleksander Kakowski, Herzog Zdzislaw Lubomirski

Am 27. November 1917 übernahm der dreiköpfige Regentschaftsrat des Königreichs Polen die Geschäfte. Seine Aufgabe bestand  vor allem in der Auswahl des künftigen Monarchen, doch er erklärte auch die Unabhängigkeit des Landes (7. Oktober 1918), baute die Administration auf, schuf Auslandsvertretungen u.v.m. . Am 11. und 14. November 1918 übertrug der Rat seine Macht auf Józef Piłsudski, der jedoch einen Tag darauf die Republik ausrief und später einen erfolgreichen (und auch von der Kommunistischen Partei Polens unterstützten) Staatsstreich gegen die demokratisch gewählte Regierung anführte, um Polen bis zu seinem Tod im Jahre 1935 de facto diktatorisch zu regieren.

Daß es mit der Monarchie ganz anders hätte verlaufen können, steht außer Frage. Und so versammeln sich am 27. Oktober 2017 im Krakauer Rathaus, 100 Jahre nach dem Antritt des Regentschaftsrates Politiker, Wissenschaftler, Kirchenvertreter und aktive Monarchisten (gerne auch Sie),  um über die Bedeutung des Gremiums zu sprechen. Nach dem Gottesdienst und der Gästebegrüßung soll S.E. der Erzbischof von Krakau den Bürgermeister der Stadt (Prof. Majchrowski) mit dem Orden der Polnischen Krone ehren. Im Anschluß folgen fünf Fachvorträge von Professoren und einem Bischof sowie ein Chorauftritt. Am Abend sind die Besichtigung von Porträts polnischer Könige und die Präsentation einer neuen Monografie über den Regentschaftsrat geplant, bevor in Ruhe gespeist und über den Tag gesprochen werden kann.

Es bleibt zu hoffen, daß die mediale Aufmerksamkeit nicht ausbleibt und gerade die Jugend einen neuen Zugang zur Idee der Monarchie findet. Diese scheint, auch im Hinblick auf die jüngste konstitutionelle Krise, infolge der sich Polen zusehends international isoliert, von besonderer Relevanz.

Link zum Originalartikel mit vollem Programm samt Einladung (auch auf Englisch). Lukasz Stec

Der Autor studiert an der Goethe-Universität Frankfurt im letzten Semester Geschichte sowie Politik und Wirtschaft auf Gymnasiallehramt.

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Die vollständige 188. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 188

Inhalt der 188. Ausgabe:

  • Zu den Bundestagswahlen 2017
  • Jubiläumsfeierlichkeiten in Polen – 100 Jahre Regentschaftsrat
  • Wettiner für den polnischen Thron?
  • Königreich Tonga vor Neuwahlen

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Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 187

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Prinz Philip absolvierte seinen letzten öffentlichen Soloauftritt


Während man sich in Deutschland um die Rente mit 67 streitet, ist das für Mitglieder von Königshäusern kein Thema. Bis zur Vorgängergeneration der meisten jetzigen Monarchen war es eigentlich klar, daß die Pflichterfüllung erst mit dem Tod endet. Im heutigen Europa danken die Monarchen manchmal in hochbetagtem Alter zugunsten ihrer Kinder ab, jedoch nicht mit 67. Ein Extrembeispiel ist Prinz Philip, der Herzog von Edinburgh, der mit 96 Jahren nun seinen letzten von insgesamt über 22.000 öffentlichen Soloauftritten wahrgenommen hat: eine Militärparade zu seinen Ehren. Zu diesen Auftritten gesellen sich über 5000 öffentliche Reden, 700 Schirmherrschaften und 600 Auslandsreisen – nach konservativen Schätzungen Die Auftritte, die er zusammen mit Königin Elisabeth II. absolvierte, sind gar nicht zu zählen.

Die Royal Marines erwiesen ihrem Captain General, dem Herzog von Edinburgh, am 2. August mit ihrer Royal Marines‘ Parade vor dem Buckingham Palast zum Abschluß der RM1664Challenge und zum Abschluß seiner Soloauftritte ihre Reverenz.

Etwas Ruhe ist dem gesundheitlich angeschlagenen Prinzen mehr als zu gönnen. Im öffentlichen Leben wird man ihn jedoch vermissen: Der sehr britische Humor des geborenen Prinzen von Griechenland und Dänemark kam beim Volk gut an. 1947 heiratete der deutschstämmige Prinz die damalige Kronprinzessin Elisabeth, was so kurz nach dem 2. Weltkrieg nicht überall gut ankam. Der Prinzgemahl schaffte es jedoch, sich die Sympathie und Anerkennung seiner Untertanen zu verdienen.

Seine Verpflichtungen werden in Zukunft von Kronprinz Charles und  Prinz William wahrgenommen. Elisabeth II., die mit der eisernen Gesundheit und dem traditionell hohen erreichbaren Alter der Windsorfrauen gesegnet ist, macht dagegen weiter wie bisher. Gelegentlich auch mit Prinz Philip, so am 4. September bei der Brückeneinweihung der Queensferry Crossing in Schottland, die sie zusammen vornehmen werden.   L.R.

Kronprinz Georg Friedrich mit eigener Biermarke

Hausmarke

Das Haus Hohenzollern braut schon seit langer Zeit sein eigenes Bier, jedoch wurde dies nie kommerziell vertrieben, sondern lediglich auf internen Veranstaltungen ausgeschenkt. Dies soll sich nun ändern. In der Königlich Preußischen Biermanufaktur GmbH wird das Bier „Preußens” hergestellt. Die Unternehmung ist ein Joint Venture, welches der Prinz gemeinsam mit dem niedersächsischen CDU-Abgeordneten Andreas Mattfeldt betreibt, welcher auch lange Zeit in der Getränkeindustrie tätig war. Ein weiterer teilnehmender Unternehmer ist ein Schweizer Finanzexperte. Unter anderem wird das Bier in den 200 Läden der Kette HOL’AB vertrieben.

Wer Interesse hat, kann sich unter Preußische-Biermanufactur.de weitere Informationen einholen. Über eine Kontaktfunktion auf der Seite ist sicher auch die eine oder andere Bestellung möglich.    L.R.

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Die vollständige 187. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 187

Inhalt der 187. Ausgabe:

  • Trump versus Kim Jong-un: Die Schlafwandler 2017
  • Prinz Philip absolvierte seinen letzten öffentlichen Soloauftritt
  • 60.000 Menschen strömen in Rußland zu Blutkirche
  • Kronprinz Georg Friedrich von Preußen mit eigener Biermarke
  • Neues Zeichen für polnische Monarchisten

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Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 186

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Brasiliens Parlament muß sich mit der Monarchie auseinandersetzen

Das brasilianische Parlament muß sich mit der Wiedereinführung der Monarchie beschäftigen. Eine Unterschriftensammlung hat in Brasilien mit 30.000 Unterschriften etwa 10.000 Unterschriften mehr erreicht, als für die Erfüllung des Quorums erforderlich waren. Ziel der Unterschriftensammlung ist die erneute Durchführung eines Referendums über die Staatsform, wie es bereits 1993 nach dem Ende der Militärdiktatur eines gegeben hatte, was jedoch deutlich zu Gunsten der Republik ausfiel.

Die brasilianische Politik hat mit einer schweren Wirtschaftskrise des Landes zu kämpfen, in der gleichzeitig immer mehr über die korrupten Machenschaften der Politiker bis hinauf in die oberste Staatsführung ans Licht kommt. Präsidentin Dilma Roussef wurde des Amtes enthoben und auch gegen den gegenwärtigen Präsidenten Temer werden Korruptionsvorwürfe erhoben. Selbst der populäre Sozialdemokrat Lula da Silva, der Vorvorgänger des aktuellen Präsidenten, soll korrupt gewesen sein und wurde gerade zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt, wobei das Urteil einer Berufungsinstanz jedoch noch aussteht. Da verwundert es nicht, daß die brasilianische Gesellschaft nach Alternativen sucht. Brasiliens Kaiserhaus ist intern über die Erbfolge zerstritten, man nimmt jedoch aktiv an den Demonstrationen gegen die Regierung und die Republik und für die Monarchie teil. Ob der Ekel der Brasilianer vor ihrer Regierung so groß ist, daß eine Restauration realistisch wäre? 1993 war dies nicht der Fall, jedoch gibt es andere Beispiele in der Geschichte, wo ein Volk die Republik so satt hatte, daß es die Regierung jemandem übergab, der von Skandalen, Korruption und der Politik an sich unbelastet war. L.R.

Die brasilianische Thronfolge, die von der legitimistischen Richtung der brasilianischen Monarchisten anerkannt wird, die sogenannte Vassouras-Linie.

Russische Jugend der Monarchie nicht abgeneigt


Jedes Jahr gedenken in der Nacht vom 17. auf den 18. Juli mehr und mehr Russen der ermordeten Zarenfamilie. Zum 99. Jahrestag gingen 2017 viele zehntausend Menschen mit Ikonen, Flaggen und Plakaten durch die Straßen Jektarinenburgs und anderer Städte. Die Prozession in Jekaterinenburg begann um 3 Uhr in der Früh und die Behörden hatten die Zugangsstraßen für den übrigen Verkehr gesperrt, so daß der Zug ungehindert aus der Stadt hinaus in den Wald ziehen konnte, wo man die Gebeine der Zarenfamilie verscharrt hatte.

In Rußland sind solche Menschenaufläufe sonst immer ein Grund für die Polizei, einzuschreiten und die Menge auseinanderzutreiben. Wenn dies im Fall der Zargetreuen nicht geschah, wirft dies die Frage auf, ob die Behörden die Menschen als keine Gefahr für das Regime betrachten oder ob sie von ganz oben den Auftrag erhielten, die Prozession gewähren zu lassen.

Die Monarchisten haben insoweit in Rußland nicht unter der Repression zu leiden wie andere politische Widersacher, insbesondere die möglichen Kandidaten für die nächste Präsidentenwahl. Wladimir Putin verhält sich zwiespältig. Zwar verurteilt er die Revolutionen von 1917, gleichzeitig preist er aber auch die Errungenschaften, die Rußland sowohl in der Zarenzeit wie auch in den Jahren der Sowjetunion erzielte und er warnt dann vor der Instabilität, die Rußland drohe, wenn es nicht einig sei.

Die russisch-orthodoxe Kirche sprach die ermordete Zarenfamilie heilig.

Im 100. Jahr der Umstürze in Rußland haben erstaunlicherweise 28% der Russen nichts gegen eine Wiedererrichtung der Monarchie. Wie das Meinungsforschungsinstitut All-Russian Center for Studying Public Opinion (VCIOM) ermittelte, sei besonders unter den 18– bis 24-jährigen die Zahl der Monarchiebefürworter groß. Da die russischen Medien nicht über Monarchisten berichten, finden ihre Diskussionen weitgehend im Internet statt, was erklärt, warum gerade junge Menschen und Bewohner der großen Metropolen promonarchistisch gesonnen sind. Moskau und Sankt Petersburg sind die Zentren monarchistischer Gefühle. Die Internetnachrichtenplatform Russia beyond the headlines interviewte den 18-jährigen Alik Danielyan, der eine Facebookgruppe gegründet hat, der sich 14.000 Menschen anschlossen. Für ihn ist die Republik der Inbegriff der Inkompetenz. „Die Republik bringt keine Menschen hervor, die das Land regieren können. Sie bringt nur Menschen hervor, die Wahlen gewinnen und sich dann ein Stück vom Kuchen abschneiden.“ Uneinigkeit besteht unter den Monarchisten, ob sie eine autokratische Monarchie wie vor 1905 anstreben oder eine parlamentarische nach dem Vorbild Spaniens sollen. Auch die Monarchistische Partei Rußlands, die nach eigenen Angaben in 47 Städten Parteigruppen unterhält, ist sich über die Ausgestaltung der Monarchie uneins. Der Diskussionsstoff wird den Internetgruppen nicht ausgehen. H.S.

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Die vollständige 186. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 186

Inhalt der 186. Ausgabe:

  • Brasiliens Parlament muß sich mit der Monarchie auseinandersetzen
  • Russische Jugend der Monarchie nicht abgeneigt
  • Interview mit Kronprinz Georg Friedrich von Preußen
  • Britische Gäste feierten in Clärchens Ballhaus
  • Norwegen: Die Bürde, eine Prinzessin zu sein

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Ansprache S.M. des Königs Philippe I. der Belgier anläßlich des Nationalfeiertags

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Die deutsche Ansprache Seiner Majestät des Königs anläßlich des Nationalfeiertages am 21. Juli 2017

Meine Damen und Herren,

Wir spüren Optimismus in unserer Wirtschaft und an unserem Arbeitsmarkt. Eine neue europäische Dynamik scheint sich in Gang zu setzen. Wie können wir diese Gunst der Stunde ergreifen ? Wie können wir daraus eine Chance für die ganze Gesellschaft machen ? Indem wir weiter an einer inklusiven Gesellschaft arbeiten. Eine Gesellschaft, in der sich niemand ausgeschlossen fühlt.

Damit uns das gelingt, ist Lernen ein Schlüsselwort. Lernen im weitesten Sinne. Lernen voneinander und miteinander.

In einer Zeit, in der Wissen unmittelbar und überall verfügbar ist, ist es wichtig zu lernen, Fakten richtig einzuordnen. Nur so sind wir imstande, uns Werturteile zu bilden und sachkundige und verantwortungsbewußte Entscheidungen zu treffen. ‚Das ist wahr’. ‚Das ist richtig’. ‚Das ist gut’. … Die junge Generation lernt das zuerst von ihren Eltern. Und von inspirierten Lehrern, die in ihnen den Wunsch wecken, verstehen zu wollen. In einer Welt, die sich rasant entwickelt, lernen sie von den Älteren, die Dinge mit etwas Abstand zu betrachten. Und die Älteren können natürlich auch von der Jugend lernen. Sorgen wir deshalb dafür, daß jugendliche Begeisterung und Kreativität so oft wie möglich auf Weisheit und Lebenserfahrung treffen.

Der Arbeitsplatz ist genau so ein Treffpunkt. In unserem Land lassen immer mehr Schulen ihre Schüler praktische Erfahrung in Betrieben sammeln. Ich konnte mich unlängst in der Schweiz davon überzeugen, wie erfolgreich dieses Modell der dualen Ausbildung ist. Fördern wir deshalb auch weiterhin die Synergien zwischen Ausbildung und Betrieben. Das sorgt für mehr Dynamik auf dem Arbeitsmarkt und schafft mehr Chancengleichheit.

Natürlich ist auch die Begegnung mit einer anderen Kultur eine Gelegenheit, voneinander zu lernen. Vor anderthalb Monaten habe ich das Fastenbrechen in einer belgischen muslimischen Familie gefeiert. Ich war beeindruckt, wie sich jedes Familienmitglied in die Gesellschaft einbringt. Ich habe sehr viel darüber gelernt, was das Fasten und das gemeinsame Zusammenkommen in der Familie und mit Freunden für sie bedeutet. Als ich spätabends ihr Haus verließ, wurde ich von ihren Nachbarn empfangen. Sie boten mir Wein an und erzählten mir, wie glücklich sie seien, in ihrem Viertel zu leben. Ich war stolz zu erleben, daß bei uns zwei so unterschiedliche Ausdrucksformen einfacher und echter Gastfreundschaft Seite an Seite bestehen können.

So ist es nicht in allen Straßen. Aber dieses Beispiel zeigt doch, daß in unserem Land, mehr als wir es manchmal glauben, eine Wertegemeinschaft besteht, über alle Unterschiede hinweg. Versuchen wir zu lernen im Kontakt miteinander. Sprechen Sie einmal mit jemandem aus Ihrer Umgebung, den Sie nicht kennen. Sie werden entdecken, daß Sie mit Ihren Nachbarn dieselben Fragen, dieselben Zweifel, dieselben Hoffnungen, dieselben Träume teilen. Sie sorgen sich ebensosehr wie Sie um das Wohl ihrer Kinder, ihren Arbeitsplatz, eine gute Kranken- und Altenpflege für ihre Angehörigen. Bringen wir auch unseren Kindern bei, so auf die Welt zu schauen. Wohlbefinden und Glück – und das ist es doch, wonach wir alle streben – haben nur einen Wert, wenn sie wirklich geteilt werden.

Wieviel wir voneinander lernen können, erfahren die Königin und ich täglich bei den zahllosen Solidaritäts- und Hilfsinitiativen: bei der Aufnahme von Obdachlosen, der Hilfe für Behinderte, und ganz allgemein bei jeder Form von Unterstützung für die Benachteiligten unter uns. Solche Initiativen sind echte Perlen für unsere Gesellschaft. Sie enthüllen uns den Reichtum, der in den Schwächsten steckt.

Meine Damen und Herren,

Ich bin überzeugt, daß wir alle aus der neuen Dynamik, die sich zu entfalten scheint, Nutzen ziehen können. Vorausgesetzt, daß wir jeden Tag lernen wollen, von denen, die uns vorausgehen, von denen, die uns nachfolgen, von unseren Nachbarn und von denen, von denen wir vermeintlich denken, daß sie so verschieden sind. Über die Unterschiede hinwegsehen, mehr braucht es dazu nicht.

Die Königin und ich wünschen Ihnen einen schönen Nationalfeiertag.

Prinz Louis Ferdinand: Der Erbe des Hauses Preußen starb vor 40 Jahren

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Stolzer Großvater mit Enkel Georg Friedrich und den Eltern, Prinz Louis Ferdinand jr. und Prinzessin Donata von Preußen.

Er war von einer beispiellosen Lebensfreude und Lebensbejahung. Wir alle haben noch Spaß gemacht, gelacht und ihm gesagt, der liebe Gott will dich noch nicht haben. Er ruft noch nicht nach dir.“ Seine Kaiserliche Hoheit Prinz Louis Ferdinand von Preußen sagte dies im November 1977 der Programmzeitschrift Hör zu über den langsamen Tod seines Sohns SKH Prinz Louis Ferdinand jr, der heute vor 40 Jahren, am 11. Juli 1977 starb: „Vielleicht … vielleicht hat mein Lulu doch eine Ahnung gehabt. Aber er hat nie davon gesprochen. Mein Sohn hat im freiwilligen Dienst am deutschen Volk sein Leben geopfert. Er starb am 11. Juli 1977 an den Folgen seiner schweren Verletzungen.“

Der Leidensweg des jungen Louis Ferdinand, der seit dem Mai 1975 verheiratet und seit 10. Juni 1976 Vater des Prinzen Georg Friedrich war, nahm am 16. Mai 1977 seinen Anfang. Der Fähnrich der Reserve beim Panzerspähzug 320 geriet auf einer Verladerampe in Schwanewede (bei Bremen) zwischen zwei Kettenfahrzeuge. Prinz Louis Ferdinand war gerade dabei, seinen Spähpanzer auf dem Wagen festzuzurren, als ein anderer Panzer zurückrollte und den Prinzen auf sein Fahrzeug drückte. In einer fünfstündigen Operation im Zentralkrankenhaus wurde ihm das linke Bein amputiert. Die Auswirkungen des komplizierten Eingriffs auf den Körper, der sehr hohe Blutverlust und die Verletzung wichtiger Organe im Unterleib bereiteten den Ärzten größte Sorgen.

Prinz Louis Ferdinand von Preußen jr. auf einem Bild von 1969

Tagelang lag Prinz Louis Ferdinand jr., der zunächst künstlich beatmet und ernährt werden mußte, in der Wachstation der Klinik und schwebte in Lebensgefahr. Sein Vater konnte ihn zunächst nur durch ein kleines Glasfenster sehen. Wie durch ein Wunder besserte sich der Gesundheitszustand des Prinzen. Er machte wieder Zukunftspläne und sprach oft von der Zeit, wenn er das Krankenhaus verlassen könne. Es war die Zeit um den ersten Geburtstag seines Sohns Georg Friedrich.

Dann traten Komplikationen auf. Prinz Louis Ferdinand mußte wegen der schweren inneren Verletzungen noch zweimal operiert werden. Wenige Tage vor seinem Tod überbrachte ihm ein Bundeswehroberst im Namen der Bundesrepublik Deutschland feierlich die Ernennungsurkunde zum Leutnant der Reserve. 57 Tage nach seinem Unfall starb er in tiefer Bewußtlosigkeit. Er wurde auf dem Friedhof von Fischerhude beerdigt.

Totenwache der Bundeswehr für den toten Prinzen von Preußen.

Der Nachruf der Tageszeitung Die Welt (13. Juli 1977) schloß: „Sein im Juni 1976 geborener Sohn Georg Friedrich wird nach dem Tod seines Großvaters Chef des Hauses Hohenzollern sein.“ Diese Aussage wurde am 25. September 1994 wahr, als Prinz Louis Ferdinand von Preußen im 87., Lebensjahr starb und ihm sein 18-jähriger Enkel als Oberhaupt des preußischen Königs- und deutschen Kaiserhauses nachfolgte.

Am 40. Todestag seines Vaters versichern wir der Familie unseres Mitgefühls und unserer treuen Verbundenheit.

Begräbnis von Prinz Louis Ferdinand jr. am 18. Juli 1978 in Fischerhude.

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 185

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Bundespräsidialamt ohne Personalrat

Das Bundespräsidentenamt ist ein Abstellgleis für abgehalfterte Parteisoldaten, die selbst nach ihrem Ausscheiden aus dem Präsidentenamt noch jährlich mehrere hunderttausend Euro für ihre früheren Verdienste für ihre Partei bekommen. Das ist hinlänglich bekannt. Auch recht bekannt ist, daß in der Gefolgschaft des abgehalfterten Parteisoldaten andere kommen, die auch auf Posten und Pöstchen hoffen. Zur Befriedigung der Ambitionen seiner ehemaligen Mitstreiter hat der sogenannte Bundespräsident einen Stab von 180 Mitarbeitern.

Vor zwei Wochen Besuch bei den Nachbarn auf Schloß Laeken: Frank-Walter Steinmeier und Frau wurden vom belgischen König Philippe und Königin Mathilde zur Antrittsvisite empfangen.

Der gegenwärtige Amtsinhaber, Frank-Walter Steinmeier, hat jetzt, wie seine Vorgänger in der Regel auch, rund 20 von den bisherigen 180 Mitarbeitern von Joachim Wilhelm Gauck durch seine eigenen Leute ausgetauscht. Überraschend dabei ist die Tatsache, daß sich Widerstand gegen diese Maßnahmen des Parteioligarchen im Vorruhestand regte: Der Personalrat des Amts trat geschlossen zurück. Der Grund für den Aufruhr dürfte gewesen sein, daß Steinmeier es übertrieben hat. Unmittelbarer Auslöser war wohl das Aufschalten einer Facebookseite des Präsidenten und die damit verbundene Einführung eines Referats für digitales Marketing, auf welches sich einige längergediente Mitarbeiter offenbar Hoffnung gemacht hatten.

Den Amtsinhaber hat der geschlossene Rücktritt für kurze Zeit in Erklärungsnöte gebracht: Es sei auch bei anderen Bundespräsidenten üblich gewesen, einige Mitarbeiter auszutauschen. Man sei überrascht, da es vorher gute Gespräche mit dem Personalrat gegeben habe, usw. (Die Süddeutsche Zeitung berichtete: Zank im Bundespräsidialamt: Nicht frei von Eitelkeit – Zu viel Sozen-Rot, zu wenig Überparteilichkeit? Bundespräsident Steinmeier hat Streit mit seinem Personalrat. Jetzt ist Zeit für ein offenes Wort.)

Das Zeichen des Personalrats ist aber in einem Land, welches unter merkelschem Mehltau begraben liegt, allenfalls eine schnell vergessene Randnotiz und allzu viel Mitleid sollte man mit den nun hintangestellten Mitarbeitern auch nicht haben, diese dienten schließlich auch nur einem Parteisoldaten vor Steinmeier. L.R.

Monarchie zum Wohl der Menschen

Für Republikaner war es wieder einmal ein gefundenes Fressen, an dem sie sich labten. Der britische Prinz Henry (Harry) gab dem US-Wochenmagazin Newsweek ein Interview, in dem er auch sehr persönliche Fragen beantwortete. Mehr in staatspolitische Details ging er, als er die Rolle der Monarchie ins Spiel brachte: „Is there any one of the Royal Family who wants to be king or queen? I don’t think so, but we will carry out our duties at the right time.“ („Gibt es irgendjemanden in der Königsfamilie, der oder die König bzw. Königin werden will? Ich glaube nicht, aber wir werden alle unsere Pflicht erfüllen, wenn die Zeit kommt.“)

Sollte das als Skepsis oder gar als Absage an die monarchische Staatsform verstanden wissen? Es ist eher eine Erklärung dafür, daß sich die Mitglieder von königlichen Familien permanent belästigt fühlen – sei es von Medienvertretern oder von peinlich aufdringlichen Nachstellern, die es unmöglich machen, selbst Einkäufe zu erledigen oder ins Kino zu gehen. Jeder hat das Recht auf ein Privatleben, ohne daß ständig Erklärungen fällig sind, ob eine Schiffahrt um die britischen Inseln oder ein Sommerhaus in der nordwegischen Einsamkeit eine unverhältnismäßige Privilegierung bedeutet, die – angeblich – der Steuerzahler schultert.

Prinz Harry in Kandahar, Afghanistan. Im Gegensatz zu den meisten republikanischen Kritikern der königlichen Familie kennt er das Leben unter Gefahrenbedingungen, in das die Soldaten von Politikern geschickt werden.

Gestützt wird diese Interpretation des Harry-Interviews durch die weiteren Ausführungen des Prinzen: „The monarchy is a force for good and we want to carry on the positive atmosphere that the Queen has achieved for over 60 years, but we won’t be trying to fill her boots. We are involved in modernising the British monarchy. We are not doing this for ourselves but for the greater good of the people.” (Die Monarchie ist eine Kraft des Guten und wir wollen im positiven Sinne, wie ihn die Königin in über 60 Jahren erreicht hat, weitermachen, aber wir werden nicht versuchen, uns ihre Schuhe anzuziehen. Wir sind eingebunden in die Modernisierung der britischen Monarchie. Wir machen das nicht für uns, sondern zum allgemeinen Wohl der Menschen.“)

Diese Pflichtauffassung findet sich bei allen europäischen Monarchen, den bereitstehenden Erbprinzen und anderen Angehörigen von Königshäusern. Es ist für die heranwachsende junge Generation ein schwieriger Prozeß, den Königsberuf zu erlernen, denn anders als es allgemein dargestellt wird, ist er mit Verzicht und großer Dienstbereitschaft verbunden. Immer freundlich, immer lächelnd, nie ausfallend und nie peinliche Antworten gebend. Das ist fast unmöglich und wenn gelegentlich gegen diese Gebote verstoßen wird, stürzt sich die Medienmeute und die Öffentlichkeit auf das falsche Wort und tritt es breit. H.S.

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Die vollständige 185. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 185

Inhalt der 185. Ausgabe:

  • Bundespräsidialamt ohne Personalrat
  • Georgischer Patriarch Ilia II. für Rückkehr zur Monarchie
  • Monarchie zum Wohl der Menschen
  • Mexikanische Monarchisten gedachten Kaiser Maximilian
  • Erbprinz Ernst-August von Hannover heiratet

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Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.

König Juan Carlos und Königin Sofía erweisen Helmut Kohl die letzte Ehre

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Europa würdigt an diesem Samstag mit mehrstündigen Trauerfeierlichkeiten die Verdienste des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl. Zum ersten Mal wird eines hochrangigen Politikers mit einem europäischen Trauerakt gedacht. Die Zeremonien von Straßburg bis nach Speyer erstrecken sich auf über zehn Stunden.

Der Trauerakt im EU-Parlament in Straßburg hat um 11 Uhr begonnen. Mitglieder des deutschen Wachbataillons, begleitet vom Eurokorps, haben den mit einer europäischen Flagge bedeckten Sarg in den Sitzungssaal getragen.

Zu den Trauergästen in Straßburg gehörten auch König Juan Carlos I. und Königin Sofía von Spanien.

Juni 1888: Kaiser Wilhelm II. wird deutscher Kaiser

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Eröffnung des deutschen Reichstags im Weißen Saal des Berliner Schlosses am 25. Juni 1888, Gemälde von 1893.

Am 15. Juni 1888 bestieg Kaiser Wilhelm II. den Thron. Grund genug, an dieses Jubiläum mit einem kurzen Rückblick auf des Kaisers Leben zu erinnern.
Der vorläufig letzte Deutsche Kaiser war ein Enkel Kaiser Wilhelms I. und ein Sohn Kaiser Friedrichs III.; dieser regierte nur 99 Tage, so daß im „Dreikaiserjahr“ 1888 auf einen 90-jährigen und einen 57-jährigen Herrscher der 29-jährige Wilhelm II. folgte. Durch seine Mutter Victoria von Großbritannien und Irland war Wilhelm Enkel der britischen Königin Victoria.

Mit seiner traditionellen Auffassung vom Kaisertum zeigte Wilhelm – nach Deutung einiger Historiker – angeblich zu wenig Verständnis für die Anforderungen einer modernen konstitutionellen Monarchie. Meines Erachtens aber zeigte er zu viel Verständnis. Bismarcks Sozialistengesetze nicht weiterzuführen und auszubauen, war meines Erachtens ein großer Fehler.

Nach Beginn der Novemberrevolution verkündete Reichskanzler Prinz Max von Baden am 9. November 1918 wahrheitswidrig die Abdankung Wilhelms und dessen Sohnes, Kronprinz Wilhelm von Preußen. Bereits seit dem 29. Oktober hielt sich der Kaiser im deutschen Hauptquartier im belgischen Spa auf. Er ging von dort ins Exil in die nahen Niederlande, wo ihm Königin Wilhelmina Asyl gewährte und 1919 die von den Entente-Mächten verlangte Auslieferung als angeblichem „Kriegsverbrecher“ zu recht ablehnte.

Anläßlich des 75. Todestags wurde das Mausoleum des Kaisers im Park von Haus Doorn für seine Getreuen geöffnet.

Kaiser Wilhelm II. bemühte sich vom niederländischen Doorn aus bedauerlicherweise erfolglos um eine Restauration der Monarchie in Deutschland. Er starb dort 1941 im Alter von 82 Jahren und wurde in einem Mausoleum im Park des Hauses Doorn beigesetzt.

Christian Schwochert