König von Tonga gekrönt

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König Tupou VI. und Königin Nanasipau'uon.

König Tupou VI. und Königin Nanasipau’uon.

In der Hauptstadt Tongas Nuku’alofa wurde am 4. Juli zum zweiten Mal innerhalb von sieben Jahren ein König gekrönt. König ʻAhoʻeitu ʻUnuakiʻotonga Tukuʻaho, für Ausländer einfach König Tupou VI., wurde am 12. Juli 1959 als jüngerer Bruder von König George Tupou V. (Tonganisch: Siaosi Tupou V., beziehungsweise Siaosi Tāufaʻāhau Manumataongo Tukuʻaho Tupou V.; 4. Mai 1948 – 18. März 2012) geboren. (Corona berichtete vom Tod König Tupous V.) Zusammen mit seiner Frau, Königin Nanasipau’u, empfing der bereits seit dem Tod seines Bruders 2012 amtierende König die Krone aus den Händen des emeritierten australischen Methodistenpfarrers D’Arcy Wood. Nach alter Tradition dürfen Tonganer das Haupt des Königs nicht berühren, weshalb ein Pastor eingeflogen wurde, der die Zeremonie ausüben konnte. Die Königsfamilie gehört wie 90% der Bevölkerung der methodistischen Kirche an. Zum ersten Mal in der Geschichte des Königreichs wurde im Februar 2015 ein tongaischer Priester zum Kardinal erhoben. Aus diesem Anlaß besuchte das Königspaar im Februar den Vatikan und wurde von Papst Franziskus in Audienz empfangen.

Der methodistischer Pastor D'Arcy Thomas setze König Tupou VI. die Krone aufs Haupt.

Der methodistischer Pastor D’Arcy Wood setze König Tupou VI. die Krone aufs Haupt.

Der Vater der beiden letzten Monarchen, König Taufa’ahau Tupou IV. (4. Juli 1918 – 10. September 2006) war der schwerste König der Welt und hatte den Thron Tongas 1965 bestiegen. Er wurde als  Abkömmling in der 43. Generation von Aho’eitu, dem legendären ersten Herrscher Tongas, der im 10. Jahrhundert lebte, betrachtet. Als jüngerer Stammvater der Dynastie in Tonga gilt der gestrandete deutsche Seemann Hinrich Meyer aus Buxtehude, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf Tonga gelandet war, eine Häuptlingstochter geehelicht und die Inseln 1845 vereinigt hatte.

Die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und dem Königreich Tonga gelten nicht zuletzt aufgrund dieser monarchischen Verbindung als traditionell freundschaftlich. Sie reichen bis in das 19. Jahrhundert zurück. Am 1. November 1876 schloß das Deutsche Kaiserreich einen Freundschaftsvertrag mit Tonga ab, der am 1. Juni 1977 erneuert wurde. Diplomatische Beziehungen bestehen seit dem 1. Mai 1976. König Taufu-Ahau Tupou IV. war 1976 zu einem medial viel beachteten Staatsbesuch in Deutschland. Dabei lud er die Deutschen ein, nach Tonga zu kommen und auf den Inseln zu leben. Später bedauerte er die Einladung, weil zuviele sie wahrnahmen und der nicht übermäßig große Inselraum knapp wurde. Im Juni 2006 besuchte der tongaische Außenminister Berlin.

Anläßlich der Eröffnung der James Cook Ausstellung in der Kunst- und Ausstellungshalle in Bonn wurde Prinzessin Frederica Tuita im August 2009 von der Bundesregierung nach Bonn, München und Berlin eingeladen.

Beim Eintreten für die Monarchie nicht nur auf Geschichtliches eingehen

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Lieber Leser,

wir bedanken uns für Ihren ausführlichen Kommentar, den Sie zur 150. Ausgabe von Corona geschrieben haben und der hier zu lesen ist, und möchten in einer angemessenen Länge darauf eingehen.

Sie schreiben über Geschichtsromantik bezüglich des Kaiserreichs, und daß die Bundesrepublik der erfolgreichste Staat auf deutschem Boden sei. Hierbei folgen Sie einer Argumentation, wie sie in Politik und Medien gerne benutzt wird, weil sie die gegenwärtigen Eliten begünstigt, jedoch aus der Zeit gefallen ist. Wenn man das heutige Deutschland mit dem Mittelalter vergleicht, ist es natürlich so, daß die medizinische Versorgung besser und das Bruttoinlandsprodukt höher ist. Folgt man solch einer Argumentation, ist man aber eben auch schnell dabei, daß Friedrich der Große schlecht gewesen sei, weil er Angriffskriege geführt hat. Ein korrekter Umgang mit der Geschichte ist es aber vielmehr, die Ereignisse stets in den Kontext ihrer Zeit zu stellen. Dabei wird man dann feststellen, daß das Deutsche Kaiserreich ganz ohne Geschichtsromantik beispielsweise sehr viel fortschrittlicher in bezug auf das Wahlrecht, den Sozialstaat, die bürgerlichen Freiheiten oder die wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen war, als alle anderen Staaten seiner Zeit. Und natürlich hat Friedrich der Große Angriffskriege geführt, aber alle anderen in jener Zeit haben dies eben auch. Außergewöhnlich wäre es in diesem Fall gewesen, wenn er es nicht getan hätte.

Aus unserer Sicht richtig an Ihrer Argumentation ist jedoch, daß wir uns beim Eintreten für die Monarchie nicht nur auf Geschichtliches, sondern auch verstärkt auf die Aktualität beziehen sollten. Das Argument der Parteiunabhängigkeit ist in der Tat ein wichtiges Argument, jedoch bei weitem nicht das einzige. Bei uns in Deutschland kennt jeder den spanischen König Felipe VI., wer aber kennt in Spanien den Namen des Bundespräsidenten? Die Repräsentativität einer Monarchie dem Ausland gegenüber schlägt jede Republik um Lichtjahre.

Die Rechte eines Monarchen sind je nach Verfassung unterschiedlich ausgestaltet und in den meisten Monarchien Europas heute so wie Sie schreiben in der Tat recht geringfügig. Es ist aber auch so, daß der Monarch durch seine persönliche Autorität und die Zuneigung der Menschen, die ich in Monarchien selbst stets feststellen konnte, in Krisenzeiten stets eine andere Bedeutung bekommt. Denken Sie an die Beendigung des 2. Weltkrieges durch Kaiser Hirohito, oder die Beendigung des Militärputsches in Spanien 1981 durch Juan Carlos I.. Auch in persönlichen Ausnahmesituationen kann der Monarch eine wichtige Rolle spielen: Würde man seinen in einem Konflikt gefallenen Sohn lieber von Ursula von der Leyen von der CDU oder einem Monarchen verabschieden lassen, der die ganze Nation vertritt?

Auch in Italien stellen Monarchisten die Kosten für eine Königin denen von Präsidenten entgegen - und zeigen, wie kostengünstig Monarchen sind.

Auch in Italien stellen Monarchisten die Kosten für eine Königin denen von Präsidenten entgegen – und zeigen, wie kostengünstig Monarchen sind. Bei den Angaben zum BRD-Präsidenten unterliefen den Italienern zwei Fehler: Im Entwurf zum Bundeshaushalt 2016 stehen 34,32 Mio. € im Etat des Bundespräsidialamts und der enthält keine Finanzierung der Residenzen, denn die Schlösser werden vom Bundesfinanzministerium verwaltet, während Königin Elizabeth den Unterhalt ihrer Schlösser mit der Civil List oder aus eigener Tasche bestreitet. Damit kommen sich das deutsche und das britische Staatsoberhaupt sehr nahe.

Ein eher sekundäres Argument ist die Kostenfrage: Die Republikaner bringen immer wieder vor, daß es zu teuer ist, eine Familie von Steuergeldern zu alimentieren, aber die Kosten einer Präsidentschaft sind zumeist viel höher. Auch zeigt sich, daß sich die Königsfamilien durch die mangelnde Legitimation durch Wahlen meist viel vorbildlicher in bezug auf Kosten und Transparenz verhalten müssen, als die Vertreter von Volkes Gnaden.

Wir haben also zahlreiche Argumente für die Monarchie, von denen hier in unserer Antwort bei weitem nicht alle aufgeführt sind:

  • Überparteilichkeit
  • Repräsentativität
  • Symbol der Nation in Krisenzeiten
  • Kosten
  • Transparenz

Wir empfehlen Ihnen im Zusammenhang mit den Vorteilen der Monarchie „Die kleine Monarchistenfibel“ von Henning von Normann, wo dieses Thema recht ausführlich behandelt wird. Gerne können wir Ihnen diese auf Wunsch zukommen lassen.

Was schließlich auch für uns nur wenig wünschenswert ist, wäre dagegen eine neuerlichen Einführung des Adels. Den Adligen, die vor 1945 Ländereien in den heutigen neuen Bundesländern besaßen und nach der Wende gegen alle Widerstände zurückgingen und Arbeitsplätze schufen, gebührt unsere Dankbarkeit und Anerkennung. Und auch den alten klingenden Namen unserer Nation sollten wir unseren Respekt bezeugen. Dies bedeutet jedoch nicht, daß sie irgendwelche Vorrechte besitzen sollten und niemand von uns will die Rückkehr des Feudalismus.

Der andere Teil Ihres Beitrages bezieht sich auf das persönliche Auftreten und die Kommunikation. Hier haben Sie absolut recht. Anstatt sektiererischem Gebaren und der Kritik an anderen ist es sicherlich viel identitätsstiftender, positiv aufzutreten, in schwierigen Situationen und soweit man es eben kann ein Vorbild zu sein und dabei den Menschen zu vermitteln, daß man so auftritt, weil man auf der Grundlage eines bestimmten Wertekodex handelt. Dabei muß man auch nicht immer bierernst sein. Monarchisten können und sollten sehr viel lustigere Zeitgenossen sein, als zum Beispiel jene, die jede Party mit Vorträgen über gesunde Ernährung oder Mülltrennung versauen.

Auch ist es wichtig, den modernen Trends bei der Kommunikation zu folgen, wofür wir aber auf Mitarbeit angewiesen wären. In diesem Sinne möchten wir unsere Antwort auf Ihren Beitrag mit der Bitte abschließen, sich gelegentlich mit Ihren Gedanken bei uns einzubringen. Die Corona-Spalten stehen Ihnen offen.

Die Corona-Redaktion

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 150

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Liebe Leser

Wie im letzten Nachrichtenbrief angekündigt, wollen wir in dieser Ausgabe Sie zu Wort kommen lassen, da sie ein kleines Jubiläum darstellt und die Standpunkte und Meinungen zur Monarchie, die wir seit 2006 in 149 Ausgaben mit unseren Artikeln vertreten haben, nicht den Anspruch erheben, für alle Freunde der Monarchie allgemein gültig zu sein. Wie diese Ausgabe zeigt, sind die Motive, sich für die Monarchie auszusprechen, in der Tat sehr unterschiedlich, wenngleich viele Leser ihr Bekenntnis historisch begründen.

Seit es Corona gibt, ist die monarchische Staatsform für Deutschland nicht nähergerückt, daran ändern auch die 645 Bezieher, die 615 Facebookfreunde, die „Follower” bei Twitter und fast 200.000 Zugriffe auf unseren Blog recht wenig, auch wenn die sich weiterhin positiv entwickelnden Zahlen immerhin dafür sprechen, daß Corona etwas vertritt, das von einigen gewünscht wird, anderswo aber nicht oder kaum vertreten wird. Daß Corona dabei immer noch weitgehend eine Zweimannshow ist, auch wenn Gastbeiträge in letzter Zeit zugenommen haben, ist nicht die Schuld der Autoren. In Zeiten der Internetsuchmaschinen haben viele offenbar Angst, Standpunkte offen zu vertreten, was ein Indiz dafür ist, daß die gerade in den Republiken vielgepriesene Meinungsfreiheit nur solange gilt, wie man das meint, was gerade en vogue ist. Vielleicht fehlt es aber auch einfach an Engagement. “Travailler pour le Roi de Prusse”, für den König von Preußen arbeiten, ist eine Redensart im Französischen, die bedeutet, daß man eine Sache um ihrer selbst willen tut, ohne dabei auf den persönlichen Vorteil zu hoffen. Wir danken unseren Gastautoren dieser und vorangegangener Ausgaben, daß sie dies getan haben, und freuen uns auch in Zukunft auf Beiträge von außen. L.R.

Angebote schaffen – Präsenz zeigen

Plakat für das 3. Monarchieforum in Berlin.

Plakat des 3. Monarchieforums in Berlin.

Die TuL-Mitgliederversammlung 2006 in Coburg war – zumindest nach monarchistischen Maßstäben – eine überaus turbulente Veranstaltung. Fundamentale Differenzen über den Kurs des Vereins und leider auch persönliche Kränkungen führten zu Austritten und bildeten den Anstoß für eine ganze Reihe neuer Projekte und Initiativen. Manches unausgegorene Konzept kam über die Erstellung einer Homepage nie hinaus, in anderen Bereichen – man denke an die Monarchieforen – wurde Großes und Wegweisendes geleistet. Überdauert hat freilich nur ein Unternehmen – das Online-Magazin Corona, von dem wir heute die 150. Nummer auf dem Bildschirm haben.

Obwohl es stets für Gastbeiträge – hin und wieder auch von meiner Seite – offen war, ist der Info-Brief doch zuallererst das Werk seiner beiden Herausgeber, denen dafür ein herzliches Dankeschön gebührt. Der Anspruch bestand von Anfang an darin, als neutraler, aber sympathisierender Beobachter über die Aktivitäten der alten und neuen Gruppen zu berichten und aktuelle Entwicklungen aus der weltweiten monarchistischen Szene sowie bedeutsame politische Themen in einer ansprechenden Form zu präsentieren. Die regelmäßig verschickte pdf-Datei sollte all das sein, was die bestehenden royalistischen Druckerzeugnisse schon lange nicht mehr sind: aktuell, relevant, ehrlich und angefüllt mit selbstproduziertem „Content“ (und damit nicht Ausgabe für Ausgabe justiziabel …). Angesprochen durfte sich jeder fühlen, vom organisierten Hardcore-Monarchisten bis hin zum gelegentlichen Royalty-Watcher, der jenseits des „Bunte-Post“-Niveaus fundierte Informationen sucht. Der Einstieg ist bewußt „niederschwellig“: Es kostet nichts und es braucht bloß eine (anonyme) Mailadresse für den Bezug. Seit 2011 gibt es dann auch noch den Blog und die inzwischen obligatorische Facebook-Seite, die zumindest theoretisch den Austausch im web 2.0 ermöglichen. Mit ersten Lesertreffen sollte dann 2014 der Sprung ins „real life“ gewagt werden – das Ergebnis war ausbaufähig.

Eigentlich wurde also alles richtig gemacht. Trotzdem ist die Freude über die Jubiläumsausgabe nicht gänzlich ungetrübt. Wie man von den Herausgebern hört, sind es auf dem Blog vor allem die historischen Themen, die angeklickt werden. Seit längerer Zeit stagniert auch die Abonnentenzahl im höheren dreistelligen Bereich, geht z.T. sogar leicht zurück. Das ist schon etwas ernüchternd angesichts der Tatsache, welcher digitale Nonsens ansonsten binnen kürzester Frist mit Hunderttausenden „likes“ bedacht wird. Sollte die Corona damit tatsächlich bereits ihr Potential ausgeschöpft haben? Gibt es nicht einmal tausend Monarchisten in Deutschland, und betrachten diese die Monarchie vor allem als historisches Phänomen ohne Relevanz für die Zukunft?

Vielleicht sollte man sich vom Gedanken an eine ständig wachsende royalistische Massenbewegung verabschieden und anerkennen, daß die aktuelle politische Großwetterlage uns trotz aller Krisenerscheinungen nicht in die Hände spielt. Es gilt schlicht, Angebote zu schaffen und Präsenz zu zeigen. Wer Monarchisten sucht, soll und wird auch welche finden. Monarchist zu sein, heißt nicht, etwas Sinnvolles oder Vernünftiges zu tun. Es heißt, das einzig Richtige zu tun. In diesem Sinne: Auf die kommenden 150 Ausgaben! T.G.

Wie kommen Jugendliche zur Monarchie?

Ich kam zum ersten Mal 2005, während meines Studiums, in Kontakt mit organisierten Monarchisten. Zunächst machte mich ein Kommilitone mit Erbe und Auftrag vertraut, 2006 stieß ich dann über das Internet zur Kaisertreuen Jugend. Damals waren „soziale Medien” in Deutschland noch nicht sehr verbreitet, man diskutierte mit Gleichgesinnten vor allem in Foren. Die Kaisertreue Jugend entwickelte sich 2007 aus einem solchen Internetforum zu einem (nicht eingetragenen) Verein, dessen Gründung am 27. Januar 2007 in Berlin vollzogen wurde. In den folgenden Jahren führten wir mehrere Veranstaltungen durch, ganz vorne zu nennen sind wohl die beiden Monarchieforen 2008 in Laufen/Salzach und 2009 in Hechingen, die unter tatkräftiger Mitarbeit der KJ zustande kamen.

Kaisertreue Jugend - e. V. in Gründung hieß es 2007, drei Jahre später hätte man das umbenennen müssen in e.V. in Liquidation.

Kaisertreue Jugend – e. V. in Gründung hieß es 2007, drei Jahre später hätte man das umbenennen müssen in e.V. in Liquidation.

Auch die Presse zeigte sich bald interessiert an der KJ. Es folgten – faire und weniger faire – Interviews, etwa durch die ZEIT, Süddeutsche Zeitung Magazin oder auch den mitteldeutschen Radiosender Sputnik. Die Frage, die alle Journalisten faszinierte, war stets: „Was bringt Jugendliche im 21. Jahrhundert dazu, die Ideale der Monarchie zu vertreten?” Bei vielen fängt es wahrscheinlich wie bei mir mit einem Gefühl der Unsicherheit, einem Gefühl der Leere an: Irgendwas fehlt in diesem Land. Man fühlt, wie sich ein Wertevakuum immer weiter ausbreitet, ist mehr oder weniger abgestoßen vom Geschacher der Parteien (etwa um das Amt des Bundespräsidenten) und sucht nach Alternativen. In der Monarchie haben wir damals diese Alternative gefunden. Bewunderung etwa für die Liebe der Briten zu ihrer Queen und ihre Identifikation mit der britischen Monarchie. Wahrscheinlich gehört diese „Suche nach Werten” zur Adoleszenz, leider landen viele Jugendliche dabei in links- oder rechtsradikalen Sackgassen.

Aufkleber aus der Zeit der Kaisertreuen Jugend, der die K-Frage stellte.

Aufkleber aus der Zeit der Kaisertreuen Jugend, der die K-Frage stellte.

Leider sind Jugendliche zwar schnell für etwas zu begeistern, wenden sich aber auch schnell wieder von einer Idee ab, wenn sich nicht sofort etwas tut. Das mußten wir auch in der Kaisertreuen Jugend erfahren. Das Eintreten für die Monarchie bringt eben keine „schnellen Ergebnisse”, und so verabschiedeten sich viele Mitglieder bald wieder. Das ist kein Vorwurf, ich weiß selbst noch, wie ich in diesem Alter oft begeistert Ideen und Denkmuster aufnahm, um sie dann wieder zu verwerfen. So blieb 2010 nur noch die Auflösung des Vereins mangels Aktivität. Ich bin Monarchist geblieben, so wie ein Kreis von Freunden aus KJ-Zeiten. Und auch wenn wir derzeit nicht organisiert sind, die Kaisertreue bleibt – etwa bei Fahrten nach Doorn (vgl. Bericht Seite 4 in Corona 150). Und es bleibt zu hoffen, daß zumindest ein Funken der Idee Monarchie bei den jungen Männern und Frauen hängen geblieben ist, die damals in der Kaisertreuen Jugend engagiert waren. JS (Jahrgang 1985)

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Die vollständige 150. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit: Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 150

Inhalt der 150. Ausgabe:

  • Angebote schaffen – Präsenz zeigen
  • Liebe Leser
  • „Ich hege zwar gewisse Sympathien für die Monarchie, aber …“
  • Wie kommen Jugendliche zur Monarchie?
  • Was mir die Monarchie bedeutet
  • Zum 74. Todestag: Wir werden Kaiser Wilhelm nie vergessen

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Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.

Prinz Georg Friedrich trifft Königin Elizabeth

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Während der heutigen Garden Party, die vom britischen Botschafter in Berlin, Sir Simon McDonald, ausgerichtet wurde, trafen Ihre Kaiserlichen Hoheiten Prinz Georg Friedrich von Preußen und Prinzessin Sophie von Preußen mit Ihrer Majestät Königin Elizabeth II. zusammen.

Begegnung in Berlin: Königin Elizabeth und Prinz Georg Friedrich.

Begegnung in Berlin: Königin Elizabeth und Prinz Georg Friedrich.

Die Fernsehübertragung zeigt, wie Prinz Philip den Hohenzollernchef erblickt und seine Frau auf den deutschen Prinzen hinweist.

Prinz Philip erblickt Prinz Georg Friedrich

Prinz Philip erblickt Prinz Georg Friedrich

Er erhebt die Hand, um die Aufmerksamkeit seiner Frau auf den Deutschen zu lenken.

Er erhebt die Hand, um die Aufmerksamkeit seiner Frau auf den Deutschen zu lenken.

Der Zeigefinger weist auf Prinz Georg Friedrich.

Der Zeigefinger weist auf Prinz Georg Friedrich.

Königin Elizabeth begrüßt Prinz Georg Friedrich.

Königin Elizabeth begrüßt Prinz Georg Friedrich.

Prinzessin Sophie von Preußen (links außen) wird ebenfalls von der Königin willkommen geheißen.

Prinzessin Sophie von Preußen (links außen) wird ebenfalls von der Königin willkommen geheißen.

Angeregt unterhält sich Prinz Georg Friedrich mit der britischen Monarchin.

Angeregt unterhält sich Prinz Georg Friedrich mit der britischen Monarchin.

Blamiert hat sich die ARD mit ihren Kommentatoren

Die Begegnung wurde von der ARD live übertragen und obwohl Rolf Seelmann-Eggebert CBE der hörbar überforderten Moderatorin zur Seite stand, erwähnten sie mit keinem Wort das Treffen zwischen der britischen Monarchin und ihrem deutschen Verwandten. Im Gegenteil: Als die angeregte Unterhaltung über den Bildschirm lief, sagte Mareille Höppner: „Uns erstaunt, daß die Königin sich für jeden Zeit nimmt und immer etwas sagt. Sie muß eine Meisterin des Smalltalks sein.“ Reinald Becker ergänzte, als sich die Königin lebhaft mit Prinz Georg Friedrich unterhielt: „Was sagt sie? Was spricht sie mit Leuten, die sie nicht groß kennt?“ Die sie nicht groß kennt? Mann, Becker, keiner in der ganzen Garden-Party-Runde war näher mit ihr verwandt als Prinz Georg Friedrich.

Deutscher Hochadel war in Frankfurt geladen

Während des Mittagessens in Frankfurt saßen I.K.H. Landgraf Donatus und Landgräfin Floria von Hessen am Tisch Ihrer Majestät, während I.K.H. Markgraf Max und Markgräfin Valerie von Baden an S.K.H. Prinz Philips Nachbartisch saßen. Der Chef des großherzoglichen Hauses Baden ist ein Neffe des Herzogs von Edinburgh.

Besuch der britischen Königin im deutschen Fernsehen

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Mehr als zehn Jahre war die britische Königin Elizabeth nicht mehr in Deutschland, doch nun ist es wieder soweit. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Prinz Philip wird sie vom 23. bis 26. Juni in die Bundesrepublik besuchen. Es sollen möglichst viele Menschen die Gelegenheit haben, die Königin zu sehen, wie es aus der britischen Botschaft hieß.

Zum Auftakt in Berlin

Eine große Menschenmenge begrüßte Königin Elizabeth und Prinz Philip, als sie am Ankunftstag im Hotel Adlon vorfuhren.

Eine große Menschenmenge begrüßte Königin Elizabeth und Prinz Philip, als sie am Ankunftstag im Hotel Adlon vorfuhren.

Der royale Besuch landet am 23. Juni abends auf dem Flughafen Berlin-Tegel. Die Königin und Prinz Philip werden mit 21 Salutschüssen empfangen und fahren dann ins Hotel Adlon. Die ARD berichtet von 18.50 bis 19.45 Uhr live von der Ankunft der Queen in Berlin und der Fahrt zum Hotel.

Am nächsten Tag gibt es einen großen Empfang mit dem amtierenden deutschen Staatsoberhaupt im Schloß Bellevue. Danach startet eine Bootstour auf der Spree. Auch ein Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel ist geplant. Außerdem steht ein Besuch der Technischen Universität auf dem Programm.

Am Abend folgt ein Staatsbankett im Schloß Bellevue.

Sondersendungen im Ersten
Dienstag, 23.6.2015 um 18.50 bis 19.45 Uhr
Mittwoch, 24.6.2015 um 10.05 bis 13.00 Uhr
Donnerstag, 25.6.2015 um 11.40 bis 15.10 Uhr sowie 18.10 bis 19.45 Uhr
Freitag, 26.6.2015 um 09.55 bis 10.35 Uhr

Das ZDF berichtet am Freitag, 26. Juni von 12.05 bis 13.00 Uhr vom Besuch der Königin und des Prinzgemahls im ehemaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen, das im April 1945 von britischen Truppen befreit wurde.

Phönix übernimmt die Berichterstattung von 16 bis 18 Uhr.

Dienstag, 23. Juni 2015 22:15 – 22:45 im RBB
Die Queen in Berlin – Als Thema in der Interviewrunde THADEUSZ

Gemeinsam mit Rolf Seelmann-Eggebert CBE wird Moderator Jörg Thadeusz für den RBB live vom Besuch der Queen berichten. Königin Elizabeth II. und Berlin – das ist eine ganz besondere Beziehung. Sechs Mal war die mittlerweile 89-jährige Monarchin bereits in der ehemaligen Mauer- und heutigen Hauptstadt.

Ob Taufe, runder Geburtstag oder Hochzeiten: Wann immer es im europäischen Hochadel etwas zu feiern gibt, sorgt seine informative und taktvolle Berichterstattung dafür, daß ein wenig monarchischer Glanz in deutsche Wohnzimmer strahlt. Der 1937 in Berlin geborene Fernsehjournalist Rolf Seelmann-Eggebert ist, seit er Ende der Siebzigerjahre als Korrespondent in London tätig war, Experte für den europäischen Adel.

Bei THADEUSZ berichtet Seelmann-Eggebert über die geplanten Stationen der königlichen Deutschlandreise, gibt Verhaltenstips für Begegnungen und verrät, mit welchen Themen man dann bei Tisch punkten kann.

Mittwoch, 24. Juni, 20.15 bis 21.00 im RBB
Die Queen in Berlin
Die Sondersendung informiert in einer Tageszusammenfassung über den Besuch der Queen in Berlin.

Mittwoch, 24. Juni auf Phönix

ab 9.00 Uhr Liveberichterstattung vom Besuch der Königin

12.00 bis 12.45 Uhr Zusammenfassung der Morgenvisite

ab 14.00 Uhr Liveberichterstattung vom Besuch der Königin

16.00 bis 18.00 Uhr Liveberichterstattung vom Besuch der Königin

Am Abend zeigt Phönix von 20.15 bis 21.45 Uhr Wiederholung zweier Dokumentationen

Elisabeth II. – Die leidenschaftliche Queen

sowie die ZDF-Produktion:

Königliche Dynastien – Die Windsors

In der gleichen ZDF-Reihe entstanden auch Filme über die Habsburger, die Hohenzollern und die Romanows (Corona unterzog diese drei einer Fernsehkritik, die beim Anklicken der Namen abrufbar sind).

Die Queen in Frankfurt
Donnerstag, 25. Juni 2015, 14.45 bis 16.00 Uhr in HR3
Königin Elizabeth von England und Prinz Philip besuchen erstmals offiziell die Main-Metropole.

Die Queen in Hessen
Donnerstag, 25. Juni 2015, 20.15 bis 21.00 Uhr in HR3
Seit Wochen laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, denn eine Königin wird königlich empfangen, so gebietet es das Protokoll. Höhepunkt: ein festliches Essen im Kaisersaal des Römers und der Besuch der Paulskirche.

Viele treue Anhänger von Königin Elizabeth II. aus dem Hause Windsor werden  extra nach Frankfurt kommen, um Ihrer Majestät nahe zu sein oder wenigstens ein Winken vom Balkon des Rathauses mitzuerleben. Warum fasziniert die englische Monarchin derart die Menschen? Und welche besonderen Verbindungen hat die Königin nach Hessen?

Moderatorin Claudia Schick und Adelsexperte Holger Weinert verpassen keinen Schritt des Besuchs in Hessen und lassen den Tag mit Gästen Revue passieren, die an ihrer Seite waren.

Die Queen und ihre hessische Verwandschaft
Donnerstag, 25. Juni 2015, 21.00 bis 21.45 Uhr in HR3
Es ist kein Zufall, daß Königin Elizabeth II. bei ihrem großen Staatsbesuch in Deutschland wieder nach Hessen reist. Da gab und gibt es enge Familienbande ins kurfürstliche bzw.großherzogliche Haus Hessen. Holger Weinert besuchte die Schauplätze dieser Verwandtschaftshistorie, die sogar eine dreifache ist.

In Darmstadt heiratete Prinzessin Alice, eine Tochter von Königin Victoria, den Großherzog Ludwig IV. von Hessen-Darmstadt. Prinzessin Alice ist die Mutter des vorläufig letzten regierenden Darmstädter Großherzogs, Ernst-Ludwig, und der Zarin Alexandra von Rußland.

Im Park des Schloßhotels Kronberg residiert die Verwaltung des Hauses Hessen. Alles hier ist im englischen Stil gebaut, denn das Schloß war der Witwensitz von Kaiserin Victoria, der Mutter Kaiser Wilhelms II.. Sie war die älteste Tochter von Queen Victoria. Durch Erbfall kam es an das Haus Hessen-Kassel, heute nur noch Haus Hessen.

Rein privat und jenseits ihrer Staatsbesuche war die britische Königsfamilie bis in die neuere Vergangenheit sehr häufig in Hessen, wovon auch Landgräfin Floria und Landgraf Donatus von Hessen erzählen. Die engsten verwandtschaftlichen Bande nämlich liegen bei Elizabeths Ehemann, Prinz Philip: Seine Urgroßeltern liegen am Goldenen Kreuz über dem Rheintal am Schloß Heiligenberg begraben – Prinz Alexander von Hessen und seine nicht standesgemäße Frau Julia Hauke, die kurzerhand den Titel des Grafengeschlechts von Battenberg bekam.

Es war zu Anfang des 14. Jahrhunderts ausgestorben, der Titel war also frei und die Nebenlinie des Hauses Hessen namens Battenberg begründet. Der Name der königlichen Familie ist deshalb auch heute offiziell Mountbatten-Windsor.

Besuch in Bergen-Belsen

Am Freitag, 26. Juni wird die Königin mit Prinz Philip das Brandenburger Tor und zeigt sich auf dem Pariser Platz. Anschließend geht die Reise ins niedersächsische Celle. Denn auf besonderen Wunsch der Monarchin wird sie auch das ehemalige Konzentrationslager (KZ) Bergen-Belsen besuchen. Auf dem Heeresflugplatz Celle können die Bürger noch einmal einen Blick auf die Königin werfen, dann ist der Besuch vorbei.

Richter kritisiert Gaucks Einmischung

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Joachim Gauck sieht sich als politischer Bundespräsident, der sich – meist ungefragt – in vieles einmischt, was ihm opportun erscheint. Er ist das, was britische Republikaner Prinz Charles vorwerfen, wenn sie ihn den “meddling prince” nennen. Doch im Gegensatz zum britischen Thronfolger, der private Briefe verfaßt und dabei sich weder für Personen noch gegen eine politische Strömung einsetzt, faßt Gauck ins Speicherwerk der Demokratie.

Am Dienstag hat Jens Aßling, der Vorsitzende Richter der Jugendstrafkammer in Darmstadt, eine Aktion des Präsidenten öffentlich gerügt. In der Begründung des Urteils gegen Sanel M., der  wegen Körperverletzung mit Todesfolge von Tuğçe Albayrak zu einer Jugendstrafe von drei Jahren verurteilt wurde, nannte Aßling Joachim Gauck zwar nicht namentlich, doch wie es die FAZ formulierte, „durfte unter anderen er sich angesprochen fühlen”. Nach dem Tod Albayraks hatte er in einem Brief an deren Eltern geschrieben, ihre Tochter sei zum „Opfer eines brutalen Verbrechens“ geworden. Aßling sagte nun: „Es ist auch für ein Gericht, das ein staatliches Organ ist, schwierig, wenn sich oberste Repräsentanten des Staates vorher äußern und Schuldzuweisungen verteilen.“ Mit der staatlichen Neutralitätspflicht sei derlei nicht zu vereinbaren und widerspreche dem zentralen rechtsstaatlichen Grundsatz der Unschuldsvermutung.

Parteinahme ist Gaucks Spezialität, seit er ins Schloß Bellvue zog. Egal ob es um die Aufnahme von Flüchtlingen geht („… mehr legale Zugangswege nach Europa zu schaffen und sich auf eine gerechtere Verteilung der Flüchtlinge zu verständigen.” SZ, 1. Mai 2015) oder Zahlungen an Griechenland („[Er] verfolge … mit Interesse ‚die Diskussion über unterschiedliche Vorschläge, dem Bedürfnis vieler Griechen nach einer Art Wiedergutmachung gerecht zu werden.’” – ebenfalls SZ, 1. Mai 2015), immer weiß Gauck bescheid.

Im November 2014 hatte er öffentlich Bedenken gegen die Wahl des Linken-Politikers Bodo Ramelow zum Ministerpräsidenten von Thüringen geäußert.: „Ist die Partei, die da den Ministerpräsidenten stellen wird, tatsächlich schon so weit weg von den Vorstellungen, die die SED einst hatte bei der Unterdrückung der Menschen hier, daß wir ihr voll vertrauen können?“ (Tagesspiegel, 2. November 2014). Parteienkritik scheint ihm zu liegen, denn die NPD und ihr Umfeld bezeichnete er in einer Podiumsdiskussion mit Schülern als Spinner, was ihm das Bundesverfassungsericht jedoch höchstrichterlich erlaubte, weil „sich in der Wahl des Bundespräsidenten durch die Bundesversammlung ein eigentümlicher, demokratisch veredelter Rückgriff auf das Erbe der konstitutionellen Monarchie” zeige. (Corona, 15. Juni 2014)

Als Gauck für Militäreinsätze der Bundeswehr im Ausland warb, bezeichnete der Brandenburger Landtagsabgeordnete Norbert Müller Gauck als „widerlichen Kriegshetzer“. (Tagesspiegel, 14. Juni 2014: Zu der von ihm gewünschten aktiveren Rolle Deutschlands in der Welt gehöre auch, „den Einsatz militärischer Mittel als letztes Mittel nicht von vornherein zu verwerfen. Deutschland müsse hier seine früher angemessene Zurückhaltung aufgeben.) Das brachte Müller fast ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen §90 Strafgesetzbuch ein, denn auf die „Verunglimpfung des Bundespräsidenten“ steht eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren .(Corona, 6. Juli 2014)

Es geht nicht darum, Gauck ein Richtig oder Falsch in seinen Aussagen zu attestieren, vielmehr ist der Umstand, daß er sich unverhältnismäßig oft in die Politik einmischt, ein Ärgernis, das in einer heutigen Monarchie undenkbar ist. Zu Zeiten Kaiser Wilhelms II. waren Aussagen und Handeln des Staatsoberhaupts ähnlich wie heute bei Gauck, aber hat sich der Bewohner Bellevues ihn zum Vorbild genommen? Das Neue Deutschland traf diese Charakterisierung: „Joachim Gauck kokettiert mit seinem Ruf als Konventionenverächter“.

Lieber einen konventionellen Monarchen als diesen selbstverliebten Gauck.

Prinzessin Emma auf Burg Hohenzollern getauft

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Nach einem Bericht der Hohenzollerischen Zeitung, der Hechinger Lokalausgabe der Ulmer Südwest Presse, wurde Prinzessin Emma von Preußen am vergangenen Samstag in der evangelischen Christuskapelle der Burg Hohenzollern von Pfarrer Herbert Würth von der Evangelischen Landeskirche in Württemberg getauft.

Die erste Tochter von Prinz Georg Friedrich und Prinzessin Sophie von Preußen wurde am 2. April 2015 in Bremen geboren. Den Taufgottesdienst auf Burg Hohenzollern hielt am Samstag Pfarrer Herbert Würth aus Hechingen, der bereits vor zwei Jahren die Zwillingsbrüder von Prinzessin Emma, Prinz Carl Friedrich und Prinz Louis Ferdinand, ebenfalls in der evangelischen Burgkapelle getauft hatte.

Wie die Hohenzollerische Zeitung schrieb, trug Prinzessin Emma der Familientradition folgend das gleiche Taufkleid wie ihr Ur-Ur-Urgroßvater, Kaiser Wilhelm II. bei seiner Taufe. Die Tauffeier fand – wie bereits die Zwillingstaufe 2013 – im engen Familien- und Freundeskreis statt. Photos wurden bislang noch nicht veröffentlicht.

Für Euromünzen steht in Belgien der König ein

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Trotz eines französischen Vetos hat Belgien gestern eine Gedenkmünze zum 200. Jahrestag der Schlacht bei Waterloo geprägt. (Corona berichtete in Ausgabe 145 vom Versuch der sozialistischen Regierung, eine Gedenkmünze zu Napoléons Niederlage zu verhindern.) Die Belgier nutzten eine Lücke in den Vereinbarungen: Statt einer 2-Euro-Münze gaben sie eine 2,50-Euro-Münze heraus.

Frankreich konnte die Euro-Münze zum Gedenken an die Schlacht bei Waterloo nicht verhindern.

Frankreich konnte die Euro-Münze zum Gedenken an die Schlacht bei Walterloo nicht verhindern.

Diese Münze ist in Belgien ein legales Zahlungsmittel. “Le Roi bat monnaie” („Der König schlägt das Geld“), erklärte Albert Frère, Verantwortlicher für Belgiens Sondermünzen, und verweist damit auf uraltes Königsrecht, das einst auch in Deutschland galt. Niemand kann es Belgien verwehren, 3- oder 5-Euro-Münzen zu prägen, selbst wenn die Franzosen etwas dagegen haben, in Belgien genügt dafür ein königlicher Erlaß.

Von der neuen 2,50-Euro-Münze wurden nur 100.000 Stück geschlagen, weit weniger als die geplanten 280.000 2-Euro-Münzen. Und bereits einen Tag später ist ihr Preis auf zehn Euro gestiegen.

Die Gedenkfeiern in und um Waterloo werden vom 18. bis 21. Juni stattfinden. Es haben sich bereits hohe Gäste angesagt, deren Vorfahren auf beiden Seiten der Frontlinien kämpften.

Luxemburger Referendum endet mit vernichtender Niederlage für Regierung

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Wie Corona in Ausgabe 147 berichtete (Großherzog von Luxemburg verliert Rechte), plante die Luxemburger Regierungskoalition aus Liberalen, Sozialisten und Grünen, das Ausländerwahlrecht einzuführen, das Wahlalter auf 16 Jahre zu senken und die Amtszeit für Minister auf zehn Jahre zu begrenzen. Die in Opposition stehenden Christsozialen (CSV) riefen zur Ablehnung der Verfassungsänderungen auf.

Am heutigen Sonntag hatte die Bevölkerung die Möglichkeit, ihre Meinung zu äußern. In einem Referendum, bei dem Wahlpflicht herrschte, sagten die Luxemburger zu 78 Prozent Nein zum Ausländerwahlrecht. Das Wählen ab 16 Jahren lehnten 81 Prozent ab. Bei der Begrenzung der Ministermandate auf zwei Legislaturperioden votierten 70 Prozent der Befragten mit Nein. In keiner einzigen Gemeinde erhielt eine Frage mehrheitlich ein Ja. Die Wahlbeteiligung war mit 82 Prozent angesichts der Wahlpflicht recht niedrig. Wegen der herrschenden Wahlpflicht gaben auch Mitglieder der großherzoglichen Familie ihr Votum ab (Photos).

Es ist noch zu früh, darüber zu spekulieren, wie sich das Referendumsergebnis auf die geplanten Änderungen der verfassungsrechtlichen Stellung des Großherzogs von Luxemburg auswirken wird. Die heutige Abstimmung war erst das vierte Referendum in der Geschichte des Großherzogtums. Die erste Volksbefragung fand am 28. September 1919 statt, als sich 77,8% der Luxemburger gegen die Ausrufung einer Republik aussprachen, ein Ergebnis, das so – oder so ähnlich – auch in Deutschland zu erwarten gewesen wäre, hätten die Politiker 1919 das Volk befragt und nicht eigenmächtig Deutschland zu einem republikanischen Staatswesen erklärt.

Ergebnisse des Referendums in Luxemburg.

Ein Ergebnis des Referendums in Luxemburg.

 

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 149

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Dom Duarte für Portugals Austritt aus dem Euro

Dom Duarte, Herzog von Bragança, vor seinen Ahnen.

Dom Duarte, Herzog von Bragança, vor seinen Ahnen.

Der portugiesische Thronprätendent Dom Duarte, Herzog von Bragança, hat sich für einen Austritt Portugals aus dem Euro ausgesprochen. Man solle lieber eine gemeinsame Währung mit den portugiesischsprachigen Ländern schaffen, da es mehr Sympathie und Solidarität zwischen diesen Ländern als zwischen den europäischen Staaten gebe. Gilt die EU in Deutschland als heilige Kuh, hat der Prinz aus portugiesischer Betrachtung nicht unrecht, da Portugal kaum von der EU und vom Euro profitierte. Es verfügt anders als Spanien, Italien oder selbst Griechenland kaum über größere, wettbewerbsfähige Unternehmen und sah so, wie die eigene Wirtschaft im vereinten Europa von internationalen Ketten verdrängt wurde, die nicht in Portugal produzieren lassen. Portugal mußte daher den massiven Abbau von Arbeitnehmern verkraften, der wiederum zum Exodus vieler junger Menschen führte.

Paulo Estêvão, Abgeordneter für die Monarchistische Volkspartei (Partido Popular Monárquico) auf den Azoren, neben einer Fahne des Königreichs Portugal.

Paulo Estêvão, Abgeordneter für die Monarchistische Volkspartei (Partido Popular Monárquico) auf den Azoren, neben einer Fahne des Königreichs Portugal.

Gleichzeitig sprach sich Dom Duarte auch für eine neue Monarchie aus. Ein monarchistischer Abgeordneter von den Azoren, Paulo Estêvão, hatte zuvor einen vom Regionalparlament der Azoren beschlossenen Antrag im nationalen Parlament eingebracht, wonach das Volk über Monarchie oder Republik abstimmen solle. Dieser wurde vom Parlament jedoch abgelehnt, weil Portugals Parteipolitiker ihre Pfründe ähnlich wie die deutschen mit einer Ewigkeitsklausel für die Republik abgesichert haben. Der Antrag zeigt jedoch, daß in Portugal anders als in Deutschland eine gewisse Debatte immerhin möglich ist. So konnte sich der monarchistische Abgeordnete für seinen Antrag immerhin auf die Zustimmung eines Regionalparlaments berufen und in aller Öffentlichkeit des Parlaments die Gründer der 1910 eingeführten Republik als Terroristen bezeichnen, die einen großen zivilisatorischen Rückschritt für Portugal bewirkt haben – man stelle sich selbiges einmal in Frankreich oder Deutschland vor. Die vollständige Rede gibt es hier.

Dom Duarte ist dafür bekannt, sich häufig politisch zu äußern, was in Portugal auch wahrgenommen wird. Während der Süden Portugals als republikanisch gilt, ist der Norden und vor allem das Stammland der portugiesischen Königsdynastie rund um die Stadt Bragança eine Hochburg der portugiesischen Royalisten. L.R.

Neues Konzept für Adelshandbücher

Nicht jeder Monarchist hat sie im Bücherschrank stehen, doch selbst eingefleischten Republikanern ist „der Gotha“ ein Begriff. Als Nachschlagwerke sind die Genealogischen Handbücher des Adels (GHdA) seit 200 Jahren ein verläßlicher Begleiter durch die Welt des Adels. Erstmals erschien im Herbst 1762 am Hof des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha der Almanac nécessaire, zwei Jahre später umbenannt in Almanac de Gotha contenant diverses connaissances curieuses et utiles. 1765 wurde die deutsche Ausgabe als Gothaischer Hofkalender zum Nutzen und Vergnügen veröffentlicht. Er überdauerte den Untergang des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation ebenso wie die Neuordnungen des Wiener Kongresses und die Reichseinigung 1871.

In den Jahren 1825, 1848, 1900 bzw. 1907 begründete der Verlag Perthes in Gotha entsprechende Reihen genealogischer Taschenbücher für die gräflichen, freiherrlichen, uradeligen und briefadeligen Häuser. All diese Reihen sind zuletzt 1942, der französischsprachige Almanach de Gotha 1944 erschienen.

Der C.A. Starke Verlag war 1847 von Christian August Starke (1823–1882) in Görlitz gegründet und 1876 um einen heraldischen Verlag erweitert worden. Seit 1880 trug er das Prädikat eines königlichen Hoflieferanten und erwarb sich ein Renommée als heraldischer Spezialist. 1919 kaufte der Buchdruckereibesitzer Hans Kretschmer (1887–1976) das Unternehmen. Kretschmer flüchtete 1946 aus Görlitz, nachdem sowjetische Truppen den ihrer Ansicht nach „feudalistisch-kapitalistischen“ Lagerbestand von 400.000 Büchern zerstört und Kretschmars Betrieb entschädigungslos enteignet hatten. In Westdeutschland begann der Verleger mit dem aus Breslau geflüchteten Regierungsrat Hans Friedrich von Ehrenkrook unter Einverständnis der Familie Perthes ein Genealogisches Handbuch des Adels (GHdA) als Nachfolger des Gotha herauszubringen. Mit Rücksicht auf die noch in Gotha lebende Familie Perthes wurde der neue Name gewählt. Trotzdem wurde und wird dieses Handbuch wie sein Vorgänger und Vorbild weiterhin Gotha genannt.

In Limburg an der Lahn fand der Verlag einen neuen Firmensitz, an dem die Familie Kretschmer bis heute das Unternehmen führt. Der jetzige Inhaber Hans Jürgen Kretschmer ist allerdings 1924 geboren. Jüngst hat die Stiftung Deutsches Adelsarchiv vom C.A. Starke Verlag die Rechte am GHdA erworben. Mit dem im Juni 2015 im Eigenverlag des Deutschen Adelsarchivs erscheinenden ersten Band einer neuen Reihe von Adelshandbüchern schließt sie sowohl an die 180-jährige Tradition des alten Gotha als auch an die des GHdA an. An den alten Gotha erinnert der Titel Gothaisches Genealogisches Handbuch ebenso wie das äußere Erscheinungsbild der Bände.

Der neue Gotha ist im Erscheinungsbild den alten Bänden angeglichen.

Der neue Gotha ist im Erscheinungsbild den alten Bänden angeglichen.

Der erste Band der neuen Gothaischen Genealogischen Handbücher im Eigenverlag wird am 27. Juni 2015 mit einem Festakt in Schloß Friedenstein in Gotha der Öffentlichkeit präsentiert. H.S.

Corona konnte an Prinz Albrecht von Croÿ, Chefredakteur des Deutschen Adelsblatts, Fragen bezüglich des neuen Konzepts des Eigenverlags richten. Lesen Sie seine Antworten in der 149. Ausgabe von Corona – Nachrichten für Monarchisten.

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Die vollständige 149. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit: Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 149

  • Neues Konzept für Adelshandbücher
  • Interview mit Prinz Albrecht von Croÿ
  • Aufruf zur Gestaltung der 150. Ausgabe von Corona
  • Dom Duarte für Portugals Austritt aus dem Euro

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