Staatsoberhäupter deutschsprachiger Länder trafen sich in Vaduz

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Von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtetet versammelten sich die Oberhäupter der deutschsprachigen Länder – Königreich Belgien, Großherzogtum Luxemburg, Fürstentum Liechtenstein, Schweiz, Österreich (theoretisch) und Deutschland – zu ihrem 18. informellen Treffen im liechtensteinischen Hauptort Vaduz.

Sechs Monarchen gegen drei Präsidenten; (v.r.n.l.) König Philippe und Königin Mathilde der Belgier, Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa von Luxemburg, Erbprinz Alois und Erbprinzessin Sophie von und zu Liechtenstein, Bundespräsident Ignazio Cassis und eine unbekannte Dame, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Der österreichische Bundespräsident Alexander van der Bellen blieb wahlkampfbedingt dem Treffen fern.

Am Montag, 12. September wurden die Gäste von Erbprinz Alois und Erbprinzessin Sophie in der Hofkellerei des Fürsten von Liechtenstein begrüßt. Außer der Tagesordnung und einigen Photos waren weder auf der Bundespräsidentenseite noch auf der liechtensteinschen Regierungswebseite ergiebige Informationen erhältlich.  Die Tageszeitung Liechtensteiner Vaterland ergänzte noch mit Hinweisen auf gesperrte Straßen und Verkehrsbehinderungen.

Dafür bot der Schweizer Bundespräsident nähere Auskünfte:

„Ein besonderer Fokus wurde dieses Jahr auf den Ukraine-Konflikt und seine Folgen gelegt. In seinen Ausführungen zu den Prioritäten der Schweiz unterstrich Bundespräsident Cassis auch die Wichtigkeit der Beziehungen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union. Die für beide Seiten vorteilhafte Partnerschaft solle erneut auch in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation wirkungsvoll sein, insbesondere durch eine rasche Assoziierung der Schweiz an das Horizon-Paket und an Erasmus+ für den Zeitraum 2021-2027.

Das Sechsertreffen bietet jeweils auch die Gelegenheit, gemeinsam ein vom Gastgeberland definiertes Thema zu vertiefen. Das diesjährige Schwerpunktthema lautete: «Philanthropie und Gemeinwesen – Rahmenbedingungen für ein effizientes Zusammenwirken von Politik, Wirtschaft und Philanthropen». Der Bundespräsident verband seine Ausführungen über die Tradition der Philanthropie in der Schweiz, die sich vor allem in Form von Stiftungen zeigt, mit einem Appell, die Zusammenarbeit mit dem Privatsektor im Bereich der Humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit noch weiter zu stärken: «Philanthropische Ansätze können die finanziellen Beiträge der Geberländer ergänzen und so dazu beitragen, Innovation zu fördern und neue Lösungen auszuprobieren, um den steigenden humanitären Bedürfnissen entgegenzuwirken», sagte Bundespräsident Cassis anläßlich der Gespräche. „

Niemand erwartet, daß die informellen (!) Treffen der Staatsoberhäupter deutschsprachiger Länder die Bedeutung von Commonwealth Konferenzen (CHOGM), Iberoamerikanisch-spanische Gipfeltreffen (Cumbre Iberoamericana) oder lusophoner Versammlungen gewinnen, aber ihre Bedeutungslosigkeit zeigt sich nicht zuletzt an der Schwierigkeit, an Informationen zu kommen. Im Großherzogtum Luxemburg sind Hinweise auf die Beratungen nur auf französisch erhältlich und das Königreich Belgien beschränkt sich auf einen deutschen Tweet. Der Bundespräsident hielt eine nichtssagende Tagesordnung bereit.

Es ist offensichtlich: Die meistgesprochene Muttersprache Europas ist auf jeder Ebene ungeliebt.

Chef des Hauses Hohenzollern kondoliert zum Tode von Königin Elizabeth II.

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In einem Kondolenzschreiben an den britischen König Charles III. hat der Chef des Hauses Hohenzollern, Prinz Georg Friedrich von Preußen, die tiefe Trauer seiner Familie über den Tod von Königin Elizabeth II. bekundet. Die Gedanken und Gebete der Mitglieder des Hauses Hohenzollern seien bei König Charles, Königin Camilla und der gesamten britischen Königsfamilie, so der Prinz.

Mit ihrer einzigartigen Persönlichkeit, ihrer Herzlichkeit und ihrem ausgeprägten Pflichtbewusstsein, das stets das Gemeinwohl über Einzelinteressen gestellt habe, sei Ihre Majestät für ihn persönlich ein Vorbild gewesen, so Prinz Georg Friedrich. Schon sein Großvater Prinz Louis Ferdinand (1907-1994) habe ihm von seinen Gesprächen mit Königin Elizabeth stets mit größter Hochachtung berichtet, die sich nach dem 2. Weltkrieg wie wenige andere für die britisch-deutsche Versöhnung eingesetzt habe. Auch er selbst sei zutiefst dankbar, daß er Ihrer Majestät persönlich habe begegnen dürfen, so der Chef des Hauses Hohenzollern weiter. Prinz Georg Friedrich und Prinzessin Sophie hatten Königin Elizabeth und Prinz Philip zuletzt im Rahmen ihres Staatsbesuchs in Deutschland im Juni 2015 getroffen.

Prinz Georg Friedrich im Gespräch mit Königin Elizabeth II. im Juni 2015 im Garten der britischen Botschaft

Als Zeichen des Respekts seiner Familie hat Prinz Georg Friedrich angeordnet, daß am Tag des Staatsbegräbnisses von Königin Elizabeth II. die britische Flagge auf dem Fahnenturm der Burg Hohenzollern, der Stammburg der Familie, auf Halbmast wehen wird. Es ist das erste Mal, daß die Familie auf diese Weise eines ausländischen Staatsoberhaupts gedenken wird.

Prinz Georg Friedrich von Preußen (*1976) ist ebenso wie Königin Elizabeth II. und ihr im vergangenen Jahr verstorbener Ehemann Prinz Philip (1921-2021) ein direkter Nachkomme der britischen Königin Victoria (1819-1901). Die deutsche Kaiserin Victoria (1840-1901), die Mutter Kaiser Wilhelms II. (1859-1941), war die älteste Tochter Königin Victorias.

Text und Photo von der Seite preussen.de

Vielgereiste Frau ohne Paß

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Die Königin ist tot! Es lebe der König!

Zwei Tage, bevor sie starb, hatte Königin Elizabeth II. ihren 14. Premierminister Boris Johnson verabschiedet und ihre 15. Premierministerin ernannt. An der danach eigentlich notwendigen Sitzung des Privy Council (Kronrat) nahm sie auch in elektronischer Zuschaltung auf ärztliches Anraten nicht teil. Im Lauf des 8. September deuteten die Meldungen aus Balmoral an, daß die Königin die Kräfte verließen.

Mehr als 70 Jahre saß „die Queen“ auf dem Thron und den meisten heute lebenden Menschen ist kein anderer britischer Monarch persönlich bekannt. Sie hat das Bild der Monarchie geprägt, auch das Monarchiebild, das sich viele machen. Eine schweigsame Monarchin, die ihre Meinung für sich behielt. Was für eine wohltuende Ausnahme heutzutage! Dennoch das meistphotographierte Gesicht der Welt und viele glauben, sie zu kennen. Sie besuchte mehr Länder der Erde, als alle anderen, vielleicht kam nur Papst Johannes Paul II. auf mehr Staatsbesuche, dennoch reiste sie ohne Paß. Logisch, denn in britischen Pässen bittet ihre britische Majestät darum, daß man ihre Untertanen reisen läßt. Sie konnte ja schlecht für sich selber bitten. Obwohl sie immer als britische Monarchin angesehen wurde, war sie auch australisches, kanadisches oder belizisches Staatsoberhaupt. Insgesamt 15 Realms, also Königreichen, diente sie mit ihrer Erfahrung und ihrem Einfluß. Wenn auch lokale Politiker versuchen, die monarchischen Wurzeln in ihren Staaten zu kappen, bei der Bevölkerung haben sie mit ihrer republikanischen Rhetorik nur mäßigen Erfolg, weshalb Möchte-gern-Präsidenten es tunlichst vermeiden, in einer Volksabstimmung die Monarchie zu beseitigen. Das ging oft schief und das Volk sagt in Referenden Ja zur Monarchie. Lieber fragen sie Ihresgleichen, sprich: Sie lassen im Parlament abstimmen. Das garantiert ihnen sichere Mehrheiten, weil in solchen Gremien viele sitzen, die sich für geeignet und berufen halten, an der Staatsspitze zu stehen. Vor Selbstüberschätzung waren Politiker noch nie gefeit.

Bei aller Präsenz ihrer Persönlichkeit lebte sie doch immer wieder vor, daß die Institution, die sie verkörperte, mehr war als ein technischer Apparat. Die Monarchie ist die älteste und die menschlichste Staatsform der Welt. Elizabeth zeigte die jahrhundertealten Sitten und Gebräuche einer gewachsenen Tradition, die zwar immer wieder in Frage gestellt werden, an denen sich aber die Mehrheit der Bevölkerung erfreut und mit denen sie sich identifiziert. Der Philosoph Sir Roger Scruton formulierte den Vorteil der monarchischen Staatsform so: „The constitutional monarchy is the light above politics, which shines down on the human bustle from a calmer and more exalted sphere.“

König Charles III. ist mit dem Ableben seiner Mutter neuer Herrscher.

Sie, liebe Leser, werden in den nächsten Tagen und Wochen zahlreiche Artikel, Berichte und Reportagen lesen und sehen, weshalb an dieser Stelle auf eine Lebensbeschreibung verzichtet wird. Das bedeutet nicht, dieses Leben geringzuschätzen. Im Gegenteil, in den 96 Jahren der Königin Elizabeth spiegelt sich das Schicksal des Kontinents und anderer Weltteile. Sie wird die Menschen noch lange beschäftigen und viele werden ihr nachtrauern.

Am 8. September 2022 begann die Herrschaft des neuen Monarchen. König Karl III., wie Charles zu anderen Zeiten in Deutschland genannt worden wäre, wird kaum die lange Regierungszeit seiner Mutter erreichen. Die Geschichte hält viele Beispiele parat – Papst Johannes XXIII. oder König Edward VII. – , daß auch kurze Herrschaftsperioden große Auswirkungen zeitigten. König Charles gebührt eine faire Chance, sich als neuer König und als neues Oberhaupt des Commonwealths zu bewähren. Wer ihn und seine Tätigkeiten unvoreingenommen in den letzten Jahren verfolgte, wird dem Monarchen einiges zutrauen. Einen Mann, wie ihn braucht die Zeit. Lang lebe der König!

Der Abgeordnete Tim Smith im Parlament von Victoria, Australien, hat wenige Stunden nach Eintreffen der Todesnachricht von Königin Elizabeth II. dem neuen König seine Loyalität versichert.

Preußische Reformen und kaiserliches Herz Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 275

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Was man von preußischen Reformen lernen kann

Für die, die glauben, daß Monarchien altbacken und konservativ sind, reicht ein Blick in die preußische Geschichte, um das Gegenteil zu beweisen. Seit der Ankunft der Hohenzollern in der Mark Brandenburg haben es diese mehrfach geschafft, ihren Staat völlig umzukrempeln. Als Bruchstellen können der Sieg über die Raubritter und die Befriedung des Landes im 15. Jahrhundert, der Wiederaufbau nach dem 30-jährigen Krieg durch den großen Kurfürsten, die Militär- und Verwaltungsreformen des Soldatenkönigs, die Reformen nach der Niederlage Preußens gegen Napoleon und schließlich die Reformen Bismarcks genannt werden, die zur Gründung des Kaiserreichs führten, welches an sich auch eine große Reform darstellte. Es fällt dabei auf, daß die Reformen besonders zu Zeiten des Königreichs Preußen (1701-1918) in besonders rascher Folge durchgeführt wurden.

Hans-Joachim Schoeps war zeitlebens Preuße und Monarchist. Der 1980 verstorbene Ordinarius für Religions- und Geistesgeschichte an der Universität Erlangen hat sich mit seinen Büchern nachdrücklich für eine gerechte historische Einordnung dieses Staats eingesetzt. „Preußen, Geschichte eines Staates” erschien erstmals 1967, erlebte zahlreiche Auflagen und ist weiterhin zu erwerben.
 

Schaut man auf die Bundesrepublik und Europa, ist das Bild dagegen eher finster. Natürlich: Wenn man über Preußen spricht, dann betrachtet man einen Zeitraum von mehreren hundert Jahren. So lange gibt es weder die Bundesrepublik noch die EU und ihre Vorgänger, und trotzdem hat es in der kurzen Zeit ihrer Existenz große und durchaus positive Umbrüche gegeben, wie zum Beispiel die deutsche Wiedervereinigung oder die Wirtschaftsunion. Diese Dinge liegen aber mittlerweile einige Jahrzehnte zurück und blickt man auf die heutige Zeit, dann hat sich in den letzten beiden Dekaden ein riesiger Berg an Problemen aufgetürmt: Eurokrise, Migrationskrise, Energiekrise, Ukrainekrieg, Inflation. Hinzu kommt noch eine durch Pandemie und Krieg verursachte Weltwirtschaftskrise und das sind nur die großen Fragen, aber man könnte noch weitere Themen hinzufügen: marode Infrastruktur, ein absteigendes Bildungssystem, ein überbordender und parteilicher öffentlich-rechtlicher Rundfunk, der demographische Wandel, keine diesen Namen verdienende Armee, etc. Das Schlimme an der heutigen Zeit ist aber, daß weder in Deutschland noch Europa irgendjemand in Sicht ist, dem man zutrauen würde, auch nur einen Teil dieser Probleme zu lösen. Die einen wollen lediglich mit dem einzigen Ziel verwalten, weiter an der Macht zu bleiben, wovon gerade Deutschland in den letzten 16 Jahren ein Lied singen konnte. Die anderen setzen auf normativ-ideologische Gedankengebäude, die den Wirklichkeitstest nicht bestehen, was sich im Traum von Umwelt- oder Sozialutopien äußert. Beide Gruppen werden dabei von Bürokraten und auch den Medien unterstützt, deren Eifer sich vor allem darin äußert, es den Eliten recht machen zu wollen. Die preußischen Reformen waren dagegen eher recht pragmatisch. So wurde von Friedrich Wilhelm I. der überbordende Hofstaat aufgelöst, Friedrich Wilhelm III. schaffte nach der Niederlage gegen Napoleon ein Heer, welches in seiner Führung nicht mehr ausschließlich auf den Adel setzte, und Wilhelm I. räumte zu Gunsten des Deutschen Reichs schließlich sogar Preußen selbst ab, wenn auch sehr widerwillig. Die preußischen Reformen bestanden aus einer reichlichen Prise Pragmatismus gepaart mit dem Mut, das zu tun, was das Gebot der Stunde erfordert. Beides würde auch heute dringend gebraucht werden. L.R.

Brasilien: Staatsbesuch eines kaiserlichen Herzens

Als Staatsgast kehrt das Herz des ersten Kaisers von Brasilien in sein Reich zurück.

Brasilien steuert auf einen nationalen Höhepunkt zu, denn am 7. September begeht das Land den 200. Jahrestag seiner Unabhängigkeitserklärung. An die Spitze der Los-von-Portugal-Bewegung hatte sich  Dom Pedro, der Sohn von König João VI. von Portugal gestellt, der ihn als Regenten in der Überseekolonie einsetzte, als die königliche Familie nach den napoleonischen Kriegen ins Heimatland zurückkehrte. Dom Pedro schätzte die Stimmung in Brasilien richtig ein und verhinderte durch die Proklamation der Unabhängigkeit und der Etablierung des Kaiserreichs Brasilien, daß eine weitere unsichere Republik in der neuen Welt gegründet wurde.

Kaiser Dom Pedro I. von Brasilien starb schon mit 35 Jahren an Tuberkulose, sein Herz wird in Formaldehyd in einer Kirche in der portugiesischen Hafenstadt Porto aufbewahrt, wohin es am 10. September auch zurückkehrt.

Die Brasilianer haben es ihm bis heute nicht vergessen und vor wenigen Tagen kehrte unter großem Pomp das Herz des ersten Kaisers von Brasilien zurück ins Land. Testamentarisch hatte er verfügt, daß es in der portugiesischen Hafenstadt Porto verwahrt werden solle. Nun wurde es in der Hauptstadt Brasilia wie ein Staatsgast empfangen. Die Urne passierte durch ein Spalier der Präsidentengarde (einst die Kaiserliche Garde) und Ehrengäste beim Empfang durch Präsident Bolsonaro waren das neue Oberhaupt des Kaiserhauses und Nachfolger Dom Pedros I., Dom Bertrand de Orléans e Bragança, und Stefan Scholz, der Botschafter Österreichs, denn die erste Kaiserin Brasiliens war Erzherzogin Leopoldine von Österreich.

Tausende defilierten an der Herzurne vorbei und erwiesen dem Kaiser die Ehre.         H.S.

Ein Nachfahre des Dom Pedros I. ist das Mitglied des brasilianischen Abgeordnetenhauses, Dom Luiz Filipe von Orléans und Bragança (*3. April 1969), der das  Herz des Kaisers, umgeben von königlichen und kaiserlichen Flaggen, hütet.

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Die vollständige 275. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Inhalt der 275. Ausgabe:

· Was man von preußischen Reformen lernen kann

· In Stuttgart geborener Monarchist leitet australische Anti-Republikkampagne

· Jordanischer Thronfolger hat sich verlobt

· Staatsbesuch eines kaiserlichen Herzens

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Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 274

Referendum über Monarchie in St. Vincent und den Grenadinen?

Beim letzten Besuch von St. Vincent und den Grenadinen im März 2019 versicherte Premierminister Ralph Gonsalves (li.) Prinz Charles, er werde der nächste König des Inselarchipels.

Nach der Abschaffung der Monarchie in Barbados möchte offenbar ein weiterer Karibikstaat diesen Schritt gehen. Anders als in Barbados, wo die Politikerkaste diesen Schritt selbst beschloß, soll hierzu jedoch die Bevölkerung befragt werden. Premierminister Gonsalves möchte, bevor er diesen Schritt geht, jedoch auch die Unterstützung der Opposition hinter sich wissen. Zu groß ist das Risiko, daß ein Referendum in einer Blamage endet, wie es bereits 2009 der Fall war. Damals entschieden sich 56 % der Inselbewohner für die Monarchie, was umso bedeutender war, als die Regierung des Landes in das Fahrwasser des venezolanischen Machthabers Hugo Chavez geraten war. Der Beibehalt Elisabeths II. als Staatsoberhaupt war 2009 die Möglichkeit für die Bevölkerung, gegen den Versuch der Einführung einer sozialistischen Diktatur zu protestieren. Wie Hugo Chavez vor seinem Tod hat Premierminister Gonsalves sich auch schon an der Macht verewigt und herrscht seit über 20 Jahren über St. Vincent und die Grenadinen. Nach einem Besuch von Prinz Charles 2019 verneinte er zunächst die Absicht, ein zweites Referendum durchzuführen. Die Aussicht, Präsident auf Lebenszeit zu werden und eine eigene Dynastie zu gründen, war aber wohl stärker. Der Sohn des Premierministers, Camillo, ist übrigens seit 2017 Finanzminister des Landes. Dennoch liegt der Fall anders als in Barbados, da die Monarchie die Gewaltenteilung sichert und die Macht eben jenes Premierministers beschneidet. Es bleibt daher zu hoffen, daß es nicht zur Republik kommt. L.R.

Der Premierminister von St. Vincent und den Grenadinen, Ralph Gonsalves (im Photo ganz rechts), besuchte Taiwan, nachdem die US-Politikerin Nancy Pelosi die Insel verlassen hatte. Von Peking wurde er mit Nichtbeachtung gestraft, aber auf der Insel war diese Geste hochwillkommen. Er beobachtete die Manöver um die Insel von der Hafenstadt Kaohsiung aus. Der Premierminister ist unter den sehr bunten Politikern der Karibik sicher einer der schillerndsten. Auf Twitter firmiert er als @ComradeRalph (Genosse Ralph) und noch im März 2019 versicherte er Prinz Charles, er werde der nächste König von St. Vincent und den Grenadinen.

 
Premierminister Gonsalves konnte auf Taiwan sogar Geburtstag feiern.

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Die vollständige 274. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Inhalt der 274. Ausgabe:

· Referendum über Monarchie in St. Vincent und den Grenadinen?

· Prinz Georg Friedrichs Vetter an britischer Militärakademie Sandhurst ausgezeichnet

· Ein Monarchist als italienischer Ministerpräsident?

· Erbe des Hauses Bayern hat sich verlobt

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Ein Hauch von Kaiserreich in Brasilien Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 273

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Brasilianischer Prätendent Dom Luiz verstorben

Am 15. Juli verstarb der brasilianische Thronprätendent Dom Luiz im Alter von 84 Jahren. Präsident Jair Bolsonaro verfügte eine eintägige Staatstrauer. 

Der Prinz lebte zuletzt recht zurückgezogen, da er gesundheitlich angeschlagen war – so saß er die letzten Jahre im Rollstuhl. Sein Nachfolger ist der 81jährige Dom Bertrand. Prinz Luiz war Oberhaupt der Vassouraslinie des Hauses Orléans-Bragança. Neben dieser gibt es noch die Petropolislinie, die auch Ansprüche auf den Thron des brasilianischen Kaiserreichs erhebt. Die Vassouraslinie gilt gleichzeitig als konservativer und in monarchistischen Kreisen engagierter. Wäre das Verfassungsreferendum 1993 zu Gunsten der Monarchie ausgegangen, wäre Luiz Kaiser geworden. Dies blieb ihm leider verwehrt. L.R.

Württembergs vielgeliebter Herr bleibt Namensgeber der Universität Tübingen

In Tübingen ist am 21. Juli der Versuch gescheitert, den Gründer der Universität aus ihrem Namen zu tilgen. Am Donnerstag votierten im Senat der Eberhard-Karls-Universität 16 Mitglieder gegen eine Namensänderung, 15 dafür und zwei enthielten sich der Stimme. Nötig für die Streichung der beiden Herrschernamen wäre eine Zweidrittelmehrheit gewesen.

Beantragt hatten die Namensänderung Studenten, da in ihren Augen der Universitätsgründer von 1477, Graf Eberhard V. im Bart (1445 – 1496, Württembergs erster Herzog), als Antisemit gilt und der zweite Namensgeber, Herzog Karl Eugen (1728 – 1793) ein „despotischer Herrscher“ gewesen sein soll. Seit 545 Jahren trägt die Universität am Neckar den Namen ihres Gründers. Graf Eberhard wurde der Ehrentitel „Württembergs vielgeliebter Herr“ von seiner dankbaren Bevölkerung verliehen. Im 19. Jahrhundert dichtete der Arzt und Poet Justinus Kerner das Gedicht „Der reichste Fürst“, das sich mit seiner ersten Zeile „Preisend mit viel schönen Reden“ zur Hymne Württembergs entwickelte. Das wurde zwar vom Königshaus gerne gesehen, aber es war nicht der Auftrag- oder Ideengeber. Noch heute ist Graf Eberhards Preislied bekannt und wird oft angestimmt. Vielleicht nicht in den Studentenkreisen, die für eine Namensänderung eintraten, das sei den Zugereisten unbenommen, aber selbst Tübingens grüner Oberbürgermeister Boris Palmer hatte sich im Vorfeld der Abstimmung positioniert und sich gegen eine Namensänderung ausgesprochen. „Meine Vorfahren waren über Jahrhunderte Württemberger Bauern im Remstal. Von dieser Herkunft her habe ich zunächst gefremdelt, als ich an der Universität S.K.H begegnet bin.“ Aber in seiner Amtszeit konnte er die Förderung, die die Universität durch Herzog Carl von Württemberg, dem Rechtsnachfolger Eberhards, erfuhr, aus nächster Nähe beobachten. Nach dem Votum bezeichnete er den Senatsbeschluß als „weise Entscheidung“. Die Forderung nach einer Umbenennung der Universität entspringe „erkennbar der woken Cancel Culture, also dem Bedürfnis, sich selbst über andere zu erheben“, schrieb Palmer auf Facebook. Dabei seien die Belege für Eberhards Judenfeindschaft „im Kontext der Zeit keineswegs drastisch“.

Graf Eberhard V./Herzog Eberhard I. von Württemberg (1445 – 1496)

Es ist wohlfeil, wenn heutige Wohlstandskinder sich über Menschen erheben, die vor 600 Jahren lebten. Natürlich wissen sie jetzt alles besser und würden nicht die Fehler begehen, die den damaligen Zeitgenossen noch heute angekreidet werden. Graf Eberhards Renommee war damals so groß, daß er eine Standeserhebung beim Kaiser durchsetzen konnte. Herzog Eberhard I. stand mit der Einbindung der Stände in die Gesetzgebung an der Wiege des württembergischen Staats. Sein Motto Attempto (Ich wage es) galt vielen in Württemberg als Ansporn. Bei Abwägung von pro und contra überwiegen die positiven Punkte für den durchlauchtigsten Herrn.  H.S.

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Die vollständige 273. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Inhalt der 273. Ausgabe:

· Ein Hauch von Kaiserreich in Brasilien

· Die Geisterfahrt der Kulturstaatsministerin

· Australien bereitet sich auf die Republikoffensive vor

· Württembergs vielgeliebter Herr bleibt Namensgeber der Universität Tübingen

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Ansprache Seiner Majestät des Königs der Belgier zum Nationalfeiertag

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20. Juli 2022

Meine Damen und Herren,

diesen Sommer erhalten wir endlich unsere Freiheit zurück, nach mehr als zwei Jahren Kampf gegen das Coronavirus. Auch wenn es uns leider weiterhin verfolgt.

Das Leben geht wieder seinen gewohnten Gang. Unsere Wirtschaft nimmt Fahrt auf. Dank wirksamer Maßnahmen zur Unterstützung, haben auch die Behörden einen großen Beitrag dazu geleistet.

Heute ist Wachstum allmählich wieder in Sicht. Obwohl es immer noch Ungleichgewichte auf dem Arbeitsmarkt gibt, nimmt die Beschäftigung weiter zu.

Aber einige unserer Mitbürger, besonders die Jugendlichen, gehen geschwächt aus der Pandemie hervor. Sie brauchen ein offenes Ohr, Verständnis dafür, wie sie Dinge erleben – und sie brauchen Ermutigung.

Ich bin stolz auf die Arbeit meiner Frau, Königin Mathilde, mit ihrer Unterstützung für die Sensibilisierung und Prävention im Bereich des mentalen Wohlbefindens.

Meine Damen und Herren,

durch Covid wurde unser ganzes Gesellschaftsmodell schwer auf die Probe gestellt. Aber vor allem dank diesem haben wir durchgehalten.

Der Kampf gegen die Pandemie hat bewiesen, dass wir auch in Krisenzeiten gesellschaftliche Kohäsion zeigen. Hierfür ist Zusammenarbeit nötig zwischen unseren Institutionen, zwischen allen beteiligten Akteuren, aber auch ein verbindender öffentlicher Diskurs.

Dass wir in der Lage waren, eine Krise wie die Pandemie innerhalb unseres demokratischen Systems zu bewältigen, ist vor allem unserem sozialen Zusammenhalt zu verdanken.

Ein Zusammenhalt, der sich auch zeigte in der Hilfe für die Opfer der Überschwemmungen in Wallonien. Bei unserem jüngsten Besuch in der Region konnten wir feststellen, dass echte Fortschritte erzielt wurden, auch wenn es immer noch Schwierigkeiten gibt. 

Meine Damen und Herren,

mit dem Krieg in der Ukraine hat ein neuer Abschnitt der Geschichte begonnen. In erster Linie für die Ukraine, aber auch für unser Land, für Europa und für die ganze Welt.

Leider ist der Krieg wieder allgegenwärtig, ganz in der Nähe, und er verursacht unerträgliches Leid.

Die Ukrainer kämpfen und sterben, um ihr Land zu retten, aber auch, um die Demokratie und die Werte zu bewahren, die wir mit ihnen teilen.

Wir werden uns nicht gegeneinander ausspielen lassen durch die Erpressung einer Atommacht, die so unsere Solidarität mit der Ukraine brechen will.

Wir werden weiterhin das ukrainische Volk unterstützen.

Weltweit leiden viele Länder unter diesem Konflikt, einige sehr stark. In unserem Land spüren wir bereits die direkten Auswirkungen der Inflation, die durch die internationalen Spannungen noch verschärft wurde.

Der starke Anstieg der Lebenshaltungskosten droht unsere Wirtschaft, aber auch unsere Gesellschaft zu schwächen. Die derzeitigen Preissteigerungen machen vielen unserer Mitbürgern das Leben schwer. Dies gilt besonders für Haushalte mit geringem Einkommen, Alleinerziehende und Menschen, die von einem Ersatzeinkommen leben.

Wir müssen unbedingt vermeiden, dass sich die Kluft zwischen den verschiedenen Bevölkerungsschichten vergrößert. Dass Armut sich verfestigt oder sogar ausbreitet. Unser Gesellschaftsmodell, das auf Integration und Solidarität beruht, kann diese neuen Schocks auffangen. Dies wird jedoch nicht von selbst geschehen. Die hohen Energiekosten machen schwierige Entscheidungen unumgänglich.

Meine Damen und Herren,

überall um uns herum hören wir eine immer aggressivere Sprache. Wir sehen auch ein Wiederaufleben autoritärer Regime und Reflexe, die nur ihre eigenen Interessen verfolgen, auf Kosten anderer. Lassen Sie uns auf diese Herausforderungen reagieren mit einem unerschütterlichen Vertrauen in die Demokratie. Indem wir Zusammenhalt und Inklusion fördern. Indem wir nicht schüren, was uns spalten könnte. Indem wir mehr Nuance und Wohlwollen wagen.

In dieser Krisensituation ist es gerade der Zusammenhalt der Europäischen Union, der es uns ermöglichte, gemeinsame Lösungen zu entwickeln in den Bereichen Gesundheit, Verteidigung, Energie, und Aufnahme von Flüchtlingen.

Dieser Zusammenhalt ist von entscheidender Bedeutung, um zu verhindern, dass die Ungleichheiten zwischen den Mitgliedsstaaten wachsen, zum Nachteil der Bevölkerung.

Schließlich sollten wir in diesen unruhigen Zeiten unser weltweites Ziel, die Bekämpfung der globalen Erwärmung, nicht aus den Augen verlieren. Hoffen wir in diesem Zusammenhang, dass der Preisanstieg fossiler Brennstoffe zur Beschleunigung der Energiewende beiträgt.

Damen und Herren,

bei unserem Besuch im Kongo konnten wir eine wichtige Seite in unserer gemeinsamen Geschichte mit der Demokratischen Republik Kongo umschlagen. Die Dinge wurden benannt, es erfolgten starke Taten.

Wenn wir unsere gemeinsame Vergangenheit mit Besonnenheit betrachten, können wir zusammen die Zukunft gestalten. Das kongolesische Volk hat große Erwartungen an unser Land. Lassen Sie uns zusammenarbeiten, um ihm zu helfen auf dem Weg zu mehr Sicherheit, Gerechtigkeit und Demokratie.

Mit unserer Entwicklungszusammenarbeit, unserer Diplomatie und unserer Armee, die alle eine hervorragende Arbeit leisten.

Lassen Sie uns, mit der internationalen Gemeinschaft, an einer Lösung des so tödlichen Konflikts im Ostkongo arbeiten.

Meine Damen und Herren,

wir stehen weiterhin vor vielen Herausforderungen.

Aber wenn wir auf Kurs bleiben, wenn wir unseren Zusammenhalt bewahren, können wir unsere Zukunft sichern.

Die Königin und ich wünschen Ihnen einen fröhlichen Nationalfeiertag und einen schönen Sommer. Es lebe Belgien!

Abschied von S.K.H. Herzog Carl von Württemberg

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Dem SWR gebührt Dank, daß er am 2. Juli in einer Direktübertragung aus Altshausen den Trauergottesdienst für S.K.H. Herzog Carl von Württemberg aus der Schloß- und Pfarrkirche St. Michael allen Menschen im Land die Möglichkeit gab, Abschied zu nehmen vom Oberhaupt des Hauses Württemberg. Auch wenn SWR-Adelsexpertin Anneliese Malun es immer wieder als „Herzogshaus Württemberg” bezeichnete, so ist es doch in Wirklichkeit seit 1806 das württembergische Königshaus.

Und noch ein weiterer offensichtlicher Fehler sei hier am Anfang korrigiert. Frau Malun und andere nannten den in der ersten Reihe gehenden, stehenden und sitzenden Herzog Wilhelm, den 27-jährigen Enkel Herzog Carls, das „künftige Oberhaupt des Hauses Württemberg“. Das wurde er aber automatisch mit dem Tod seines Großvaters. Es bedurfte dazu keiner Erklärung, keiner Abstimmung in der Familie oder öffentlichen Proklamation. Herzog Wilhelm von Württemberg firmierte in der Todesanzeige des Hauses an erster Stelle, wie es ihm als neuem Hauschef zusteht. Daß in der Hofkammer, dem Geschäftszentrum der Württemberger, sein Onkel Herzog Michael vorerst das Sagen hat, ist wichtig für den Übergang und ermöglicht es Herzog Wilhelm, seine Ausbildung in aller Ruhe fortzusetzen und zu einem geordneten Abschluß zu bringen.

Am Vortag der Beisetzung, am 1. Juli bewegte sich ein Trauerzug durch Altshausen, wie es der letzte Wunsch Herzog Carls gewesen war. Der Sarg des Verstorbenen war auf eine Lafette gebettet, die von vier Pferden des Gestüts Marbach, das 1491 Graf Eberhard im Bart gründete, durch das Altshauser Ried und die Gemeinde zum Marktplatz gezogen wurde. Verschiedene Musikkapellen und die Gelben Husaren, eine Bürgergarde aus Altshausen, begleiteten den Zug. Der Sarg war verhüllt mit der gelben Standarte des Hauses Württemberg. Die württembergischen Hirschstangen sind seit Jahrhunderten die heraldischen Erkennungszeichen Württembergs. Auf dem Marktplatz wurde des Verstorbenen in einer Schweigeminute gedacht, bevor der Sarg zur Aufbahrung in die Schloßkirche getragen wurde.

Mit einem Zug durch Altshausen nahm Herzog Carl Abschied von seinem Familiensitz.

Zur Trauerfeier am Samstag kamen zahlreiche Persönlichkeiten nach Altshausen. Der Pfarrer der Schloßkirche, Pfarrer Christof Mayer FamOT, wußte in seiner Begrüßung, wie die hohen Gäste in welcher Ordnung willkommen zu heißen sind. Er begann damit „Seine Königliche Hoheit Herzog Wilhelm von Württemberg, den Enkelsohn und Nachfolger Herzog Carls, Ihre Königliche Hoheit Herzogin Diane von Württemberg, Prinzessin von Frankreich” zu nennen.

Pfarrer Christof Mayer FamOT

Nach der Begrüßungen der regierenden Herrscher, Großherzog Henri von Luxemburg und Fürst Hans Adam von und zu Liechtenstein, kam die Reihe an den Ministerpräsidenten des Landes, Winfried Kretschmann (Grüne) und den stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl (CDU). Gleich danach hieß er S.K.H. Herzog Franz von Bayern, I.K.H. den Herzog und die Herzogin in Bayern, S.K.H. den Herzog von Bragança, S.K.H. den Grafen von Paris und dann I.K.H. Prinz Georg Friedrich und Prinzessin Sophie von Preußen willkommen, die unmittelbar hinter dem Ehepaar Kretschmann saßen. Unter den Politikern waren erstaunlich viele Grüne Abgeordnete zu sehen, zahlreiche CDU-Landes-, Bundes- und EU-Abgeordnete und Bürgermeister hatten den Weg nach Altshausen gefunden, darunter Stuttgarts OB Frank Nopper und das schwarze Schaf unter den Grünen, Tübingens OB Boris Palmer, Bauernverbandspräsident Joachim Ruckwied und Vertreter der Universitäten, die vom Haus Württemberg gegründet wurden.

Die Familienangehörigen saßen in den ersten Reihen links, Trauergäste rechts. Hinter Ministerpräsident Kretschmann ist links hinter ihm Prinz Georg Friedrich sichtbar.
Der Bischof der evangelischen Landeskirche Württembergs, Frank Otfried July

Der Bischof der evangelischen Landeskirche Württembergs, Frank Otfried July, und der Bischof der  Diözese Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, haben ein deckungsgleiches Territorium, was immer daran erinnert, daß beide im Königreich Württemberg gegründet wurden und sie hier ihre Wurzeln haben. Es war kein ökumenischer Gottesdienst, sondern ein tiefkatholisches Requiem. Dennoch fand auch Bischof July seine Rolle darin und er hatte die Lesung übernommen.

Der Bischof der Diözese Rottenburg Stuttgart, Dr. Gebhard Fürst

Bischof Gebhard Fürst würdigte die Lebensleistung des verstorbenen Chefs des Hauses Württemberg. Seine Grundhaltung sei es gewesen, Menschen zu helfen. „Furchtlos und treu steht im Wappen des Hauses Württemberg.“ Nicht zuletzt dieser Leitsatz, sagte Fürst, habe die Willenskraft des Herzogs geprägt. Mit großer Herzlichkeit, seinem Sinn für Kunst und Ästhetik sei er ein Mann gewesen, der allen Menschen geholfen habe, die Hilfe benötigt haben, „soweit es möglich war“. Der Herzog galt als volksnah und gesellschaftlich engagiert. Daß dies allgemein anerkannt wurde, bewiesen die zahlreichen Orden und Auszeichnungen, die vor dem Sarg aufgestellt waren.

Bischof Fürst wies auf die persönliche Tragik seines Lebens hin. Herzog Carl sei in seinen letzten Lebensjahren „fast gebrochen durch die Trauer für seinen Sohn Herzog Friedrich“ gewesen; er war im Jahr 2018 bei einem Verkehrsunfall im Alter von 57 Jahren ums Leben gekommen. Aber an seinen Enkeln und seit letztem Jahr auch an einer Urenkelin, hatte Herzog Carl seine Freude. Das kam auch darin zum Ausdruck, daß der Ehemann seiner Enkelin Sophie und Vater der Urenkelin Olympia, Maximilien d’Andigné, während des Gottesdiensts eine Fürbitte (auf französisch) sprach.

Der Abschied von Herzog Carl von Württemberg war ein öffentlicher Akt – die Familie konnte unbeobachtet ihren privaten Abschied nehmen.

Die Beisetzung in der Gruft war den öffentlichen Blicken entzogen und der Familie vorbehalten. Die Trauer um diesen großen Vertreter des Hauses Württemberg bleibt. Ganz persönlich werden die handschriftlichen Grüße fehlen, die er bis in den Januar 2022 hinein auf seine Dankschreiben setzte, die auf die Glückwünsche zu Weihnachten oder seinem Geburtstag kamen.

Königliche Hoheit werden unvergeßlich bleiben.

Der Sarg auf dem Weg zur Gruft.

In der ARD-Mediathek ist diese SWR-Sendung für ein Jahr zu sehen und herunterzuladen unter dem Titel Abschied von Carl Herzog von Württemberg.

Wittelsbacher und Württemberger trauern Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 272

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Benediktinerpater Florian, Prinz von Bayern stirbt in Kenia

Angehörige katholischer Herrscherhäuser traten und treten immer wieder Ordensgemeinschaften bei: Kronprinz Georg von Sachen wurde Jesuit, Herzog Carl Alexander von Württemberg wählte die Benediktinerabtei Beuron. Und auch die heutige Habsburgerfamilie hat mindestens zwei Patres in ihren Reihen. Der Wittelsbacherprinz Franz Josef, ein Urenkel König Ludwigs III., der am 21. September 1957 in  Leutstetten geboren wurde, trat 1982 als Novize in die Benediktinerabtei St. Ottilien ein und nahm den Ordensnamen Florian an. 1986 legte er die Ewigen Gelübde ab, erhielt die Diakonen– und Priesterweihe und kehrte nach Kenia zurück, wo er bereits in den Noviziatsjahren gearbeitet hatte.

Pater Florian OSB, Prinz von Bayern

Pater Florian widmete sich zunächst der Jugendseelsorge in den Slums von Kenias Hauptstadt Nairobi, bevor er im Jahr 2002 nach Illeret am Turkanasee, das im Norden an der Grenze zu Äthiopien liegt, ging. Dort gründete er eine Pfarrei, in der er sich mit zwei einheimischen Mitbrüdern um die Menschen kümmerte. Ein besonderes Anliegen war ihm, den Kindern der dort lebenden Nomaden Zugang zur Bildung zu ermöglichen. Dabei verstand er, daß die vorhandenen Schulen nicht zum Leben von Nomadenvölkern passen, sondern, daß der Unterricht zu den Kindern kommen muß. So entwickelte er das Modell von mobilen Schulen, in denen die Kinder der Daasanach unterrichtet wurden, und setzte sich für die Ausbildung von Lehrern ein. Diesem Herzensprojekt widmete er sich mit ganzer Kraft und Leidenschaft. Er gründete das Projekt INES (Illeret Nomadic Education System).

Von seinem Leben in Afrika berichtete P. Florian im Buch „Weil es et-was Größeres gibt“das ein beeindruckendes Zeugnis vom Mut zum Aufbruch und vom Weg zu sich selbst gibt. Sein Tod am 22. Juni nach langer Krankheit gab Anlaß zu zahlreichen Nachrufen, sogar in der Süddeutschen Zeitung und dem Bayerischen Rundfunk. H.S.

Die Instrumentalisierung Walther Rathenaus

Vor 100 Jahren wurde der deutsche Außenminister Walther Rathenau durch Angehörige der rechtsextremen Organisation Consul ermordet (24. Juni 1922). Das erste Mal wirklich von sich reden machte Rathenau, als er im 1. Weltkrieg 1914/15 die deutsche Kriegswirtschaft organisierte und so überhaupt erst ermöglichte, daß Deutschland nicht schon viel früher aus dem Krieg ausschied. Am Ende des 1. Weltkrieges plädierte er für eine Fortführung des Krieges, bis bessere Waffenstillstandsbedingungen vorlägen. Später verhandelte er trotz eigener Bedenken die Rapalloverträge mit der Sowjetunion, die letztlich eine geheime Aufrüstung der Weimarer Republik bedeuteten. Ein Linker war er also nicht gerade, warum ist er also ins Visier der Mörder geraten? Ein Grund ist der, daß Walther Rathenau Jude und die Organisation Consul streng antisemitisch ausgerichtet war. Mit dem Mord wollte die Organisation außerdem Chaos in der Regierung hervorrufen und so einen Aufstand der linken Kräfte in Deutschland erreichen, welcher dann vom Militär hätte niedergeschlagen werden können. All das sollte in der Errichtung einer Militärdiktatur enden.

Walther Rathenau * 29. September 1867 – † 24. Juni 1922

Es folgte jedoch nicht der Zusammenbruch der Regierung: Noch nicht einmal einen Monat nach dem Mord trat dann als Antwort der republikanischen Reichsregierung das sogenannte Republikschutzgesetz in Kraft. Dieses Gesetz verbot nicht nur Bestrebungen gegen die republikanische Ordnung, sondern sah auch vor, daß ehemals landesherrlichen Familien der Zutritt nach Deutschland verweigert werden kann. Man kann sagen, daß diese Bestimmung direkt gegen Wilhelm II. gerichtet war. Was aber hat Wilhelm II. mit einer Organisation zu tun, die die Republik nicht durch ihn, sondern durch eine Militärdiktatur ersetzen wollte? Nichts. Die Republik benutzte das politische Attentat, um die Möglichkeit einer Restauration der Monarchie zu verhindern, auch wenn diese rein gar nichts mit der Organisation Consul zu tun hatte. Dieses Gesetz stellte tatsächlich einen schweren Schlag für alle monarchistischen Bemühungen dar, auch wenn es nur fünf Jahre lang in Kraft war. Eine Verlängerung kam im Anschluß noch einmal für zwei Jahre zustande, dann jedoch war Schluß. Trotzdem hatte das Gesetz seine Schuldigkeit insofern getan, als daß es Monarchisten recht effizient daran hinderte, sich zu organisieren, während die tatsächlichen Extremisten von KPD und NSDAP frei agieren konnten – mit den bekannten Ergebnissen.

Heute wird an den Mord an Walther Rathenau mit der Mahnung erinnert, man müsse sich gegen „rechts“ engagieren. Aber auch in dieses „rechts“ wird so gut wie alles hineininterpretiert, was gerade opportun scheint. Ist es zum Beispiel rechts, sich für die Monarchie und damit für eine Staatsform einzusetzen, die in zahlreichen demokratischen europäischen Staaten hervorragend funktioniert? Natürlich nicht.

Walther Rathenau war ein außergewöhnlicher Politiker, von denen es heute kaum welche gibt. Er hat es nicht verdient, auf diese Weise instrumentalisiert zu werden.

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Die vollständige 272. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Inhalt der 272. Ausgabe:

· Die Instrumentalisierung Walter Rathenaus

· Benediktinerpater Florian, Prinz von Bayern stirbt in Kenia

· Libyscher Thronprätendent fordert Wiedereinführung der Monarchie

· Herzog Carl von Württemberg nach Trauerfeier beigesetzt

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Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.

Der SWR überträgt Trauergottesdienst für Herzog Carl von Württemberg

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Auch in Italien wurde um Herzog Carl von Württemberg getrauert.

Die Trauerfeier für das verstorbene Oberhaupt des Hauses Württemberg findet am Samstag, 2. Juli am Familiensitz in Altshausen statt. Der katholische Trauergottesdienst beginnt um 11 Uhr und wird vom Rottenburger Bischof Gebhard Fürst gehalten. Anschließend wird Herzog Carl von Württemberg im engsten Familienkreis in der Familiengruft in der Schloßkirche beigesetzt.

Mehr als 1.000 geladene Gäste werden zu den Trauerfeierlichkeiten am Samstag erwartet, darunter Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl (CDU) und der ehemalige Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU). Aus dem In- und Ausland werden Angehörige regierender und z. Z. nicht regierender Adelshäuser erwartet.

Auf eine Leinwand am Marktplatz, direkt vor dem Schloß, wird die Trauerfeier live übertragen. Dort können mehr als 500 Menschen die Veranstaltung verfolgen.

Außerdem zeigt der SWR die Trauerfeierlichkeiten am Samstag ab 10:30 Uhr live im SWR-Fernsehen und im Livestream auf swr.de/friedrichshafen.