Schlagwörter
Afghanistan, Österreich, Erzherzog Karl von Österreich, Habsburg, König Felipe VI., König Philippe I. der Belgier, König Simeon II. der Bulgaren, Königreich Belgien, Königreich Bulgarien, Kronprinz Ahmed Shah Khan von Afghanistan, Prinzregent Kiril von Bulgarien, Sachsen-Coburg und Gotha, Zar Boris III., Zar Ferdinand

Die sterbliche Hülle von Zar Ferdinand I. der Bulgaren feierlich überführt
Der 1861 in Wien geborene Ferdinand von Sachsen-Coburg und Gotha wurde 1887 von einem Regentschaftsrat zum Fürsten von Bulgarien bestimmt, welches damals noch formell dem Osmanischen Reich unterstand. Er war nicht die erste Wahl für diese Würde, aber alle anderen, denen sie angetragen wurde, lehnten ab, und immerhin bekam das junge Land auf diese Weise einen Herrscher aus einem der in Europa am besten vernetzten Häuser. Die ersten beiden Dekaden des anfangs skeptisch beäugten Monarchen waren sehr erfolgreich und durch liberale innenpolitische Reformen geprägt, während das letzte Jahrzehnt Ferdinands Herrschaft durch Kriege gezeichnet war: 1908 erklärte er die Unabhängigkeit von den Osmanen und 1912 siegte das Land im Ersten Balkankrieg gegen seinen ehemaligen Lehnsherrn und gewann von ihm große Gebiete, von denen es allerdings im Zweiten Balkankrieg, welches das Land allein gegen seine Nachbarn Rumänien, Serbien, Montenegro, das Osmanische Reich und Griechenland austrug, weitgehende Teile wieder abgeben mußte.

Um sich für diese Niederlage zu revanchieren, verbündete sich Ferdinand im Ersten Weltkrieg mit dem Deutschen Reich, bekanntlich wieder mit einem schlechten Ausgang, und mußte schließlich zu Gunsten seines Sohnes Boris III. abdanken und ins Exil nach Coburg gehen, wo er auch den 2. Weltkrieg erlebte.

Bulgarien war im 2. Weltkrieg eigentlich das formell der Achse angehörige Land, welches am wenigsten zur Kriegsanstrengung beitrug, und selbst dies nur widerwillig. Das Land erklärte formell den westlichen Alliierten den Krieg, der Sowjetunion aber nicht, stellte keine Truppen außer zur Sicherung des Ostbalkans und weigerte sich auch, Juden an Deutschland auszuliefern. Zar Boris III. starb jedoch unmittelbar nach einem Besuch in Deutschland 1943 unter mysteriösen Umständen, sein Bruder Prinz Kiril übernahm für den neuen, sechsjährigen König Simeon II. die Regentschaft bis zum Einmarsch der Roten Armee etwa ein Jahr später. Trotzdem, oder vielleicht gerade wegen der eher zögerlichen Haltung der bulgarischen Regierung, welche Land und Gesellschaft weitgehend intakt beließ, führten die Kommunisten nach ihrer Machtübernahme eine selbst für sie extrem brutale Säuberungswelle durch und fast alle, die unter dem Ancien Régime eine mehr oder weniger prominente Rolle ausgefüllt hatten, wozu auch demokratische und liberale Politiker gehörten, sahen sich bald einem Erschießungskommando gegenüber. Prinz Kiril wurde nach einem Schauprozeß vor einem „Volksgerichtshof“ am 1. Februar 1945 erschossen.
Ferdinand I. hat dieses Versinken seines Landes in kommunistischem Terror aus der Ferne noch mitbekommen, denn er verstarb erst 1948 und ist so sicher ähnlich wie Wilhelm II., der anfangs auch äußerst erfolgreich regierte, als tragische Figur zu betrachten. Beerdigt wurde er in Coburg.
Nach dem Fall des Kommunismus rang Bulgarien weiter mit dem ihm aufgezwungenen kommunistischen Erbe und ist heute eines der ärmsten europäischen Länder, auch wenn unter der Regierung von Simeon II. Anfang der 2000er Jahre, die heute weitgehend positiv beurteilt wird, wichtige liberale Reformen eingeleitet wurden. Simeon II. war es nun auch, der die Rückführung der sterblichen Überreste von Zar Ferdinand I. anführte und ihm im königlichen Palast von Wrana bei Sofia die letzte Ehre erwies, bevor er in der dortigen Krypta beigesetzt wurde. Zwar paradierte auch die bulgarische Nationalgarde für den Zaren und es waren zahlreiche Politiker und andere Würdenträger anwesend, der konservative Ministerpräsident Glawtschew blieb der Zeremonie allerdings fern. L. R.
Inhalt der 306. Ausgabe:
- Überreste von Zar Ferdinand I. der Bulgaren feierlich überführt
- Afghanischer Kronprinz verstorben
- Belgien hat gewählt
- Ein Grund zum Feiern: 750 Jahre Habsburg-Herrschaft
Die vollständige 306. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:
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