„Tradition und Leben e.V.“ aufgelöst Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 279

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Berliner Kinder konnten dank der Prinzessin-Kira-von-Preußen-Stiftung einen Ferienaufenthalt auf der Burg Hohenzollern verbringen. Heute kommen Kinder und Jugendliche aus der Ukraine, aus Israel und Palästina oder aus Dresden nach Süddeutschland.

Der älteste monarchistische Verein Deutschlands hat auf seiner Mitgliederversammlung am 5. November seine Auflösung beschlossen. Zuletzt zählte er auf dem Papier noch etwa 120 Mitglieder, von denen aber nur ein Zehntel aktiv waren. Von Gesprächskreisen in einzelnen Städten, wie es sie früher gegeben hat, war man schon sehr lange weit entfernt.

Wie die Corona bereits berichtete, soll das Vereinsvermögen nun an einen anderen Verein namens Preußeninstitut und nicht, wie eigentlich in der Satzung vorgesehen, an die Prinzessin-Kira-von-Preußen-Stiftung gehen. Dies wurde so auf der letzten Mitgliederversammlung vor der Auflösung beschlossen. Es handelt sich hier wohl um eine kleine fünfstellige Summe. Damit schaffen die Verantwortlichen in einem Verein, der sich selbst monarchistisch nennt, zum Ende seines Bestehens noch etwas ganz Bemerkenswertes, denn die Stiftung wird von niemand anderem als von Prinzessin Sophie von Preußen als Vorstandsvorsitzende geleitet. Weitere Vorsitzende sind unter anderem auch ihr Mann sowie Fürst Karl Friedrich von Hohenzollern und Sandra Gräfin Bernadotte. Für die Monarchie eintreten, aber gleichzeitig verhindern, daß eine von den Erben des deutschen Kaiserhauses geleitete Stiftung Geld bekommt, ist ziemlich einmalig. Ein G‘schmäckle hat das Ganze auch deswegen, weil der langjährige stellvertretende Vorsitzende des Vereins zugleich Schatzmeister im Preußeninstitut ist und dort mutmaßlich eine Aufwandsentschädigung bekommt.

60 Jahre war die Arbeitsgemeinschaft „Tradition und Leben e.V.“ der Prinzessin-Kira-von-Preußen-Stiftung verbunden – in den letzten 60 Tagen ihrer Existenz 2022 hat sie diese Verbundenheit gekappt. Obige Anzeige steht in der Zeitschrift „Tradition und Leben“, Ausgabe 163, November 1962.
 

Um Tradition und Leben, wie es von seinen Gründern erdacht und bis in die achtziger und frühen neunziger Jahre geführt worden ist, ist es also schade. Um das, was aus dem Verein in der Folge ab den 90er Jahren geworden ist, nicht. Wir wünschen jedenfalls dem Preußeninstitut und seinem Schatzmeister viel Glück. Wenn das Institut auf das Geld des Vereins mehr angewiesen ist, als die Kinder, denen die Prinzessin-Kira-von-Preußen-Stiftung im Rahmen ihrer Tätigkeit Ferien ermöglicht hätte, werden sie es sicher dringend brauchen. L.R.

Ein bißchen kaiserlicher Glanz erstrahlt für kurze Zeit in Äthiopien

Äthiopien hat kaiserlichen Besuch empfangen. Prinz Ermias Sahle Selassie, ein Urenkel Kaiser Haile Selassies, besuchte Addis Abeba. In der koptischen Kathedrale wohnte er der heiligen Messe bei. Nach einem neuen Friedensschluß mit der abtrünnigen Provinz Tigray hat der Prinz, der Vorsitzender des äthiopischen Kronrats ist, mit Vertretern Tigrays Gespräche geführt. Zu den Bewohnern Addis Abebas, die sich über den Besuch freuten, gehörte Lij Daniel Jote Mesfin, Leiter einer Vereinigung von Nachkommen kaiserlicher Beamter und Opfern des Derg, der kommunistischen Militärmachthaber, die 1974 nach ihrem Putsch ein Blutbad anrichteten, dem auch Kaiser Haile Selassie letztlich zum Opfer fiel.      H.S.

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Die vollständige 279. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Inhalt der 279. Ausgabe:

· Verein „Tradition und Leben e.V.“ wird aufgelöst

· Claudia Roth erkennt nur Repression im Kaiserreich

· Hohenzollern reichen Klage ein

· Royalisten bei Parlamentswahlen in Nepal erfolgreich

· Kaiserlicher Glanz für Äthiopien

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Angriff auf iranische Monarchisten in Berlin

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Vor der iranischen Botschaft in Berlin wird seit Tagen gegen die Regierung in Teheran demonstriert. Die iranischstämmigen Demonstranten haben dafür, ähnlich wie vor der weißrussischen Botschaft nahe des Treptower Parks, einen Wohnwagen aufgestellt, an dem sich Protestbotschaften sowie die iranische Fahne befinden. Nun wurden mehrere dieser Protestler von offenbar iranischen Regierungsanhängern angegriffen. Die etablierten Medien prangern diese Attacke völlig zu Recht an, blenden aber einige Dinge offenkundig aus. Zum einen, daß hier wieder einmal die BRD-Migrationspolitik versagt hat. Es ist an sich ja nicht verkehrt, integrationswillige Leute aufzunehmen, die aus politischen oder religiösen Motiven heraus verfolgt werden. Falsch und obendrein dumm ist es jedoch, deren Verfolger ebenfalls ins Land zu lassen. Wenn den iranischen Tätern die Regierung in Teheran so gut gefällt, sollte es kein Problem sein sie dorthin abzuschieben.

Zum anderen verschweigen viele Medien, wer genau eigentlich angegriffen wurde. Der Spiegel zeigt immerhin ein sehr gutes Bild vom Wohnwagen. Und das Blatt gibt sich sehr viel Mühe bei der Beschreibung der Attacken. Demnach wurden drei Männer verletzt. „Ein 37-jähriger soll mit einem Holzstab am Rücken getroffen worden sein, zudem soll er getreten worden sein. Ein 63-jähriger sei offenbar mit einem spitzen Gegenstand – vermutlich ein Messer – am Zeh verletzt worden. Die beiden seien im Krankenhaus behandelt worden, sagte der Polizeisprecher. Ein 55-jähriger habe sich eine Schürfwunde zugezogen“, heißt es in dem Artikel.

Daß die Täter den Angegriffenen zufolge Persisch gesprochen haben, stand jedoch nicht in dem Artikel. Soll hier wieder einmal das Problem importierter Kriminalität totgeschwiegen werden? Möglich, aber wo der Spiegel ebenfalls nicht nachfragt, ist bei der auf dem Artikelfoto abgebildeten Flagge. Diese ist nämlich eine andere als die derzeitige des Iran. Es ist eine grün-weiß-rote Fahne mit einem goldenen Löwen, der ein Schwert in der Pfote trägt. Im Hintergrund ein goldener Sonnenaufgang. Es handelt sich um die Flagge aus der guten alten Zeit, als der Iran noch eine Monarchie war. Mit der islamischen Revolution 1979 wurden Löwe, Schwert und Sonne durch das jetzige Emblem ersetzt. Es zeigt in stilisierter persisch-arabischer Schrift das Wort Allah.

Bezüglich der Flagge, die sich ja eindeutig von der heutigen des Iran unterscheidet, stellte der Spiegel jedoch keine Fragen. Die Fahne deutet allerdings klar und deutlich auf eine auch in Deutschland bei den Deutschen berechtigte Sehnsucht nach einer Rückkehr zur Monarchie hin. Das findet jedoch nur heraus, wer nach dem Betreiber der Wohnwagenprotesteinrichtung sucht. Hierbei handelt es sich um Nik Jafarzadeh. Er ist seit 1995 Chef der „Organisation iranische parlamentarische Monarchie“. Davon erfährt man in den Medien bei uns jedoch viel zu wenig. Immerhin die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) tut ihre journalistische Pflicht und schreibt darüber. Dort heißt es: „’Das war kein Vorfall, sondern ein terroristischer Akt‘, empört er sich“ über den Angriff auf den Wohnwagen und die Mitglieder seiner ehrenwerten Organisation. „’Und natürlich wurde das von da drinnen aus gesteuert‘, ist er sich“ der NZZ zufolge „sicher und zeigt in Richtung der Botschaft. Der 55-Jährige leitet die Organisation ‚Iranische Parlamentarische Monarchie‘. Sie will das Mullah-Regime durch den Sohn des letzten Schahs ersetzen, dessen Bild im Wohnwagen hängt. ‚Natürlich demokratisch. So wie in Holland‘, sagt er. Jafarzadeh kämpft seit Jahren gegen die Islamische Republik. Er war es auch, der die Mahnwache angemeldet hat. Er war während der Tat nicht dabei, traf aber kurz darauf ein. Ihn empört, wie die Polizei mit dem Vorfall umgegangen ist.“

Besonders sauer ist er wegen dem Verhalten der Polizeibeamten vor Ort, welche „die iranische Botschaft bei Tag und Nacht bewachen. ‚Eine Viertelstunde lang ist nichts passiert‘, rechnet er“ laut der NZZ vor. „Dabei hätten seine Freunde in ihrer Bedrängnis laut um Hilfe gerufen. Die drei Wachleute seien aber teilnahmslos auf der anderen Straßenseite gestanden und hätten die für das Gebiet zuständige Polizei erst so spät verständigt, dass die Täter bei deren Eintreffen längst über alle Berge waren.“

Die Berliner Polizei dementiert das und meint, daß bereits vier Minuten nach der Meldung des Angriffs Kollegen am Tatort ankamen. Auf alle Fälle zeigt dieser Angriff, daß  monarchistisch gesinnte Iraner (die der Regierung in Teheran ein Dorn im Auge sind) auch in Berlin wachsam sein müssen; ebenso wie monarchistisch gesinnte Deutsche (die der Regierung in Berlin ein Dorn im Auge sind) achtsam sein müssen. Nicht ohne Grund sind die meisten Länder, in denen der höchste Grad an Meinungs- und Pressefreiheit herrscht, parlamentarische Monarchien, während Länder die sich selbst „demokratisch“ nennen dazu neigen in den Totalitarismus abzugleiten. Besonders wenn Leute kommen und kritische Fragen stellen, wie es derzeit viele Iraner auch im Hinblick auf die Staatsform tun. Christian Schwochert

Überblendung am Berliner Stadtschloß Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 278

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Reza Schah ruft Militär zum Schutz der Bevölkerung auf

Die Haltung des Militärs kann bei Unruhen, die den Sturz eines Regimes zum Ziel haben, entscheidend sein. Hierfür bietet sich ein Blick in das sozialistische Karibikparadies Venezuela an, wo sich Diktator Nicolás Maduro trotz aller Sanktionen, der diplomatischen Anerkennung seines Gegners durch die internationale Gemeinschaft nach den letzten gefälschten Wahlen und des vollständigen Verlustes der Unterstützung der Bevölkerung, von der mindestens 10 % ins Exil geflohen ist, weiter halten kann. Dies tut er mit Hilfe seiner 1500 Generäle (zum Vergleich: die Bundeswehr zählt etwa 220), denen er ein Leben voller Privilegien und Reichtümer sichert. Im Gegenzug halten sie ihn an der Macht, wie schlecht es dem Rest der Bevölkerung auch immer gehen mag.

Reza Schah als Kronprinz des Iran im Kreis von Matrosen und Offizieren der kaiserlich iranischen Marine.

Wie wichtig die Haltung des Militärs ist, hat auch der iranische Thronprätendent Reza Pahlavi erkannt. Er rief jetzt die iranischen Streitkräfte auf, sich vor die Bevölkerung zu stellen. Mit „iranischen Streitkräften“ ist dabei jedoch nur ein Teil des Sicherheitsapparates gemeint, nämlich die vernachlässigte ursprüngliche Armee. Neben ihr gibt es noch die gefürchteten Revolutionsgarden, den Geheimdienst und verschiedene andere Sicherheitskräfte. Die Mullahs wissen wohl, daß die Armee ihnen gefährlich werden kann und waren stets bestrebt, sie zu schwächen, indem sie zahlreiche weitere Sicherheitsorgane aufgestellt haben. Dies ging jedoch nur bis zu einem gewissen Maß, denn gleichzeitig brauchen sie sie, um ihre Ambitionen als Regionalmacht umzusetzen. Pahlavi versucht nun, einen Keil in den iranischen Sicherheitsapparat zu treiben. Ob sich die Soldaten aber daran erinnern werden, daß sie gleichzeitig auch Väter und Ehemänner derer sind, die heute gegen das Regime auf die Straße gehen, bleibt abzuwarten.

Die gute Nachricht ist schon einmal, daß durch die Proteste die Zeichen weiter auf Regime Change stehen. Das vor allem von Israel verurteilte, aber von der Bundesregierung gewollte und vom damaligen US-Präsidenten Trump gekündigte Atomabkommen mit dem Iran ist erst einmal vom Tisch. Derweil liefert das isolierte iranische Regime – wohl aus Verzweiflung – Waffen an einen seiner letzten Verbündeten, Wladimir Putin. Dieser dürfte aber durch seinen Krieg in der Ukraine keine Ressourcen haben, um im Gegenzug sein Engagement im Nahen und Mittleren Osten aufrechtzuerhalten. Der Moment könnte also durchaus günstig sein, die jahrtausendealte persische Kultur von ihrer mittelalterlichen Diktatur zu befreien. In diesem Zusammenhang forderte der Thronprätendent, daß sich die Opposition auf einen Vertreter einigt, damit sie auch gegenüber der internationalen Gemeinschaft mit einer Stimme spricht. Ob er dabei an jemand bestimmten gedacht hat?  L.R.

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Die vollständige 278. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Inhalt der 278. Ausgabe:

· Reza Schah ruft Militär zum Schutz der Bevölkerung auf

· Regierung abwesend bei Steinmeiers Rede zum Zusammenhalt

· Nachwuchs im Hause Romanow

· Überblenden und Ausblenden der deutschen Geschichte

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König Felipe VI. als Bindeglied Spaniens Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 277

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Fünf Jahre Staatsstreich in Katalonien

Fünf Jahre ist es her, daß die separatistische Regionalregierung in Katalonien einen Staatsstreich per verfassungswidrigem Unabhängigkeitsreferendum durchführte. Daß Katalonien heute weiter Teil Spaniens ist, ist auch der Rede König Felipe VI. geschuldet. Es hätte im Rückblick aufgrund der zögerlichen Haltung der Zentralregierung auch anders ausgehen können.

Mit einer Fernsehansprache am 3. Oktober 2017 bewahrte König Felipe die Einheit Spaniens.

Zur Erinnerung: Am 1. Oktober 2017 wollte die katalanische Regionalregierung über die Loslösung Kataloniens von Spanien abstimmen lassen. Die spanische Verfassung, die Parteien anders als in Deutschland zwar erlaubt, sich im Parlament gegen eben diese Verfassung einzusetzen, was republikanische und separatistische Tendenzen zuläßt, kennt jedoch nur Referenden auf nationaler Ebene. Die Durchführung einer entsprechenden Abstimmung wurde daher von der Zentralregierung unter dem damaligen Regierungschef Mariano Rajoy untersagt. Da es schon vorher ähnliche, eher lächerliche Abstimmungsversuche gegeben hatte, ging man aber nicht wirklich davon aus, daß es diesmal anders werden würde. Der mit der Überwachung der Situation betraute Oberst der Nationalpolizei bekam daher die Anweisung, ein Referendum zu verhindern, jedoch den Tagesablauf der Katalanen „nach Möglichkeit“ nicht zu stören. Eine kontinuierliche Kommunikation mit dem Innenministerium oder einen dort angesiedelten Krisenstab gab es nicht. Die Kalkulation der Separatisten, die um die passive Haltung der katalanischen Regionalpolizei wußten, war daher, daß die Nationalpolizei entweder auch nicht eingreifen würde, oder so häßliche Bilder produziert werden, daß das Ausland sich auf ihre Seite stellen würde. Für letztere Variante hatte man für die sozialen Medien auch schon Bilder von gewalttätigen Polizeieinsätzen parat, die allerdings zu anderen Gelegenheiten aufgenommen wurden. In der Realität kam es dann tatsächlich vereinzelt zu Szenen, in denen die spanische Polizei hart eingriff, denn der weitgehend alleingelassene spanische Oberst entschied sich, seine Befehle weit auszulegen, was im Rückblick sicher nicht verkehrt war. In der Folge des 1. Oktober entstand ein Machtvakuum. Die spanische Zentralregierung zögerte, etwas zu tun, und der von den Separatisten gestellte Regionalregierungschef, Puigdemont, hielt im Regionalfernsehen Reden, als sei er Staatschef eines unabhängigen Landes. Gleichzeitig gingen hunderttausende Spanier auf die Straße, um für die Einheit des Landes zu demonstrieren.

Vor diesem Hintergrund sprach König Felipe VI. am 3. Oktober im Staatsfernsehen: Die Haltung der Regionalregierung ist inakzeptabel. Sie hat die katalanische Gesellschaft gespalten und Verfassung, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie außer Kraft und so die soziale und wirtschaftliche Zukunft Kataloniens aufs Spiel gesetzt. Felipe VI. versicherte allen Spaniern, auch denen in Katalonien, daß sie nicht alleine gelassen und daß die Verfassung und die Rechtsstaatlichkeit respektiert und durchgesetzt werden. Die Krone garantiere sowohl für die Demokratie als auch für die Einheit Spaniens.

Die Rede, die damals von den republikanischen und separatistischen Parteien kritisiert wurde, weil sie ohnehin alles kritisieren, was der König tut, gilt heute als Wendepunkt. Wie schon sein Vater Juan Carlos I. während seiner Rede anläßlich des Militärputschs 1981 es mit ihm gehandhabt hatte, bestand auch Felipe VI. auf die Anwesenheit der Thronfolgerin, Kronprinzessin Leonor. Der zögerliche Regierungschef Mariano Rajoy rang sich in der Folge mit Unterstützung der Opposition schließlich dazu durch, einen Verfassungsartikel anzuwenden, der mit der deutschen Bundesexekution vergleichbar ist, und die Regionalregierung wurde abgesetzt und ihre Mitglieder, sofern sie nicht flüchteten, verhaftet. Heute ist eine Abspaltung Kataloniens keine realistische Möglichkeit mehr in der spanischen Politik, was auch den Regionalparteien bewußt ist, aber dies ist nicht der damaligen Regierung, sondern vor allem der Monarchie, der Justiz und auch der Nationalpolizei zu verdanken. Die Monarchen Europas haben außer in Extremsituationen heute fast nur noch zeremonielle Aufgaben. Dies jedoch war eine solche Extremsituation und Felipe VI. hat sie gelöst. L.R.

Vor dem Verschwinden

Im schleichenden Niedergang der „Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des monarchischen Gedankens Tradition und Leben e.V.“ scheint das Schlußkapitel eingeläutet zu werden. Für den 5. November hat der Vorstand zu einer Mitgliederversammlung nach Lüneburg eingeladen, auf der die Auflösung der seit 1958 bestehenden einzigen bundesweiten monarchistischen Vereinigung beschlossen werden soll.

So weit, so traurig. Aber zum Abschluß plant der Vorstand noch einen zweifelhaften Coup.

Mit der Einladung wurden zwei Anträge versandt, denen die Mitglieder zum Abschied zustimmen sollen. Im ersten Antrag wird eine Satzungsänderung vorgeschlagen. In der gültigen Satzung heißt es in §8b: „Bei Auflösung der Arbeitsgemeinschaft ist das nach Abdeckung sämtlicher Verbindlichkeiten übrigbleibende Vereinsvermögen der Prinzessin-Kira-von-Preußen-Stiftung zuzuführen.“ Diese eindeutige Aufforderung soll gestrichen werden, damit das „Restvermögen“ einem anderen, im Antrag namentlich genannten „gemeinnützigen Verein zur Verfügung“ gestellt werden kann. Im zweiten Antrag wird dann die Auflösung des Vereins beantragt.

Die Einladenden scheinen das deutsche Vereinsrecht nicht zu kennen. Oder sie ignorieren es bewußt.

Die Arbeitsgemeinschaft Tradition und Leben e. V. wurde am 5. Januar 1959 unter der Geschäftsnummer 24 VR 4209 beim Vereinsregister des Amtsgerichts Köln eingetragen. Dort sind alle bisherigen Vorstandsmitglieder namentlich genannt, aber es ist dort auch die Satzung hinterlegt und – was in diesem Zusammenhang wichtig ist – alle Satzungsänderungen und Protokolle der Mitgliederversammlungen. In jedem Rechtsratgeber zum Vereinsrecht findet sich dieser Hinweis: „Sollte der Verein später Änderungen der Satzung und Änderungen der Vertretungsbefugnis des Vorstands vornehmen, die Zusammensetzung des Vorstands ändern oder sich auflösen, muss das Vereinsregister entsprechend geändert werden. Die Änderungen sind daher anzumelden, ebenfalls in notariell beglaubigter Form. Satzungsänderungen werden ohnehin erst dann wirksam, wenn sie entsprechend im Vereinsregister angemeldet wurden.”

Sollte die TuL-Mitgliederversammlung am 5. November die Änderung des Satzungsparagraphen 8b in der vorgeschlagenen Weise billigen, wird sie erst wirksam, wenn sie beim Amtsgericht Köln eingetragen ist. Bei einer wenige Minuten später beschlossenen Auflösung des Vereins gilt also weiterhin §8b in seiner ursprünglichen Form. Wenn die Verantwortlichen das Vereinsvermögen einem anderen Begünstigten überweisen, könnte der Verdacht einer illegalen Handlung aufkommen.

Es ist an den Mitgliedern, diese vielleicht aus Unachtsamkeit oder Unkenntnisnis vorgeschlagene Satzungsänderung zu verhindern.

Noch besser wäre es freilich, wenn die einzige bundesweite monarchistische Vereinigung weiterleben könnte. Deutschland hat Monarchisten bitter nötig. Und Monarchisten brauchen dazu eine rechtskonforme Vereinigung. H.S.

Vom einzigen jemals von und für „Tradition und Leben e.V.“ gedruckten Plakat „Die Krone – Symbol des Staates in Einheit und Freiheit“ gibt es nur einen schwachen Beleg und er verschwindet nun wie die Arbeitsgemeinschaft ins Nirgendwo.

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Die vollständige 277. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Inhalt der 277. Ausgabe:

· Fünf Jahre Staatsstreich in Katalonien

· Krönung von König Karl III. am 6. Mai 2023

· Arbeitsgemeinschaft „Tradition und Leben e.V.“ soll abtreten

· Niederländische Kronprinzessin Amalia im Visier der Drogenmafia

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Monarchie nach dem Begräbnis der Königin Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 276

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Die Post der französischen Republik zeigte Stil und verabschiedete sich von der britischen Königin mit vier Sonderbriefmarken. 

Hochmut kommt vor dem Fall

Schon ein paar Tage nach dem Tod Königin Elisabeths II. und der Thronbesteigung von König Karl III. wird erwartungsgemäß vor allem in deutschsprachigen Medien bereits allenthalben das Ende der Monarchie, des Commonwealth, des Vereinigten Königreichs an sich, usw. prophezeit. Dabei kommt immer wieder vor allem die völlig unbedeutende Minderheit britischer Republikaner zu Wort (Monarchie-Kritiker: Nicht alle trauern um die Queen – ZDFheute). In belehrendem Ton stellt man sich über ein Volk, welches ein seit Jahrhunderten funktionierendes Staatssystem hat, während es den gegenwärtigen deutschen Staat erst seit 1949 gibt, und dies auch nur auf einem Teil seines Gebiets (Pomp, Prunk und Salbung: Die Monarchie ist nur eine Lüge – n-tv.de). Trotzdem weiß man es besser. Wenn britische es den deutschsprachigen Medien einmal gleichtun wollten, müßten in jedem zweiten Beitrag zur deutschen Politik Republikgegner zu Wort kommen und man könnte dort dann erfahren, was die deutsche Politik unbedingt zu tun habe.

Der Tod Königin Elisabeths II. zeigt dabei auch die mangelnde Aufarbeitung des Brexit und der deutschen Verantwortung hierfür. Der damalige Premierminister David Cameron hatte Angela Merkel förmlich angefleht, den Briten ein paar Sonderrechte zuzugestehen, die er seinen Wählern als Sieg hätte verkaufen und damit den Ausschlag zu Gunsten des Pro-EU-Lagers hätte geben können. Stattdessen taten die Bilder der offenen deutschen Grenzen 2015 im Gegenteil ein übriges, den Ausschlag für eben jene kritische paar Prozent der Wähler zu geben, um sich für einen Austritt aus der EU zu entscheiden. Bis heute ist dies von deutscher Seite nicht reflektiert worden. Man mokiert sich lieber über die dummen Briten, die einfach nicht so entscheiden wollten, wie die deutsche Regierung dies für richtig hielt, und zu allem Überfluß wurde die Abstimmung von der Regierung Ihrer Majestät auch noch anerkannt und nicht rückgängig gemacht. So blöd wäre man hierzulande sicher nicht. Eine aus Fehlern lernende deutsche Elite hätte vielleicht reflektiert, daß die Briten in der Geschichte selten falsch lagen: Sie haben die Spanier und Holländer ebenso zu Fall gebracht, wie auch mit Hilfe Preußens die Franzosen im Siebenjährigen Krieg und unter Napoleon und nicht zuletzt zwei Mal die Deutschen. In allen Fällen hätten sie es wohl wesentlich bequemer haben können, wenn sie mit dem Strom geschwommen wären. Wenn sie also ausscheren, sollte das eher sehr nachdenklich als überheblich stimmen.

Was die verstorbene Königin vom Austritt ihres Landes aus der EU gehalten hat, ist nicht bekannt. Es ist zu vermuten, daß sie, die nach dem Krieg anders als ihre Mutter den Ausgleich auch mit den Verlierern gesucht hat, damit nicht unbedingt einverstanden war. Sie behielt es jedoch für sich, was eine sicher sehr wünschenswerte Tugend für all die Kommentatoren wäre, die das Ende der Monarchie herbeireden wollen. Lord Boyd-Orr orakelte einst, im Jahr 2000 werde es nur noch fünf Könige auf der Welt geben – den König von England und die vier Könige im Kartenspiel (überliefert in der Zeitschrift „Life“ am 10. April 1950). Das ist sicher nicht so, aber was das Ableben der Staatsform angeht, darf man optimistisch sein, daß die deutsche Republik vor der Monarchie des Vereinigten Königreichs am Ende sein wird. L.R.

Sympathiewerte für die Monarchie steigen in Australien

Deutsche Medien malten nicht nur die Zukunft der Monarchie auf den britischen Inseln in düsteren Farben, sondern ergingen sich nahezu in republikanischen Schwelgereien, wenn sie nach Australien blickten. Seit Premierminister Anthony Albanese im Mai einen Republik-Staatssekretär ernannte, gaben sie der konstitutionellen Monarchie auf dem Fünften Kontinent nur noch eine kurze Galgenfrist. Als ihr Trumpfas galt die angebliche Unbeliebheit des Thronfolgers Charles.

In einer nationalen Trauerfeier in der Hauptstadt Canberra nahmen die Vertreter des Staats am 22. September Abschied von der Königin von Australien.

Seit den Trauerfeierlichkeiten für die Königin, dem in Australien ein nationaler arbeitsfreier Trauertag folgte, weisen die Meinungsumfragen einen Anstieg der Monarchieanhänger auf. 54 % aller Australier befürworten die monarchische Staatsform  für ihr Land. 46% ziehen die Republik vor. Das entspräche fast dem Ergebnis des Referendums von 1999.

Dem neuen König Karl III. stehen 45 % der Australier positiv gegenüber, nur 14% lehnen ihn ab, 41% bezeichnen sich als neutral. Die Werte von Königin Elizabeth waren besser, denn ihr standen 75% wohlwollend gegenüber, 5% lehnten sie ab, 20% waren neutral. Die Umfrage brachte die regierende Labor Party zum Nachdenken. Versprach sie bisher, nicht in der ersten Wahlperiode ein neues Referendum abzuhalten, sagt sie nun, sie habe ja nie vorgehabt, in der zweiten Wahlperiode die Australier zu befragen.  H.S.

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Die vollständige 276. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Inhalt der 276. Ausgabe:

· Hochmut kommt vor dem Fall

· Sympathiewerte steigen für die Monarchie in Australien

· Kaiserin Farah will neue Oppositionsbewegung führen

· Königlich Preußische Biermanufaktur wirtschaftlich erfolgreich

· Oberflächliche Euronews

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Staatsoberhäupter deutschsprachiger Länder trafen sich in Vaduz

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Von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtetet versammelten sich die Oberhäupter der deutschsprachigen Länder – Königreich Belgien, Großherzogtum Luxemburg, Fürstentum Liechtenstein, Schweiz, Österreich (theoretisch) und Deutschland – zu ihrem 18. informellen Treffen im liechtensteinischen Hauptort Vaduz.

Sechs Monarchen gegen drei Präsidenten; (v.r.n.l.) König Philippe und Königin Mathilde der Belgier, Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa von Luxemburg, Erbprinz Alois und Erbprinzessin Sophie von und zu Liechtenstein, Bundespräsident Ignazio Cassis und eine unbekannte Dame, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Der österreichische Bundespräsident Alexander van der Bellen blieb wahlkampfbedingt dem Treffen fern.

Am Montag, 12. September wurden die Gäste von Erbprinz Alois und Erbprinzessin Sophie in der Hofkellerei des Fürsten von Liechtenstein begrüßt. Außer der Tagesordnung und einigen Photos waren weder auf der Bundespräsidentenseite noch auf der liechtensteinschen Regierungswebseite ergiebige Informationen erhältlich.  Die Tageszeitung Liechtensteiner Vaterland ergänzte noch mit Hinweisen auf gesperrte Straßen und Verkehrsbehinderungen.

Dafür bot der Schweizer Bundespräsident nähere Auskünfte:

„Ein besonderer Fokus wurde dieses Jahr auf den Ukraine-Konflikt und seine Folgen gelegt. In seinen Ausführungen zu den Prioritäten der Schweiz unterstrich Bundespräsident Cassis auch die Wichtigkeit der Beziehungen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union. Die für beide Seiten vorteilhafte Partnerschaft solle erneut auch in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation wirkungsvoll sein, insbesondere durch eine rasche Assoziierung der Schweiz an das Horizon-Paket und an Erasmus+ für den Zeitraum 2021-2027.

Das Sechsertreffen bietet jeweils auch die Gelegenheit, gemeinsam ein vom Gastgeberland definiertes Thema zu vertiefen. Das diesjährige Schwerpunktthema lautete: «Philanthropie und Gemeinwesen – Rahmenbedingungen für ein effizientes Zusammenwirken von Politik, Wirtschaft und Philanthropen». Der Bundespräsident verband seine Ausführungen über die Tradition der Philanthropie in der Schweiz, die sich vor allem in Form von Stiftungen zeigt, mit einem Appell, die Zusammenarbeit mit dem Privatsektor im Bereich der Humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit noch weiter zu stärken: «Philanthropische Ansätze können die finanziellen Beiträge der Geberländer ergänzen und so dazu beitragen, Innovation zu fördern und neue Lösungen auszuprobieren, um den steigenden humanitären Bedürfnissen entgegenzuwirken», sagte Bundespräsident Cassis anläßlich der Gespräche. „

Niemand erwartet, daß die informellen (!) Treffen der Staatsoberhäupter deutschsprachiger Länder die Bedeutung von Commonwealth Konferenzen (CHOGM), Iberoamerikanisch-spanische Gipfeltreffen (Cumbre Iberoamericana) oder lusophoner Versammlungen gewinnen, aber ihre Bedeutungslosigkeit zeigt sich nicht zuletzt an der Schwierigkeit, an Informationen zu kommen. Im Großherzogtum Luxemburg sind Hinweise auf die Beratungen nur auf französisch erhältlich und das Königreich Belgien beschränkt sich auf einen deutschen Tweet. Der Bundespräsident hielt eine nichtssagende Tagesordnung bereit.

Es ist offensichtlich: Die meistgesprochene Muttersprache Europas ist auf jeder Ebene ungeliebt.

Chef des Hauses Hohenzollern kondoliert zum Tode von Königin Elizabeth II.

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In einem Kondolenzschreiben an den britischen König Charles III. hat der Chef des Hauses Hohenzollern, Prinz Georg Friedrich von Preußen, die tiefe Trauer seiner Familie über den Tod von Königin Elizabeth II. bekundet. Die Gedanken und Gebete der Mitglieder des Hauses Hohenzollern seien bei König Charles, Königin Camilla und der gesamten britischen Königsfamilie, so der Prinz.

Mit ihrer einzigartigen Persönlichkeit, ihrer Herzlichkeit und ihrem ausgeprägten Pflichtbewusstsein, das stets das Gemeinwohl über Einzelinteressen gestellt habe, sei Ihre Majestät für ihn persönlich ein Vorbild gewesen, so Prinz Georg Friedrich. Schon sein Großvater Prinz Louis Ferdinand (1907-1994) habe ihm von seinen Gesprächen mit Königin Elizabeth stets mit größter Hochachtung berichtet, die sich nach dem 2. Weltkrieg wie wenige andere für die britisch-deutsche Versöhnung eingesetzt habe. Auch er selbst sei zutiefst dankbar, daß er Ihrer Majestät persönlich habe begegnen dürfen, so der Chef des Hauses Hohenzollern weiter. Prinz Georg Friedrich und Prinzessin Sophie hatten Königin Elizabeth und Prinz Philip zuletzt im Rahmen ihres Staatsbesuchs in Deutschland im Juni 2015 getroffen.

Prinz Georg Friedrich im Gespräch mit Königin Elizabeth II. im Juni 2015 im Garten der britischen Botschaft

Als Zeichen des Respekts seiner Familie hat Prinz Georg Friedrich angeordnet, daß am Tag des Staatsbegräbnisses von Königin Elizabeth II. die britische Flagge auf dem Fahnenturm der Burg Hohenzollern, der Stammburg der Familie, auf Halbmast wehen wird. Es ist das erste Mal, daß die Familie auf diese Weise eines ausländischen Staatsoberhaupts gedenken wird.

Prinz Georg Friedrich von Preußen (*1976) ist ebenso wie Königin Elizabeth II. und ihr im vergangenen Jahr verstorbener Ehemann Prinz Philip (1921-2021) ein direkter Nachkomme der britischen Königin Victoria (1819-1901). Die deutsche Kaiserin Victoria (1840-1901), die Mutter Kaiser Wilhelms II. (1859-1941), war die älteste Tochter Königin Victorias.

Text und Photo von der Seite preussen.de

Vielgereiste Frau ohne Paß

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Die Königin ist tot! Es lebe der König!

Zwei Tage, bevor sie starb, hatte Königin Elizabeth II. ihren 14. Premierminister Boris Johnson verabschiedet und ihre 15. Premierministerin ernannt. An der danach eigentlich notwendigen Sitzung des Privy Council (Kronrat) nahm sie auch in elektronischer Zuschaltung auf ärztliches Anraten nicht teil. Im Lauf des 8. September deuteten die Meldungen aus Balmoral an, daß die Königin die Kräfte verließen.

Mehr als 70 Jahre saß „die Queen“ auf dem Thron und den meisten heute lebenden Menschen ist kein anderer britischer Monarch persönlich bekannt. Sie hat das Bild der Monarchie geprägt, auch das Monarchiebild, das sich viele machen. Eine schweigsame Monarchin, die ihre Meinung für sich behielt. Was für eine wohltuende Ausnahme heutzutage! Dennoch das meistphotographierte Gesicht der Welt und viele glauben, sie zu kennen. Sie besuchte mehr Länder der Erde, als alle anderen, vielleicht kam nur Papst Johannes Paul II. auf mehr Staatsbesuche, dennoch reiste sie ohne Paß. Logisch, denn in britischen Pässen bittet ihre britische Majestät darum, daß man ihre Untertanen reisen läßt. Sie konnte ja schlecht für sich selber bitten. Obwohl sie immer als britische Monarchin angesehen wurde, war sie auch australisches, kanadisches oder belizisches Staatsoberhaupt. Insgesamt 15 Realms, also Königreichen, diente sie mit ihrer Erfahrung und ihrem Einfluß. Wenn auch lokale Politiker versuchen, die monarchischen Wurzeln in ihren Staaten zu kappen, bei der Bevölkerung haben sie mit ihrer republikanischen Rhetorik nur mäßigen Erfolg, weshalb Möchte-gern-Präsidenten es tunlichst vermeiden, in einer Volksabstimmung die Monarchie zu beseitigen. Das ging oft schief und das Volk sagt in Referenden Ja zur Monarchie. Lieber fragen sie Ihresgleichen, sprich: Sie lassen im Parlament abstimmen. Das garantiert ihnen sichere Mehrheiten, weil in solchen Gremien viele sitzen, die sich für geeignet und berufen halten, an der Staatsspitze zu stehen. Vor Selbstüberschätzung waren Politiker noch nie gefeit.

Bei aller Präsenz ihrer Persönlichkeit lebte sie doch immer wieder vor, daß die Institution, die sie verkörperte, mehr war als ein technischer Apparat. Die Monarchie ist die älteste und die menschlichste Staatsform der Welt. Elizabeth zeigte die jahrhundertealten Sitten und Gebräuche einer gewachsenen Tradition, die zwar immer wieder in Frage gestellt werden, an denen sich aber die Mehrheit der Bevölkerung erfreut und mit denen sie sich identifiziert. Der Philosoph Sir Roger Scruton formulierte den Vorteil der monarchischen Staatsform so: „The constitutional monarchy is the light above politics, which shines down on the human bustle from a calmer and more exalted sphere.“

König Charles III. ist mit dem Ableben seiner Mutter neuer Herrscher.

Sie, liebe Leser, werden in den nächsten Tagen und Wochen zahlreiche Artikel, Berichte und Reportagen lesen und sehen, weshalb an dieser Stelle auf eine Lebensbeschreibung verzichtet wird. Das bedeutet nicht, dieses Leben geringzuschätzen. Im Gegenteil, in den 96 Jahren der Königin Elizabeth spiegelt sich das Schicksal des Kontinents und anderer Weltteile. Sie wird die Menschen noch lange beschäftigen und viele werden ihr nachtrauern.

Am 8. September 2022 begann die Herrschaft des neuen Monarchen. König Karl III., wie Charles zu anderen Zeiten in Deutschland genannt worden wäre, wird kaum die lange Regierungszeit seiner Mutter erreichen. Die Geschichte hält viele Beispiele parat – Papst Johannes XXIII. oder König Edward VII. – , daß auch kurze Herrschaftsperioden große Auswirkungen zeitigten. König Charles gebührt eine faire Chance, sich als neuer König und als neues Oberhaupt des Commonwealths zu bewähren. Wer ihn und seine Tätigkeiten unvoreingenommen in den letzten Jahren verfolgte, wird dem Monarchen einiges zutrauen. Einen Mann, wie ihn braucht die Zeit. Lang lebe der König!

Der Abgeordnete Tim Smith im Parlament von Victoria, Australien, hat wenige Stunden nach Eintreffen der Todesnachricht von Königin Elizabeth II. dem neuen König seine Loyalität versichert.

Preußische Reformen und kaiserliches Herz Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 275

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Was man von preußischen Reformen lernen kann

Für die, die glauben, daß Monarchien altbacken und konservativ sind, reicht ein Blick in die preußische Geschichte, um das Gegenteil zu beweisen. Seit der Ankunft der Hohenzollern in der Mark Brandenburg haben es diese mehrfach geschafft, ihren Staat völlig umzukrempeln. Als Bruchstellen können der Sieg über die Raubritter und die Befriedung des Landes im 15. Jahrhundert, der Wiederaufbau nach dem 30-jährigen Krieg durch den großen Kurfürsten, die Militär- und Verwaltungsreformen des Soldatenkönigs, die Reformen nach der Niederlage Preußens gegen Napoleon und schließlich die Reformen Bismarcks genannt werden, die zur Gründung des Kaiserreichs führten, welches an sich auch eine große Reform darstellte. Es fällt dabei auf, daß die Reformen besonders zu Zeiten des Königreichs Preußen (1701-1918) in besonders rascher Folge durchgeführt wurden.

Hans-Joachim Schoeps war zeitlebens Preuße und Monarchist. Der 1980 verstorbene Ordinarius für Religions- und Geistesgeschichte an der Universität Erlangen hat sich mit seinen Büchern nachdrücklich für eine gerechte historische Einordnung dieses Staats eingesetzt. „Preußen, Geschichte eines Staates” erschien erstmals 1967, erlebte zahlreiche Auflagen und ist weiterhin zu erwerben.
 

Schaut man auf die Bundesrepublik und Europa, ist das Bild dagegen eher finster. Natürlich: Wenn man über Preußen spricht, dann betrachtet man einen Zeitraum von mehreren hundert Jahren. So lange gibt es weder die Bundesrepublik noch die EU und ihre Vorgänger, und trotzdem hat es in der kurzen Zeit ihrer Existenz große und durchaus positive Umbrüche gegeben, wie zum Beispiel die deutsche Wiedervereinigung oder die Wirtschaftsunion. Diese Dinge liegen aber mittlerweile einige Jahrzehnte zurück und blickt man auf die heutige Zeit, dann hat sich in den letzten beiden Dekaden ein riesiger Berg an Problemen aufgetürmt: Eurokrise, Migrationskrise, Energiekrise, Ukrainekrieg, Inflation. Hinzu kommt noch eine durch Pandemie und Krieg verursachte Weltwirtschaftskrise und das sind nur die großen Fragen, aber man könnte noch weitere Themen hinzufügen: marode Infrastruktur, ein absteigendes Bildungssystem, ein überbordender und parteilicher öffentlich-rechtlicher Rundfunk, der demographische Wandel, keine diesen Namen verdienende Armee, etc. Das Schlimme an der heutigen Zeit ist aber, daß weder in Deutschland noch Europa irgendjemand in Sicht ist, dem man zutrauen würde, auch nur einen Teil dieser Probleme zu lösen. Die einen wollen lediglich mit dem einzigen Ziel verwalten, weiter an der Macht zu bleiben, wovon gerade Deutschland in den letzten 16 Jahren ein Lied singen konnte. Die anderen setzen auf normativ-ideologische Gedankengebäude, die den Wirklichkeitstest nicht bestehen, was sich im Traum von Umwelt- oder Sozialutopien äußert. Beide Gruppen werden dabei von Bürokraten und auch den Medien unterstützt, deren Eifer sich vor allem darin äußert, es den Eliten recht machen zu wollen. Die preußischen Reformen waren dagegen eher recht pragmatisch. So wurde von Friedrich Wilhelm I. der überbordende Hofstaat aufgelöst, Friedrich Wilhelm III. schaffte nach der Niederlage gegen Napoleon ein Heer, welches in seiner Führung nicht mehr ausschließlich auf den Adel setzte, und Wilhelm I. räumte zu Gunsten des Deutschen Reichs schließlich sogar Preußen selbst ab, wenn auch sehr widerwillig. Die preußischen Reformen bestanden aus einer reichlichen Prise Pragmatismus gepaart mit dem Mut, das zu tun, was das Gebot der Stunde erfordert. Beides würde auch heute dringend gebraucht werden. L.R.

Brasilien: Staatsbesuch eines kaiserlichen Herzens

Als Staatsgast kehrt das Herz des ersten Kaisers von Brasilien in sein Reich zurück.

Brasilien steuert auf einen nationalen Höhepunkt zu, denn am 7. September begeht das Land den 200. Jahrestag seiner Unabhängigkeitserklärung. An die Spitze der Los-von-Portugal-Bewegung hatte sich  Dom Pedro, der Sohn von König João VI. von Portugal gestellt, der ihn als Regenten in der Überseekolonie einsetzte, als die königliche Familie nach den napoleonischen Kriegen ins Heimatland zurückkehrte. Dom Pedro schätzte die Stimmung in Brasilien richtig ein und verhinderte durch die Proklamation der Unabhängigkeit und der Etablierung des Kaiserreichs Brasilien, daß eine weitere unsichere Republik in der neuen Welt gegründet wurde.

Kaiser Dom Pedro I. von Brasilien starb schon mit 35 Jahren an Tuberkulose, sein Herz wird in Formaldehyd in einer Kirche in der portugiesischen Hafenstadt Porto aufbewahrt, wohin es am 10. September auch zurückkehrt.

Die Brasilianer haben es ihm bis heute nicht vergessen und vor wenigen Tagen kehrte unter großem Pomp das Herz des ersten Kaisers von Brasilien zurück ins Land. Testamentarisch hatte er verfügt, daß es in der portugiesischen Hafenstadt Porto verwahrt werden solle. Nun wurde es in der Hauptstadt Brasilia wie ein Staatsgast empfangen. Die Urne passierte durch ein Spalier der Präsidentengarde (einst die Kaiserliche Garde) und Ehrengäste beim Empfang durch Präsident Bolsonaro waren das neue Oberhaupt des Kaiserhauses und Nachfolger Dom Pedros I., Dom Bertrand de Orléans e Bragança, und Stefan Scholz, der Botschafter Österreichs, denn die erste Kaiserin Brasiliens war Erzherzogin Leopoldine von Österreich.

Tausende defilierten an der Herzurne vorbei und erwiesen dem Kaiser die Ehre.         H.S.

Ein Nachfahre des Dom Pedros I. ist das Mitglied des brasilianischen Abgeordnetenhauses, Dom Luiz Filipe von Orléans und Bragança (*3. April 1969), der das  Herz des Kaisers, umgeben von königlichen und kaiserlichen Flaggen, hütet.

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Die vollständige 275. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Inhalt der 275. Ausgabe:

· Was man von preußischen Reformen lernen kann

· In Stuttgart geborener Monarchist leitet australische Anti-Republikkampagne

· Jordanischer Thronfolger hat sich verlobt

· Staatsbesuch eines kaiserlichen Herzens

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Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 274

Referendum über Monarchie in St. Vincent und den Grenadinen?

Beim letzten Besuch von St. Vincent und den Grenadinen im März 2019 versicherte Premierminister Ralph Gonsalves (li.) Prinz Charles, er werde der nächste König des Inselarchipels.

Nach der Abschaffung der Monarchie in Barbados möchte offenbar ein weiterer Karibikstaat diesen Schritt gehen. Anders als in Barbados, wo die Politikerkaste diesen Schritt selbst beschloß, soll hierzu jedoch die Bevölkerung befragt werden. Premierminister Gonsalves möchte, bevor er diesen Schritt geht, jedoch auch die Unterstützung der Opposition hinter sich wissen. Zu groß ist das Risiko, daß ein Referendum in einer Blamage endet, wie es bereits 2009 der Fall war. Damals entschieden sich 56 % der Inselbewohner für die Monarchie, was umso bedeutender war, als die Regierung des Landes in das Fahrwasser des venezolanischen Machthabers Hugo Chavez geraten war. Der Beibehalt Elisabeths II. als Staatsoberhaupt war 2009 die Möglichkeit für die Bevölkerung, gegen den Versuch der Einführung einer sozialistischen Diktatur zu protestieren. Wie Hugo Chavez vor seinem Tod hat Premierminister Gonsalves sich auch schon an der Macht verewigt und herrscht seit über 20 Jahren über St. Vincent und die Grenadinen. Nach einem Besuch von Prinz Charles 2019 verneinte er zunächst die Absicht, ein zweites Referendum durchzuführen. Die Aussicht, Präsident auf Lebenszeit zu werden und eine eigene Dynastie zu gründen, war aber wohl stärker. Der Sohn des Premierministers, Camillo, ist übrigens seit 2017 Finanzminister des Landes. Dennoch liegt der Fall anders als in Barbados, da die Monarchie die Gewaltenteilung sichert und die Macht eben jenes Premierministers beschneidet. Es bleibt daher zu hoffen, daß es nicht zur Republik kommt. L.R.

Der Premierminister von St. Vincent und den Grenadinen, Ralph Gonsalves (im Photo ganz rechts), besuchte Taiwan, nachdem die US-Politikerin Nancy Pelosi die Insel verlassen hatte. Von Peking wurde er mit Nichtbeachtung gestraft, aber auf der Insel war diese Geste hochwillkommen. Er beobachtete die Manöver um die Insel von der Hafenstadt Kaohsiung aus. Der Premierminister ist unter den sehr bunten Politikern der Karibik sicher einer der schillerndsten. Auf Twitter firmiert er als @ComradeRalph (Genosse Ralph) und noch im März 2019 versicherte er Prinz Charles, er werde der nächste König von St. Vincent und den Grenadinen.

 
Premierminister Gonsalves konnte auf Taiwan sogar Geburtstag feiern.

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Die vollständige 274. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Inhalt der 274. Ausgabe:

· Referendum über Monarchie in St. Vincent und den Grenadinen?

· Prinz Georg Friedrichs Vetter an britischer Militärakademie Sandhurst ausgezeichnet

· Ein Monarchist als italienischer Ministerpräsident?

· Erbe des Hauses Bayern hat sich verlobt

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