Trauer um Herzog Carl von Württemberg Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 271

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Trauer um Herzog Carl von Württemberg

In Baden-Württemberg war die Reaktion einhellig. Als die Nachricht vom Tod Herzog Carl von Württemberg (85) am 7. Juni bekannt wurde, kamen aus allen gesellschaftlichen Teilen des Lands Trauerbekundungen. Gebhard Fürst, der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart (die flächenmäßig deckungsgleich ist mit dem Territorium des Königreichs Württemberg), nannte den Herzog „einen großen Freund und Gönner. Seine menschenzugewandte Art und sein tiefer christlicher Glaube waren für ihn Motivation und Orientierung.“ Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) zeigte sich betroffen vom Tod Herzog Carls, dem er 2017 die Staufer-Medaille in Gold für seine Verdienst überreichte: „Durch sein großes vielfältiges Engagement und die vielen Ehrenämter hat er sich um unser Gemeinwesen überaus verdient gemacht. Herzog Carl hat sich immer für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft ausgesprochen.“ 

Die Stuttgarter Zeitung gab ihrem Nachruf die Überschrift: Der „Glücksfall“ für Württemberg ist tot und in der einstigen Residenzstadt des Herzogtums Württemberg betonte die Ludwigsburger KreiszeitungDie Nachricht vom Tod des Herzogs hat auch in Ludwigsburg viel Anteilnahme hervorgerufen. …  ‚Zu Geburtstagen kam er oft und hat Blumen an die Särge von König Friedrich und Herzog Carl Eugen gelegt‘, erinnert sich der frühere Schloßverwalter Ulrich Krüger. ‚Er war übrigens der einzige, der im Schloß rauchen durfte.‘” Der Südwestrundfunk berichtete in seinen Hauptnachrichten vom unerwarteten Ableben des Familienoberhaupts der Württemberger und der Privatsende RTF.1 vermittelte, daß die Eberhard-Karl-Universität in Tübingen um ihren Ehrensenator trauere. Eine weitere Hochschule, die auf eine Initiative der württembergischen Königsfamilie zurückgeht, würdigte Herzog Carl. „Seit ihrer Gründung im Jahr 1818 ist die Universität Hohenheim dem Haus Württemberg eng verbunden“, betonte eine Universitätssprecherin gegenüber der Stuttgarter Zeitung. Erst kürzlich habe die Universität eine „großzügige Spende bekommen, dank der neue Lernplätze eingerichtet worden seien. Das Herzog-Carl-Stipendium ermögliche Studenten im Rahmen ihrer Abschlußarbeiten Forschungsaufenthalte im Ausland.” Mit der Stiftung des Ludwig-Uhland-Preises förderte Herzog Carl die Literatur und dank der  Herzog-Carl-Stiftung ermöglichte er es Jugendlichen, das Segeln auf dem Bodensee zu erlernen. Die Liste seiner Unterstützungen und großzügigen Förderungen ließe sich beliebig verlängern, dabei hatte er für alle ein offenes Ohr. Dieser Tradition wird hoffentlich sein Enkel und Nachfolger als Chef des württembergischen Königshauses , Herzog Wilhelm von Württemberg (*13. August 1994), treu bleiben. Nach dem Unfalltod des ursprünglichen Nachfolgers, Herzog Friedrich (* 1. Juni 1961 – † 9. Mai 2018) hatte Herzog Carl schnell dessen Sohn zum designierten Hauschef erklärt. Während seiner Ausbildung führt Herzog Michael die Hofkammer. Die Hofkammer mit Sitz in Friedrichshafen am Bodensee verwaltet unter anderem die Immobilien, Forst- und Weinanbaubetriebe und andere landwirtschaftliche Güter sowie Finanzanlagen und Beteiligungen. Seit das Land die Monarchie verlor, hat sich das Haus Württemberg mit seinen wirtschaftlichen Tätigkeiten ständig gewandelt, aber es steht besser denn je da.

Zur coronabedingt nur familieninternenen Feier des Diamantenen Hochzeitsfests des Herzogspaars kamen im Juli 2020 aus der Enkelgeneration u. a. diese jungen Herren nach Altshausen. Hinter Herzogin Diane und Herzog Carl stehen von links nach rechts: Graf Zeno von Goëss, der neue Hauschef Herzog Wilhelm, Graf Maximilien d’Andigne, der die Enkelin Herzogin Sophie geheiratet hat, und Herzog Carl Theodor von Württemberg.

Mit seinem Familienleben erzeugte Herzog Carl nie Schlagzeilen. Nach seiner Hochzeit mit Prinzessin Diane von Frankreich, einer Tochter des Grafen und der Gräfin von Paris, haben sie sechs Kinder großgezogen, die alle ihren Platz gefunden haben (zu den Kindern und Enkeln des Herzogspaars siehe Bericht zur Diamanthochzeit von Herzog Carl und Herzogin Diane). Im Laufe ihrer Ehe hat sich Herzogin Diane den Ruf einer renommierten Künstlerin erarbeitet, für die internationale Ausstellungen organisiert wurden. Die Pflege der erweiterten Familienverbindungen waren dem Herzog immer wichtig. König Juan Carlos von Spanien und König Simeon II. der Bulgaren waren einst häufig zu Gast in Altshausen. Da einige Schwestern Herzog Carls nach Frankreich heirateten und natürlich die Geschwister seiner Frau jenseits des Rheins lebten, blieben die Kontakte zu Frankreich lebenslang sehr intensiv. Davon spricht auch der heutige Graf von Paris, Prinz Jean von Frankreich, im Nachruf auf seiner Webseite. Dort versichert er seinem Cousin Wilhelm seine Unterstützung für seine schwierigen Aufgaben als neuer Hauschef. Für alle, die dem Haus Württemberg in Treue verbunden sind, gilt dasselbe.

Herzog Carl von Württemberg wird für immer in unserer Erinnerung bleiben als beispielhafter Repräsentant des württembergischen Königshauses. Aber auch die Trauer um ihn wird lange bleiben. H. S.

Verein „Tradition und Leben e.V.“ vor der Auflösung?

Deutschlands einzigem über lange Zeit hinweg mehr oder weniger aktiven monarchistischen Verein könnte die Auflösung drohen, da die ernsthafte Gefahr besteht, daß sich kein neuer Vorstand bilden kann. So ist es in einem Artikel der Vereinszeitung „Erbe und Auftrag“ zu lesen. Das langsame Dahinsiechen von Tradition und Leben e.V. dauert dabei schon lange an. Die Zeitung des seit 1956 existierenden Vereins wurde immer dünner und in schlechterer Qualität gedruckt. Es gab immer weniger Arbeitskreise auf regionaler Ebene und auch Bundestreffen fanden kaum noch statt, der Mitgliederschwund war beträchtlich. Die Webseite hat ein Design aus den 90er Jahren und ist mit neuen Browsern gar nicht mehr kompatibel. Ein Teil der Schuld ist sicher dem jetzt scheidenden und davor seit 1996 amtierenden Dauervorsitzenden zuzuweisen, der wenig Sinnvolles dafür getan hat, die Situation abzuwenden. Dennoch enthält der nachdenkliche Artikel der Vereinszeitschrift zu diesem Thema auch viel Wahres, wenn es um persönliches Engagement und das Debattenklima in Deutschland geht. Die Dämonisierung von allem, was irgendwie mit Traditionen, Althergebrachtem und Sitten einhergeht, ist in dem Land wie kaum anderswo fortgeschritten, unter anderem wird auch an der preußisch-deutschen Monarchie kein gutes Haar gelassen, was man ja auch aber natürlich nicht nur am gegenwärtigen Umgang mit dem preußischen Königshaus sehen kann. Es mag aufgrund der Angst vor Repressalien also nicht überraschen, daß sich immer mehr Menschen gegen den Einsatz für die Monarchie mit Namen und Gesicht entscheiden und in die Anonymität des Internets flüchten, was in der Vereinszeitung wie ein Vorwurf herüberkommt.

Sollte sich nun also niemand bereitfinden, den Vorsitz zu übernehmen und den Vorstand zu besetzen, dann wird sich der Verein wohl auflösen. Ob dies bedauerlich ist oder nicht, liegt im Auge des Betrachters. Um dem Anliegen nach Einführung der Monarchie Gehör zu verschaffen, müßten sich in Deutschland die Rahmenbedingungen grundsätzlich ändern: eine ausgewogenere Presse; die Möglichkeit von offenen Diskursen in Gesellschaft und Wissenschaft; Politik jenseits von Narrativen und Marketingbetrachtungen und, ja, auch Deutsche, die nicht so ängstlich sind, ihre Meinung zu sagen. Im Moment geht die Entwicklung aber eher in die gegenteilige Richtung und Änderungen werden diesbezüglich wohl eher im Ausland angestoßen werden und von dort vielleicht eines Tages auf Deutschland überschwappen. Das hier Geschriebene soll aber natürlich niemanden davon abhalten, aktiv den monarchischen Gedanken in Deutschland zu vertreten. L.R.

In der Vorinternetzeit vertrieb die Arbeitsgemeinschaft Aufkleber, Plakate und Postkarten, um auf sich aufmerksam zu machen.

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Die vollständige 271. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Inhalt der 271. Ausgabe:

· Trauer um Herzog Carl von Württemberg

· Verein „Tradition und Leben e.V.“ vor der Auflösung?

· Ukrainekrieg polarisiert

· Guardini-Preis für Herzog Franz von Bayern

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Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.

Württemberg verlor seinen Herzog Carl

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Am Vormittag des 7. Juni ist in Ravensburg nach langer Krankheit Seine Königliche Hoheit Herzog Carl von Württemberg im 86. Lebensjahr gestorben.

Herzogin Diane und Herzog Carl von Württemberg umgeben von ihren Kindern und Enkeln.

Er sagte von sich selbst, er sei ein „gefürchteter“ Spendensammler, der jede Gelegenheit nutzte, um für soziale Projekte zu werben. Herzog Carl und seine Frau Herzogin Diane von Württemberg setzten sich immer für ihre „Herzenssache“ ein, das Projekte für Kinder unterstützt. Auch für Kultur, Bildung und Wissenschaft hatte Herzog Carl imer ein offenes Ohr. Er war Ehrensenator der Universitäten Tübingen und Hohenheim, der er ein Stipendium gestiftet hat. Stefan Köhler, Geschäftsführer der Denkmalstiftung Baden_Württemberg, würdigte ihn in der Stuttgarter Zeitung als „maßgebenden Initiator für die Denkmalstiftung und maßgeblichen Treiber“. Seinen Tod nannte er „ein[en] sehr großen Verlust“.

Mit „großer Dankbarkeit“ nimmt die Universität Hohenheim Abschied von Herzog Carl. „Seit ihrer Gründung im Jahr 1818 ist die Universität Hohenheim dem Haus Württemberg eng verbunden“, betonte eine Universitätssprecherin gegenüber der Stuttgarter Zeitung. Erst kürzlich habe die Universität eine „großzügige Spende bekommen„, dank der neue Lernplätze eingerichtet worden seien. Das Herzog-Carl-Stipendium ermögliche Studenten im Rahmen ihrer Abschlußarbeiten Forschungsaufenthalte im Ausland.

Auch die Kunststiftung Baden-Württemberg würdigte Herzog Carl von Württemberg als langjährigen Förderer. Er habe die junge Kunstszene in Baden-Württemberg unterstützt, „wofür wir ihm großen Dank schulden.“ Und auch für Jugendliche hielt er besondere Starthilfen bereit: Die Herzog-Carl-Stiftung fördert Nachwuchstalente des Württembergischen Yacht-Clubs. Herzog Carl von Württemberg hatte die Stiftung zu seinem 50. Geburtstag eingerichtet. Aus anfangs 10.000 DM Fördersumme jährlich sind längst 10.000 € geworden.

Die Liste ließe sich beliebig verlängern, denn dem Philantropen fiel das Neinsagen schwer, wenn ein Anliegen an ihn herangetragen wurde. Um all diese Aktivitäten finanzieren zu können, gehört zur Abrundung des Bilds auch zu erwähnen, daß Herzog Carl ein erfolgreicher Unternehmer war, der die Güter des Hauses Württemberg geschickt verwaltete und vermehrte. In den letzten Jahren war er dazu aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr selbst in der Lage, aber seine Söhne übernahmen seine Aufgaben. Herzog Friedrich von Württemberg, als ältester Sohn 1961 geboren und als Erbe vorgesehen, hatte seit 1992 in der Hofkammer des Hauses Württemberg gearbeitet. Seit 1998 war er Vorsitzender der Direktion der Hofkammer, was das Management von ca. 5500 Hektar Wald, ca. 2000 Hektar Wiesen und Äcker, 50 Hektar Rebgärten, etwa 700 Grundstücke im In- und Ausland, Wälder in Kanada, Österreich und Spanien sowie Firmenbeteiligungen bedeutete. Außerdem muβ der Unterhalt von 70 Kulturdenkmalen des Hauses Württemberg sichergestellt werden. Nach seinem Unfalltod 2018 übernahm sein jüngster Bruder, Herzog Michael, seine Aufgaben zeitweise.

Herzog Wilhelm mit seiner Mutter, Herzogin Marie (links) und seiner Großmutter, Herzogin Diane von Württemberg (rechts) nach dem Trauergottesdienst für den tödlich verunglückten Herzog Friedrich im Mai 2018.

Herzog Wilhelm (27) neuer Chef des Hauses Württemberg

Neuer Hauschef ist Herzog Wilhelm (*13. August 1994). Der Sohn von Herzog Friedrich und Herzogin Marie von Württemberg war von seinem Großvater sofort nach dem Tod Herzog Friedrichs als künftiger Hauschef bestätigt worden (Herzog Carl regelt die Nachfolge im Hause Württemberg). Solange seine Ausbildung andauert, wird sein Onkel, Herzog Michael (*1. Dezember 1965), die Hofkammer leiten.

Herzog Carl wurde als fünftes von sechs Kindern Herzog Philipp Albrechts und seiner zweiten Frau, Herzogin Rosa von Württemberg, geborene Erzherzogin von Österreich, am 1. August 1936 in Friedrichshafen geboren. Sein älterer Bruder Herzog Ludwig verzichtete auf seine Erbrechte. Herzog Carl blieb während seiner Ausbildung weitgehend im Ländle: Altsprachliches Gymnasium in Riedlingen, Internat in St. Blasien, Studium der Rechtswissenschaft in Tübingen, danach die praktische Verwaltung in der Hofkammer. In einem Interview zu seinem 70, Geburtstag umschrieb er die Anfänge dort so: Als ich 1961 von meinem Vater in die Verwaltung eingesetzt wurde, hatten wir Forstwirtschaft, Landwirtschaft und Weinbau, etwas Immobilien und Aktienbesitz als Basis unseres Wirtschaftsbetriebes. Wir mußten moderner sein, unsere Denkweise verändern. Wir wollten uns nicht allein auf Deutschland beschränken. Ich fing an, in Kanada und den USA zu investieren. Wir haben Industriebeteiligungen und Immobilien gekauft, um mehr Einnahmen zu haben. Die brauche ich unter anderem auch, um meine denkmalgeschützten Gebäude zu erhalten.“ Der Erfolg gab ihm recht und heute steht das Haus Württemberg als modernes Wirtschaftsunternehmen mit Tradition ausgezeichnet da.

Herzog Carl bekannte sich immer zur monarchischen Staatsform

Die Monarchie immer noch die beste Staatsform

Die Leistungen Herzog Carls anerkannte auch der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der sich betroffen zeigte vom Tod Herzog Carls, dem er 2017 die Staufer-Medaille in Gold für sein Engagement überreicht hatte: „Durch sein großes vielfältiges Engagement und die vielen Ehrenämter hat er sich um unser Gemeinwesen überaus verdient gemacht. Herzog Carl hat sich immer für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft ausgesprochen.“ Dabei störte sich Kretschmann nicht daran, daß Herzog Carl immer bekannte, er halte die konstitutionelle Monarchie für die beste Staatsform. „Die Monarchie scheint für mich immer noch die beste Staatsform zu sein“, sagte er kurz vor seinem 70. Geburtstag im Jahr 2006 der „Stuttgarter Zeitung“. „In meinen Augen ist ein Monarch weit weniger abhängig als ein aus der Politik nach oben gekommener Repräsentant des Staates.“ Ein auf Lebenszeit agierender Monarch könne mehr gestalten als ein auf Zeit gewählter Politiker.

Die Heilige Messe zum 60. Hochzeitstag des Herzogspaars in der Schloßkirche Altshausen wurde gefeiert vom emeritierten Rottenburger Weihbischof Johannes Kreidler.

Seit 1960 war Herzog Carl mit Prinzessin Diane von Frankreich verheiratet. 2020 feierte das Paar Diamantene Hochzeit. Die Familie hat nun ihren Mittelpunkt verloren. Und das Land wird seine markante Persönlichkeit sehr vermissen. Herzog Carl hat sich um das Land verdient gemacht, auch wenn er nie eine offizielle Stellung einnahm. Er zeigte, wie man auch ohne politische Macht einiges bewegen kann.

Auf Twitter hat der Graf von Paris den Tod seines württembergischen Onkels vermeldet.
Auf seiner Webseite kondoliert Prinz Jean seiner Tante und seinen württembergischen Cousins zum Tod Herzog Carls und er versichert dem neuen Familienoberhaupt Herzog Wilhelm seiner Unterstützung.

Staat und Hohenzollern beenden ihre Verhandlungen —- Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 270

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Staat und Hohenzollern beenden ihre Verhandlungen

Die Nachricht hielt Einzug in mehrere große Medien: Der Staat beendet die seit 2014 andauernden und seit 2019 ausgesetzten Verhandlungen zur Entschädigung der Hohenzollern für Güter, die sich in der sowjetischen Besatzungszeit in enteigneten Immobilien befanden. Für eine Weiterführung der Verhandlungen war am Ende nur Brandenburgs Finanzministerin Katrin Lange. Für Berlin lehnte Kultursenator Klaus Lederer aus der SED-Nachfolgepartei sowie der grüne Finanzsenator ab, für den Bund Kulturstaatsministerin Claudia Roth. Letztere hat bekanntlich auch ein Problem mit der Inschrift auf der Kuppel des Stadtschlosses, zeigte sich dafür aber in der Vergangenheit auf Demonstrationen gerne mit Plakaten mit der Inschrift „Nie wieder Deutschland! Gegen die Annexion der DDR! Gegen den deutschen Nationalismus“ und marschierte dort zu „Deutschland, Du mieses Stück Scheiße“-Rufen wacker mit. Damit liegt es jetzt an den Gerichten, über den Streitwert von insgesamt 1,4 Mio. Euro zu befinden.

Was für ein Glück, daß die Burg Hohenzollern in der französischen Zone in Westdeutschland lag. Hätte König Friedrich Wilhelm IV. entschieden, sie in der sowjetische Zone wiederzuerrichten, müßten die Hohenzollern heute auch noch um die Rückerstattung ihres Eigentums kämpfen. 

Ein Gerichtsurteil über eine verbindliche Interpretation der Geschichte fällen zu müssen, ist in Rechtsstaaten äußerst unüblich. Wenn es nun in Deutschland dazu kommt, ist ein Sieg der Hohenzollern wahr-scheinlich, zumindest dann, wenn die Formel „Im Zweifel für den Angeklagten“ noch gilt. Ob dies so ist, ist allerdings unklar, denn die Interessenlage des gegenwärtigen Staates ist alles andere als vorteilhaft für sie. Schon in den 1990er Jahren lenkte die Bundesrepublik den Zorn der Ostdeutschen über die ausbleibenden blühenden Landschaften auf den Adel, um vom Wirken der Treuhand abzulenken. Auch heute gibt es durch Negativzinsen, Inflation und gestiegene Lebenskosten, die man zu einem nicht unerheblichen Teil durchaus der Regierung ankreiden kann, genug, wovon man ablenken wollen könnte und ein Urteilsspruch pro Hohenzollern wäre nach der massiven Medienkampagne gegen sie zumindest sehr unpopulär. Es bleibt zu hoffen, daß die Gerichte sich davon nicht werden beeindrucken lassen. L.R.

Karl von Habsburg spricht sich für Energieembargo gegen Rußland aus

Die Solidarität mit den ehemaligen, heute ukrainischen Kronlanden und eine gewisse andauernde Feindschaft gegenüber dem alten Zarenreich verpflichtet: Als Mehrheitsgesellschafter des ukrainischen Radionetzwerkes Kraina FM leistet der Chef des österreichischen Kaiserhauses, Karl von Habsburg, einen aktiven Beitrag für das Land.  Beispielsweise sendet er humanitäre Informationen darüber, wo welche Medizin vorhanden ist. Auch alltägliche Bedürfnisse des ukrainischen Militärs wie zum Beispiel an PCs werden kommuniziert.

Außerdem sprach sich Karl von Habsburg für ein sofortiges und komplettes Öl- und Gasembargo gegen Rußland aus. Die Hilfszahlungen, die der Westen an die Ukraine geleistet hat, stünden in keinem Verhältnis zu dem Betrag, den Rußland täglich für die Versorgung mit fossilen Brennstoffen überwiesen bekommt, sagte der Prätendent.

Schon sein Vater Otto habe als einer der wenigen zu Beginn der 2000er Jahre eine schlechte Meinung von Putin gehabt (hier Auszüge einer erstaunlichen Rede Otto von Habsburgs zu Putin, der mit seinen damals 91 Jahren so manchen Politiker heute alt aussehen läßt). Optimistisch ist der Erzherzog allerdings nicht, denn er rechnet mittelfristig mit dem Einsatz von Massenvernichtungswaffen von russischer Seite. L.R.

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Die vollständige 270. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Inhalt der 270. Ausgabe:

· Staat und Hohenzollern beenden ihre Verhandlungen

· Karl von Habsburg spricht sich für Energieembargo gegen Rußland aus

· Schwedisches Kabinett informiert König über NATO-Beitritt

· Schwieriger Besuch von Prinz Charles in Kanada

· Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate gestorben

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Monarchistische Spurenelemente bei Le Pen  Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 269

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Tritt das Rassemblement National für die Monarchie ein?

Marine Le Pen hat es wieder nicht geschafft. Für die Herrschenden in Paris und in Brüssel gäbe es trotzdem genug Stoff zum Nachdenken, denn sie verlor nicht wie dereinst ihr Vater 2002 mit 17 % oder sie selbst 2017 mit 33 %, sondern mit knapp 42 % der Stimmen. Wie jedes Mal vor der zweiten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen malten Medien, Regierende und EU-Vertreter den Gott-sei-bei-uns an die Wand, was alles Schlimmes bei einem Wahlsieg von Le Pen passieren würde. Statt sich Gedanken über die möglichen Gründe der offensichtlichen Unzufriedenheit der Bürger zu machen, gingen sie danach aber ebenfalls wie bei den Malen zuvor zur Tagesordnung über, und das Procedere wird wohl auch so bleiben, bis die Partei von Le Pen eines Tages vielleicht wirklich gewinnt. Dies soll jedoch nicht das Thema hier sein.

Die Frage dieses Artikels ist vielmehr, wie viel Monarchie im Rassemblement National (RN) steckt. Die Antwort ist: Nicht mehr viel. Historisch betrachtet hieß die Partei nicht Rassemblement (Versammlung), sondern Front National. Nationale Fronten gründeten sich in Europa als Antwort auf die Volksfronten, die eine Idee von Stalin waren. Die kommunistischen Parteien der Welt wurden angewiesen, sich mit den anderen linken Parteien zu verbünden, um eine Mehrheit im Parlament zu erlangen und in der Folge, sollte dies gelingen, die linken Verbündeten in der Regierung nach und nach auszuschalten und die Machtübernahme des Kommunismus vorzubereiten. Als Antwort hierauf formierten sich Nationale Fronten, die aus mehreren rechten und konservativen Parteien bestanden, um genau dies zu verhindern. Monarchisten gehörten in mehreren Ländern dazu. Der französische Front National wurde jedoch erst nach dem 2. Weltkrieg gegründet und verwies mit der Namensgebung nur auf die dahinterstehende historische Idee, wenngleich neben konservativen Katholiken und Anhängern des ehemaligen Vichy-Regimes eben auch Monarchisten zu den Parteigründern und Wählern gehörten. Wenn hier von Monarchisten gesprochen wird, dann sei auch erwähnt, daß hier vor allem jene vertreten waren, denen eine politisch sehr konservative beziehungsweise rechte Monarchie vorschwebte, während es auch andere gab und gibt, die die Partei von Jean-Marie Le Pen nicht mit Sympathie betrachten.

Die Nähe zu den Nachkommen der französischen Könige wird in Frankreich gerne gesucht, auch Emmanuel Macron machte seine Aufwartung bei den Orléans. Er grüßte dabei den Graf und die Gräfin von Paris, sowie den ältesten Sohn und Erben, Prinz Gaston von Frankreich, der passend für den präsidialen Besucher einen Blazer mit dem Wappen des Königreichs Frankreich trug. Eine subtile, aber klare Aussage.
 

Unter Marine Le Pen hat sich das Parteiklientel dann freilich geändert, da die ursprünglichen Wähler keine so große Masse ausmachten, daß damit langfristig etwas zu erreichen gewesen wäre. So wurde dann auch der Parteiname geändert und politische Positionen wurden angepaßt und die Monarchie seltener erwähnt. Trotzdem gab es immer wieder einzelne Stimmen, wie die von Marion Maréchal – Le Pen, die gelegentlich etwas Positives zur Monarchie zu sagen hatten. Auch Marine Le Pen selbst hatte angekündigt, im Falle eines Wahlsieges als ersten Ort die Grablege der Könige von Frankreich in St. Denis aufsuchen zu wollen. Wenn man sich dasselbe in Deutschland vorstellt, wo ein Kanzlerkandidat ankündigt, als erstes die Hohenzollerngruft aufsuchen zu wollen, wäre dies schon einmal eine Ansage, auch wenn man das den Hohenzollern bei dem gegenwärtigen politischen Personal jeglicher Couleur vielleicht eher ersparen wollen würde. In Frankreich besteht aber schon von vornherein kein so großes Problem mit der eigenen Identität, wie in Deutschland. Trotzdem käme es vielleicht zu einer Akzentverschiebung bei den Ereignissen und Persönlichkeiten, die des Gedenkens als würdig erachtet werden, weg von der Französischen Revolution und hin zu den Königen aus dem Haus Bourbon. Darin würde also in bezug auf die Monarchie die wesentliche Änderung bestehen, wenn es einen Präsidenten vom Rassemblement National gäbe. L.R.

Neuer Erbprinz im Hause Karađorđević

Alter und neuer Erbprinz von Serbien

Für die Öffentlichkeit überraschend leistete der älteste Sohn von Kronprinz Alexander von Serbien, Prinz Peter (*1980 im Photo am Schreibtisch sitzend), am 27. April in Sevilla für sich und seine eventuellen Nachkommen Verzicht auf die Ansprüche als Erstgeborener. Er unterschrieb die Urkunde in Sevilla im Beisein seiner Mutter, Prinzessin Maria da Gloria von Orléans und Bragança, verheiratete Herzogin von Sergorbe. Neuer Erbprinz und künftiger Chef des serbischen Königshauses ist sein Bruder Prinz Philip (*1982 im Photo stehend). Der neue Erbprinz ist seit 2017 verheiratet mit Prinzessin Danica. Sie haben den gemeinsamen Sohn Prinz Stefan (*2018). Das Paar lebt in Belgrad, während Prinz Peter in London, New York und Sevilla seinen beruflichen Aufgaben als Graphikdesigner nachgeht. Die Abwesenheit von Serbien wird als Verzichtsgrund genannt. Aus der Familie kamen erste Loyalitätsbekundungen. Ihr Vetter, Prinz Mihailo, ein Sohn von Prinz Tomislav, stellte sich hinter Prinz Philip.

Mittlerweile hat auch Kronprinz Alexander eine Stellungnahme veröffentlicht. Aus ihr spricht Verwunderung und Verärgerung. Offenbar haben seine Söhne gehandelt, ohne ihn vorab zu informieren. Auf der Webseite der Königlichen Familie von Serbien heißt es:

Bezüglich des Rückzugs meines ältesten Sohns Prinz Peter von der Thronfolge, wünsche ich ihm für die Zukunft alles Gute, Gesundheit und Zufriedenheit. Ich anerkenne seine Aufrichtigkeit, die ihn diese harte Entscheidung fassen ließ.

Die Angelegenheit wurde mir beiläufig mitgeteilt, als ich mich aufgrund anderer Verpflichtungen im Ausland befand. Leider wurde eine so einschneidende und wichtige Zeremonie nicht in Übereinstimmung mit den Traditionen und Regeln der Königsfamilie vollzogen, wie sie in den Hausgesetzen festgehalten sind, die in der Zeit des Königreichs erlassen wurden und denen die Mitglieder der königlichen Familie zu folgen haben. Dieser Vorgang fand nicht im Königspalast in Serbien in meiner Anwesenheit und mit meiner Autorität als Familienoberhaupt und mit dem Segen unserer heiligen Kirche und der Teilnahme des Kronrats statt, sondern im Ausland und ohne vernünftige Begründung, warum ein so wichtiger Schritt nicht im Heimatland vollzogen werden konnte.

Die Königsfamilie Serbiens wird weiterhin dem Volk mit Hingabe, Ehrlichkeit und Treue dienen, wie es unsere Verpflichtung und Aufgabe ist,“ schrieb Kronprinz Alexander. Von einer Anerkennung seines Sohns Prinz Philip als neuen Erbprinzen ist in der Stellungnahme nicht die Rede. H. S. 

Vor dem Königspalast in Belgrad v.l. Prinz Peter, Kronprinzessin Katherine, Kronprinz Alexander, Prinz Philip, Prinz Alexander.

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Die vollständige 269. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Inhalt der 269. Ausgabe:

  • Frankreich: Tritt das Rassemblement National für die Monarchie ein?
  • Neuer Erbprinz im Hause Karađorđević
  • Ritterschlag von Prinzessin Anne
  • Frank-Walter allein zu Haus

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Gedenken am 100. Todestag Kaiser Karls I. Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 268

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Von den schätzungsweise 600 Angehörigen des Hauses Habsburg, die es laut Angaben des Familienoberhaupts, Erzherzog Karl von Österreich, geben soll, haben etwa 100 die Reise aus aller Welt nach Madeira unternommen, um des seligen Kaisers Karl zu gedenken.
 

Zahlreiche Menschen gedachten des 100. Todestages des seligen Kaisers Karl I. von Österreich, welcher als Károly IV. gleichzeitig König von Ungarn und Kroatien (kroatisch: Carlo IV.) und König Karel III. von Böhmen war und am 1. April 1922 im portugiesischen Exil auf Madeira verstarb. Nach dem Verlust seiner Krone(n) nach dem verlorenen Krieg 1918 gab es zwei Versuche, die Monarchie in Ungarn wieder zu etablieren, die jedoch an der Haltung der Entente und des Reichsverwesers Miklós Horthy scheiterten, die nicht noch einmal einen Habsburger in Ungarn herrschen sehen wollten. Nach dem zweiten gescheiterten Restaurationsversuch wurde Karl von den Briten nach Madeira verbannt, wo er nach fünf Monaten an einer Lungenentzündung verstarb. So blieb Ungarn bis zum Ende des 2. Weltkrieges Monarchie ohne Monarchen, wurde dann Volksrepublik und später Republik, auch wenn Viktor Orbán das Wort „Republik“ später aus der Verfassung streichen ließ.

Beachtet wurde am Wirken Karls I. aber vor allem, nach der langen Herrschaft Kaiser Franz Josephs, Versuche unternommen zu haben, den 1. Weltkrieg zu beenden. Karl I. hatte in der Tat vor seinem Pendant im Deutschen Reich erkannt, daß der Krieg verloren war, und betrieb verschiedene Anstrengungen, auf den Gegner zuzugehen, die jedoch keinen Erfolg hatten, weil gleichzeitig die Völker seines eigenen Reichs auseinanderdrifteten, man militärisch und politisch längst von Deutschland abhängig war und am Ende niemand mehr mit ihm verhandeln wollte.

Das Bild von Kaiser Karl I. heute ist in den meisten ehemaligen Kronlanden Österreich-Ungarns aufgrund seiner aufrichtigen Absichten trotz des ausgebliebenen Erfolges ein gutes und nach der Seligsprechung im Jahr 2004 wird nun seine Heiligsprechung diskutiert. Besonders in Kroatien und in Ungarn wurde seine tragische Figur in der Vergangenheit gewürdigt und es gab zum 100. Todestag genauso wie auch in Österreich zahlreiche Gedenkgottesdienste für ihn. Das positive Bild des Kaisers gilt jedoch nicht für das offizielle Österreich und seine Medien, wo man offenbar immer noch große Angst vor einer neuerlichen Machtübernahme der Habsburger hat.    L.R.

Auf einer Konferenz am 9. April in Budapest zu Ehren des Seligen Königs Károly IV. sprachen unter anderem Erzherzog Michael, als Vertreter des ungarischen Außenministeriums Dr. Márk Èrszegi und für die ungarische Gebetsliga Dr. Gergely Kovács.

Internationales Reisen ist wieder möglich und am 9. April landete Prinzessin Anne, die Princess Royal, mit ihrem Ehemann Vice Admiral Sir Timothy Laurence in Sydney, Australien. Der australische Generalgouverneur David Hurley und seine Frau Linda empfingen das königliche Paar in der Residenz Admirality House. Prinzessin Anne hat am ersten Tag bereits die Royal Easter Show eröffnet. Diese Landwirtschaftsschau feiert in diesem Jahren ihren 200. Geburtstag. Das Paar wird drei Tage Termine in Neusüdwales wahrnehmen und dann nach Papua-Neuguinea fliegen, wo Königin Elizabeth II. ebenfalls Staatsoberhaupt ist.

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Die vollständige 268. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Inhalt der 268. Ausgabe:

  • Zum 100. Todestag Kaiser Karls I. von Österreich
  • Berliner Kaiser-Wilhelm-Platz umbenannt
  • Emir von Katar läßt Deutschland auflaufen
  • Ein Zombie in Berlin: Der Palast der Republik will nicht sterben

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Brasilianische Royalisten feiern 200 Jahre Kaiserreich

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Der erste Kaiser Brasiliens, Dom Pedro I., proklamierte am 7. September 1822 die Unabhängigkeit des größten Lands Südamerikas.

Die Verfassung des Kaiserreichs Brasilien trat vor 198 Jahren, am 25. März 1824 in Kraft. Sie war nicht nur Brasiliens erste Verfassung, sondern auch die, die am längsten in Kraft war.

Doch in diesem Jahr können die brasilianischen Monarchisten zahlreiche Jubiläen begehen:

Am 7. September 1822 hat der Prinzregent Dom Pedro Bragança, verheiratet mit der Erzherzogin Leopoldine, einer Tochter des Kaisers Franz I. von Österreich, die Trennung Brasiliens von Portugal ausgerufen, und wurde schon am 1. Dezember desselben Jahres als Kaiser D. Pedro I. gekrönt.

Einladung zur Messe in Rio de Janeiro anläßlich des Geburtstags von Kaiser Teresa Cristina

In diesem Jahr 2022  feiert Brasilien also das 200. Jubiläum als selbständiges Land. Zufällig wurde im selben Jahr 1822, am 14. März, in Neapel, Prinzessin Teresa Cristina von Bourbon – Beider Sizilien, die zukünftige Gemahlin des zweiten brasilianischen Kaisers, D. Pedro II., geboren. Sie war nicht nur die
Mutter von Prinzessin Isabel, der Sklavenbefreierin, Kaiserin Teresa Cristina ist als sehr großzügige Gönnerin für soziale und kulturelle Werke in Erinnerung geblieben. 

(V.l.) Dom Antonio de Orléans e Bragança, und Prinzessin Christine Orléans e Bragança de Ligne mit Dom Fernando während der Heiligen Messe mit Kardinal Orani Tempesta.

Am Sonntag, den 13. März 2022 fand eine Heilige Messe in der Alten Kaiserlichen Kathedrale Nossa Senhora do Carmo im Gedenken des zweihundertsten Geburtstags Teresa Cristinas statt.  In Anwesenheit ihrer Ururenkel D. Fernando und D. Antonio de Orléans e Bragança, und Prinzessin Christine Orléans e Bragança de Ligne, wurde die Messe von Kardinal Orani Tempesta gefeiert.

Zahlreiche Royalisten freuten sich, dieses schöne Ereignis nach pandemiebedingten Einschränkungen erleben zu können.

Bruno Hellmuth

Kardinal Orani Tempesta begrüßt die kaiserlichen Gäste.

Steinmeier will Gudrun Ensslin nicht mehr als große Frau der Weltgeschichte ansehen Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 267

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Nicht mein Präsident

Daß Frank-Walter Steinmeier als Bundespräsident in Fettnäpfchen tritt, ist nichts Neues. So hat er schon ein Konzert mit einer linksextremen Band empfohlen und den Atommullahs im Iran zum Jahrestag ihrer Revolution gratuliert. Diesmal wurde vom Bundespräsidialamt mit Gudrun Ensslin eine einheimische Mörderin aus der RAF-Zeit gewürdigt. „Mit der Ihnen eigenen Handschrift ermöglichen Sie neue Sichtweisen, insbesondere auf große Frauen der Weltgeschichte, die sich den Brüchen und Zumutungen ihrer jeweiligen Zeit mit großer Intelligenz, persönlicher Stärke und einem ausgeprägten Willen zur Veränderung der gesellschaftlichen als auch der politischen Verhältnisse stellen. Sei es das Leben von Gudrun Ensslin, Rosa Luxemburg, Hildegard von Bingen oder Hannah Arendt – allen diesen Frauen und vielen anderen haben sie unvergessliche filmische Porträts gewidmet,“ heißt es in einem Geburtstagsschreiben an die Regisseurin Margarethe von Trotta, welches bis vor kurzem noch auf der Internetseite des Bundespräsidenten zu finden war. Schon Rosa Luxemburg, die mit dem Kommunismus für eine totalitäre Ideologie eintrat und deswegen zu einem Postergirl der DDR wurde, als große Frau der Weltgeschichte zu sehen, ist äußerst fragwürdig. Das geht aber im Vergleich zu Gudrun Ensslin unter: Während die Ostdeutschen den real existierenden Sozialismus hautnah erleben durften, gingen im Westen Teile der Bevölkerung aus Unwissen und Naivität mit Bildchen und Büchlein des Massenmörders Mao Tsetung auf die Straße. Einigen reichte dies jedoch nicht, sie wollten etwas für die Sache tun und entschieden sich daher für den Linksterrorismus. Dazu gehörte Gudrun Ensslin, der die Beteiligung an fünf Sprengstoffattentate mit vier Todesopfern nachgewiesen wurde.

Bereits drei Monate nach dem Amtsantritt von Frank-Walter Steinmeier gab es im Juni 2017 im Bundespräsidialamt Ärger um die Neubesetzung von Stellen. Zudem wurde der Vorwurf laut, die Hausspitze habe im Zuge des Amtswechsels ungewöhnlich viele Stellen an Parteifreunde und frühere Weggefährten von Steinmeier vergeben. Der Personalrat beschloß seinen Rücktritt. Das Bundespräsidialamt hat 220 Beschäftigte.

Wenn man zu Gunsten des Präsidenten ins Feld führt, daß er seine Reden nicht selbst schreibt, wirft der Vorgang doch Fragen auf. Selbst wenn die Würdigung von Ensslin von einem Schülerpraktikanten verfaßt worden sein sollte, und derjenige, der sonst die Beiträge noch einmal kontrolliert, gerade mit Corona im Bett lag, muß man sich schon fragen, was eigentlich so die politische Einstellung des Personals ist, welches im Bundespräsidialamt tätig ist. Fragwürdige Würdigungen und Glückwünsche wiederholen sich und natürlich fällt dies auf den Präsidenten zurück, der über sein Personal zum Teil selbst entscheiden kann. Zum anderen ist die schwache Reaktion der Medien zu kritisieren. Linke Medien griffen das Thema ähnlich wie den Beitrag der gegenwärtigen Innenministerin im Käseblättchen eines linksextremen Vereins kaum auf. Andere Medien berichteten zwar schüchtern, übernahmen aber fast alle ohne Hinterfragen die Stellungnahme des Bundespräsidialamtes: „Die Erwähnung von Gudrun Ensslin ist ganz klar ein Fehler. Eine verurteilte Mörderin gehört nicht in diese Reihe. Wir bitten um Entschuldigung. Wir haben das Glückwunschschreiben an Margarethe von Trotta von unserer Internetseite genommen und korrigieren es“, hieß es in der Stellungnahme. Nachfragen seitens der Medien? Fehlanzeige. Zu einem Zeitpunkt, da die russische Medienberichterstattung zum Ukrainekrieg zurecht massiv kritisiert wird, haben die Deutschen Gott sei Dank unabhängige Qualitätsmedien, die kritisch und unabhängig berichten, oder? L.R.

Romanows distanzieren sich vorsichtig von Putin

Die Beziehung zwischen Putin und den Romanows war lange Zeit eine nicht unharmonische Zweckgemeinschaft. Auch wenn nicht klar ist, inwieweit er dies persönlich unterstützt hat, wurde während der langen Herrschaft Wladimir Putins die Blutkirche in Jekaterinburg an der Stelle gebaut, wo die Zarenfamilie ermordet wurde, Zar Nikolaus II. wurde heiliggesprochen und anders als viele andere durften Monarchisten relativ frei ihre Meinung kundtun. Es konnte schließlich sogar darüber spekuliert werden, ob nicht ein Romanow dereinst die Nachfolge Putins übernehmen würde. In letzter Zeit hat sich Putin jedoch eher einer Nostalgie und Verklärung der Sowjetunion hingegeben, und auch wenn es sich beim Reich des Zaren und der Sowjetunion um zwei russische Riesenreiche handelte, sind sie jedoch völlig unterschiedlicher Natur gewesen und der eine Staat verdrängte den anderen gewaltsam. (Im März 2017 berichtete die spanische Nachrichtenagentur efe von der Ablehnung Putins, die Monarchie nach Rußland zurückzubringen.)

Weiße Tauben als Friedenzeichen, doch die Bildunterschrift, die am 28. Februar auf der Romanow-Seite dazu geliefert wurde, ist nicht eindeutig: „Painful to see how for the past 8 years brothers and sisters, whose fathers, and previous generations defended together their common Homeland, have been pitted against each other in terrible fights.“

Nun haben sich die Romanows von Putins Krieg distanziert. Die frischvermählte italienischstämmige Prinzessin Victoria ließ im Beisein ihres Mannes Georg weiße Friedenstauben aufsteigen und dies auf Video festhalten. „Dieses Video ist dem Frieden gewidmet“, schrieb sie dazu. Dies mag keine direkte Regimekritik sein. Gegen den Krieg zu sein ist jedoch ungefähr das Äußerste, was in Putins Rußland momentan möglich sein mag. Aus dem weiter entfernten Madrid hatte Hauschefin Maria Wladimirowna bereits ein Statement abgegeben, in dem sie nicht nur den Frieden wünschte, sondern auch die Unabhängigkeit der Staaten der ehemaligen Sowjetunion explizit anerkannte.

Aus Sicht der Romanows dürften zumindest jene Ukrainer, die nicht aus dem Westen des Landes und damit aus alten österreichisch-ungarischen Landen stammen, zu ihren Untertanen gehören. Sie wie Putin mit Bomben von ihrem Glück zu überzeugen, Russen zu sein, ist aber nicht der richtige Weg, und das hat die Zarenfamilie erkannt. Dies mag an die Worte des spanischen Philosophen Miguel de Unamuno erinnern, welcher einst den Generälen Francos sagte: Vencereís, pero no convencereís – ihr werdet siegen, aber ihr werdet nicht überzeugen. L.R.

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Die vollständige 267. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Inhalt der 267. Ausgabe:

  • Nicht mein Präsident
  • Gedenken an Prinz Philip markiert Rückkehr zur Normalität
  • Romanows distanzieren sich vorsichtig von Putin
  • König Juan Carlos kann nach Spanien zurückkehren

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Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.

Königliche Hilfe für die Kriegsopfer in der Ukraine

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Im Osten Europas herrscht Krieg. Wie es dazu kommen konnte, darüber werden uns in einigen Jahrzehnten hoffentlich die Historiker mehr Klarheit verschaffen können. Heute blicken Menschen auf dem ganzen Kontinent nicht nur voll Sorge und Entsetzen auf das Geschehen in der Ukraine, sondern unternehmen vielfältige Anstrengungen, das Leid der unschuldigen Zivilbevölkerung, die zu Millionen aus ihrer Heimat vertrieben wird, zu lindern. Wer sich fragt, wie er selbst einen Beitrag leisten kann, findet hier vielleicht eine Anregung. Während Erzherzog Ferdinand von Österreich als Teil einer weltweiten Online-Bewegung in großem Stil Ferienwohnungen in der Ukraine anmietet, die dann Binnenvertriebenen zur Verfügung gestellt werden können, und dazu aufruft, es ihm gleichzutun, haben inzwischen die ersten Kinder aus dem Kriegsgebiet mit Unterstützung der Prinzessin Kira von Preußen-Stiftung auf der Burg Hohenzollern Aufnahme gefunden.

Neun Kinder aus der Ukraine und zwei Pflegemütter haben auf Burg Hohenzollern Aufnahme gefunden. Aus Potsdam reisten Hausherr Prinz Georg Friedrich und seine Frau Prinzessin Sophie von Preußen an.

Herzog Franz und Prinz Ludwig von Bayern haben dem hauseigenen Hilfsverein Nymphenburg, der seit Jahren unter anderem in Rumänien in der landwirtschaftlichen Entwicklungshilfe tätig ist, eine großzügige Spende zukommen lassen, damit von dort aus Hilfsgüter in die Grenzregion gebracht werden können. Bei diesen Initiativen dürfen wir absolut sicher sein, daß unsere Spenden in guten Händen sind und den Notleidenden unmittelbar zugutekommen! T.G.

Hilfsverein Nymphenburg
HypoVereinsbank München
IBAN: DE74 7002 0270 0015 4088 11
BIC: HYVEDEMMXXX
Stichwort: Hilfsaktion Ukraine

Prinzessin Kira von Preußen Stiftung
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE95 6012 0500 0008 7965 00
BIC: BFSWDE33STG

Die Süddeutsche Zeitung berichtete über die Bemühungen von Herzog Franz (li.) und Prinz Ludwig von Bayern.

Erbprinz Donatus zu Schaumburg-Lippe hat gleichfalls die Initiative ergriffen und konkrete Hilfsmaßnahmen für ukrainische Flüchtlinge ergriffen. Mit einem Hilfskonvoi der Organisation Interhelp machte sich der 28-Jährige auf den Weg an die polnisch-ukrainische Grenze.  Mit anderen Freiwilligen verteilte der Erbprinz Hilfsgüter in Medyka, schrieb Adelswelt. Die Neue Presse (Hannover) veröffentlichte einen Lagebericht, der an Eindringlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt.

Spendenkonten:
IBAN: DE49 2546 2160 0700 7000 00   BIC: GENODEF1HMP
(Volksbank Hameln-Stadthagen)
IBAN: DE32 2545 0110 0000 0332 33   BIC: NOLADE21SWB
(Sparkasse Hameln-Weserbergland)

Lenin hat nicht die Ukraine geschaffen Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 266

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Der Brotfrieden mit der Ukraine 1918

Die Situation in der Ukraine ist Grund genug, einmal auf die Situation zu schauen, wie sie zu Zeiten des 1. Weltkrieges bestanden hat. Damals war ein kleinerer Teil im Westen als ein Teil Galiziens und der Bukowina österreichisch-ungarisches Territorium. Wichtigste Städte dieses Teils waren Lemberg und Czernowitz. Der weit größere Teil gehörte zum Russischen Kaiserreich, wo Kosaken und andere einmal mehr und einmal weniger Autonomie genossen (was auch für die rund 30.000 deutschen Siedler in der Ukraine galt). Dieser Teil war sehr reich an landwirtschaftlichen Erträgen. Das Jahr 1914 sah zunächst eine russische Offensive und die Besetzung weitgehender Teile des Landstriches durch die Truppen des Zaren, bevor sich das Kriegsglück sehr langsam wendete. Im wesentlichen war der Verlauf dieses Teils der Front 1917 identisch mit der alten österreichisch-russischen Grenze. In Deutschland und Österreich förderte man nunmehr bei ukrainischen Kriegsgefangenen die eigentlich nicht besonders ausgeprägten Bestrebungen, einen eigenen Nationalstaat zu errichten und im Zuge der Februarrevolution wurde in Kiew die Zentralrada gegründet, eine Versammlung der Würdenträger des russischen Teils der Ukraine, die jedoch nicht die Unabhängigkeit, sondern Autonomie in einer demokratischen russischen Föderation anstrebte. Dies änderte sich erst mit der Oktoberevolution. Jetzt spaltete sich ein ukrainischer Sowjet ab, der ein Teil des neuen revolutionären Rußlands werden wollte, während die Zentralrada nunmehr die vollständige Unabhängigkeit anstrebte. Die Chance hierzu kam, als die Mittelmächte in Brest-Litowsk gewahr wurden, daß sie von Trotzki hingehalten werden. Dies beförderte den Entschluß, einen Separatfrieden mit der Ukrainischen Volksrepublik zu schließen, welcher am 9. Februar 1918 zustande kam und Brotfrieden genannt wurde, weil umfangreiche Getreidelieferungen aus der Ukraine für die hungernde Bevölkerung der Mittelmächte vereinbart wurden. Im Gegenzug schützten die deutsch-österreichischen Truppen die Ukraine vor Übergriffen der Sowjets. Anders als im Baltikum und in Finnland war für die Ukraine nur am Rand die Etablierung einer Monarchie im Gespräch, weil man mit der Zentralrada schon einen halbwegs handlungsfähigen Ansprechpartner hatte. Sie erwies sich im Anschluß jedoch als nicht stabil genug, um getroffenen Verpflichtungen zu erfüllen und auch der ukrainische Staat verschwand nach dem Ende des 1. Weltkrieges schnell und wurde zum Zankapfel zwischen Polen, Rußland und Rumänien, bis die Westverschiebung Polens bis zum Ende der Sowjetunion für klare Verhältnisse sorgte.

Was kann man heute aus der ukrainischen Geschichte lernen? Das Land spaltet sich aus den beschriebenen geschichtlichen Gründen und historischen Grenzverläufen noch heute in einen pro-mittel- und pro-westeuropäischen und einen pro-russischen Teil und damals wie heute ist das Land daher nicht gerade stabil, sondern ein unsicherer Kantonist. So wie 1918 war die abermalige Entstehung der Ukraine im Zuge des Endes der Sowjetunion aber eher zufällig, und viele Ukrainer hätten sich auch mit mehr Autonomie arrangiert und letztlich sind auch Grenzverläufe immer im Wandel gewesen. Eine Annexion der kompletten Ukraine durch Rußland ist so wenig denkbar, wie ein Beitritt des kompletten Landes zur Nato sinnvoll. Es bleibt daher zu hoffen, daß die Kampfhandlungen bald eingestellt werden und der Frieden nach Europa zurückkehrt. L.R.

Ukraine: Als die Monarchie für das Land ein Weg war

Selbst Eingeweihten sind Monarchisten in der Ukraine nahezu unbekannt. Aber so, wie es Anhänger der monarchischen Staatsform in den USA oder nach 104 Jahren kaiserloser Zeit auch in Deutschland gibt, kämpften in der Ukraine stets Monarchisten mit. Nach 1917 hatten die Mittelmächte die Chance – und den Willen! – eine staatliche Neuordnung auf den Weg zu bringen. Für die Ukraine gab es mehrere Kandidaten für eine zu schaffende Krone. Pavlo Petrovych Skoropadskyi war erfolgreicher Kossakengeneral, der als Hetman eine herausgehobene Position bekleidete. Er war nach der Revolution 1917 bereit, mit den Deutschen zusammenzuarbeiten. Er versuchte nach der Niederlage 1918 mit der Weißen Armee zu kooperieren, doch vor den Bolschewisten mußte er ins Exil nach Deutschland ausweichen. Dort starb er 1945. Sohn Danylo Skoropadskyi trat weiter für eine ukrainische Monarchie ein und wurde 1957 – vermutlich durch KGB-Agenten – vergiftet. Von seinen Nachkommen heißt es: „... his other children have continued to carry the torch for a Ukrainian monarchy to the present day.

Kaiser Wilhelm mit Pavlo Petrovych Skoropadskyi. Der Kaiser war eher für eine monarchische Lösung mit dem Kosakengeneral als mit einem Habsburg-Erzherzog, heißt es.

Bekannter als der Kosakenhetman ist Erzherzog Wilhelm Franz von Österreich, dem der US-Historiker Timothy Snyder eine Biographie widmete. Erzherzog Wilhelm (1895-1948) entstammte dem polnischen Habsburgzweig. Wilhelm kämpfte 1918 mit ruthenischen Einheiten, sprach ukrainisch und wollte König werden. Die Bolschewisten bezwangen ihn und er führte danach ein unstetes Leben zwischen Paris und Wien. Während des 2. Weltkriegs lebte seine Hoffnung für die Ukraine wieder auf, aber er wurde nur von den Nazis benutzt. Nach 1945 strandete er mittellos in Wien. Vermutlich sahen die Sowjets in ihm dennoch eine Gefahr für ihre Beherrschung der Ukraine, denn er wurde 1947 auf offener Straße entführt und in die Ukraine verschleppt. Nach monatelangen Verhören in Kiew ließen ihn die Sowjets am 18. August 1948 (! Geburtstag von Kaiser Franz Joseph I.) an unbehandelter Tuberkulose sterben.

Timothy Snyder: „Der König der Ukraine. Die geheimen Leben des Wilhelm von Habs-burg“, 25,60 €, 416 Seiten. Zsolnay, Wien 2009

In der ARD-Mediathek ist die empfehlenswerte Dokumentation „Wilhelm von Habsburg – Der König der Ukrainejederzeit kostenlos abrufbar. Zu Wort kommen darin auch eine Reihe heutiger Habsburger und Dietmar Stüdemann, ehemaliger deutscher Botschafter in der Ukraine. Der ORF zeigt die Dokumentation an diesem Wochenende.          H. S.

Erklärung der Familie Romanow zum Krieg in der Ukraine

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Die vollständige 266. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Inhalt der 266. Ausgabe:

· Der Brotfrieden mit der Ukraine 1918

· Ukraine: Lösungsweg Monarchie

· Britische Prinzen besuchen Karibikstaaten

· Südsudan: Rückkehr des Königs

· Viel Zustimmung zur norwegischen Monarchie

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Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.

Historikerstreit, den Historiker bestreiten Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 265

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Machtan rezensiert Malinowski: Es geht um die Wissenschaft

Der Historiker Lothar Machtan hat im Cicero eine Rezension des Buches „Die Hohenzollern und die Nazis“ von Stephan Malinowski verfaßt. Die Rezension ist für den Kronprinzen wieder einmal wenig schmeichelhaft. Ihm, der im Weltkrieg, wo man ihm nominell die Führung einer Armee übertragen hatte, immerhin bei seinem Vater den Abbruch der Schlacht von Verdun erreichte, wird wieder einmal jegliches politisches Gespür genauso wie jeder Einfluß abgesprochen, und auch sein Lebenswandel wird kritisiert. Dergleichen kennt man nun schon und selbst Prinz Louis Ferdinand sagte einmal sinngemäß, daß die Eigenschaften, die eine unvorteilhafte Geschichtsschreibung gerne Kaiser Wilhelm II. anlastet, überhaupt nicht bei ihm, aber vielleicht eben doch beim Kronprinzen zu finden gewesen seien (Video Minuten 18 bis 21). Es gibt natürlich auch andere Interpretationen. Dies soll hier jedoch nicht das Thema sein.

Kronprinz Wilhelm bei einem Treffen des durchweg kaisertreuen „Stahlhelms“, der 1935 aufgelöst wurde.

Noch weniger schmeichelhaft ist die Rezension nämlich für Malinowksi. Zusammenfassend könnte man es so sagen: Stephan Malinowski ist für die Geschichtswissenschaft das, was Jan Böhmermann für die Satire ist. So schreibt er das zwar nicht, aber wenn Machtan dem Buch Malinowskis eine „wissenschaftsnahe Form“ attestiert, ist das im Grunde genommen noch vernichtender. Ihm wird so Wissenschaftlichkeit im Grunde völlig abgesprochen. Es geht dann in dem Tenor auch so weiter: Malinowski habe zumeist Quellen aus der linken Presse oder dem den Hohenzollern nicht gewogenen Ausland herangezogen. Nicht in das Narrativ des Autors passende Quellen oder Interpretationen werden nicht beachtet. Der Autor macht aus seiner feindlichen Haltung gegenüber den Hohenzollern, die sich bis zu Kronprinz Georg Friedrich zieht, keinen Hehl.

Man mag sich nun vielleicht verwundert die Augen reiben, daß ausgerechnet Lothar Machtan, der unter anderem auch schon eine Biographie des Prinzen August Wilhelm veröffentlicht hat, sich dazu aufrafft, Malinowski zu kritisieren. Sein Motiv ist aber gar nicht so schwer zu verstehen, denn es geht ihm weniger um die Hohenzollern, als um seine Zunft. Glaubt man Machtan, hat Malinowski – auch hier wieder die Parallele zu Böhmermann – aufgrund eines vom Zeitgeist geprägten politischen Sendungsbewußtseins elementare Regeln seines Berufs nicht beachtet. Setzt sich dieser Trend durch, dann war es das für die Geschichtswissenschaft. Zu allen Zeiten haben Herrschende versucht, auch die Geschichte heranzuziehen, um die eigene Herrschaft zu rechtfertigen. Im Kaiserreich wollte Wilhelm II. seinem Großvater den Namen „der Große“ anheften und in der DDR mußte alles unter dem Gesichtspunkt der Produktionsverhältnisse und des unaufhaltbaren Sieges des Sozialismus betrachtet werden. Soweit mag es heute vielleicht noch nicht sein, aber auch heute sprechen Politiker in einer erstaunlichen Nähe zu Voltaires „Candide“ davon, daß wir im besten Deutschland leben, welches wir je hatten. Damit wollen sie wohl vor allem sagen, daß dies aufgrund ihrer weisen Führung so ist und das Volk ihnen sozusagen in ewiger Dankbarkeit verbunden zu sein hat. Geschichtswissenschaft, die sich mit den Herrschenden gemein macht, in dem sie aus politischen Motiven heraus alles schlecht macht, was davor war, verliert ihre Unabhängigkeit und auch ihre Ehrbarkeit. Wenn jetzt neben Machtan mehrere andere Historiker Malinowski laut widersprechen, dann wohl aus diesem Grund.   L.R.

Zum 70. Thronjubiläum wendet sich Königin Elizabeth II. als „Ihre Dienerin“ an ihre Völker

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Die vollständige 265. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Inhalt der 265. Ausgabe:

· Machtan rezensiert Malinowski: Es geht um die Wissenschaft

· Königin Elizabeth nimmt ihre Pflichten weiter wahr

· Italien: Ein Präsident, den niemand will

· Ägyptens König Fuad II. 70 Jahre alt· 

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