Bulgariens Kronprinz Kardam gestorben

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Kronprinz Kardam, Fürst von Tornovo, und Kronprinzessin Miriam von Bulgarien.

Kronprinz Kardam, Fürst von Tornovo, und Kronprinzessin Miriam von Bulgarien.

Kronprinz Kardam von Bulgarien, Fürst von Turnovo, Herzog von Sachsen, erlag am 7. April um 11.30 Uhr seinen schweren Verletzungen, die er in einem Autounfall am 15. August 2008 erlitten hatte. Neben zahlreichen Knochenbrüchen und Schädelverletzungen waren seine Hände so schwer in Mitleidenschaft gezogen, daß sie amputiert werden mußten. Mehrere Monate lag der Kronprinz im Koma. Als er schließlich erwachte, war er völlig gelähmt und hatte sein Sprachvermögen verloren. Auch die Verlegung in Spezialkrankenhäuser in Galizien brachte keine Besserung. Über die Jahre machte seine Gesundheit keine Fortschritte. (Siehe Corona 32, Bulgarien: Ein behinderter Thronerbe?).

Geboren wurde Kronprinz Kardam als ältester Sohn von König Simeon II. und Königin Margarita der Bulgaren am 2. Dezember 1962 in Madrid, wo der Herrscher, der 1943 die Nachfolger seine Vaters, König Boris III. angetreten hatte, im Exil lebte.

Als Kind besuchte er das französische Gymnasium in Madrid und arbeitete nach einem Studium in den USA. Am 11. Juli 1996 heiratete er Doña Miriam de Ungría y López. Das Paar hat zwei Söhne: Prinz Boris (*12. Oktober 1997 in Madrid) und Prinz Beltrán (*23. März 1999). Prinz Boris ist Bulgariens neuer Kronprinz.

Wie bekannt wurde, soll das Begräbnis von Kronprinz Kardam am Mittwoch, 8. April, 12.30 Uhr auf dem madrilenischen Friedhof San Isidro de Madrid stattfinden. Neben den Angehörigen des bulgarischen Königshauses werden auch Mitglieder der spanischen Königsfamilie bei den Feierlichkeiten erwartet.

Zu den ersten Freunden, die der bulgarischen Königsfamilie nach dem Tod von Kronprinz Kardam ihr Mitgefühl ausdrückten, gehörte Königin Sofìa von Spanien, hier bei einer Umarmung Kön Simeons II.

Zu den ersten Freunden, die der bulgarischen Königsfamilie nach dem Tod von Kronprinz Kardam ihr Mitgefühl ausdrückten, gehörte Königin Sofìa von Spanien, hier bei einer Umarmung König Simeons II.

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 146

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Monarchie als Standortvorteil

Während zahlreiche Langzeitpräsidenten im Verlauf des sogenannten arabischen Frühlings aus dem Amt gefegt wurden, traf es keine einzige Monarchie. Im Königreich Marokko liegt dies auch daran, daß König Mohammed VI. schon lange vor Ausbruch der Unruhen in der arabischen Welt Reformen einleitete: So führte er ein flächendeckendes Bildungssystem ein, verbot die Polygamie und verbesserte die Stellung der Frauen in dem islamischen Land, stabiliserte die Sicherheitssituation im Hinblick auf die Westsahara und führte auch Hilfen für Arbeitslose ein. Mittel- und langfristig zahlt sich dies nun doppelt aus, denn die Länder, in denen sich der arabische Frühling nicht ausgewirkt haben, haben Standortvorteile, da die Sicherheitslage ein bedeutendes Kriterium bei der Entscheidung ist, wo man investieren oder seinen Urlaub verbringen möchte.

König Mohammed VI. beim Freitagsgebet an Karfreitag in der Achouhada-Moschee.

König Mohammed VI. beim Freitagsgebet an Karfreitag in der Achouhada-Moschee.

Der Weg, ein vollständig entwickeltes Land zu werden, ist dennoch weit: Noch immer haben Berberfamilien teilweise zehn Kinder und es ist unmöglich, allen Bildung oder eine Arbeit zukommen zu lassen, so daß zwei bis drei Familienangehörige meist für alle anderen aufkommen. Auch ist der Unterschied zwischen ländlicher und städtischer Entwicklung gravierend, was nicht nur anhand der verschleierten beziehungsweise nicht verschleierten Frauen oder der Bausubstanz von Wohngebäuden erkannt werden kann. Wenn man an Marokko jedoch den Maßstab anderer afrikanischer Länder anlegt, sind dies geradezu Luxusprobleme.

Weil sie dies wissen, lieben die Marokkaner die Königsdynastie der Alawiden: Während Mohammed V. die Unabhängigkeit von den Franzosen erstritt, und Hassan II. durch zahlreiche Infrastrukturverbesserungen die Grundlage eines modernen Landes schuf, war es Mohammed VI. erstmals möglich, auch etwas von dem geschaffenen Wohlstand umzuverteilen. Fast in jedem Geschäft hängt daher ein Bild von ihm und wenn irgendetwas auf die Entscheidung des Königs zurückgeht, wird dies stets besonders betont. L.R.

Staatsbegräbnis nach 530 Jahren

In Deutschland verabschiedet man sich immer mehr aus der Geschichte. In Berlin und Brandenburg wird es vom kommenden Jahr an wohl keinen Geschichtsunterricht in den Klassen fünf und sechs mehr geben. Statt dessen sollen die Schüler im Fach Gesellschaftswissenschaften unterrichtet werden. Da kann es nicht überraschen, daß zunehmend die Meinung herrscht, alles, was vor 1945 passierte, stammt aus einer verdammenswerten Periode, die glücklicherweise überwunden wurde. In dieser strukturkonservativen Denkungsart gilt nur die Gegenwart als eine gute Zeit, die man hochhält.

In der Kathedrale von Leicester stand der von einem Verwandten Richards gezimmerte einfache Sarg vier Tage und Tausende erwiesen persönlich dem letzten Plantagenetmonarchen die letzte Ehre.

In der Kathedrale von Leicester stand der von einem Verwandten Richards gezimmerte einfache Sarg vier Tage und Tausende erwiesen persönlich dem letzten Plantagenetmonarchen die letzte Ehre.

Wie anders doch im Vereinigten Königreich, wo am 26. März in Leicester 530 Jahre nach seinem Tod König Richard III. zur letzten Ruhe gebettet wurde. Der König fïel 1485 in der Schlacht von Bosworth. Heinrich Tudor hatte ihm die Krone streitig gemacht und hätte es nicht einen Verräter in den Reihen des Königs gegeben, wäre ihm das Schicksal vielleicht erspart geblieben, als Erzschurke in die Annalen einzugehen. Das nachfolgende Jahrhundert unter der Tudor-Dynastie meinte es nicht gut mit dem letzten König aus dem Haus Plantagenet. Diverse Geschichtsbücher entstanden unter dem neuen Königshaus und auch Schauspiele wurden verfaßt, die an König Richard III. kein gutes Haar ließen, am prominentesten ist Shakespeares gleichnamiges Theaterstück.

Zehntausende säumten die Straßen, als der Sarg mit den sterblichen Überresten König Richards III. vom Schlachtfeld Bosworth nach Leicest in die Kathedrale überführt wurde. Das Fernsehen war live dabei und übertrug die Zeremonie vier Stunden lang.

Zehntausende säumten die Straßen, als der Sarg mit den sterblichen Überresten König Richards III. vom Schlachtfeld Bosworth nach Leicester in die Kathedrale überführt wurde. Einen einzigen Protest gab es: Zwei Menschen hielten ein Banner hoch: No Gods! – No Masters! stand darauf zu lesen. Keine Störer nutzten die Gelegenheit zur Selbstdarstellung. Das Fernsehen war live dabei und übertrug die Zeremonie vier Stunden lang.

Aber der verfemte Monarch hatte auch seine Anhänger, die nichts unversucht ließen, um den übel beleumdeten König ins rechte Licht zu rücken, die keiner vorherrschenden Propaganda blind vertrauten, sondern selber dachten und Klischees hinterfrugen. Den unverdrossenen Königstreuen ist es zu verdanken, daß König Richards Gebeine 2012 unter einem Parkplatz gefunden und dank DNS-Analyse einwandfrei identifiziert wurden. Nachfahren seiner Schwester Anne leben heute in Australien und Kanada. Sie ausfindig zu machen, ist ein weiteres Verdienst der Spurensuche der Gesellschaft.

Den absoluten Höhepunkt stellte nun die feierliche Bestattung mit allem Pomp, der einem einst regierenden Monarchen zusteht, dar. Das Oberhaupt der katholischen Kirche von England und Wales, Kardinal Vincent Nichols hielt eine bemerkenswerte Predigt am Sarg König Richards und lobte seine Verdienste. Zehntausende Menschen säumten die Straßen von Leicester und trotzten schlechtem Wetter, um stundenlang darauf zu warten, am Sarg des Königs zu defilieren. Unverständnis rief dies beim Deutschlandradio Kultur hervor, wo Moderator Vladimir Balzer das ganze „grotesk“ fand. Viel Ehre für einen Gewaltmenschen sei dies. Aber Geschichte läßt sich nur aus der Zeit heraus verstehen. Briten können das. Den Deutschen geht dieses Gespür für Geschichte immer mehr verloren. H.S.

Sechs Unteroffiziere des Leicester Regiments ließen den Sarg in die Gruft hinab.

Sechs Unteroffiziere des Leicester Regiments ließen den Sarg in die Gruft hinab.

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Die vollständige 146. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 146

  • Monarchie als Standortvorteil
  • Prinzessin für‘s Kaiserhaus
  • Jemen: Monarchie als Konfliktlösung
  • Staatsbegräbnis nach 530 Jahren
  • Cluj hißt die Flagge der Monarchie

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Prinz Georg Friedrich und Prinzessin Sophie von Preußen Eltern einer Tochter

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Prinz Georg Friedrich und Prinzessin Sophie von Preußen sind Eltern einer Prinzessin geworden! Prinzessin Emma Maria von Preußen wurde am heutigen 2. April in Bremen geboren.

Das Corona-Team gratuliert den Eltern zu ihrer Tochter und wünscht der ganzen Kaiserfamilie viel Glück und Gesundheit.

Die junge Preußenprinzessin hat zwei ältere Brüder: Erbprinz Carl Friedrich und Prinz Louis Ferdinand von Preußen erblickten am 20. Januar 2013 das Licht der Welt.

Die zweite Schwangerschaft von Prinzessin Sophie wurde erst im März 2015 und damit gerade einmal einen Monat vor dem zuvor errechneten Geburtstermin bekannt. Die werdenden Eltern wollten während der Schwangerschaft jeden Medienrummel vermeiden.

Wir sagen: Herzlichen Glückwunsch!

Fürst Otto von Bismarcks 200. Geburtstag – Eine persönliche Betrachtung

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Von Christian Schwochert

Der 1. April 2015 ist ein ganz besonderer Tag.

Denn an diesem Tag wurde vor 200 Jahren der Reichsgründer Otto von Bismarck in Schönhausen geboren. Vor kurzem liefen deswegen sogar einige Dokus auf dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). Am Donnerstag (26. März)  lief „Otto von Bismarck – Der Junker aus der Altmark” und am Sonntag (29. März) folgte dann „Bismarck – Kanzler und Dämon“. Beide Dokumentationen sind leider alles andere als objektiv. Die Letztgenannte habe ich vor einem Jahr schon einmal gesehen und allein der Titel sagte eigentlich schon alles.

Doch ich tat sie mir trotzdem an und kam nicht umhin mir immer wieder zu sagen:
„Mein Gott. Der arme Bismarck. Womit hat er das verdient?” Aber es hätte mir eigentlich klar sein müssen, daß die Zeitgeistmedien und Zeitgeisthistoriker auf dem besten Kanzler, den wir je hatten, herumhacken würden.

So wurde ein völlig unsinniger Zusammenhang von Bismarck zu Hitler unterstellt und mal wieder die Nazikeule geschwungen, obwohl doch eigentlich jedem klar sein müßte, daß Bismarck soviel mit Hitler gemeinsam hat wie die Erde mit dem Pluto.

Überhaupt war das deutsche Kaiserreich ein sehr toleranter Staat, so konnte zum Beispiel während des Ersten Weltkrieges völlig problemlos das Buch „Der Untertan” erscheinen, wohingegen der heute lebende, türkischstämmige Autor Akif Pirincci nach Erscheinen seines Buches „Deutschland von Sinnen” enorme Repressalien erdulden mußte.

Die Fernsehdokumentation „Der Junker aus der Altmark” war jedenfalls auch eher wenig hilfreich. Die Hauptbeschäftigung des Bismarckdarstellers war es, schwarz-rot-goldene Fahnen zu entfernen, oder schwarz-rot-goldene Schleifchen herunterzureißen. Das Ganze hatte den Beigeschmack von Propaganda à la „Seht her, was der Kerl mit euren Nationalfarben macht! Haßt ihn dafür!” Ich empfand beide Dokumentationen jedenfalls als eine Unverschämtheit. Da lese ich lieber BismarcksGedanken und Erinnerungen“.

Dort schreibt der Kanzler selbst und man kann einen Einblick in seine Denk- und Fühlweise erlangen. Man erfährt, was er in den entscheidenen Momenten der deutschen Geschichte gewollt, gedacht und empfunden hat. Man erfährt auch viel über seinen Werdegang. Durch die guten politischen Kontakte seiner geliebten Ehefrau schaffte es Bismarck 1847, als Nachrücker in den Berliner Landtag zu kommen. Vier Jahre später wurde er Preußens Gesandter beim Deutschen Bund in Frankfurt. Weitere Stationen seiner bewundernswerten Karriere waren Sankt Petersburg und Paris. König Wilhelm I. rief ihn von Frankreich nach Berlin zurück. Dort wurde er zum preußischen Ministerpräsidenten und Außenminister ernannt. Im Schleswig-Holstein-Konflikt gelang es ihm, im Deutsch-Dànischen Krieg die europäischen Großmächte von einer Intervention zugunsten Dänemarks abzuhalten. Zwei Jahre später besiegten Preußen und seines Verbündeten die österreichische Armee und die seiner süddeutschen Bündnisgenossen, womit Österreich aus dem Deutschen Bund ausschied und die großdeutsche Reichseinigung unter Österreichs Führung keine Option mehr war.

Die Franzosen, die sich 1866 zwar neutral verhielten, aber Sympathien für Österreich erkennen ließen, sannen seit der Niederlage Österreichs auf „Rache für Sadowa“. Hätte der Krieg mehrere Jahre gedauert, so wie es sich viele französische Politiker gewünscht hatten, hätte Frankreich irgendwann in den Konflikt eingreifen und ordentlich Gebiete erobern können. Doch es kam alles anders und aus der „Rache für Sadowa” wurde ein zweites Waterloo. Bei Sedan wurden die Franzosen von der deutschen Armee geschlagen, Napoleon III. kapitulierte.

Am 18. Januar 1871 war Otto von Bismarck dann am Ziel. König Wilhelm I. wurde im Spiegelsaal von Versailles zum Kaiser des vereinten Deutschlands proklamiert. Zwei Monate später war Bismarck dann der erste Reichskanzler des neugegründeten Deutschen Reiches. Nun tat er durch kluge Bündnispolitik alles in seiner Macht Stehende um das Erreichte zu sichern.

Was werden wohl die Politiker der heutigen BRD am 1. April sagen? Viele werden vermutlich gar nichts sagen, denn es mangelt ihnen an Geschichtsbewußtsein. Einige werden vielleicht etwas sagen. Aber werden sie die positiven Seiten Bismarcks loben und sich seine kluge Außenpolitik zum Vorbild nehmen, oder werden sie auf Bismarck herumhacken und zeitgeistmäßig sich von ihm distanzieren? Ich hoffe auf ersteres.

Fürst Bismarck auf seinem Totenbett

Fürst Bismarck auf seinem Totenbett am 31. Juli 1898

Württembergs Künstler-Königin wird 75

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Bei der Herzogin zischt und spritzt es.

Bei der Herzogin zischt und spritzt es.

Wenn sie im Blaumann ein Fernsehteam durch ihre Werkstatt führt, schwingt Stolz mit, dabei ist Ihre Königliche Hoheit Herzogin Diane von Württemberg auch zuhause in der Glamourwelt des Adels.

An diesem 24. März kann die erste Dame des Landes ihren 75. Geburtstag feiern.

In Altshausen werden ihr Mann, SKH Herzog Carl von Württemberg, ihre Kinder und Enkel und natürlich viele Menschen aus dem Württemberger Ländle ihr die Ehre erweisen. Das Fernsehen und das offizielle Baden-Württemberg scheinen sich bereits an ihrem 70. Geburtstag so verausgabt zu haben, daß sie in diesem Jahr zu keinen großen Anstrengungen mehr in der Lage sind.

Herzogin Diane: Königliche Repräsentantin

Herzogin Diane: Königliche Repräsentantin

Bei ihrer Geburt stand der Zufall des 2. Weltkriegs Pate. Diane Françoise Maria da Gloria d’Orléans kam als Ostersonntagskind in der Kaiserresidenzstadt Petrópolis zur Welt, als sechstes Kind des Dauphins der französischen Königsfamilie, allerdings war der Thronanwärter bei der Geburt nicht in Brasilien dabei, sondern erfüllte Aufgaben in Europa. Obwohl ihr Vater, Prinz Henri, Graf von Paris, wegen der harschen Exilgesetze Frankreich nicht betreten durfte, bereiste er in den ersten Monaten des Jahrs 1940 europäische Hauptstädte – Sofia, Belgrad, Athen und Rom –, um für französische Behörden bei seinen königlichen Verwandten eine Gefahrenabschätzung vorzunehmen1). Seine Ehefrau, Prinzessin Isabel von Frankreich, geborene Prinzessin von Orléans e Bragança entstammte der brasilianischen Kaiserfamilie. Sie hatte 1939 bei ihrer Familie in Brasilien Zuflucht gesucht.

Der Graf und die Gräfin von Paris mit acht Kindern (womit das Photo auf 1943 oder 1944 datiert werden kann).

Der Graf und die Gräfin von Paris mit acht Kindern (womit das Photo auf 1943 oder 1944 datiert werden kann).

Erst 1941 konnte der Graf von Paris seine Tochter Diane kennenlernen. Die ganze Familie war zwar wiedervereinigt, aber für sie gab es ein unstetes Wanderleben: Marokko, Spanien, Portugal, Belgien waren die Länder, in denen sich der Graf und die Gräfin von Paris in den 40er Jahren aufhielten. Für ihre wachsende Kinderschar – elf Kinder wurden es mit der Geburt des jüngsten, Prinz Thibaut *1948 – bedeuteten die vielen Aufenthaltswechsel ständig neue Sprachen zu lernen. In Portugal, das als neutrales Land für viele Flüchtlinge zum Zufluchtsort wurde, auch und besonders für Könige wie König Umberto II. von Italien, König Carol II. von Rumänien, Königinwitwe Giovanna der Bulgaren, der spanische Thronprätendent Don Juan, Graf von Barcelona lebten in Lissabonner Vororten, lernte Prinzessin Diane unter anderem Don Juan Carlos kennen, der spätere König von Spanien lebte mit seiner Familie dort, bevor er von seinem Vater zur Ausbildung nach Spanien gesandt wurde.

Sie selbst hielt sich für ein „eigenwilliges Kind“ und so wird sie auch in Stéphane Berns Buch charakterisiert. Mit 14 Jahren begann Prinzessin Diane ihre intensive künstlerische Tätigkeit, indem sie Seidenmalereien kreierte. Eine durch Malfarben erlittene schwere Vergiftung veranlaßte sie später zu geloben, im Fall ihrer Genesung ihr künstlerisches Schaffen in den Dienst ihrer Mitmenschen zu stellen. Ihre Phantasie hat sie an zahlreichen Techniken ausgelebt: Holzmalerei, Siebdruck, Stuck, Glasmalerei oder Metallskulpturen. Im Schloß Altshausen trägt die renovierte Remise den Namen „Galerie DxDiane“, denn zahlreiche Werke der Künstlerin sind dort ausgestellt. Überall im Schloß und dessen Park sind die Werke des Kunstschaffens der Herzogin präsent.

Die französische Braut 1960.

Die französische Braut 1960.

In einem Interview sagte sie 2010: „Meine Eltern waren sicher froh, daß ich schon mit 20 Jahren geheiratet habe und von zu Hause weggegangen bin.“ Die Begegnung mit ihrem künftigen Mann stellte sie im SWR so dar: „Wir trafen uns in Portugal als ich 15 Jahre alt war. Damals dachte ich noch nicht daran, den Herzog zu heiraten. Daß er Deutscher war, stellte kein Problem dar. Papa hatte mir geraten, deutsch zu lernen, aber das wollte ich nicht, denn deutsch war so schwierig.” Verschmitzt fügte sie hinzu: „Und dann wollte ich nicht in einem Land leben, das so kalt ist wie Deutschland. Und nach der Hochzeit frug mein Vater: ‚Na, hatte ich nicht recht?’”

Am 18. Juli 1960 heiratete Prinzessin Diane von Frankreich standesamtlich Herzog Carl von Württemberg, den Erben des Hauschefs, Herzog Philipp Albrecht von Württemberg. Die kirchliche Trauung wurde am 21. Juli 1960 in der Schloßkirche von Altshausen gefeiert, am heutigen Stammsitz der württembergischen Königsfamilie. Es war eine Zeit, da diese deutsch-französische Verbindung noch für ein gewisses Aufsehen sorgte. „Danke schön, bitte schön“ seien die einzigen deutschen Worte gewesen, die sie damals gesprochen habe, erzählt die Herzogin mit heute noch hörbarem Akzent. Ein Problem war das allerdings nie: „Die Familie Württemberg spricht so gut französisch.

Württembergs Königsfamilie 1985 vor Schloß Altshausen.

Württembergs Königsfamilie 1985.

Die weltläufige Französin wiederum brachte mit ihrem Temperament und einem Schuß Extravaganz Farbe ins bedächtige Schwabenland. Die Familie wuchs schnell:

Herzog Friedrich *am 1. Juni 1961
Herzogin Mathilde *am 11. Juli 1962
Herzog Eberhard *am 20. Juni 1963
Herzog Philipp *am 1. November 1964
Herzog Michael *am 1. Dezember 1965
Herzogin Eleonore Fleur *am 4. November 1977

Das künstlerische Werk von Herzogin Diane findet auf der ganzen Welt Bewunderung und Anerkennung und ist in zahlreichen Ausstellungen in der ganzen Welt gezeigt worden. Der Erlös ihrer Werke fließt in ihre Stiftungen. Die Diane Herzogin von Württemberg, Prinzessin von Frankreich-Stiftung mit Sitz in Schloß Altshausen wurde 1979 als gemeinnützige Stiftung gegründet. Sie setzt das Bemühen IKH der Herzogin von Württemberg fort, die Jugendfürsorge, aber auch die württembergische Kunst-, Kultur- und Denkmalpflege zu unterstützen und die französischen Stiftung Les Enfants de la Vie (1989) für Projekte für Kinder in den Elendsvierteln der Dritten Welt.

Bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Staatlichen Universität Sankt Petersburg 2010.

Bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Staatlichen Universität Sankt Petersburg 2010.

Als Ihrer Königlichen Hoheit 2011 der Verdienstorden des Lands Baden-Württemberg verliehen wurde, hieß es in der Laudatio des Ministerpräsidenten:

Diane Herzogin von Württemberg engagiert sich seit Jahrzehnten mit den von ihr eingerichteten Stiftungen für bedürftige Kinder, für die Jugendpflege und den Schutz von Kulturgütern. Ihr Engagement erstreckt sich neben Deutschland auch auf Südamerika, Russland und Tibet. Sie ist unter anderem Patin eines Mehrgenerationenhauses in Freudenstadt und Schirmherrin der Restaurierung der Kirche St. Salvator in Schwäbisch Gmünd. Die Universität St. Petersburg verdankt dem Engagement von Diane Herzogin von Württemberg eine deutsche Bibliothek, und ein Krankenhaus für krebskranke Kinder in Paraguay konnte mit ihrer Hilfe einen neuen Anbau erstellen. Mit hohem persönlichem Einsatz steht sie dem Kuratorium der Stiftung Kinderland vor. Auf ihre Initiative ist es zurückzuführen, dass es heute ein Modellprojekt zur Förderung der musisch-kreativen Begabung bereits im Kindergartenalter gibt.

Auch wenn sie keine Krone trägt und weit entfernt ist vom Image der Landesmutter, so hat sich Herzogin Diane von Württemberg doch um ihr Land verdient gemacht.

Alles Gute zum 75. Geburtstag, Königliche Hoheit!

Der ehemalige französische Minister Jean-Jacques Aillagon heftet Herzogin Diane den Orden an, mit dem sie zum Chevalier de la Légion d'Honneur ernannt wird.

Der ehemalige französische Minister Jean-Jacques Aillagon heftet Herzogin Diane den Orden an, mit dem sie zum Chevalier de la Légion d’Honneur ernannt wird.

 

1) Stéphane Bern, Diane de France, La Princesse Rebelle, Flammarion 2003, S. 19

 

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 145

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Nachwuchs im Haus Preußen

Im Haus Hohenzollern wird erneut Nachwuchs erwartet: Kronprinz Georg Friedrich und Prinzessin Sophie von Preußen erwarten ihr drittes Kind. Als möglicher Termin der Geburt gilt der April, auch wenn das Prinzenpaar wie schon im Zusammenhang mit den beiden erstgeborenen Zwillingen ihr Privatleben strikt vor der Presse verbirgt – die Schwangerschaft von Prinzessin Sophie kam nur ans Licht, weil Georg Friedrich seit Herbst alleine auftritt.

Seit neuestem mit Bart: Kronprinz Georg Friedrich von Preußen erhielt vom nord-rhein-westfälischen FDP-MdL Kai Abrus-zat einen besonderen Photodruck des Kaiser-Wilhelm-Denkmals an der Porta Westfalica.

Seit neuestem mit Bart: Kronprinz Georg Friedrich von Preußen erhielt vom nordrhein-westfälischen FDP-MdL Kai Abruszat einen besonderen Photodruck des Kaiser-Wilhelm-Denkmals an der Porta Westfalica.

In der Tat machte Prinz Georg Friedrich zuletzt vor allem mit Sachthemen öffentlich auf sich aufmerksam: So gilt es, für die Sanierung der Potsdamer Friedenskirche 6,5 Millionen Euro zu sammeln, wofür sich der Prinz auch deshalb sehr engagiert, weil er dort Prinzessin Sophie geheiratet hat. Außerdem spach er in Minden vor einem Kreis von FDP-Mitgliedern und Sympathisanten des Mühlkreises über die heutige Bedeutung der preußischen Tugenden für Unternehmen, was auch der beruflichen Tätigkeit des Prinzen entspricht, da er in der Wirtschaftsförderung tätig ist. Ob ein Auftritt mit dem Prinzen freilich die FDP wird retten können, darf stark angezweifelt werden. L.R.

Waterloo – eine Niederlage, die noch heute schmerzt

Wenn sich am 18. Juni im belgischen Waterloo die Staatsmänner Europas versammeln werden, um der Schlacht vor 200 Jahren zu gedenken, wird vermutlich auch der französische Präsident Hollande unter ihnen sein. Jedoch wird er in gedämpfter Feierstimmung teilnehmen, auch wenn die Niederlage Napoléons Europa nach 23 Jahren Krieg endlich Frieden brachte. Die revolutionären Truppen Frankreichs verwüsteten Europa, doch noch heute scheint man das in Paris eher als „Kollateralschaden“ zu betrachten.

Belgien wollte anläßlich des 200. Jahrestags eine Zwei-Euro-Gedenkmünze prägen. Frankreich legte dagegen sein Veto ein. Begründung:

La circulation de pièces portant des symboles négatifs pour une fraction de la population européenne nous semble préjudiciable, dans un contexte où les gouvernements de l’Eurozone tentent de renforcer l’unité et la coopération au sein de l’union monétaire.
(Die Ausgabe von Münzen, die Symbole tragen, die ein Teil der europäischen Bevölkerung als negativ ansieht, wirkt nach unserer Meinung nachteilig, da sich die Regierungen der Eurozone doch bemühen, Einigkeit und Zusammenarbeit in den Mittelpunkt der Währungsunion zu stellen.)

Die von Frankreich verbotene 2-Euro-Gedenkmünze ist den republikanischen Gefühlen der herrschenden Partei zuwider.

Die von Frankreich verbotene 2-Euro-Gedenkmünze ist den republikanischen Gefühlen der herrschenden Partei zuwider.

Nett, wie man aus einer französischen Befindlichkeit gleich einen „Teil der europäischen Bevölkerung“ macht. Daß die Niederlage Napoléons von der damaligen europäischen Bevölkerung als Befreiung gefeiert wurde, wird im Paris von heute völlig ausgeblendet. Von einer Aufarbeitung der Vergangenheit, die ja immer gerne von anderen gefordert wird, ist also in bezug auf das Ende der Revolutionskriege wenig zu spüren.

Aber die Belgier wären keine Belgier, wenn sie nicht ihrem großen Nachbarn im Westen ein Schnippchen schlagen könnten. Statt eines Zwei-Euro-Geldstücks prägt die königliche Münze von Belgien einfach eine 2,50-Euro-Münze.

Gegen die 2,50-Euro-Münze hilft kein französisches Veto. Ihre Herausgabe bedarf nicht der einstimmigen Billigung der Eurogruppe

Gegen die 2,50-Euro-Münze hilft kein französisches Veto. Ihre Herausgabe bedarf nicht der einstimmigen Billigung der Eurogruppe

Dieses ungewöhnliche Stück kann von Frankreich nicht verhindert werden. Es wird jedoch kaum den Weg in den Geldkreislauf Europas finden, weil es schon jetzt als Sammlerobjekt gilt. Ursprünglich wollte die königliche Münze Belgiens 175.000 Stück prägen lassen, was bei Kosten von 55.000 € einen schönen Reingewinn beschert hätte. Mit dem Presserummel und dem höheren Ausgabepreis kann die königliche Münze eine größere Stückzahl prägen und einen noch ansehnlicheren Gewinn ans belgische Finanzministerium überweisen.

Wie fast immer, blendet die französische Republik aus, daß 1815 die Mehrheit der Bevölkerung royalistisch gesonnen und nur Minderheiten republikanisch oder bonapartistisch eingestellt waren. Wie Royalisten den 18. Juni 1815 beurteilen, zeigt der Nachrichtendienst La Faute à Rousseau, der König Ludwig XVIII. als die einzig geeignete Person bezeichnet, die im Stand war, Frankreich zu versöhnen.

Egal, wer am 18. Juni in Waterloo die deutsche Seite repräsentieren wird, mindestens einen Vertreter des Hauses Preußen wird man unter den Ehrengästen finden: Der 9. Herzog von Wellington, der am 31. Dezember 2014 Nachfolger seines im Alter von 99 Jahren gestorbenen Vaters wurde, ist mit Prinzessin Antonia von Preußen verheiratet. Die Nichte von Prinz Louis Ferdinand, Tochter seines jüngsten Bruders, Prinz Friedrich von Preußen (1911 – 1966), heiratete 1977 in London Charles Wellesley, Marquess Douro, wie der Erbe des Herzogstitels damals noch hieß. Traditionsbewußt wie die Briten sind, wird zur 200. Wiederkehr der Schlacht in der Londoner St. Paul’s Cathedral ein Gedenkgottesdienst für die Gefallenen von Waterloo und der Napoleonischen Kriege abgehalten werden und der Herzog von Wellington wird in seiner Residenz Apsley House ein Festbankett veranstalten – wie es seit Jahrzehnten im Gedenken ans siegreiche Kriegsende der Brauch ist. H.S.
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Die vollständige 145. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 145

Inhalt der 145. Ausgabe:

  • Nachwuchs im Haus Preußen
  • Waterloo – eine Niederlage, die noch immer schmerzt
  • Großvater des osmanischen Staatsgründers heimgeholt
  • Nostalgie nach dem Schah im Iran

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Prinzessin Sophie von Preußen erwartet im April Nachwuchs

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SKH Prinz Georg Friedrich und IKH Prinzessin Sophie von Preußen erwarten im April die Geburt ihres dritten Kinds. Am 20. Januar 2013 gebar die Frau des Hohenzollernchefs Zwillinge,  IKH Hauserbe Prinz Carl Friedrich und Prinz Louis Ferdinand von Preußen.

Die kaiserliche Hochzeit am 27. August 2011 war ein großes Medienereignis und der RBB übertrug die Feierlichkeiten live aus der Friedenskirche.

Die kaiserliche Hochzeit am 27. August 2011 war ein großes Medienereignis und der RBB übertrug die Feierlichkeiten live aus der Friedenskirche.

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 144

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Die Parteien haben sich den Staat zur Beute gemacht

Am 31. Januar 2015 ist der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker gestorben. Die bundesrepublikanischen Medien und die Politik waren sich darin einig, daß es sich hierbei um einen „großen” Bundespräsidenten handelte, soweit es dieses Amt eben zuläßt, und in den Gedenkreden wurde der Schwerpunkt immer wieder auf seine Rede mit der Interpretation des 8. Mai 1945 als Befreiung gelegt. Auf die Frage, ob dies die Mehrheit der Deutschen damals tatsächlich so empfand, soll hier nicht eingegangen werden. Vielmehr ist interessant, auf welchen Ausspruch von ihm überhaupt nicht eingegangen wurde: Der Vorwurf, daß sich die Parteien den Staat zur Beute gemacht haben, kam in dem Gedenken an ihn in Politik und Medien überhaupt nicht vor.

Karl Hugo Weizsäcker, ab 1916 von Weizsäcker, war zwischen 1906 und 1918 Ministerpräsident des Königreichs Württemberg.

Karl Hugo Weizsäcker, ab 1916 von Weizsäcker, war zwischen 1906 und 1918 Ministerpräsident des Königreichs Württemberg.

Weizsäcker, dessen Ahnen im Gefolge des Königs von Württemberg dienten, brachte aufgrund seiner aristokratischen Herkunft dem grauen Amt des Bundespräsidenten etwas Flair und trotz seiner Parteikarriere konnte er sich vielleicht auch etwas Unabhängigkeit bewahren. Daß er sich mit seiner Forderung nach einer Beschneidung der Macht der Parteien nicht durchsetzen konnte, sondern vielmehr das Gegenteil eintrat und die Parteien jeden Tag mächtiger werden, ist der Schwäche des Amtes geschuldet, welches letztlich auch von den Parteien dominiert wird, die sich in der Bundesversammlung einen gefügigen Präsidenten wählen können. Und wenn sie sich einmal vertan haben, dann wählen sie in der nächsten Legislatur eben einen neuen. Da kann man weder Unabhängigkeit noch Durchsetzungsvermögen vom jeweiligen Amtsträger erwarten, wie es bei einem König der Fall wäre. Daß Weizsäcker dies gerade ob seiner Herkunft nicht erkannt und entsprechende Konsequenzen gezogen hat, ist sicher ein Versäumnis, denn so wird sein Einsatz vergeblich gewesen sein. Politik und Medien der Republik fingen schon bei seinem Tod mit der Selektion dessen an, was an Richard von Weizsäcker nach ihrer Meinung des Gedenkens würdig ist, und was nicht. L.R.

 

Jordanien hinter seinem König vereint

Jordanien ist ein Land, welches von mehr oder weniger aggressiven Nachbarn eingepfercht ist, und zudem ein massives Problem mit palästinensischen Flüchtlingen hat: 2 Millionen der etwa 6,3 Millionen Einwohner sind keine geborenen Jordanier. Dennoch galt Jordanien lange als Land der Vernunft, welches nicht nur wie Saudi-Arabien für Stabilität in der Region sorgte, sondern deren Eliten auch einen moderaten Islam vertraten und die Verständigung mit Israel suchten. Die Gegensätze religiöser Natur und das Flüchtlingsproblem zu überwinden, war und ist dabei ein Drahtseilakt, der viele Staaten überfordern würde. Daß Jordanien bislang nicht überfordert ist, hängt auch mit der Monarchie zusammen, welche die verschiedenen Stämme und Fraktionen im großen und ganzen vereint halten konnte. Auch der Arabische Frühling entfaltete in Jordanien keine spürbare Wirkung.

Im Krieg gegen den sogenannten Islamischen Staat (IS) leistete das Land bisher eher einen symbolischen Beitrag, da nicht zu unrecht Auswirkungen auf die Gegensätze innerhalb des eigenen Landes befürchtet wurden. Diese Gegensätze auszuspielen war auch das Ziel des IS, welches hinter der barbarischen Verbrennung des jordanischen kriegsgefangenen Luftwaffepiloten Moaz al-Kassasbeh bei lebendigem Leibe stand: Jordanien sollte einerseits zum Ausscheiden aus dem Krieg gebracht werden. Gleichzeitig sollte die durch den erwarteten Rückzug manifest gewordene Schwäche der Regierung den fundamentalistischen Islamisten in Jordanien Auftrieb dafür geben, auch dort einen Gottestaat zu errichten.

Martialisch präsentiert sich König Abdullah II. seinem Volk in einer Stunde, in der es das Gefühl von Sicherheit braucht.

Martialisch präsentiert sich König Abdullah II. seinem Volk in einer Stunde, in der es das Gefühl von Sicherheit braucht.

Das alles andere als abwegige Kalkül des IS ist jedoch nicht aufgegangen, was vor allem an der energischen Reaktion von König Abdullah II. liegt. Dieser brach einen Staatsbesuch ab, um die Familie des Opfers im Königspalast zu empfangen. Im Anschluß daran versprach der König seinen Untertanen, den IS von der Erde zu tilgen, was sofort in die Tat umgesetzt wurde: Abdullah II. ist ausgebildeter Luftwaffenoffizier und koordiniert persönlich die Angriffe auf die Hochburgen des sogenannten Islamischen Staats. Es ist auch nicht ausgeschlossen, daß er selbst dabei noch in ein Flugzeug steigen wird. Die kleine jordanische Luftwaffe richtet dabei großen Schaden an: Bereits 20 % der militärischen Infrastruktur der Terrororganisation sollen so schon zerstört worden sein, was auch von neutraler Seite bestätigt wird. Die meisten Monarchen sind heute noch formell Oberbefehlshaber ihrer jeweiligen Streitkräfte und das Beispiel Jordanien zeigt, daß diese Funktion, wenn sie mit Leben gefüllt wird, Sinn macht und die Soldaten zu Höchstleistungen motivieren kann. Bundespräsident Gauck dagegen kritisierte die Vergeltungsmaßnahmen als moralisch falsch. Wäre er Präsident einer Republik Jordanien, wäre das Land wahrscheinlich schon auseinandergebrochen. Wie gut dagegen, daß Jordanien einen König hat. L.R.

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Die vollständige 144. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 144

Inhalt der 144. Ausgabe:

  • Jordanien hinter seinem König vereint
  • Frankreich: Der republikanische Marsch, ein Irrweg
  • 200. Geburtstag von Fürst Bismarck
  • Die Parteien haben sich den Staat zur Beute gemacht

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Monarchien sind die pressefreiheitlichsten Staaten

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Als sich Corona 2013 unter dem Titel Pressefreiheit trägt eine Krone mit der im Februar jenes Jahrs erschienenen Rangliste der Pressefreiheit beschäftigte, konnte festgestellt werden:

Die Pressefreiheit gedeiht unter dem Schutz der Krone am besten. Unter den zehn Ländern mit der größten Pressefreiheit sind acht Monarchien, die zehn Staaten mit den unfreisten Presse sind ausnahmslos Republiken.

Zwei Jahre später hat sich das Bild wenig verändert. Unter den besten zehn finden sich aktuell sieben Monarchien (Norwegen, Dänemark, Niederlande, Schweden, Neuseeland, Kanada und Jamaika). Die zehn unfreisten Länder sind weiterhin ausnahmslos Republiken.

Unter den zehn freiheitlichsten Staaten sind sieben Monarchien.

Unter den zehn freiheitlichsten Staaten sind sieben Monarchien.

Republiken sind die unfreisten Systeme der Welt.

Republiken sind die unfreisten Systeme der Welt.

Die jährliche Rangliste von Reporter ohne Grenzen bewertet die Lage der Presse- und Informationsfreiheit in 180 Ländern. Grundlage ist ein Fragebogen zu allen Aspekten unabhängiger journalistischer Arbeit, den Reporter ohne Grenzen an Hunderte Journalisten, Wissenschaftler, Juristen und Menschenrechtsverteidiger weltweit sowie an sein eigenes Korrespondentennetzwerk verschickt. In der Rangliste der Pressefreiheit 2015 wurden Entwicklungen im Zeitraum vom 15. Oktober 2013 bis zum 14. Oktober 2014 berücksichtigt.

Die Bundesrepublik Deutschland steht außerhalb der „Top Ten”, hat sich jedoch auf Platz 12 hochgeabeitet. Die FAZ nennt die Placierungen weiterer Republiken, die denen nicht zur Ehre gereichen: „Italien rutschte auf Rang 73 ab, dort gerieten viele Journalisten durch Mafia-Drohungen, Anschläge und unbegründete Verleumdungsanklagen unter Druck, in Ungarn (65) durch staatliche Eingriffe.

Nicht besonders gut placiert sind die Vereinigten Staaten (Platz 49). Auf Rängen, die andeuten, daß diese Staaten die Pressefreiheit unterdrücken, finden sich die Türkei (149), Russland (152) und Ägypten (158). In Nigeria (111), Libyen (154), im Irak (156) und Syrien (177) sind Journalisten vor allem durch Islamisten bedroht, aber auch in der Ukraine (129) sind sie in Gefahr. Keine guten Noten für den Umgang mit der Presse gibt es auch für Israel (101) und die Palästinensergebiete (140).”

Preußische Hausgesetze: Die Thronfolge im Haus Hohenzollern

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Des öfteren wird uns die Frage gestellt wird, wer bei der Einführung der Monarchie deutsches Staatsoberhaupt wäre. Deswegen möchte sich die Corona einmal mit der Thronfolge im Hause Hohenzollern befassen. Da die preußischen Könige aus dem Haus Hohenzollern die letzten Herrscher waren, die über die Deutschen regierten, ist für die meisten deutschen Monarchisten der Chef des Hauses Hohenzollern gleichzeitig deutscher Thronprätendent. Chef des Hauses ist wiederum gegenwärtig Seine Königliche Hoheit Prinz Georg Friedrich von Preußen.

Während die Thronfolge in Monarchien meist in der Verfassung festgelegt ist (Ausnahme ist Luxemburg, wo Großherzog Henri im September 2010 eine neue Thronfolgeregel per Dekret festlegte), wird in den vormals regierenden Königshäusern die Thronfolge über ein Hausgesetz geregelt. Bei den Hohenzollern wurde dieses Gesetz zuletzt am 21. Juni 1920 schriftlich festgehalten. Für die Gültigkeit des Gesetzes bedurfte es übrigens der Zustimmung der Beteiligten. Anders als in vielen anderen Herrscherhäusern in Europa, die ihre Thronfolgeregelungen in jüngerer Vergangenheit modifiziert haben, gilt dabei die salische Erbrecht, was bedeutet, daß der erstgeborene männliche Nachfahre später einmal die Krone erbt. Der Begriff „salisch“ kommt von den Saliern, einem Kaisergeschlecht, welches zum ersten Mal schriftlich Thronfolgeregelungen umfassend definiert hat. Bevor es mit der Nachfolge soweit ist, können die Erbansprüche jedoch auch eingebüßt werden, zum Beispiel durch Fehlverhalten. Als Fehlverhalten kann dabei auch eine morganatische Ehe interpretiert werden, die ohne Zustimmung des Familienoberhaupts geschlossen wird. Das kann auch das bedeuten, was früher eine Ehe außerhalb des eigenen Standes genannt wurde.

Prinz Louis Ferdinand von Preußen und Großfürstin Kira heirateten drei Mal: Standesamtlich, evangelisch und russisch-orthodox.

Prinz Louis Ferdinand von Preußen und Großfürstin Kira heirateten drei Mal: Standesamtlich, evangelisch und russisch-orthodox.

Friedrich Wilhelm von Preußen (* 2. Februar 1939), der erste Sohn von Prinz Louis Ferdinand (1907-1994) und Prinzessin Kira von Preußen (1909-1967), verlor so seinen Status als Erbe, weil er ohne Zustimmung seines Vaters am 22. August 1967 eine Bürgerliche heiratete – am 19. September 1967 verzichtete er freiwillig auf die Thronfolge. Auch sein Vater, Prinz Louis Ferdinand, hatte übrigens eine längere Affäre mit einer amerikanischen Schauspielerin, entschied sich dann aber für das Königshaus und Großfürstin Kira Romanowa, die er 1938 ehelichte. Die Geschichte gab ihm diesbezüglich recht: Sein Sohn Friedrich Wilhelm ließ sich bereits 1975 wieder scheiden, die Ehe von Louis Ferdinand dagegen war bis zuletzt glücklich.

Im Hausgesetz wurde auch eine ganze Reihe anderer Dinge geregelt, zum Beispiel bezüglich der Frage, inwiefern sich ein Prinz politisch äußern darf, oder inwiefern er eine Vereinsmitgliedschaft ausüben darf. Hierüber entscheidet laut Hausgesetz in der Regel das Familienoberhaupt. Schließich werden im Gegenzug auch Apanagen, also Bezüge aus dem Familienvermögen geregelt. Letzteres bereitet dem aktuellen Hauschef immer wieder Probleme, da durch die unrechtmäßige Enteignung des Besitzes der Hohenzollern in Ostdeutschland keine Werte existieren, die genügend Rendite abwerfen, um ohne gelegentliche Veräußerung von Vermögen die vorgesehen Apanagen finanzieren zu können. Daher sah man das Haus Hohenzollern zum Beispiel in eben diesen ehemaligen Stammlanden, dem Brandenburgischen, auf eine Entschädigung für die Enteignung in der sowjetischen Besatzungszone pochen, die zwar moralisch und rechtlich mehr als gerechtfertigt ist, die jedoch bei der Bevölkerung dieses nach den Hohenzollern wieder arm gewordenen Landes nicht gut ankommt.

Friedrich Wilhelm von Preußen hat seine Entscheidung, eine Bürgerliche zu heiraten, nach dem Tod seines Vaters 1994 bereut und klagte gegen das Hausgesetz vor einem republikanischen Gericht, so daß der Fall letztlich beim Bundesverfassungsgericht landete, welches das Hausgesetz für gegenstandslos erklärte, da es die im Grundgesetz der Bundesrepublik vorgesehene Eheschließungsfreiheit verletze (Aktenzeichen: 1 BvR 2248/01, das Urteil kann auch bei der Corona_redaktion@yahoo.com bestellt werden). Ungefragt stellte es auch fest, daß eine Monarchie mit dem Grundgesetz nicht vereinbar sei. Wie viel Freiheit seine Ehe dem verbitterten Prinzen gebracht hat, hat man ja gesehen, und es ist natürlich nicht extra der Erwähnung wert, daß jedwedes Urteil eines Gerichtes der Bundesrepublik Deutschland, welches sich anmaßt, interne Regelungen des Königshauses infrage stellen zu wollen, wiederum für einen Monarchisten völlig gegenstandslos ist und sein muß.

Und in der Tat macht das Hausgesetz auch nach wie vor Sinn: Im Fernsehen und den Boulevardblättern wird man nicht müde zu betonen, daß die „Royals“ ganz normale Menschen wie du und ich seien. Nein, sind sie nicht. Denn wenn sie es wären, gäbe es tatsächlich keine Rechtfertigung mehr dafür, warum uns nicht ganz normale Menschen wie du und ich regieren, also eben die Wulffs, Köhler oder Gaucks, mit denen wir uns unglücklicherweise herumschlagen müssen. Vielmehr muß die besondere Stellung der Königshäuser betont werden. Man könnte diese besondere Stellung auch als Magie bezeichnen, und die Besonderheit eines Königs muss durchaus nicht nur auf rationalen Faktoren beruhen, sondern kann sich auch auf die Tradition und andere eher gefühlte Faktoren beziehen. Eine Möglichkeit, die besondere Stellung der Fürsten herauszustellen, ist dabei eben auch die Heiratspolitik. Wenn andere Königshäuser diese Möglichkeit nicht nutzen, ist es den Hohenzollern doch unbenommen, dies zu tun. Auch sollte das bescheidene und demütige Auftreten vieler Herrscher keinesfalls mit einer Verbrüderung mit allen anderen verwechselt werden.

Philip Kiril von Preußen, der Sohn des von seinen Ansprüchen zurückgetretenen Prinzen Friedrich Wilhelm, kritisierte jüngst das Hausgesetz, weil er gerade die Regelungen bezüglich der Ehe als antiquiert betrachtet, weil er selbst davon betroffen ist. Veraltet ist das Werk in seiner Gesamtheit keineswegs und wenn einzelne Punkte einer Neuregelung bedürfen, dann sind dies nicht die angesprochenen, sondern eher diejenigen, die die Apanagen betreffen, denn durch sie gehen den Hohenzollern jene Ressourcen nach und nach verloren, die sie für die Wiedererrichtung einer Monarchie sicher bräuchten. Generell jedoch gilt: Das Hausgesetz ist die Sache des Hauses.
L.R.

Nachtrag:

Interessanterweise hatte der Bundesgerichtshof 1998 genau gegenteilig geurteilt. In der Pressemeldung des Bundesgerichtshofs vom 17. Dezember 1998 (IV ZB 19/97) heißt es unter anderem:

Der Bundesgerichtshof hatte in einem Erscheinsverfahren über die Wirksamkeit der in einem Erbvertrag aus dem Jahre 1938 vorgesehenen Erbfolge im Hause Preußen zu entscheiden. Unter Beteiligung des früheren Kaisers Wilhelm II. hatte damals Wilhelm von Preußen, der ehemalige Kronprinz, seinen zweiten Sohn, Louis Ferdinand Prinz von Preußen, zum Vorerben eingesetzt. Louis Ferdinand ist 1994 gestorben. Nach dessen Tod sollte sein (1938 noch nicht geborener) ältester Sohn Nacherbe werden. Für den Fall, daß dieser den Tod des Louis Ferdinand nicht erleben würde, sollte an die Stelle des ältesten Sohnes dessen ältester männlicher Abkömmling treten; falls der Sohn keine männlichen Abkömmlinge hätte, sollten der nächstjüngere Bruder (beziehungsweise dessen Söhne an seiner Stelle) folgen. Von dieser Regelung der Nacherbfolge machte der Erbvertrag aber eine Ausnahme: Erbunfähig sollte derjenige Sohn oder Enkel des Vorerben sein, der nicht aus einer den Grundsätzen der alten Hausverfassung des Brandenburgisch-Preußischen Hauses entsprechenden Ehe stammte oder in einer nicht hausverfassungsmäßigen Ehe lebte (sogenannte Erbunfähigkeitsklausel).

Der IV. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hält die hier zu beurteilende Regelung der Erbfolge für wirksam. Verstöße gegen Grundrechte der Abkömmlinge in einer letztwilligen Verfügung können mit Rücksicht auf die in Art.14 Abs.1 Satz 1 GG geschützte Testierfreiheit des Erblassers nur in Ausnahmefällen dazu führen, daß die letztwillige Verfügung sittenwidrig und daher nichtig ist. Dies kann etwa in Betracht kommen, wenn ein schwerer Eingriff in den grundrechtlich gesicherten Bereich der Abkömmlinge vorliegt und die letztwillige Verfügung darauf abzielt, die Freiheit der Betroffenen in ihren höchstpersönlichen Entscheidungen zu beeinträchtigen oder sie in ihrer Menschenwürde herabzusetzen.

Der Bundesgerichtshof hat nicht feststellen können, daß die umstrittene Erbunfähigkeitsklausel den Zweck hätte, in die Auswahl eines bestimmten Ehepartners einzugreifen oder Kinder aus einer – nach den Anschauungen des Adels – nicht ebenbürtigen Ehe zu diffamieren. Vielmehr sollte für den von der Familientradition geprägten Nachlaß ein geeigneter Nachfolger gefunden werden. Ihn sah der Erblasser in demjenigen ältesten männlichen Abkömmling, der nach seiner Abstammung und – soweit er beim Tod des Vorerben überhaupt schon verheiratet war – durch seine Ehe die auf ihre Herkunft bedachte Familientradition repräsentierte. Ein solches Ziel ist von der Testierfreiheit gedeckt. Demgegenüber fällt die Beeinträchtigung der Grundrechte hier nicht so ins Gewicht, daß die Klausel sittenwidrig und daher nichtig wäre. Die berechtigten Belange der Abkömmlinge werden im Erbrecht schon durch das Pflichtteilsrecht gewahrt, das ihnen grundsätzlich die Hälfte des Nachlasses sichert.

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