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  Nachruf auf Wolfgang Stribrny 

Wolfgang Stribrny (links) nahm 2009 am 2. Monarchieforum in Hechingen teil, hier mit dem tschechischen Monarchisten Jindřich Jenček von der royalistischen Partei Koruna Česká.

Für die deutschen Monarchisten geht mit dem Tod von Prof. Dr. Wolfgang Stribrny eine Ära zu Ende. Er war der letzte noch lebende Gründer der Arbeitsgemeinschaft Tradition und Leben e.V., die nach dem 2. Weltkrieg deutsche Monarchisten organisierte. Wie nur wenige hat sich Stribrny mit voller Kraft für den monarchischen Gedanken eingesetzt. Kein Weg war ihm zu weit, um einen Vortrag zu halten oder sich einfach nur als Teilnehmer einer Tagung selbst einzubringen.

Geboren wurde er am 10. Juni 1935 im hessischen Gelnhausen und sein Familienname deutet auf böhmische Wurzeln hin, aber immer verstand er sich als Preuße und wenn er eine Krawatte trug, dann ausschließlich die schwarz-weiß gestreifte. Seine Bücher, die auf Amazon zu erwerben sind, lassen sein historisches Interesse erkennen: Die Hohenzollern und ihr Land. Insbesondere mit Prinz Louis Ferdinand von Preußen (1907-1994), der von 1951 bis zu seinem Tod an der Spitze des Kaiserhauses stand, verband ihn eine enge Beziehung. Sie ermöglichte, daß der Zollernkreis 1969 auf der  Hohenzollernburg gegründet werden konnte. Aus dem „offenen Gesprächskreis“ ging das Preußeninstitut hervor. Ausdrücklich waren in beiden Gruppen auch Republikaner eingeladen, sich einzubringen. Dies führte dazu, daß gelegentlich Referenten und sogar Führungskräfte auftauchten, die, um es deutlich zu beschreiben: braun angehaucht waren. Natürlich teilte Stribrny deren Anschauungen nicht, denn an seiner demokratisch-royalistischen Haltung konnte kein Zweifel aufkommen. Er versuchte, möglichst alle einzubinden, wollte sie durch die Kraft der monarchischen Idee überzeugen. Für sie hat er sich bis zum Ende verzehrt. Am 29. September 2011 ist er gestorben.   H.S.

 

Monarchistische Bilderstürmer

 Oft wurden in der Corona Umbenennungsversuche und republikanische Symbolpolitik kritisiert (zum Beispiel in den Ausgaben 26, 63, 82). In dieselbe Richtung wie die Republikaner scheint jetzt der konservative kanadische Premier Stephen Harper zu schlagen, nur mit umgekehrten Vorzeichen: Auf Anweisung der Regierung hatten alle kanadischen Botschaften bis zum 15. September Zeit, ein Bild des kanadischen Staatsoberhauptes, Königin Elizabeth II., aufzuhängen. Bereits seit diesem Sommer sind die Luftwaffe und Kriegsmarine Kanadas wieder „königlich“ und nicht allein „kanadisch“. Wie angesichts eines verletzten Privilegs sind die Republikaner in Kanada entsprechend erbost, war es doch auf der Welt in der überwältigenden Mehrheit der Fälle nur üblich, Symbole und Namen der Monarchie gegen republikanische auszutauschen. Die Initiative der Rückkehr zu mehr Symbolen, die daran erinnern, daß Kanada eine Monarchie ist, sei einem gewissen Ray Novak geschuldet, einem überzeugten Royalisten aus dem Büro des Premierministers.

Inhaltlich unterscheidet sich die kanadische Umbenennungspolitik aber von der republikanischen. Zum einen ist Kanada eine Monarchie und es ist daher legitim, daß die Institutionen des Staates wie in den meisten Monarchien der Welt das Wort „königlich“ führen. Anders als in Spanien und Australien, wo die Republikaner sich bemühen, die Monarchie möglichst zu marginalisieren, ist die Politik der kanadischen Regierung auf die Stärkung und nicht die Zerstörung des bestehenden Systems gerichtet. Zum anderen findet in diesem Fall keine Umdeutung der Geschichte wie in Deutschland statt, wo jeder Straßenname verschwindet, der zwar an einen Teil unserer Geschichte erinnert aber momentan nicht in das Geschichtsbild paßt, welches Republikaner vermitteln wollen.

Der Versuch der kanadischen Regierung, ihr Staatsoberhaupt wieder mehr in den Vordergrund zu rücken, ist somit nicht negativ zu bewerten. In Deutschland hingegen ist es gar nicht nötig, an unsere monarchistische Vergangenheit zu erinnern, es würde schon reichen, wenn die Erinnerung von staatlicher Seite nicht verhindert werden würde.  

 L.R.

Die komplette 85. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:  Corona Ausgabe 85

Inhalt: Monarchistische Bilderstürmer in Kanada; Nachruf auf Wolfgang Stribrny; Viertes Monarchieforum tagte in Büdingen; Nach der EFSF-Abstimmung im Bundestag –  „Abgeordnete sind nur ihrem Gewissen unterworfen“; Die Geburt eines Thronanwärters für Georgien.

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