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Schuldenkrise damals und heute

Bürgerrechte, Kampf gegen den Absolutismus, ein Ende der Unterdrückung des dritten StandeSchuldenerklärungs – diese Schlagworte fallen einem aus dem Schulunterricht zur Französischen Revolution ein. Nur wenige wissen aber, daß der Auslöser der im Nachhinein so tragischen Ereignisse in Wirklichkeit eine Schuldenkrise war: Frankreich war nach dem verlorenen Siebenjährigen Krieg gegen England und Preußen und den Unterstützungszahlungen für die amerikanischen Rebellen gegen die britische Krone pleite. Die Finanzkrise zog sich über einen Zeitraum von rund 20 Jahren hin und 1781, dem Jahr als die Staatsfinanzen zum ersten Mal publik gemacht wurden, klaffte im Haushalt eine Lücke von 100 Millionen Livres, was in einer Zeit, wo das unbegrenzte Schuldenmachen noch unbekannt war eine gigantische Summe darstellte.

Um die Staatsfinanzen zu sanieren, mußte der französische König Ludwig XVI. (Bild rechts) die Steuern anheben. Hierfür war der eigentlich in der Tradition der absolutistisch regierenden Herrscher Frankreichs stehende Ludwig im bestehenden Feudalsystem auf die Unterstützung des Adels angewiesen war, der aufgrund der erdrückenden Belastung der anderen Stände auch die Hauptlast der Steuererhöhungen hätte tragen müssen. Dieser aber verweigerte seinem König die benötigten Summen und es gelang ihm, den König als Buhmann und Schuldigen der Krise darzustellen. So wurde über den im Vergleich zu wichtigeren Ausgaben relativ unbedeutenden Kostenpunkt der Hofhaltung und Pensionen Stimmung gegen die Monarchie gemacht. Ludwig XVI. entschied sich schließlich, die Blockade des Adels durch die Berufung der Generalstände auszuhebeln. Anders als erhofft, kam es in den Generalständen zu einer Allianz des Klerus und des dritten Standes, welcher sich zuletzt auch der Adel anschloß, der seine Felle davonschwimmen sah. Schließlich richtete sich die allgemeine Unzufriedenheit ob der aufgrund der Schuldenkrise in nie erreichte Höhen gestiegenen Lebensmittelpreise gegen den König. 1793 wurde ausgerechnet der Monarch zum Märtyrer, der nach über einem Jahrhundert Absolutismus den Ständen wieder mehr Mitspracherechte einräumen wollte und von allen Beteiligten die geringste Schuld an der Situation trug.

Eine Schuldenkrise; zerstrittene Gremien, die einen Buhmann suchen; ein privilegierter Stand, der sich weigert, seiner Verantwortung für die Allgemeinheit nachzukommen – erkennen Sie Parallelen zu unserer Zeit, wenn Sie König durch Parlament und Adel durch Banken ersetzen? Obwohl die Politik an der Finanzkrise sicher nicht hauptverantwortlich ist, könnte sie sich bald wie König Ludwig im Kreuzfeuer der Kritik wiederfinden. Wie König Ludwig hat sie schließlich den Anspruch, das gesamte Volk zu vertreten und sich gegen Widerstände anderer Interessengruppen auch durchzusetzen. Die Französische Revolution als Beginn der Befreiung der Menschen aus der Knechtschaft zu feiern, erscheint unter diesem Blickwinkel absurd, kann den heutigen Parlamentariern doch noch nicht einmal jene gute Absicht unterstellt werden, die Ludwig XVI. gegenüber seinem gesamten Volk stets hatte.                  L.R.

Zahl der Monarchiebefürworter steigt in Australien

Für zehn Tage weilt die Königin von Australien in ihrem Reich „downunder“. Zusammen mit Prinzgemahl Philip, dem Herzog von Edinburgh, ist Königin Elizabeth II. am 19. Oktober in der australischen Hauptstadt Canberra eingetroffen. Rechtzeitig zu ihrem 16. Aufenthalt wurde eine neue Meinungsumfrage veröffentlicht, die ihr gefallen haben muß – auch wenn sie sich dazu nie öffentlich äußern würde. Nach dem 1999 für die Monarchie positiv verlaufenden Referendum hat die Zahl der Befürworter der konstitutionellen Monarchie beständig zugenommen. 2011 standen 55% Monarchisten lediglich noch 34% Republikaner gegenüber.

Statt über ihren Niedergang zu reflektieren, feuern die Republikaner in den Medien Breitsalven auf die Befürworter der Monarchie ab. Sie werden der Manipulation und der Angstmacherei bezichtigt. Dabei sind es doch bei genauer Betrachtungsweise die Republikaner, die Vorurteile schüren. So zum Beispiel, indem sie behaupten, Australien sei kein unabhängiges Land, weil es sich die Königin mit anderen Ländern teile. Nur eine Republik, so schreiben sie unentwegt, werde der Stimme Australiens in der Welt Gewicht verschaffen. Mit den Kosten wird ebenfalls gerne für eine Republik geworben, dabei kostet die Monarchie die Australier so gut wie nichts. Neben den Ausgaben für das Amt des Generalgouverneurs, des Vertreters der Königin während ihrer Abwesenheit, fällt nichts an, denn ein Gehalt bezieht die Königin von Australien nicht. Lediglich während ihres Aufenthalts muß für sie oder andere Mitglieder des Königshauses aufgekommen werden. Politiker(präsidenten) kommen die Öffentlichkeit teurer.        H.S.

 

Die vollständige 86. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit: Corona 86

Inhalt: Schuldenkrise damals und heute; Zahl der Monarchiebefürworter in Australien steigt; Libyens Tyrann ist tot – wer wird ihn beerben? König Michael von Rumänien 90 Jahre alt; Neues aus der Redaktion.

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