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Prinz Georg Friedrich zu Besuch in Frankfurt an der Oder

Wie bereits in der letzten Ausgabe angekündigt, hat SKH Prinz Georg Friedrich von Preußen im September Frankfurt an der Oder besucht, um dort am sogenannten MOZ-Talk teilzunehmen, einer Gesprächsrunde der Märkischen Oderzeitung. Einen Bezug zu der Oderstadt habe er vor allem, weil er kurze Zeit an der Viadrina-Universität ein Seminar über den Schutz europäischer Kulturgüter besucht hat, wie der Prinz erklärt. Er sei privat auch oft über die Grenze nach Polen gefahren, um das eine oder andere alkoholische Getränk zu sich zu nehmen. Als Gastgeschenk brachte er dann auch Preußens Pilsener mit, das Bier, welches er mit einer eigenen Brauerei vertreibt.

Nach den medialen Anwürfen der letzten Monate war Georg Friedrich bemüht, ein menschliches Bild von sich selbst zu zeichnen, was ihm auch gelungen ist, wenn man die Medienresonanz betrachtet. Es darf erwartet werden, daß mehr von diesen Auftritten folgen, und als Monarchisten freut uns das natürlich. Mit Ausnahme einiger ewiggestriger Anhänger der umbenannten SED sind die Hohenzollern bei den Bewohnern der „neuen Länder“, die in Wirklichkeit viel älter sind, als NRW, Rheinland-Pfalz oder das Saarland, durchaus nicht unbeliebt und der Prinz kann durch häufigere Auftritte bewirken, daß populistische Kampagnen gegen ihn dort nicht auf fruchtbaren Boden fallen. L.R.

In spätsommerlicher Atmosphäre lud die Prinzessin Kira von Preußen Stiftung Anfang September zum 75. Wohltätigkeitskonzert auf die Burg Hohenzollern ein. Die zahlreichen Gäste erwartete im vom Kerzenlicht erhellten Grafensaal ein Auftritt des Geigenvirtuosen Yury Revich. Der österreichische Geiger russischer Herkunft präsentierte in Begleitung der Pianistin Kamile Zaveckaite Stücke von Ludwig van Beethoven, Sergei Rachmaninow und Pablo de Sarate. 

Württembergs geliebter Herr starb vor 100 Jahren

Als am 2. Oktober 1921 König Wilhelm II. von Württemberg mit 72 Jahren starb, ging mit ihm der erste der vier Könige des deutschen Kaiserreichs. Es war ein trauriger Tod und der Württemberger ging verbittert, denn er hat die Enttäuschung nie verwunden, daß sich im November 1918 alle, die sich zuvor so lobend über ihn geäußert hatten, davor drückten, ihn in der Stunde der Not zu verteidigen. Vergessen, daß der  Sozialdemokrat Wilhelm Keil noch 1916 in seiner Parteizeitung schrieb, falls Württemberg Republik würde, fände es keinen besseren Präsidenten als den gegenwärtigen Monarchen. Aus Enttäuschung verfügte König Wilhelm testamentarisch, daß er von seinem Sterbeort im Kloster Bebenhausen bei Tübingen zum Grab in Ludwigsburg unter Umgehung von Stuttgart gebracht werden wolle. Unter Begleitung von Hunderttausenden nahm der Troß mit den sterblichen Überresten seinen Weg in großem Bogen um die Landeshauptstadt herum. Dies paßte zu diesem König, der wegen seiner Menschenfreundlichkeit unvergessen ist. Die Stuttgarter Zeitung erinnerte am 21. September daran mit einem Artikel, der eine Kinderfrage als treffende Überschrift trug: „Herr Keenig, hosch du a Bombole?“

Die Tragik seines Todes markierte auch die Tragik seines Lebens. Zwei Mal war er verheiratet, erst mit Prinzessin Marie zu Waldeck-Pyrmont (1857-1882), dann mit Prinzessin Charlotte zu Schaumburg-Lippe (1864-1946). Nur aus der ersten Ehe gingen Kinder hervor: Prinzessin Pauline (1877-1965), später Fürstin zu Wied, und Erbprinz Ulrich. Die ganze Hoffnung des Königreichs lag auf dem am 28. Juli 1880 geborenen Erben, aber er starb am 28. Dezember 1880, was nicht nur für seine Eltern eine Tragödie bedeutete. Im April 1882 gebar Prinzessin Marie als drittes Kind eine tote Tochter. An den Folgen dieser Geburt starb sie im Wochenbett. Von diesen Schicksalsschlägen hat sich Wilhelm nicht erholt, auch nicht durch eine neue Heirat, zumal die Ehe kinderlos blieb. Er kompensierte es durch Menschenfreundlich– und Liebenswürdigkeit. Wenn er – ohne Sicherheitstroß um sich herum – mit seinen Hunden in Stuttgart spazierenging, zogen nicht nur die Bürger den Hut, nein, auch er lüpfte seine Kopfbedeckung und erwiderte den Gruß. Für Kinder hatte er immer Süßigkeiten, die angesprochenen Bombole, in der Tasche. Bekannt ist auch die Anekdote, daß König Wilhelm im August 1914 bei der Verabschiedung seiner württembergischen Truppen weinte. Er kannte Krieg von den Kämpfen 1866 als Leutnant und 1870/71 als württembergischer Offizier im Hauptquartier des preußischen Kronprinzen.

Seine Menschenliebe blieb im Gedächtnis, was 1991 dazu führte, daß eine Bürgerinitiative ein Denkmal bei Hermann-Christian Zimmerle in Auftrag gab. Der Monarch mit zwei Hunden stand bis 2017 vor dem Wilhelmspalais, seinem ehemaligen Wohnsitz. Ein neuer Museumleiter, ein neuer Name für das Gebäude („Stadt-Palais“) und eine Geschichtsvergessenheit, wie sie immer weiter um sich greift, versetzte den König erst aus dem Blick der Öffentlichkeit an den rückwärtigen Ausgang und nun vor die abbruchreife Oper. Stuttgart gewann durch den Monarchensturz nicht an Attraktivität.     H. S.

Museumsdirektor Torben Giese will die aktuelle Doppelausstellung zum 100. Todestag des Königs, die bis 27. März 2022 gleichzeitig im Stadtpalais und im benachbarten Hauptstaatsarchiv zu sehen ist, als Bewährungsprobe für den Monarchen verstanden wissen. An ihrem Ende soll eine Entscheidung darüber stehen, wo die von ihm nun als „umstrittene Bronzeskulptur“ des Künstlers Hermann-Christian Zimmerle bezeichnete lebensgroße Erinnerung an den beliebten Stuttgarter Hundebesitzer, zukünftig bleiben soll. Daß der gebürtige Frankfurter mit ihr nichts anfangen kann, machte er bereits bei seinem Einstieg in Stuttgart deutlich.

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Die vollständige 259. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Inhalt der 259. Ausgabe:

  • Prinz Georg Friedrich zu Besuch in Frankfurt an der Oder· 
  • Württembergs geliebter Herr starb vor 100 Jahren
  • Propaganda statt Wissenschaft
  • Kostenfaktor Bundespräsident

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