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Der schwarze Tag des deutsches Heeres

Der 8. August 1918 war eigentlich gar kein so besonderer Tag. Seit Mitte Juli war das Deutsche Kaiserreich nach den Frühjahrsoffensiven und einem Vormarsch über die Marne an der Westfront aufgrund des Eintreffens von immer mehr amerikanischen Truppen wieder in die Defensive geraten und muβte die Front zurücknehmen – erst wieder über die Marne, später noch weiter zurück.

Bei der Frühjahrsoffensive 1918 konnte das Deutsche Heer Geländegewinne erzielen – doch keine kriegsentscheidenden und im August muβte es sich überall zurückziehen.

Am 8. August kam es erstmalig zu einem etwas größeren Einbruch in die deutschen Stellungen, der allerdings am Folgetag mit Reserven aufgefangen werden konnte. Das Neue: Erstmals im gesamten Krieg ergab sich eine große Zahl kaiserlicher Soldaten. So konnte die Entente mindestens 15.000 Gefangene machen. Schlechte Moral gab es bis dahin eigentlich nur beim Feind oder bei den Verbündeten. Die Oberste Heeresleitung, die noch im Juli, als die sogenannte Hunderttageoffensive der Entente schon begonnen hatte, unter völliger Verkennung der Lage auf einen günstigeren Moment für Friedensverhandlungen warten wollte, bewegte der 8. August daher zum Umdenken. General Ludendorff selbst prägte den Ausdruck des „schwarzen Tages des deutschen Heeres”. Für ein Umdenken war es aber leider schon zu spät, da die Entente aufgrund der für sie günstigen militärischen Lage keine Notwendigkeit für einen Verständigungsfrieden sah, wenn sie überhaupt je die Notwendigkeit gesehen haben sollte: Bereits anderthalb Monate nach dem 8. August kapitulierte Bulgarien. Das Osmanische Reich sollte bald nachfolgen. Die deutschen Truppen waren, wie bereits beschrieben, ebenfalls demoralisiert, denn es war offensichtlich, daß die Frühjahrsoffensiven, die das Versprechen eines Siegfriedens nach einer letzten großen Kraftanstrengung einlösen sollten, verpufft waren. Bald waren sie auf ihre Ausgangsstellungen vorm März 1918 und dahinter zurückgeworfen. Sowohl in der Heimat als auch an der Front waren alle Kräfte aufgebraucht. Kaiser Wilhelm II. versuchte in dieser Zeit, Volk und Armee zum Durchhalten zu bewegen, da der Eindruck von Schwäche und Unordnung nur härtere Friedensbedingungen mit sich bringen würde, wie er auf mehreren Reden vor Fabrikarbeitern betonte. Gleichzeitig wurden politische Reformen vorbereitet, die im Oktober zur Parlamentarisierung des Kaiserreichs führen sollten. Erich Ludendorff teilte dem Kaiser am 29. September im Hauptquartier in Spa mit, daß sofort Waffenstillstandsverhandlungen aufgenommen werden müβten, was er zwei Monate zuvor noch rundweg ablehnte. Die Diktatur der Obersten Heeresleitung war damit an ihr Ende gelangt und von nun an gaben wieder zivile Politiker die Richtlinien vor. Leider scheiterten die angedachten Reformen dann jedoch an den falschen Versprechungen von US-Präsident Wilson, darauf wird jedoch in einem späteren Artikel eingegangen. L.R.

Schwedische Kronjuwelen gestohlen

König Gustaf V. Adolf war der letzte schwedische Monarch, der die Krone nicht nur symbolisch trug.

Seit 1907 Gustaf V. Adolf als letzter schwedischer König mit den Reichsinsignien gekrönt wurde, erlebte diese jahrhundertealte Tradition in Schweden keine Wiederholung. Die Reichssymbole liegen bei der Thronbesteigung eines Monarchen nur noch in seiner Nähe. Und nun haben dreiste Diebe sich an den Kronjuwelen vergriffen: Zwei Kronen und ein Reichsapfel aus dem Jahr 1610 wurden am 1. August aus der Kathedrale von Strängnäs, östlich von Stockholm, gestohlen. Die beiden Räuber entkamen auf einem Schnellboot und trotz umfangreicher Suche sind Verbrecher wie das gestohlene Gut unauffindbar.

In Schweden wurde ein sogenannter „nationaler Alarm“ ausgerufen, die höchste Stufe auf der Polizeiskala, mit dem die Sicherheitskräfte in den nordischen Ländern mobilisiert werden, auβerdem erlaubt er der Polizei, auβergewöhnliche Maβnahmen zu ergreifen. Welche das im Fall der gestohlenen Kronjuwelen sind, wurde, das liegt in der Natur der Sache, nicht bekanntgegeben. Weil die Gefahr besteht, daβ das Diebesgut ins Ausland verschoben wird, hat Schweden auch Interpol eingeschaltet.

Die Kronen gehörten König Karl IX. (1550 bis 1611, König ab 1604) und seiner Gattin, Königin Kristina († 1625, eine Prinzessin aus dem Haus Holstein-Gottorf). Bereits 2013 entwendeten Langfinger die Krone von König Johann III. (1537 bis 1592, König ab 1568). Vor fünf Jahren hatte es die schwedische Polizei mit reuemütigen Gaunern zu tun. Aufgrund eines anonymen Hinweises fanden die Beamten das geraubte Königsgut in einem Müllsack in einem Straβengraben. Vielleicht hofft sie auch jetzt wieder auf königstreue Räuber.

Ähnliches passierte auf der Burg Hohenzollern, wo am 31. Juli 1953 eingebrochen wurde. Paul Falk, ein  mehrfach vorbestrafter Einbrecher, verschaffte sich Zugang in die Schatzkammer, in der er Gold und Juwelen, die Tabatieren Friedrichs des Großen, einen Marschallstab und verschiedene Orden erbeutete. Der reine Materialwert wurde damals auf 500.000 DM geschätzt, der historische Wert läβt sich nicht beziffern. Die preußische Königskrone von 1889 lieβ er zurück. Er erklärte im Prozeβ, er habe das von so vielen Menschen verehrte Symbol nicht berühren wollen, weil er Monarchist sei. Alle hoffen 2018 auf eine solche Wiederholung in Schweden.     H.S.

Beim Einbruch auf Burg Hohenzollern war die preuβische Krone, die hier Prinz Louis Ferdinand begutachtet, für den Dieb Paul Falk sakrosankt, denn er sei Monarchist, erklärte er in seinem Prozeβ.

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Die vollständige 204. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 204

Inhalt der 204. Ausgabe:

  • Der schwarze Tag des deutschen Heeres
  • Rätselraten um das Erbe von Prinz Richard zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg
  • Japan bereitet Thronfolgezeremonie vor
  • Schwedische Kronjuwelen gestohlen

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