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Die sterblichen Überresten Kaiser Wilhelms II. sollen nach seinem testamentarischem Willen erst nach Deutschland überführt werden, wenn dem Land die Monarchie zurückgegeben wurde. In der Zwischenzeit ruht er in einem Mausoleum bei Haus Doorn im Königreich der Niederlande.

Geht es nach dem niederländischen Staat, soll Haus Doorn zukünftig nicht mehr für Besucher öffnen. Die Subventionen, die das Museum Haus Doorn bekommt, sollen nämlich von 517.000 Euro auf 162.000 Euro gekürzt werden. Die Förderung aus dem Kulturetat stellt die Haupteinnahmequelle des Museums dar. Weitere 170.000 Euro resultieren aus den Eintrittsgebühren, die von den rund 25.000 Besuchern, die das Museum im Jahr besichtigen, erhoben werden. Von dem Geld werden die Instandhaltung des Museums und die Gehälter der acht Angestellten bezahlt.

Entfallen nun die Subventionen in ihrer bisherigen Höhe, könnten die Angestellten nicht mehr finanziert werden, was wiederum bedeutet, daß der Publikumsbetrieb eingestellt werden müßte. Der Beschluß der Regierung ist bereits gefällt, doch entscheidet das niederländische Parlament erst am 17. Dezember dieses Jahres endgültig über den Kulturetat.

Neben den sterblichen Überresten Kaiser Wilhelms II., welcher verfügt hat, daß diese erst nach Deutschland überführt werden sollen, wenn auch die Monarchie zurückkehrt, beherbergt das Museum zahlreiche Besitztümer des Kaisers und anderer Hohenzollern, die nach 1918 ihren Weg in das niederländische Exil des Kaisers fanden.

Dieser Besitz Kaiser Wilhelms II. wurde nach dem 2. Weltkrieg enteignet, wie der Besitz anderer deutscher Staatsbürger auch, doch gingen die Niederlande verantwortungsbewußt mit dem Erbe des Kaisers um. Trotz dieser vor dem Hintergrund der Zeit sicher verständlichen Enteignung muß das langjährige Engagement der Niederlande für Haus Doorn gelobt werden – wer weiß ob die deutsche Republik Kaiser Wilhelm II. denselben Respekt entgegengebracht hätte. Neben den Zahlungen des niederländischen Staates zählt das Museum außerdem auch heute noch mit dem Engagement von zahlreichen ehrenamtlich tätigen holländischen Helfern. Die Bindung der in der Nähe von Haus Doorn wohnenden Bürger zu „ihrem Kaiser“ ist also ungebrochen.

Was kann getan werden?

Für einen recht geringen Beitrag von 30 Euro im Jahr kann man „Freund von Haus Doorn“ werden. Da das entsprechende Unterstützerformular leider nur in niederländischer Sprache erhältlich ist, wende man sich hierzu am besten an info@huisdoorn.nl. Jeder Unterstützer, der noch vor dem 17. Dezember gewonnen werden kann, ist ein Argument gegen die Etatkürzung!

Man kann sich ansonsten auch an den Leiter der Abteilung Kultur und Kommunikation der Botschaft des Königreichs der Niederlande in Deutschland wenden, um auf den schweren Fehler hinzuweisen, den die Kürzung der Mittel für Haus Doorn bedeuten würde:

Botschaft des Königreichs der Niederlande

z.H. Herrn Dr. Bart Hofstede

Klosterstraße 50

10179 Berlin

Hier ist ein Musterbrief Haus Doorn zur freienVerfügung, wenngleich ein selbstformulierter Brief empfehlenswerter ist.

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