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The Queen led the nation in honouring the fallen, as the country fell silent to remember its war dead.
In scenes replicated at memorials across the length and breadth of the United Kingdom and Commonwealth nations, the monarch laid the first wreath at the Cenotaph to commemorate members of the Armed Forces who died fighting in all conflicts since World War I.

Es ist schon paradox: Während in Deutschland am 11. November um 11 Uhr 11 die Narren losgelassen werden, hält in der angelsächsischen Welt an diesem Tag um 11 Uhr die Gesellschaft inne. Es herrscht dann ein Moment der Stille, der zum Beispiel auch in Belgien oder Frankreich eingehalten wird. In Großbritannien wie in Australien, Kanada oder Neuseeland wäre es undenkbar, am 11.11. um 11 Uhr fröhlichen Unsinn zu betreiben, denn am Remembrance Day oder auch Armistice Day wird der Toten des 1. Weltkriegs gedacht, weil 1918 am 11. November um 11 Uhr die Waffen endlich schwiegen.

Der Erste Weltkrieg ist in Deutschland erfolgreich verdrängt worden. Für eventuelle Nachfragen hat man als Bösewicht ja Kaiser Wilhelm II. festgelegt, was braucht es da eines weiteren Gedenkens? Ihm wurde so sehr die Kriegsschuld zugeschoben, wie es die Alliierten mit dem Versailler Vertrag für Deutschland als Ganzes taten. Als Feindbild taugte der Kaiser schon während des Kriegs und diese Rolle ist an ihm 2012 so festgeschraubt, daß Zweifel nicht mehr erlaubt sind. Wer doch partout der Toten des Ersten Weltkriegs gedenken will, wird in Deutschland an den Volkstrauertag erinnert. Immer zwei Sonntage vor dem 1. Advent soll an die „Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen“ erinnert werden. Allgemeiner und unverbindlicher geht’s nimmer, weshalb auch an diesem 18. November wieder 99% der Deutschen keine Ahnung haben werden, warum der nächste Sonntag als „stiller Feiertag“ begangen werden soll. Man darf gespannt sein, ob wieder Discothekenbesitzer gegen diese Regel klagen werden.

Geht es nach einigen Politikern und Pastoren, sollen solche Mahnmal – wie hier an einer süddeutschen Kirche – bald der Vergangenheit angehören.

Wenige Monate vor der 100. Wiederkehr des Kriegsausbruchs hat schon das große Aufräumen mit den sichtbaren Erinnerungen an den Ersten Weltkrieg begonnen. In etlichen deutschen Städten sollen die Kriegerdenkmäler verschwinden. Sie passen nicht mehr in die Zeit, finden nicht nur Politiker, sondern auch Pastoren. Eine Haltung, die zum Beispiel in Australien auf völliges Unverständnis stoßen würde. Die Toten des Ersten Weltkriegs werden geehrt – auch heute noch. Die Ehrenalleen, die für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs gepflanzt wurden, sind vielerorts in die Jahre gekommen und müssen ersetzt werden. Das geschieht klaglos, auch wenn der letzte Veteran des „Großen Kriegs“ vor drei Jahren gestorben ist und kein Augenzeuge mehr lebt. Urgroßneffen oder Ururenkelinnen tragen am ANZAC Day im April, wenn der ANZAC Soldaten aus Australien und Neuseeland gedacht wird, die Orden der Vorfahren. In Deutschland werden die kaiserlichen Auszeichnungen auf Militariaauktionen verhökert.

Närrisch in Deutschland am 11.11. 

Gedenken in Neuseeland am 11.11.

Es ist fast symptomatisch, wenn in Deutschland an so einem Tag Narretei und in den einstigen Gegner-ländern  heute noch Trauer herrscht. Von einer Überhöhung der Geschichte verfielen „die“ Deutschen ins andere Extrem und ignorieren bzw. negieren sie.

Vielleicht hat man mit dem Blick von außen eine andere Sicht auf die deutsche Geschichte. Kopfschütteln ist eine weitverbreitete Reaktion auf deutsche Gepflogenheiten.

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