Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 199

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Commonwealth: Königin Elizabeth sagt deutlich ihre Meinung

Königin Elizabeth forderte in ihrer Eröffnungsansprache, daβ die Konferenz sich zu ihrem Sohn als Nachfolger an der Spitze des Commenwealth ausspricht. Binnen 24 Stunden hatte sie das gewünschte Ergebnis.

Es geschieht selten, daβ Königin Elizabeth II. öffentlich ihre Vorstellung äuβert, wie sie sich die Ordnung in ihrem Königreich und im Staatenbund Commonwealth vorstellt. Daβ sie sich vor wenigen Tagen in ihrer Begrüβungsansprache zum Gipfeltreffen des Commonwealths sehr deutlich dafür aussprach, ihren Sohn und Thronfolger Prinz Charles auch zu ihrem Nachfolger als Oberhaupt (Head) des Commonwealths zu bestimmen, machte allen klar, wie wichtig sie die Zukunft des Commonwealth einschätzt:

It remains a great pleasure and honour to serve you as Head of the Commonwealth and to observe, with pride and satisfaction, that this is a flourishing network. It is my sincere wish that the Commonwealth will continue to offer stability and continuity for future generations, and will decide that one day The Prince of Wales should carry on the important work started by my father in 1949.”

(„Es bleibt eine groβe Freude und Ehre, Ihnen als Oberhaupt des Commonwealths zu dienen und mit Stolz und Zufriedenheit dieses funktionierende Netzwerk zu beobachten. Es ist mein aufrichtiger Wunsch, daβ das Commonwealth weiterhin Stabilität und Kontinuität auch für kommende Generationen anbietet und eines Tages entscheiden wird, daβ der Fürst von Wales diese wichtige Aufgabe fortführt, die von meinem Vater 1949 begonnen wurde.“)

Königin und Thronfolger auf dem Weg zur Konferenz der Staats- und Regierungschefs des Commonwealths.

Dieser deutlichen Aufforderung kamen die Staatsoberhäupter und Regierungschef in ihrer ersten Vollversammlung nach der Eröffnungsansprache der Königin auch nach. Bereits am Freitag verkündete die britische Premierministerin Theresa May das einstimmige Ergebnis der Beratungen:

As Her Majesty enters her seventh decade as Head of the Commonwealth, we put on record our continuing gratitude for the duty and commitment Her Majesty has shown to all members of the Commonwealth over those decades. We recognise the role of the Queen in championing the Commonwealth and its peoples. The next Head of the Commonwealth shall be His Royal Highness Prince Charles, The Prince of Wales.”

(„Da Ihre Majestät in das siebte Jahrzehnt als Oberhaupt des Commonwealths geht, möchten wir unseren fortdauernden Dank für das Pflichtgefühl und den Einsatz deutlich machen, die Ihre Majestät über Jahrzehnte allen Mitgliedern des Commonwealths zeigte. Wir erkennen die Rolle der Königin bei der Verteidigung des Commonwealths und seiner Völker an. Das nächste Oberhaupt des Commonwealths soll Seine Königliche Hoheit, Prinz Charles, der Fürst von Wales sein.“)

Damit ist die Gefahr des Auseinanderbrechens aufgrund republikanischer Machtgelüste vorerst abgewendet. Momentan befindet sich das Commonwealth in gutem Zustand, weil die USA als verläβlicher Partner ausfallen, die EU durch internen Zwist und Groβmachtallüren der Chefeuroper eher Ängste weckt und die UNO durch die Vetomächte blockiert ist. Da bleibt man bei dem, was man hat und kennt: Der Monarchin bzw. dem Monarchen. H.S.

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau: „Ich teile aus vollem Herzen den Wunsch Ihrer Majestät, daβ der Fürst von Wales das nächste Oberhaupt des Commonwealths wird.“

Flachgelegtes Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Wesel

Der alltägliche bundesrepublikanische Irrsinn erreicht Wesel. Dort sollte seit 1957 ein Denkmal für Kaiser Wilhelm I. wiederaufgestellt werden. 1906 wurde das Denkmal des damals sehr berühmten Künstlers Reinhold Begas (siehe Corona-Ausgabe 75) in der alten Festungsstadt, deren Schicksal tief mit Preußen verwoben war, am Platz vor dem Bahnhof eingeweiht. In der Zeit nach dem 2. Weltkrieg wurde es von Unbekannten vom Sockel gestoßen, beschädigt und danach eingelagert. Engagierte Bürger der Region hatten sich seit mehreren Jahren für eine Restaurierung und Wiederaufstellung eingesetzt und dies mit privaten Geldern finanziert, stießen aber auf Widerstand von Personen, die in Kaiser Wilhelm, wie sie selbst sagen, einen Kriegstreiber und Gegenrevolutionär sehen.

Der flachgelegte Kaiser war nicht einmal als Parodie gemeint, sondern sollte eine ernsthafte Kunstdarstellung der Weseler Oberbürgermeisterin sein.

Am Ende der siebenjährigenDebatte wurde nun das Ergebnis erzielt, daß das Denkmal nicht wieder aufgestellt, sondern hingelegt wird. Der Kaiser wurde in einen gläsernen Sarg gelegt, „damit niemand mehr zu ihm aufschauen muß”. Die bundesrepublikanischen Medien lobten dies sogleich als einen „kreativen Umgang mit der Geschichte”. Die Dadaisten der 20er Jahre hätten wahrscheinlich ähnliches gesagt… Vielleicht wollen jene, die gegen das Denkmal sind, ja auch wieder in Kleinstaaterei, ohne Sozialsystem und ohne allgemeines Wahlrecht leben, wie es in deutschen Landen vor Kaiser Wilhelm I. der Fall war? Es zeigt sich leider immer wieder, daß das mittlerweile völlige Fehlen von Zeitzeugen dazu führt, daß diejenigen, die aus ideologischen Gründen heraus das Kaiserreich dämonisieren wollen, leichtes Spiel haben.

Das Engagement der Weseler, die sich für die Wiederaufstellung eingesetzt haben, ist also lobenswert, doch ist das Ergebnis so, daß man sich wünschen muß, es wäre nicht dazu gekommen. L.R.

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Die vollständige 199. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 199

Inhalt der 199. Ausgabe:

  • Commonwealth: Königin Elizabeth sagt deutlich ihre Meinung
  • Flachgelegtes Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Wesel
  • Die Sixtus-Affaire oder die Unmöglichkeit zum Verständigungsfrieden
  • Libyens Monarchie kehrt mit Riesenschritten zurück

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Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 198

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Strassburg billigt Majestätsbeleidigung

Das Verbrennen von Bildern des spanischen Königs gehöre zur Meinungsfreiheit, es stelle eine politische Kritik und keine persönliche Kritik dar, urteilte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. Geklagt hatten zwei katalanische Männer, die während einer Demonstration 2007 Bilder des damaligen Königs Juan Carlos I. verbrannt hatten. Der Prozeβ wurde schon in Spanien durch alle Instanzen ausgefochten. Am Ende stand eine Strafe für die Männer von 15 Monaten Haft oder einer Geldbuβe von 2700 €. Die verurteilten Täter, die aus dem Umfeld jenes katalanischen Separatismus stammen und finanziert werden, der im letzten Jahr einen Staatsstreich gegen die spanische Demokratie versuchte, hatten während der Verhandlungen vor den höheren spanischen Gerichten immer wieder Übersetzer verlangt, da sie nur auf Katalanisch sprechen und zuhören wollten.

Das Verbrennen selbsthergestellter oder erworbener Flaggen ist in Deutschland nicht strafbar. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Fechner will das für Israel-Flaggen ändern. In der Bundestagsfraktion der SPD wird nach Informationen des Tagesspiegels über ein mögliches Gesetz gesprochen, das die Verbrennung der israelischen Staatsflagge unter Strafe stellt.

Das Urteil ist dabei ganz gewiβ als ein zivilisatorischer Rückschritt zu betrachten. Zum einen gibt es jenen Auftrieb, die in Spanien die Verfassung nicht respektieren, über die die Spanier anders als die Deutschen vor gar nicht so langer Zeit abstimmen durften und sie mit großer Mehrheit annahmen. Sogleich wurden dann auch im Umfeld der katalanischen Separatisten zahlreiche Bilder des Königs verbrannt, der als Symbol dieser Verfassung und der Einheit Spaniens gilt. Zum anderen ist das Staatsoberhaupt auch in den meisten Republiken besonders vor Beleidigung geschützt, zum Beispiel in Deutschland („Verunglimpfung des Bundespräsidenten“ [§90 StGB])  Wer etwa auf ein Bild des Bundespräsidenten urinierte, würde auch Probleme bekommen und sich bis zum Gerichtshof für Menschenrechte durchfechten müssen, wo er dann allerdings offenbar mit einem Freispruch rechnen könnte. Man muβ ein Staatsoberhaupt nicht mögen, aber Grenzen des Anstandes sollten im Rahmen der Kritik respektiert werden, was für das Staatsoberhaupt noch mehr gilt, als für andere Menschen auch. Die Urteilsbegründung einer politischen statt persönlichen Kritik ist dabei sehr weit hergeholt, wird doch mit dem Verbrennen von Bildern Gewalt und auch persönliche Verachtung angedeutet. Das Urteil des Gerichthofs entbehrt damit jedweder rationalen Grundlage.

Derweil führt ein anderes Land aus den angeführten Gründen das Verbot der Majestätsbeleidigung wieder ein: Kambodscha. Dort hat man aus den Verwerfungen der eigenen Geschichte gelernt und schützt die Institutionen, die den Frieden in der Gesellschaft sichern. L.R.

Königliche Osterbotschaft für bedrohte Christen

Meine besten Wünsche richte ich heute an jene, die aufgrund ihres Glaubens, egal welcher Ausrichtung, verfolgt werden. In dieser Osterzeit, wenn sich unsere Gedanken auf das Leiden unseres Herrn vor zweitausend Jahren besinnen, denken wir besonders an jene Christen, die weltweit an vielen Orten um ihres Glaubens willen leiden. Ich versichere ihnen, daβ sie nicht vergessen sind und wir sie in unsere Gebete einschlieβen.

Im Lauf der Jahre habe ich viele getroffen, die wegen ihres Glaubens und wegen Gefahr für Leib und Leben flohen – oder die unter groβen Entbehrungen in ihrer Heimat blieben – und ich bin tief bewegt und beschämt wegen ihres Muts und ihrer Kraft zur Vergebung, trotz all ihres Leidens.

Ich hörte auch, daβ es trotz all der Schatten dennoch Lichtstrahlen gibt, Zeichen der Auferstehung und Hoffnung, daβ langsam aber sicher Christen, die aus ihrer Heimat flohen, zurückkehren und ihre zerstörten Häuser wieder aufbauen.

Biblische Orte wie Syrien und der moderne Irak waren nicht immer Kampfstätten zwischen Menschen unterschiedlichen Glaubens. Über viele Jahrhunderte haben in vielen Ländern die Anhänger der abrahamitischen Glaubensgemeinschaften Seite an Seite als Nachbarn und Freunde gelebt. Ich habe zum Beispiel gehört, daβ im Libanon Muslime mit Christen am Schrein unserer lieben Frau vom Libanon diese verehren. Ich kenne auch zwei hochrangige Muftis, die sich der hohen Bedeutung des christlichen Glaubens für die Stabilität des Nahen Ostens bewuβt sind.

An Ostern, da wir des Leidens unseres Herrns gedenken, müssen wir auch an seine Mutter Maria und ihre Schmerzen erinnern. Maria genieβt sowohl im Christentum wie im Islam eine herausragende Stellung. Sie ist die Mutter unseres Herrn und sie ist hervorgehoben im Koran.

Die drei abrahamitischen Religionen kennen die schmerzlichen Auswirkungen von Verfolgung, wenn die Religion in den barbarischen Griff derer geraten ist, die den Glauben verzerren oder falsch darstellen.

An diesem Osterfest möchte ich die Standhaftigkeit all derer würdigen, die – was auch immer ihr Glaube sei – verfolgt werden, weil sie dem Kern ihres Glaubens treu bleiben. Ich bewundere und respektiere all jene von Ihnen, die aus tiefstenm Herzen heraus für die beten, die sie verfolgen und dem Vorbild Christi gleich um Vergebung für ihre Feinde bitten.

Jesus faβte die zehn Gebote in zwei Forderungen zusammen: daβ wir Gott lieben und unseren Nächsten so lieben wie uns selbst. Deshalb zu diesem Osterfest mein besonderes Gebet, daβ dies Ihre Leitschnur und Ihre Eingebung sein mögen.

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Die vollständige 198. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 198

Inhalt der 198. Ausgabe:

  • Straβburg billigt Majestätsbeleidigung
  • Königliche Osterbotschaft für bedrohte Christen
  • Ausstellung zum Ende der Monarchie im Potsdamer Neuen Palais
  • Kanadas Probleme mit dem belgischen Königspaar

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Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 197

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Warum scheiterten die deutschen Frühjahrsoffensiven 1918?

Die Ausgangssituation im Frühjahr 1918 war für das seit mehr als drei Jahren im Krieg stehende Deutsche Kaiserreich und seine Verbündeten zum ersten Mal seit langer Zeit nicht ungünstig: Rußland war geschlagen und der Zweifrontenkrieg und auch die Hungerblockade damit beendet, da die Bevölkerung jetzt über die Ukraine mit Nahrung versorgt werden konnte. Eine große Anzahl Truppen konnte außerdem für eine entscheidende Offensive an die Westfront verlegt werden, um Frankreich zu schlagen, bevor die wachsende Zahl US-amerikanischer Truppen die Situation wieder zu Deutschlands Ungunsten verändern würde.

Mit Hindenburg und Ludendorff konnte das Kaiserreich für die Planung dieser Offensive außerdem auf Befehlshaber zurückgreifen, die politisch eine Quasi-Diktatur eingeführt hatten, in welcher Kaiser Wilhelm II. nur noch ein Schatten war. In bezug auf den militärischen Verstand jedoch war die deutsche Oberste Heeresleitung seinen eher konventionellen und phantasielosen Pendants auf Seiten der Entente, die ihre Truppen in immer neuen Frontalangriffen verheizten, weit überlegen.

Die lange erwartete deutsche Offensive „Unternehmen Michael” setzte dann an der Trennlinie zwischen französischen und englischen Truppen an, wodurch Unstimmigkeiten innerhalb der Entente verursacht werden sollten. Hinzu kam eine neue Taktik: Nach einer nur kurzen, aber präzisen Artillerievorbereitung, um den Angriffsschwerpunkt nicht zu verraten und dem Feind nicht die Gelegenheit zu geben, Reserven dorthin zu verlegen, folgten Sturmtruppen, kleine, bestausgebildete und -ausgerüstete Stoßtrupps, die den feindlichen Widerstand ohne die Verluste eines Massenangriffs brechen sollten. Am 21. März begann die Offensive und in den ersten Tagen wurde ein Durchbruch erzielt und eine komplette englische Armee zerschlagen. Erstmals seit 1914 wurden größere Gebietsgewinne verzeichnet und tausende Gefangene gemacht. Dennoch brachte das Unternehmen genauso wie drei weitere Offensiven, die sich bis in den Juli 1918 hinzogen und ebenfalls Gebietsgewinne und Gefangene brachten, keine Entscheidung. Im Juli 1918 ging die Entente dann mit amerikanischen Truppen zur Gegenoffensive über und Deutschland sollte die Initiative bis zum Friedensschluβ nicht wieder zurückbekommen.

Ende Februar 2018 gedachten 700 Menschen auf dem Soldatenfriedhof von Villers-Bretonneux der gefallenen Australier. Auf dem Friedhof liegen 2.100 Alliierte, die im April 1918 bei einer Offensive gegen die deutschen Truppen fielen.

Warum war das so, war die Ausgangslage doch nicht schlecht? Anders als 1940 fehlte dem deutschen Vorstoß sowohl ein effizienter Kräfteansatz als auch ein strategisches Ziel. Statt die Kräfte dort zu bündeln, wo der Gegner am schwächsten war und Durchbrüche auf diese Weise auszubauen und den Feind zum Rückzug zu zwingen oder einzukreisen, wie 1940, schickte Ludendorff seine Truppen immer gegen die Punkte der Angriffsfront, die vom Gegner noch verbissen verteidigt wurden. Der Angriff hatte außerdem keine Richtung und kein Angriffsziel. Hätte es rückblickend Sinn gemacht, zu versuchen, wie 1940 einen großen Teil der Engländer in Flandern und Nord-frankreich einzukreisen, wozu man zum Ärmelkanal hätte vorstoßen müssen, wurden stattdessen unbedeutende Gebiete der französischen Provinz erobert, und der Angriff verlagerte sich mehr und mehr Richtung Paris. Hinzu kam, daß die Logistik im Ersten Weltkrieg noch nicht so weit fortgeschritten war, daβ ein schneller Vormarsch möglich gewesen wäre. Schließlich gab es auch keine politische Strategie, etwa einen milden Frieden anzubieten, wenn die Lage günstig schien. Am Ende verspielte das Kaiserreich also den Vorteil, den es zu Beginn des Jahres 1918 noch gehabt hatte. Kaiser Wilhelm II. hatte bei alldem nur noch wenig Einfluß, da seine Militärs auf einen absoluten Sieg setzten, und er nicht dagegen ankämpfen konnte. Lediglich Kaiser Karl I. versuchte, auf einen Frieden hinzuarbeiten, scheiterte aber dabei an der nötigen Bündnistreue zu Deutschland. L.R.

Majestätsbeleidigung bleibt in den Niederlanden strafbar

Die BRD hat zum 1. Januar 2018 den Majestätsbeleidigungsparagraphen abgeschafft, nicht jedoch die Strafbarkeit der „Verunglimpfung des Bundespräsidenten“ (§90 StGB), was unter „Gefährdung des Rechtsstaats” fällt. Und jetzt beginnt in den Niederlanden eine Diskussion um die Abschaffung der entsprechenden Straftaten im Königreich. Ausgerechnet in der Regierungskoalition gibt es widerstreitende Ansichten. Die linksliberale D66 möchte die Monarchie „modernisieren“ und dringt auf Abschaffung des Königsbeleidigungsparagraphen, weil er angeblich die freie Rede beschränke und schon 150 Jahre alt sei. Anderer Ansicht sind die beiden christlichen Parteien im Kabinett (CDA und ChristenUnie), die argumentieren, der König könne sich in seiner Position schlecht selbst verteidigen und eine Beleidigungsklage anstrengen. Die vierte und gröβte Regierungspartei, die von Ministerpräsident Mark Rutte angeführte liberale VVD, hält sich bedeckt und sieht keinen Anlaβ zum Handeln, womit sie unter Umständen zur Beerdigung der Gesetzesänderung beitragen könnte.

Darf man künftig die Königsfamilie (hier beim Koningsdag am 27. April 2016 in Zwolle) ungestraft beschimpfen?

Anwendung findet der Majestätsbeleidigungs-paragraph nur gelegentlich. 2016 wurde ein Mann zu 30 Tagen Haft verurteilt, weil er auf Facebook König Willem Alexander einen „Mörder, Dieb und Vergewaltiger“ schimpfte. Der Strafrahmen kann bis zu fünf Jahren Haft und einer Geldstrafe bis zu 20.000 Euro reichen. Billiger kam im November 2014 ein Protestler davon, der während einer Demonstration F**k the King, F**k the Queen und F**k the Royal House brüllte. Die Staatsanwaltschaft sah von einer strafrechtlichen Verfolgung ab. Die „freie Meinungsäuβerung” einer Pöbelei hatte trotz Majestätsbeleidigungsparagraphen gesiegt. H.S.

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Die vollständige 197. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 197

Inhalt der 197. Ausgabe:

  • Warum scheiterten die deutschen Frühjahrsoffensiven 1918?
  • Majestätsbeleidigung bleibt in den Niederlanden strafbar
  • Anzeige gegen Karl von Habsburg
  • Monarchistische Gefühle schlummern in jeder Nation

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Prinzessin Sophie von Preuβen wird 40

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Es jährt sich heute zum 40. Mal, daβ Ihre Kaiserliche Hoheit Prinzessin Sophie von Preuβen das Licht der Welt erblickte.

Am 7. März 1978 wurde Prinzessin Sophie Johanna Maria von Isenburg als jüngste Tochter von Fürst Franz Alexander (geb. 1943) und Fürstin Christine von Isenburg (geb. 1941, Gräfin von Saurma-Jeltsch) in Frankfurt am Main geboren. Inmitten einer großen Familie verlebte sie eine unbeschwerte Kindheit im hessischen Birstein. Ihre Geschwister sind Erbprinz Alexander von Isenburg (geb. 1969), Erzherzogin Katharina von Österreich-Este (geb. 1971), Fürstinwitwe Isabelle zu Wied (geb. 1973, ihr Mann, Fürst Carl zu Wied verstarb am 12. März 2015) und Prinz Viktor von Isenburg (geb. 1979).

Nach dem Besuch der Grundschule in Birstein und der St. Marienschule in Fulda wechselte Prinzessin Sophie auf die Heimschule Kloster Wald, wo sie mit dem Abitur und einer Gesellenprüfung der Damenschneiderei abschloβ. Danach studierte sie Betriebswirtschaft an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg/Breisgau und der Humboldt-Universität zu Berlin mit Diplom-Abschluβ. Diverse Praktika führten sie unter anderem in den Deutschen Bundestag sowie nach London, Hongkong und Shanghai.

Ab 2006 war sie als Assistentin der Geschäftsführung / Key Account Managerin bei einer Bertelsmann Tochtergesellschaft beschäftigt, seit 2010 ist sie als Projektmanagerin bei einem unabhängigen Dienstleister im Stiftungs- und Vereinswesen tätig.

Zu ihren privaten Interessen gehören Lesen, Sport (Schwimmen, Skilaufen, Tennis, Laufen) und Reisen, die sie unter anderem durch weite Teile Europas sowie nach Asien und Südamerika geführt haben.

Die Hochzeit mit Prinz Georg Friedrich von Preuβen fand am 27. August 2011 in der Friedenskirche zu Potsdam statt. Die rege Anteilnahme der Bevölkerung überraschte die zahlreichen Medienvertreter, darüberhinaus berichte der RBB live von den Feierlichkeiten. Zahlreiche Familienmitglieder und Vertreter deutscher, europäischer und auβereuropäischer Adelshäuser erwiesen dem hohen Brautpaar die Ehre (siehe Gästeliste).

Am 20. Januar 2013 wurden sie Eltern von Zwillingssöhnen – Prinz Carl Friedrich und Prinz Louis Ferdinand von Preuβen. Am 2. April 2015 wurde Prinzessin Emma und am 17. November 2016 Prinz Heinrich geboren.

Corona wünscht Ihrer Kaiserlichen Hoheit alles Gute für ihre wichtige Aufgabe für das Haus Hohenzollern.

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 196

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Brest-Litowsk als Vorläufer von Versailles?

In diesen Wochen jährt sich zum 100. Mal das Ende des 1. Weltkrieges im Osten. Vier Friedensverträge beendeten die Kampfhandlungen: die Friedensverträge der Mittelmächte mit der Ukraine, Rußland, Finnland und Rumänien. Im Zentrum dieser Verträge steht dabei der Frieden mit Rußland in Brest-Litowsk, welcher zurecht als sehr hart bezeichnet wird: Rußland verliert einen großen Teil Staatsgebiet – die Ukraine und Finnland werden unabhängig und dem Deutschen Reich wird die Neuregelung der politischen Verhältnisse im Baltikum überlassen. Rumänien kommt weit glimpflicher weg, da die verlorene Süddobrudscha mit dem gewonnen Bessarabien abgegolten wird.

In Brest-Litowsk saβen alle Verhandlungspartner am Tisch und handelten den Friedensvertrag aus.

Manche – bundesrepublikanische – Historiker vergleichen diesen Friedensvertrag ob seiner Härte mit den Pariser Vorortverträgen, insbesondere Versailles. Eine solche Betrachtung ist jedoch absurd und dient wohl eher dem Zweck, Versailles zu verharmlosen. Es kann schließlich nicht sein, daß dem Deutschen Kaiserreich etwa Unrecht angetan wurde. Die extremistischen Strömungen in der Weimarer Republik sind vielmehr hausgemacht und irgendwie Auswuchs des deutschen Charakters, den zu bändigen ewige Aufgabe der Bundesrepublik ist. Die Fakten sprechen eine andere Sprache: In Brest-Litowsk saß der Verlierer anders als in Versailles mit am Verhandlungstisch und konnte seine Anliegen jederzeit vorbringen, weswegen für Versailles das Wort „Diktat“ angemessen ist, für Brest-Litowsk aber nicht. Außerdem ist ein Teil der Härte des Friedens auf die Verzögerungstaktik Trotskis bei den Verhandlungen zurückzuführen, der die Verhandlungen mit Volksreden in die Länge ziehen wollte, um die Überführung deutscher Truppen an die Westfront zu verunmöglichen. Erst auf diese Taktik hin stellten die Mittelmächte Rußland ein Ultimatum zur Annahme der Friedensbedingungen, die nicht so hart ausgefallen wären, hätte es Trotski nicht darauf angelegt. Schließlich ging Lenin schon mit der Devise „Frieden um jeden Preis“, den er dem russischen Volk versprochen hatte, in die Verhandlungen, was nicht gerade den Eindruck vermittelte, er werde besonders viel Widerstand gegen Forderungen irgendwelcher Art leisten. Ein Vergleich mit Versailles hinkt also gewaltig und ist ahistorisch.

Wie ging es nach Brest-Litowsk weiter? Das Kriegsende im November 1918 machte den Vertrag hinfällig, weswegen die deutsche Lösung, in den neuen Staaten Monarchien zu bilden, leider nicht umgesetzt wurde. Die Ukraine verliert ihre Unabhängigkeit, Finnland kann sich durch die deutsche Unterstützung gegen die Kommunisten während des Krieges am Ende behaupten, wird aber Republik. Die baltischen Staaten werden erst Diktatur und dann durch Stalin wieder Rußland beziehungsweise der Sowjetunion einverleibt. Rumänien, welches im Krieg eine äußerst schwache Leistung zeigte, ist der große Gewinner und verleibt sich neben Bessarabien auch große Teile ungarischen Gebiets ein. Rußland und Deutschland als Parias nach dem 1. Weltkrieg nähern sich 1924 mit den Verträgen von Rapallo an. L.R.

Anfang vom Ende des Commonwealth

Zu den Titeln, die Königin Elizabeth II. führt, gehört der als Head of the Commonwealth. Zur Zeit des Empires war der britische Monarch Kaiser von Indien, als Indien 1950 die Republik ausrief, bedurfte es einer neuen Formel. König Georg VI. wurde zum Head of the Commonwealth bestimmt, was auch von den Republiken der Staatengemeinschaft anerkannt wurde. Nach dem Tod des ersten Trägers gab es keine Frage, daβ seine Tochter in die Nachfolge eintreten würde.

Beim letzten Commonwealth-Gipfeltreffen 2015 in Malta (#CHOGM2015), begrüβte The Queen als Head of the Commonwealth, die Regierungsvertreter. Am 19. und 20. April 2018 wird sie dies auch in Groβbritannien tun und dabei Prinz Charles eine bedeutende Rolle einräumen, um ihn als Nachfolger einzuführen.

Beim hohen Alter der Königin, die im April ihr 92. Lebensjahr vollenden wird, wachsen die Gelüste in den Commonwealth-Republiken, sich den Titel anzueignen. Es gebe keine Automatik, sagen sie, daβ Prinz Charles als König auch Head of the Commonwealth werde. Die Zauberformeln sind „Demokratisierung“ und „Entkolonialisierung“. Man darf unterstellen, daβ auch Regierungschefs von Ländern, die Königin Elizabeth als ihr eigenes Staatsoberhaupt anerkennen, die Idee einer Wahl des Commonwealth-Oberhaupts einen Weg aufzeigt, die Monarchie loszuwerden. Der republikanische Premierminister von Australien, Malcolm Turnbull, hat bereits angekündigt, nach dem Tod der Königin die Frage der Staatsform wieder aufzuwerfen. Auch in Neuseeland regiert seit einigen Monaten eine republikanische Premierministerin, die versucht sein könnte, über die Absetzung des Hauses Windsor im Commonwealth auch gleich die neuseeländische Monarchie zu beseitigen.

Sollten die republikanischen Pläne zur Wahl des Oberhaupts des Commonwealth gelingen, wird es in der Gemeinschaft über kurz oder lang zum Streit kommen. Kein Präsident kann jemals die Interessenkonflikte der Commonwealth-Staaten so ausgleichen wie ein Monarch. H.S.

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Die vollständige 196. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 196

Inhalt der 196. Ausgabe:

  • Frankreich gedenkt Charles Maurras‘ – fast
  • Adieu Prinz Henrik von Dänemark †
  • Brest-Litowsk als Vorläufer für Versailles?
  • Anfang vom Ende des Commonwealth?

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Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 195

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Rumäniens Ministerpräsident stürzt nach Enteignungsversuch

König Michael I. von Rumänien war noch nicht einen Monat tot, schon gab es Versuche, der königlichen Familie den ihr überlassenen Elisabeta-Palast und auch ihren offiziellen Status wieder zu entziehen. Der Drahtzieher dessen war Rumäniens Ministerpräsident Mihai Tudose, ein mehr oder wahrscheinlich eher weniger geläuterter Ex-Kommunist. „Rumänien ist eine Republik, keine Monarchie”, so Tudose.

Im Elisabeta-Palast empfängt Kronprinzessin Margareta auch ausländische Gäste (hier Prinz Charles im März 2017).

Es war dabei mehr oder weniger klar, daß Rumäniens Kleptokraten nicht den Anstand besitzen würden, wenigstens ein bißchen Zeit nach dem Tod König Michaels verstreichen zu lassen, bevor sie versuchen würden, sich durch Entzug der königlichen Privilegien selbst mehr Macht zu verschaffen. Um so erfreulicher ist es, daß Tudose nicht mehr Ministerpräsident ist. Zwar stürzte er nicht über seinen Versuch, sich mit der königlichen Familie anzulegen, sondern über internes Parteiengezänk – Parteichef Draganea war Tudose nicht mehr genehm – aber zumindest ist der erste Versuch der Parteien, sich auf Kosten der Nachfahren von König Michael mehr Pfründe zu verschaffen, abgeschmettert. So schnell kann es gehen, wie jetzt auch Rumäniens Ex-Ministerpräsident weiß.

Das Wappen Rumäniens vor der Änderung (rechts) und danach (links)

Zu Beginn des Jahres wurde auch das Gesetz wirksam, nach welchem das Wappen Rumäniens wieder dasjenige der rumänischen Monarchie ist. Gleichzeitig will Kronprinzessin Margareta den Titel „Königin”, der ihr vom rumänischen Parlament verliehen wurde, nicht tragen, solange Rumänien noch eine Republik ist. Man darf weiter mit Interesse auf die Entwicklungen in diesem Land schauen.   L.R.

Wie handelt ein König?

Während der internationale Titel The King’s Choice lautet, ist der norwegische Titel klarer: Kongens Nei – Das Nein des Königs

An Spielfilmen mit königlichen Figuren besteht kein Mangel. Ob Game of Thrones oder The Crown, die Fernsehkanäle und Kinos bieten ein volles Angebot, das von den Zuschauern gerne angenommen wird. Aber es fehlen weitgehend die Filme, in denen die konstitutionelle Monarchie als aktiv handelnde und positive Staatsform gezeigt wird und nicht nur den Hintergrund für schmachtende Liebesgeschichten abgibt. Diese Lücke füllt der norwegische Film The King‘s Choice – Angriff auf Norwegen. Er wurde 2016 gedreht und 2017 auf der Berlinale vorgestellt. Die Handlung ist bekannt und dennoch klammert man sich vor Spannung an den Sitz. Am 9. April 1940 marschieren deutsche Truppen auf Hitlers Befehl in Norwegen ein. Wie im Fall von Dänemark erwartet Hitler keinen Widerstand, sondern die rasche Kapitulation des bevölkerungsschwachen Landes. Der deutsche Gesandte in Oslo, Hans Bräuer, ist hilfslos gegenüber den Wehrmachtsoffizieren, aber dennoch ehrlich bemüht, Blutvergieβen zu vermeiden und versucht, die norwegische Regierung zur Aufgabe zu bewegen.

Doch die königlich-norwegische Armee leistet Widerstand, die Regierung und die königliche Familie verlassen Oslo per Zug und sind als Gesprächspartner nicht greifbar. König Haakon VII., 1905 per Volksabstimmung zum König von Norwegen bestimmt, sieht sich als konstitutioneller Monarch den Beschlüssen der Regierung verpflichtet, während Kronprinz Olav auf jeden Fall Widerstand leisten will. Er hält die Regierung für schwach und kompromiβlerisch, will ihr nicht folgen. Die Handlung des Films geht chronologisch fast stundenweise voran und zeigt den Zwiespalt der verschiedenen Akteure. Von Hitler (Stimme: Udo Schenk) bekommt der Gesandte Bräuer den ausdrücklichen Befehl, nur mit dem König zu verhandeln und es gelingt ihm tatsächlich, eine Einzelaudienz mit König Haakon zu erhalten. Der Dialog zwischen beiden – auch ihm Originalfilm auf Deutsch geführt – gehört zweifellos zu den Höhepunkten. Der König, wenngleich ohne jede politische Macht in Norwegen und von einem übermächtigen Gegner bedrängt, wirft dem deutschen Gesandten ein klares Nein (deshalb der norwegische Filmtitel Kongens Nei) entgegen. Das ist die Entscheidung des Königs (worauf der englische Filmtitel The King’s Choice beruht), die im Angesicht einer drohenden Absetzung fällt. Man kann einen König zur Abdankung zwingen, aber man kann ihn nicht von seinen festen Überzeugungen abbringen. Das ist die deutliche Botschaft dieses ausgezeichneten Streifens.

An diesem Film stimmt alles: Er ist hervorragend besetzt, wurde an Originalschauplätzen, unter anderem im Königspalast, gedreht. König Haakon wird vom dänischen Schauspieler Jesper Christensen verkörpert, der den norwegischen Monarchen mit dänischem Akzent spielt, den der einst als Prinz Carl von Dänemark geborene König selbst auch sprach. Deutsche Schauspieler geben die Deutschen, die sich gelegentlich in Norwegisch versuchen. Bis hin zu den einfachen Soldaten, die sich der Invasion entgegenstellen, sind die Rollen glaubwürdig besetzt.

The King’s Choice (deutscher Trailer) sollte für jeden Monarchisten ein Muβ sein, denn er liefert beste Argumente für die Frage: Warum braucht es Könige? H.S.

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Die vollständige 195. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 195

Inhalt der 195. Ausgabe:

  • Geschichtsklitterung und Gegenreaktionen
  • Rumäniens Ministerpräsident stürzt nach Enteignungsversuch
  • Norwegen: Wie handelt ein König?
  • Gedenken an König Ludwig XVI.: Pflichttermin für französische Royalisten

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Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 194

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Rufe nach dem Schah bei Demonstrationen im Iran

Mit 18 Jahren verlieβ Kronprinz Reza den Iran, um seine Ausbildung als Kampfpilot in den USA aufzunehmen. Er kehrte bislang nicht in seine Heimat zurück.

Der Iran ist nicht gerade dafür bekannt, mit Regimegegnern zimperlich umzugehen. Den etwas älteren Lesern mögen dabei noch Bilder von Regimegegnern durch den Kopf gehen, die nach der islamischen Revolte 1979 an Laternen in Teheran aufgeknüpft wurden. Auch danach kam es immer wieder zu Hinrichtungen von Kritikern. Umso beachtlicher sind die Demonstrationen in Teheran und vielen anderen Städten, die es weltweit in die Nachrichten geschafft haben. Dabei sollen massiv monarchistische Slogans gerufen und Bilder des Shah und vor allem auch des Kronprinzen Cyrus Reza Pahlavi gezeigt worden sein, welcher in den USA lebt. Dies ist mit Bildern und Videoaufnahmen belegt. Gerade dies ist Im Iran nicht irgendeine bedeutungslose Lappalie, denn vor allem monarchistische Bestrebungen können vom islamischen Regime der Ajatollahs mit dem Tod bestraft werden und bei den Demonstrationen kamen bereits mehrere Menschen ums Leben.

Während die europäischen Medien sich für einen Kommentar zum Iran lange Zeit ließen und kaum etwas oder gleich gar nichts über den monarchistischen Charakter der Demonstrationen berichteten, war Donald Trump schneller. „Die USA schauen zu”, warnte er in bezug auf etwaige Menschenrechtsverletzungen das iranische Regime und sprach den Demonstranten seine Sympathie aus. Etwas diffuser sagte er auch Unterstützung für einen Regimewechsel zu. Man kann über den Mann sagen, was man will, aber hier hat er richtig gehandelt. Während man in Europa bloß nicht den Atomdeal Obamas infrage stellen will, und dafür offenbar bereit ist, über Leichen zu gehen, solidarisiert sich die US-Regierung mit den Regimegegnern und tritt damit für die Einhaltung grundsätzlicher Menschenrechte ein.

Die persische Kaiserfamilie und vor allem der Kronprinz und die ehemalige Kaiserin Farah Pahlavi ließen über verschiedene Stellungnahmen den Demonstranten ebenfalls ihre Unterstützung und Solidarität bekunden. Außerdem rief Reza Pahlavi die internationale Gemeinschaft auf, dem iranischen Volk zu helfen, und die iranische Armee, sich auf die Seite der Demonstranten zu schlagen. L.R.

Kalender des Jahres 1918

2018 jährt sich der traurige Sturz unserer Monarchie zum 100. Mal. Zu diesem Anlaβ hat die Corona einen Kalender erstellt, in welchem die Ereignisse von 1918 zusammengefaβt sind: Jeden Tag werden so Nachrichten von der Front, politische und wirtschaftliche Meldungen und Triviales wiedergegeben, wie sie an dem jeweiligen Tag des Jahres 1918 passiert sind. Wer Interesse an diesen Nachrichten hat, kann unsere Facebookseite abonnieren, wo sie veröffentlicht sind, beziehungsweise den Blog aufrufen. L.R.

Tod des französischen Dauphins

Einer der Vorteile der Erbmonarchie liegt darin, daβ für gewöhnlich die Thronfolge nicht manipuliert werden kann. „Was aber, wenn der Erbprinz unfähig ist?“ fragen Kritiker der Monarchie gerne. Anders als Republiken, die mit einem völlig ungeeigneten Präsidenten eine volle Amtszeit – und darüber hinaus – leben müssen, greifen in Monarchien die Korrekturmechanismen. Ob im Falle König Ottos I. von Bayern oder König Peters I. von Serbien, Regenten stehen bereit einzuspringen. Im Haus Bourbon-Orléans wurde am 7. Februar 1961 ein Erbprinz geboren: Prinz François Henri Louis Marie von Orléans, Fils de France war nach Aufhebung der Exilgesetze der erste Thronfolger, der in Frankreich das Licht der Welt erblickte. Leider war seine Mutter, Prinzessin Marie-Thérèse, geborene Herzogin von Württemberg, während der Schwangerschaft an Toxoplasmose erkrankt. Der Säugling kam schwer geschädigt zur Welt und bedurfte sein Leben lang der besonderen Betreuung.

Ähnlich wie Prinzessin Cornelie-Cecilie von Preuβen, die bei allen Festen der Familie dabei ist, wurde auch Prinz François nie vor der Öffentlichkeit versteckt. Sein Erstgeburtsrecht wurde vom Haus Orléans ebenso anerkannt wie von französischen Royalisten. Sein 1965 geborener Bruder Prinz Jean wurde 1980 vom Vormundschaftsgericht des 17. Arrondissements in Paris zum offiziellen Betreuer ernannt. Auch der Vater der beiden Prinzen, Henri Comte de Paris, reagierte ähnlich und ernannte Prinz Jean zum Regenten des Dauphins. In der Verlautbarung zum Tod von Prinz François bezeichnete der Graf von Paris Prinz Jean gleich als neuen „Dauphin de France“. Die Automatik der monarchischen Nachfolge funktioniert auch in diesem Fall.

Am 31. Dezember 2017 ist Prinz François nach Angaben des Hauses „friedlich und im Kreis seiner Familie entschlafen“.

Die Bevölkerung hatte am 5. Januar Gelegenheit, von ihm Abschied zu nehmen. Prinz Jean hatte die öffentliche Aufbahrung in der königlichen Kapelle von Dreux verfügt. In der Begräbnisstätte der Bourbon-Orléans wurde Prinz François am 6. Januar beigesetzt. Er liegt nun in der Nähe seiner Groβeltern, des Grafen Henri († 1999) und der Gräfin Isabelle von Paris († 2003). Die Nachrufe in französischen Zeitungen waren gekennzeichnet von Sympathie für den Verstorbenen. L‘Echo républicain erinnerte seine Leser daran, das man den Prinzen häufig begegnen konnte, wenn er seine Spaziergänge  machte. Aber auch das geschah: Über die Behinderung rissen Republikaner ihre Witze, was bei anderen Behinderten undenkbar wäre. Im Fall von Angehörigen des Königshauses kennen Antiroyalisten keine Geschmacksgrenzen. H.S.

In der königlichen Kapelle von Dreux liegen die Angehörigen der Familie Bourbon-Orléans

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Die vollständige 194. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 194

Inhalt der 194. Ausgabe:

  • Rufe nach dem Schah bei Demonstrationen im Iran
  • Kalender des Jahres 1918
  • Hohenzollerngruft im Berliner Dom wird renoviert
  • Tod des französischen Dauphins
  • Keine Chance für Australiens Republikaner

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Weihnachtsansprachen von S.M. dem König der Belgier und S.K.H. des Großherzogs von Luxemburg

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Meine Damen und Herren,

anfang dieses Monats war eine Gruppe von Kindern bei mir im Palast zu Besuch.  Sie waren neugierig zu erfahren, wie ein König arbeitet und was seine Aufgaben sind.  Als das Thema auf meine Weihnachtsansprache kam, sagte eines der Kinder, welches Glück wir haben, in einem so schönen Land wie Belgien zu leben. Trotz unserer eigenen Sorgen, trotz der Unsicherheit in der Welt und der Bedrohung der globalen Gleichgewichte, sollten wir uns mehr trauen, die Dinge häufiger aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.  Mit einem Blick, der mehr sieht als das, was fehlt, als das, was wir nicht haben. Mit einem staunenden Blick.

Wie wir auf die Dinge schauen bestimmt auch unser Handeln.  Wer die Natur bestaunt, wird auch respektvoller mit ihr umgehen.  Und was für die Natur gilt, gilt umso mehr für unsere Mitmenschen.  Hinter unseren Schwächen und Fehlern wohnt in jedem von uns eine reiche innere Schönheit, die es verdient, zur Entfaltung gebracht zu werden. Neulich habe ich ein Pflegeheim in Holsbeek besucht.  Hier helfen die Pfleger den Bewohnern, all das Schöne zu entdecken, was jenseits von Alter und Krankheit in ihnen steckt.  Dadurch ist es ihnen gemeinsam gelungen, sich neue Wege auszudenken, wie sie noch engere Bindungen mit ihrer Nachbarschaft knüpfen können.  Wir haben dort glückliche Menschen gesehen.  Ein solcher Blick auf das Älterwerden ist eine Quelle der Hoffnung.  Wer die Schönheit des Lebens bestaunt, lebt selbst besser und kann anderen helfen, das Leben besser zu leben.

Staunen macht uns auch kreativ. In Namur war ich begeistert von einem Projekt, das Techniker, Unternehmer und Künstler zusammenbringt.  Sie lernen dabei gemeinsam, sich wieder zu wundern über einfache Objekte unseres Alltags, Werkzeuge oder Technologien, die sie glaubten zu begreifen.  Das beflügelt ihren eigenen Erfindungsgeist und weckt innovative Ideen.  Das gleiche gilt auch für die grossen Herausforderungen unserer Zeit, einschliesslich der Zukunft unseres eigenen Planeten.  Nur mithilfe unserer Kreativität werden wir dafür Lösungen finden.

Lassen wir uns schliesslich auch staunen über das, was wir alles gemeinsam aufgebaut haben, unser gemeinsames Gut, das Ergebnis einer langen Geschichte von Verbundenheit, verankert in Solidarität und Kompromissen.  Daraus können wir die Kraft schöpfen, um nicht in sterilen Zynismus und Gleichgültigkeit zu verfallen.  Die Zukunft unserer Demokratien hängt in erster Linie davon ab, wie wir diese Demokratien betrachten.  Sie beginnt mit Verbundenheit untereinander.  Ich denke hier ganz konkret an ein schönes Projekt in St. Gilles, von jungen Menschen ins Leben gerufen, die sich selbst ‘die Fabrik der Verbundenheit’ nennen.  Ein Besuch bei ihnen ist eine echte Bereicherung. Und dann sind da auch die Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die die Königin und ich neulich in Vilvoorde besucht haben.  Sie arbeiten zusammen an Projekten zur sozialen Integration, die auf dem Finden der Selbstachtung aufbauen.  Die Schönheit in ihren Augen sprach Bände.

Meine Damen und Herren,

es herrscht viel Unruhe in unserer Welt.  Spannungen und Krisenherde mehren sich.  Umso wichtiger ist es, dass wir uns das Staunen bewahren – gerade auch unseren Kindern und deren Zukunft zuliebe.  Lassen wir uns gemeinsam diesen Weg wählen.

Die Königin und ich, sowie unsere ganze Familie, wünschen Ihnen fröhliche Weihnachten und ein gutes Neues Jahr.

Philippe R.

Weihnachtsansprache von Seiner Königlichen Hoheit Großherzog Henri am  24. Dezember 2017
(auf Letzeburgsch, das entsprechende Video ist hier anzusehen)

Léif Matbierger,

Wa mir zeréckkucken, erënnere mir eis un d‘ Stëmmung, déi et um Enn vum leschte Joer gouf. Et war eng Ambiance vu latenten Ängschten a Spannungen an de westleche Gesellschaften, déi de politschen Débat staark geprägt huet. Dofir hunn och vill Mënsche gefaart, de Populismus géif Iwwerhand huelen, zemol an eisen Nopeschlänner.

D‘Entwécklunge vun de leschte Méint hunn dës Tendenz awer deelweis widderluecht, op mannst fir de Moment emol. Den europäesche Projet ass nei legitiméiert ginn, och wann d’Interpretatiounen deelweis ausenee ginn. Dobäi kënnt, datt de wirtschaftlechen Obschwong och säin Deel dozou bäigedroen huet, datt d’Leit d’Iddi vun Europa nees méi positiv gesinn. Déi allgemeng besser Stëmmung schaaft Vertrauen, an dat Vertrauen ass och néideg fir d’Zukunft. De Wëllen ass grouss, d‘Problemer vun eiser Zäit méi offensiv a mat neiem Elan unzegoen.

Léif Leit,
wann ech ee Souvenir vum öffentleche Liewen vum Joer 2017 misst erauspicken, dann wäer et dee spezielle Moment den ech erliewt hunn, wéi ech am November zu Bonn un der COP 23 iwwer de Klimawandel deelgeholl hunn.

Et war an engem anonyme Sall, just kuerz virun der Plenarsitzung wou d’Staatscheffe vun de Länner, déi représentéiert waren, sech informel versammelt haten. Ech wor ee vun de wéinege Vertrieder vu westleche Länner, a wor vun de Leader vun elauter Länner ëmginn, déi am meeschte vun de Konsequenzen vun der Klimaerwäermung betraff sinn: Entwécklungslänner an Inselstaaten. Et sinn nämlech déi Länner, déi elo schonn ënner meteorologesche Katastrophen leiden, wéi déi erschreckend Biller eis dëst Joer gewisen hunn. Et sinn och Deeler vun deene Länner, déi iergendwann verschwanne wäerten, well se vun den Ozeanen iwwerschwemmt ginn. D’Populatioune vu villen Insel-Staaten sinn haut schon an dëser desolater Situatioun. Si hu ganz einfach keng Zukunft oder kaum d‘Chance eng ze hunn.

Esouvill Nout brécht engem d’Häerz.

Si stäerkt awer och de Wonsch ze agéieren, eppes ze beweegen.
D’Mécanisme géint de Klimawandel richteg anzesetzen ass vun enormer Wichtegkeet, fir déi betraffe Länner, mee och fir eis. Dat muss awer séier geschéien, a kann nëmme geléngen, wa mir all an déi selwecht Richtung schaffen.
Mir mussen iwwer déi annoncéiert Mesuren erausgoen a méi ambitieis ginn, nei Partner an nei Finanzementer fir Projetë fannen – en domaine iwwregens, wou Lëtzebuerg sech besonnesch ervirdeet. Jiddfer Eenzelne vun eis ka säin Deel bäidroen, a wann et nëmmen ass, andeems mir verschidde vun eise Gewunnechten änneren.

Elo ëm d‘Feierdeeg, wou d’Iddi vun der Solidaritéit eng besonnesch Bedeitung huet, sollte mir eis eiser Responsabilitéit nei bewosst ginn. D’Gesellschaft ass déi Plaz, wou mir iwwer eis perséinlech Interesse kënnen erauswuessen.

D’Solidaritéit spillt sech vir d’éischt am Kader vun der Famill of. Doriwwer eraus dréckt sech eise „Vivre-ensemble“ momentan nach haaptsächlech am nationale Kader aus. Mir gesinn awer och eng europäesch Solidaritéit, déi sech lues a lues entwéckelt. An da gëtt et awer och d‘Verbonnenheet tëscht alle Mënschen op eiser Äerd.

Et ass dës Solidaritéit, déi spille muss, fir esou global Problematiken wéi de Klimawandel ze léisen.

Léif Matbierger,

Virun e puer Deeg haten d’Grande-Duchesse an ech de Plëséier, en Deel vum neie Mobilitéitsréseau mat der neier Gare, dem Funiculaire an dem Tram anzeweien.
Dëse groussen Dag fir d’Mobilitéit ass eng bedeitend Etapp an der Geschicht vun den Infrastrukture vun eisem Land. Déi rasant Entwécklung vun eiser Wirtschaft an de leschte Joren huet eist Stroossennetz un de Rand vum Kollaps bruecht. D’Ustrengungen, fir eisen öffentlechen Transport ze verbesseren, ginn elo konkret.
Nei Projeën sinn ugekënnegt fir d’Offer nach méi attraktiv ze maachen. Ech géif mir wënschen, datt dës nei Offer de verdéngte Succès kritt, an datt jiddfer Eenzelnen e Maximum dovunner profitéieren kann. Esou komme mir enger méi nohalteger a méi harmonescher Weiderentwécklung vun eisem Land méi no.

Léif Leit alleguer,
Loost eis op dësem Virowend vu Chrëschtdag un all déi gutt Grënn denken, déi mir hunn fir dankbar ze sinn. Mir liewen an engem Land vu Wuelstand, woubäi mir awer net däerfe vergiessen, datt et nach ëmmer zevill Leit heiheem ginn, déi Schwieregkeeten hunn, Mount fir Mount iwwer d’Ronnen ze kommen an déi leider net vum allgemenge Wuelstand profitéiere kënnen. Si verdéngen eis besonnesch Attentioun. Eis Gemittlechkeet, eisen Ëmgang ee mat deem aneren, sinn en Deel vun eiser DNA. Mir sollten dës Charakterzich onbedéngt beibehaalen. D’Grande-Duchesse an ech freeën eis mat all deenen, déi d’Chrëschtzäit mat hirer Famill an hire Frënn zesumme genéisse kënnen. Mir denken awer och un déi, déi op dëse Feierdeeg eleng oder krank sinn, a mir wënschen hinne Courage an Zouversiicht fir d‘Zukunft.

Léif Matbierger,
Mat der Grande-Duchesse, dem Grand-Duc Jean, dem Prënz Guillaume, der Prinzessin Stéphanie an all eise Kanner, wënschen ech Iech vu ganzem Häerzen schéi Chrëschtdeeg an elo schon all Guddes fir e glécklecht neit Joer.

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 193

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Margareta, Königin in einer Republik

Königin Margareta schreitet an (v.l.n.r.) Königin Anne-Marie, Prinz Charles, Königin Sofía, König Juan Carlos, Großherzog Henri, Königin Silvia und König Carl XVI. Gustaf vorbei. In der 2. Reihe Erzherzog Karl, Herzog Dom Duarte, Kronprinz Alexander und (leicht verdeckt) der Apostolische Nuntius in Deutschland Nikola Eterović.

Nach dem Tod von König Michael I. von Rumänien am 5. Dezember erfolgt seine Beisetzung am 16. Dezember, nachdem die Rumänen zwischen dem 13. und dem 16. Dezember drei Tage lang in Bukarest vor seinem Sarg Abschied nehmen können. Zur Beerdigung des ehemals regierenden Monarchen werden unter anderem Prinz Charles, König Juan Carlos und Königin Sofia von Spanien, König Carl Gustaf und Königin Silvia von Schweden, König Simeon II. der Bulgaren, Königin Anne-Marie von Griechenland, Kronprinz Alexander von Serbien, Prinzessin Astrid von Belgien und viele andere Vertreter mehr erscheinen. Aus Deutschland wird Prinz Georg Friedrich von Preußen das Gesamthaus Hohenzollern vertreten. Anreisen werden auch Markgraf Max und Markgräfin Valerie von Baden und für das Haus Württemberg Herzog Eberhard.

Prinz Georg Friedrich von Preußen erweist vor dem im Thronsaal aufgebahrten Sarg König Michael die letzte Ehre.

Als Chef des rumänischen Königshauses folgt Michael Kronprinzessin Margareta nach. In unmittelbarer Reaktion auf die Kunde vom nahenden Tod des Königs hat das rumänische Parlament umgehend beschlossen, der Königsfamilie einen offiziellen Status einzuräumen. Dies beinhaltet auch, daß sich die bisherige Kronprinzessin Margareta jetzt „Königin” nennen darf.

Während des Gottesdienst in der Patriarchenkathedrale saß inmitten der rumänischen Königsfamilie Prinz Georg Friedrich neben Nicolae Medforth-Mills.

Die Aussichten, daß Rumänien nicht nur eine Königin hat, sondern auch wieder ein Königreich wird, sind mit dem Tod von König Michael dagegen wahrscheinlich eher geringer geworden. 1992 durfte König Michael erstmals seit seiner von den Kommunisten erzwungenen Abdankung wieder ins Land einreisen und wurde von über einer Million Menschen begrüßt. Wäre er einfach in den Präsidentenpalast eingezogen, wären Rumäniens Politiker vom Volk hinweggefegt worden. Dies war der beste Moment für eine Restauration. Wohl deswegen gaben sie ihm nach diesem Auftritt fünf Jahre Einreiseverbot, bis er 1997 erneut Rumänien besuchte, wo ihm aber schon nicht mehr ganz so viele Menschen ihre Aufwartung machten. Heute ist zum einen zu befürchten, daß die Politik dem Königshaus nur auf Drängen des Volkes einen offiziellen Status eingeräumt hat, weitere Schritte aber unterläßt. Außerdem ist der beliebte Nicolae Medforth-Mills von König Michael kurz vor seiner schweren Krankheit aus dem Königshaus verstoßen worden, man vermutet wegen eines unehelichen Kindes. Der Gemahl von Königin Margareta, Prinz Radu, ist dagegen weit weniger beliebt im Volk.

Derweil wurde zeitgleich zu dem Gesetz, welches der Königsfamilie einen offiziellen Status einräumt, auch die Justizreform verabschiedet, die korrupte Politiker besser vor Verfolgung schützt. Die Neue Zürcher Zeitung faßte dies gut zusammen: Nach dem Tod von Mihai I. bleibt Rumänien mit seinen Politikern allein.   L.R.

Feiertag zur Aufrufung der Republik nicht in Bayern

Bei den Landtagswahlen in Bayern im kommenden Jahr kann die Einparteienherrschaft der CSU durchaus gefährdet werden. Die Erzählung einer positiven Geschichte über das Ende einer erfreulicheren Einherrschaft ist in Bayern dagegen erst einmal abgeschmettert worden: der 8. November, Tag des Sturzes der bayerischen Monarchie und damit Tag der Gründung des Freistaats in seiner jetzigen Form wird kein Feiertag, auch nicht einmalig. Für einen solchen Feiertag hatte sich die SPD im Land eingesetzt. Zwar steht die abschließende Abstimmung im Parlament noch aus, jedoch hat sich die CSU dagegen ausgesprochen. Damit ist zumindest in Bayern die Gefahr einer Verklärung jener Republik, die am 30. Januar 1933 Adolf Hitler zu ihrem Kanzler machte, anläßlich des hundertjährigen Jubiläums des Sturzes der Monarchie unwahrscheinlicher geworden.

Wahrscheinlich ist hingegen, daß die Verklärung dieser Republik, die genausowenig lebensfähig war, wie jene von 1848, auf Bundesebene im kommenden Jahr in großem Umfang betrieben wird, Feiertag in Bayern hin oder her. Schon liest man fabelhafte Dinge über die Bestrebungen nach 1918, eine funktionierende allgemeine Friedensordnung herzustellen, obwohl es gerade das Versailler Diktat war, welches keinen Frieden bedeutete, sondern nur einen Waffenstillstand auf 20 Jahre, wie etwa der französische Marschall Foch äußerte, obwohl er dabei freilich eher die völlige Vernichtung Deutschlands im Sinn hatte. Man wird wieder von unprovoziertem Terror des deutschen Heers gegen die belgische Zivilbevölkerung lesen, obwohl dies längst widerlegt ist. Die SPD wird sich als Widerstandspartei gegen das Kaiserreich generieren, obwohl sie die Kriegskredite aus Überzeugung verabschiedet hat. Man wird das Kaiserreich als unfrei und undemokratisch darstellen, obwohl das Wahlrecht des Reichs sehr fortschrittlich war und die Meinungsfreiheit wahrscheinlich höher als in der Bundesrepublik. Nichts dagegen wird man über die Seeblockade der Engländer erfahren, oder über die späteren Gesetze zum Schutz der Republik, die ganz wesentlich dazu beigetragen haben, Monarchisten in Weimar zu Staatsfeinden zu machen.

In der Vergangenheit hat es sich bereits erwiesen, daß es desto einfacher ist, Geschichtsklitterung zu betreiben, je weniger Zeitzeugen noch leben, und die letzten Menschen, die noch im Kaiserreich gelebt haben, waren damals Kleinkinder, auch wenn einige Menschen sich zumindest noch an die Erzählungen ihrer Eltern von der „guten alten Zeit” erinnern. Erlischt diese Erinnerung, ist es sehr leicht für die bundesrepublikanischen Hofhistoriker, die Geschichte so zu interpretieren, wie es denen, die sie dafür in Form von Lehrstühlen und Fördermitteln bezahlen, beliebt. Was kann man dagegen tun? Wahrscheinlich nicht so viel, daß es einen Unterschied machen würde. Dennoch gilt es, ein Zeichen zu setzen und zumindest den Versuch zu unternehmen: Im digitalen Zeitalter haben die meisten Artikel eine Kommentarfunktion, für diese muß man sich zwar bei den entsprechenden Medien mit seinem Klarnamen registrieren, das sollten aber diejenigen nicht scheuen, die die historischen Fakten auf ihrer Seite haben. Insofern gilt es, sich gegenseitig über falsche historische Darstellungen zu informieren und diese, wenn immer möglich, in den Kommentaren zu demaskieren, damit diejenigen, die sich jenseits bundesrepublikanischer Geschichtsklitterung über das Kaiserreich informieren wollen, auch die Gelegenheit dazu haben. L.R.

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Die vollständige 193. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 193

Inhalt der 193. Ausgabe:

  • Margareta, Königin in einer Republik
  • Opfern die gebührende Ehre entgegenbringen
  • Feiertag zur Ausrufung der Republik nicht in Bayern
  • Prinz Laurent von Belgien: Das schwarze Schaf der Königsfamilie

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Königlicher Putsch für die Demokratie

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Am 21. April 1967 erlebte Griechenland einen Staatsstreich des Militärs. Armeechef Spandidakis, Brigadegeneral Patakos und Generalstaatsanwalt Kollias übernahmen die Macht. Wenige Tage später trat Oberst Georgios Papadopoulos, Mitglied der Militärjunta, vor die Presse und gab bekannt:

Wir handelten ohne Wissen des Königs, aber er wurde so schnell wie möglich nach der Tat informiert – noch im Verlauf der Nacht. Unsere jetzige Beziehung zum ihm können Sie aus den Bildern in der Presse ersehen, auf denen er inmitten seines Ministerrates abgebildet ist.

Tatsächlich hatte König Konstantin bereits in der Nacht von dem Staatsstreich erfahren, doch nicht, weil er informiert, sondern weil er verhaftet wurde. Unter dem Druck der Junta erklärte er sich bereit, die Militärregierung zu vereidigen.

Von Beginn an war das Verhältnis zwischen König und Obristen angespannt. Seit Mitte Mai 1967 begann der König Gespräche mit US-Botschafter Talbot zu Überlegungen, wie man die Junta stürzen könne. Die Oberkommandierenden von Marine und Luftwaffe waren auf der Seite des Königs, doch war die Loyalität im Heer sehr unterschiedlich. Generalleutnant Konstantinos Kollias, der das 2. Korps in Larisa kommandierte, sagte dem König, daß zur Vorbereitung des Putschs etwa eine Woche notwendig sei, doch lehnte König Konstantin dies „aus Geheimhaltungsgründen“ ab und beschloß, am 13. Dezember 1967 zuzuschlagen.

Er wollte das Unternehmen vom Luftwaffenstützpunkt in Kavalla aus leiten und informierte am Tag zuvor Premierminister Kollias, der bereit war, mitzufliegen. Am Abend des 12. Dezembers forderte König Konstantin US-Botschafter Talbot auf, am nächsten Morgen nach Tatoi zu kommen. Gegen Mitternacht wurden die Offiziere in Nordgriechenland informiert, daß der Gegenputsch am nächsten Tag stattfinden würde.

König Konstantin schilderte die nachfolgenden Stunden selbst so:

Ich versuchte zu kämpfen, und ich verlor. Ich kämpfte, weil ich der Meinung war, daß ich auf diesem Wege mein Land schneller und wirksamer zu einem demokratischen Leben zurückbringen könnte.

Am 28. Oktober 1967 besuchte König Konstantin Thessaloniki.

In den Monaten nach dem 21. April sind meine Frau und ich so häufig wie möglich im Lande herumgereist, um möglichst engen Kontakt mit der Volksmeinung zu haben. Wir haben dabei beide großes Verständnis und Sympathie gefunden. Die Leute wußten, was meine Absicht war und daß ich ihre wichtigste Hoffnung für die Zukunft darstellte. Sie wußten alle, warum ich nicht früher aktiv geworden war – denn hätte ich es getan, hätte das unendliches Blutvergießen bedeutet.

Ich begab mich darum am 13. Dezember nach Kavalla, um meine Kampagne für nationale Freiheit zu beginnen. Mein grundlegender Gedanke war, die Regierung umzubesetzen. Premierminister Konstantin Kollias an der Spitze zu belassen, den Mann, den ich am 21. April ernannt hatte.

Am 13. Dezember morgens verließ ich Tatoi, die königliche Sommerresidenz bei Athen, unter strengster Geheimhaltung und mit der vollen Absicht, auf dramatische Weise eine Änderung der Regierung und ihrer Einstellung herbeizuzwingen. Meine Frau, Kinder, Mutter und Schwester, Premier Kollias, Leonidas Papagos, der Hofmarschall und General Konstantin Dovas, Chef des zu meinem Haushalt gehördenden Militärs, befanden mit mir in meinem eigenen Flugzeug. Alles, was wir an Gepäck bei uns hatten, war die Uniform, die ich trug, und ein Anzug sowie die Kleidung, die meine Familie trug. Außerdem hatte ich bei mir in meinem Flugzeug eine bereits vorher gemachte Bandaufnahme mit einer Rede, in der ich dem Volk meine Entscheidung und die Gründe klarlegte und in der ich das Volk aufrief, sich zu meiner Unterstützung zu erheben.

Als wir nach einer Stunde in Kavalla eintrafen, wo uns in der Stadt kein Mensch erwartete, bereitete man mir eine normale freundliche Begrüßung. Später verließ ich das in der Stadtmitte gelegene Hotel Astir, wo ich meine Familie zurückließ und begab mich ins nahegelegene Hauptquartier der 11. Division. Von hier ließ ich sofort die Bandaufzeichnung mit meiner Rede über die Rundfunkstation senden. Sie wurde am 13. Dezember unaufhörlich gesendet. Dann telephonierte ich mit den Korps- und Divisionskommandeuren in ganz Nordgriechenland, unterrichtete sie von meinen Absichten und befahl ihnen, mich bei meinen Aktionen zu unterstützen. Ein Stunde später befahl ich der Marine in Südgriechenland, auszulaufen und nördliche Häfen anzusteuern, was sie auch tat. Durch Luftmarschall Andonakos ordnete ich Alarmzustand für die Luftwaffe an. Alle Flugplätze kamen dem Befehl nach. Jeder einzelne Flugplatz, mit dem ich sprach, sagte Unterstützung zu. Bis heute jedoch ist mir der tatsächliche Umfang ihrer Unterstützung nicht bekannt.

In der Zwischenzeit marschierten Einheiten von General Georgios Peridis in Richtung Saloniki.

Zwei Stunden später, nachdem ich das Hauptquartier verlassen und nach einer Fahrt von drei Minuten zum Platz am Hotel gekommen war, wurde ich von einer großen, enthusiastischen Menge junger Leute und Arbeiter aufgehalten, die jubelten und ‚Lang lebe Konstantin!‘ riefen, ‚Lang lebe die Freiheit!‘ und ‚Lang lebe die Armee!‘. … Mit einem Hubschrauber flog ich nach Komotini, um General Georgios Peridis zu treffen, den Kommandeur des III. Armeekorps, welches dort stationiert war. Wir erörterten die Lage, und sie schien noch okay zu sein. Erst später sah ich, daß die Dinge de facto gar nicht so gut standen.

Peridis muß den Verdacht gehabt haben, daß, obwohl er es nicht erwähnte, Brigadegeneral Andreas Hoerschelmann, Oberkommandierender der 20. Panzerdivision – die für meinen Feldzug wichtig war – isoliert und vielleicht sogar verhaftet worden war. Um 18 Uhr flog ich mit dem Hubschrauber in der Dunkelheit nach Kavalla zurück.

Die Menschenmenge an dem Landeplatz war so gewaltig, daß die Polizei es sehr schwer hatte, mir auch nur ein wenig Platz zur Landung zu verschaffen. Die Menschen weinten und schrieen mit einer Begeisterung, die ich nie zuvor bei meinem Volke gesehen hatte, mit Hoffnung in den Augen, wie ich sie nie zuvor bei meinem Volke gesehen hatte. Sie jubelten mir zu, hoben mich auf ihre Schultern und sagten mir, daß sie bei meinen Bemühungen, ihnen ein besseres und vollständig freies Leben zu geben, alle an meiner Seite stehen würden.

Nachdem ich mir einen Weg durch die Menge gebahnt hatte, begab ich mich auf den Balkon des Hitels und sprach ein paar Worte zu ihnen: Das Volk und die Armee, vereint mit ihrem König, werden gemeinsam den Weg in ein wahrhaft freies, demokratisches Leben gehen – lang lebe Griechenland!‘

Ich sah meine Familie nur einen kurzen Augenblick, dann begab ich mich zurück ins Hauptquartier der 11. Division. Kurz nach 21 Uhr hörte ich die Radioübertragung der Zeremonie, mit der die neue Regierung und ein früherer Adjutant meines Vaters als Regent vereidigt wurden.

Von da ab bis etwa morgens 2 Uhr trafen nur schlechte Nachrichten ein. Ich wurde unterrichtet, daß Hoerschelmann verhaftet worden war. Ich hörte weiter, daß regimetreue Offiziere, die Teile der 20. Panzerdivision kommandierten, ursprünglich von Hoerschelmann verhaftet und dann unter der Zusicherung wieder freigelassen worden waren, daß sie zu ihrem Treueeid stehen würden. Man hatte ihnen sogar das Kommando über ihre Einheiten zurückgegeben. Während der Nacht hatten Einheiten der Division unter Führung dieser Offiziere Peridis und seinen Stab umzingelt und mattgesetzt.

Etwa gegen 1.30 Uhr morgens rief uns Peridis an und sagte, daß seine Verhaftung bevorstünde. Mein Ziel war ursprünglich gewesen, die gesamte Armee hinter mich zu bringen und Städte zu besetzen, deren gesamte Bevölkerung einstimmig hinter mir stand. General Zalachoris beispielsweise befand sich mit seiner Einheit auf dem Weg von der nördlichsten Spitze Trakiens zu mir. Mein Feldzug schlug fehl, weil solche loyalen Truppen nicht in der Lage waren, Schlüsselpositionen zu besetzen und weil einige der Armeeinheiten, die mir Unterstützung zugesagt hatten, mich im letzten Augenblick im Stich ließen.

Um 2.15 Uhr am 14. Dezember wurde mir klar, daß ein weiteres Beharren totalen Bürgerkrieg und Vernichtung der griechischen Streitkräfte untereinander bedeuten würde. Ich hatte noch die Luftwaffe und die Marine und einige loyale Einheiten der Armee hinter mir und hätte damit kämpfen können. Das aber war nicht mein Ziel. Ich wollte mein Land aufbauen, nicht zerstören.“

Als das königliche Flugzeug am 14. Dezember 1967 in Rom landete, besaß die Königsfamilie nichts mehr als was sie auf dem Leib trugen.

Wenig später flog König Konstantin mit seiner Familie nach Rom. Die Junta verhaftete 4000 bekannte Royalisten und versicherte, der Monarch sei kriminellen Elementen ins Garn gegangen. Die Junta gab bekannt, der König sei abgesetzt und durch General Georgios Zoitakis als Vizekönig ersetzt worden.

Es folgten sechs weitere Jahre der Diktatur und zwei eher zweifelhafte Referenden zur Staatsform. Am 13./14. Dezember ist tragischerweise der Versuch gescheitert, in Griechenland das Schicksal zu wenden. Besser ein gescheiterter Versuch, als gar keiner. Die Salonrevoluzzer im französischen oder deutschen Exil konnten 1974 nach Griechenland zurückkehren und nahmen oft hohe Posten in Regierung, Parlament und Universitäten ein. Für den König und seine Familie blieben die Grenzen noch etliche Jahrzehnte verschlossen.