Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 188

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Zu den Bundestagswahlen 2017

Die Bundestagswahlen stehen an, und daß die gegenwärtige Kanzlerin auch die neue Kanzlerin sein wird, gilt als sicher. Wie der Postillon satirisch schrieb, könnte die CDU zum Fernsehduell gegen Martin Schulz auch einen Eimer Sauerkraut mit der Aufschrift „Danke für Ihre Stimme” schicken. Es ist nur die Frage, mit wem sie weiterregieren wird, ob mit der SPD oder mit einer oder zwei kleineren Parteien. Aber warum ist das eigentlich so? Die Verschlechterung der Beziehungen zu Rußland, die bereits seit der vergangenen Legislatur akute und nach wie vor ungelöste Eurokrise, die ebenfalls ungelöste Krise rund um die illegale Masseneinwanderung aus dem nahen Orient und Nordafrika und der im wesentlichen dadurch verursachte Brexit und auch der Terrorismus – Merkel hat nicht nur keinen dieser Großbrände löschen können, sondern einige davon selbst mitverursacht. Trotzdem sitzt sie die Dinge einfach aus. Auf der Habenseite ist eine nach wie vor starke Wirtschaft zu verzeichnen, diese dürfte jedoch auf die Agenda 2010 ihres Vorgängers zurückzuführen sein.

Der Bundestagswahlkampf ist geprägt durch die Aussagekraft der Argumente.

Monarchien wird oft ein Plus an politischer Stabilität gegenüber Republiken nachgesagt, nicht zuletzt, weil das Staatsoberhaupt selten wechselt. Merkel scheint den Beweis erbracht zu haben, daß auch Republiken sehr stabil sein können. Man sollte ihr Aussitzen von Krisen und Problemen jedoch tatsächlich nicht mit politischer Stabilität verwechseln, nach der sich die Mehrheit der Deutschen doch zu sehnen scheint. Gerade diese Nostalgie nach einer Ära ohne die schwerwiegenden Probleme unserer Zeit macht die Wähler vielmehr gewogen, Merkelscher Beschwichtigung wider besseres Wissen zu glauben und diese mit Stabilität zu verwechseln, auch wenn ihnen im Grunde genommen klar ist, daß das Leben in Deutschland sich verändert, und zwar nicht zum Guten. Was Deutschland also gerade bräuchte, wären Reformer wie den Soldatenkönig, den großen Friedrich, die Reformer der Befreiungskriege oder die Protagonisten der Gründerjahre im Kaiserreich. Noch wäre Zeit, die Probleme zu lösen. Trotzdem werden in einer Zeit von relativem Wohlstand weder Reserven für die kommende Überalterung der Bevölkerung angelegt, noch wird dem Bürger etwas zurückgegeben, noch wird Geld in Infrastruktur oder Bildung investiert. Deutschland verpaßt die Zukunft.

Wie sollten sich Royalisten demgegenüber verhalten? Eine konkrete Wahlempfehlung wird es an dieser Stelle nicht geben, nur eine Empfehlung gegen die Politik des Aussitzens: Wer zu Hause bleibt, kann zwar nicht damit rechnen, daß dies in irgendeinerweise als Protest wahr- und ernstgenommen wird, kann aber wenigstens sagen, daß er nicht zum jetzigen Durchregieren und der Alternativlosigkeit beigetragen hat. Wer für die Opposition oder mit seiner Erststimme für einen Merkelgegner innerhalb der jetzigen Regierungskoalition stimmt, tut ebenfalls etwas dazu. L.R.

Jubiläumsfeierlichkeiten in Krakau – 100 Jahre Regentschaftsrat

Der polnische Regentschaftsrat für das Königreich Polen 1917/18 von links: Graf Józef Ostrowski, Kardinal Aleksander Kakowski, Herzog Zdzislaw Lubomirski

Am 27. November 1917 übernahm der dreiköpfige Regentschaftsrat des Königreichs Polen die Geschäfte. Seine Aufgabe bestand  vor allem in der Auswahl des künftigen Monarchen, doch er erklärte auch die Unabhängigkeit des Landes (7. Oktober 1918), baute die Administration auf, schuf Auslandsvertretungen u.v.m. . Am 11. und 14. November 1918 übertrug der Rat seine Macht auf Józef Piłsudski, der jedoch einen Tag darauf die Republik ausrief und später einen erfolgreichen (und auch von der Kommunistischen Partei Polens unterstützten) Staatsstreich gegen die demokratisch gewählte Regierung anführte, um Polen bis zu seinem Tod im Jahre 1935 de facto diktatorisch zu regieren.

Daß es mit der Monarchie ganz anders hätte verlaufen können, steht außer Frage. Und so versammeln sich am 27. Oktober 2017 im Krakauer Rathaus, 100 Jahre nach dem Antritt des Regentschaftsrates Politiker, Wissenschaftler, Kirchenvertreter und aktive Monarchisten (gerne auch Sie),  um über die Bedeutung des Gremiums zu sprechen. Nach dem Gottesdienst und der Gästebegrüßung soll S.E. der Erzbischof von Krakau den Bürgermeister der Stadt (Prof. Majchrowski) mit dem Orden der Polnischen Krone ehren. Im Anschluß folgen fünf Fachvorträge von Professoren und einem Bischof sowie ein Chorauftritt. Am Abend sind die Besichtigung von Porträts polnischer Könige und die Präsentation einer neuen Monografie über den Regentschaftsrat geplant, bevor in Ruhe gespeist und über den Tag gesprochen werden kann.

Es bleibt zu hoffen, daß die mediale Aufmerksamkeit nicht ausbleibt und gerade die Jugend einen neuen Zugang zur Idee der Monarchie findet. Diese scheint, auch im Hinblick auf die jüngste konstitutionelle Krise, infolge der sich Polen zusehends international isoliert, von besonderer Relevanz.

Link zum Originalartikel mit vollem Programm samt Einladung (auch auf Englisch). Lukasz Stec

Der Autor studiert an der Goethe-Universität Frankfurt im letzten Semester Geschichte sowie Politik und Wirtschaft auf Gymnasiallehramt.

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Die vollständige 188. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 188

Inhalt der 188. Ausgabe:

  • Zu den Bundestagswahlen 2017
  • Jubiläumsfeierlichkeiten in Polen – 100 Jahre Regentschaftsrat
  • Wettiner für den polnischen Thron?
  • Königreich Tonga vor Neuwahlen

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Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 187

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Prinz Philip absolvierte seinen letzten öffentlichen Soloauftritt


Während man sich in Deutschland um die Rente mit 67 streitet, ist das für Mitglieder von Königshäusern kein Thema. Bis zur Vorgängergeneration der meisten jetzigen Monarchen war es eigentlich klar, daß die Pflichterfüllung erst mit dem Tod endet. Im heutigen Europa danken die Monarchen manchmal in hochbetagtem Alter zugunsten ihrer Kinder ab, jedoch nicht mit 67. Ein Extrembeispiel ist Prinz Philip, der Herzog von Edinburgh, der mit 96 Jahren nun seinen letzten von insgesamt über 22.000 öffentlichen Soloauftritten wahrgenommen hat: eine Militärparade zu seinen Ehren. Zu diesen Auftritten gesellen sich über 5000 öffentliche Reden, 700 Schirmherrschaften und 600 Auslandsreisen – nach konservativen Schätzungen Die Auftritte, die er zusammen mit Königin Elisabeth II. absolvierte, sind gar nicht zu zählen.

Die Royal Marines erwiesen ihrem Captain General, dem Herzog von Edinburgh, am 2. August mit ihrer Royal Marines‘ Parade vor dem Buckingham Palast zum Abschluß der RM1664Challenge und zum Abschluß seiner Soloauftritte ihre Reverenz.

Etwas Ruhe ist dem gesundheitlich angeschlagenen Prinzen mehr als zu gönnen. Im öffentlichen Leben wird man ihn jedoch vermissen: Der sehr britische Humor des geborenen Prinzen von Griechenland und Dänemark kam beim Volk gut an. 1947 heiratete der deutschstämmige Prinz die damalige Kronprinzessin Elisabeth, was so kurz nach dem 2. Weltkrieg nicht überall gut ankam. Der Prinzgemahl schaffte es jedoch, sich die Sympathie und Anerkennung seiner Untertanen zu verdienen.

Seine Verpflichtungen werden in Zukunft von Kronprinz Charles und  Prinz William wahrgenommen. Elisabeth II., die mit der eisernen Gesundheit und dem traditionell hohen erreichbaren Alter der Windsorfrauen gesegnet ist, macht dagegen weiter wie bisher. Gelegentlich auch mit Prinz Philip, so am 4. September bei der Brückeneinweihung der Queensferry Crossing in Schottland, die sie zusammen vornehmen werden.   L.R.

Kronprinz Georg Friedrich mit eigener Biermarke

Hausmarke

Das Haus Hohenzollern braut schon seit langer Zeit sein eigenes Bier, jedoch wurde dies nie kommerziell vertrieben, sondern lediglich auf internen Veranstaltungen ausgeschenkt. Dies soll sich nun ändern. In der Königlich Preußischen Biermanufaktur GmbH wird das Bier „Preußens” hergestellt. Die Unternehmung ist ein Joint Venture, welches der Prinz gemeinsam mit dem niedersächsischen CDU-Abgeordneten Andreas Mattfeldt betreibt, welcher auch lange Zeit in der Getränkeindustrie tätig war. Ein weiterer teilnehmender Unternehmer ist ein Schweizer Finanzexperte. Unter anderem wird das Bier in den 200 Läden der Kette HOL’AB vertrieben.

Wer Interesse hat, kann sich unter Preußische-Biermanufactur.de weitere Informationen einholen. Über eine Kontaktfunktion auf der Seite ist sicher auch die eine oder andere Bestellung möglich.    L.R.

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Die vollständige 187. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 187

Inhalt der 187. Ausgabe:

  • Trump versus Kim Jong-un: Die Schlafwandler 2017
  • Prinz Philip absolvierte seinen letzten öffentlichen Soloauftritt
  • 60.000 Menschen strömen in Rußland zu Blutkirche
  • Kronprinz Georg Friedrich von Preußen mit eigener Biermarke
  • Neues Zeichen für polnische Monarchisten

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Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 186

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Brasiliens Parlament muß sich mit der Monarchie auseinandersetzen

Das brasilianische Parlament muß sich mit der Wiedereinführung der Monarchie beschäftigen. Eine Unterschriftensammlung hat in Brasilien mit 30.000 Unterschriften etwa 10.000 Unterschriften mehr erreicht, als für die Erfüllung des Quorums erforderlich waren. Ziel der Unterschriftensammlung ist die erneute Durchführung eines Referendums über die Staatsform, wie es bereits 1993 nach dem Ende der Militärdiktatur eines gegeben hatte, was jedoch deutlich zu Gunsten der Republik ausfiel.

Die brasilianische Politik hat mit einer schweren Wirtschaftskrise des Landes zu kämpfen, in der gleichzeitig immer mehr über die korrupten Machenschaften der Politiker bis hinauf in die oberste Staatsführung ans Licht kommt. Präsidentin Dilma Roussef wurde des Amtes enthoben und auch gegen den gegenwärtigen Präsidenten Temer werden Korruptionsvorwürfe erhoben. Selbst der populäre Sozialdemokrat Lula da Silva, der Vorvorgänger des aktuellen Präsidenten, soll korrupt gewesen sein und wurde gerade zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt, wobei das Urteil einer Berufungsinstanz jedoch noch aussteht. Da verwundert es nicht, daß die brasilianische Gesellschaft nach Alternativen sucht. Brasiliens Kaiserhaus ist intern über die Erbfolge zerstritten, man nimmt jedoch aktiv an den Demonstrationen gegen die Regierung und die Republik und für die Monarchie teil. Ob der Ekel der Brasilianer vor ihrer Regierung so groß ist, daß eine Restauration realistisch wäre? 1993 war dies nicht der Fall, jedoch gibt es andere Beispiele in der Geschichte, wo ein Volk die Republik so satt hatte, daß es die Regierung jemandem übergab, der von Skandalen, Korruption und der Politik an sich unbelastet war. L.R.

Die brasilianische Thronfolge, die von der legitimistischen Richtung der brasilianischen Monarchisten anerkannt wird, die sogenannte Vassouras-Linie.

Russische Jugend der Monarchie nicht abgeneigt


Jedes Jahr gedenken in der Nacht vom 17. auf den 18. Juli mehr und mehr Russen der ermordeten Zarenfamilie. Zum 99. Jahrestag gingen 2017 viele zehntausend Menschen mit Ikonen, Flaggen und Plakaten durch die Straßen Jektarinenburgs und anderer Städte. Die Prozession in Jekaterinenburg begann um 3 Uhr in der Früh und die Behörden hatten die Zugangsstraßen für den übrigen Verkehr gesperrt, so daß der Zug ungehindert aus der Stadt hinaus in den Wald ziehen konnte, wo man die Gebeine der Zarenfamilie verscharrt hatte.

In Rußland sind solche Menschenaufläufe sonst immer ein Grund für die Polizei, einzuschreiten und die Menge auseinanderzutreiben. Wenn dies im Fall der Zargetreuen nicht geschah, wirft dies die Frage auf, ob die Behörden die Menschen als keine Gefahr für das Regime betrachten oder ob sie von ganz oben den Auftrag erhielten, die Prozession gewähren zu lassen.

Die Monarchisten haben insoweit in Rußland nicht unter der Repression zu leiden wie andere politische Widersacher, insbesondere die möglichen Kandidaten für die nächste Präsidentenwahl. Wladimir Putin verhält sich zwiespältig. Zwar verurteilt er die Revolutionen von 1917, gleichzeitig preist er aber auch die Errungenschaften, die Rußland sowohl in der Zarenzeit wie auch in den Jahren der Sowjetunion erzielte und er warnt dann vor der Instabilität, die Rußland drohe, wenn es nicht einig sei.

Die russisch-orthodoxe Kirche sprach die ermordete Zarenfamilie heilig.

Im 100. Jahr der Umstürze in Rußland haben erstaunlicherweise 28% der Russen nichts gegen eine Wiedererrichtung der Monarchie. Wie das Meinungsforschungsinstitut All-Russian Center for Studying Public Opinion (VCIOM) ermittelte, sei besonders unter den 18– bis 24-jährigen die Zahl der Monarchiebefürworter groß. Da die russischen Medien nicht über Monarchisten berichten, finden ihre Diskussionen weitgehend im Internet statt, was erklärt, warum gerade junge Menschen und Bewohner der großen Metropolen promonarchistisch gesonnen sind. Moskau und Sankt Petersburg sind die Zentren monarchistischer Gefühle. Die Internetnachrichtenplatform Russia beyond the headlines interviewte den 18-jährigen Alik Danielyan, der eine Facebookgruppe gegründet hat, der sich 14.000 Menschen anschlossen. Für ihn ist die Republik der Inbegriff der Inkompetenz. „Die Republik bringt keine Menschen hervor, die das Land regieren können. Sie bringt nur Menschen hervor, die Wahlen gewinnen und sich dann ein Stück vom Kuchen abschneiden.“ Uneinigkeit besteht unter den Monarchisten, ob sie eine autokratische Monarchie wie vor 1905 anstreben oder eine parlamentarische nach dem Vorbild Spaniens sollen. Auch die Monarchistische Partei Rußlands, die nach eigenen Angaben in 47 Städten Parteigruppen unterhält, ist sich über die Ausgestaltung der Monarchie uneins. Der Diskussionsstoff wird den Internetgruppen nicht ausgehen. H.S.

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Die vollständige 186. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 186

Inhalt der 186. Ausgabe:

  • Brasiliens Parlament muß sich mit der Monarchie auseinandersetzen
  • Russische Jugend der Monarchie nicht abgeneigt
  • Interview mit Kronprinz Georg Friedrich von Preußen
  • Britische Gäste feierten in Clärchens Ballhaus
  • Norwegen: Die Bürde, eine Prinzessin zu sein

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Ansprache S.M. des Königs Philippe I. der Belgier anläßlich des Nationalfeiertags

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Die deutsche Ansprache Seiner Majestät des Königs anläßlich des Nationalfeiertages am 21. Juli 2017

Meine Damen und Herren,

Wir spüren Optimismus in unserer Wirtschaft und an unserem Arbeitsmarkt. Eine neue europäische Dynamik scheint sich in Gang zu setzen. Wie können wir diese Gunst der Stunde ergreifen ? Wie können wir daraus eine Chance für die ganze Gesellschaft machen ? Indem wir weiter an einer inklusiven Gesellschaft arbeiten. Eine Gesellschaft, in der sich niemand ausgeschlossen fühlt.

Damit uns das gelingt, ist Lernen ein Schlüsselwort. Lernen im weitesten Sinne. Lernen voneinander und miteinander.

In einer Zeit, in der Wissen unmittelbar und überall verfügbar ist, ist es wichtig zu lernen, Fakten richtig einzuordnen. Nur so sind wir imstande, uns Werturteile zu bilden und sachkundige und verantwortungsbewußte Entscheidungen zu treffen. ‚Das ist wahr’. ‚Das ist richtig’. ‚Das ist gut’. … Die junge Generation lernt das zuerst von ihren Eltern. Und von inspirierten Lehrern, die in ihnen den Wunsch wecken, verstehen zu wollen. In einer Welt, die sich rasant entwickelt, lernen sie von den Älteren, die Dinge mit etwas Abstand zu betrachten. Und die Älteren können natürlich auch von der Jugend lernen. Sorgen wir deshalb dafür, daß jugendliche Begeisterung und Kreativität so oft wie möglich auf Weisheit und Lebenserfahrung treffen.

Der Arbeitsplatz ist genau so ein Treffpunkt. In unserem Land lassen immer mehr Schulen ihre Schüler praktische Erfahrung in Betrieben sammeln. Ich konnte mich unlängst in der Schweiz davon überzeugen, wie erfolgreich dieses Modell der dualen Ausbildung ist. Fördern wir deshalb auch weiterhin die Synergien zwischen Ausbildung und Betrieben. Das sorgt für mehr Dynamik auf dem Arbeitsmarkt und schafft mehr Chancengleichheit.

Natürlich ist auch die Begegnung mit einer anderen Kultur eine Gelegenheit, voneinander zu lernen. Vor anderthalb Monaten habe ich das Fastenbrechen in einer belgischen muslimischen Familie gefeiert. Ich war beeindruckt, wie sich jedes Familienmitglied in die Gesellschaft einbringt. Ich habe sehr viel darüber gelernt, was das Fasten und das gemeinsame Zusammenkommen in der Familie und mit Freunden für sie bedeutet. Als ich spätabends ihr Haus verließ, wurde ich von ihren Nachbarn empfangen. Sie boten mir Wein an und erzählten mir, wie glücklich sie seien, in ihrem Viertel zu leben. Ich war stolz zu erleben, daß bei uns zwei so unterschiedliche Ausdrucksformen einfacher und echter Gastfreundschaft Seite an Seite bestehen können.

So ist es nicht in allen Straßen. Aber dieses Beispiel zeigt doch, daß in unserem Land, mehr als wir es manchmal glauben, eine Wertegemeinschaft besteht, über alle Unterschiede hinweg. Versuchen wir zu lernen im Kontakt miteinander. Sprechen Sie einmal mit jemandem aus Ihrer Umgebung, den Sie nicht kennen. Sie werden entdecken, daß Sie mit Ihren Nachbarn dieselben Fragen, dieselben Zweifel, dieselben Hoffnungen, dieselben Träume teilen. Sie sorgen sich ebensosehr wie Sie um das Wohl ihrer Kinder, ihren Arbeitsplatz, eine gute Kranken- und Altenpflege für ihre Angehörigen. Bringen wir auch unseren Kindern bei, so auf die Welt zu schauen. Wohlbefinden und Glück – und das ist es doch, wonach wir alle streben – haben nur einen Wert, wenn sie wirklich geteilt werden.

Wieviel wir voneinander lernen können, erfahren die Königin und ich täglich bei den zahllosen Solidaritäts- und Hilfsinitiativen: bei der Aufnahme von Obdachlosen, der Hilfe für Behinderte, und ganz allgemein bei jeder Form von Unterstützung für die Benachteiligten unter uns. Solche Initiativen sind echte Perlen für unsere Gesellschaft. Sie enthüllen uns den Reichtum, der in den Schwächsten steckt.

Meine Damen und Herren,

Ich bin überzeugt, daß wir alle aus der neuen Dynamik, die sich zu entfalten scheint, Nutzen ziehen können. Vorausgesetzt, daß wir jeden Tag lernen wollen, von denen, die uns vorausgehen, von denen, die uns nachfolgen, von unseren Nachbarn und von denen, von denen wir vermeintlich denken, daß sie so verschieden sind. Über die Unterschiede hinwegsehen, mehr braucht es dazu nicht.

Die Königin und ich wünschen Ihnen einen schönen Nationalfeiertag.

Prinz Louis Ferdinand: Der Erbe des Hauses Preußen starb vor 40 Jahren

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Stolzer Großvater mit Enkel Georg Friedrich und den Eltern, Prinz Louis Ferdinand jr. und Prinzessin Donata von Preußen.

Er war von einer beispiellosen Lebensfreude und Lebensbejahung. Wir alle haben noch Spaß gemacht, gelacht und ihm gesagt, der liebe Gott will dich noch nicht haben. Er ruft noch nicht nach dir.“ Seine Kaiserliche Hoheit Prinz Louis Ferdinand von Preußen sagte dies im November 1977 der Programmzeitschrift Hör zu über den langsamen Tod seines Sohns SKH Prinz Louis Ferdinand jr, der heute vor 40 Jahren, am 11. Juli 1977 starb: „Vielleicht … vielleicht hat mein Lulu doch eine Ahnung gehabt. Aber er hat nie davon gesprochen. Mein Sohn hat im freiwilligen Dienst am deutschen Volk sein Leben geopfert. Er starb am 11. Juli 1977 an den Folgen seiner schweren Verletzungen.“

Der Leidensweg des jungen Louis Ferdinand, der seit dem Mai 1975 verheiratet und seit 10. Juni 1976 Vater des Prinzen Georg Friedrich war, nahm am 16. Mai 1977 seinen Anfang. Der Fähnrich der Reserve beim Panzerspähzug 320 geriet auf einer Verladerampe in Schwanewede (bei Bremen) zwischen zwei Kettenfahrzeuge. Prinz Louis Ferdinand war gerade dabei, seinen Spähpanzer auf dem Wagen festzuzurren, als ein anderer Panzer zurückrollte und den Prinzen auf sein Fahrzeug drückte. In einer fünfstündigen Operation im Zentralkrankenhaus wurde ihm das linke Bein amputiert. Die Auswirkungen des komplizierten Eingriffs auf den Körper, der sehr hohe Blutverlust und die Verletzung wichtiger Organe im Unterleib bereiteten den Ärzten größte Sorgen.

Prinz Louis Ferdinand von Preußen jr. auf einem Bild von 1969

Tagelang lag Prinz Louis Ferdinand jr., der zunächst künstlich beatmet und ernährt werden mußte, in der Wachstation der Klinik und schwebte in Lebensgefahr. Sein Vater konnte ihn zunächst nur durch ein kleines Glasfenster sehen. Wie durch ein Wunder besserte sich der Gesundheitszustand des Prinzen. Er machte wieder Zukunftspläne und sprach oft von der Zeit, wenn er das Krankenhaus verlassen könne. Es war die Zeit um den ersten Geburtstag seines Sohns Georg Friedrich.

Dann traten Komplikationen auf. Prinz Louis Ferdinand mußte wegen der schweren inneren Verletzungen noch zweimal operiert werden. Wenige Tage vor seinem Tod überbrachte ihm ein Bundeswehroberst im Namen der Bundesrepublik Deutschland feierlich die Ernennungsurkunde zum Leutnant der Reserve. 57 Tage nach seinem Unfall starb er in tiefer Bewußtlosigkeit. Er wurde auf dem Friedhof von Fischerhude beerdigt.

Totenwache der Bundeswehr für den toten Prinzen von Preußen.

Der Nachruf der Tageszeitung Die Welt (13. Juli 1977) schloß: „Sein im Juni 1976 geborener Sohn Georg Friedrich wird nach dem Tod seines Großvaters Chef des Hauses Hohenzollern sein.“ Diese Aussage wurde am 25. September 1994 wahr, als Prinz Louis Ferdinand von Preußen im 87., Lebensjahr starb und ihm sein 18-jähriger Enkel als Oberhaupt des preußischen Königs- und deutschen Kaiserhauses nachfolgte.

Am 40. Todestag seines Vaters versichern wir der Familie unseres Mitgefühls und unserer treuen Verbundenheit.

Begräbnis von Prinz Louis Ferdinand jr. am 18. Juli 1978 in Fischerhude.

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 185

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Bundespräsidialamt ohne Personalrat

Das Bundespräsidentenamt ist ein Abstellgleis für abgehalfterte Parteisoldaten, die selbst nach ihrem Ausscheiden aus dem Präsidentenamt noch jährlich mehrere hunderttausend Euro für ihre früheren Verdienste für ihre Partei bekommen. Das ist hinlänglich bekannt. Auch recht bekannt ist, daß in der Gefolgschaft des abgehalfterten Parteisoldaten andere kommen, die auch auf Posten und Pöstchen hoffen. Zur Befriedigung der Ambitionen seiner ehemaligen Mitstreiter hat der sogenannte Bundespräsident einen Stab von 180 Mitarbeitern.

Vor zwei Wochen Besuch bei den Nachbarn auf Schloß Laeken: Frank-Walter Steinmeier und Frau wurden vom belgischen König Philippe und Königin Mathilde zur Antrittsvisite empfangen.

Der gegenwärtige Amtsinhaber, Frank-Walter Steinmeier, hat jetzt, wie seine Vorgänger in der Regel auch, rund 20 von den bisherigen 180 Mitarbeitern von Joachim Wilhelm Gauck durch seine eigenen Leute ausgetauscht. Überraschend dabei ist die Tatsache, daß sich Widerstand gegen diese Maßnahmen des Parteioligarchen im Vorruhestand regte: Der Personalrat des Amts trat geschlossen zurück. Der Grund für den Aufruhr dürfte gewesen sein, daß Steinmeier es übertrieben hat. Unmittelbarer Auslöser war wohl das Aufschalten einer Facebookseite des Präsidenten und die damit verbundene Einführung eines Referats für digitales Marketing, auf welches sich einige längergediente Mitarbeiter offenbar Hoffnung gemacht hatten.

Den Amtsinhaber hat der geschlossene Rücktritt für kurze Zeit in Erklärungsnöte gebracht: Es sei auch bei anderen Bundespräsidenten üblich gewesen, einige Mitarbeiter auszutauschen. Man sei überrascht, da es vorher gute Gespräche mit dem Personalrat gegeben habe, usw. (Die Süddeutsche Zeitung berichtete: Zank im Bundespräsidialamt: Nicht frei von Eitelkeit – Zu viel Sozen-Rot, zu wenig Überparteilichkeit? Bundespräsident Steinmeier hat Streit mit seinem Personalrat. Jetzt ist Zeit für ein offenes Wort.)

Das Zeichen des Personalrats ist aber in einem Land, welches unter merkelschem Mehltau begraben liegt, allenfalls eine schnell vergessene Randnotiz und allzu viel Mitleid sollte man mit den nun hintangestellten Mitarbeitern auch nicht haben, diese dienten schließlich auch nur einem Parteisoldaten vor Steinmeier. L.R.

Monarchie zum Wohl der Menschen

Für Republikaner war es wieder einmal ein gefundenes Fressen, an dem sie sich labten. Der britische Prinz Henry (Harry) gab dem US-Wochenmagazin Newsweek ein Interview, in dem er auch sehr persönliche Fragen beantwortete. Mehr in staatspolitische Details ging er, als er die Rolle der Monarchie ins Spiel brachte: „Is there any one of the Royal Family who wants to be king or queen? I don’t think so, but we will carry out our duties at the right time.“ („Gibt es irgendjemanden in der Königsfamilie, der oder die König bzw. Königin werden will? Ich glaube nicht, aber wir werden alle unsere Pflicht erfüllen, wenn die Zeit kommt.“)

Sollte das als Skepsis oder gar als Absage an die monarchische Staatsform verstanden wissen? Es ist eher eine Erklärung dafür, daß sich die Mitglieder von königlichen Familien permanent belästigt fühlen – sei es von Medienvertretern oder von peinlich aufdringlichen Nachstellern, die es unmöglich machen, selbst Einkäufe zu erledigen oder ins Kino zu gehen. Jeder hat das Recht auf ein Privatleben, ohne daß ständig Erklärungen fällig sind, ob eine Schiffahrt um die britischen Inseln oder ein Sommerhaus in der nordwegischen Einsamkeit eine unverhältnismäßige Privilegierung bedeutet, die – angeblich – der Steuerzahler schultert.

Prinz Harry in Kandahar, Afghanistan. Im Gegensatz zu den meisten republikanischen Kritikern der königlichen Familie kennt er das Leben unter Gefahrenbedingungen, in das die Soldaten von Politikern geschickt werden.

Gestützt wird diese Interpretation des Harry-Interviews durch die weiteren Ausführungen des Prinzen: „The monarchy is a force for good and we want to carry on the positive atmosphere that the Queen has achieved for over 60 years, but we won’t be trying to fill her boots. We are involved in modernising the British monarchy. We are not doing this for ourselves but for the greater good of the people.” (Die Monarchie ist eine Kraft des Guten und wir wollen im positiven Sinne, wie ihn die Königin in über 60 Jahren erreicht hat, weitermachen, aber wir werden nicht versuchen, uns ihre Schuhe anzuziehen. Wir sind eingebunden in die Modernisierung der britischen Monarchie. Wir machen das nicht für uns, sondern zum allgemeinen Wohl der Menschen.“)

Diese Pflichtauffassung findet sich bei allen europäischen Monarchen, den bereitstehenden Erbprinzen und anderen Angehörigen von Königshäusern. Es ist für die heranwachsende junge Generation ein schwieriger Prozeß, den Königsberuf zu erlernen, denn anders als es allgemein dargestellt wird, ist er mit Verzicht und großer Dienstbereitschaft verbunden. Immer freundlich, immer lächelnd, nie ausfallend und nie peinliche Antworten gebend. Das ist fast unmöglich und wenn gelegentlich gegen diese Gebote verstoßen wird, stürzt sich die Medienmeute und die Öffentlichkeit auf das falsche Wort und tritt es breit. H.S.

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Die vollständige 185. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 185

Inhalt der 185. Ausgabe:

  • Bundespräsidialamt ohne Personalrat
  • Georgischer Patriarch Ilia II. für Rückkehr zur Monarchie
  • Monarchie zum Wohl der Menschen
  • Mexikanische Monarchisten gedachten Kaiser Maximilian
  • Erbprinz Ernst-August von Hannover heiratet

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König Juan Carlos und Königin Sofía erweisen Helmut Kohl die letzte Ehre

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Europa würdigt an diesem Samstag mit mehrstündigen Trauerfeierlichkeiten die Verdienste des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl. Zum ersten Mal wird eines hochrangigen Politikers mit einem europäischen Trauerakt gedacht. Die Zeremonien von Straßburg bis nach Speyer erstrecken sich auf über zehn Stunden.

Der Trauerakt im EU-Parlament in Straßburg hat um 11 Uhr begonnen. Mitglieder des deutschen Wachbataillons, begleitet vom Eurokorps, haben den mit einer europäischen Flagge bedeckten Sarg in den Sitzungssaal getragen.

Zu den Trauergästen in Straßburg gehörten auch König Juan Carlos I. und Königin Sofía von Spanien.

Juni 1888: Kaiser Wilhelm II. wird deutscher Kaiser

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Eröffnung des deutschen Reichstags im Weißen Saal des Berliner Schlosses am 25. Juni 1888, Gemälde von 1893.

Am 15. Juni 1888 bestieg Kaiser Wilhelm II. den Thron. Grund genug, an dieses Jubiläum mit einem kurzen Rückblick auf des Kaisers Leben zu erinnern.
Der vorläufig letzte Deutsche Kaiser war ein Enkel Kaiser Wilhelms I. und ein Sohn Kaiser Friedrichs III.; dieser regierte nur 99 Tage, so daß im „Dreikaiserjahr“ 1888 auf einen 90-jährigen und einen 57-jährigen Herrscher der 29-jährige Wilhelm II. folgte. Durch seine Mutter Victoria von Großbritannien und Irland war Wilhelm Enkel der britischen Königin Victoria.

Mit seiner traditionellen Auffassung vom Kaisertum zeigte Wilhelm – nach Deutung einiger Historiker – angeblich zu wenig Verständnis für die Anforderungen einer modernen konstitutionellen Monarchie. Meines Erachtens aber zeigte er zu viel Verständnis. Bismarcks Sozialistengesetze nicht weiterzuführen und auszubauen, war meines Erachtens ein großer Fehler.

Nach Beginn der Novemberrevolution verkündete Reichskanzler Prinz Max von Baden am 9. November 1918 wahrheitswidrig die Abdankung Wilhelms und dessen Sohnes, Kronprinz Wilhelm von Preußen. Bereits seit dem 29. Oktober hielt sich der Kaiser im deutschen Hauptquartier im belgischen Spa auf. Er ging von dort ins Exil in die nahen Niederlande, wo ihm Königin Wilhelmina Asyl gewährte und 1919 die von den Entente-Mächten verlangte Auslieferung als angeblichem „Kriegsverbrecher“ zu recht ablehnte.

Anläßlich des 75. Todestags wurde das Mausoleum des Kaisers im Park von Haus Doorn für seine Getreuen geöffnet.

Kaiser Wilhelm II. bemühte sich vom niederländischen Doorn aus bedauerlicherweise erfolglos um eine Restauration der Monarchie in Deutschland. Er starb dort 1941 im Alter von 82 Jahren und wurde in einem Mausoleum im Park des Hauses Doorn beigesetzt.

Christian Schwochert

Zum 150. Todestag Kaiser Maximilians von Mexiko

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Kaiser Maximilian I. von Mexiko    (6. Juli 1832 – 19. Juni 1867)

 

Er war der jüngere Bruder vom Habsburgerkaiser Franz Joseph I.: der 1867 in Mexiko umgekommene Maximilian.

Geboren im Jahre 1832 in Schloß Schönbrunn war er bei der Bevölkerung aufgrund seiner liberalen Ansichten und seines freundlichen Wesens recht beliebt, was ihn stets in Konflikt mit seinem zwei Jahre älteren Bruder brachte, der in seinen jungen Jahren keineswegs das Prestige genoß, auf welches er gegen Ende seiner Herrschaftszeit bauen konnte. 1857 heiratete Maximilian Prinzessin Charlotte von Belgien, nachdem er zuvor eine Liebschaft mit der portugiesischen Prinzessin Amalia hatte, die jedoch an Tuberkulose verstarb. Regierungsverantwortung konnte Maximilian in jungen Jahren als Gouverneur der Lombardei und Venetien ausüben, wo er so beliebt war, daß die italienischen Nationalisten in ernster Sorge waren, er könne die Lösungsbestrebungen der beiden Provinzen von Österreich stoppen.

In Triest steht heute noch ein Denkmal für den Habsburger Maximilian.

Dann kam jedoch der französisch-österreichische Krieg, welchen Österreich verlor und die Lombardei abtreten mußte. Maximilian zog sich auf Schloß Miramare in Triest an der Adria zurück, wo er die Krone Mexikos angetragen bekam. In Mexiko tobte ein Machtkampf zwischen Konservativen und Liberalen und die Konservativen suchten sich in Maximilian ausgerechnet einen liberalen Monarchen – von Anfang an ein Mißverständnis. Das Ganze wurde von Frankreich und Kaiser Napoleon III. vorangetrieben, da Mexiko die Zahlung der Auslandsschulden für zwei Jahre ausgesetzt hatte, was aus Sicht Frankreichs und der anderen europäischen Mächte eine Intervention rechtfertigte.

Am 10. April 1864 traf die mexikanische Delegation, angeführt von Don José Gutierrez de Estrada, in Schloß Miramare mit Erzherzog Maximilian zusammen und trug ihm die Kaiserkrone Mexikos an.

Neben Napoleon III. unterstützte Kaiser Franz Joseph das Vorhaben vor allem deswegen, um seinen liberalen Bruder möglichst weit weg zu schicken. Er verlangte, daß Maximilian auf seine Thronansprüche verzichten möge, wenn er Kaiser in Mexiko werden wollte. Maximilian sagte am Ende zu, jedoch waren die Informationen, die er über Mexiko und die neue Welt hatte, äußerst ungenügend. So war das Vorhaben Maximilians aufgrund äußerer Umstände im Grunde schon bei seiner Ankunft gescheitert: Noch vor Maximilians Ankunft wurden die Konföderierten Staaten von Amerika in der Schlacht von Gettysburg besiegt und ihre Niederlage im Sezessionkrieg zeichnete sich ab. Die dann abermals Vereinigten Staaten von Amerika aber würden ein stabiles Mexiko unter einem europäischen Monarchen nie dulden. Dies würde der Monroe-Doktrin zuwiderlaufen. Außerdem mußte Maximilian die Auslandsschulden Mexikos anerkennen und zusätzlich die Kosten der französischen Intervention bezahlen, die seinen Thron sicherte. Eigentlich war er also schon vor dem ersten Tag seiner Herrschaft bankrott.

Staatswappen des Kaiserreichs Mexiko.

All dies sah Maximilian nicht und kam 1864 in Mexiko an, wo er in der Hauptstadt in Schloß Chapultepec residierte. Seinen liberalen Idealen getreu erließ er zahlreiche Edikte, zum Beispiel zum Verbot der Kinderarbeit. Er setzte sich auch für die Indios ein und baute Schulen. Schließlich hinterließ er in seiner kurzen Herrschaftszeit auch die Prachtstraße von Mexiko-Stadt, den heutigen Paseo Reforma, und restaurierte das Schloß Chapultepec, was heute eines der wenigen schön anzusehenden Gebäude der Stadt ist. Andere, während der Herrschaft seiner Vorgänger eingeführte Neuerungen wie die Zivilehe ließ er zum Zorn der Konservativen bestehen. Um die Dynastie nicht ausländisch erscheinen zu lassen, ernannte er den Enkel von Kaiser Agustín de Iturbide, des ersten Herrschers des unabhängigen Mexikos, zum Thronerben.

Briefmarke des Kaiserreichs Mexiko von 1866.

Als er das französische Heer nicht mehr bezahlen konnte, zogen die von den USA unter Druck gesetzten Franzosen ab und überließen Maximilian seinem Schicksal. Dieser stand vor der Entscheidung, abzudanken oder in Mexiko zu bleiben. Er entschied sich gegen die Abdankung und sammelte seine letzten Getreuen bei Querétaro, wo er von einem republikanischen Heer belagert und von einem seiner Offiziere – Oberst Don Miguel Lopez -verraten wurde, der die Stadttore öffnete. Maximilian ergab sich und wurde mit zwei seiner Generäle von einem republikanischen Standgericht zum Tode verurteilt und am 19. Juni 1867 erschossen. Wer sich für die genauen Umstände seiner Hinrichtung interessiert, kann diese in einem Artikel nachlesen, der in der Corona zu seinem 145. Todestag erschien.

Am 19. Juni 1867 wurde Kaiser Maximilian zusammen mit den ihm treu ergebenen Generälen Mejía und Miramón exekutiert.

Der Ort der Erschießung in Querétaro.

Auch an diesem 19. Juni finden in Mexiko wieder Gedenkmessen statt. Den Mexikanern ist es nämlich ohne Maximilian gewiß nicht besser ergangen, als mit ihm: nach der von Aufständen geprägten Herrschaft seines Gegenspielers Benito Juárez folgte die Langzeitherrschaft von Porfirio Diaz, eines republikanischen Generals, unter dem die einfache Bevölkerung in größter Armut lebte. Er wurde durch die sogenannte mexikanische Revolution gestürzt, die die im Land vorhandenen Werte völlig zerstörte und in die Einparteiendiktatur der sogenannten Partei der institutionalisierten Revolution mündete, die erst 2006 endete. Ein anderes Mexiko wäre möglich gewesen.
L.R.

Herzogin Margarethe Louise von Württemberg verstorben

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Aus Frankreich kommt die traurige Nachricht, daß am 10. Juni Ihre Königliche Hoheit Herzogin Margarethe Louise von Württemberg in ihrem 89. Lebensjahr verstarb.

Todesanzeige im Figaro vom 15. Juni

Vicomtesse Marguerite de Chevigny, wie nach ihrer Heirat in Frankreich ihr Titel lautete, wurde am 25. November 1928 in Carlsruhe, Schlesien, geboren, wo ihre Eltern, Herzog Albrecht Eugen und Herzogin Nadejda von Württemberg, Prinzessin von Bulgarien, nach dem Tod König Wilhelms II. von Württemberg 1921 die Herrschaft Carlsruhe geerbt hatten.

Vicomtesse Marguerite de Chevigny, geborene Herzogin Margarethe Louise von Württemberg,

Margarethe Louise besuchte die Oberschulen Freiburg im Breisgau und Schwäbisch Gmünd. Ihr Abitur legte sie 1949 ab. Zunächst begann sie eine Ausbildung an der Kinderklinik der Universität Tübingen zur Säuglingspflegerin. Anschließend studierte sie Modegraphik an den Akademien der Bildenden Künste in Stuttgart und München. Danach war sie Modezeichnerin in Paris und arbeitete in Verlagen (z. B. Fayard/Hachette, Time und LIFE). Nach einer erneuten Tätigkeit in der Modebranche für das Haus Pierre Balmain war Herzogin Margarethe Louise bis zum Ruhestand bei einem Pariser Juwelier beschäftigt.

Sie heiratete am 7. August 1970 in Altshausen Vicomte François Luce-Bailly de Chevigny. Die Ehe blieb kinderlos.