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Was man von preußischen Reformen lernen kann

Für die, die glauben, daß Monarchien altbacken und konservativ sind, reicht ein Blick in die preußische Geschichte, um das Gegenteil zu beweisen. Seit der Ankunft der Hohenzollern in der Mark Brandenburg haben es diese mehrfach geschafft, ihren Staat völlig umzukrempeln. Als Bruchstellen können der Sieg über die Raubritter und die Befriedung des Landes im 15. Jahrhundert, der Wiederaufbau nach dem 30-jährigen Krieg durch den großen Kurfürsten, die Militär- und Verwaltungsreformen des Soldatenkönigs, die Reformen nach der Niederlage Preußens gegen Napoleon und schließlich die Reformen Bismarcks genannt werden, die zur Gründung des Kaiserreichs führten, welches an sich auch eine große Reform darstellte. Es fällt dabei auf, daß die Reformen besonders zu Zeiten des Königreichs Preußen (1701-1918) in besonders rascher Folge durchgeführt wurden.

Hans-Joachim Schoeps war zeitlebens Preuße und Monarchist. Der 1980 verstorbene Ordinarius für Religions- und Geistesgeschichte an der Universität Erlangen hat sich mit seinen Büchern nachdrücklich für eine gerechte historische Einordnung dieses Staats eingesetzt. „Preußen, Geschichte eines Staates” erschien erstmals 1967, erlebte zahlreiche Auflagen und ist weiterhin zu erwerben.
 

Schaut man auf die Bundesrepublik und Europa, ist das Bild dagegen eher finster. Natürlich: Wenn man über Preußen spricht, dann betrachtet man einen Zeitraum von mehreren hundert Jahren. So lange gibt es weder die Bundesrepublik noch die EU und ihre Vorgänger, und trotzdem hat es in der kurzen Zeit ihrer Existenz große und durchaus positive Umbrüche gegeben, wie zum Beispiel die deutsche Wiedervereinigung oder die Wirtschaftsunion. Diese Dinge liegen aber mittlerweile einige Jahrzehnte zurück und blickt man auf die heutige Zeit, dann hat sich in den letzten beiden Dekaden ein riesiger Berg an Problemen aufgetürmt: Eurokrise, Migrationskrise, Energiekrise, Ukrainekrieg, Inflation. Hinzu kommt noch eine durch Pandemie und Krieg verursachte Weltwirtschaftskrise und das sind nur die großen Fragen, aber man könnte noch weitere Themen hinzufügen: marode Infrastruktur, ein absteigendes Bildungssystem, ein überbordender und parteilicher öffentlich-rechtlicher Rundfunk, der demographische Wandel, keine diesen Namen verdienende Armee, etc. Das Schlimme an der heutigen Zeit ist aber, daß weder in Deutschland noch Europa irgendjemand in Sicht ist, dem man zutrauen würde, auch nur einen Teil dieser Probleme zu lösen. Die einen wollen lediglich mit dem einzigen Ziel verwalten, weiter an der Macht zu bleiben, wovon gerade Deutschland in den letzten 16 Jahren ein Lied singen konnte. Die anderen setzen auf normativ-ideologische Gedankengebäude, die den Wirklichkeitstest nicht bestehen, was sich im Traum von Umwelt- oder Sozialutopien äußert. Beide Gruppen werden dabei von Bürokraten und auch den Medien unterstützt, deren Eifer sich vor allem darin äußert, es den Eliten recht machen zu wollen. Die preußischen Reformen waren dagegen eher recht pragmatisch. So wurde von Friedrich Wilhelm I. der überbordende Hofstaat aufgelöst, Friedrich Wilhelm III. schaffte nach der Niederlage gegen Napoleon ein Heer, welches in seiner Führung nicht mehr ausschließlich auf den Adel setzte, und Wilhelm I. räumte zu Gunsten des Deutschen Reichs schließlich sogar Preußen selbst ab, wenn auch sehr widerwillig. Die preußischen Reformen bestanden aus einer reichlichen Prise Pragmatismus gepaart mit dem Mut, das zu tun, was das Gebot der Stunde erfordert. Beides würde auch heute dringend gebraucht werden. L.R.

Brasilien: Staatsbesuch eines kaiserlichen Herzens

Als Staatsgast kehrt das Herz des ersten Kaisers von Brasilien in sein Reich zurück.

Brasilien steuert auf einen nationalen Höhepunkt zu, denn am 7. September begeht das Land den 200. Jahrestag seiner Unabhängigkeitserklärung. An die Spitze der Los-von-Portugal-Bewegung hatte sich  Dom Pedro, der Sohn von König João VI. von Portugal gestellt, der ihn als Regenten in der Überseekolonie einsetzte, als die königliche Familie nach den napoleonischen Kriegen ins Heimatland zurückkehrte. Dom Pedro schätzte die Stimmung in Brasilien richtig ein und verhinderte durch die Proklamation der Unabhängigkeit und der Etablierung des Kaiserreichs Brasilien, daß eine weitere unsichere Republik in der neuen Welt gegründet wurde.

Kaiser Dom Pedro I. von Brasilien starb schon mit 35 Jahren an Tuberkulose, sein Herz wird in Formaldehyd in einer Kirche in der portugiesischen Hafenstadt Porto aufbewahrt, wohin es am 10. September auch zurückkehrt.

Die Brasilianer haben es ihm bis heute nicht vergessen und vor wenigen Tagen kehrte unter großem Pomp das Herz des ersten Kaisers von Brasilien zurück ins Land. Testamentarisch hatte er verfügt, daß es in der portugiesischen Hafenstadt Porto verwahrt werden solle. Nun wurde es in der Hauptstadt Brasilia wie ein Staatsgast empfangen. Die Urne passierte durch ein Spalier der Präsidentengarde (einst die Kaiserliche Garde) und Ehrengäste beim Empfang durch Präsident Bolsonaro waren das neue Oberhaupt des Kaiserhauses und Nachfolger Dom Pedros I., Dom Bertrand de Orléans e Bragança, und Stefan Scholz, der Botschafter Österreichs, denn die erste Kaiserin Brasiliens war Erzherzogin Leopoldine von Österreich.

Tausende defilierten an der Herzurne vorbei und erwiesen dem Kaiser die Ehre.         H.S.

Ein Nachfahre des Dom Pedros I. ist das Mitglied des brasilianischen Abgeordnetenhauses, Dom Luiz Filipe von Orléans und Bragança (*3. April 1969), der das  Herz des Kaisers, umgeben von königlichen und kaiserlichen Flaggen, hütet.

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Die vollständige 275. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Inhalt der 275. Ausgabe:

· Was man von preußischen Reformen lernen kann

· In Stuttgart geborener Monarchist leitet australische Anti-Republikkampagne

· Jordanischer Thronfolger hat sich verlobt

· Staatsbesuch eines kaiserlichen Herzens

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