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Brasilianischer Prätendent Dom Luiz verstorben

Am 15. Juli verstarb der brasilianische Thronprätendent Dom Luiz im Alter von 84 Jahren. Präsident Jair Bolsonaro verfügte eine eintägige Staatstrauer. 

Der Prinz lebte zuletzt recht zurückgezogen, da er gesundheitlich angeschlagen war – so saß er die letzten Jahre im Rollstuhl. Sein Nachfolger ist der 81jährige Dom Bertrand. Prinz Luiz war Oberhaupt der Vassouraslinie des Hauses Orléans-Bragança. Neben dieser gibt es noch die Petropolislinie, die auch Ansprüche auf den Thron des brasilianischen Kaiserreichs erhebt. Die Vassouraslinie gilt gleichzeitig als konservativer und in monarchistischen Kreisen engagierter. Wäre das Verfassungsreferendum 1993 zu Gunsten der Monarchie ausgegangen, wäre Luiz Kaiser geworden. Dies blieb ihm leider verwehrt. L.R.

Württembergs vielgeliebter Herr bleibt Namensgeber der Universität Tübingen

In Tübingen ist am 21. Juli der Versuch gescheitert, den Gründer der Universität aus ihrem Namen zu tilgen. Am Donnerstag votierten im Senat der Eberhard-Karls-Universität 16 Mitglieder gegen eine Namensänderung, 15 dafür und zwei enthielten sich der Stimme. Nötig für die Streichung der beiden Herrschernamen wäre eine Zweidrittelmehrheit gewesen.

Beantragt hatten die Namensänderung Studenten, da in ihren Augen der Universitätsgründer von 1477, Graf Eberhard V. im Bart (1445 – 1496, Württembergs erster Herzog), als Antisemit gilt und der zweite Namensgeber, Herzog Karl Eugen (1728 – 1793) ein „despotischer Herrscher“ gewesen sein soll. Seit 545 Jahren trägt die Universität am Neckar den Namen ihres Gründers. Graf Eberhard wurde der Ehrentitel „Württembergs vielgeliebter Herr“ von seiner dankbaren Bevölkerung verliehen. Im 19. Jahrhundert dichtete der Arzt und Poet Justinus Kerner das Gedicht „Der reichste Fürst“, das sich mit seiner ersten Zeile „Preisend mit viel schönen Reden“ zur Hymne Württembergs entwickelte. Das wurde zwar vom Königshaus gerne gesehen, aber es war nicht der Auftrag- oder Ideengeber. Noch heute ist Graf Eberhards Preislied bekannt und wird oft angestimmt. Vielleicht nicht in den Studentenkreisen, die für eine Namensänderung eintraten, das sei den Zugereisten unbenommen, aber selbst Tübingens grüner Oberbürgermeister Boris Palmer hatte sich im Vorfeld der Abstimmung positioniert und sich gegen eine Namensänderung ausgesprochen. „Meine Vorfahren waren über Jahrhunderte Württemberger Bauern im Remstal. Von dieser Herkunft her habe ich zunächst gefremdelt, als ich an der Universität S.K.H begegnet bin.“ Aber in seiner Amtszeit konnte er die Förderung, die die Universität durch Herzog Carl von Württemberg, dem Rechtsnachfolger Eberhards, erfuhr, aus nächster Nähe beobachten. Nach dem Votum bezeichnete er den Senatsbeschluß als „weise Entscheidung“. Die Forderung nach einer Umbenennung der Universität entspringe „erkennbar der woken Cancel Culture, also dem Bedürfnis, sich selbst über andere zu erheben“, schrieb Palmer auf Facebook. Dabei seien die Belege für Eberhards Judenfeindschaft „im Kontext der Zeit keineswegs drastisch“.

Graf Eberhard V./Herzog Eberhard I. von Württemberg (1445 – 1496)

Es ist wohlfeil, wenn heutige Wohlstandskinder sich über Menschen erheben, die vor 600 Jahren lebten. Natürlich wissen sie jetzt alles besser und würden nicht die Fehler begehen, die den damaligen Zeitgenossen noch heute angekreidet werden. Graf Eberhards Renommee war damals so groß, daß er eine Standeserhebung beim Kaiser durchsetzen konnte. Herzog Eberhard I. stand mit der Einbindung der Stände in die Gesetzgebung an der Wiege des württembergischen Staats. Sein Motto Attempto (Ich wage es) galt vielen in Württemberg als Ansporn. Bei Abwägung von pro und contra überwiegen die positiven Punkte für den durchlauchtigsten Herrn.  H.S.

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Die vollständige 273. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Inhalt der 273. Ausgabe:

· Ein Hauch von Kaiserreich in Brasilien

· Die Geisterfahrt der Kulturstaatsministerin

· Australien bereitet sich auf die Republikoffensive vor

· Württembergs vielgeliebter Herr bleibt Namensgeber der Universität Tübingen

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