Schlagwörter

, , , , , , , , , ,

Benediktinerpater Florian, Prinz von Bayern stirbt in Kenia

Angehörige katholischer Herrscherhäuser traten und treten immer wieder Ordensgemeinschaften bei: Kronprinz Georg von Sachen wurde Jesuit, Herzog Carl Alexander von Württemberg wählte die Benediktinerabtei Beuron. Und auch die heutige Habsburgerfamilie hat mindestens zwei Patres in ihren Reihen. Der Wittelsbacherprinz Franz Josef, ein Urenkel König Ludwigs III., der am 21. September 1957 in  Leutstetten geboren wurde, trat 1982 als Novize in die Benediktinerabtei St. Ottilien ein und nahm den Ordensnamen Florian an. 1986 legte er die Ewigen Gelübde ab, erhielt die Diakonen– und Priesterweihe und kehrte nach Kenia zurück, wo er bereits in den Noviziatsjahren gearbeitet hatte.

Pater Florian OSB, Prinz von Bayern

Pater Florian widmete sich zunächst der Jugendseelsorge in den Slums von Kenias Hauptstadt Nairobi, bevor er im Jahr 2002 nach Illeret am Turkanasee, das im Norden an der Grenze zu Äthiopien liegt, ging. Dort gründete er eine Pfarrei, in der er sich mit zwei einheimischen Mitbrüdern um die Menschen kümmerte. Ein besonderes Anliegen war ihm, den Kindern der dort lebenden Nomaden Zugang zur Bildung zu ermöglichen. Dabei verstand er, daß die vorhandenen Schulen nicht zum Leben von Nomadenvölkern passen, sondern, daß der Unterricht zu den Kindern kommen muß. So entwickelte er das Modell von mobilen Schulen, in denen die Kinder der Daasanach unterrichtet wurden, und setzte sich für die Ausbildung von Lehrern ein. Diesem Herzensprojekt widmete er sich mit ganzer Kraft und Leidenschaft. Er gründete das Projekt INES (Illeret Nomadic Education System).

Von seinem Leben in Afrika berichtete P. Florian im Buch „Weil es et-was Größeres gibt“das ein beeindruckendes Zeugnis vom Mut zum Aufbruch und vom Weg zu sich selbst gibt. Sein Tod am 22. Juni nach langer Krankheit gab Anlaß zu zahlreichen Nachrufen, sogar in der Süddeutschen Zeitung und dem Bayerischen Rundfunk. H.S.

Die Instrumentalisierung Walther Rathenaus

Vor 100 Jahren wurde der deutsche Außenminister Walther Rathenau durch Angehörige der rechtsextremen Organisation Consul ermordet (24. Juni 1922). Das erste Mal wirklich von sich reden machte Rathenau, als er im 1. Weltkrieg 1914/15 die deutsche Kriegswirtschaft organisierte und so überhaupt erst ermöglichte, daß Deutschland nicht schon viel früher aus dem Krieg ausschied. Am Ende des 1. Weltkrieges plädierte er für eine Fortführung des Krieges, bis bessere Waffenstillstandsbedingungen vorlägen. Später verhandelte er trotz eigener Bedenken die Rapalloverträge mit der Sowjetunion, die letztlich eine geheime Aufrüstung der Weimarer Republik bedeuteten. Ein Linker war er also nicht gerade, warum ist er also ins Visier der Mörder geraten? Ein Grund ist der, daß Walther Rathenau Jude und die Organisation Consul streng antisemitisch ausgerichtet war. Mit dem Mord wollte die Organisation außerdem Chaos in der Regierung hervorrufen und so einen Aufstand der linken Kräfte in Deutschland erreichen, welcher dann vom Militär hätte niedergeschlagen werden können. All das sollte in der Errichtung einer Militärdiktatur enden.

Walther Rathenau * 29. September 1867 – † 24. Juni 1922

Es folgte jedoch nicht der Zusammenbruch der Regierung: Noch nicht einmal einen Monat nach dem Mord trat dann als Antwort der republikanischen Reichsregierung das sogenannte Republikschutzgesetz in Kraft. Dieses Gesetz verbot nicht nur Bestrebungen gegen die republikanische Ordnung, sondern sah auch vor, daß ehemals landesherrlichen Familien der Zutritt nach Deutschland verweigert werden kann. Man kann sagen, daß diese Bestimmung direkt gegen Wilhelm II. gerichtet war. Was aber hat Wilhelm II. mit einer Organisation zu tun, die die Republik nicht durch ihn, sondern durch eine Militärdiktatur ersetzen wollte? Nichts. Die Republik benutzte das politische Attentat, um die Möglichkeit einer Restauration der Monarchie zu verhindern, auch wenn diese rein gar nichts mit der Organisation Consul zu tun hatte. Dieses Gesetz stellte tatsächlich einen schweren Schlag für alle monarchistischen Bemühungen dar, auch wenn es nur fünf Jahre lang in Kraft war. Eine Verlängerung kam im Anschluß noch einmal für zwei Jahre zustande, dann jedoch war Schluß. Trotzdem hatte das Gesetz seine Schuldigkeit insofern getan, als daß es Monarchisten recht effizient daran hinderte, sich zu organisieren, während die tatsächlichen Extremisten von KPD und NSDAP frei agieren konnten – mit den bekannten Ergebnissen.

Heute wird an den Mord an Walther Rathenau mit der Mahnung erinnert, man müsse sich gegen „rechts“ engagieren. Aber auch in dieses „rechts“ wird so gut wie alles hineininterpretiert, was gerade opportun scheint. Ist es zum Beispiel rechts, sich für die Monarchie und damit für eine Staatsform einzusetzen, die in zahlreichen demokratischen europäischen Staaten hervorragend funktioniert? Natürlich nicht.

Walther Rathenau war ein außergewöhnlicher Politiker, von denen es heute kaum welche gibt. Er hat es nicht verdient, auf diese Weise instrumentalisiert zu werden.

————————————————————————————————–

Die vollständige 272. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Inhalt der 272. Ausgabe:

· Die Instrumentalisierung Walter Rathenaus

· Benediktinerpater Florian, Prinz von Bayern stirbt in Kenia

· Libyscher Thronprätendent fordert Wiedereinführung der Monarchie

· Herzog Carl von Württemberg nach Trauerfeier beigesetzt

————————————————————————————————–

Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.