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Grüne Bundestagsfraktion lud ihre Experten zur Frage der Entschädigung des Hauses Hohenzollern ein

Wenn die Grünen eine Veranstaltung zu den Hohenzollern organisieren, ist das ihr Recht als politische Gruppierung, die die Interessen ihrer Wählerschaft vertritt. Die Zusammenstellung der von den Grünen in den Bundestag eingeladenen Historikergruppe und das Ergebnis der Veranstaltung kann dann auch niemanden überraschen: Die Hohenzollern sind böse, sie hätten dem Nationalsozialismus nahegestanden, man sollte sie nicht entschädigen, usw. Die Historiker Eckhard Conze und Stephan Malinowski, der in Schottland unterrichtet, stehen mit ihren Meinungen über den Kronprinzen Wilhelm am äußersten (linken) Rand der Forschungsgemeinschaft und versuchen geradezu zwanghaft, die These zu belegen, Kronprinz Wilhelm habe dem Nationalsozialismus wesentlichen Vorschub geleistet. Der Rest der Besetzung dieser Gruppe, die auch aus den Grünen gewogenen Juristen bestand, hob sich davon nicht ab. Im wissenschaftlichen Jargon hört sich das etwa so an: Die Hohenzollern hätten Mittel und Motiv gehabt, um dem Nationalsozialismus Vorschub zu leisten. Wie gesagt, es ist das gute Recht einer politischen Partei, ihre Meinung diesbezüglich kundzutun. Auf einer CDU-, FDP- oder AfD-Veranstaltung zu diesem Thema wäre man sicher zu diametral entgegengesetzten Schlußfolgerungen gekommen.

Der eigentliche Skandal liegt aber einmal mehr darin, daß Medien diese Veranstaltung aufgreifen, als sei sie ein Ereignis mit objektiven Ergebnissen, wie beispielsweise die FAZ, dieses eemals ehrbare konservative Blatt.  Die Einseitigkeit der Berichterstattung zu den Hohenzollern jenseits von Nischenpublikationen in Deutschland oder ausländischen Medien hat in der Tat Züge angenommen, die manch einen an die DDR erinnern mögen, wobei zur Ehrenrettung der DDR gesagt sei, daß diese die Hohenzollern gegen Ende ihrer Existenz wenigstens ein Stück weit rehabilitiert hatte, weil es opportun erschien, für das Staatsvolk identitätsstiftende Dinge jenseits des Bezuges auf die deutsche Nation oder den nicht funktionierenden Sozialismus bereitzustellen. (Siehe dazu auch PNN: „Martin Sabrow hat den Briefverkehr eines gewissen Hans Bentzien mit DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker und dem Hohenzollern-Nachfahren Prinz Louis Ferdinand gesichtet. Eine Korrespondenz, die sich in Privatbesitz befindet, Kopien im Bundesarchiv existieren offensichtlich nicht. … Im Herbst 1987 besuchte [Prinz] Louis Ferdinand auf Honeckers Einladung Potsdam.”) 

Läge Burg Hohenzollern nicht in Süddeutschland, sondern z. B. im Land Brandenburg, müßten die Hohenzollern heute sogar um ihre Stammburg kämpfen.

Eine differenzierende und auf Fakten und nicht auf Narrativen basierende Berichterstattung durch die Medien ohne volkserzieherische Elemente scheint in der 4. Legislatur der Ära Merkel in den Medien auf diesem und sehr vielen anderen Feldern aber nicht mehr möglich. Kritisiert wird dagegen eine sogenannte „Abmahnwelle“ durch die Hohenzollern gegen Historiker. Diese würden einen illegitimen Eingriff in den freien wissenschaftlichen Diskurs darstellen – als ob es einen solchen überhaupt gäbe, wenn alle Zeitungen das gleiche schreiben, weil sie freiwillig oder im Gegenzug für Subventionen oder Gebühren immer mehr auf Regierungslinie einschwenken. Sei es, wie es sei. Wenn die Bundesregierung und die brandenburgische Landesregierung auf die linkspopulistischen Sirenengesänge hören, wäre dies sogar zu begrüßen.

Natürlich war es das Ziel der Monarchisten in Weimar, die Republik zu beseitigen und dies ist ja auch richtig so.

Der Kronprinz hätte sich ja dann wohl auch eher selbst auf den Thron gesetzt, als Hitler zu unterstützen (Motiv). Die Republikschutzgesetze in Weimar verhinderten ein tatsächlich effizientes Wirken der Monarchisten jedoch, während die wirklichen brandgefährlichen Extremisten, nämlich Kommunisten und Nationalsozialisten, im Grunde tun und lassen konnten, was sie wollten. Die Frage, ob Kronprinz Wilhelm dem Nationalsozialismus erheblichen Vorschub geleistet hat, ist daher schon deshalb zu verneinen, weil die Kreise, in denen der Kronprinz neben Sympathie auch echten Einfluß hatte, durch diese Gesetzgebung wenig organisiert und bedeutend waren. Er hätte also gar nicht „erheblichen Vorschub“ zu irgendetwas leisten können (Mittel). Nicht umsonst setzten die Bundes- und die brandenburgische Regierung bisher grundsätzlich auf Verhandlungen: Sie wissen, daß die Gefahr einer Niederlage vor Gericht sehr hoch ist, denn anders als die Medien, nehmen diese ihre politiktheoretische Aufgabe, die anderen Gewalten im Zaum zu halten, durchaus noch ernst. Insofern wäre eine gerichtliche Klärung zu begrüßen, denn dann wären die Vorwürfe gegen den Kronprinzen Wilhelm ein für alle Mal vom Tisch und der Staat müßte wahrscheinlich mehr Geld an die Hohenzollern zahlen, als im Rahmen einer Verhandlungslösung. L.R.

Griechischer König Konstantin gegen Covid-19 geimpft

Über die einsetzenden Impfungen gegen den Corona-Virus berichtete dieser Nachrichtenbrief in seiner vorigen Ausgabe. Weitere gekrönte Häupter haben sich das Serum spritzen lassen, so in der letzten Woche König Konstantin II. der Hellenen, der im Krankenhaus von Nafplio auf der Halbinsel Peloponnes behandelt wurde. Königin Anne-Marie (im Photo links) wurde noch nicht geimpft. Sie soll einen späteren Termin erhalten. Der 80-jährige Monarch und seine Frau leben wieder in Griechenland, doch gesundheitlich geht es ihm nicht gut. Ob er an den Feierlichkeiten zum 200. Beginn des griechischen Freiheitskampfs am 25. März teilnehmen kann (und darf) ist offen.                         H.S.

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Die vollständige 248. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Inhalt der 248. Ausgabe:

  • Grüne Bundestagsfraktion lud ihre Experten zur Hohenzollernfrage ein
  • Hohenzollernleihgaben: Kulturgutauslagerungen denkbar
  • Das Königreich der Seto
  • Griechischer König Konstantin II. gegen Corona geimpft
  • 40. Jahrestag des Putschs in Spanien

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