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Nein, Bismarck ist nicht umstritten

Wer die Debatte um das Bismarck-Denkmal in Hamburg verfolgt, kann nur den Kopf schütteln, beziehungsweise fragen, wann und an welcher Stelle er aus Versehen in ein dadaistisches Paralleluniver-sum eingetreten ist. Das Wort „Debatte“ ist dabei irreführend, weil dieses Wort per Definition ein Streitgespräch bezeichnet und nicht, daß mehrere Kleinstgrüppchen sich gegenseitig selbst bestätigen. Worum es geht: Das Denkmal des Kanzlers im Hamburger Stadtteil Sankt Pauli, welches eigentlich renoviert werden soll, sei „umstritten“, weil Bismarck eine koloniale Vergangenheit repräsentiere. Das Wort „umstritten“ benutzen Journalisten dabei meistens, wenn sie absolut nicht umstrittene Dinge in Verruf bringen wollen. Im Anschluß daran werden meistens „unparteiische“ Kommissionen eingerichtet, die mit einer Mehrheit an affinen Leuten und einigen Alibiwissenschaftlern besetzt werden und die Journalisten bestätigen. Im Ergebnis werden Straßen umbenannt oder eben Denkmäler abgeräumt, obwohl die überwältigende Mehrheit der Anwohner und der Gesamtbevölkerung dagegen ist. Die schweigende Mehrheit schaut aber eben nur ohnmächtig beziehungsweise ungläubig zu.

Auf 34,3 Meter bringt es das Bismarck-Denkmal in Hamburg – St. Pauli, das nicht staatlich verordnet errichtet, sondern auf Initiative Hamburger Bürger gebaut wurde.

In einer ganz ähnlichen Konstellation wurde jetzt also auf Einladung von Hamburgs Kultursenator Brosda eine Mehrheit an Vereinigungen, die der Black Lives Matter – Bewegung nahestehen, ein paar Wissenschaftlern gegenübergestellt. Das Ergebnis des Gesprächs: Das Denkmal könne nicht unkommentiert dort stehenbleiben. Wie das Endergebnis aussehen wird, wird dann wahrscheinlich eine solche „unparteiische“ Expertenkommission vorschlagen.

Wer sich zumindest ein wenig mit der Geschichte des Kaiserreichs auskennt, weiß, daß der Eiserne Kanzler keine Kolonien wollte, weil er glaubte, daß dies neue Konfliktlinien mit anderen Großmächten mit sich bringen würde. In der Stimmung der Zeit konnte er sich aber mit seiner Auffassung nicht durchsetzen. Als er dies erkannte, berief er 1884 eine Konferenz mit dem Ziel ein, unter Wahrung des Friedens die Interessen der europäischen Mächte in West- und Zentralafrika zu regeln. Die daraus resultierende Kongoakte garantierte den Kolonialmächten Handelsfreiheit untereinander, sah jedoch auch ein Verbot des Sklavenhandels vor und beschied, daß militärische Konflikte zwischen den Unterzeichnern nicht auf Afrika ausgeweitet werden sollen. Persönlich betrachtete Bismarck die Kolonien, die Deutschland ab 1884 erwarb, allenfalls als erweiterte Verhandlungsmasse, im Hinblick auf den Staatshaushalt waren sie für ihn ein Ärgernis. 1890 gelang es ihm, mit dem Helgoland-Sansibar-Vertrag ein koloniales Abenteuer zu beenden. Helgoland ist heute bekanntlich der letzte deutsche Gebietszuwachs.

„So lange ich Reichskanzler bin, treiben wir keine Kolonialpolitik. Wir haben eine Flotte, die nicht fahren kann, und wir dürfen keine verwundbaren Punkte in fernen Weltteilen haben, die den Franzosen als Beute zufallen, sobald es losgeht.“ – Otto von Bismarck 1881

Jetzt ausgerechnet Bismarck als Symbol für Kolonialismus hinzustellen, hat mit Fakten also nichts zu tun, und diejenigen, die dies behaupten, reihen sich mit anderen Leuten ein, die daran glauben, die Erde sei eine Scheibe, oder das Coronavirus eine Bilderberg-Verschwörung. Es kann natürlich auch sein, daß es um eine politische Nachricht geht: Das linksradikale Spektrum duldet keine deutschen Nationalhelden und da Wilhelm II., der eigentliche Befürworter deutscher Kolonialpolitik, ohnehin nicht als solcher gilt, versucht man, auf Biegen und Brechen eine Verbindung zwischen dem Kolonialismus und Bismarck herzustellen und ihn so zu diskreditieren.

Nun gibt es in Deutschland Meinungsfreiheit und man kann mehr oder weniger denken und sagen, was man möchte, wie albern es auch immer sei. Problematisch wird es jedoch, wenn sich Politiker, Medien oder Wissenschaftler dazu hergeben, über solchen Unsinn ernsthaft zu diskutieren, als sei er seriös. Das tut man ja auch nicht über Chemtrails oder ähnliches.

Man kann Bismarck wegen seiner Innenpolitik, dem Kulturkampf und dem Verbot der Sozialdemokratie kritisieren. Aber nein, wegen seiner Kolonialpolitik ist er nicht umstritten. Und nein, man muß nicht jeden Unsinn ertragen. L.R.

Staatliche Finanzierung für Denkmalstürzer

„Antikolonialistische“ Aktivitäten sind zu einem Geschäftsmodell geworden, das sich rentiert. Zur finanziellen Alimentierung des Berliner Pendants der Hamburger „Initiativen“ schrieb Götz Aly am 30. September in der Berliner Zeitung:
„Seit einigen Monaten beglücken der Berliner Kultursenator Klaus Lederer (Linke) und die Bundeskulturstiftung das Grüppchen „Postkolonial e.V.“ und assoziierte Vereinigungen mit 3,5 Millionen Euro. Damit wird ein „erinnerungskulturelles Projekt“ (Lederer) gefördert. Die mit Steuermitteln gepäppelten Aktivisten bezeichnen sich als „zivilgesellschaftliches Bündnis Decolonize Berlin“. Öffentlich wirksam betreiben sie zum Beispiel die Ausmerze des 300 Jahre alten Namens der Mohrenstraße in Berlin-Mitte.”
 

Massendemonstrationen in Nepal verlangen nach der Monarchie

In den Straßen Nepals wird der Ruf nach der Wiedereinführung der Monarchie immer lauter. Nachdem sich die maoistischen Guerillatruppen mit den bürgerlichen Politikern der Hauptstadt einigten, erklärten sie 2008 die Monarchie der seit 1768 herrschenden Schah-Dynastie für abgesetzt. Danach war es mit der Einigkeit der Parteien nicht mehr weit her und es dauerte fast zehn Jahre bis eine Verfassung ausgearbeitet war. Mit ihr herrschen seit 2017 zwei kommunistische Parteien: Die Communist Party of Nepal (United Marxist Leninist) und die Communist Party of Nepal (Maoist Center)


Die Demonstrationen in Nepal zugunsten der Rückkehr der konstitutionellen Monarchie haben in den letzten Wochen an Stärke zugenommen. 

Die wachsende Unzufriedenheit mit dieser Regierung nahm stark zu, als die Covid-19-Pandemie Nepal besonders hart traf. Die erste Pro-Monarchie-Demonstration wurde trotz Corona-Beschränkungen am 10. November von der „Nationalist Civic Society“ organisiert, bereits zwei Tage später verlangte ein Demonstrationszug des „Nepal Scholars Council“ ebenfalls die Rückkehr des Königs. Nun folgten in immer kürzeren Zeitabständen in allen großen Städten Nepals Protestmärsche, die die Wiedereinsetzung der monarchistischen Verfassung verlangten. Das in Kathmandu ansässige Internetportal My Republica schrieb nach den Unruhen vom 5. Dezember von „Massenprotest in Kathmandu verlangt die Wiederherstellung der Monarchie“: „Dies ist wahrscheinlich die größte Demonstration für die Monarchie im Land nach der ersten Nachkriegsverfassung von 2015.“ Das gleiche Portal berichtete, es seien überwiegend junge Leute, die Slogans skandierten, die König Gyanendra und die Hindu-Monarchie hochleben ließen. Mit dessen 18-jährigem Enkel, Prinz Hridayendra, steht ein unumstrittener Thronfolger bereit, der unbelastet von vergangenen Auseinandersetzungen die Monarchie fortführen könnte.

Inzwischen nahm sogar die Weltpresse von den monarchistischen Demonstrationen Notiz. In Indien und China, Nepals einzigen Nachbarn, werden die Pro-Monarchie-Märsche aufmerksam registriert, denn beide haben in Nepal ihre Interessen und annektierten in den vergangenen Monaten nepalesisches Territorium, was bei den Nepalesen nicht gut ankam. Teilweise sind die pro-monarchistischen Demonstrationen eine Reaktion, denn es war die Schah-Dynastie, die Nepals Unabhängigkeit gegen alle Begehrlichkeiten verteidigte.   H.S.

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Die vollständige 245. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Inhalt der 245. Ausgabe:

  • Nein, Bismarck ist nicht umstritten
  • Verschiedene Prätendenten stehen bereit
  • Massendemonstrationen in Nepal verlangen nach der Monarchie

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