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König Wilhelm II. von Württemberg – Letztregierender Monarch des Hauses Württemberg

König Wilhelm II. (mit vollem Taufnamen Wilhelm Karl Paul Heinrich Friedrich) von Württemberg wurde am 25. Februar 1849 (dem Jahre der Revolution) in Stuttgart geboren und starb am 2. Oktober 1921 auf Schloß Bebenhausen, Tübingen. Er war der vierte und vorerst letzte König Württembergs und regierte 27 Jahre lang das Königreich von 1891 bis 1918.

König Wilhelm II. und Königin Charlotte von Württemberg.

Prinz Wilhelm war der Sohn des Prinzen Friedrich von Württemberg und seiner Ehefrau Katharina von Württemberg.  Da der dritte König Württembergs, König Karl I., kinderlos starb, rückte Wilhelm nach in das Licht der Thronfolge. Wilhelm studierte an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und an der Georg-August-Universität Göttingen Rechtswissenschaft, Staatswissenschaft und Finanzwissenschaft. Wihelm II. heiratete zweimal, zunächst 1877 die Prinzessin Marie zu Waldeck und Pyrmont und später, als diese bei der Entbindung des dritten Kindes starb, 1886 Prinzessin Charlotte zu Schaumburg-Lippe. 1891 übernahm Wilhelm nach dem Tode König Karls die Regierungsgeschäfte, wobei er schon vorher einige Repräsentationspflichten für den König übernommen hatte.

Das Denkmal von König Wilhelm II. und seiner Hunden schuf Hermann-Christian Zimmerle 1991. Es stand bis September 2017 vor dem Eingang des Wilhelmspalais’ an der Konrad-Adenauer-Straße. Heute befindet es sich an der Südseite des Gebäudes im hinteren Bereich, wo Wilhelm wie ein distanzierter Beobachter der neuen Gebäudenutzung wirkt.

Der neue König pflegte einen bürgerlichen Stil, ging in Stuttgart ohne Bewachung spazieren und lud des öfteren Männer aus dem Bürgertum zu sogenannten Herrrenabenden ins Stuttgarter Palais ein. Zudem führte der König für Dienstboten und Landwirtschaftsarbeiter die Krankenversicherung ein und erhob die Steuern erstmals nach dem tatsächlichen Einkommen der Bürger. Der König stand dem Militärischen Zeit seines Lebens distanziert gegenüber und ließ erstaunlicherweise sogar den Internationalen Sozialistenkongreß 1907 in Stuttgart tagen. Der König zeigte sich ausgesprochen offen und ließ sogar Stücke, welche in anderen Teilen des Reiches verboten waren, im Hoftheater aufführen.

Der Erste Weltkrieg traf den König schwer und mit Tränen in den Augen verabschiedete er seine Truppen. Am Ende des Krieges, als sich die Demonstrationen und Proteste vermehrten, kam es zu einer Unterredung zwischen den Demonstranten und dem Innenminister. Überraschenderweise gaben die Protestierenden zu, daß sich ihr König, von vielen hochgeschätzt, vorbildlich konstitutionell verhalten hatte und ein Spartakistenführer verlautbarte, daß die Forderung nach Abdankung nicht aufgrund des Königs zustandegekommen war, sondern„wege dem Sischteem“. So wurde Wilhem II. Opfer einer deutschlandweiten Generalisierung.

Am 9 November 1918 verließ Wilhelm Stuttgart und am 30 November dankte der König formal ab. Das ihm in jener schweren Stunde niemand beigestanden hatte, verwand der Monarch nie. Die letzten Jahre verbrachte der König in Bebenhausen und in Friedrichshafen. Nachdem er gestorben war, wurde der Leichenzug seinem Wunsche entsprechend um Stuttgart herumgeleitet. Bestattet wurde der Leichnam auf dem Alten Friedhof in Ludwigsburg. Wilhelm II. gilt bis heute als beliebter und volksnaher König und viele alte Geschichten werden über den König erzählt. Wie er beispielsweise immer mit seinen zwei Hunden spazieren ging, grüßenden Passanten als Erwiderung den Hut zog und wie er Kindern Süßigkeiten schenkte.

Ben Gibson