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Friedrich August von Oldenburg – Letzter regierender Grossherzog des Hauses Holstein-Gottorp

Friedrich August von Oldenburg, geboren am 16. November 1852 in Oldenburg und gestorben am 24. Februar 1931 in Rastede, war der älteste Sohn des Großherzogs Nikolaus Friedrich Peter von Oldenburg und somit der vorläufig letzte regierende Großherzog des Landes Oldenburg. Prinz Friedrich August studierte an den Universitäten Bonn, Straßburg und Leipzig, sein Erzieher war der bayerische General Otto von Parseval. 1878 heiratete er die preußische Prinzessin Elisabeth Anna.

Großherzog Friedrich August von Oldenburg

Seine Regentschaft begann am 13. Juni 1900. Großherzog Friedrich August war ein konservativ geprägter Mensch, ein Spiegelbild des Wilhelminismus. Seine Interessen lagen im nautischen und im technischen Bereich. Ähnlich wie der regierende Kaiser hegte er eine Liebe für die Marine und die See und bemühte sich um den Ausbau von Wasserwegen, die Ansiedlung von Industrieunternehmen zur Wirtschaftsförderung des Landes und den Bau von oldenburgischen Häfen an der Weser. Der Großherzog war ein beliebter Monarch, jedoch galt er auch als eigenwillig. Während seiner Amtszeit wurde ein Palais zu Ehren seiner Frau errichtet (Elisabeth-Anna-Palais), jedoch verstarb die Genannte während der Zeit der Bauarbeiten. Auch die Gerichtsbarkeit erhielt neue Anstöße durch den Monarchen, als er beispielsweise das Gesetz zur Einführung der Verwaltungsgerichtbarkeit durch eine Verordnung in Kraft setzte.

Im Ersten Weltkrieg gehörte Friedrich August zum Kreise der Annexionisten, welche eine radikale Umstülpung der europäischen Landkarte zugunsten Deutschlands favorisierten. Am 11. November trat Friedrich August zurück und zog auf das SchloΒ Rastede. In der Nachkriegszeit verkaufte Friedrich August viele Teile seines privaten Kunstbesitzes, um sich weiterfinanzieren zu können. Er starb 1931. Im Nachleben ist Friedrich August vor allem durch seine übermäßig ausgeprägte Begabung im Bereich des Nautisch-Technischen bekannt geworden: Er rettete Schiffbrüchige, er wurde mit hohen Marinetiteln geehrt, er steuerte selber gerne Schiffe, er führte Vorsitz bei der Schiffbautechnischen Gesellschaft, er erfand einen neuen Schiffspropeller etc.. Der Großherzog trat sogar in einem deutschen Spielfilm („Zwei blaue Jungen“) aus dem Jahre 1917 auf.

Ben Gibson