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Die königliche Familie von Sachsen sowie Mitglieder der Königsfamilie Beider Sizilien, deren Anwesenheit durch die verwandtschaftlichen Verbindungen deutlich wird. Der Bruder König Friedrich Augusts III. (M.), Prinz Johann Georg (r.) war mit Prinzessin Maria Immacolata Beider Sizilien (2.v.l.) verheiratet.

Friedrich August III. von Sachsen – Letzter regierender König des Hauses Wettin

Friedrich August III., letzter regierender König von Sachsen, wurde geboren am 25. Mai 1865 in Dresden und starb am 18. Februar 1932 auf Schloß Sibyllenort in Schlesien. Er stammte aus der Linie der albertinischen Wettiner und war von 1904 bis 13. November 1918 König. Ab 1874 besuchte Friedrich August das Königliche Gymnasium in Dresden, ab 1884 nahm er an der Straßburger Kaiser-Wilhelm-Universität ein Studium auf und besuchte dort Vorlesungen zu Rechts- und Staatswissenschaften sowie Geschichte.

Am 15. Oktober 1904 bestieg Friedrich August den Thron. Er folgte seinem Vater, König Georg von Sachsen, auf dem Thron, welcher im Voke äußerst unbeliebt gewesen war. Dennoch bedeutete der Thron für ihn keine absolutistische Herrschaft. Wie in den anderen deutschen Staaten war auch dieser König an eine Verfassung gebunden und Friedrich August mischte sich während seiner ganzen Herrschaft nicht einmal widerrechtlich in die politischen Geschäfte ein. Vielmehr reiste er durch die Provinzen Sachsens und versuchte sich an verschiedensten Reformen. So bemühte er sich um eine Haushaltsreform (erfolgreich), eine Wahlrechtsreform (erfolgreich) und eine umfassende Volksschulreform (gescheitert).

Während des Weltkriegs hegte das Land weitgehende Annexionspläne, welche jedoch allesamt im Sande verliefen. Zudem kam es zu massiven wirtschaftlichen Einbrüchen im Königreich Sachsen. Im letzten Jahr des Krieges kam es zu kleineren Friedensbestrebungen Friedrich Augusts und einer Kabinettsreform, als sich Unruhe aufgrund des Krieges im Volk ausbreitete. Als sich die Novemberrevolution in Sachsen ausbreitete, weigerte sich der König den gerade zu Ende gehenden Krieg auf den Straßen Sachsens fortzuführen. Der König nahm schließlich Quartier auf Schloß Guteborn und unterzeichnete außerhalb der Landesgrenzen seine Thronverzichtserklärung am 13. November. Tags darauf reiste er ins nahe Breslau und begab sich auf das Schloß Sibyllenort, wo er viele Jahre sein Leben verbringen würde.

Am 17. Februar 1932 unternahm Friedrich August einen morgendlichen Ausritt, besuchte die Heilige Messe und besichtigte anschließend die Hofgüter. Abends hatte er zur Skatrunde geladen. Als er gegen 22 Uhr zu Bett ging, deutete nichts auf Beschwerden hin. Am nächsten Morgen fand die Dienerschaft den als körperlich rüstig und geistig gesund geltenden Friedrich August bewußtlos in seinem Bett liegend. Er starb am Abend des 18. Februar um 22:03 Uhr im Alter von 67 Jahren an Lungenlähmung. Um 10 Uhr morgens den 22. Februar, als der Leichnam des Königs am Dresdner Bahnhof eintraf, säumten Hundertausende die Straßen (etwa 500.000). Am folgenden Tag nach der Totenmesse wurde der Sarg in die Neue Gruft der Hofkirche verbracht.

Friedrich August III. war ein überaus bescheidener Monarch. Auf erhöhte Stellung, Privilegien oder Reichtum legte er keinen Wert und er war ein warmherziger, kontaktfreudiger, liebenswürdiger Mensch äußerst populär im Volk. Zwar war er kein großer Kunstliebhaber, doch hinderte ihn dies nicht, Opern, Theater, Kultur- und Bildungseinrichtungen privat zu fördern. Über den letzten König Sachsens sind unzählige (und überaus witzige) Anekdoten erhalten. Noch heute sind viele Denkmäler zu Ehren Friedrich August III. erhalten.

Ben Gibson