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König Ludwig III. von Bayern – Haus Wittelsbach

König Ludwig III. und Kronprinz Rupprecht von Bayern.

König Ludwig III. war ab 1913 bis ins Jahre 1918 der letzte regierende König Bayerns. Geboren 1845 als Sohn des Prinzregenten Luitpold und der Auguste Ferdinande, Erzherzogin von Österreich und Prinzessin der Toskana, war seine kurze Amtszeit geprägt vom Konservativ-Katholischen. Ludwig traf sich oftmals mit Bürgern in einem Lokal in der Türkenstraße und seiner Leidenschaft galt der Landwirtschaft. Karikaturen in Zusammenhang mit seiner Herrschaft nahm er stets mit Humor. Politisch stand er dem Zentrum nahe und in seiner Sozialpolitik lehnte er sich an den „Arbeiterpapst“ Leo XIII. an.

Als der Erste Weltkrieg begann, hegte Ludwig III., wie viele andere deutsche Monarchen auch, verschiedene Kriegsziele, beispielsweise die Angliederung des Elsaβ an Bayern. Viele der anfänglichen Kriegsziele wurden jedoch im Laufe der Kämpfe fallengelassen. Im Februar 1918, anläβlich seiner Goldenen Hochzeit, spendete das Königspaar noch 10 Millionen Mark für wohltätige Zwecke. Trotz der seit längerem gärenden Unzufriedenheit unter der in weiten Teilen notleidenden Bevölkerung traf der Aufruhr den König völlig unvorbereitet. Vom Ausbruch der Revolution soll er am 7. November bei seinem täglichen Nachmittagsspaziergang im Englischen Garten von einem Passanten erfahren haben. Nach seiner Rückkehr in die Residenz fand er diese vom Personal und den Wachen weitgehend verlassen vor. Gegen 19 Uhr erschienen die ersten Demonstranten vor der königlichen Residenz. Philipp von Hellingrath, der bayerische Kriegsminister, muβte eingestehen, daβ in München keine Truppen mehr zur Verfügung standen, um die Monarchie zu verteidigen.  Angesichts der für den König prekären Situation wurde Ludwig III. von Otto von Dandl und Innenminister Friedrich von Brettreich die vorübergehende Flucht empfohlen. Da die Sicherheit des Königs nicht mehr zu gewährleisten war, veranlaβten ihn seine Minister, mit dem restlichen Hofstaat mit Automobilen nach Schloβ Wildenwart im Chiemgau abzureisen. Zusammen mit seiner schwerkranken Frau, drei Töchtern, dem Erbprinzen Albrecht und einem kleinen Hofstaat verließ der König gegen 23 Uhr München in Zivilkleidung. Die drei Mietautos mit den Flüchtenden hatten zwar Schloβ Wildenwart am Chiemsee zum Ziel, später muβte der Troβ aber weiter an den Hintersee in Ramsau bei Berchtesgaden fliehen. Als auch hier die Sicherheit des Königs bedroht schien, entschied man sich schließlich Bayern zu verlassen und im Schloβ Anif nahe Salzburg in Österreich Zuflucht suchen.

Ben Gibson