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Das Herzogtum Sachsen Weimar-Eisenach entstand im Jahr 1741 aus dem Zusammenschluß der Herzogtümer Sachsen-Weimar und Sachsen-Eisenach und wurde von diesem ernestinischen Zweig der Wettiner regiert. Im Jahr 1804 heiratete Erbprinz Karl Friedrich die russische Großfürstin Maria Pawlowa und in den Napoleonischen Kriegen wachte Rußland darüber, daß das Land seine Unabhängigkeit nicht verlor. 1815 wurde das Land auf dem Wiener Kongreß zum Großherzogtum erhoben. In Sachsen-Weimar-Eisenach war man im Deutschen Bund immer freiheitlich gesinnt, so fand das Wartburgfest hier statt und auch die Urburschenschaft wurde im Großherzogtum (in Jena) gegründet.

Am 11. Juni 1829 heirateten Prinz Wilhelm von Preuβen, der spätere Kaiser Wilhelm I., und Prinzessin Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach, zweite Tochter des Großherzogs Carl Friedrich von Sachsen-Weimar-Eisenach und der  Großfürstin Maria Pawlowna Romanowa

Dem Krieg gegen Österreich 1866 schloß sich der liberale Großherzog Carl Alexander widerwillig und ob der reellen Machtverhältnisse in Thüringen an, später sah er auch den Kulturkampf Bismarcks und die Sozialistengesetzgebung eher kritisch. Carl Alexander galt als großer Förderer von Kunst und Kultur. Die Großherzogliche Kunstschule in Weimar wurde von ihm gestiftet und auch die Musikschule Weimar, das Goethe-Schiller-Archiv sowie das Goethe-Nationalmuseum in Eisenach wurden von ihm erbaut. Schließlich hat auch der Bauhausstil seine Vorgeschichte in Weimar.

Der letzte Fürst war Wilhelm Ernst, ein Enkel Carl Alexanders, welcher durch Verwandtschaftsbeziehungen auch Ansprüche auf die Erbfolge der Monarchie in den Niederlanden hatte.*) Er bestieg nach dem Tod seines Großvaters 1901 den Thron und setzte die Förderung von Kunst und Kultur fort, war jedoch wie Kaiser Wilhelm II. eher dem Klassischen zugetan und mochte allzu neue Strömungen in Malerei , Musik und Theater nicht. Dies hielt ihn jedoch nicht davon ab, auch Künstlern in Weimar eine Wirkungsstätte zu geben, die im künstlerisch konservativen Berlin in Ungnade gefallen waren. So entstand die Strömung des Neuen Weimar. Gleichzeitig war Wilhelm Ernst am Militärischen interessiert: So war er General der Infanterie in der preußischen und General der Kavallerie in der sächsischen Armee. Er wurde am 9. November 1918 zur Abdankung gezwungen. Sein Engagement für die kulturelle Entwicklung Weimars wurde ihm von den Künstlern, die davon profitierten, nicht gedankt, da man ihm seine eher konservativen Vorstellungen übelnahm. Wilhelm Ernst starb 1923 auf Schloß Heinrichau in Schlesien, wohin er sich nach der Abdankung zurückgezogen hatte.

Im Deutschen Reich hatte das Großherzogtum etwa 300.000 Einwohner. Größere Städte waren Weimar, Eisenach, Neustadt, Jena, Apolda und Ilmenau. Es war mit drei Abgeordneten im Reichstag und mit einem Abgeordneten im Bundesrat vertreten.

S.K.H. Prinz Michael Benedikt von Sachsen-Weimar-Eisenach

Heutiges Familienoberhaupt ist Prinz Michael Benedikt von Sachsen-Weimar-Eisenach, ein Enkel von Wilhelm Ernst. Er wuchs in Süddeutschland auf, engagierte sich aber sofort nach der Wiedervereinigung in den Stammlanden seines Hauses. So ist er Mitglied der Wartburgstiftung und Stiftungsrat der Klassik Stiftung Weimar. Er kaufte auch 2500 Hektar Wald für den Familienbesitz zurück. Da er keine Söhne hat, würde die Erbfolge gemäß des Hausgesetzes an seinen Cousin Wilhelm Ernst übergehen, dessen einziger Sohn, Prinz Georg-Constantin, 2018 bei einem schweren Reitunfall in England verstarb, weswegen das Haus Sachsen-Weimar-Eisenach ohne eine Änderung der Thronfolgeregelungen erlöschen würde.

L.R.

Seit 2015 war Prinz Georg-Constantin mit der Britin Olivia Rachelle Page verheiratet. Das Paar hatte keine Kinder.

*) Großherzogin Sophie von Sachsen-Weimar-Eisenach war Tochter von König Wilhelm II. der Niederlande und seiner Ehefrau Groβfürstin Anna Pawlowna. Sie gründete 1889 das Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar, nachdem der letzte Enkel Johann Wolfgang von Goethes ihr dessen literarischen Nachlaβ vererbt hatte und ihr auch die schriftlichen Hinterlassenschaften Friedrich von Schillers anvertraut worden waren. Hätte ihr Bruder, König Wilhelm III. der Niederlande, nicht noch im Alter von 63 Jahren eine Tochter gezeugt, hätten die Erbfolgeregeln gegriffen und das Oberhaupt des Hauses Sachsen-Weimar-Eisenach wäre auf den niederländischen Thron gelangt.