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Bündnis 90/Die Grünen in Berlin-Kreuzberg planen, den Bezirk im großen Stil umzukrempeln, indem Straßen umbenannt werden sollen. Gemäβ dem Ziel der Partei soll die „Entmilitarisierung des öffentlichen Raums“ durch die „Umbenennung aller nach Generälen und Schlachten benannten Straßen und Plätze“ erfolgen. Auf die Anwohner und Geschäftsbetriebe kämen nicht unbeträchtliche Kosten zu. Für die Bewohner der betroffenen Gewanne bedeutet es mehr als eine Kleinigkeit, ihre Anschriften überall zu ändern – vom Führerschein bis zu Brief- und Geschäftsbögen oder im Internet. Es ist mit nicht unerheblichen Kosten und Aufwand verbunden, wenn zum Beispiel Restaurants ihre Webseiten, Fyler und Visitenkarten ändern müssen. Aber das dürfte die Freunde der Umbenennungen nicht interessieren.

Neben den großen, nach Monarchisten benannten Straßenzügen York-, Gneisenau- und Blücherstraße sind laut Preußischer Allgemeiner Zeitung von den grünen Umbenennungsideen die Horn-, Möckern-, Katzbach-, Großgörschen-, Eylauer-, Großbeeren- sowie Obertrautstraße und vermutlich viele weitere betroffen. Zur Begründung des Antrages in der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg wird argumentiert, die Straßennamen seien heute nicht mehr angebracht angesichts der „tiefen Partnerschaft zwischen den ehemaligen Erbfeinden Frankreich und Deutschland“. Das ist natürlich absurd, denn die Befreiung von der französischen Besatzung ist ein Teil unserer Geschichte und darauf stolz zu sein, ist kein Widerspruch zu einem heute guten Verhältnis zu Frankreich! Aber in Wahrheit geht es den Grünen ja darum, Geschichte zu tilgen. Wir sollen keinen Glauben, kein Geschlecht, keine Herkunft und natürlich auch keine Geschichte mehr haben. Und eigentlich müβten sie, ihrer Logik folgend, dann auch den ganzen Bezirk umbenennen. Das 1821 eingeweihte Nationaldenkmal auf dem Kreuzberg ist in der Form eines Eisernen Kreuzes gehalten, das Karl Friedrich Schinkel nach dem Orden schuf, den der preußische König anläβlich der Befreiungskriege 1813 stiftete. Tja, aber wen wundert‘s; sie haben den Bezirk ja sogar schon inoffiziell in „X-Hain“ umbenannt, wie man auf ihrer Webseite lesen kann! Klar, daβ diesen, ihr eigenes Land hassenden Politikern monarchistische Patrioten und nach ihnen benannte Straßen ein Dorn im Auge sind.

Aber wären diese Straßennamen tatsächlich ein Hindernis für die Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland, dann gäbe es gewiβ in Frankreich eine Debatte um die Umbenennung zahlreicher Plätze und Straßen, die zum Beispiel nach Napoleon benannt sind.

Bezirksbürgermeisterin Monika Hermann (Grüne) begrüßte natürlich den Vorstoß der Kulturzerstörer, nannte das Vorhaben aber „sehr ehrgeizig und komplex“. Kritik kommt vom Vorsitzenden der örtlichen CDU, Timur Husein: „Die Generäle sind verdiente Patrioten, die dazu beigetragen haben, Preußen und andere deutsche Länder von der französischen Fremdherrschaft zu befreien … Wenn wir nicht wissen, woher wir kommen, wissen wir nicht, wer wir sind und wohin wir wollen.

Da stimme ich ihm zu, aber genau das wollen die Grünen ja! Gneisenau war Preußens König wegen seines Eintretens für die Wehrpflicht zunächst suspekt. Später reformierte er die Armee und fungierte bei Belle Alliance (Waterloo) als Stabschefs Blüchers. York verweigerte den Königsbefehl und schloβ die Konvention von Tauroggen, die den Weg zum preußisch-russischen Bündnis ebnete. Es bleibt zu hoffen, daβ die Umbenennungen am Widerstand der Anwohner scheitern. Die Bezirksversammlung Kreuzberg hat in der Vergangenheit viele skurrile Beschlüsse gefaβt. Am 27. April 1983 erklärte sie den Bezirk zur „atomwaffenfreien Zone“.

Sie sollten Bündnis 90/Grünen mitteilen, was Sie denken. Dies geht per Brief oder E-Mail:

Bündnis 90/Die Grünen, KV Friedrichshain-Kreuzberg
Dresdener Str. 10
10999 Berlin
Telefon: 614 314 6
info@gruene-xhain.de

Und natürlich auch auf deren Webseite:
https://gruene-xhain.de/kontakt/

Christian Schwochert

 

PS.

Am 3. April nahm sich auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter dem Titel Unsere Stadt soll sauberer werden dieses Themas an:

Rot-rot-grüne Politiker wollen in Berlin Straßen und Plätze umbenennen, weil sie nach Generälen und Kolonialherren benannt sind. Die Bewohner halten nichts davon.“

Wie Europa 1810 – also vor den Befreiungskriegen – aussah, zeigt diese Karte. Leicht ist erkennbar, welche blau-markierten Bereiche im Westen Deutschlands von Napoleon besetzt waren.

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