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Guter Widerstand, schlechter Widerstand

Honoré d‘Etienne d‘Orves (1901 – 1941).
In seinem deutschen Wikipedia-Eintrag fehlt jeder Hinweis auf die royalistischen Überzeugungen des Widerstandskämpfers.

In dem nahe dem französischen Nantes gelegenen Städtchen Carquefou mit seinen knapp 20.000 Einwohnern soll das örtliche Gymnasium nach dem Widerstandskämpfer Honoré d’Estienne d’Orves benannt werden. D’Estienne d’Orves war zu Beginn der deutschen Besetzung Frankreichs der Kopf des Widerstandes in Nantes und wurde Anfang 1941 entdeckt und exekutiert. Das Problem dabei ist nun, daß d’Estienne d’Orves Royalist und Anhänger der Action Française war, die sich unter anderem für die Wiedererrichtung der Monarchie einsetzte. Ein Problem ist dies zumindest für die linken und grünen Stadträte und auch die Konservativen verteidigen d’Estienne d’Orves nur halbherzig. Man solle sich bei der Namensgebung lieber für jemanden entscheiden, der sich ökologisch verdient gemacht hat, argumentieren vor allem die Grünen. Vielleicht findet sich ja jemand unter den ehrenwerten Bürgern bereit, die gegenwärtig die Polizei im Hambacher Forst mit ihrer eigenen Scheiße bewerfen und dafür meist noch nicht einmal ein Ordnungsgeld riskieren, als Namensgeber für die Schule zu dienen. Das ist natürlich viel bedeutender.

Es reicht heute also offenbar nicht mehr, das Richtige getan und dafür einen hohen Preis gezahlt zu haben, man muß es auch aus politisch korrekten Gründen tun, wobei Zeitgenossen mit kommunistischen Widerständlern weniger Probleme haben – wie lange der deutsche Widerstand vom 20. Juli bei solch einer Argumentation noch als Vorbild gilt, ist unklar.

Die französische Linke hielt übrigens bis zum Beginn von Operation Barbarossa weitgehend still, beteiligte sich also größtenteils nicht an Widerstandsaktionen, da ihr Chef in Moskau ja einen Nichtangriffspakt mit Deutschland unterzeichnet hatte. Wer dies weiß, muß den ganzen Vorgang noch absurder finden. Wie der Prozeß um die Schule letztlich ausgeht, ist derzeit noch unklar.

Carquefou ist in einer Region zwischen Bretagne, Normandie und Vendée gelegen, die nach der französischen Revolution für ihre royalistische Gesinnung bekannt war, die immer wieder bis weit in die Mitte des 19. Jahrhunderts hinein zu Aufständen führte, die von der Republik blutig niedergeschlagen wurden. L.R.

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Die vollständige 207. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 207

Inhalt der 207. Ausgabe:

  • Prinz Georg Friedrich fordert Burg Rheinfels zurück
  • Guter Widerstand, schlechter Widerstand
  • Liechtensteins Thronfolger liefert gute Argumente für die Monarchie
  • Uneingeschränktes Lob für König Wilhelm I. von Württemberg

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