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Warum scheiterten die deutschen Frühjahrsoffensiven 1918?

Die Ausgangssituation im Frühjahr 1918 war für das seit mehr als drei Jahren im Krieg stehende Deutsche Kaiserreich und seine Verbündeten zum ersten Mal seit langer Zeit nicht ungünstig: Rußland war geschlagen und der Zweifrontenkrieg und auch die Hungerblockade damit beendet, da die Bevölkerung jetzt über die Ukraine mit Nahrung versorgt werden konnte. Eine große Anzahl Truppen konnte außerdem für eine entscheidende Offensive an die Westfront verlegt werden, um Frankreich zu schlagen, bevor die wachsende Zahl US-amerikanischer Truppen die Situation wieder zu Deutschlands Ungunsten verändern würde.

Mit Hindenburg und Ludendorff konnte das Kaiserreich für die Planung dieser Offensive außerdem auf Befehlshaber zurückgreifen, die politisch eine Quasi-Diktatur eingeführt hatten, in welcher Kaiser Wilhelm II. nur noch ein Schatten war. In bezug auf den militärischen Verstand jedoch war die deutsche Oberste Heeresleitung seinen eher konventionellen und phantasielosen Pendants auf Seiten der Entente, die ihre Truppen in immer neuen Frontalangriffen verheizten, weit überlegen.

Die lange erwartete deutsche Offensive „Unternehmen Michael” setzte dann an der Trennlinie zwischen französischen und englischen Truppen an, wodurch Unstimmigkeiten innerhalb der Entente verursacht werden sollten. Hinzu kam eine neue Taktik: Nach einer nur kurzen, aber präzisen Artillerievorbereitung, um den Angriffsschwerpunkt nicht zu verraten und dem Feind nicht die Gelegenheit zu geben, Reserven dorthin zu verlegen, folgten Sturmtruppen, kleine, bestausgebildete und -ausgerüstete Stoßtrupps, die den feindlichen Widerstand ohne die Verluste eines Massenangriffs brechen sollten. Am 21. März begann die Offensive und in den ersten Tagen wurde ein Durchbruch erzielt und eine komplette englische Armee zerschlagen. Erstmals seit 1914 wurden größere Gebietsgewinne verzeichnet und tausende Gefangene gemacht. Dennoch brachte das Unternehmen genauso wie drei weitere Offensiven, die sich bis in den Juli 1918 hinzogen und ebenfalls Gebietsgewinne und Gefangene brachten, keine Entscheidung. Im Juli 1918 ging die Entente dann mit amerikanischen Truppen zur Gegenoffensive über und Deutschland sollte die Initiative bis zum Friedensschluβ nicht wieder zurückbekommen.

Ende Februar 2018 gedachten 700 Menschen auf dem Soldatenfriedhof von Villers-Bretonneux der gefallenen Australier. Auf dem Friedhof liegen 2.100 Alliierte, die im April 1918 bei einer Offensive gegen die deutschen Truppen fielen.

Warum war das so, war die Ausgangslage doch nicht schlecht? Anders als 1940 fehlte dem deutschen Vorstoß sowohl ein effizienter Kräfteansatz als auch ein strategisches Ziel. Statt die Kräfte dort zu bündeln, wo der Gegner am schwächsten war und Durchbrüche auf diese Weise auszubauen und den Feind zum Rückzug zu zwingen oder einzukreisen, wie 1940, schickte Ludendorff seine Truppen immer gegen die Punkte der Angriffsfront, die vom Gegner noch verbissen verteidigt wurden. Der Angriff hatte außerdem keine Richtung und kein Angriffsziel. Hätte es rückblickend Sinn gemacht, zu versuchen, wie 1940 einen großen Teil der Engländer in Flandern und Nord-frankreich einzukreisen, wozu man zum Ärmelkanal hätte vorstoßen müssen, wurden stattdessen unbedeutende Gebiete der französischen Provinz erobert, und der Angriff verlagerte sich mehr und mehr Richtung Paris. Hinzu kam, daß die Logistik im Ersten Weltkrieg noch nicht so weit fortgeschritten war, daβ ein schneller Vormarsch möglich gewesen wäre. Schließlich gab es auch keine politische Strategie, etwa einen milden Frieden anzubieten, wenn die Lage günstig schien. Am Ende verspielte das Kaiserreich also den Vorteil, den es zu Beginn des Jahres 1918 noch gehabt hatte. Kaiser Wilhelm II. hatte bei alldem nur noch wenig Einfluß, da seine Militärs auf einen absoluten Sieg setzten, und er nicht dagegen ankämpfen konnte. Lediglich Kaiser Karl I. versuchte, auf einen Frieden hinzuarbeiten, scheiterte aber dabei an der nötigen Bündnistreue zu Deutschland. L.R.

Majestätsbeleidigung bleibt in den Niederlanden strafbar

Die BRD hat zum 1. Januar 2018 den Majestätsbeleidigungsparagraphen abgeschafft, nicht jedoch die Strafbarkeit der „Verunglimpfung des Bundespräsidenten“ (§90 StGB), was unter „Gefährdung des Rechtsstaats” fällt. Und jetzt beginnt in den Niederlanden eine Diskussion um die Abschaffung der entsprechenden Straftaten im Königreich. Ausgerechnet in der Regierungskoalition gibt es widerstreitende Ansichten. Die linksliberale D66 möchte die Monarchie „modernisieren“ und dringt auf Abschaffung des Königsbeleidigungsparagraphen, weil er angeblich die freie Rede beschränke und schon 150 Jahre alt sei. Anderer Ansicht sind die beiden christlichen Parteien im Kabinett (CDA und ChristenUnie), die argumentieren, der König könne sich in seiner Position schlecht selbst verteidigen und eine Beleidigungsklage anstrengen. Die vierte und gröβte Regierungspartei, die von Ministerpräsident Mark Rutte angeführte liberale VVD, hält sich bedeckt und sieht keinen Anlaβ zum Handeln, womit sie unter Umständen zur Beerdigung der Gesetzesänderung beitragen könnte.

Darf man künftig die Königsfamilie (hier beim Koningsdag am 27. April 2016 in Zwolle) ungestraft beschimpfen?

Anwendung findet der Majestätsbeleidigungs-paragraph nur gelegentlich. 2016 wurde ein Mann zu 30 Tagen Haft verurteilt, weil er auf Facebook König Willem Alexander einen „Mörder, Dieb und Vergewaltiger“ schimpfte. Der Strafrahmen kann bis zu fünf Jahren Haft und einer Geldstrafe bis zu 20.000 Euro reichen. Billiger kam im November 2014 ein Protestler davon, der während einer Demonstration F**k the King, F**k the Queen und F**k the Royal House brüllte. Die Staatsanwaltschaft sah von einer strafrechtlichen Verfolgung ab. Die „freie Meinungsäuβerung” einer Pöbelei hatte trotz Majestätsbeleidigungsparagraphen gesiegt. H.S.

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Die vollständige 197. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 197

Inhalt der 197. Ausgabe:

  • Warum scheiterten die deutschen Frühjahrsoffensiven 1918?
  • Majestätsbeleidigung bleibt in den Niederlanden strafbar
  • Anzeige gegen Karl von Habsburg
  • Monarchistische Gefühle schlummern in jeder Nation

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