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Stolzer Großvater mit Enkel Georg Friedrich und den Eltern, Prinz Louis Ferdinand jr. und Prinzessin Donata von Preußen.

Er war von einer beispiellosen Lebensfreude und Lebensbejahung. Wir alle haben noch Spaß gemacht, gelacht und ihm gesagt, der liebe Gott will dich noch nicht haben. Er ruft noch nicht nach dir.“ Seine Kaiserliche Hoheit Prinz Louis Ferdinand von Preußen sagte dies im November 1977 der Programmzeitschrift Hör zu über den langsamen Tod seines Sohns SKH Prinz Louis Ferdinand jr, der heute vor 40 Jahren, am 11. Juli 1977 starb: „Vielleicht … vielleicht hat mein Lulu doch eine Ahnung gehabt. Aber er hat nie davon gesprochen. Mein Sohn hat im freiwilligen Dienst am deutschen Volk sein Leben geopfert. Er starb am 11. Juli 1977 an den Folgen seiner schweren Verletzungen.“

Der Leidensweg des jungen Louis Ferdinand, der seit dem Mai 1975 verheiratet und seit 10. Juni 1976 Vater des Prinzen Georg Friedrich war, nahm am 16. Mai 1977 seinen Anfang. Der Fähnrich der Reserve beim Panzerspähzug 320 geriet auf einer Verladerampe in Schwanewede (bei Bremen) zwischen zwei Kettenfahrzeuge. Prinz Louis Ferdinand war gerade dabei, seinen Spähpanzer auf dem Wagen festzuzurren, als ein anderer Panzer zurückrollte und den Prinzen auf sein Fahrzeug drückte. In einer fünfstündigen Operation im Zentralkrankenhaus wurde ihm das linke Bein amputiert. Die Auswirkungen des komplizierten Eingriffs auf den Körper, der sehr hohe Blutverlust und die Verletzung wichtiger Organe im Unterleib bereiteten den Ärzten größte Sorgen.

Prinz Louis Ferdinand von Preußen jr. auf einem Bild von 1969

Tagelang lag Prinz Louis Ferdinand jr., der zunächst künstlich beatmet und ernährt werden mußte, in der Wachstation der Klinik und schwebte in Lebensgefahr. Sein Vater konnte ihn zunächst nur durch ein kleines Glasfenster sehen. Wie durch ein Wunder besserte sich der Gesundheitszustand des Prinzen. Er machte wieder Zukunftspläne und sprach oft von der Zeit, wenn er das Krankenhaus verlassen könne. Es war die Zeit um den ersten Geburtstag seines Sohns Georg Friedrich.

Dann traten Komplikationen auf. Prinz Louis Ferdinand mußte wegen der schweren inneren Verletzungen noch zweimal operiert werden. Wenige Tage vor seinem Tod überbrachte ihm ein Bundeswehroberst im Namen der Bundesrepublik Deutschland feierlich die Ernennungsurkunde zum Leutnant der Reserve. 57 Tage nach seinem Unfall starb er in tiefer Bewußtlosigkeit. Er wurde auf dem Friedhof von Fischerhude beerdigt.

Totenwache der Bundeswehr für den toten Prinzen von Preußen.

Der Nachruf der Tageszeitung Die Welt (13. Juli 1977) schloß: „Sein im Juni 1976 geborener Sohn Georg Friedrich wird nach dem Tod seines Großvaters Chef des Hauses Hohenzollern sein.“ Diese Aussage wurde am 25. September 1994 wahr, als Prinz Louis Ferdinand von Preußen im 87., Lebensjahr starb und ihm sein 18-jähriger Enkel als Oberhaupt des preußischen Königs- und deutschen Kaiserhauses nachfolgte.

Am 40. Todestag seines Vaters versichern wir der Familie unseres Mitgefühls und unserer treuen Verbundenheit.

Begräbnis von Prinz Louis Ferdinand jr. am 18. Juli 1978 in Fischerhude.

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