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Kronprinz Wilhelm als Haßbotschaft

Freiherr Manfred von Richthofen war zu Beginn des Weltkriegs Offizier in einem Kavallerieregiment (Ulanen-Regiment Kaiser Alexander der III. von Rußland), bevor er im Sommer 1915 zu den Feldfliegern stieß.

In den europäischen Armeen war die Kavallerie wegen des höheren Heldenmutes, den man beim Angriff zu Pferde bisweilen haben muß, traditionell eine Domäne adliger Offiziere, während die Infanterie und Artillerie bei Adligen verpönt waren. Mit dem Aufkommen des Maschinengewehrs war die Kavallerie jedoch nutzlos, was viele adlige Offiziere nicht einsehen wollten und sich weiter für diese Truppengattung bewarben. So machten die Bürgerlichen am Ende das Rennen im Militär, weil diese sich den moderneren Waffen nicht verweigerten, Heldenmut hin oder her. Fortschrittsverweigerung ist aber nicht nur etwas für adlige Offiziere. Ein anderes Beispiel ist das Taxi im Vergleich zu Uber. Die Uber-Fahrzeuge sind besser ausgestattet, sie sind sicherer, es gilt der vorher von der Uber-Zentrale vorgegebene Festpreis und in der Regel sind sie auch schneller vor Ort. Das Taxi ist in Staaten mit einem freien Markt ein Auslaufmodell, wobei der deutschen Bundesregierung hier die Rolle des Fortschrittsverweigerers zufällt, in dem sie durch Regulierung verhindert, daß eine moderne Idee zu besseren Dienst-leistungen als bisher führt.

Die Rolle des Fortschrittsverweigerers scheint die Bundesregierung nun auch bei einem anderen Thema einnehmen zu wollen: den Medien. Es ist kein Geheimnis, daß Druckauflagen der Zeitungen sinken und auch das Fernsehen eigentlich ein Auslaufmodell ist, da man im Internet schon längst alles zu der Zeit lesen oder ansehen kann, wann man es ansehen möchte. Nur wenige interessieren sich noch für das öffentlich-rechtliche Fernsehen, wobei das zwangsweise Erheben von Gebühren als Eingeständnis gesehen werden kann, daß ohne Zwang keine ausreichende Nachfrage für das öffentlich-rechtliche Angebot existieren würde. Auch lesen immer weniger Menschen die schlauen oder manchmal eben auch nicht so schlauen Zeitungskolumnen von Journalisten, sondern suchen sich eben lieber im Internet, was sie gerade interessiert und in der sozialpolitischen Ausrichtung, der sie anhängen. Diese „sozialpolitische Ausrichtung” öffnet eine zweite Dimension neben der des Fortschritts: Der Staat erleidet einen Kontrollverlust über die Informationsquellen der Bürger und deswegen auch darüber, was die Bürger denken. Die Versuchung, dem aus ihrer Sicht verständlichen Anliegen der sich auf dem absteigenden Ast befindlichen herkömmlichen Medien nachzugeben, die neuen Medien und deren Inhalte zu regulieren, ist daher für den Staat auch aus Gründen des eigenen Machterhalts sehr groß. Sogenannte Haßbotschaften und fake news sollen verfolgt und bestraft werden. Nur: Wer bestimmt, was eine Haßbotschaft ist, und wer bestraft die herkömmlichen Medien für Fehler in der Berichterstattung, die immer passieren können? Der Weg in die Zensur, wie man sie eigentlich von Diktaturen kennt, scheint auf diese Weise nicht so weit weg.

Von Facebook als Haßbotschaft interpretiert: ein Bild des deutschen Kronprinzen Wilhelm in Uniform

Wie das Ganze aussehen kann, zeigte sich beim US-amerikanischen Blogger madmonarchist, der auf seine Seite bei Facebook ein Bild von Kronprinz Wilhelm (1882—1951) hochgeladen hatte. Dieses wurde als Haßbotschaft gelöscht. Der Blogger vermutet, weil der Kronprinz in Uniform mit dem eisernen Kreuz zu sehen ist. Der MadMonarchist wurde verwarnt, daß dieses Bild nicht den Facebook-Statuten entspräche und wurde vor dem erneuten Zugang zu Facebook genötigt, diese zu lesen. (Den ganzen Vorfall schildert der MadMonarchist in seinem Blog.) Solcherlei Dummheit und Unwissen läßt nichts Gutes für die angedachte Regulierung von sozialen Medien in Deutschland erwarten, wo Justizminister Maas gegen Facebook und andere soziale Medien mit drakonischen Geldstrafen vorgehen will, wenn diese nicht innerhalb einer gewissen Frist ungenehme Kommentare löschen (siehe dazu Corona 176: Geld– oder Gefängnisstrafe für Verleumder).

Sollte diese Form der Beschränkung der Meinungsäußerung tatsächlich kommen, wird dies jedoch nicht zu den gewünschten Resultaten führen, weil Zensur dies nie tut. „Haßbotschaften” und „fake news” sind eine US-amerikanische Erfindung und bekanntlich wählte die dortige Bevölkerung genau den, dem immer vorgeworfen wurde, sich vornehmlich dieser Mittel zu bedienen. L.R.

Mit Königen trauern


Nach dem Terroranschlag in Stockholm hat König Carl XVI. Gustaf binnen kurzer Zeit obenstehende Erklärung auf die Webzeite des Königshauses setzen lassen. Das Königspaar befand sich zu dem Zeitpunkt noch auf Staatsbesuch in Brasilien, doch trat es umgehend den Rückflug an, um in dieser schwierigen Situation bei seinem Volk zu sein. Beileidsbekundungen aus aller Welt trafen in Stockholm bei Kronprinzessin Victoria ein, die als Regentin und amtierendes Staatsoberhaupt die richtige Adressatin war.

König Harald V. von Norwegen richtete sein Beileidsschreiben an die Regentin, Kronprinzessin Victoria von Schweden.

Prinz William bei der Leser aus dem Neuen Testament während des Gedenkgottesdienst für die Opfer des Anschlags in London am 22. März.

Nur einen Tag vor der Mörderfahrt in Stockholm wurde in London in einem Gottesdienst in Westminster Abbey der Opfer des Anschlags mittels eines PKWs als Mörderwaffe vom 22. März gedacht. Als Vertreter der königlichen Familie nahmen der Herzog und die Herzogin von Cambridge sowie Prinz Harry daran teil.

Wann immer in diesen Tagen und Wochen der immer zahlreicheren Opfer des Terrorismus gedacht wird, fällt der Unterschied zu Deutschland auf. Während anderswo die Verletzten und die Angehörigen der Toten prominent auftreten und sich mit den Repräsentanten des Staats – oft Monarchen oder Mitglieder des Königshauses – treffen und die Medien  ausgiebig berichten, herrscht in Deutschland Schweigen. Von den Massakrierten des Breitscheidplatz‘ in Berlin vom 19. Dezember sind nur die ausländischen Opfer namentlich und mit Photo bekannt. Die deutschen scheinen von der Oberfläche verschwunden zu sein. „Datenschutzgründe“ werden dafür angeführt. Es ist wohl eher die deutsche Unfähigkeit zu trauern. H.S.

Nachdem sie Blumen am Anschlagsort niedergelegt hatte, wurde Kronprinzessin Victoria von einem Journalisten gefragt: „Und wie gehen wir jetzt damit um?“ – „Gemeinsam“, antwortete die Thronfolgerin.

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Die vollständige 181. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 181

Inhalt der 181. Ausgabe:

  • Kronprinz Wilhelm als Haßbotschaft
  • Mit Königen trauern
  • Regierungschef der Krim spricht sich für die Monarchie aus
  • Experten schlagen Gesetz zur Abdankung des Tenno vor

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