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Thailand: Längstregierender Monarch der Welt verstorben

König Bhumibol Adulyadei (Rama IX.) *5. Dezember 1927 in Cambridge, Massachusetts, USA - † 13. Oktober 2016 in Bangkok, Thailand, war seit 9. Juni 1946 König von Thailand und bis zu seinem Tod der einzige lebende Monarch, der in der USA geboren wurde.

König Bhumibol Adulyadei (Rama IX.) *5. Dezember 1927 in Cambridge, Massachusetts, USA – † 13. Oktober 2016 in Bangkok, Thailand, war seit 9. Juni 1946 König von Thailand und bis zu seinem Tod der einzige lebende Monarch, der in der USA geboren wurde.

König Bhumibol Adulyadei von Thailand ist im Alter von 88 Jahren nach langer Krankheit verstorben. Da er schon als 18-jähriger 1946 auf den Thron kam, regierte er insgesamt 70 Jahre. In seinen ersten Jahren stand er im Schatten des Generals Phibunsonkram, welcher Thailand an der Seite Japans in den 2. Weltkrieg führte. Nach einem Putsch royalistischer Militärs 1957 bekam der König wieder deutlich mehr Macht. In den Jahren danach entwickelte Thailand sich wirtschaftlich sehr positiv, war jedoch auch immer hin- und hergerissen zwischen Demokratisierungsversuchen und Militärinterventionen. Der König zog sich mit zunehmendem Alter aus der aktiven Politik zurück und handelte eher als Vermittler zwischen den verschiedenen Akteuren und Strömungen innerhalb des thailändischen Staats. Er genoß im Volk aufrichtige Beliebtheit, Bewunderung und Liebe. Die Chakri-Dynastie, die Thailand seit 1782 regiert, schaffte es, das damals noch Siam genannte Land unabhängig zu halten, während die meisten anderen Gebiete in der Region von den Kolonialmächten unter sich aufgeteilt wurden. Viele Menschen in Thailand verbinden den König ebenfalls mit wirtschaftlichem Aufchwung und sahen ihn als Anker politischer Stabilität in einem Land, welches unter dem Parteienstreit und einem zu großen politischen Einfluß des Militärs leidet.

Kronprinz Maha Vajiralongkorn ist, was in der Natur der Sache liegt, noch nicht so beliebt wie sein Vater. Er bat jetzt um einen Aufschub bei der Thronbesteigung. Im Gespräch ist ein Jahr der Trauer, in der ein Regentschaftsrat an die Stelle des Königs tritt. Danach soll er als Rama X. den Thron besteigen. L.R.

König Kigeli V. von Ruanda starb im US-amerikanischen Exil

König Kigeli V. bei seiner Krönung zum Mwami von Ruanda 1959.

König Kigeli V. bei seiner Krönung zum Mwami von Ruanda 1959.

Von einem weiteren Tod eines Königs wurde vor einer Woche berichtet: In Oakton, Virginia, USA, starb Mwami Kigeli V. Ndahindurwa. Vor seiner Thronbesteigung hieß er Jean-Baptiste Ndahindurwa und war am 29. Juni 1936 in dem einst zu Deutsch- Ostafrika gehörenden Königreich Ruanda geboren worden. Sein Vater, König Musinga, war während der deutschen Herrschaft auf den Thron gelangt und arbeitete eng mit den Deutschen zusammen, weil er sich davon eine Stärkung seines Königtums versprach. Die belgische Mandatsherrschaft, die an die Stelle der deutschen Kolonialbeamten trat, setzte ihn 1931 ab. Die Nachfolge fiel an seinen ältesten Sohn Mutara III.. Obwohl die Belgier die traditionellen Herrschaftsstrukturen beibehielten – auch in Burundi und anderen Teilen des Kongos gab es Mwamis – sahen sie im ruandischen König eine Gefahr für ihre Kolonialregierung. König Mutara starb nach dem Besuch eines belgischen Arztes; die Gerüchte wollten nie verstummen, daß die Todesursache keine natürliche war. Dem kinderlosen Monarchen folgte sein Halbbruder Kigeli V. am 28. Juli 1959 auf den Thron.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb in ihrem Nachruf am 18. Oktober: „Die Krönung des Tutsi stieß selbst bei den damals tonangebenden Hutus auf Wohlgefallen, weil sich Kigeli V. als nationaler König verstand und nicht als Statthalter einer Ethnie. Die einzigen, die ihm mißtrauisch gegenüberstanden, waren die Belgier. … Knapp zwei Jahre später inszenierten die Belgier mit Hilfe des militanten Flügels der Hutu-Bewegung Hutu-Power den Sturz des Monarchen und zwangen ihn ins Exil.“ Am 28. Januar 1961 begann sein Exil, das den größten Teil seines Lebens ausfüllte. Anders als gestürzte Politiker hatte der König keine Auslandskonten und lebte am Ende in Armut. Dennoch hat er eine Hilfsorganisation für sein mehrfach geschundenes Heimatland ins Leben gerufen. Am 16. Oktober ist der Mwami, dem es nicht vergönnt war, die Tragödie seines Volks zu verhindern, gestorben. Auch dem toten König wird die Heimkehr verweigert. H.S.

Mwami Kigeli V. 1936 - 2016

Mwami Kigeli V. 1936 – 2016

Einen Nachruf aus ruandischer Perspektive mit besonderem Augenmerk auf Diktator Paul Kagames Taktik, eine Rückkehr des Königs nach 1994 zu verhindern, schrieb  Gaaki Kigambo. Er steht seit 22. Oktober auf der Internetseite des East African.

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Die vollständige 173. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 173

Inhalt der 173. Ausgabe:

  • Thailand: Längstregierender Monarch der Welt verstorben
  • König Kigeli V. starb im US-amerikanischen Exil
  • Ulrich von Habsburg-Lothringen für Referendum über Staatsform
  • Westfälischer Friedenspreis für König Abdullah II. von Jordanien

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