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Paris: Gedenken an Royalisten in der Résistance

Hierzulande wird an den Widerstand des 20. Juli 1944 zwar erinnert. Was für Ziele die Verschwörer verfolgten, ist der Obrigkeit heute jedoch eher unangenehm, denn ein Gebilde wie die Bundesrepublik wollten sie ebensowenig wie die meisten anderen Widerstandsströmungen. So erwähnt Kronprinz Louis Ferdinand in seinen Memoiren ausführlich die Bestrebungen eines Teils der Verschwörer, ein monarchisches Regime einzuführen, wovon die Hohenzollern wußten. Daß sie nach dem Scheitern des Attentats auf Hitler nicht damit in Verbindung gebracht wurden, war nur dem Umstand zu verdanken, daß die Verbindungsmänner dies auch unter Folter nicht verrieten, wovon man aber im offiziellen Gedenken an die Verschwörer nichts hören oder lesen wird.

Dem royalistischen Widerstands-kämpfer Jacques Renouvin wid-mete die französische Republik auch eine Briefmarke (hier in der Einladung zum 26. März).

Dem royalistischen Widerstands-kämpfer Jacques Renouvin widmete die französische Republik auch eine Briefmarke (hier in der Einladung zum 26. März).

In Frankreich, welches normalerweise auch nicht gerade für seinen freundlichen Umgang mit seiner rechten Opposition bekannt ist, ist dies immerhin anders. Jüngst, am 26. März, wurde zwei royalistischen Widerstandskämpfern der Résistance gegen die deutsche Besatzung ein Platz gewidmet.  Der Place Mireille-et-Jacques-Renouvin im Pariser Stadtviertel Saint-Germain-des-Prés gedenkt zweier Résistancemitglieder aus dem Umfeld der royalistischen Action Française. Eingeweiht wurde der neue Name von der sozialistischen Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, und es nahmen ihre linken Koalitionäre von den Kommunisten und kleineren linken Parteien neben Royalisten von der Nouvelle Action Royaliste und der Action Française teil. Dabei wurde von der Bürgermeisterin ausdrücklich die „patriotische und monarchistische” Überzeugung der bei-den Geehrten sowie eines Teils der Résistance-Kämpfer insgesamt gewürdigt.

Des Royalistes dans la Résistance von François-Marin Fleutot, erschienen 2000 bei Flammarion, doku-mentiert auf 511 Seiten die vielschichtige Welt der französischen Royalisten.

Des Royalistes dans la Résistance von François-Marin Fleutot, erschienen 2000 bei Flammarion, dokumentiert auf 511 Seiten die vielschichtige Welt der französischen Royalisten.

Die generelle Haltung der Royalisten während der deutschen Besatzung war nicht eindeutig. Ein großer Teil verhielt sich neutral, weil die Angst vor dem Kommunismus und auch die Abneigung gegen die Republik mindestens so groß war, wie die Abneigung gegen die deutschen Besatzer. Diese Haltung vertrat auch der langjährige Chef der französischen Royalisten, Charles Maurras, der sich nicht gegen die Unterstützung von Marschall Pétain für das Deutsche Reich aussprach. Ein anderer Teil wandte sich jedoch gegen diese Linie. Jacques Renouvin (1905-1944) bezahlte sein Engagement dabei mit dem Leben: Er wurde nach Mauthausen deportiert, wo er den Tod fand. Seine Frau Mireille Renouvin wurde in Frankreich inhaftiert und bekam 1943 in der Haft einen Sohn, Bertrand, welcher heute Chef der Nouvelle Action Royaliste und damit der prominenteste Vertreter eines Royalismus von links ist. L.R.

 

Zahl der deutschen Monarchiebefürworter konstant

Wenngleich Republikaner in Deutschland glauben (machen), Monarchisten seien in diesem Land ausgestorben, so hält sich die Zahl der Befürworter konstant im zweistelligen Bereich. Waren es 2010 noch 13 Prozent, die ein monarchisches Staatsoberhaupt gerne sähen, stieg die Zahl 2013 vor dem Monarchenwechsel in den Niederlanden auf 19 Prozent. Wieder drei Jahre später ergab eine repräsentative Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov (veröffentlicht in der Stuttgarter Zeitung vom 13. April) unter 1.041 Teilnehmern, daß 16 Prozent der Befragten eine deutsche Monarchie befürworten – 12 Prozent konnten sich zu keiner Entscheidung durchringen.

Zufällig erschien in der letzten Woche eine zweite Umfrage. Das VIP-Magazin Neue Post hat 1.003 Leute gefragt, welche europäische Königsfamilie sie sich für Deutschland wünschen. 26 Prozent optierten für die schwedische Königsfamilie, 21 Prozent für das niederländische Königshaus. Auf die naheliegende Frage nach den deutschen Thronanwärtern kam die Neue Post nicht.

Vergleiche hinken immer und vor vorschnellen Schlüssen sei gewarnt, aber übertrüge man die Sympathiewerte für die monarchische Staatsform auf die parteipolitische Ebene, so läge die Zahl der Monarchiebefürworter bei Bundestagswahlen vor den Wählern von Linken, Grünen oder AfD. Die Anhängerschaft der FDP wäre sogar dreifach überboten. Allerdings konzentrieren sich die deutschen Monarchisten nicht auf eine Partei, sondern sie sind in allen politischen Richtungen und Strömungen zu finden, manchmal mehr, manchmal weniger.

Es geht auch nicht darum, die Phantasie einer monarchistischen Partei heraufzubeschwören. Eine solche wird es nicht geben, denn erfolgversprechend ist eine weitere Kleinstpartei in keinem Fall. Leider ist das Dilemma der deutschen Monarchisten ihr extremer Individualismus. An ihm scheitert nicht nur jeder Versuch einer parteipolitischen Umsetzung der positiven Umfrageergebnisse, sondern schon die Organisation kleiner gemeinsamer Aktionen ist von keinem Erfolg gekrönt. Davon zeugt in diesem Jahr die gescheiterte Fahrt nach Haus Doorn am 4. Juni.

Anhänger des monarchischen Gedankens dürfen sich über positive Umfragewerte freuen, praktischen Nutzen werden sie leider nicht daraus ziehen können. H.S.

Der April ist ein Monat mit vielen königlichen Geburtstagen: Am 15. April feierte König Philippe I. der Belgier seinen 56. Geburtstag, ein Tag später beging seine Tochter Prinzessin Eléonore ihren 8. Geburtstag. Drei weitere königliche Geburtstagskinder feierten am 16. April: Königin Margrethe II. von Dänemark ihren 76., Großherzog Henri I. von Luxemburg seinen 63. und sein Sohn Prinz Sébastien seinen 26. Am 21. April wird Königin Elizabeth II. 90 Jahre alt und ein ganzes Commonwealth wird sie feiern. Der jüngste Sohn von König Konstantin II. der Hellenen, Prinz Philippos wird am 26. April 30 Jahre alt und einen Tag später vollendet König Willem-Alexander der Niederlande sein 49. Lebensjahr. Am Monatsende wird ganz Schweden den 70. Geburtstag seines Königs Carl XVI. Gustaf feiern. Ad MUltos Annos!

Der April ist ein Monat mit vielen königlichen Geburtstagen: Am 15. April feierte König Philippe I. der Belgier seinen 56. Geburtstag, einen Tag später beging seine Tochter Prinzessin Eléonore von Belgien ihren 8. Geburtstag. Drei weitere königliche Geburtstagskinder feierten am 16. April: Königin Margrethe II. von Dänemark ihren 76., Großherzog Henri I. von Luxemburg seinen 61. und sein Sohn Prinz Sébastien von Luxemburg seinen 24. Am 21. April wird Königin Elizabeth II. 90 Jahre alt und ein ganzes Commonwealth wird sie feiern. Der jüngste Sohn von König Konstantin II. der Hellenen, Prinz Philippos von Griechenland und Dänemark wird am 26. April 30 Jahre alt und einen Tag später vollendet König Willem-Alexander der Niederlande sein 49. Lebensjahr. Am Monatsende wird ganz Schweden den 70. Geburtstag seines Königs Carl XVI. Gustaf feiern. Ad multos annos!

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Die vollständige 164. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 164

Inhalt der 164. Ausgabe:

  • Frankreich: Gedenken an Royalisten in der Résistance
  • Zahl der deutschen Monarchiebefürworter konstant
  • Tobias Friske: Staatsform Monarchie
  • Prinz Jean von Frankreich setzt sich für Christen in Syrien ein

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