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Überreste von Zar Nikolaus II. exhumiert

Die vier Töchter des Zarenpaar

Die vier Töchter des Zarenpaars

Die Überreste der Familie von Zar Nikolaus II., welcher in der St. Peter und Paul Kathedrale von St. Petersburg begraben liegt, sind exhumiert worden, um mit Sicherheit feststellen zu können, ob die sterblichen Überreste, die im Jahr 2007 in der Nähe des Ortes gefunden wurden, an dem die Familie 1918 ermordet wurde, dem Zarewitsch Alexei und seiner älteren Schwester Großfürstin Maria zugeordnet werden können. Schon 1991 wurden die Überreste des Zaren, seiner Frau und seiner Töchter Tatiana, Olga und Anastasia in einem anderen Grab bei Jekaterinburg gefunden.

Für die heiliggesprochene Zarenfamilie wurden zahlreiche Ikonen hergestellt.

Für die heiliggesprochene Zarenfamilie wurden zahlreiche Ikonen hergestellt.

Die Exhumierung wurde von Vertretern des Hauses begrüßt und steht im Zeichen einer monarchistischen Renaissance in Rußland: Am Ort des Mordes steht heute die Blutkirche, wo alljährlich viele Tausende Russen der feigen Tat der Kommunisten und des Martyriums der Zarenfamilie gedenken. Auch wurde die Familie im Jahr 2000 für ihr Leiden von der orthodoxen Kirche kanonisiert. Im Jahr 2008 wurden Zar Nikolaus II. und die Romanows schließlich auch politisch rehabilitiert, da sie Opfer politischer Repressionen gewesen seien, wie der oberste russische Gerichtshof befand.

Bereits 1918 gab es eine Untersuchung des Mordes, als die weißen Garden Jekaterinburg zeitweilig befreien konnten. Sie mußte jedoch durch das erneute Vorrücken der roten Armee abgebrochen werden. Eine Untersuchung nach dem Fall des Kommunismus führte zu keinem Ergebnis, da die vermutete Anordnung der Morde durch Lenin nicht bewiesen werden konnte. L.R.

Monarchietheorie: Charles Maurras

Charles Maurras (1868 - 1952)

Charles Maurras (1868 – 1952)

Der intellektuelle Führer der französischen Royalisten der Action Française vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum 2. Weltkrieg war eine kontroverse Person: Sein Haß auf alles Deutsche macht ihn sicher gerade für Leser diesseits des Rheins schwierig. Außerdem galt Maurras als Antisemit, der im Rahmen der Dreyfus-Affaire in der Politik aufstieg und in der Zwischenkriegszeit den jüdischstämmigen Premierminister Leon Blum beleidigte und dafür acht Monate ins Gefängnis gehen mußte. Im 2. Weltkrieg verhielt er sich neutral und kritisierte sowohl Kollaborateure als auch die Résistance. Daß Charles Maurras nach dem 2. Weltkrieg ausgerechnet für Kollaboration mit den Deutschen verhaftet und verurteilt wurde, ist daher immerhin nicht den Fakten, sondern eher dem Wunsch von politischen Gegner nach seiner Kaltstellung geschuldet, und zeigt, wie die Herren in der Republik mit ihren Gegnern umgehen, wenn sie es können.

Als Mitglied der Académie Française war Maurras trotz aller Kontroversen sicher ein hochintelligenter Mensch, mit dem man schon deswegen die Auseinandersetzung suchen und zu hinterfragende Einstellungen in den zeitlichen Kontext einordnen muß, weil er in neuerer Zeit mit der “Enquête sur la monarchie” (Untersuchung zur Monarchie) von 1900 eine der wenigen zweifellos treffenden Rechtfertigungen der Monarchie verfaßt hat.

Nach Maurras muß die Monarchie vier Prinzipien erfüllen: Sie muß traditionell und vererbbar sowie antiparlamentarisch und dezentral sein. In der Vorstellung von Maurras rechtfertigt sich ein Regime nicht durch Wahlen, sondern durch seine Nützlichkeit, also seine Fähigkeit, „das zu tun, was zu tun ist”. Da die Interessen des Monarchen mit denen des Staates identisch sind, kommt die Monarchie dieser Idee am nächsten. Weil sie die Traditionen der Nation verkörpern soll, muß sie dabei vererbbar sein. Der Antiparlamentarismus erklärt sich daraus, daß die Republik, in der ein Parlament herrscht, nicht in der Lage ist, irgendeine Form langfristiger Politik zu betreiben, da kurzfristige und egoistische Interessen und Gemengelagen dem entgegenstehen. Weiterhin führt sie zur Herrschaft des Geldes, heute würde man sagen zur Herrschaft von obskuren Interessenverbänden. Schutz dagegen ist wiederum nur eine Instanz, die mit dem Staatsinteresse selbst identisch ist. Der dritte Gedanke, jener der Dezentralisierung, ist für die französische Tradition sehr ungewöhnlich. Konsequenz des Machthungers der Herrschenden in der Republik ist immer Zentralismus und Bürokratie. Das Leben einer Nation findet aber auf Mikroebene in den Kommunen statt. Dort werden Traditionen gepflegt, die den Charakter eines Landes bestimmen. Nur eine Monarchie ist nach Maurras stark genug, der Versuchung des Zentralismus zu widerstehen, da der Monarch das Charisma und die Legitimität besitzt, die Abgeordnete nie haben können.

Von Charles Maurras ist schließlich auch folgender Ausspruch überliefert: La monarchie, le moindre mal et la possibilité du bien – die Monarchie, das geringste Übel und die Möglichkeit des Guten. Sollte Churchill seinen heute gebetsmühlenartig wiedergegebenen Spruch von der Demokratie als schlechtester Staatsform außer allen anderen am Ende gar von Maurras abgekupfert haben? L.R.

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Die vollständige 155. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 155

  • Überreste von Zar Nikolaus II. exhumiert
  • Monarchietheorie: Charles Maurras
  • Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen verstorben
  • Der Repräsentant des einigen Spanien

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