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König Tupou VI. und Königin Nanasipau'uon.

König Tupou VI. und Königin Nanasipau’uon.

In der Hauptstadt Tongas Nuku’alofa wurde am 4. Juli zum zweiten Mal innerhalb von sieben Jahren ein König gekrönt. König ʻAhoʻeitu ʻUnuakiʻotonga Tukuʻaho, für Ausländer einfach König Tupou VI., wurde am 12. Juli 1959 als jüngerer Bruder von König George Tupou V. (Tonganisch: Siaosi Tupou V., beziehungsweise Siaosi Tāufaʻāhau Manumataongo Tukuʻaho Tupou V.; 4. Mai 1948 – 18. März 2012) geboren. (Corona berichtete vom Tod König Tupous V.) Zusammen mit seiner Frau, Königin Nanasipau’u, empfing der bereits seit dem Tod seines Bruders 2012 amtierende König die Krone aus den Händen des emeritierten australischen Methodistenpfarrers D’Arcy Wood. Nach alter Tradition dürfen Tonganer das Haupt des Königs nicht berühren, weshalb ein Pastor eingeflogen wurde, der die Zeremonie ausüben konnte. Die Königsfamilie gehört wie 90% der Bevölkerung der methodistischen Kirche an. Zum ersten Mal in der Geschichte des Königreichs wurde im Februar 2015 ein tongaischer Priester zum Kardinal erhoben. Aus diesem Anlaß besuchte das Königspaar im Februar den Vatikan und wurde von Papst Franziskus in Audienz empfangen.

Der methodistischer Pastor D'Arcy Thomas setze König Tupou VI. die Krone aufs Haupt.

Der methodistischer Pastor D’Arcy Wood setze König Tupou VI. die Krone aufs Haupt.

Der Vater der beiden letzten Monarchen, König Taufa’ahau Tupou IV. (4. Juli 1918 – 10. September 2006) war der schwerste König der Welt und hatte den Thron Tongas 1965 bestiegen. Er wurde als  Abkömmling in der 43. Generation von Aho’eitu, dem legendären ersten Herrscher Tongas, der im 10. Jahrhundert lebte, betrachtet. Als jüngerer Stammvater der Dynastie in Tonga gilt der gestrandete deutsche Seemann Hinrich Meyer aus Buxtehude, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf Tonga gelandet war, eine Häuptlingstochter geehelicht und die Inseln 1845 vereinigt hatte.

Die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und dem Königreich Tonga gelten nicht zuletzt aufgrund dieser monarchischen Verbindung als traditionell freundschaftlich. Sie reichen bis in das 19. Jahrhundert zurück. Am 1. November 1876 schloß das Deutsche Kaiserreich einen Freundschaftsvertrag mit Tonga ab, der am 1. Juni 1977 erneuert wurde. Diplomatische Beziehungen bestehen seit dem 1. Mai 1976. König Taufu-Ahau Tupou IV. war 1976 zu einem medial viel beachteten Staatsbesuch in Deutschland. Dabei lud er die Deutschen ein, nach Tonga zu kommen und auf den Inseln zu leben. Später bedauerte er die Einladung, weil zuviele sie wahrnahmen und der nicht übermäßig große Inselraum knapp wurde. Im Juni 2006 besuchte der tongaische Außenminister Berlin.

Anläßlich der Eröffnung der James Cook Ausstellung in der Kunst- und Ausstellungshalle in Bonn wurde Prinzessin Frederica Tuita im August 2009 von der Bundesregierung nach Bonn, München und Berlin eingeladen.

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