Schlagwörter

, , , , ,

Dom Duarte für Portugals Austritt aus dem Euro

Dom Duarte, Herzog von Bragança, vor seinen Ahnen.

Dom Duarte, Herzog von Bragança, vor seinen Ahnen.

Der portugiesische Thronprätendent Dom Duarte, Herzog von Bragança, hat sich für einen Austritt Portugals aus dem Euro ausgesprochen. Man solle lieber eine gemeinsame Währung mit den portugiesischsprachigen Ländern schaffen, da es mehr Sympathie und Solidarität zwischen diesen Ländern als zwischen den europäischen Staaten gebe. Gilt die EU in Deutschland als heilige Kuh, hat der Prinz aus portugiesischer Betrachtung nicht unrecht, da Portugal kaum von der EU und vom Euro profitierte. Es verfügt anders als Spanien, Italien oder selbst Griechenland kaum über größere, wettbewerbsfähige Unternehmen und sah so, wie die eigene Wirtschaft im vereinten Europa von internationalen Ketten verdrängt wurde, die nicht in Portugal produzieren lassen. Portugal mußte daher den massiven Abbau von Arbeitnehmern verkraften, der wiederum zum Exodus vieler junger Menschen führte.

Paulo Estêvão, Abgeordneter für die Monarchistische Volkspartei (Partido Popular Monárquico) auf den Azoren, neben einer Fahne des Königreichs Portugal.

Paulo Estêvão, Abgeordneter für die Monarchistische Volkspartei (Partido Popular Monárquico) auf den Azoren, neben einer Fahne des Königreichs Portugal.

Gleichzeitig sprach sich Dom Duarte auch für eine neue Monarchie aus. Ein monarchistischer Abgeordneter von den Azoren, Paulo Estêvão, hatte zuvor einen vom Regionalparlament der Azoren beschlossenen Antrag im nationalen Parlament eingebracht, wonach das Volk über Monarchie oder Republik abstimmen solle. Dieser wurde vom Parlament jedoch abgelehnt, weil Portugals Parteipolitiker ihre Pfründe ähnlich wie die deutschen mit einer Ewigkeitsklausel für die Republik abgesichert haben. Der Antrag zeigt jedoch, daß in Portugal anders als in Deutschland eine gewisse Debatte immerhin möglich ist. So konnte sich der monarchistische Abgeordnete für seinen Antrag immerhin auf die Zustimmung eines Regionalparlaments berufen und in aller Öffentlichkeit des Parlaments die Gründer der 1910 eingeführten Republik als Terroristen bezeichnen, die einen großen zivilisatorischen Rückschritt für Portugal bewirkt haben – man stelle sich selbiges einmal in Frankreich oder Deutschland vor. Die vollständige Rede gibt es hier.

Dom Duarte ist dafür bekannt, sich häufig politisch zu äußern, was in Portugal auch wahrgenommen wird. Während der Süden Portugals als republikanisch gilt, ist der Norden und vor allem das Stammland der portugiesischen Königsdynastie rund um die Stadt Bragança eine Hochburg der portugiesischen Royalisten. L.R.

Neues Konzept für Adelshandbücher

Nicht jeder Monarchist hat sie im Bücherschrank stehen, doch selbst eingefleischten Republikanern ist „der Gotha“ ein Begriff. Als Nachschlagwerke sind die Genealogischen Handbücher des Adels (GHdA) seit 200 Jahren ein verläßlicher Begleiter durch die Welt des Adels. Erstmals erschien im Herbst 1762 am Hof des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha der Almanac nécessaire, zwei Jahre später umbenannt in Almanac de Gotha contenant diverses connaissances curieuses et utiles. 1765 wurde die deutsche Ausgabe als Gothaischer Hofkalender zum Nutzen und Vergnügen veröffentlicht. Er überdauerte den Untergang des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation ebenso wie die Neuordnungen des Wiener Kongresses und die Reichseinigung 1871.

In den Jahren 1825, 1848, 1900 bzw. 1907 begründete der Verlag Perthes in Gotha entsprechende Reihen genealogischer Taschenbücher für die gräflichen, freiherrlichen, uradeligen und briefadeligen Häuser. All diese Reihen sind zuletzt 1942, der französischsprachige Almanach de Gotha 1944 erschienen.

Der C.A. Starke Verlag war 1847 von Christian August Starke (1823–1882) in Görlitz gegründet und 1876 um einen heraldischen Verlag erweitert worden. Seit 1880 trug er das Prädikat eines königlichen Hoflieferanten und erwarb sich ein Renommée als heraldischer Spezialist. 1919 kaufte der Buchdruckereibesitzer Hans Kretschmer (1887–1976) das Unternehmen. Kretschmer flüchtete 1946 aus Görlitz, nachdem sowjetische Truppen den ihrer Ansicht nach „feudalistisch-kapitalistischen“ Lagerbestand von 400.000 Büchern zerstört und Kretschmars Betrieb entschädigungslos enteignet hatten. In Westdeutschland begann der Verleger mit dem aus Breslau geflüchteten Regierungsrat Hans Friedrich von Ehrenkrook unter Einverständnis der Familie Perthes ein Genealogisches Handbuch des Adels (GHdA) als Nachfolger des Gotha herauszubringen. Mit Rücksicht auf die noch in Gotha lebende Familie Perthes wurde der neue Name gewählt. Trotzdem wurde und wird dieses Handbuch wie sein Vorgänger und Vorbild weiterhin Gotha genannt.

In Limburg an der Lahn fand der Verlag einen neuen Firmensitz, an dem die Familie Kretschmer bis heute das Unternehmen führt. Der jetzige Inhaber Hans Jürgen Kretschmer ist allerdings 1924 geboren. Jüngst hat die Stiftung Deutsches Adelsarchiv vom C.A. Starke Verlag die Rechte am GHdA erworben. Mit dem im Juni 2015 im Eigenverlag des Deutschen Adelsarchivs erscheinenden ersten Band einer neuen Reihe von Adelshandbüchern schließt sie sowohl an die 180-jährige Tradition des alten Gotha als auch an die des GHdA an. An den alten Gotha erinnert der Titel Gothaisches Genealogisches Handbuch ebenso wie das äußere Erscheinungsbild der Bände.

Der neue Gotha ist im Erscheinungsbild den alten Bänden angeglichen.

Der neue Gotha ist im Erscheinungsbild den alten Bänden angeglichen.

Der erste Band der neuen Gothaischen Genealogischen Handbücher im Eigenverlag wird am 27. Juni 2015 mit einem Festakt in Schloß Friedenstein in Gotha der Öffentlichkeit präsentiert. H.S.

Corona konnte an Prinz Albrecht von Croÿ, Chefredakteur des Deutschen Adelsblatts, Fragen bezüglich des neuen Konzepts des Eigenverlags richten. Lesen Sie seine Antworten in der 149. Ausgabe von Corona – Nachrichten für Monarchisten.

————————————————————————————————–

Die vollständige 149. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit: Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 149

  • Neues Konzept für Adelshandbücher
  • Interview mit Prinz Albrecht von Croÿ
  • Aufruf zur Gestaltung der 150. Ausgabe von Corona
  • Dom Duarte für Portugals Austritt aus dem Euro

————————————————————————————————–

Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun. Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail an corona_redaktion@yahoo.com in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt.

Advertisements