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Monarchie als Standortvorteil

Während zahlreiche Langzeitpräsidenten im Verlauf des sogenannten arabischen Frühlings aus dem Amt gefegt wurden, traf es keine einzige Monarchie. Im Königreich Marokko liegt dies auch daran, daß König Mohammed VI. schon lange vor Ausbruch der Unruhen in der arabischen Welt Reformen einleitete: So führte er ein flächendeckendes Bildungssystem ein, verbot die Polygamie und verbesserte die Stellung der Frauen in dem islamischen Land, stabiliserte die Sicherheitssituation im Hinblick auf die Westsahara und führte auch Hilfen für Arbeitslose ein. Mittel- und langfristig zahlt sich dies nun doppelt aus, denn die Länder, in denen sich der arabische Frühling nicht ausgewirkt haben, haben Standortvorteile, da die Sicherheitslage ein bedeutendes Kriterium bei der Entscheidung ist, wo man investieren oder seinen Urlaub verbringen möchte.

König Mohammed VI. beim Freitagsgebet an Karfreitag in der Achouhada-Moschee.

König Mohammed VI. beim Freitagsgebet an Karfreitag in der Achouhada-Moschee.

Der Weg, ein vollständig entwickeltes Land zu werden, ist dennoch weit: Noch immer haben Berberfamilien teilweise zehn Kinder und es ist unmöglich, allen Bildung oder eine Arbeit zukommen zu lassen, so daß zwei bis drei Familienangehörige meist für alle anderen aufkommen. Auch ist der Unterschied zwischen ländlicher und städtischer Entwicklung gravierend, was nicht nur anhand der verschleierten beziehungsweise nicht verschleierten Frauen oder der Bausubstanz von Wohngebäuden erkannt werden kann. Wenn man an Marokko jedoch den Maßstab anderer afrikanischer Länder anlegt, sind dies geradezu Luxusprobleme.

Weil sie dies wissen, lieben die Marokkaner die Königsdynastie der Alawiden: Während Mohammed V. die Unabhängigkeit von den Franzosen erstritt, und Hassan II. durch zahlreiche Infrastrukturverbesserungen die Grundlage eines modernen Landes schuf, war es Mohammed VI. erstmals möglich, auch etwas von dem geschaffenen Wohlstand umzuverteilen. Fast in jedem Geschäft hängt daher ein Bild von ihm und wenn irgendetwas auf die Entscheidung des Königs zurückgeht, wird dies stets besonders betont. L.R.

Staatsbegräbnis nach 530 Jahren

In Deutschland verabschiedet man sich immer mehr aus der Geschichte. In Berlin und Brandenburg wird es vom kommenden Jahr an wohl keinen Geschichtsunterricht in den Klassen fünf und sechs mehr geben. Statt dessen sollen die Schüler im Fach Gesellschaftswissenschaften unterrichtet werden. Da kann es nicht überraschen, daß zunehmend die Meinung herrscht, alles, was vor 1945 passierte, stammt aus einer verdammenswerten Periode, die glücklicherweise überwunden wurde. In dieser strukturkonservativen Denkungsart gilt nur die Gegenwart als eine gute Zeit, die man hochhält.

In der Kathedrale von Leicester stand der von einem Verwandten Richards gezimmerte einfache Sarg vier Tage und Tausende erwiesen persönlich dem letzten Plantagenetmonarchen die letzte Ehre.

In der Kathedrale von Leicester stand der von einem Verwandten Richards gezimmerte einfache Sarg vier Tage und Tausende erwiesen persönlich dem letzten Plantagenetmonarchen die letzte Ehre.

Wie anders doch im Vereinigten Königreich, wo am 26. März in Leicester 530 Jahre nach seinem Tod König Richard III. zur letzten Ruhe gebettet wurde. Der König fïel 1485 in der Schlacht von Bosworth. Heinrich Tudor hatte ihm die Krone streitig gemacht und hätte es nicht einen Verräter in den Reihen des Königs gegeben, wäre ihm das Schicksal vielleicht erspart geblieben, als Erzschurke in die Annalen einzugehen. Das nachfolgende Jahrhundert unter der Tudor-Dynastie meinte es nicht gut mit dem letzten König aus dem Haus Plantagenet. Diverse Geschichtsbücher entstanden unter dem neuen Königshaus und auch Schauspiele wurden verfaßt, die an König Richard III. kein gutes Haar ließen, am prominentesten ist Shakespeares gleichnamiges Theaterstück.

Zehntausende säumten die Straßen, als der Sarg mit den sterblichen Überresten König Richards III. vom Schlachtfeld Bosworth nach Leicest in die Kathedrale überführt wurde. Das Fernsehen war live dabei und übertrug die Zeremonie vier Stunden lang.

Zehntausende säumten die Straßen, als der Sarg mit den sterblichen Überresten König Richards III. vom Schlachtfeld Bosworth nach Leicester in die Kathedrale überführt wurde. Einen einzigen Protest gab es: Zwei Menschen hielten ein Banner hoch: No Gods! – No Masters! stand darauf zu lesen. Keine Störer nutzten die Gelegenheit zur Selbstdarstellung. Das Fernsehen war live dabei und übertrug die Zeremonie vier Stunden lang.

Aber der verfemte Monarch hatte auch seine Anhänger, die nichts unversucht ließen, um den übel beleumdeten König ins rechte Licht zu rücken, die keiner vorherrschenden Propaganda blind vertrauten, sondern selber dachten und Klischees hinterfrugen. Den unverdrossenen Königstreuen ist es zu verdanken, daß König Richards Gebeine 2012 unter einem Parkplatz gefunden und dank DNS-Analyse einwandfrei identifiziert wurden. Nachfahren seiner Schwester Anne leben heute in Australien und Kanada. Sie ausfindig zu machen, ist ein weiteres Verdienst der Spurensuche der Gesellschaft.

Den absoluten Höhepunkt stellte nun die feierliche Bestattung mit allem Pomp, der einem einst regierenden Monarchen zusteht, dar. Das Oberhaupt der katholischen Kirche von England und Wales, Kardinal Vincent Nichols hielt eine bemerkenswerte Predigt am Sarg König Richards und lobte seine Verdienste. Zehntausende Menschen säumten die Straßen von Leicester und trotzten schlechtem Wetter, um stundenlang darauf zu warten, am Sarg des Königs zu defilieren. Unverständnis rief dies beim Deutschlandradio Kultur hervor, wo Moderator Vladimir Balzer das ganze „grotesk“ fand. Viel Ehre für einen Gewaltmenschen sei dies. Aber Geschichte läßt sich nur aus der Zeit heraus verstehen. Briten können das. Den Deutschen geht dieses Gespür für Geschichte immer mehr verloren. H.S.

Sechs Unteroffiziere des Leicester Regiments ließen den Sarg in die Gruft hinab.

Sechs Unteroffiziere des Leicester Regiments ließen den Sarg in die Gruft hinab.

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Die vollständige 146. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 146

  • Monarchie als Standortvorteil
  • Prinzessin für‘s Kaiserhaus
  • Jemen: Monarchie als Konfliktlösung
  • Staatsbegräbnis nach 530 Jahren
  • Cluj hißt die Flagge der Monarchie

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