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Die kaiserliche Standarte wurde am 15. November 1889 in Brasilien eingeholt.

Die kaiserliche Standarte wurde am 15. November 1889 in Brasilien eingeholt.

Heute vor 125 Jahren putschte die Armee im Kaiserreich Brasilien. Doch es war keiner der üblichen Staatsstreiche, in Brasilien setzten republikanische Offiziere im Verein mit der Slaverei nachtrauenden Großgrundbesitzern Kaiser Dom Pedro II. ab und riefen die Republik aus. Als Präsident Rojas Paul von Venezuela die Nachricht vom Ende der Monarchie in Brasilien erhielt, rief er klagend aus: „Die einzige Republik, die es in Amerika gab, hat jetzt ein Ende gefunden: Es war das Kaiserreich Brasilien .

Kaiser Dom Pedro mit seinen Töchtern, Prinzessin Theresa Christina, Kronprinzessin Isabel und Schwiergersohn Prinz Gaston.

Kaiser Dom Pedro und Kaiserin Theresa Christina, Kronprinzessin Isabel und Schwiergersohn Prinz Gaston.

Der 15. November 1889 markierte den Endpunkt einer liberalen Phase in Brasiliens Geschichte. Kronprinzessin Isabel hatte als Regentin das Goldene Gesetz (A Lei Áurea) unterzeichnet, mit dem in Brasilien endlich die Sklaverei abgeschafft wurde. Das brachte ihr zwar den Ehrentitel der „Befreierin“ (A Redentora) und eine goldene Rose von Papst Leo XIII., aber auch den Haß der Latifundienbesitzer ein, die in den Sklaven ihr Humankapital sahen, das sie mit dem Befreiungsgesetz verloren. Ihre Söhne hatten in den Streitkräften hohe Offiziersstellen. Von diesen Positionen aus konnten sie den kranken und nicht mehr regierungswilligen Kaiser für abgesetzt erklären und ins europäische Exil schicken. 1894 scheiterte ein von Großbritannien unterstützter Restaurationsversuch, weil die Marine der USA die damalige Hauptstadt Rio de Janeiro mit einer Seeblockade belegte. Anschließend besetzten US Schiffe den Hafen von Rio de Janeiro mehrere Monate lang, um alle weiteren Unternehmungen der brasilianischen Monarchisten zu vereiteln.

Kaiser Dom Pedro II. von Brasilien.

Kaiser Dom Pedro II. von Brasilien.

Am 5. Dezember 1891 starb Kaiser Dom Pedro II., der fast fünfzig Jahre in Brasilien regierte, in Paris. Für seine weltoffene Haltung ist kennzeichnend, daß er der erste Monarch war, der ein Telephongespräch führte (auf der Pariser Weltausstellung). Kronprinzessin Isabel starb fast auf den Tag genau 32 Jahre nach dem Militärputsch, am 14. November 1921 auf Schloß Eu in Frankreich. Daß 1920 das Exilgesetz, das die brasilianische Republik der Kaiserfamilie auferlegte, aufgehoben wurde, kam für sie zu spät. Sie war nach dem 1. Weltkrieg zu schwach, um in ihr Heimatland zurückzufahren. 1971 wurden sie und ihr Mann, Prinz Gaston von Frankreich, Graf von Eu, ein Enkel König Louis Philippes, in der Kathedrale von Petropolis, der kaiserlichen Residenzstadt, zur letzten Ruhe gebettet. Erst 1993, nach dem Ende der vorläufig letzten Militärdiktatur, konnten die Brasilianer über ihre Staatsform abstimmen. 6.840.551 votierten für das brasilianische Kaiserreich, zu wenig, um es Wirklichkeit werden zu lassen. Wegen zahlreicher ungültiger und leerer Wahlzettel erhielt die Präsidialrepublik jedoch auch nur 49,2%, also keine absolute Mehrheit.

Der gegenwärtige Thronprätendent: Dom Luiz von Brasilien, Sohn von Prinzessin Maria Elisabeth  Franziska Josepha Therese von Bayern und Enkel von Kronprinzessin Isabel.

Der gegenwärtige Thronprätendent: Dom Luiz von Brasilien, Sohn von Prinzessin Maria Elisabeth Franziska Josepha Therese von Bayern und Enkel von Kronprinzessin Isabel.

Die brasilianischen Monarchisten nutzen seither die neuen Medien, sind auf Twitter, Facebook und mit Blogs aktive Streiter für das Kaiserreich Brasilien. In jüngster Zeit berieten sie auf einer Konferenz am 8. November über ihren weiteren Kampf für das bessere System für Brasilien.

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