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Fürst Leopold I. von Anhalt Dessau (3. Juli 1676 – 7. April 1747)

Fürst Leopold I. von Anhalt-Dessau

Leopold I., genannt „der alte Dessauer“, war der Fürst von Anhalt-Dessau, der erste wichtige preußische Heeresreformer und einer der populärsten preußischen Generäle aller Zeiten.

Er wurde am 3. Juli 1676 in Dessau geboren und starb dort am 7. April 1747.

Die Regentschaft über das Fürstentum übernahm er 1693, 50 Jahre nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges, unter dessen Spätfolgen das kleine Land noch immer litt.

Anhalt-Dessau hatte durch Schlachten, Truppendurchzüge, Kontributionen, Einquartierungen, Seuchen und Mißernten viel durchgemacht und sich nur schwer davon erholt. Leopolds Vater Johann Georg II. hatte sein Möglichstes getan, um das Land nach der finsteren Epoche des Dreißigjährigen Krieges wieder aufzubauen und sein Sohn setzte ab 1698 sein Werk fort. Drei Monate nach seiner Krönung heiratete er gegen den Widerstand seiner Mutter Anna Luise Föhse, die drei Jahre später vom Kaiser zur Reichsgräfin erhoben wurde.

Durch Leopolds Arbeit wurde das Land Anhalt-Dessau völlig wiederaufgerichtet und durch seine Heeresreformen wurde die preußische Armee besser als zuvor. Als Kronprinz Friedrich im Jahr 1730 vor der harten Erziehung seines Vaters geflohen und als Deserteur gefangen genommen worden war, überzeugte Leopold den preußischen König, Friedrich zu vergeben und ihn wieder in die preußische Armee aufzunehmen. Wer weiß was dem jungen Prinzen ohne den Beistand des alten Dessauers widerfahren wäre.

Karl May: Der Alte Dessauer

Karl May Der alte Dessauer

Im Zweiten Schlesischen Krieg stand Leopold I. dem jungen König Friedrich II. wieder bei. Er führte Leopold im Herbst 1745 selbständig eine der zwei preußischen Hauptarmeen, mit der ihm am 15. Dezember 1745 in der Schlacht bei Kesselsdorf der entscheidende Sieg über die kursächisch-österreichische Armee gelang. Am 17. Dezember zog Leopold dann in Dresden ein. Sachsen und Österreich nahmen erleichtert das zeitgleich gemachte Friedensverhandlungsangebot Friedrichs an, und am 25. Dezember 1745 beendete der Friede von Dresden den Zweiten Schlesischen Krieg. Leopold zog sich nach Dessau zurück, wo er 1747 starb und begraben wurde. Von seinen Soldaten wurde er deshalb der „alte Dessauer“ genannt, weil er (wie der „alte Fritz“) Seite an Seite mit seinen Soldaten kämpfte.

Der Schriftsteller Karl May setzte ihm Jahrhunderte später ein literarisches Denkmal, indem er eine Anekdotensammlung um den alten Dessauer herausbrachte.

Christian Schwochert

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