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Der Kampf am Hartmannsweilerkopf ist vor allem den Franzosen in schrecklicher Erinnerung. Während die deutschen Truppen auf einer bequemen Anhöhe lagen und das Gebiet nur mit zweitklassigen Truppen verteidigten, wurden die französischen Soldaten von ihren Generälen aus Prestigegründen immer wieder zu Frontalangriffen gegen diese Stellung im Elsaß getrieben.

Der Kampf am Hartmannsweilerkopf ist vor allem den Franzosen in schrecklicher Erinnerung. Während die deutschen Truppen auf einer bequemen Anhöhe lagen und das Gebiet nur mit zweitklassigen Truppen verteidigten, wurden die französischen Soldaten von ihren Generälen aus Prestigegründen immer wieder zu Frontalangriffen gegen diese Stellung im Elsaß getrieben.

Zu diplomatischen Anlässen wird das Gemeinsame gesucht, nicht das Trennende. Dies steht außer Frage. Folgerichtig wurde beim deutsch-französischen Gedenken an den Ausbruch des 1. Weltkrieges am Hartmannsweilerkopf im Elsaß am 3. August und beim belgischen Gedenken an den Ausbruch des Krieges in Lüttich am 4. August unter Teilnahme von Vertretern der damaligen Mittelmächte nicht über die Kriegsschuldfrage diskutiert. Bei einem normalen diplomatischen Anlaß werden solche Differenzen geflissentlich von allen übersehen.

In Großbritannien gingen am 4. August die Lichter aus - wie es Sir Edward Grey am 4. August 1914 sagte. Um 11 Uhr erloschen an Big Ben alle Lichter, außer dem Zifferblatt der Turmuhr. Alle Briten waren aufgefordert, dem Beispiel zu folgen und eine Stunde alle nicht benötigten Lichtquellen zu löschen.

In Großbritannien gingen am 4. August 2014 die Lichter aus – wie es Sir Edward Grey am 4. August 1914 sagte. Um 11 Uhr erlosch an Big Ben jede Beleuchtung, außer am  Zifferblatt der Turmuhr. Die Briten waren aufgefordert, dem Beispiel zu folgen und im Gedenken an die Toten des 1. Weltkriegs eine Stunde lang auf alle nichtbenötigten Lichtquellen zu verzichten.

Das Übersehen von Differenzen ist aber etwas völlig anderes, als das Verhalten des deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck, welcher in einem Akt vorauseilenden Gehorsams die Version der Sieger von 1918, die noch nicht einmal die Haltung der heutigen Staaten der ehemaligen Entente repräsentiert, vorbehaltlos wiedergab. Deutschland habe sowohl Frankreich als auch Belgien überfallen, wobei es gerade für das Vorgehen gegen Belgien keine mögliche Rechtfertigung gäbe. Die militärische Logik nennt Gauck dabei explizit als keinen gültigen Grund für die deutsche Kriegserklärung an Frankreich und Belgien. Geschichtlich ist eine solche Meinung nicht haltbar. Gauck übersieht die russische Mobilisierung an Deutschlands Grenze, die noch vor jeder aggressiven Handlung Deutschlands stattfand und dem Blankoscheck des französischen Präsidenten Poincaré an Nikolaus II. geschuldet war. Es wäre Deutschland unmöglich gewesen, nur gegen Rußland zu mobilisieren und gleichzeitig zu ignorieren, daß mit Frankreich im Westen ein bis an die Zähne bewaffneter und auf Rache sinnenender Gegner steht. Daß die Aussagen Gaucks dabei nicht der aktuellen Forschung von Christopher Clark, Herfried Münkler oder Jörg Friedrich entsprechen, braucht gar nicht extra erwähnt werden. Das Verhalten Gaucks hat außerdem auch kein Pendant auf der anderen Seite: Eine Veranstaltung, bei der sich zum Beispiel Vertreter der britischen Regierung für die völkerrechtswidrige Hungerblockade entschuldigen, die Hunderttausende Frauen und Kinder das Leben kostete, wird man genauso vergeblich suchen, wie eine Entschuldigung eben dieser Regierung für den durch nichts zu entschuldigenden Bruch der griechischen Neutralität. Eine solche unerwiderte Anbiederung eines deutschen Staatsoberhauptes ist also einfach nur zum Fremdschämen.

Schlimmer ist jedoch noch, daß die tatsächliche deutsche Außenpolitik unter solchen Tagträumereien Gaucks und bundesrepublikanischer Geschichtsklitterung leidet. Die falsche Auffassung, Deutschland sei nicht nur einmal 1939, sondern auch 1914 im Unrecht gewesen, führt dazu, daß nur die westliche, von den Angelsachsen geprägte Welt als rechtmäßig und legitim erscheint und für sie handelt Deutschland immer wieder gegen die eigenen Interessen. Dies zeigen aktuell wieder die Sanktionen gegen Rußland und der geplatzte Rüstungsdeal von Rheinmetall. Während Frankreich munter Kriegsschiffe an Putin liefert und halb Europa versucht, Schlupflöcher zu finden, mit denen die Sanktionen gegen Rußland umgangen werden können, um nicht der eigenen Wirtschaft zu schaden, setzt nur Deutschland innerhalb von Europa diese vor allem von den USA verfochtene, antirussische Außenpolitik voll um, die definitiv nicht im deutschen Interesse liegt. Der Weg zu einer selbständigen Außenpolitik führt also zwingend über eine Rehabilitierung des Kaiserreichs und einem Frontalangriff auf die offiziöse bundesrepublikanische Geschichtsinterpretation.

In ihren Gedenksendungen am 4. August berichtete die BBC auch vom Soldatenfriedhof St. Symphorien bei Mons, wo deutsche Soldaten auch ihre britischen Kameraden beerdigten.

In ihren Gedenksendungen am 4. August berichtete die BBC auch vom Soldatenfriedhof St. Symphorien bei Mons, wo deutsche Soldaten auch ihre britischen Kameraden beerdigten.

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