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Der Chef des Hauses Preußen stand dem ZDF Rede und Antwort.

Der Chef des Hauses Preußen stand dem ZDF Rede und Antwort.

In der Folge einer Sendung über die Habsburger brachte das ZDF am vergangenen Dienstag im Rahmen der Serie „Königliche Dynastien“ etwas über die Hohenzollern. Nachdem die Zeit vom Stammherren der Hohenzollern, Burkhard I., der im 11. Jahrhundert lebte, bis zu Kaiser Wilhelm I. in etwa 10 bis 15 Minuten behandelt wurde, lag der Schwerpunkt der Sendung auf der nachfolgenden Zeit. Man kann hierbei sicher über den Anspruch streiten, wie man 1000 Jahre in 45 Minuten erfassen möchte, doch ist zur besten Sendezeit der Schwerpunkt auf Personen, die dem Zuschauer auch in der Zeit näher sind, durchaus richtig gewählt: Der Zuschauer erfährt in der Folge nicht nur viel über Wilhelm II., sondern auch über dessen Enkel, Kronprinz Louis Ferdinand, und auch der heutige Chef des Hauses und andere Familienmitglieder kommen ausführlich zu Wort.

Es ist bezeichnend für unsere Zeit, daß die Ehre Preußens heute nur ein Australier verteidigen kann: Dr. Christopher Clark

Es ist bezeichnend für unsere Zeit, daß die Ehre Preußens heute nur ein Australier verteidigen kann: Dr. Christopher Clark

Unterlegt wird das Ganze mit historischen Bewertungen nicht etwa des komplexbeladenen Deutsch-Engländers John Röhl, den das ZDF den Zuschauern in der Vergangenheit auch schon antat, sondern von Christopher Clark (Die Schlafwandler). Wie schon in einer vorangegangenen Serie über Adelsdynastien liegt der Verdacht nahe, daß den meist monarchiekritischen Fernsehjournalisten die Quote wohl doch lieber war, als ein Hohelied auf die Republik, und die Quote gibt es eben nur, wenn sich die Hohenzollern auf eine Dokumentation einlassen, die daher nicht allzu negativ ausfallen kann. Das macht die Sendung durchaus sehenswert.

Für den historisch nicht unbedingt bewanderten Gebührenzahler war die Sendung im großen und ganzen gar nicht so schlecht, und auch für Freunde der Monarchie waren die Kommentare von Kronprinz Georg Friedrichs durchaus erfreulich. In seinem wichtigsten Beitrag unterstrich der Chef des Hauses Hohenzollern, daß Preußen ein Teil von uns allen ist, den wir nicht wegleugnen können. Es handele sich dabei vielmehr um ein Erbe, welches wir annehmen müssen und welches natürlich besonders in seiner eigenen Familie weiterlebt.
L.R.

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