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100 Jahre Ausbruch des 1. Weltkriegs: Gedenken an Sarajewo

Europaweit wurde in der vergangenen Woche des Attentats von Sarajevo vom 28. Juni 1914 gedacht, dem der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand von Österreich-Este und seine Gemahlin, Herzogin Sophie von Hohenberg, zum Opfer fielen. Der Nachfahre des letzten Herrschers des österreichisch-ungarischen Vielvölkerstaats, Erzherzog Karl von Österreich, gab dem in den europäischen Staaten vorherrschenden Nationalismus die Schuld am Kriegsausbruch. Diesem Urteil schlossen sich auch viele europäische Staatschefs an. Die Conférence Monarchiste Internationale nannte den 1. Weltkrieg einen fatalen Bruderkrieg, der das Ende dreier Monarchien herbeiführte. In Sarajewo spielten die Wiener Philharmoniker im Gedenken an das Attentat. Einzig bei den Serben sieht man die Sache anders: Dort feiert man Gavrilo Princip als Vorreiter der nationalen Einheit der Serben – die Unterstützung für Terroristen und Mörder sollte bei einem möglichen Beitritt Serbiens zur EU sicher zur Sprache kommen, auch wenn dies angesichts unserer Politiker wohl nicht realistisch sein dürfte.

Viele beschäftigten sich auch mit der Frage, wer der Ermordete eigentlich war. Die einhellige Meinung war dabei, daß man einem talentierten zukünftigen Herrscher das Leben genommen habe, der die Donaumonarchie auf viele Arten hätte reformieren können, auch wenn er gerade dafür und für seine morganatische Ehe mit Sophie Gräfin Chotek nicht in allen Kreisen beliebt war.

Erzherzog Fran Ferdinand von Österreich-Este mit seiner Frau, Herzogin Sophie von Hohenberg und ihren Kindern, Fürstin Sophie von Hohenberg, Fürst Maximilian und Fürst Ernst von Hohenberg.

Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este mit seiner Frau, Herzogin Sophie von Hohenberg und ihren Kindern, Fürstin Sophie von Hohenberg, Fürst Maximilian und Fürst Ernst von Hohenberg.

Der 1863 geborene Franz Ferdinand wurde erst 1896 durch den vorangegangenen Tod der Erzherzöge Rudolf und Karl Ludwig zum Kronprinzen, was er dann 25 Jahre lang bleiben sollte. In dieser Zeit bildete er eine Art Schattenkabinett, welches nach einem möglichen Tod von Kaiser Franz Joseph schnell hätte übernehmen können. Politisch wollte er dabei die Macht der Ungarn zugunsten der slawischen Völker beschneiden und insgesamt mehr Föderalismus durchsetzen. Er galt als äußert fleißig und arbeitete Regierungsakten schnell und gründlich durch, so daß er stets bestens informiert war. Seine unangekündigten Inspektionsreisen waren jedoch der Schrecken der österreichischen Beamten. Außenpolitisch sympathisierte Franz Ferdinand mit der alten Heiligen Allianz, da er nicht sehen wollte, wie die Monarchen sich gegenseitig vom Thron stoßen, was ja dann genauso gekommen ist. Zum deutschen Kaiser Wilhelm II. pflegte er ein sehr gutes Verhältnis, einem Krieg mit Rußland wollte er aus dem Weg gehen. Gerade durch die geplante Besserstellung der Slawen im Reich rief Franz Ferdinand jedoch den Argwohn der Serben und damit auch Rußlands hervor, die ihre eigenen Ambitionen gefährdet sahen. Das kostete letztlich ihn und nach ihm weitere 17 Millionen Menschen das Leben und nicht nur den Zaren den Thron. L.R.

Die Schwarz-Gelbe Allianz (hier SGA-Obmann Alexander Ši-mec [M.] mit dem Vertreter der Bosniaken, Dr. Davud Bajra-movic) legte am 28. Juni in Sarajewo am Attentatsplatz einen Kranz nieder. In österreichischen Medien wurde die Anwesenheit von Monarchisten wohlwollend zur Kenntnis genommen.

Die Schwarz-Gelbe Allianz (hier SGA-Obmann Alexander Šimec [Bildmitte] mit dem Vertreter der Bosniaken, Dr. Davud Bajramovic) legte am 28. Juni in Sarajewo am Attentatsplatz einen Kranz nieder. In österreichischen Medien wurde die Anwesenheit von Monarchisten wohlwollend zur Kenntnis genommen.

Großbritannien/Deutschland: Einmischung in die Politik

Armer Prinz Charles. Für die Medien ist er ein üppig sprudelnder Quell der Berichterstattung. Nun haben sie sich wieder auf ihn eingeschossen, weil er versucht habe, die Regierungspolitik in Großbritannien zu beeinflussen. In einer Zeit, da sich Lobbyisten wie Amöben vermehren und sie in Brüssel, Berlin oder London an der Gesetzgebung mitschreiben, treibt es Journalisten und offensichtlich auch mitteilungsbedürftige Politiker um, daß der Thronfolger in handgeschriebenen (!) Briefen seine Besorgnis über genmanipulierte Lebensmittel, alternative Heilmethoden oder architektonische Monster in den Städten den zuständigen Ressortleitern mitteilte. Entweder haben sie eine riesengroße Angst vor der Macht des Prinzen oder vor der allgemeinen Popularität seiner Überzeugungen, die ja durchaus Wiederhall finden in der Bevölkerung. Jedenfalls gaben einige Politiker in einer jüngst ausgestrahlten Dokumentation der BBC an, sie hätten ihre Politik daraufhin geändert.

Der Fürst von Wales betreibt Landschaftspflege, indem er sich persönlich um das Anlegen von Hecken an Feldrändern kümmert.

Der Fürst von Wales betreibt Landschaftspflege, indem er sich persönlich um das Anlegen von Hecken an Feldrändern kümmert.

Die Monarchen und solche, die es werden wollen, haben es aber auch zu schwer. Bleiben sie stumm und beschränken sie sich aufs Repräsentieren, werfen ihnen Republikaner vor, sie seien nur unnötige Staffage, auf die sich leicht verzichten lasse. Bringen sie sich ein ins Geschehen, ist das auch nicht recht, denn dann wird ihnen Einmischung in die Politik vorgeworfen. Dabei haben weder Prinz Charles noch ein anderer Angehöriger eines regierenden Königshauses Parteilichkeit an den Tag gelegt. Von der Bevorzugung einer politischen Gruppierung ist nirgends die Rede.

Geht es um Populismus, schlägt der deutsche Bundespräsident Prinz Charles um Längen. Jüngstes Beispiel: Das Hinauszögern der Unterschrift unter das Gesetz der in der Bevölkerung sehr negativ bewerteten Erhöhung der Bundestagsdiäten wird ihm Pluspunkte in Meinungsumfragen bringen, jedoch am Gesetz nichts ändern. Egal, wann er es endlich unterzeichnet, die Bundestagsabgeordneten können die Erhöhung rückwirkend genießen. Alles nur Schau?

Wie sehr sich Joachim Gauck in die Politik einmischt, konnte man jüngst wieder erleben, als er für mehr Bundeswehreinsätze im Ausland plaidierte. Ein Staatsoberhaupt, das der Politik als Militärberater zur Seite steht. So weit hat es Prinz Charles nicht gebracht. Gaucks Intervention stieß auf Gegenrede und der Brandenburger Landtagsabgeordnete Norbert Müller bezeichnete Gauck als „widerlichen Kriegshetzer“, was ihm fast ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen §90 Strafgesetzbuch einbrachte, denn auf die „Verunglimpfung des Bundespräsidenten“ steht eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Majestätsbeleidigung ist keine monarchische Sonderbehandlung. Republikanische Präsidenten sind viel sakrosankter. Im letzten Monat verurteilte ein französisches Gericht einen Mann, der Präsident Hollande bei einem Rundgang mit Buhrufen begrüßte, zu einem Jahr Gefängnis – ohne Bewährung. Prinz Charles verbal anzugreifen kostet nichts. H.S.

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Die vollständige 133. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 133

Inhalt der 133. Ausgabe:

  • 100 Jahre Ausbruch des 1. Weltkriegs: Gedenken an Sarajewo
  • Frankreich: Ex-Präsident Sarkozy verhaftet
  • Royalisten im EU-Parlament
  • Großbritannien/Deutschland: Einmischung in die Politik

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