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Über die Verdienste Juan Carlos I. wurde schon viel geschrieben, und sie sind selbst unter Republikanern unumstritten. Wer aber wird der neue König? Felipe de Borbón y Grecia wurde am 30. Januar 1968 in Madrid geboren, sechs Jahre zuvor hatten seine Eltern in Athen geheiratet. Nach seiner schulischen Ausbildung, bei der anders als in Spanien üblich viel Wert viel Wert auf die Beherrschung von Fremdsprachen gelegt wurde, absolvierte der Prinz einen studienvorbereitenden Auslandsaufenthalt in Kanada. Danach erfolgte seine militärische Ausbildung: Er ist heute Oberstleutnant des Heeres und der Luftwaffe und Fregattenkapitän in der Marine. In Madrid studierte er im Anschluß an den aktiven Dienst Rechtswissenschaften und belegte einen Masterstudiengang in internationalen Beziehungen in Washington. An den Olympischen Spielen von 1992 nahm er im Segeln teil und trat damit in die Fußstapfen seines Vaters, einem begeisterten Segler. 2004 heiratete er Letizia Ortiz, die früher Fernsehjournalistin war. Die Hochzeit sorgte im katholischen Spanien für allerlei Aufsehen, da Letizia die erste Ehe durch Scheidung beendet hatte. Zusammen haben Felipe und Letizia zwei Kinder: Die baldige Kronprinzessin Leonor und Prinzessin Sofía. Während der letzten Jahre vertrat er König Juan Carlos I. immer häufiger zu offiziellen Anlässen, beispielsweise 2013 beim Iberoamerikanischen Gipfel, der für Spaniens Außenpolitik von zentraler Bedeutung ist.

Um auch die auf ihre Eigenständigkeit bedachten Regionen Spaniens für sich zu gewinnen, trägt Felipe unter anderem auch den Titel eines Prinzen von Gerona (Stadt in Katalonien) und von Viana (Stadt in Navarra).

Kritiker sagen, der Prinz wirke bei seinen öffentlichen Auftritten hölzern, aber gerade dies ist im „neuen Spanien“ durchaus ein Vorteil, werden Tugenden wie Bescheidenheit, Redlichkeit und Pflichtbewußtsein doch als Eigenschaften wahrgenommen, die zuletzt allzu sehr fehlten.

Anders als beispielsweise bei den britischen Kronjuwelen der Fall, handelt es sich bei der spanischen Krone um eine Art Attrappe, die nur bei der Krönung gezeigt wird. Wertvollere Kronjuwelen gingen bei Bränden und Kriegen verloren.

Anders als beispielsweise bei den britischen Kronjuwelen der Fall, handelt es sich bei der spanischen Krone um eine Art Attrappe, die nur bei der Krönung gezeigt wird. Wertvollere Kronjuwelen gingen bei Bränden und Kriegen verloren.

Am 19. Juni soll der Kronprinz nun als Felipe VI. gekrönt werden. Umfragen zeigen dabei, daß die Rechnung des alten Königs Juan Carlos I. aufgegangen ist: 88 % der Spanier stehen hinter Felipe. Der letzte Philipp, Felipe V., war übrigens der Herrscher, der Spanien mit 45 Regierungsjahren bislang am längsten regierte.
L.R.

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