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Der Historiker Freiherr Karl Otmar von Aretin ist tot. Er starb bereits am Mittwoch, 26. März im Alter von 90 Jahren in München, teilte die Familie in einer Traueranzeige mit. Anläßlich seines 90. Geburtstags erinnerte Corona an diesen bedeutenden Historiker.

Einer seiner wissenschaftlichen Schwerpunkte war das Heilige Römische Reich Deutscher Nation zwischen 1648 und 1806. Daneben setzte sich von Aretin mit der Geschichte zwischen 1919 und 1945 auseinander. In Lehrveranstaltungen und Beiträgen habe er das Versagen der Eliten in Demokratie und Diktatur geschildert und Deutschlands Wiederaufstieg nach dem Zweiten Weltkrieg kritisch begleitet, heißt es in einem Nachruf der Technischen Universität Darmstadt, wo von Aretin von 1964 bis 1988 gelehrt hatte. Ab 1968 wurde er zudem Ko-Direktor des Instituts für Europäische Geschichte in Mainz und blieb dort bis 1994. In der Auseinandersetzung um den Reichstagsbrand von 1933 nahm er Stellung gegen die Alleintäterthese.

Freiherr Karl Otmar von Aretin referierte auf dem 1. Monarchieforum in Laufen an der Salzach über den monarchistischen Widerstand 1932/33.

Freiherr Karl Otmar von Aretin referierte auf dem 1. Monarchieforum in Laufen an der Salzach über den monarchistischen Widerstand 1932/33. Ein Bericht zum 1. Monarchieforum stand in Corona, Ausgabe 30.

Von Aretin wurde am 2. Juli 1923 geboren. Freiherr Erwein von Aretin, sein Vater, war bekennender Monarchist und Redakteur der Tageszeitung Münchner Neueste Nachrichten. Als Berater des bayerischen Kronprinzen Rupprecht war er 1932 an Überlegungen beteiligt, die Machtübernahme Hitlers durch die Restauration der bayerischen Monarchie zu verhindern. Über diese Pläne – und ihr Scheitern – hielt Karl Otmar von Aretin auf dem 1. Monarchieforum in Laufen den Vortrag Das Scheitern der Weimarer Republik, Widerstand in der bayerischen Monarchistenbewegung gegen das NS-Regime in den Jahren 1932-33; Versuche zur Wiedereinfürung der Monarchie in den Jahren 1950-52. Am 9. März 1933 wurde Erwein von Aretin verhaftet und von den Nazis 14 Monate lang im Konzentrationslager  Dachau gefangengehalten.

1946 begann Karl Otmar von Aretin in München sein Geschichtsstudium. Sein Schwiegervater war Henning von Tresckow, der ebenfalls zu den Verschwörern des 20. Juli 1944 zählte.

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