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Das kann es wirklich nur im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, als das die USA oft bezeichnet werden, geben: Die von Studenten der Louisiana State University in Baton Rouge herausgegebene Tageszeitung The Daily Reveille hat das Lehrpersonal auf seine politischen Einstellungen analysiert und auf den ersten Blick nichts Überraschendes festgestellt:  28% Anhänger der Republikanischen Partei, 38% Anhänger der Demokratischen Partei und 33% bezeichneten sich als Unabhängige. Das ergibt 99%.

Was ist mit dem restlichen Prozent?

Das fragten auch die studentischen Reporter und fanden EINEN Monarchisten. In Louisiana! In den USA! Ja, fragen da brave Bundesrepublikaner, darf der das?

Ja, er darf und die Studenten waren durchaus von seiner Argumentation angetan, denn natürlich sprachen sie mit ihm, mit Faculty Senate President Kevin Cope, der eingeschriebenes Mitglied der Monarchist Party of America ist.

Der Zeitung sagte Professor Cope, er habe schon vor zwanzig Jahren seine Registrierung als Unabhängiger aufgegeben und die Position eines Monarchisten eingenommen. Er mache sich keine Illusionen über die Erfolgsaussichten seiner politischen Einstellung, vielmehr sehe er darin einen Protest gegen die festgefahrene politische Lage seines Bundesstaats. Die Monarchistische Partei nehme nicht an Wahlen teil und gebe keine tagesaktuellen Erklärungen ab. Als Mitglied unterliege er keinem Fraktionszwang und müsse keine Parteislogans nachbeten. Er passe daher mit seinen eigenen Vorstellungen vorzüglich zu den Monarchisten, die niemandem vorschrieben, wie er zu denken habe.

Cope erinnerte im Gespräch mit The Daily Reveille auch an die frühe europäische – sprich: französische – Siedlungsgeschichte, die auch heute noch in Louisiana sichtbar sei. Seinen Individualismus brachte Cope nicht nur durch die Wahl seiner politischen Heimat zum Ausdruck, sondern durch diesen unvergleichlichen Satz, den der amerikanische Monarchist allen aufrechten Demokraten ins Notizbuch schrieb: “I was never aware the goal of a good citizen was to fit in.” („Mir war nie bewußt, daß es das Ziel eines guten Bürgers sein soll, sich anzupassen.“)

T-Shirts für ein monarchistisches Amerika.

T-Shirts für ein monarchistisches Amerika.

An seinem ebenso eigenwilligen wie intelligenten Protest gegen das politische System Louisianas hat Professor Cope in den letzten zwanzig Jahren nie gezweifelt: „Assured in his political choices, he feels content in being part of a party that does not strive for consensus on specific issues, but holds principles.“ Seiner Karriere hat es ebenfalls nicht geschadet. Völlig anders erginge es ihm in der BRD, wo sogar längst verstorbenen Monarchisten die Tilgung aus dem akademischen Leben droht (siehe: die Umbenennung des „Gerhard-Ritter-Preises“ für hervorragende Arbeiten aus dem Bereich der Geschichtswissenschaften, Corona, 13. Dezember 2013).

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