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Michael I., erster Zar aus dem Hause Romanow

Michael I., erster Zar aus dem Hause Romanow

Mit dem Jahr 2013 klang auch das 400jährige Romanow-Jubiläum in Rußland aus, welches dort mit zahlreichen Ausstellungen und Gedenkveranstaltungen begangen wurde. Am 21. Februar 1613 wurde Michael Fjodorowitsch mit nur 16 Jahren als erster Zar aus dem Hause Romanow gekrönt. Niemand prognostizierte dem jungen Herrscher eine lange Amtszeit, da in Rußland zu jenem Zeitpunkt noch mächtige Adlige (Bojaren) das Sagen hatten, die dem Ausbau der zentralstaatlichen Gewalt ablehnend gegenüberstanden. Es sollte jedoch anders kommen. Der erste Zar konnte sich halten, seine Herrschaft festigen und sein Reich vergrößern. Vorerst letzter Monarch war über 300 Jahre später erst der zusammen mit seiner Familie von den Bolschewisten ermordete Nikolaus II., mit dem die Dynastie jedoch auch nicht ausstarb: Die aktuelle Hauschefin ist Großfürstin Maria Wladimirowna. Nach 1918 lange totgeschwiegen oder verdammt, erlebten die monarchistischen Gefühle der Russen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion eine Renaissance. Nach aktuellen Umfragen befürworten 30 % der Russen die monarchische Staatsform, auch wenn nur 6 % unter ihnen auch tatsächlich die Rückkehr der legitimen Dynastie wollen. Die Tendenz ist außerdem klar steigend.

Das Jubiläum fiel dabei auf ein Jahr, in dem über Rußland sehr negativ berichtet wurde: Das Land verletze die Menschenrechte, Putin sei ein Autokrat und die Opposition werde unterdrückt. Haltbar sind diese Vorwürfe kaum. Das Urteil gegen den Multimillionär Chodorkowski etwa wurde im wesentlichen vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte bestätigt, und in Rußland gab es durch Putin wenigstens einen halbherzigen Aufarbeitungsversuch des Wirkens der Oligarchen in der Zeit nach dem Fall des Kommunismus, während die sehr fragwürdige Bereicherung vieler Menschen während des Wirkens der Treuhand in der BRD weiter komplett der Aufarbeitung harrt. Die viel kritisierte Gesetzgebung rund um Homosexualität entspricht nun einmal dem sittlichen und moralischen Werteverständnis der Bevölkerungsmehrheit und die Musikgruppe Pussy Riot wurde aufgrund von Vandalismus und Randalieren in einem Gotteshaus verurteilt, auch wenn das Strafmaß natürlich hart war.

Der Grund für die negative Berichterstattung dürfte vielmehr sein, daß immer deutlicher wird, daß Rußland kein Teil der westlichen Welt sein möchte, was den Granden hierzulande nicht schmeckt. Um sich abzugrenzen und die eigene Identität herauszustreichen scheint Wladimir Putin eine Linie fahren zu wollen, die auf Wertkonservatismus basiert. Immer häufiger sieht man ihn mit Vertretern der orthodoxen Kirche, welche wiederum offen mit dem Zarentum sympathisiert. Zwar macht Putin momentan keine Anstalten, in Rente gehen zu wollen. Da er aber nicht unsterblich ist, wird er irgendwann einmal abtreten und hierfür eine Nachfolgeregelung treffen müssen.

Die eigentlich interessante Frage lautet daher: Wer folgt als russischer Staatschef, wenn Wladimir Putin einmal in Rente geht? Es würde gar nicht verwundern, wenn der Mann, der nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ganz ähnlich wie einst Zar Michael Fjodorowitsch die Oligarchen zähmen und das Riesenreich stabilisieren konnte, als letzten Schachzug die Monarchie zurückbringt.
L.R.

Mit Zar Michael II. schloß sich der Reigen der Romanow-Monarchen. Zar Nikolaus II. hatte 1917 zugunsten seines jüngeren Bruders abgedankt. Von den meisten Monarchisten wird er deshalb als Nachfolger und Zar aller Reußen anerkannt.  Er wurde am 23. Juni 1918 ermordet.

Mit Zar Michael II. schloß sich der Reigen der Romanow-Monarchen. Zar Nikolaus II. hatte 1917 zugunsten seines jüngeren Bruders abgedankt. Von den meisten Monarchisten wird er deshalb als Nachfolger und Zar aller Reußen anerkannt. Er wurde am 23. Juni 1918 ermordet. (Das Buch ist auf deutsch bei Piper erschienen: Michail und Natascha: Der letzte Zar und seine große Liebe).

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