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100 Jahre Ausbruch des Weltkriegs: Die Seeblockade und der U-Bootkrieg

In seinem 14-Punkte-Programm, mit welchem den Deutschen vorgespielt wurde, einen milden Frieden bekommen zu können, forderte der US-Präsident Wilson unter anderem die Freiheit der Meere. Der Grund dafür schien auf der Hand zu liegen: Der deutsche uneingeschränkte U-Bootkrieg, im Zuge dessen auch Tausende Zivilisten ihr Leben lassen mußten. Was die Amerikaner dagegen nicht störte, war die britische Seeblockade Deutschlands, die in weiten Teilen völkerrechtswidrig war, noch vorm U-Bootkrieg begann und Hunderttausende zivile Opfer forderte.

Die europäischen Kriegsparteien gingen 1914 von einer schnellen Entscheidung des Krieges aus und dementsprechend hatte niemand Vorkehrungen für eine vierjährige Auseinandersetzung getroffen, auch nicht das in besonderem Maße von Rohstoff- und Nahrungsimporten abhängige Deutschland. Da dies auch den Kontrahenten des Kaiserreichs nicht entgangen war, hatte die britische Admiralität folgerichtig am 2. November die gesamte Nordsee zum Kriegsgebiet erklärt und ein paar Routen für neutrale Schiffe festgelegt, auf denen diese beispielsweise nach Skandinavien oder Dänemark fahren konnten. Jenseits dieser Routen durften auch neutrale Schiffe angegriffen und versenkt werden. Gleichzeitig führten die Briten auf den erlaubten Seewegen strenge Kontrollen durch, ob die Schiffsfracht der neutralen Dampfer etwas beinhaltete, daß Deutschland nützen könnte. Hierin lag auch das Völkerrechtswidrige am britischen Vorgehen, da nach internationalem Recht nur wenige Güter legal aufgebracht werden durften.

Die kaiserliche Botschaft in Washington warnte in Zeitungsanzeigen auf Englisch und Deutsch vor der Passage auf der Lusitania.

Die kaiserliche Botschaft in Washington warnte in Zeitungsanzeigen auf Englisch und Deutsch vor der Passage auf der Lusitania.

Auf der anderen Seite war der deutsche U-Bootkrieg zweifellos ebenfalls völkerrechtswidrig. Zu Beginn des Jahres 1915 erklärte die Reichsregierung als Reaktion auf die Seeblockade ihrerseits die Gewässer rund um die britischen Inseln zum Kriegsgebiet, in dem auch unter britischer Fahne fahrende Schiffe versenkt wurden, die keine Kriegsgüter geladen hatten. Rund drei Monate später wurde der uneingeschränkte U-Bootkrieg jedoch schon wieder eingestellt, da die Amerikaner nach der Versenkung der Lusitania scharfen Protest erhoben und mit Kriegseintritt drohten. Heute weiß man zwar, daß die als Passagierdampfer deklarierte Lusitania, auf der trotz der Warnung der von der Deutschen Botschaft veröffentlichten Warnung in amerikanischen Zeitungen auch Amerikaner mitfuhren, Munition geladen hatte. Ob sie von den Briten absichtlich vor die Rohre der deutschen U-Boote gelenkt wurde, bleibt dagegen im Bereich der Spekulation.

Im Februar 1917 wurde der uneingeschränkte U-Bootkrieg dann wieder aufgenommen, obwohl Kaiser Wilhelm II. damit lange gezögert hatte. Taktisch gesehen war dies ein Erfolg, und durch die Niederringung des Zarenreichs verlor die Seeblockade praktisch jeden Effekt, da Deutschland nun über Rußland versorgt wurde. Strategisch jedoch war der U-Bootkrieg eine Katastrophe, denn er lieferte dem anglophilen amerikanischen Präsidenten Wilson den Grund, den er brauchte, um seine zu einem nicht unbedeutenden Teil aus Deutschstämmigen bestehende Bevölkerung auf einen Krieg einzustimmen. Am 6. April 1917 erklärten die USA Deutschland den Krieg und dadurch wurde die Pattsituation an der Westfront beendet und die deutsche Niederlage eingeleitet.

U9 versenkte am 22. September 1914 drei britische Kreuzer, was von der deutschen Admiralität zuvor für unmöglich gehalten wurde. Waren zu Beginn des Krieges nur 28 Boote im Dienst, entwickelte sich das U-Boot bald zum einzigen Mittel, der britischen Blockade etwas Wirksames entgegenzusetzen.

U9 versenkte am 22. September 1914 drei britische Kreuzer, was von der deutschen Admiralität zuvor für unmöglich gehalten wurde. Waren zu Beginn des Krieges nur 28 Boote im Dienst, entwickelte sich das U-Boot bald zum einzigen Mittel, der britischen Blockade etwas Wirksames entgegenzusetzen.

Im nächsten Jahr wird daher mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von der Lusitania und dem völkerrechtswidrigen U-Bootkrieg die Rede sein. Wer aber wird von der Seeblockade und den Hunderttausenden zivilen Opfern des Hungers in Deutschland sprechen?  L.R.

Royalisten schneiden bei Wahlen in Nepal gut ab

Kundgebung der Rastriya Prajatantra Party Nepal.

Kundgebung der Rastriya Prajatantra Party of  Nepal.

Die Royalisten der Rastriya Prajatantra Party of Nepal (RPP-N) haben bei den Wahlen zur zweiten verfassungsgebenden Versammlung in Nepal erwartungsgemäß gut abgeschnitten und konnten den 4. Platz unter den über hundert zur Wahl antretenden Parteien gewinnen. Zwar holte sie kein einziges Direktmandat, die etwas weniger als die Hälfte der Sitze in der Versammlung ausmachen. Eine äußerst erfolgreiche Zweitstimmenkampagne, bei der unter Anspielung auf die Rückkehr zum Hinduismus als Staatsreligion mit dem Slogan „Eine Stimme für den Kandidaten ihrer Wahl, eine Stimme für die Kuh“ Wahlkampf gemacht wurde, sicherte den Royalisten jedoch eine parlamentarische Vertretung, die sie zum Zünglein an der Waage machen könnte. In der Hauptstadt Kathmandu war die RPP-N sogar die Partei mit den meisten Zweitstimmen.

Konservative und Zentrumspartei haben zusammen in der neuen Versammlung eine zur Verfassungsgebung erforderliche Zweidrittelmehrheit nur knapp verfehlt und könnten sich zusammenschließen und dazu wechselnde Verbündete suchen. Die Parteien in Nepal sind jedoch traditionell zerstritten und die Allianzen zwischen den Parteien sind einem stetigen Wechsel ausgesetzt, was eine Verständigung zwischen den beiden unwahrscheinlich macht. Die Zersplitterung der Parteienlandschaft führte erst dazu, daß sich die Parteien in den vergangenen sieben Jahren nicht auf eine Verfassung einigen konnten und die historisch ziemlich einmalige Neuwahl der Verfassungsgebenden Versammlung notwendig wurde. Zentrale Forderung der Royalisten ist dabei nach wie vor ein Referendum über die Frage der Staatsform und der Religion. Wie der Machtkampf aber letztlich ausgeht, kann niemand sagen.

Verlierer der Wahl war die ehemalige maoistische Guerilla, die vom 1. auf den 3. Platz abfiel. Hatte man bei den vergangenen Wahlen in den Gebieten, die man selbst kontrollierte, noch mit vorgehaltener Pistole dafür gesorgt, daß die Menschen richtig wählen, kontrollierte diesmal die nepalesische Armee den ordnungsgemäßen Ablauf der Wahlen. L.R.

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Inhalt der 123. Ausgabe:

  • 100 Jahre Ausbruch des Weltkriegs: Die Seeblockade und der
    U-Bootkrieg
  • Im republikanischen Frankreich rebellieren die Bauern
  • Wulff vor Gericht
  • Royalisten schneiden bei Wahlen in Nepal gut ab

Die vollständige 123. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 123
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