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100 Jahre Ausbruch des Weltkriegs: Die Rolle des Kaisers

Mit dem nahen 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs wird auch die Rolle Kaiser Wilhelms II. in der Julikrise wieder zum Thema werden. Dem Kaiser wurde schon in Artikel 227 des Versailler Vertrags eine führende Rolle in der deutschen Kriegspolitik bescheinigt und auch heute noch wird er in der Öffentlichkeit gerne als Gallionsfigur für die Risikopolitik der Reichsleitung im Juli 1914 verwendet.

Die berüchtigte Randnotiz „Mit den Serben muß aufgeräumt werden, und zwar bald!“ vom 30. Juni wird oft als Beleg dafür gesehen, daß der Kaiser seine Regierung zu einem militärischen Vorgehen in der Krise drängte. Der deutsche Botschafter in Wien, an den dieser ‚Befehl‘ adressiert war, hatte jedoch schon zwei Tage bevor er das Schreiben seines Monarchen erhielt, auf die riskante Linie des Reichkanzlers Bethmann-Hollweg gewechselt. Dieser trug auch die Hauptverantwortung für das politische Geschehen in Berlin. Der sprunghafte Kaiser galt als Sicherheitsrisiko und wurde bis zum 27. Juli auf seine planmäßige Nordlandreise geschickt. Daß Wilhelm dem Wunsch seines Kanzlers gerne entgegenkam, zeigt unter anderem, wie wenig er an eine europäische Eskalation der Krise glaubte. Erst die Presseberichte über die russische Entrüstung über das österreichische Ultimatum an Serbien brachten ihn dazu, vorzeitig nach Berlin zurückzukehren. Die serbische Antwortnote vom 28. Juli bewegte ihn zu dem berühmten Kommentar: „Aber damit fällt jeder Kriegsgrund fort“. Sein ‚Halt-in-Belgrad‘-Vorschlag, der Österreich äußere Genugtuung versprach und die russische Regierung zum Einlenken hätte bringen sollen, wurde vom Kanzler bewußt erst nach der österreichischen Kriegserklärung an Serbien nach Wien weitergeleitet und auch dann nur in einer im Wortlaut entstellten Fassung, die die relevante Passage über das nunmehrige Fehlen jeglichen Kriegsgrundes wegließ. In dem von Bethmann-Hollweg initiierten Depeschenwechsel mit Zar Nikolaus II. sah der Kaiser einen ernsthaften Versuch, den Frieden in Europa noch zu retten. Dem Reichskanzler diente der Meinungsaustausch der beiden Monarchen allerdings nur als Vorwand, Rußland im Kriegsfalle die moralische Schuld zuzuweisen. Noch am 30. Juli glaubte Wilhelm II., eine vermeintliche ‚Friedensinitiative‘ unternommen zu haben, als er seinen Bruder mit dem Auftrag zu Bethmann-Hollweg schickte, den britischen König zu Verhandlungen basierend auf seinem ‚Halt-in-Belgrad‘-Vorschlag zu bewegen. Vom Kanzler wurde dieses Anliegen nicht nach London weitergegeben, was Wilhelm jedoch nie erfuhr. Bis zu seinem Lebensende sah sich der Kaiser daher als Opfer eines britischen Komplotts, welches seine sämtlichen Vermittlungsvorschläge abgewiesen hätte. Als nach der Anordnung der Mobilmachung am 1. August ein Schreiben des deutschen Botschafters aus London eintraf, das darauf hoffen ließ, daß Großbritannien sich neutral verhalten würde, solange Deutschland nicht Frankreich angriff, ordnete der Kaiser den sofortigen Stop des Truppenaufmarsches im Westen an. Was folgte war eine teilweise hysterische Auseinandersetzung mit dem Chef des Generalstabs Helmuth von Moltke, der nicht verstehen konnte, wie der Monarch noch immer an Frieden glauben konnte. Die Antwort aus London, daß es sich bei dem vermeintlichen Vorschlag um ein Mißverständnis gehandelt hatte, beendete diese letzte Kraftanstrengung Wilhelms II. noch in derselben Nacht. Sein Kommentar Moltke gegenüber, „Nun können Sie machen, was Sie wollen.“, ist beispielhaft dafür, wie dem Kaiser in der Julikrise die politischen und militärischen Zügel aus der Hand gezogen wurden.  Jan Markert

Rumänen demonstrieren für die Monarchie

Am 25. Oktober wurde König Michael I. von Rumänien 92 Jahre alt. Er beging den Geburtstag an seinem Namenstag, dem 8. November im ihm von der Regierung übereigneten Elisabeta-Palast und empfing die rund 3.000 Rumänen, die ihm gratulieren wollten, vom Balkon aus.

Am Tag zuvor hatte bereits ein gemeinsames Essen mit verschiedenen in- und ausländischen Würdenträgern, unter anderem auch mit Premierminister Victor Ponta stattgefunden. Nicht eingeladen war dagegen Präsident Traian Basescu, den, ginge es nach vielen Rumänen, der 92-jährige Jubilar beerben soll. Am 10. November versammelten sich dann noch einmal mehr als 1.000 Menschen aller Altersgruppen im Zentrum von Bukarest, um für die Wiedereinführung der Monarchie zu demonstrieren und von der Regierung das bereits in Aussicht gestellte Referendum über diese Frage zu fordern. L.R.

Demonstrationszug durch die rumänische Hauptstadt Bukarest für die Monarcjie.

Demonstrationszug durch die rumänische Hauptstadt Bukarest für die Monarchie.

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Inhalt der 122. Ausgabe:

  • Königin Sofía wurde 75
  • Wahlen in Nepal
  • Rumänen demonstrieren für die Monachie
  • 100 Jahre Ausbruch des Weltkriegs: Die Rolle des Kaisers

Die vollständige 122. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 122
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