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Nach Leipzig und Rötha waren auch die Nachfahren der damaligen Monarchen und Heerführer eingeladen, u.a. Prinz Georg Friedrich von Preussen, Großfürst Georgi Michailowitsch von Rußland, Erzherzog Georg von Österreich.

Zu den in Leipzig und Rötha abgehaltenen Gedenkveranstaltungen waren auch die Nachfahren der damals verbündeten Monarchen und Heerführer eingeladen, unter ihnen Prinz Georg Friedrich von Preußen, Großfürst Georgi Michailowitsch von Rußland sowie Erzherzog Georg von Österreich.

Im Rahmen des Gedenkens an die Völkerschlacht von Leipzig vor 200 Jahren trafen sich am 19. Oktober 2013 auch die Nachfahren der Monarchen, die 1813 den Oberbefehl über die Truppen führten. Vor dem Treffen im Park des früheren Schlosses Rötha nahmen die Adeligen aus 15 europäischen Fürstenhäusern am Gottesdienst in Rötha teil. Die Andacht in der St. Georgenkirche wurde vom evangelischen Landesbischof Jochen Bohl, dem russisch-orthodoxen Erzbischof Longin von Klin und dem Bornaer Pfarrer Dietrich Oettler sowie dem Thomanerchor Leipzig gestaltet. Schloß Rötha, das 1969 gesprengt wurde, hatte den Alliierten gegen Napoléon 1813 als Hauptquartier gedient. Auf Einladung der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land und des Fördervereins Rötha waren unter anderem der österreichische Kaiserenkel Erzherzog Georg von Österreich mit seiner Frau , Erzherzogin Eilika, sowie Zarennachfahre Großfürst Georgi Michailowitsch Romanow nach Rötha gekommen. Nicht zuletzt nahm auch Prinz Georg Friedrich von Preußen an den Gedenkveranstaltungen teil.

In diesem Film kommen einige Adelsvertreter zu Wort: Prinz Alexander von Sachsen, seit vergangenem Jahr Markgraf von Meißen und Nachfolger von König Friedrich August I. von Sachsen, der 1813 als ein treuer Verbündeter Napoléons bis zum Ende gegen die Alliierten stand. Der aus Rußland angereiste Großfürst Georg gewährte kein Interview. Sein Vorfahr war Zar Alexanders I. von Rußland. Unter den Vorfahren von Erzherzog Georg von Österreich war Kaiser Franz I. von Österreich. Der heute in Ungarn lebende Erzherzog hält im Film ein Plaidoyer für Europa. Prinz Heinrich von Hannover repräsentiert seinen Urahnen, König Georg III. von Großbritannien und Kurfürst von Hannover, der seinerzeit jedoch nicht persönlich in Leipzig dabei war. Selbst ein Nachfahre des preußischen Marschalls Blücher war nach Leipzig gereist: Fürst Nikolaus Blücher besuchte die Gedenkveranstaltung.

In einem gemeinsamen Kommuniqué betonten die Repräsentanten ihrer Familien:

Wir haben in Leipzig erlebt, wie die Kämpfe unserer Vorväter Erfüllung finden, indem die Feindschaft erlischt. Wir wünschten, dass Entscheidungsträger in Politik und Gesellschaft, in Wirtschaft und Medien ihr Handeln, den Bürgern und Gästen Leipzigs folgend, darauf ausrichteten, das gemeinsame Haus Europa in seinem Umfeld zu befrieden und in seinen Fundamenten zu stärken.

Stanislaw Tillich, Ministerpräsident des Freistaats Sachsen, erklärte im Angesicht der Teilnehmer des Gedenktreffens und zahlreicher Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und gesellschaftlichem Leben: „Hier gedenken nicht Sieger oder Besiegte, hier gedenken alle gemeinsam“. Europa und seine Institutionen bewegten sich nicht immer in der gewünschten Geschwindigkeit, aber Gespräche und Verhandlungen seien besser als die Grausamkeit einer Schlacht, wie sie vor 200 Jahren in Leipzig stattfand.

Dies unterstützte auch Erzherzog Georg von Österreich in seinem Grußwort während der Abschlußveranstaltung: „Die Europäische Union steht für Sicherheit und Stabilität, sie steht nicht für Banken- und Wirtschaftskrisen.“ Den Blick und die Verständigung über Ländergrenzen hinweg forderte auch Georgi Michailowitsch Großfürst von Russland: „Wir müssen alles in unserer Macht stehende dafür unternehmen, daß Allianzen zwischen Staaten und Nationen heute und in der Zukunft ausschließlich der Sache des Friedens dienen.

Dr. Harald Langenfeld, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Leipzig, faßte zum Völkerschlacht-Gedenken und dem Gedenktreffen zusammen: „Ziel muß es sein, nicht nur die Bedeutung der damaligen Ereignisse zu vermitteln, sondern vor allem Orientierung für unser aller Handeln in der Gegenwart zu geben. Nur, wer um die Schrecken von Chaos und Krieg weiß, erkennt den Wert von Frieden und Freiheit. Das ist aus heutiger Sicht die Mahnung der Völkerschlacht für uns Europäer.“

Vollständiges Abschlußkommuniqué der europäischen Fürstenhäuser zum Gedenktreffen der Fürstenhäuser vom 17. bis 19. Oktober 2013
200 Jahre nach der Völkerschlacht haben wir uns in Leipzig eingefunden, um der unvorstellbar großen Zahl von Opfern der bis dato größten Feldschlacht der Menschheitsgeschichte in Achtung zu gedenken. Wir rufen uns die Toten ebenso wie die Verwundeten, die gefallenen Soldaten aller Nationen und Länder und die unter Krieg und Zerstörung leidende Zivilbevölkerung in mahnende Erinnerung.

Die historischen Wirkungsstätten unserer Vorfahren müssen wir kennenlernen. Europas Fürstenhäuser, das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, die Mediatisierung durch den Reichsdeputationshauptschluss und die Völkerschlacht sind Begriffe einer Epoche, die längst vergangen scheint und die doch bis in die heutige Zeit eine starke Wirkung auf die Menschen in Europa entfaltet. Aus diesem historischen Bewusstsein heraus erwächst uns die Verantwortung und Pflicht, familiäre Traditionen, kulturelle Schätze und christliche Werte zu wahren und sie an nachfolgende Generationen weiterzugeben.

Wir sind nach Leipzig gekommen aus geschichtlicher Neugier und wir haben europäische Gegenwart und Zukunft getroffen – in einer Stadt der Freiheit, in der unzählige Nationen in Frieden und Würde und im Wortsinne „in Vielfalt vereint“ das historische Ereignis reflektieren ! Wir sind dankbar, daß 23 Jahre Demokratie in Sachsen nach Jahren der Diktatur die Geschichtslosigkeit in diesem Teil unserer Heimat überwunden haben.

Wir haben in Leipzig erlebt, wie die Kämpfe unserer Vorväter Erfüllung finden, indem die Feindschaft erlischt. Wir wünschten, daß Entscheidungsträger in Politik und Gesellschaft, in Wirtschaft und Medien ihr Handeln, den Bürgern und Gästen Leipzigs folgend, darauf ausrichteten, das gemeinsame Haus Europa in seinem Umfeld zu befrieden und in seinen Fundamenten zu stärken.
Leipzig, den 19. Oktober 2013

Georg Friedrich Prinz von Preußen
Georg Erzherzog von Österreich
Georgi Michailowitsch Großfürst von Russland
Heinrich Prinz von Hannover, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg
Alexander Prinz von Sachsen, Markgraf von Meißen
Michael Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach
Rudolf Herzog von Croy
Dr. Georg Prinz zur Lippe-Weißenfeld
Heinrich XIV. Fürst Reuß
Alexander Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Sayn
Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe
Maximilian Graf zu Solms-Laubach
Nicolaus Herzog von Leuchtenberg de Beauharnais
Nikolaus Fürst Blücher von Wahlstatt
Lukas Graf Blücher von Wahlstatt
Pierre Graf von Bennigsen
Heinrich Freiherr von Friesen

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