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Prinz Oskar von Preußen, der gestern vor 125 Jahren geboren wurde, bildete so etwas wie einen Abschluß, wie übrigens auch sein jüngster Sohn, Prinz Wilhelm Karl. Mit Prinz Oskar verschied am 27. Januar 1958, dem 99. Geburtstag seines Vaters, der letzte der Kaisersöhne. Als Prinz Wilhelm Karl fast fünfzig Jahre später, am 9. April 2007 starb, ging mit ihm der letzte Enkel von Kaiser Wilhelm II. aus der Welt.

Die Kaiserkinder: Prinz Joachim (o. l.) neben Schwester Victoria Luise, ihr Mann, Herzog Ernst August von Braunschweig-Lüneburg; davor Prinz Oskar, daneben Alexandra Victoria von S-H-Sonderb.-Glücksb., Frau v, Prinz August Wilhelm, Sophie v. Oldenburg

Die Kaiserkinder: Prinz Joachim (o. l.) neben Schwester, Herzogin Viktoria Luise, daneben ihr Mann, Herzog Ernst August zu Braunschweig und Lüneburg; davor Prinz Oskar, daneben Prinzessin Alexandra Victoria von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, die Frau von Prinz August Wilhelm, Kronprinz Wilhelm, Prinz August-Wilhelm, unterste Reihe, Prinzessin Sophie von Oldenburg, Kronprinzessin Cecilie, Prinz Adalbert und ganz außen Prinz Eitel Friedrich.

Das Leben des 5. Kaisersohns ist durchaus gut dokumentiert im Internet. Eine Bildergalerie wurde im Netzphotoalbum Flickr zusammengestellt, die einen beeindruckenden Abriß der Vita liefert.

Auf der Webseite des Hauses Preußen wird darauf verwiesen, daß er seinen Namen seinem Patenonkel, dem schwedischen König Oskar II. verdankt und an der Universität in Bonn Staatswissenschaften studierte.

Sowohl das Haus Preußen wie auch das deutschprachige Wikipedia übergehen seine Rolle im Ersten Weltkrieg mit jeweils einem, sehr ähnlichen Satz:

Deutsche Wikipedia

Er zog mit dem im schlesischen Liegnitz garnisonierenden Grenadier-Regiment „König Wilhelm I.“ (2. Westpreußisches) Nr. 7 in den Ersten Weltkrieg.

Weitaus mehr erfährt, wer die englischsprachige Seite Wikipedias konsultiert:

During the early months of the First World War, he commanded Grenadierregiment „Konig Wilhelm I.“ (2. Westpreussisches) Nr. 7 in the field as its colonel. Future fighter ace Manfred von Richthofen witnessed the August 22, 1914, attack on Virton, Belgium, and wrote of Prinz Oskar’s bravery and his inspirational leadership at the front of his regiment as they went into combat. For this action, Oskar earned the Iron Cross, Second Class. A month later, at Verdun, Oskar again led his men in a successful assault into heavy combat, and was awarded the Iron Cross, First Class. After this action, he also collapsed and had to be removed from the field. Awarded the wound badge for his injuries, he spent much of the fall of 1914 recovering from what was reported to be a heart condition. He eventually returned to duty and served on the Eastern Front, where he was again awarded the wound badge

Wikipedia weiß weiterhin, daß Prinz Oskar nach dem Krieg im „Stahlhelm“ aktiv war und ab 1932 mit seinem Bruder, Prinz Eitel Friedrich den Kaiser im Exil mit Informationen gegen die Nazis versorgte, deren scharfer Gegner er stets war. Seit 1932 gehörte er dem Vorstand der Deutschnationalen Volkspartei an.

Prinz Oskar wurde 1927 als Nachfolger seines Bruders, Prinz Eitel Friedrich (34. Herrenmeister; reg. 1907–1926) Herrenmeister des Johanniterordens und blieb dies bis an sein Lebensende. Unter seiner Ägide wurden die bis heute bestehenden Institutionen Johanniter-Hilfsgemeinschaft (1951) und Johanniter-Unfall-Hilfe (1952) gegründet. Versuche der Nationalsozialisten den Orden zu zerschlagen, konnte Prinz Oskar erfolgreich vereiteln.

Nach dem Krieg engagierte sich Prinz Oskar unter anderem im monarchistischen Verein Tradition und Leben, Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des monarchischen Gedankens e.V.

Am 27. Januar 1958 erlag Prinz Oskar von Preußen im 70. Lebensjahr in einer Münchner Klinik einem Krebsleiden. Seinem Wunsch entsprechend wurde er auf der St. Michaels-Bastei der Burg Hohenzollern neben seinem Bruder, Kronprinz Wilhelm, beigesetzt.

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