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Nicole Fara, Lacy A. Milkovics, Alexander Simec (v. li.).

Nicole Fara, Lacy A. Milkovics, Alexander Simec (von links).

Während in Deutschland allgemein davon abgeraten wird, eine monarchistische Partei zu gründen, bietet sich den Österreichern schon seit etlichen Jahren eine kaisertreue Partei an: Die Schwarz-Gelbe Allianz – Die Monarchisten.

In diesem Jahr will sie bei den österreichischen Nationalratswahlen dabei sein und macht sich daran, die benötigten 2.600 Unterstützerunterschriften zu sammeln. Auf einer Pressekonferenz stellte die SGA am 4. Juli ihre Pläne vor und fand ein erstaunliches Medienecho – bis hin nach Deutschland, wo die Süddeutsche Zeitung am 5. Juli in einem 5.500 Zeichen langen Artikel berichtete:

„Der Zuspruch ist phänomenal“, sagt Alexander Simec, „trotzdem werden wir uns sehr anstrengen müssen. Wir haben ein recht geringes Wahlkampfbudget.“ Gibt es denn keinen reichen Adelsmann, der die Monarchisten-Partei finanziell unterstützen will? Leider nein, sagt Simec: „Der reiche Adel ist ein Mythos. Ihm gehören zwar viele Flächen und Bauwerke, aber das ist totes Kapital. Die Kirche kann ja auch nicht den Kölner Dom verkaufen, um an Geld zu kommen.“ An Geld fehlt es der SGA, aber nicht an Phantasie: Die Partei träumt von einem Bündnis der Donaustaaten unter einer Krone. Wie zu Habsburger-Zeiten. Kein Absolutismus, sagt Simec, sondern eine konstitutionelle Monarchie. Also ein gewähltes Parlament, dem der Monarch als Korrektiv gegenüber steht – und ein Referendum anordnet, wenn die Volksvertreter nicht im Interesse des Volkes handeln.

Der in Wien erscheinende Standard meldete von der Pressekonferen unter anderem:

„Es gibt uns wieder“, sagte Lacy A. Milkovics, Moderator einer Pressekonferenz der Schwarz-Gelben Allianz, am Donnerstag in Wien. Milkovics war letzter Generalsekretär der Paneuropa-Union unter Richard Graf Coudenhove-Calergi und rechte Hand Otto von Habsburgs zwischen 1964 und 1990.

„Wir glauben, dass in einer Zeit wie heute eine monarchistische Bewegung sicherlich Platz greifen könnte“, so Milkovics. Der 72-Jährige sei seit seinem 14. Lebensjahr Teil der monarchistischen Bewegung  und werde „bis zum letzten Atemzug“ Monarchist bleiben.

„Die Republik lehnen wir klar ab“

Die Schwarz-Gelbe Allianz wolle „an der Wurzel, nicht am Symptom“ arbeiten und fordere ein Bündnis der Donaustaaten unter einer Krone, sagte die stellvertretende Parteichefin Nicole Faras. Angestrebt werde eine konstitutionelle Monarchie: „Wir bekennen uns zum dynastischen Prinzip. Eine Wahlmonarchie wäre eine Republik light, und die Republik lehnen wir klar ab“, erklärte Wahlkampfkoordinator Alexander Simec.

Die Tageszeitung Die Presse brachte diese Erkenntnisse von der Pressekonferenz mit:

Wenn eine neue Partei eine Pressekonferenz gibt, und kein Journalist kommt hin, ist das schlecht. Noch schlechter ist es, wenn ein einziger Journalist kommt, um das Ganze festzuhalten. So geschehen vor rund einem Jahr bei der Partei Österreichischer Arbeitssuchender. Seitdem hat man nie wieder etwas von ihr gehört, aber egal – wenige Monate vor der Nationalratswahl treten immer mehr Kleinparteien in Erscheinung.

Etwa die Partei der Monarchisten, die „schwarz-gelbe Koalition“: „Es gibt uns wieder“, sagte Lacy A. Milkovics bei einer Pressekonferenz. Früher sei er Sprecher Otto Habsburgs gewesen, jetzt der Monarchisten. Was so eine Partei in einer Demokratie erreichen wolle? In erster Linie einen Bund der Donaustaaten unter einem gemeinsamen Kaiser. Dies könnte etwa ein Mitglied aus dem Haus Habsburg sein, schlug Wahlkampfkoordinator Alexander Simec vor. Eine absolute Monarchie strebe man nicht an – sondern eine konstitutionelle, wie etwa in England. Ansonsten findet sich in ihrem Wahlprogramm: die Legalisierung von Cannabis unter staatlichem Vertriebsmonopol, die Besetzung von Ministerposten mit „Fachleuten“ (ein Verteidigungsminister müsse etwa ein hoher Offizier sein) und verpflichtende Schuluniformen.

In ähnlichem Tenor berichtete die Tiroler Tageszeitung über die SGA mit der wenig überraschenden Schlagzeile:

Monarchisten kämpfen für Kaiser

Mit den Monarchisten sammelt eine weitere Kleinpartei Unterstützungserklärungen für die Nationalratswahl im Herbst. Die „schwarz-gelbe Allianz“ kämpft unter anderem für einen Bund der Donaustaaten unter einem gemeinsamen Kaiser. Dies könnte etwa ein Mitglied aus dem Haus Habsburg sein, schlug Wahlkampfkoordinator Alexander Simec am Donnerstag bei einer Pressekonferenz vor. Eine absolute Monarchie strebe man nicht an.

„Es gibt uns wieder“, merkte Lacy A. Milkovics, Pressesprecher der schwarz-gelben Allianz zu Beginn des Auftritts an. Ein „jämmerliches Dasein“ habe man nie geführt, „ich werde bis zu meinem letzten Atemzug Monarchist bleiben“. Die österreichischen Monarchisten hätten auch hervorragende Kontakte zu gleichartigen Bewegungen etwa in Ungarn, Tschechien und der Slowakei, künftig wolle man sich noch mehr vernetzen: „Unsere Bewegung könnte sicher Platz greifen.“

Auch Vienna.at und Salzburg24.at  übernahmen eine Agenturmeldung der Austrian Press Agency (APA) und zitierten Lacy A. Milkovics, Pressesprecher der Schwarz-Gelben Allianz, mit dem von Journalisten geliebten Satz: „Es gibt uns wieder.”

Aber zur Beruhigung aller sei angefügt: Monarchisten waren nie weg, weder in Österreich noch in Deutschland.

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