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Kronprinz Georg (25) im Kilt vor seiner schottischen Lieblings-Festung Dunnottar Castle. Er ist der Sohn von Markgraf Alexander (60) – und irgendwann einmal der Chef des Hauses Wettin.

Kronprinz Georg (25) im Kilt mit dem Hunting Stewart Muster vor seiner schottischen Lieblings-Festung Dunnottar Castle. Er ist der Sohn von Markgraf Alexander (60) – und wird irgendwann einmal der Chef des Hauses Wettin werden.

Wenn es darum geht, Trends aufzuspüren und zu befeuern, hat die BILD-Zeitung ein spezielles Talent, das dem Springer-Verlag immer wieder satte Gewinne einbringt. Ende Juni widmete sich das Blatt Prinz Georg Philipp Antonius von Sachsen, Herzog zu Sachsen, der als Thronfolger des sächsischen Königshauses vorgestellt und von BILD sogar als „Kronprinz“ tituliert wurde.

Kronprinz Georg von Sachsen studiert in Aberdeen Volkswirtschaft.

Kronprinz Georg von Sachsen studiert in Aberdeen Volkswirtschaft.

Der in Mexiko-Stadt geborene 25-jährige Prinz Georg studiert seit 2009 im schottischen Aberdeen Volkswirtschaft. Wie BILD schreibt,  jobbt er nebenbei als Hemdenverkäufer in der örtlichen Niederlassung des Londoner Mode-Hauses „T. M. Lewin“, um Geld zu verdienen und er wohnt in einer Studenten-WG. „Mein Vater, der selbst eine Firma in Mexiko besitzt, hat mir vorgelebt, daß man im 21. Jahrhundert als Prinz sein eigenes Geld verdienen muß“, sagte Prinz Georg den Journalisten, die ihn in Schottland interviewten.

Kronprinz Georg fährt zur Uni mit dem Longboard.

Kronprinz Georg fährt zur Uni mit dem Longboard.

Dort erfuhr BILD, daß er mit dem Longboard zur Uni fährt, in einem Club rudert und am Wochenende mit Freunden wandern geht .

BILD: „In einigen Monaten soll sein Studium zu Ende sein. Dann will Georg arbeiten, später nach Dresden zurückkehren. Hier ist er aufgewachsen, hier ist zur Schule gegangen (St. Benno-Gymnasium) – HIER IST SEINE ZUKUNFT!“ Die Versalien sind BILD-Original.

Prinz Georg ist der älteste Sohn von Prinz Alexander von Sachsen-Gassaphe, des Hauschefs der Wettiner, der den Titel Markgraf von Meißen trägt. Als ältester Sohn des Oberhaupts der sächsischen Königsfamilie ist Prinz Georg der nächste Erbe einer jahrhundertealten Tradition.

Corona hat nach dem Tod des damaligen Hauschefs, Markgraf Maria Emanuel von Meißen, am 23. Juli 2012 die automatische Nachfolge von Prinz Alexander von Sachsen-Gessaphe als neuen Markgrafen von Meißen unterstützt, obwohl einzelne Mitglieder des Wettinerhauses eine auch von ihnen unterzeichnete Familienübereinkunft von 1997 nicht mehr respektierten und Ansprüche anmeldeten. BILD legt die Rechtslage nüchtern in Juristendeutsch dar:

Die Nachfolge im Königshaus Wettin war vormals durch die Verfassung des Königreiches Sachsen von 1831 und das Hausgesetz von 1837 geregelt. Mit Abschaffung der Monarchie 1919 ist die Verfassung von 1831 außer Kraft getreten, das Hausgesetz ebenfalls. Dieses ist ersetzt worden durch die von König Friedrich August III. und allen damals lebenden Agnaten des Hauses erlassene Satzung des „Verein Haus Wettin Albertinische Linie e.V.“ vom 27.2.1922.

Die Mitgliedschaft im Verein und damit im Haus Wettin Albertinische Linie (A.L.) sowie deren Erwerb wird durch § 5 Satzung definiert. Kinder der männlichen Vereinsmitglieder erwerben die Mitgliedschaft, sofern die Ehe der Eltern mit Billigung des Vereinsvorsitzenden = Hauschefs und unter kirchlicher Mitwirkung geschlossen wurde (§ 9 Abs. 2 Nr. 4, § 19 Abs. 2 Nr. 5 Satzung). Die Ehen des Prinzen Timo von Sachsen wurden weder von Markgraf Friedrich Christian noch von Markgraf Maria Emanuel gebilligt, sie wurden auch nicht unter Mitwirkung der katholischen Kirche geschlossen. Daher sind weder Rüdiger noch seine Nachkommen Vereinsmitglieder geworden und mithin auch nicht Mitglieder des Hauses Wettin A.L.

Dagegen ist Prinz Alexander von Sachsen Herzog zu Sachsen Vereinsmitglied geworden: § 5 Abs. 3 Satzung erlaubt den Erwerb der Vereinsmitgliedschaft infolge Adoption durch ein Vereinsmitglied, sofern die Mitgliederversammlung dem einstimmig zustimmt (§§ 13 Nr. 2, 16 Abs. 4 Satzung). Dies ist durch die einstimmige Entscheidung sämtlicher damaliger Agnaten des Hauses unter Leitung des Hauschefs Markgraf Maria Emanuel von Meißen vom 14. Mai 1997 in Dresden geschehen. Außerdem entspricht die Ehe der Eltern von Prinz Alexander den Anforderungen der Satzung: Der damalige Hauschef Markgraf Friedrich Christian von Meißen hat die Ehe seiner zweiten Tochter Prinzessin Maria Anna von Sachsen Herzogin zu Sachsen mit Roberto de Afif Prince de Gessaphe gebilligt und diesen als ebenbürtigen Prinzen anerkannt. Die Ehe war unter Mitwirkung der katholischen Kirche in Paris geschlossen worden.

Die Nachfolgeregelung im Hause Wettin A.L. ergibt sich aus § 18 Abs. 1 Satzung, welcher ausdrücklich auf das frühere Hausgesetz von 1837 und damit mittelbar auf §§ 6, 7 Verfassung 1831 verweist. Diese Nachfolgeregelung kann durch einstimmigen Beschluss der Mitgliederversammlung gem. § 18 Abs. 3 Satzung abgeändert werden. Der damalige Hauschef Markgraf Maria Emanuel von Meißen hat mit einstimmiger Zustimmung sämtlicher Agnaten am 14.5.1997 von der Befugnis des § 18 Abs. 3 Satzung Gebrauch gemacht, indem er Prinz Alexander von Sachsen Herzog zu Sachsen zu seinem unmittelbaren Nachfolger als Vereinsvorsitzender und Hauschef bestimmt hat. Mit dem Tode des Markgrafen Maria Emanuel am 23. Juli 2012 ist Prinz Alexander zum neuen Chef des Königlichen Hauses Wettin A.L. und Markgrafen von Meißen geworden.

Nach dieser Darlegung ist Markgraf Alexander eindeutig neuer Haus-Chef. Rüdiger und Daniel von Sachsen gehören, weil die Ehen ihrer Eltern ohne Billigung des Hauschefs und ohne Mitwirkung der katholischen Kirche geschlossen wurden, nicht einmal dem Haus Wettin an.

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