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Bei Kaiserwetter fand am 13. Juni unter Anwesenheit von über hundert geladenen Gästen die feierliche Grundsteinlegung für den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses statt. Auch SKH Prinz Georg Friedrich von Preußen war mit seiner Gattin IHK Prinzessin Sophie unter den Teilnehmern. Der Bau soll 2019 fertiggestellt werden.

Prinz Georg Friedrich und Prinzessin Sophie von Preußen auf dem Weg zur Grundsteinlegung für das Berliner Stadtschloß.

Prinz Georg Friedrich und Prinzessin Sophie von Preußen auf dem Weg zur Grundsteinlegung für das Berliner Stadtschloß.

Obwohl der Bundespräsident symbolisch auf den Grundstein klopfte, fand seine zunächst geplante Festrede nicht statt, was deshalb bemerkenswert ist, weil Bundeskanzlerin Merkel mit Verweis auf die Rede von Gauck nicht an der Veranstaltung teilnahm – sie wollte dem Bundespräsidenten angeblich nicht die Show stehlen. Verwunderlich ist das Schweigen beider letztlich nicht, denn sie haben trotz ihrer Herkunft keinen Bezug zu Preußen und bei Angela Merkel kommt hinzu, daß sie momentan nicht gerne in Verbindung mit vermeintlich teuren Bauprojekten gebracht werden möchte – es ist Wahlkampf und während die gigantischen Kosten der Eurorettung für den Bürger eher unüberschaubar sind, ist dies bei den vergleichsweise geringen Kosten des Stadtschlosses (ca. 600 Millionen Euro) nicht der Fall, da muß die Staatsraison eben zugunsten der Partei- und Wahlkampfraison in den Hintergrund treten. Trotzdem war es eine würdige Feier und den größten Beifall erhielt Wilhelm von Boddien für sein jahrzehntelanges Engagement für den Wiederaufbau.

Auch kristallisiert sich bereits heraus, daß sich der offizielle Name Humboldt-Forum für die Hohenzollernresidenz jenseits der offiziellen Sprachregelung der Behörden nicht durchsetzen wird. Die Berliner werden wie eh und je die Bezeichnung Stadtschloß verwenden. Einigen skurrilen Interpretationen in denjenigen Medien, die die Grundsteinlegung kommentierten, ist schließlich entschieden zu widersprechen: So schrieb der Spiegel, daß das Stadtschloß Symbol imperialer Größe und eines neuen nationalen Selbstbewußtseins sei, wobei Deutschland für Europa immer mehr zu dem werde, was Preußen für Deutschland war. Dies verstand die Zeitschrift als Kritik. Zwar wären ein gesundes nationales Selbstbewußtsein und eine aktivere Rolle Deutschlands in der Euro-Krise außer nach Meinung der Spiegel-Journalisten sicher zu begrüßen, etwas Derartiges jedoch kann von dem Bauwerk, welches im übrigen weit bescheidener ausfällt als vergleichbare Bauten in London, Sankt Petersburg oder Paris, jedoch nicht geleistet werden. Vielleicht fragt sich der eine oder andere Passant beim Vorübergehen am Stadtschloß jedoch, wo dieses Bauwerk in der Geschichte zu verordnen ist. Damit hätte das Schloß schon einen wichtigen Zweck erfüllt, welcher auch die Baukosten rechtfertigt.

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