Schlagwörter

, , , , , , , , , , , , , , , , ,

Spanien feiert den 100. Geburtstag des Grafen von Barcelona

In Deutschland haben in diesen Tagen einige wenige Zeitungen an den am 15. Juni vor 125 Jahren an Kehlkopfkrebs verstorbenen Kaisers Friedrich III., den 99-Tage-Kaiser, erinnert. Die einhellige Auffassung jener Medien: Dieser Monarch hätte es verdient gehabt, länger zu regieren.

Aus Anlaß des 100. Geburtstags des Grafen von Barcelona gedachte die spanische Königsfamilie, die Regierung, die Spitze des Verfassungsgerichts sowie die Vorsitzenden von Abgeordnetenhaus und Senat mit zahlreichen Angehörigen anderer Königshäuser am 20. Juni 2013

Aus Anlaß des 100. Geburtstags des Grafen von Barcelona gedachten die spanische Königsfamilie, die Regierung, die Spitze des Verfassungsgerichts sowie die Vorsitzenden von Abgeordnetenhaus und Senat mit zahlreichen Angehörigen anderer Königshäuser am 20. Juni 2013 des Verstorbenen.

Ein anderer Monarch, der ähnlich wie Kaiser Friedrich viele Hoffnungen auf sich vereinte, jedoch im Gegensatz zu ihm nie regieren durfte, ist Juan de Borbón y Battenberg (1913-1993), der Graf von Barcelona, der in diesen Tagen 100 Jahre alt geworden wäre und der ebenfalls an Kehlkopfkrebs starb. Fast das gesamte spanische Königshaus sowie über 200 in- und ausländische Würdenträger gedachten des Grafen aus diesem Anlaß im Rahmen einer vom Militärerzbischof Del Río gehaltenen Messe im Königlichen Palast in Madrid. „Herrschen heißt immer auch dienen“, hob der Erzbischof hervor und hatte dabei das Leben des Grafen Juan vor Augen, welches von Verzicht geprägt war.

Graf Juan war nicht zum König bestimmt, da er ein nachgeborener Sohn von König Alfons XIII. war. Nach einer morganatischen Ehe des ältesten Sohns des Königs wurde er jedoch Kronprinz. Dies alles geschah schon in Zeiten der 2. Spanischen Republik, während deren Bestehen sich die königliche Familie im Exil in Rom aufhielt. Juan war zum Zeitpunkt der Proklamation der Republik gerade 17 Jahre alt, sollte daraufhin aber bis zum Tod von General Franco nicht mehr dauerhaft in Spanien leben können. Eine von ihm gewünschte Teilnahme am Spanischen Bürgerkrieg, für die er kurz aus dem Exil zurückkehrte, wurde ihm von der Militärjunta untersagt, da diese befürchtete, die Popularität des Kronprinzen könne die von General Franco in den Schatten stellen. Stattdessen mußte der Kronprinz Spanien umgehend wieder verlassen.

Juan de Borbón in der Uniform eines Admirals vor einem Bild seines Sohnes, des Königs

Juan de Borbón in der Uniform eines Admirals vor einem Bild seines Sohnes, des Königs

Nach dem Krieg gelangte der Kronprinz nach und nach zu der Überzeugung, daß Franco, obwohl 1947 die Monarchie offiziell wiedereingeführt wurde, keineswegs die Absicht hatte, einen König über sich zu dulden. Schweren Herzens willigte Juan deshalb ein, seinen Sohn Juan Carlos, den gegenwärtigen spanischen König, in die Obhut des Diktators zu geben, um so wenigstens die Chance einer Restauration der Monarchie nach dem Tode Francos offenzuhalten. In der Thronfolge wurde Juan damit im Widerspruch zu den bourbonischen Hausgesetzen übersprungen, was er jedoch nachträglich akzeptierte und 1977 formell auf den Thron verzichtete.

Trotz der Tatsache, daß er nie regierte, bezeichnen ihn spanische Monarchisten als „Juan III.“ und als König liegt er auch in der Grabstätte des Klosters El Escorial begraben, wo alle früheren Könige Spaniens seit dem Habsburger Karl I. nebst Gemahlinnen ihre letzte Ruhe fanden. Neben Kambodscha und Uganda ist Spanien das einzige Land, in dem die Restaurationsbestrebungen in jüngerer Zeit von Erfolg gekrönt waren. Dies ist vor allem dem Grafen von Barcelona zu verdanken und deswegen ist die Bezeichnung als „König“ durchaus gerechtfertigt. L.R.

Republikanische Staatskrise in Frankreich

In Frankreich hat eine Gruppe, die sich selbst „Schwarze Lilie (Lys Noir)“ nennt, in einer Online-Militärzeitschrift, welche politisch als rechtsaußen einzustufen ist, zum Militärputsch gegen die Regierung von Präsident François Hollande aufgefordert. Unmittelbarer Auslöser dafür dürfte die Entscheidung der Regierung gewesen sein, die gleichgeschlechtliche Ehe zu legalisieren und der Ehe zwischen Frau und Mann gleichzustellen. Die anonymen Autoren des Artikels kommen aus royalistischem Umfeld – die weiße Lilie steht für die französische Monarchie. Der Aufruf in einer unbedeutenden Zeitschrift erzielte dabei ein ungewöhnlich hohes Maß an Aufmerksamkeit unter Militärs, Presse (unter anderem berichtete Le Monde) und Politik. Sowohl Präsident Hollande als auch der Verteidigungsminister Le Drian äußerten sich besorgt über den Aufruf, welcher drei ranghohe Militärs nennt, die dem nationalkatholischen Umfeld angehören und einen Putsch anführen könnten.

Die schwarze Lilie ist in der Heraldik eigentlich ein Symbol für Reichtum durch Handel, von einer anonymen Gruppe wurde sie nun für einen Aufruf zum Putsch verwendet.

Die schwarze Lilie ist in der Heraldik eigentlich ein Symbol für Reichtum durch Handel, von einer anonymen Gruppe wurde sie nun für einen Aufruf zum Putsch verwendet.

In der Corona sollen nun keineswegs Aufrufe zum gewaltsamen Umsturz durch Splittergruppen der extremen Rechten gutgeheißen werden. Es muß aber einerseits zwischen den Auffassungen abzulehnender Grüppchen wie der Lys Noir und Parteien wie dem Front National und jenen Millionen von Menschen unterschieden werden, die in Frankreich friedlich gegen die gleichgeschlechtliche Ehe protestiert und damit eine ebenso respektable Meinung geäußert haben, wie die Befürworter jener Entscheidung der Regierung. Keineswegs handelt es sich bei ihnen wie von der deutschen Presse gerne dargestellt nur um einige verblödete Ewiggestrige. Andererseits können die Demonstrationen gegen die gleichgeschlechtliche Ehe auf der einen sowie die nervöse Reaktion auf unbedeutende Handlungen von Randgruppen durch die Regierung auf der anderen Seite auch als Krise und Versagen der Republik gewertet werden: Nach der Ägide des konservativen Nicolas Sarkozy, welcher die wirtschaftlichen Probleme des Landes nicht lösen konnte, haben es die Franzosen jetzt mit einem Präsidenten zu tun, der von eben diesen Problemen durch die Beantwortung höchst umstrittener gesellschaftlicher Fragen abzulenken sucht. Derweil steigen die Arbeitslosigkeit, die Staatsverschuldung und die Perspektivlosigkeit der jungen Generation munter weiter. Gerade die Anhänger der Konservativen sind nach Sarkozy von der Republik enttäuscht und suchen nach traditionellen Alternativen: Katholizismus, Monarchie, Nation. Es sei hier noch einmal gesagt: Es handelt sich dabei keineswegs um Meinungen aus dem Umfeld des Front National, sondern um gesellschaftlich zunehmend weiter verbreitete Einstellungen. Endet das republikanische Unheil etwa ausgerechnet in jenem Land, wo es begann?  L.R.

————————————————————————————————–

Die vollständige 115. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona  – Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 115

Inhalt der 115. Ausgabe:

  • Spanien feiert den 100. Geburtstag des Grafen von Barcelona
  • Großbritannien: Konjunkturprogramm Monarchie
  • Republikanische Staatskrise in Frankreich
  • Finanzminister entschuldigt sich beim spanischen Königshaus

————————————————————————————————–

Der Info-Brief ist grundsätzlich kostenlos und wird aus Idealismus herausgegeben. Prinzipiell gilt, daß jeder, der sich mit Artikeln, Veranstaltungshinweisen, Kritik oder Anregungen einbringen möchte, herzlich dazu eingeladen ist, dies auch zu tun.

Um „Corona“ zu beziehen, müssen Sie sich nur per Mail in die Bezieherliste eintragen, dann wird Ihnen alle drei Wochen der Nachrichtenbrief kostenlos und unverbindlich zugestellt. corona_redaktion@yahoo.com

Die Mailadressen werden zu keinem anderen Zweck als dem Versand von „Corona“ benutzt. Die Adressen werden weder kostenlos weitergegeben noch gar verkauft.

Advertisements