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Thronverzicht?

Der Papst wird am 28. Februar 2013 endgültig den Stuhl Petri verlassen.

Der Papst wird am 28. Februar 2013 endgültig den Stuhl Petri verlassen.

Ansprache ans niederländische Volk am 28. Januar 2013.

Ansprache ans niederländische Volk am 28. Januar 2013.

Das Jahr 2013 beginnt mit zwei Rücktritten. Neben dem Verzicht Papst Benedikts XVI. ist die aus royalistischer Sicht bedeutendere Nachricht, daß auch Königin Beatrix der Niederlande am 30. April zugunsten ihres Sohnes in den Hintergrund rücken wird, was sie im Januar ankündigte. Journalisten und andere Interessierte nahmen dies sogleich zum Anlaß, auch die Monarchen in Spanien und Großbritannien explizit oder implizit zum Rücktritt aufzufordern und die Royalisten in den jeweiligen Ländern diskutierten lebhaft über einen eventuellen Thronverzicht. Die Befürworter eines Generationswechsels führen an, daß „der ewige Kronprinz“ Charles und auch der Fürst von Asturien schon recht betagt sind und es daher, wird zulange gewartet, nur noch einen sehr begrenzten Verjüngungseffekt der Monarchie gebe. Dieser Verjüngungseffekt der Monarchie sei aber notwendig, denn schließlich müsse sie mit der Zeit gehen und auch für die neuen Generationen attraktiv bleiben. Dieses Argument ist zwar nicht ganz von der Hand zu weisen, jedoch gibt es auch Gegenargumente.

1. Die durch die windigen amerikanischen Finanzprodukte und ihre fehlende Regulierung ausgelöste Wirtschaftskrise, die in den meisten europäischen Staaten bei weitem noch nicht ausgestanden ist, braucht erfahrene Staatsmänner. Gerade Spanien, wo zu der Krise von außen eine selbstverursachte Immobilienkrise kommt, ist schwer getroffen und ein Rücktritt des Königs könnte das Land zusätzlich destabilisieren.

2. Die regierenden Monarchen Europas haben alle ihre Verdienste und es ist durchaus nicht gesagt, daß die jüngere Generation dies nicht auch so sieht. Eine royale Imageverbesserung durch einen jüngeren Monarchen hängt daher sehr stark vom jeweiligen Fall ab.

3. Während die Meinung der republikanischen Presse zu den Thronfolgeregelungen in den Monarchien nicht von Bedeutung ist, weil derartige Medien ohnehin einen Präsidenten der Republik befürworten, sollten die Anhänger der Monarchie den Willen des Königs auch respektieren und sich mit öffentlicher Kritik zurückhalten – sie wären sonst nur schlechte Anhänger der Monarchie.  L.R.

Französische Republik hat Probleme mit einem toten König

Das rekonstruierte Gesicht König Richards III. von England.

Das rekonstruierte Gesicht König Richards III. von England.

Welch ein Zufall: Die Gebeine von zwei Königen wurden nach fast fünfhundert bzw. vierhundert Jahren eindeutig identifiziert: In England wurde König Richard III. in Leicester geborgen, wo er 1483 in der Schlacht von Bosworth fiel; in Frankreich starb 1610 König Heinrich IV. bei einem Mordanschlag. Sein Haupt bereitet jetzt der Republik Kopfzerbrechen. Es tauchte 2008 bei einem Ehepaar auf.

Das wiederhergestellte Gesicht König Heinrichs IV., wie es 1610 im Jahr seiner Ermordung aussah.

Das wiederhergestellte Gesicht König Heinrichs IV., wie es 1610, im Jahr seiner Ermordung, aussah.

Das Familienerbstück war während der mörderischen Französischen Revolution aus der geschändeten Kathedrale von Saint-Denis entwendet worden. Die Grabstätte der französischen Könige wurde geplündert, sämtliche Leichname entehrt. 2011 wurde die Identität bestätigt: König Heinrich IV., einer der populärsten französischen Monarchen, soll nun wieder in Saint-Denis bestattet werden. In Großbritannien ist bereits jetzt klar, daß König Richard III. im September in einem Staatsakt zur letzten Ruhe gebettet wird (Burial fit for a king). Er hat zwar einen schlechten Leumund, aber er war unzweifelhaft König und Staatsoberhaupt Englands. In der Geschichtsschreibung steht König Heinrich positiv da, aber die sozialistische Regierung der französischen Republik will jeden monarchischen Glanz unterbinden. Als 2004 das Herz des Kindkönigs Ludwig XVII. in Saint-Denis beigesetzt wurde, konnte die Republik noch die Unbeteiligte spielen und sich damit herausreden, er sei ja kein wirklich regierender Monarch gewesen. Diese Ansicht gilt nicht für König Heinrich. Ihm stünde ein Staatsbegräbnis zu wie König Richard III. auf der anderen Seite des Kanals und so schreiben es auch französische Zeitungen wie Le Figaro: Le bon roi Henri IV embarrasse la république.

Zwar sehen sich die französischen Staatspräsidenten in der Nachfolge ihrer Könige – und nicht wenige haben sich schlimmer als diese verhalten -, doch mit einem königlichen Staatsakt sollen Royalisten und Prätendenten nicht aufgewertet werden. Und so ruht das Haupt in einem Banktresor in Paris, «sépulture peu digne qu’elle soit royale ou pas » (eine nicht eben würdige Begräbnisstätte, egal ob für einen König oder nicht). Das selektive Geschichtsverständnis zeugt von einem Kleinmut, der Republikanern eigen ist. Selbst der gute König Heinrich ist den heutigen Jakobinern ein Dorn im Auge.   H.S.

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Die vollständige 109. Ausgabe von „Corona – Nachrichten für Monarchisten“ steht hier zum Herunterladen bereit:

Corona -Nachrichten für Monarchisten, Ausgabe 109

Inhalt der 109. Ausgabe:

  • Thronverzicht?
  • Kambodscha: Abschied von König Sihanouk
  • Helmut Schmidts Meinung zum Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen
  • Französische Republik hat Probleme mit einem toten König

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