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In Rumänien werden am Sonntag Parlament und Senat gewählt und der Vorsitzende der bislang drittstärksten Partei, der liberalen PNL, hat sich nicht nur offen für die Restauration der Monarchie ausgesprochen. Crin Antonescu hat dieses Thema sogar zu einem der wichtigsten Punkte seines Wahlkampfes erhoben. Die Partei und ihr Vorsitzender haben dabei gute Chancen, als Juniorpartner der sozialdemokratischen PSD die Regierung zu stellen und damit wesentlichen Einfluss auf die für 2013 vorgesehene Generalüberholung der rumänischen Verfassung zu nehmen. Die PSD ist zwar nicht für die Restauration, ob es in dieser Frage zu einer verbindlichen Befragung der Rumänen kommt, hängt aber vor allem davon ab, wie viele Stimmen und damit Gewicht die PNL in einer möglichen Koalitionsregierung bekommt.

Rumäniens königliche Familie.

Rumäniens königliche Familie. Von rechts: König Michael, Königin Anne, Kronprinzessin Margareta, Prinz Radu.

In einem Land, dessen politische Klasse nur sehr wenig Ansehen genießt, steht König Michael I., der 1947 von den Sowjets zur Abdankung gezwungen wurde, einerseits als unabhängige moralische Autorität hoch im Kurs, andererseits haben viele Rumänen aber auch noch den kommunistischen Geschichtsunterricht im Kopf, der die rumänische Monarchie verteufelte. Lange war es den Rumänen auch überhaupt nicht möglich, über den König zu sprechen, ohne sich der Gefahr auszusetzen, mit der Securitate in Konflikt zu kommen. Dies alles hat Spuren hinterlassen. Sollte es also nach einem Wahlsieg der PNL zu einem Referendum über die Monarchie kommen, stünde noch viel Überzeugungsarbeit bevor. Dennoch haben die rumänischen Politiker der PDL schon jetzt Größe bewiesen, indem sie das höchste Staatsamt eben nicht den Parteien überlassen wollen.

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