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In der Welt der Journalisten gilt die Regel: Bad news is good news (Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten). Skandal verkauft sich einfach besser als ein Report über pflichtgetreues Arbeiten. Und selbst wenn die ersten Diener ihres Staates am Skandal unschuldig sind, weil andere sie reinlegen und ihre Privatsphäre mißachten, lauten die Presseschlagzeilen so oder ähnlich: Skandal um Kate! (Bild-Zeitung vom 15. September). Selbstkritik ist bei dieser Art Berichterstattung nicht zu erwarten, denn sonst müßte es heißen: Skandal um Revolverblatt. Das französische Magazin, das extreme Profitmaximierung auf Kosten anderer betreibt, ist Teil des Medienkonzerns von Silvio Berlusconi und da hört bekanntlich gutes Betragen auf und fängt schlechter Geschmack an. Es gibt zum französischen Closer auch ein britisches Pendant und das gehört – dem deutschen Bauer Verlagskonzern. In Journalistenkreisen steht dieses Unternehmen nicht in allerbestem Ruf. Aber Skandalschlagzeilen wird man über das Verlegergebaren vergeblich suchen. Es fehlt der Markt für diese Art Nachrichten. Oder hackt eine Krähe der anderen kein Auge aus?

Wo liegt also der Skandal bei Königskindern? Statt langwieriger Abhandlungen, die nicht interessant sind, könnte man den Ball zurückwerfen und sagen: Bei denen, die für diese Medienprodukte bezahlen. Schlechte Nachrichten sind eben gute Nachrichten, weil dafür genug Euro fließen. Hätte als Gegenstück eine seriöse monarchistische Postille eine Marktchance? Keine Skandalberichterstattung, keine erfundenen oder zurechtgebogene Meldung aus dem Bereich der Königshäuser, stattdessen ein Augenmerk auf die politischen Zusammenhänge. Überlegungen, die in diese Richtung zielen, existieren (siehe Corona 97, Seite 2: Eine monarchistische Nachrichtenagentur?). Wie lautet doch der alte Sponti-Spruch: Du hast keine Chance, aber nutze sie. Monarchisten sollten ihn auf sich ummünzen.

Doch seien wir nicht ungerecht, in den letzten zehn Tagen gab es aber auch positive Schlagzeilen. Das britische Königshaus brachte es gleich zweimal auf die Titelseite der Süddeutschen Zeitung.

Süddeutsche Zeitung, 3. September 2012

Süddeutsche Zeitung, 12. September 2012

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